merowingische schätze im elsass

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merowingische schätze im elsass
Pressemitteilung
MEROWINGISCHE SCHÄTZE IM ELSASS
Die Nekropole von Erstein (6. -7. Jahrhundert n.Chr.)
22. Oktober 2004 – 31. August 2005
Archäologisches Museum Stra_burg
Die Straßburger Museen
Leiter der Museen
Fabrice Hergott
[email protected]
Curator des Archäologischen
Museum
Bernadette Schnitzler
[email protected]
Musée Archéologique
Palais Rohan
2 place du Château
F- 67000 STRASBOURG
Tel.: 03 88 52 50 00
Öffnungszeiten
Täglich außer Dienstag von
10 bis 18 Uhr
Geschlossene Feiertage
1. Januar, Karfreitag, 1. May,
1. u. 11. November, 25.
Dezember
Prese- und Informationsdienst
Der Straßburger Museen
Marie Ollier
Gwenaëlle Serre
Cathy Letard
[email protected]
[email protected]
[email protected]
2, place du Château
67000 Strasbourg
Tél. 00 (0)3 88 52 50 18
Fax 00 (0)3 88 52 50 42
www.musees-strasbourg.org
Die Grabungen in der Nekropole von Erstein fanden zwischen 1999 und
2003 statt (Grabungsleiter: Rohmer, INRAP). Über 300 Gräber konnten
freigelegt werden, von denen einige au_ergewöhnlich reiche
Grabbeigaben aufwiesen. Diese Nekropole stellt den bis heute
bedeutendsten Fund aus der Merowingerzeit im Elsass dar. Sie wurde
vom Beginn des 6. bis zum Ende des 7. Jahrhunderts, also fast 200
Jahre lang, genutzt.
Diese Ausstellung ist die sechste im Rahmen der Reihe „Jüngste
Ausgrabungen“. Im Anschluss an die wissenschaftliche Untersuchung der
Funde und nach deren Restaurierung will sie die Öffentlichkeit erstmals
mit den Ergebnissen dieser bedeutenden archäologischen Grabung in
Erstein bekannt machen. Die Exponate - eine Auswahl der
repräsentativsten Funde aus der Nekropole - werden zum besseren
Verständnis in die historischen und archäologischen Zusammenhänge
der merowingischen Periode im Elsass eingeordnet.
Die gro_e Vielfalt der zutage geförderten Grabbeigaben liefert zahlreiche
Informationen über Bekleidung, Schmuck, Alltag, Bewaffnung, Ernährung
und Handwerk sowie über die Riten und den Glauben der Menschen, die
im frühen Mittelalter im Gebiet von Erstein lebten.
Anhand der in den Gräbern gefundenen Gegenstände konnten auch neue
Erkenntnisse über die Geschichte der Besiedlung der Region in der
damaligen Zeit gewonnen werden. So zeichnen sich zwei weitere
Einflüsse ab:
- ein fränkischer Einfluss, der über den gesamten Nutzungszeitraum der
Nekropole zu verzeichnen ist;
- ein Einfluss aus Mittel- und Norddeutschland, der vor allem in der frühen
Phase zum Tragen kam und auf Bevölkerungsgruppen thüringischen,
friesischen und sächsischen Ursprungs schlie_en lässt. Es handelt sich
möglicherweise um Siedlungsbevölkerung, wobei sich die Franken in den
Randgebieten des Königreichs niederlie_en, da diese im Zuge der mit
dem Untergang des Römischen Reichs einhergehenden Unruhen
verlassen worden waren.
Im Zusammenhang mit den Grabungsarbeiten an der Ersteiner Nekropole
schuf der elsässische Künstler Pascal Poirot ein au_ergewöhnliches
Kunstwerk: „L'ocre du loess“. Es entstand im Rahmen einer
Künstlerresidenz unter der Schirmherrschaft des Kulturamtes der Region
Elsass und der Stadt Erstein. Genau wie ein Archäologe ein
Grabungstagebuch führt, füllte der Künstler ein altes Notariatsregister
aus dem 19. Jahrhundert mit Zeichnungen und Malereien, zu denen ihn
die vergängliche Geschichte der Grabungsarbeiten inspirierte.
Im Anschluss wird die Ausstellung auch in Erstein (Maison du Patrimoine)
zu sehen sein.
Ein Ausstellungskatalog wird gemeinsam mit dem Conseil Général des
Departements Bas-Rhin herausgegeben.
Die Ausstellung entstand mit der au_erordentlichen Unterstützung der Stadt
Erstein und des Centre Leclerc/Erstein.