Jahrestreffen 2009 - Ehemalige Ratsgymnasium Bielefeld

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Jahrestreffen 2009 - Ehemalige Ratsgymnasium Bielefeld
Mitteilungen
September 2010
Vereinigung der Ehemaligen
des Ratsgymnasiums zu Bielefeld
Gegründet 1924
Vereinigung der Ehemaligen
des Ratsgymnasiums zu Bielefeld
Gegründet 1924
Mitteilungen
September 2010
Vorstand
Hermann Schulze-Niehoff, Humboldtstr. 10, 33615 Bielefeld, Vorsitzender
Philip Ohletz, Detmolderstr. 19, 33604 Bielefeld, stellv. Vorsitzender
Beirat
Dr. Bernhard Hünerhoff, Finkenstr. 77, 33609 Bielefeld
Bernard Kiezewski, Wilhelm-Raabe-Str. 16, 33604 Bielefeld
Martin Maschke, Rathausstr. 1, 33803 Steinhagen
Wolfgang Pickhardt, Grewenbrink 32, 33619 Bielefeld
Dr. Helge Richter, Auf der Siegenegge 13, 33647 Bielefeld
Andreas Schnadwinkel, Stapenhorststr. 147, 33615 Bielefeld
Matthias Foede, Am Nordholz 74, 32130 Enger
Anschrift der Vereinigung:
Postfach 10 29 42, 33529 Bielefeld
Homepage: www.ehemalige-ratsgymnasium-bielefeld.de
E-mail: [email protected]
Konto der Vereinigung:
Sparkasse Bielefeld (BLZ 480 501 61), Kto.-Nr. 1214
Jahresbeitrag:
16,– E; für Studenten und Auszubildende 5,50 E
Bitte vormerken:
Jahrestreffen 2011
Voraussichtliches
14.10. – 15.10. 2011
Inhalt
Vorwort............................................................................................................................    6
Redaktion des Gelben Heftes...........................................................................................    8
An die Freunde des Fördervereins des Ratsgymnasiums
Uta Diekmeyer, 1. Vorsitzende..............................................................................   10
Entlassungsfeier der Abiturienten und Abiturientinnen 2010
Begrüßung durch den Schulleiter
OStD Hans-Joachim Nolting.................................................................................   12
Abi-Rede zur Verabschiedung 2010
OSrR Dr. Wolfgang Schröder................................................................................   14
Abi-Rede Reifezeugnis
Franziska Jostock und Julius Meltzer....................................................................   22
Predigt im Abitur-Gottesdienst 2010
Thomas Genetzky und Julius Wolf........................................................................   25
Neuigkeiten aus dem Schullandheim
StD Achim Boenigk (Abi ’68) und OStR Arnold Wendland................................   32
Varus-Schlacht auf Langeoog
StR’ Ursula Schneider und OStR’ Cora Winke.....................................................   35
Die Bielefelder-Verschwörung
Matthias Foede.......................................................................................................   37
Verabschiedung von Dr. Achim Cruel am 14. Juli 2010
SrD’ Christ Wegener-Mürbe und StR Frank Thomas...........................................   40
Meine Sprache und ich
Doortje Mehrtens (Jahrgangsstufe 12)...................................................................   42
Englisch
My Time at Ratsgymnasium
Sarah-Jane Poole....................................................................................................   47
Die dritte Aufgabe einer Philosophieklausur zum Thema Staatsphilosophie
während der Behandlung von Immanuel Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“
StD’ Marianne Basista...........................................................................................   49
Französich
Les relations franco-allemandes
Vortrag von Herrn Professor Ménudier Januar 2010 ...........................................   50
Deutsch-französischer Schüleraustausch 2010
Rapport: Projet «Le Mur et les murs»
Sabina Eyraud und StD’ Marianne Basista ...........................................................   51
Lernwege. Ansätze und Experimente
StD Dr. Norbert Gertz . .........................................................................................   54
Neues von Rats-Autoren –
Fortgesetzte Literaturhinweise in kleiner Auswahl
OStR Dr. Wolfgang Schröder (Abi ’67) . .............................................................   56
RATSGYMNASIUM
Schulprojekt
Sabine Hollmann und Romy Tenge (Schulleitung),
Schülerinnen und Schüler der 10 und 8 Klasse ....................................................   60
Horaz und die Geschichte der Gymnasialbibliothek
OStR Dr. Johannes Altenberend . .........................................................................   62
Fotosplitter vom Jahrestreffen 2009................................................................................   66
Aus der Chronik des Schuljahres 2009/2010
StD’ Christa Wegener-Mürbe . .............................................................................   71
Professor Dr. Otto Nitzsch – Lehrer, Schulleiter, Historiker, Übersetzer
Bernd J. Wagner ...................................................................................................   81
Praxis des Mathematikunterrichts 1750-1930
Heike Renate Biermann.........................................................................................   86
Fünf Wochen auf dem Ratsgymnasium –
Briefe von Sexantern an den Schulleiter
OStR’ Rosemarie Tenge........................................................................................   88
„Hundertwasserprojekt“ – Kunstunterricht – Jahrgang 9
OStR’ Rosemarie Tenge........................................................................................   90
Medienkompetenz – Surfen mit SIN(N) – Sicherheit im Netz
OStR’ Rosemarie Tenge........................................................................................   91
BODY TALK – ein Projekt für den Jahrgang
OStR’ Rosemarie Tenge........................................................................................   91
Besuch von Professor Dr. Willibald Bösen
im Grundkurs Katholische Religionslehre im Jahrgang 12/1
OStR’ Rosemarie Tenge........................................................................................   92
Besuch der Jahrgangsstufe OIII in der Vatan-Moschee in Bielefeld-Brackwede
Anna Günter und Jakob Wannenmacher: O III c..................................................   95
Zeitzeugen gegen das Vergessen
Theresa Begemann, Julius Hellemann, Antonia Wolff: Jahrgangsstufe 13..........   96
Religiöse Studientage 14. - 16.06.2010 – „Weimar – wir kommen!“
Julia Furmanczyk: Klasse UII a.............................................................................   98
SEHENLERNEN –
Ein Projekt der Landesinitiative StadtBauKultur NRW
StD‘ Christa Wegener-Mürbe................................................................................ 100
„Ein Traum wird wahr“ –
Unser Krankenwagen für Dr. Babagbeto in Benin
OStR‘ Kristen Rottmann........................................................................................ 101
Neue Spielgeräte auf dem Schulhof!
StD‘ Christa Wegener-Mürbe . ............................................................................. 106
1 2 9 3 – Das neue Buch von Friedrich Korte
von Sebastian Sigler, Abitur im 690. Jahr nach Schulgründung........................... 107
Pressespiegel ................................................................................................................... 109
Personalia im Schuljahr 2009/2010
StD‘ Christa Wegener-Mürbe................................................................................ 119
Es starben ehemalige Schüler und Lehrer........................................................................ 120
Ehemalige Lehrer im Ruhestand...................................................................................... 120
Das Kollegium des Ratsgymnasiums 2010...................................................................... 121
Sextaner 2010................................................................................................................... 122
Abiturientia 1940 – 2010................................................................................................. 124
Beitrittserklärung............................................................................................................. 141
Die neue Homepage des Ehemaligen-Vereins
Matthias Foede und Holger Hinnendahl................................................................ 144
4
5
Vorwort
Liebe Ehemalige und Freunde des Ratsgymnasiums, verehrte Leser!
Nachdem wir im letzten Jahr den Versuch
unternommen hatten, unser Heft nach unserem Jahrestreffen zusammenzustellen und zu
versenden, um auf diese Weise aktuell Bilder
und Berichte Ihnen, liebe Leser, zur Kenntnis zu geben, erscheint die Ausgabe für das
Jahr 2010 wieder, wie gewohnt, vor unserem
Jahrestreffen zusammen mit der letzten Einladung. So soll es in Zukunft auch bleiben,
wobei die Gründe hierfür vielfältiger Natur
sind, ohne im einzelnen genannt zu werden.
Kurz gesagt, ist dieser Termin günstiger.
Nach dem Grossereignis unseres 450-jährigen Jubiläums, über das auch in der letzten
Ausgabe noch umfangreich in Bildern und
Beiträgen berichtet werden konnte, ist wieder der Alltag eingekehrt ohne besondere
Vorkommnisse, ein Phänomen, welches die
politische Berichterstattung gemeinhin als
Sommerloch bezeichnet.
Das heißt aber beileibe nicht, dass in der
Schule und im schulischen Umfeld nichts
passiert wäre, wie die zahlreichen Beiträge
dieses Heftes beweisen. Vielmehr entwickelt
sich das Rats weiterhin sehr positiv, sowohl,
was weitere Baumaßnahmen im naturwissenschaftlichen Trakt, als auch die erfreulichen
Anmeldezahlen angeht.
Erstmals seit langer Zeit liegt das Rats bei
den Anmeldezahlen in der Spitzengruppe
und konnte nicht sämtliche Bewerber aufnehmen. Eine Entwicklung, an die noch vor
kurzer Zeit niemand zu hoffen gewagt hätte,
wo doch auf Grund der stark rückläufigen
Anmeldungen die eigenständige Existenz
unserer Schule in Frage stand.
Hierbei hat, neben anderen Ursachen, nicht
zuletzt das Festhalten am Lateinunterricht ab
Sexta, eine wichtige Rolle gespielt. Sobald
erste Erfahrungswerte vorliegen, werden wir
über die Auswirkungen des Zentralabiturs
sowie die von der jetzigen Regierung angestrebte Gemeinschaftsschule auf das Ratsgymnasium berichten.
Mit Hilfe der Beiträge unserer Mitglieder
konnten wir nicht nur dieses Heft sowie unser Treffen im Oktober finanzieren, sondern
6
darüber hinaus dazu beitragen, unser schönes
Heim in Langeoog durch Übernahme der
Kosten von ca. 6000,– Euro für den Austausch der Tische und Stühle im Essbereich
aufzuwerten.
An dieser Stelle sei erneut darauf hingewiesen, dass bei rechtzeitiger Anmeldung
auch den Ehemaligen für Treffen unser Landschulheim zur Verfügung steht. Ihrer Lektüre für die langen Abende des Winters sei das
Buch unseres ehemaligen Lehrers, Herrn Dr.
Korte, in welchem er der Frage nachgeht, ob
unsere Schule nicht noch viel älter ist, als bisher angenommen, empfohlen. Da er hiervon
auf Grund gründlicher Recherche und wissenschaftlicher Arbeit überzeugt ist, gebührt
ihm für die Erscheinung seines Buches nach
den Feierlichkeiten zum 450sten unser aller
Dank.
Ganz herzlich bedanken möchte ich mich
bei unseren Redakteuren Andreas Schnadwinkel und Matthias Foede sowie Frau
Freund in der Druckerei Gieselmann, ohne
deren professionelle Arbeit das Heft nicht
hätte erstellt werden können.
Weiterer Dank gebührt unserer Sekretärin
Frau Burow-Gamerschlag, die auch im abgelaufenen Jahr ihre Arbeit zuverlässig und
engagiert zum Wohle unserer Vereinigung
geleistet hat.
Letztlich sei auch den zahlreichen Inserenten herzlich gedankt, ohne deren Unterstützung das Heft nicht in der gewohnten Qualität hätte erscheinen können.
Im Namen des Vorstandes und des Beirats der Vereinigung der Ehemaligen des
Ratsgymnasiums zu Bielefeld grüsse ich alle
ehemaligen Lehrer, Schülerinnen und Schüler, sowie das Kollegium, Schülerinnen und
Schüler als auch Freunde der Schule.
Hermann Schulze-Niehoff, Abi ’62
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Sie erreichen uns:
Matthias Foede:
[email protected]
neue-westfaelische.de
Andreas Schnadwinkel:
[email protected]
westfalen-blatt.de
Die Redaktion bedankt sich beim Kollegium unter der Leitung von Hans-Joachim
Nolting für die zahlreichen Textbeiträge und besonders bei Dr. Wolfgang Schröder
für die Koordination. Außerdem danken wir Amandus Peters für die Unterstützung
bei den Korrekturen.
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Liebe Freunde des Förderverein Ratsgymnasium,
Liebe Mitglieder und Freunde des Förderverein Ratsgymnasium,
auch in diesem gelben Heft geben wir Ihnen
gern wieder einen kleinen Bericht über die
Arbeit unseres Vereins im letzten Schuljahr.
Zunächst ist zu berichten, dass es Veränderungen im Vorstand gibt. Nach mehr als
8 Jahren haben Frau Mia Ferreira-Voß und
Herr Dr. Bertram Schacker ihre Vorstandstätigkeit abgegeben. Wir möchten ihnen an
dieser Stelle sehr herzlich für ihre ehrenamtliche Arbeit und ihr Engagement, besonders bei der umfangreichen Vorbereitung
des 450-jährigen Jubiläums unserer Schule,
danken. Die Mitgliederversammlung wählte
Frau Birgit Nordmeyer zur 2. Vorsitzenden
und Herrn Clemens Geisthövel zum neuen
Schatzmeister. Beide sind Eltern von Schülern der Unterstufe und mit der Arbeit eines
Fördervereins sehr gut vertraut.
Unsere diesjährigen Aktivitäten und finanziellen, auch sozialen Förderungen galten
neben den Unterstützungen von LangeoogAufenthalten und Studienfahrten sowie
der Religiösen Studientage in Weimar den
Fachschaften. Um hier einige zu nennen: der
Fachschaft Sport bei der dringend notwendigen Anschaffung der Torwart-Ausrüstung
für die erfolgreiche Hockeymannschaft, der
Fachschaft Chemie mit ihren aufwendigen
10
Unterrichtsmaterialien sowie die Anschaffung von Schutzbrillen für Schülerexperimente und dem Alt- und auch Neusprachlichen Unterricht in Form moderner, medialer
Lehrmittel. Auch in diesem Jahr konnten
zahlreiche Schüler mit unserer Hilfe zu neuen Streitschlichtern ausgebildet werden, ein
seit einigen Jahren sehr erfolgreiches Schulprojekt, das wir gern unterstützen. Das gilt
auch für die Schulsanitäter, die nunmehr einen anerkannten, festen Platz im Schulleben
haben. Die intensive Probenarbeit von Chor
und Orchester liegt uns ebenso am Herzen,
die Darbietungen des letzten Schulkonzerts
waren ein hörenswerter Dank.
Allen denen, die unsere Arbeit im letzten und
auch hoffentlich im nächsten Jahr finanziell
unterstützen, möchten wir an dieser Stelle
sehr herzlich danken. Die Freude der Schüler und Lehrer über all die Förderungen und
Anschaffungen ist Ihnen und uns gewiß.
Uta Diekmeyer,
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Begrüßung der Abiturientinnen und Abiturienten
zur Entlassfeier 2010
OStD Hans-Joachim Nolting
Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,
sehr geehrte Eltern,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
verehrte Gäste,
herzlich willkommen zur Entlassfeier hier
und heute im Ratsgymnasium.
In dieser Aula haben die meisten von Ihnen,
liebe Abiturientinnen und Abitu­rienten, ihren ersten Schultag auf der weiterführenden
Schule erlebt.
Vielleicht erinnern Sie sich noch?! Damals
war der Gang hierher – für Sie und Ihre Eltern – von Vorfreude geprägt und zugleich
von Ungewissheiten: Werde ich es schaffen?
Bekomme ich nette Klassenkameraden und
Lehrer? Was ist überhaupt Latein- oder Politikunterricht? Oder ganz praktisch: Wo kann
das Fahrrad abgestellt werden, wenn ich damit komme?
Heute soll es – als Schülerin oder Schüler –
Ihr letzter Aufenthalt in dieser Aula werden.
Die Fragen von damals sind beantwortet.
Sie haben es geschafft! Sie kennen Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, die Lehrerinnen und Lehrer, die Fächer und die praktischen Abläufe.
Und wieder sind da, wie ich denke, Vorfreude und zugleich auch Ungewisshei­ten: Vorfreude auf die geplanten nächsten Schritte,
das soziale Jahr, die Ausbildung, das Studium, vielfach auch den neuen Ort – Ungewissheit, ob der Studienplatz zur Verfügung
gestellt wird, ob die Zukunfts­entscheidungen
gut und damit tragfähig sind.
Diese Konstellation paralleler Vorfreude
und Ungewissheit wird Sie, wie ich denke, Ihr Leben lang begleiten. Eine gewisse
durchaus dialektische Form der Wahrnehmung der jeweiligen Lebenssituation gehört
zur menschlichen Dispo­sition und Grundwahrnehmung.
Wichtig für die optimistische, lebensbejahende Sicht auf das eigene Leben ist natürlich, dass die Vorfreude und da, wo sich
12
Hoffnungen realisieren und Ziele erreicht
werden, die Freude die Oberhand behalten!
Heute steht die Freude im Mittelpunkt. Ziele
sind erreicht, Grundlagen gelegt, Perspektiven geschaffen. Mit dem Abitur haben Sie
schulisch die ideale Basis für Weiteres gelegt, denn der höchste mögliche Schulabschluss eröffnet natur­gemäß die weitesten
Per­spektiven. Heute ist so ein Tag der Freude! Genießen Sie sie!
Abschlüsse bedeuten zugleich immer auch
Zäsuren. Zäsuren wiederum geben Anlass,
innezuhalten und in der einen oder anderen
Form eine Art von Bilanz zu ziehen.
Eine solche Bilanz würde sicherlich durchaus unterschiedliche Akzentsetzungen haben, wenn heute einer nach dem anderen
aufgefordert werden würde, sie – d.h. eine
persönliche Bilanz – darzustellen. Mir hat
sich beim Nachdenken darüber der Begriff
und das Phänomen der Viel­falt aufgedrängt
– und das in mehrfacher Hinsicht:
– Ob es evolutionsbiologische Prozesse zur
Brutbiologie der Blaumeise
– oder die Untersuchung der zentralen Aussage Klemperers wa­ren,
– ob die Kommunikation und die Beziehung
der Charaktere in Who’s afraid of Virginia
Woolf? zu analysieren war
– oder es um die Stellungnahme des Staatssekretärs des Auswärtigen Am­tes, Freiherr
von Marschall, in der Reichstagsdebatte
vom 18. März 1897 ging,
– ob die philosophischen Grundlagen darzustellen waren, die dem Freiheits­begriff in
Vergils Aeneis zugrunde liegen
– oder zu berechnen war, zu welchem Zeitpunkt die Länge des Staus in Ab­hängigkeit
von einem Parameter am schnellsten abnimmt,
– ob das Röntgenspektrum nach der BraggReflexion zu analysieren oder die Energieniveaus im Quecksilberatom zu untersuchen waren.
Mit mehreren (!!) dieser Frage- und Aufgabenstellungen hat sich jeder von Ih­nen, liebe
Abiturientinnen und Abiturienten, inhaltlich
in den letzten Wochen auseinandergesetzt!
Wenn ich die Aufzählung noch weiter ausgeführt hätte, könnte ich sogar sagen: mit
drei dieser Frage- und Aufgabenstellungen
hat sich jeder von Ihnen inhaltlich in den
letzten Wochen auseinandergesetzt, denn
ich habe aus den schriftlichen Leistungskursaufgaben zitiert.
Kompliment!
Ich hätte nicht Klausuren zu drei der gerade
genannten Themen in den letzten Wochen
schreiben wollen! Ich vermute sogar, damit
nicht allein zu stehen. Es wird auch anderen
Anwesen­den heute hier so gehen! Wir hätten zu manchen Themen nichts zu schreiben
gewusst!
Hochachtung also, liebe Abiturientinnen und
Abiturienten!
Die Breite der Herausforderungen im Abitur
ist schon enorm! In dieser zum Teil überschneidungsfreien Breite werden mutmaßlich nie wieder An­forderungen an Sie gestellt, die zumindest formal die gleiche Bedeutung für Sie haben, denn alle Aufgaben
waren ja in der Auswirkung für das Abitur
gleich wichtig.
In der Regel werden auch Ihre nun zu entwickelnden Kenntnisse zwar neue Tie­fen und
Breiten erreichen, aber in einem letztlich engeren Rahmen zusammen­fassbar sein. Die
Fachvielfalt wird abnehmen. In dem Sinne
haben Sie vermutlich heute schon „einen
Hochpunkt überschrit­ten“!
--Wenn ich in der Bilanz nicht auf die Anforderungen, die an Sie gestellt waren, sondern
auf Sie persönlich schaue, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, dann drängt sich
auch da der Begriff der Vielfalt auf!
Zum Beispiel ist auch das, was Sie jetzt zu
tun vorhaben, nicht anders als mit Vielfalt zu
beschreiben. Zukünftige Betriebswirtschaftler, Soldaten, Mediziner, Medienge­stalter,
Archi­tekten, Journalisten, Rettungssanitäter,
Fotografen, Physiothera­peuten und Philosophen – um nur eine kleine Auswahl zu nen-
nen – sind Sie, wenn Sie heute die Schule
verlassen.
Und diese Vielfalt, die sich in den unterschiedlichen Zukunftsvorstellungen aus­
drückt, gab es auch schon, als Sie noch unter
dem Sammelbegriff „Jahrgangs­stufe“ durch
unsere Schule gelaufen sind! Zwar besuchten Sie gemeinsame Kurse, hatten mit dem
Abitur ein gemeinsames Ziel in der Oberstufe und über gemeinsame Reisen wurde das
Miteinander ge­fördert, doch die Jahrgangsstufe war immer auch eine verbindende
Klammer, in der eine Vielfalt zusammenge­
fasst war … und sich zum Teil auch noch
entwickelt hat. Eine Vielfalt, die mich im
Konkreten, im Gespräch, dann sogar immer
wieder überraschen kann, selbst wenn ich
theoretisch und aus Erfahrung darum weiß.
Ich zumindest musste in der Zusammenschau staunen, als Einzelne von Ihnen im
Rahmen der Notenverkündung beim kurzen
Austausch über Zukunftsperspekti­ven so
Unterschiedliches berichteten:
– Einzelne von Ihnen erzählten, im Blick
auf die Entwicklung der Berufsvor­stellung
vom Lehrer geprägt worden zu sein.
– Einer von Ihnen nannte in dem Zusammenhang der Entwicklung der Berufsvorstellung die Prägung durch die nebenschulische kirchliche Ju­gendarbeit.
– Weitere sprachen von der Familientradition mit eigener Immobilienmakle­rei oder
medizinischer Praxis.
– Ein Mitabiturient von Ihnen gab auch Anteil an seinem Findungsprozess und berichtete, nach längerem Kampf letztlich
dem inneren Triebe zur Musik den Raum
geben zu wollen – sogar im Bewusstsein,
wie er aktuell befürchtete, damit keine Familie ernähren zu können.
– Bei einem aus Ihrem Kreis steht die Lebensform anscheinend fast gleichran­gig
neben der Studienfachentscheidung. Fast
gleichgewichtig er­scheint das Ziel, einen
alten Zirkuswagen zu einem Lebensort
auszu­bauen, durchaus auch aus ökologischer Orientierung: mit Solarmodulen auf
dem Dach.
– Manche von Ihnen sehen in einem „workand-travel-“ oder einem „Au-pair-Jahr“
die Chance, langgehegte Wünsche reali-
13
sieren zu können, andere er­hoffen die Gelegenheit, Zeit für die noch nicht erfolgte
Perspektivklärung zu finden.
Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, Sie
stellen eine ganz bunte Gruppe dar, eine besondere, eine vielfältige Gruppe!
Mit dieser Vielfalt der erfolgreich absolvierten Prüfungsaufgaben aus so vielen
verschiedenen Fachgebieten und mit dieser Vielfalt innerhalb der Gruppe, die sich
diesen Anforderungen gemeinsam gestellt
hat, wird Schule etwas Besonde­res in Ihrem Leben bleiben, liebe Abiturienten und
Abiturienten. Nicht nur darum, aber auch
deswegen, werden Sie Ihre Schulzeit, wie
ich denke, nie ganz vergessen. Hoffentlich
ist der emotionale Grundton der Erinnerung
dann ein positiver. Für unsere Schule würde
ich mich freuen.
„Doch nun ins Leben!“, wie man so schön
sagt. Möge die Vorfreude und Freude dabei
im Großen und Ganzen immer die Ober­hand
behalten über die Ungewiss­heiten und Sorgen.
Jan Kristof sagte mir gestern – als ich ihn im
Zusammenhang seines Übens für die musikalische Untermalung der heutigen Entlassfeier traf –, in der Quinta hätte ich im MatheUnterricht einmal gesagt: „Die Brüche müssen eure Freunde werden.“ Im Rahmen der
Vorbereitung der mündlichen Abiturprüfung
sei die e-Funktion sein Freund geworden,
auch wenn sie nicht
dran gekommen sei.
Machen Sie es so mit
den je individuellen
Herausforderungen,
die nun auf Sie zukommen!
Alles Gute!!!
Alles auf einmal, jedes zu seiner Zeit – Rede zur
Verabschiedung der Abiturienten am 26. Juni 2010
OStR Dr. Wolfgang Schröder
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Abiturientinnen und Abiturienten!
Alles nacheinander: Dreizehn Schuljahre – demnächst sind’s nur zwölf – und die
Spiralen des Lernens und die Akkumulationen der Inhalte haben etwas Umfassendes
erbracht. Es gab nicht nur anzudockende
Module, sondern auch starke Momente,
nicht nur Kompetenzen-Beschwörung, sondern gelungenes Verstehen, nicht nur Erwartungshorizonte, sondern einschlagende
Blitze. Vieles ging natürlich durcheinander,
seltsame Attraktoren lenkten hartnäckig ab,
oft war das Gleichzeitige zuviel, nicht selten
ein Kampf, ein Kleinkrieg der Präferenzen,
ein Streit der Eifersucht.
Und meistens alles auf einmal, jedenfalls das
Alltägliche: Simultan die Arbeitsmaterialien parat halten, unter der Bank ins Internet
gehen, Selbstkompetenz ausstrahlen, nach
14
situationsangepasstem Sender-EmpfängerModell während der Gruppenarbeit aktuelle
Anekdoten austauschen, multiple Gelegenheiten für Sozialverhalten erhaschen, die
Latein-Übersetzung auf dem Mini-Display
speichern, im Plenum die Standards des
Transfers reproduzieren, problemlösende
Meinungen äußern, irgendwie selbstorganisationsdisponiert die Analyse synthetisieren, über Projekte reden, Infos zu Fliegern
falten, die Haarbürste suchen, Schiffe versenken. Wie sich der Lebensbetrieb in der
hier karikierend umschriebenen Sphäre oder
irgendeiner anderen Teilwelt offenbar nur
an ein einziges, allgemein nachvollzogenes
Stilmittel – die Aufzählung – hält, so scheint
sich auch das Multitasking in fast jedem
Teilbereich der modernen Gesellschaft als
universal erwartete Schlüsselqualifikation
etabliert zu haben. EDV – Konferenzschaltung – Netztechnik – Internet – Livestream
– Supernet – Wolke.
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Man stellt sich Einzelne oder Gruppen vielleicht als unfreiwillige Simultanakrobaten,
als Tellerkünstler vor, die im Varieté, im
Zirkus auftreten, oder man denkt an ScienceFiction-Fantasien von allmächtigen Computern, etwa an den von Stanisław Lem erdachten „Golem XIV“, einen wissenschaftlichen
Berater am Massachusetts Institute of Technology des Jahres 2029, eine lichtbasierte
intelligente Maschine, die sich selbständig
optimiert und „über eine millionmal schneller denkt als ein Mensch“, weshalb die Anlage künstlich „verlangsamt“ werden muss.
Dieser „Golem, ein System mit neunzig
Ausgängen, kann während der Teilnahme
an einer Sitzung eine große Anzahl eigener
Operationen durchführen und überdies mit
zahlreichen Gruppen von Experten (Maschinen oder Menschen) gleichzeitig zusammenarbeiten – entweder auf dem Gelände
des Instituts oder auch außerhalb.“
Immerhin sind es Ausgänge aus der selbstverschuldeten Perfektion, mit der sich unsere multiple Welt den wiederkehrenden Erfordernissen ihrer Erschließung und Verwaltung angleicht. Ein System des Multitasking,
dessen Idee dieser Golem widerspiegelt,
funktioniert anscheinend störungsfrei durch
die optimierte Synchronisation vielfältiger simultaner Prozeduren. Alles geschieht
pflichtmäßig auf einmal, prinzipiell gleichzeitig. Jedoch: Wo bleibt die Zeit?
Es gehört zu den Irritationen des modernen
Denkens, dass ausgerechnet in der Welt der
Chronometer, der Zeitpläne, der temporalen
Navigation die Zeit selbst als ein problematischer Begriff gilt. Seit Immanuel Kant
zählen wir die Zeit, den Raum, die Kausalität und die zwölf Kategorien zu den apriorischen Anschauungsformen. Nach ihnen
richten sich die Dinge, wobei die Zeit die
Form aller Erscheinungen überhaupt ist. Die
Kausalität, die wir seit David Hume, Kants
Vorläufer im Denken, lieber auf das Gelände
großer Annahmen verschieben, ist nicht „an
sich“ gegeben, sondern – mit Kant – ein reiner Verstandesbegriff. Wo nun Zeit und kausalitätsförmige Zusammenhänge mit weiser
Zurückhaltung betrachtet werden, bietet
sich statt des Begriffs der Gleichzeitigkeit
ein anderer Begriff – Nebenläufigkeit – an.
Ereignisse, die zwar parallel verlaufen, aber
16
sich gegenseitig nicht beeinflussen, nennen
wir nebenläufig.
Beim Nachdenken über Phänomene eines
prozessualen Nebeneinanders – sei es gleichzeitig, sei es nebenläufig – versucht die Imagination nach Sinnträchtigem, Gleichnishaftem zu greifen und etwa ein arbeitsteiliges
Weltbild aufzurufen, vielleicht den Kolonialismus, oder den Post-Kolonialismus, die
Fantasie könnte sich bilaterale, multilaterale
Verhältnisse vorstellen, Partnerjogging, Koalitionen, internationale Bündnisse, ferner
wäre an das bunte Nebeneinander bei Jahrmarktsvergnügungen zu denken, überhaupt
an die Fülle der Reize paralleler Präsentationen, schließlich an die vielfältigen Phänomene im Bild der multikulturellen Gesellschaft
und ihrer globalen Mehrspurigkeit.
Gustave Flaubert, die Filmsprache des Simultanschnitts vorwegnehmend, zeigt im
Roman Madame Bovary (1856) die Bewegtheit gleichzeitiger Sensationen am Beispiel
einer Landwirtschaftsmesse. Dort geschehen
die öffentlichen Auftritte der ökonomisch erschlossenen Welt nach dem Einheits-Motto
der Wiederholung und der Redundanz: „Das
nahm kein Ende und fing immer wieder von
vorne an.“
In den Texten der Dichtung, also in einer
synthetischen Welt der Beziehungen und
Strukturen gehört Simultaneität zu den Voraussetzungen komplexen Verstehens. In
der epischen Literatur zumal, worin sich
Lebenswege und Weltaufbau widerspiegeln,
gibt es synchrone Geschichten genauso wie
Doppelgänger, Stellvertreter und Avatars.
Zu verweisen wäre aus einer Fülle von
Beispielen etwa auf das Zugleich von Vorder- und Hintergrundhandlung in Joseph
von Eichendorffs Taugenichts, auf die notorische „Parallelaktion“ im Mann ohne Eigenschaften (1921 ff.) von Robert Musil, auf
Gottfried Benns Zusammenfassung zweier
Selbstdarstellungen unter dem Titel Doppelleben (1950), schließlich – als Lesetipp – auf
den Band Simultan (1972), die letzte Publikation der Ingeborg Bachmann. In der Titelgeschichte geht es um die Gleichzeitigkeit
der Sprachen. Der Romancier Karl Gutzkow
prägte 1850 den Begriff „Roman des Nebeneinander“. Er meinte, dass dies das poetische Format der modernen Zeit sei, und
er verglich das Darstellen simultaner Vorgänge mit den „Durchschnittszeichnungen
eines Bergwerks, eines Kriegsschiffs, einer
Fabrik“. Josef Pelz von Felinau gelingt mit
der 1930 erschienenen „Original“-Fassung
seines Titanic-Romans eine apokalyptische
Querschnittszeichnung der gleichzeitigen
Katastrophenschauplätze auf den Decks, in
den Salons, Kabinen, Maschinenräumen,
Vorratskammern, Tanzsälen des sinkenden
und mit elementarer Kraft alles auf einmal
in den Schlund ziehenden Ozeanriesen. In
unserer Zeit hat sich Daniel Kehlmann als
Virtuose der Nebenläufigkeit erwiesen.
Wie in der Malerei die visuelle Gleichzeitigkeit verschiedener Formen und Motive und
etwa auf Altarbildern die Synopse biblischer
oder allegorischer Szenen wesentlich ist, so
sind in der Musik, im sinfonischen Prinzip
die kompositorischen Techniken klanglicher
Synchronwirkung unabdingbar.
Die absolute Simultaneität scheint freilich
die Vorstellungskraft zu übersteigen und
verweist auf die Beschränktheit des Erlebens und Erfahrens. Dabei ist das Staunen
über globale Gleichzeitigkeiten mit dem
Verzweifeln im Dickicht eines überfüllten
Terminkalenders ebenso vergleichbar wie
mit der Geistesgegenwart im Pilotencockpit
oder beim Komponieren heißer Menüs auf
der Kochfeldorgel. Denn Gleichzeitigkeit ist
sowohl ein Merkmal weitgespannter Strukturen als auch – produktiv betrachtet – ein
Maßstab intelligenter Pragmatik und nicht
zuletzt eine Kunst. Die aufklärerische, dialektische Erkundung des Simultanen in der
Gesellschaft achtet vor allem auf die jeweils
zu nutzenden Spannungen der Verhältnisse.
So hatte Bertolt Brecht stets ein umsichtiges Bewusstsein der Gleichzeitigkeit des
sozial Widersprüchlichen. Er sagte: „Da der
Mensch heute in sehr großen Verbänden lebt
und in allem von ihnen abhängt, und er lebt
immer zugleich in mehreren Verbänden,
muß er überall hin große Umwege gehen, um
etwas zu erreichen. Nur scheinbar kommt es
nicht mehr auf seine Entscheidungen an. In
Wirklichkeit sind die Entscheidungen bloß
schwieriger geworden.“
Brecht argumentiert gegen den Glauben
an die Ohnmacht vor den Strukturen. Man
kann nicht alles auf einmal überblicken und
muss gleichwohl bedachtsam sein, weshalb
der didaktisch besorgte Zeitgenosse und
Dramatiker vielfältiger Simultaneffekte und
„Parallelszenen“ an derselben Stelle seiner
Schriften zum Theater auch darauf aufmerksam macht, dass Gleichzeitigkeitserlebnisse
„ein Lernen, also ein Klügerwerden beim
Erleben hindern, zum Beispiel wenn […]
durch gleichzeitige andere Vorfälle die Aufmerksamkeit abgelenkt wird.“ Der widerspruchsfreudige Brecht äußerte diese Mahnung hinsichtlich der Reinheit der Wahrnehmung – also der Ästhetik – um 1940 im
skandinavischen Exil. Siebzig Jahre später,
im April 2010, meldete – vielleicht um den
kritischen Blick zu schärfen, vielleicht um
Wissenschaftsgläubigkeit zu bedienen – eine Allgemeine Zeitung für Deutschland:
„Das digitale Leben […] fordert einen hohen
Preis. Wir meinen, vieles parallel bewältigen
[…] zu können. Die Hirnforschung kommt
aber zum gegenteiligen Schluss. Mit Multitasking droht die Verwahrlosung unseres
Stirnlappens.“ (FAZ 30.04.10)
Nach Theodor W. Adorno – mehr als nur ein
Stirnlappen, eher die wahre Großhirnrinde
des vergangenen Jahrhunderts – lässt der Mikrokosmos eines Orchesters Rückschlüsse
auf die Gesellschaft zu. „Simultanorchester“
würden dieser musiksoziologischen Sicht
zufolge auf eine „Simultangesellschaft“, eine Gesellschaft der Gleichzeitigkeit oder der
Nebenläufigkeit schließen lassen, wobei die
öffentlichen Simultan-Events diese Struktur
nicht nur widerspiegeln, sondern sie auch
selbst prägen und fördern.
Die Menge der Beispiele für Simultankonzerte seit Winfried Ritschs Werk „Zerteilte
Welten“ von 1993, das der Komponist gleichzeitig in Innsbruck und Vancouver aufführte,
ist immens. Eine Aufzählung wäre, was das
Prinzipielle betrifft, redundant. Erwähnt sei,
dass Bielefeld mehrmals als einer der Aufführungsorte bei diesen Darbietungen vorkommt,
etwa 1999 bei einer simultanen Konzert-Aufführung im Theater am alten Markt und im
Performing Arts Center in Tel Aviv oder beim
simultanen Jazz-Konzert im September 2006
in Köln, Bielefeld, Dortmund und im WDR 3,
wobei die Musiker, die an den verschiedenen
Orten gleichzeitig auftraten, einander zwar
nicht sahen, aber hörten.
17
Internationale Simultan-Events finden immer
häufiger statt, und die Veranstalter versuchen
einander bei den Spektakeln zu überbieten.
Im Simultanbetrieb der Politik ist etwas ähnliches zu beobachten. Von Barack Obama
meinte beispielsweise ein Journalist, er spiele
„Simultan-Schach“ in der Weltpolitik.
Dem Simultan-Konzert gelingt sozusagen die
potenzierte Zeitgleichheit durch die Medien:
sowohl bei den Rezipienten als auch bei den
Ausführenden. Dabei setzt die Gleichheit der
Zeit pikanterweise voraus, dass die Orte weit
auseinander liegen, wodurch man erst davon
sprechen kann, dass Distanzen überwunden
werden. Das spiegeln Benefizkonzerte im
Super-Simultan-Stil in ausgewählten Städten wider, als müsste der Mikrokosmos des
Orchesters nun selbst makrokosmische Ausmaße annehmen.
Eine abwechslungsreiche Geschichte simultaner Effekte und verschiedener Konzepte
der Gleichzeitigkeit hat das Theater geschrieben, von der seit antiker Dramaturgie geläufigen Technik der Mauerschau, einer Frühform der Live-Reportage, über die multiplen
Bühnen des Mittelalters, dann im frühen 19.
Jahrhundert Johann Nestroys Simultanbühne
auf zwei Etagen für zwei oder vier Räume
bis zu extremen Arrangements in der Gegenwart. Einen Höhepunkt der Entwicklung
stellt vielleicht Alan Ayckbourns House &
Garden (1999) dar, ein Werk aus zwei auf
einander bezogenen Stücken, die gleichzeitig
auf zwei Bühnen, also in zwei Theatern aufzuführen sind. Etwas Ähnliches geschieht im
experimentellen Hörspiel, bei dem die Hörer
auf simultanen Wellen surfen. Zur Zeit sind
Chatrooms auf der Bühne in Mode. Da zeigt
man die leere Gleichzeitigkeit in den Gehegen virtueller Kommunikation (Beispiel: Enda Walsh, Chatroom, 2005).
In der Geschichte der Simultanbühne ist
auch der Balkon in Shakespeares Globaltheater von einflussreicher Wirkung. Das Werk,
das diese architektonische Besonderheit und
seine synoptische, raumplastische Faszinationskraft berühmt machte, Romeo and Juliet,
stellt den Traum von der Gleichzeitigkeit
auch thematisch dar und problematisiert ihn
als Tragödie. Das Stück ist außer als Drama
verfeindeter Parallelwelten (Montague und
Capulet) und als Trauerspiel des Zerrieben-
18
werdens zweier Liebender durch die Kollision ihrer sozialen Sphären auch als Katastrophenmodell des erzwungen Ortswechsels
(Romeos Verbannung nach Mantua) und der
gescheiterten Zeitnutzung (Lorenzos Einfall
des simulierten Todes als Mittel zur Verzögerung) zu interpretieren. Friar Lawrence
rät, die räumliche Weite der Welt – die global gewordene Perspektive der Renaissance:
„the world is broad and wide“ – zu nutzen,
auch die Zeit – exakt „two and forty hours“ –
für sich arbeiten zu lassen – und nicht zuletzt
auf „speed“, auf Geschwindigkeit zu setzen.
Dabei fällt er einem logistischen Malheur
zum Opfer und muss den Mangel im zweiten Kommunikationsanlauf kompensieren.
Während der Bürger Capulet selbstgefällig
Termine prüft – „But what say you to Thursday?“ –, versuchen die tragisch Betroffenen
am ‚Nebenort’ und in der ‚Unzeit’ zu entkommen. Gleichzeitigkeit wäre ein frommer Wunsch. Doch die Zeitüberwindung
scheitert. Die Kommunikation entgleist.
Das fatale Geschehen entspringt dem falsch
synchronisierten Nachrichtentransport. Dadurch wird die Nebenläufigkeit zur Panik,
zum grotesken Nebeneinanderherlaufen. Die
Handlungsstruktur von Shakespeares Tragödie legt so die neuzeitliche Katastrophe des
Verstoßes gegen die Einheiten des Ortes und
der Zeit bloß.
Das absurde Theater, die Slapstick-Komödie und der Slapstick-Film haben stets die
Tücken des Alltags als conditio humana
gezeigt: ein beständiges Zuviel an Gleichzeitigkeit und Zumutungen des Multitasking
an erbarmenswert überforderte Menschen.
Der Kabarettist Olaf Schubert – genauer: die
unter diesem sprechenden Pseudonym auftretende Bühnenfigur – erklärt die gesunde
Beschränkung aufs Monotasking mit dem
valentinesken Bekenntnis: „Ich schaffe immer nur eine Sache auf einmal, und die nicht
mal gleichzeitig.“
Die Ironie der Nebenläufigkeit bei offensichtlicher Voreingenommenheit des Beobachters offenbart sich durch eine der Personen des Romans Der Gott der kleinen Dinge
von Arundhati Roy im post-kolonialen Indien. Kochu Maria „begegnete den Versionen
der Welt, die andere Leute hatten, mit Misstrauen.“ Über den Bericht beispielsweise,
GmbH
■
■
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verlegen
dekorieren
polstern
tapezieren
malerarbeiten
„dass ein amerikanischer Astronaut namens
Edwin Armstrong auf dem Mond spazierengegangen war, hatte sie sarkastisch gelacht
und erwidert, daß ein Malayali-Akrobat namens O. Muthachen Saltos auf der Sonne
geschlagen hatte. Wobei ihm Bleistifte in
der Nase steckten. Sie war bereit, zuzugestehen, daß Amerikaner existierten, obwohl sie
noch nie einen gesehen hatte. […] Aber auf
dem Mond spazierengehen? Nein, Sir.“
Dieses Kuriosum bezweckt die humorvolle Aufhebung bzw. Spiegelverkehrung des
‚Gleichzeitigkeitsgefälles’ im besitzergreifenden, kolonialen Denken. Vom Standpunkt
eines ‚verwestlichten Nicht-Westens’ aus
erscheint das ‚geläufig Westliche’ – Fortschritt und Expansion bis über vermeintlich
natürliche Grenzen hinaus – wie etwas Unverständliches, Unglaubwürdigens. Das synchrone ‚Andere’ erfährt einen polemischen
Realitätsverlust aus der ‚zweiten Linie’.
Während Fremdheit als Abstand vom Geläufigen das Potential produktiver Irritation
in sich birgt, bleibt globale Ignoranz ein
Ärgernis. Wir haben es mit mangelndem Simultanwissen zu tun, das sich nicht nur der
allgegenwärtigen Desinformation verdankt,
sondern vermutlich einem anthropologisch
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fundierten Defizit der Wahrnehmung entspringt.
In der Science-Fiction-Momentaufnahme
Eine Minute der Menschheit gibt der eingangs schon erwähnte Stanisław Lem zu
bedenken: „Es ist eigentlich sonderbar,
sich vorzustellen, daß auf der Erde immer
irgendwo Gewitter toben und die Zahl der
einschlagenden Blitze konstant ist: 6000
pro Minute.“ Die Vorstellung ist „sonderbar“, weil die mit dem Ausdruck „immer
irgendwo“ gemeinte Streuung nach Zeit und
Ort nur die unberechenbare Permanenz der
Energie-Entladungen vermittelt, aber der
Imagination dennoch keinen Halt gibt.
Die unheimliche, ominöse Gleichzeitigkeit
des Nahen und Fernen gestaltet auch Theodor Fontane. Am Anfang des Romans Der
Stechlin lesen wir über den See Stechlin
„hart an der mecklenburgischen Grenze“:
„Alles still hier. Und doch, von Zeit zu Zeit
wird es […] lebendig. Das ist, wenn es weit
draußen in der Welt, sei’s auf Island, sei’s
auf Java zu rollen und zu grollen beginnt
oder gar der Aschenregen der hawaiischen
Vulkane bis weit auf die Südsee hinausgetrieben wird. Dann regt sich’s auch hier,
und ein Wasserstrahl springt auf und sinkt
wieder in die Tiefe.“ Beide Autoren, der
poetische Realist Theodor Fontane und der
transzendentale Fantast Stanisław Lem, sind
bemüht, Gleichzeitigkeit in planetarischem
Umfang zu thematisieren.
Im Unterschied zur funktionalen Pragmatik
des Multitasking sind auf der imaginativen
Ebene simultanen Bewusstseins zwar erheblich größere und weiterreichende Dimensionen in den Blick zu nehmen. Aber
die simultane Fantasie ist unter gewöhnlichen Umständen schwach, und die egozentrischen Menschen begnügen sich oft mit
einschnürenden Standards. Obwohl uns gewisse ‚Alles-auf-einen-Blick-Reduktionen’
natürlich willkommen sind, „denken wir im
allgemeinen nicht daran, dass auf der Erde
in jedem Augenblick alle Jahreszeiten, alle Klimata, alle Tages- und Nachstunden
gleichzeitig existieren. Diese Binsenwahrheit […] lebt irgendwie außerhalb unseres
Bewußtseins. Vielleicht deshalb, weil wir
nicht wissen, was wir mit dieser Wahrheit
anfangen sollen.“
Die Bibel weiß Rat. In ihr lesen wir über die
„rechte Zeit“, die „ewige“ und die „künftige
Zeit“, die „Zeit oder Unzeit“ des auszusprechenden Worts, die „letzte Zeit“. Man liest
Parallelzeit-Angaben: „zur selben Zeit“,
„zu der Zeit, als …“ Und nicht zuletzt ist
da die Prediger-Weisheit: „Ein jegliches hat
seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem
Himmel hat seine Stunde: […] weinen hat
seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen
hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; […];
suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine
Zeit; […]; schweigen hat seine Zeit, reden
hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen
hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede
hat seine Zeit.“ (Pr 3:1,4,6,7-8) Falls dieser
Ordnung eine metaphysische Simultaneität
zugrunde liegt, kann der Mensch sie dennoch nicht erfahren, da er die Dinge nacheinander erlebt. Der zweite Brief des Petrus
erklärt uns diese Beschränkung, indem er
einen Vers aus dem Gebet des Mose so wiedergibt: „Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn
wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie
ein Tag.“ Die zeitübergreifende Vernunft
befreit vom Chaos selbstbefangener Furcht
und Verzagtheit.
20
Auffällig ist übrigens, dass es Zeiten, Daten
gibt, die man größer schreibt als andere. So
pflegt z.B. sogar ein ‚ältestes Datum’, das
die lineare Erstreckung einer Vorgeschichte,
eines Zubringerweges messen hilft, vor einem signifikanten späteren Datum zurückzutreten, das etwa einen historischen Moment
perspektivischer Expansion bezeichnet, den
Beginn einer neuen Ära, wo die Geschichte
fortan viel Gleichzeitigkeit ansetzt.
Die kritiklos simultane, ungehemmte Verbreitung heterogener Informationen und
beliebiger Bilder nennen wir eine Flut oder
Schwemme. Gibt es auch hinreichend hohe
Bauten des Wissens, die dem Andrang des
Einerlei standhalten können? Was wird,
wenn die Flut einst verebbt, noch zu finden
sein? Wird man sich der urtümlichen Fragen
– Was ist die Zeit, was die Gleichzeitigkeit?
– noch erinnern? Vielleicht fischen die elektronisch gespannten Netze nicht gut, sondern
verknoten und verspannen nur mancherlei
und lassen zu viel durch die Maschen. Vielleicht sind die nebenläufigen Vorgänge,
neunzig oder neunzig mal neunzig, bloß
langweilige Parallelen, global hingestreckt,
glatt – und schneiden sich im Unendlichen
die Fingernägel.
Die Poesie, die Ästhetik der Gleichzeitigkeit
irritiert und wirkt faszinierend: in der Literatur, in den visuellen und performativen
Künsten. Andererseits hat die Pragmatik des
Multitasking (wie das Gebaren sog. kollektiver Intelligenz) oft Züge einer zu Tränen
rührenden Selbstkarikatur unter der Bürde
des Alps der Vernetzung, der Simultaneisierung, der strukturellen Panik in eigenmächtig ‚vergleichzeitigten Zeiten’. In solcher
Panik liegt nicht das, was der HebräerbriefSchreiber die von Gott verheißene und „mit
Freimütigkeit“ anzunehmende „Gnade […]
zu rechtzeitiger Hilfe“ (Heb 4:16) nennt.
Auf der Simultanbühne des Lebens machen
offensichtlich erst einzelne Spotlights das
Wesentliche fokussierbar und interessant.
Während die reine Gleichzeitigkeit ein erkenntnistheoretisches und systemlogisches
Konzept bleibt, kann vom einzelnen Leben
gesagt werden, dass es zwar nach Fülle verlangt und Erfüllung ersehnt, aber der belastenden Häufung ausweicht und Erleichterung spürt, wenn sich die Gleichzeitigkeiten
eben doch nur als nebenläufige Parallelen
erweisen.
So ist es schließlich gar keine Absurdität, wenn etwa öffentlich über ein „Menschenrecht auf Non-Multitasking“ oder ein
„Menschenrecht auf die Souveränität der
eigenen Zeitverfügung“ nachgedacht wird.
Natürlich ist anderes, ein Menschenrecht
auf Wasser beispielsweise, wichtiger. Und
ein bürgerliches Gesetz zur Schonung der
Einfalt würde, wenn es hochkommt, die
„Wonnen der Gewöhnlichkeit“ hofieren.
Das heißt aber auch: Wenn nicht Akrobat
des Multitasking, warum kein Multitalent
sein? Wieso stirnlappenwehleidig werden,
wenn man viele Register ziehen kann oder
darf? Die „Entscheidungen“, sagte Brecht,
sind „bloß schwieriger“ geworden. Wenn
dennoch vieles auf einmal gelingt, darf man
umso dankbarer sein.
Möge Ihnen, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, vieles auf einmal gelingen und
vieles auf einmal auch zufallen. Die Fülle
des Gleichzeitigen darf allerdings entzerrt
erlebt werden. Denn „alles Vorhaben […]
hat seine Stunde.“
Zusammenhänge – auch die globalen – sind
wesentlich, und ein Bewusstsein davon
strukturiert das Leben. Aber lassen Sie sich
nicht zu sehr beeindrucken durch den Jahrmarktsrummel der synchronen Beliebigkeiten. „Meine Zeit, Herr, steht in deinen Händen“, sagt David in Psalm 31. Lassen Sie
sich auch nicht übermäßig verwirren durch
die Lockungen der Interkonnektivität.
Gelassenheit ist sehr zu empfehlen. Nutzen
Sie gelassen Ihre Zeit. Und passen Sie auf,
dass Ihnen die Uhren vor lauter Gleichzeitigkeit nicht die Termine verpatzen und Ihnen
die Tablets vor lauter Multifunktionalität
nicht die Zeit rauben.
In Amerika, wo man viel von der Gleichzeitigkeit der verschiedenen Uhren versteht, bezeichnet man Abschlussfeiern mit dem Wort
für Beginn oder Anfang: Commencement.
Also: Es fängt an! Viel Glück! Gute Entwicklungen! Segensreiche Perspektiven! Jedes zu seiner Zeit!
Sie finden uns direkt gegenüber vom Ratsgymnasium.
21
Abitur – ein Reifezeugnis?
Franziska Jostock, Julius Meltzer
[Franziska Jostock und Julius Meltzer trugen den Text in abwechselnden Redeeinsätzen vor.]
Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Freunde und Verwandte, liebe Mitschülerinnen und Mitschüler!
Heute ist er da. Dieser von allen erwartete
besondere Tag, auf den wir neun Jahre lang
in trauter Eintracht hingearbeitet haben, ist
nun da.
Zu Beginn dieser neun Jahre wurden die
ersten Bestandteile dieser Eintracht, dieses
Werks geschmiedet, indem die Grundschulkader übernommen wurden. Drei Jahre später sollten die ersten Teile vorsichtig zusammengesetzt werden, in Form des Erlernens
einer toten Sprache sowie eines Einblicks in
die Gesetze der Natur und der communication de la langue française. Drei weitere Jahre später avancierte dieses beflissene Konstrukt als ein gesellschaftlicher Kosmos.
Die finalen drei Jahre arbeitete das gewaltige Werk als eines, allerdings mit einigen
Ecken und Kanten, die jedoch durch die hervorragende Leistung glatt geschliffen wurden. Wir sind uns einig, dass heute, da dem
Konstrukt die letzte Ehre erwiesen wird, das
Abschiedswort unserer Stufe auch direkt
von unserer gesamten Stufe kommen sollte.
Deshalb ist das Folgende ein Produkt, das
von der gesamten Maschinerie unserer Stufe
stammt. Es sollte eine adäquate Rede werden, die aber schließlich in eine Anhäufung
adoleszenter Idiome ausartete. Wir würden
uns gerne von Folgendem distanzieren, können es aber nicht und zitieren wörtlich:
Sehr geil ist alles Bukkake Takumi Shitface.
Numero Uno ist die Pferdefresse.
Atzen macht die Anna nass.
Lehrerzitat: „Lieber Mitglied als ohne.“
Wir sind echt Kul-Litza, besonders disco
pogo. Mos Po puppst sehr meschugge des
Slomo‘s ulkiger Rabbi fix.
Leonce und das Tor des Rats Lenaen gegeneinander, räusper räusper. Es gibt kein
Bier es gibt kein Bier, auf Hawaii und vor
der Biersperre.
Digimon ist ungut, weil der Kalte Krieg gut
tourt.
22
Lehrerzitat: „Kerl, ihr geht mir auf den Sack,
Kerl!“
Lehrerzitat: „Wenn ich zwei Dinge nach
22.00 Uhr hasse, dann ist es Lärm von anderen Leuten und schlechter Sex!“
Meine Damen und Herren, wenn man diese
„Vokabeln“ hört, könnte man meinen, dass
sie durchaus nicht von der Abschlussklasse
einer gymnasialen Lehrstätte geschrieben
wurden. Sie werden uns sicher zustimmen,
dass man solch ein Verhalten nicht als reif
bezeichnen kann. Auch hier möchten wir einen unserer Lehrer zitieren: „Ich meine, wir
sind ein humanistisches Gymnasium, und
dann kommt da so eine Scheiße bei rum.“
Auch wenn wohl ein Hauch Ironie im Spiel
war, als wir von diesem „besonderen Tag“
redeten, so ist es doch schon bedenkenswert,
welche Rolle solch ein verhältnismäßig
wichtiges Ereignis für uns spielt. Wir sind
hier versammelt, feierlich angezogen in Anzügen und Kleidern, rausgeputzt mit blank
blitzenden Schuhen und Schühchen.
Doch ist es uns ernst damit, für wie vieles
davon stehen wir wirklich ein?
Die letzten Tage der Schulzeit verbrachten
die angehenden Abiturienten nicht nur damit, fleißig zu lernen und um ihr Resultat
zu bangen, sondern auch damit, sich lustig
in Schale zu werfen und sogenannte „Mottotage“ zu veranstalten. Als wir unsere
Zeugnisse der 13.2 empfingen, war das Verkleidungsthema „Porno“. Scheinbar waren
einige Lehrerinnen und Lehrer entrüstet,
als sie erfuhren, dass wir unsere Vorabi-Ergebnisse in Nuttenstiefeln und Lederjacken
abholten.
Relativ beschämt versuchten einige Schülerinnen und Schüler ihre Blöße zu bedecken.
Als wir dann unsere Zeugnisse entgegen
nahmen, wurde uns jedoch kein Grund zur
Scham gegeben. Jene, die ihre Ergebnisse in
voller Schlampenmontur abholten, kassierten keinen bösen Blick, sondern nur einen
frechen und ulkigen Spruch. Ausgelassen
und heiter war die Stimmung bei diesem
„festlichen“ Ereignis.
Meine Damen und Herren, natürlich hätten
wir ein – für diesen Anlass – passenderes
Motto wählen sollen. Der humane Akt unserer Lehrer aber, unsere äußere Erscheinung
mit Humor hinzunehmen, ersparte uns ein
schlechtes Gewissen. Wir müssen also dankbar sein, dass die Lehrer ab und zu ihre erzieherische Strenge vernachlässigen und uns
Menschlichkeit zeigen.
Heute ist ein noch wichtigerer Tag und heute
sitzen wir hier, kerzengerade, mit vor Stolz
geschwollener Brust. Nun folgen wir den
Traditionen, den sogenannten „Dresscodes“,
die wir eigentlich parodieren. Wir legen eine Ernsthaftigkeit an den Tag, die untypisch
für uns ist. Anstatt sich zu sorgen, die Werte
der Schule in die Welt zu tragen und den Ruf
des Rats zu bewahren, machen wir uns eher
Gedanken darum, warum es kein Bier auf
Hawaii gibt, oder ob der kalte Krieg kalter
Krieg heißt, weil das Wetter in Russland relativ kalt ist.
Woran liegt es, dass wir am Ende unserer
Schulzeit noch solch ein unreifes Verhalten
aufweisen? Hat die Schule versagt, uns zu
erziehen? Oder noch schlimmer, SIE, liebe
Eltern? Egal wer es war, Mitschuld trägt auf
jeden Fall die Gesellschaft.
Lassen wir einmal die Schulzeit Revue passieren und schauen, ob wir einen Hinweis
finden, der erklärt, warum wir heute sogenannte „Atzen“ sind.
Beginnen wir mit Langeoog.
Obwohl, da ist nichts Erwähnenswertes passiert, gemeinschaftliches Verhalten haben
wir da eigentlich nicht gelernt. Es sei denn,
das Lied „call on me“ im Kanon zu gurgeln,
Gummibärchendildos zu bauen oder mit
Klobürsten die Wände des Mädchenklos neu
zu streichen, prägte die Persönlichkeit des
Menschen im positiven Sinne.
Christian Rohlfs
Rechtsanwalt
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Ich glaube nicht. Der zum Scheitern verurteilte Versuch jedoch, gemeinsam Flutburgen zu errichten und sich selbst im kritischsten Moment im Angesicht der vernichtenden Wellen als menschlichen Wall zu opfern,
vielleicht schon.
Wie stand es mit den Diffkursen?
Da haben sich die Parallelklassen zum ersten
Mal richtig kennengelernt.
Hast du da eigentlich viel Französisch gelernt?
Ich hatte ’ne 2, zu Anfang.
Ich hatte meine ersten beiden 5en, hintereinander.
Zusammengebracht hat uns das aber schon,
wir haben uns immer gegenseitig die Hausaufgaben gegeben. Als es bei mir gehapert
hat mit der Note, hat mir jemand aus meiner
Parallelklasse, der sogar zu dem Zeitpunkt
noch nicht mein Freund war, einen Text
gegeben, den ich für die nächste Arbeit auswendig lernen konnte – und BÄM, 4+.
Lassen Sie uns hier einmal inne halten. Als
Gruppe haben wir immer zusammengehalten, indem wir gegen die Regeln verstießen.
Manch einer mag dieses Verhalten asozial
nennen, aber wir haben einen großen Schritt
in Richtung Courage gemacht, indem wir
füreinander einstanden.
Hätten die Lehrerinnen und Lehrer strenger
zu uns sein müssen? Meine lieben Eltern, natürlich sind auch Sie für das Verhalten, das
Ihre Kinder in der Schule an den Tag legen,
verantwortlich, einen großen Beitrag zur Erziehung leistet hier aber auch das Kollegium.
Das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern lässt sich gut anhand der Studienfahrten
analysieren.
Die Schüler lernten vor allem eines: Auch der
gemeine Lehrer gehört zur Art Homo Sapiens Sapiens. Und das lernten auch die Lehrer
über den gemeinen Schüler. Und wenn Menschen zusammen sind, dann reden sie, lernen
sich kennen und streiten und feiern miteinander. Uns wurden zu Anfang oder auch, als
Maßnahme, in der Mitte des Aufenthalts einige Verbote und Sperren auferlegt.
Andere Grenzen, wie zum Beispiel Zäune
von Rastplätzen, wurden allerdings gemeinsam überwunden, bevor man dann sah, dass
24
man das Tor auch einfach hätte aufmachen
können und man vergebens auf seinen nackten Hintern gefallen ist.
Wenngleich Lehrkörper und Lernende zusammen viele Abenteuer erlebten, war das
Verhältnis auch auf den Fahrten kein gleichberechtigtes. So sollte es natürlich auch nicht
sein, dass unsere Unterkünfte etwa den gleichen Standards folgten. Nur allzu gerecht war
es, dass die Lehrer ein wunderschönes Zimmer mit Balkon bezogen, von dem aus sie
uns zu ihrem Vergnügen belauschen konnten,
suchten wir des Nachts in sinnesveränderter
Stimmung einen Platz auf, wo wir eigentlich
fern von Lehrerohren sein wollten.
Es härtete uns aber auch ab, dass wir halbunterirdische Apartments behausen durften,
deren Toiletten wir romantisch mit Kerzenlicht erhellen mussten, und es bereuen sollten, wenn man vergessen hatte, vor Einbruch
der Dunkelheit seine zu trocknende Badehose ins Haus zu holen, denn dass die gefühlten
Hundertscharen von streunenden Katzen exzessiv gefüttert wurden, durften wir dann am
eigenen Leibe erfahren, bzw. an der eigenen
Badehose.
Spaß beiseite.
Wir verdanken es der Schule, den Lehrern
und auch Ihnen, liebe Eltern, dass wir diese Erfahrungen überhaupt sammeln durften.
Auch hier haben wir möglicherweise keine
klassische Reife bewiesen, dennoch zeigten
wir uns Respekt untereinander und auch anderen, meistens jedenfalls.
Wie es scheint, hat der lange Weg zu unserem Reifeverhalten eine nicht beabsichtigte
Richtung eingeschlagen. Und dennoch haben wir uns zu einer eingespielten Truppe
entwickelt, die in sich funktionierend und so
zufriedenstellend zusammengearbeitet hat,
dass wir trotz der Freude, unsere Schullaufbahn beendet zu haben, diese Schule mit etwas Wehmut verlassen.
Wir mögen vielleicht nicht eine typische
„Rats-Stufe“ gewesen sein, dennoch sind
wir aufgrund des Rats so, wie wir sind. Auf
unsere ganz eigene Art und Weise haben wir
diese Schule zu lieben gelernt. Und wer von
uns nicht das Rats vermissen wird, der dann,
ganz bestimmt, diese Stufe.
Predigt zum Abitur 2010
Thomas Genetzky, Julius Wolf
Liebe Abiturienten und Abiturientinnen des
Jahrgangs 2010!
Liebe Eltern, liebe Geschwister, Großeltern, Freundinnen und Freunde unserer
Abiturienten!
Liebe Lehrerkolleginnen und Lehrerkollegen!
Die Muschel! Das ist das Motiv dieses Gottesdienstes. Vor neun Jahren hat meine Kollegin Frau Meier-Götte mit diesem Motiv
den Einschulungsgottesdienst für die Kleinen damals gestaltet. Die Erinnerung daran
war so lebendig, dass gleich zu Beginn der
Vorbereitung für diesen Abiturgottesdienst
der Wunsch geäußert wurde, dieses Motiv
für den heutigen Tag wieder aufzugreifen!
Das ist doch wunderschön, Annette, nicht
wahr, wenn wir nach neun Jahren solch eine
Rückmeldung bekommen.
· · · die
Darum also feiern wir heute Gottesdienst im
Zeichen der Muschel.
Die Muschel, liebe Festgemeinde, ist ja ein
uraltes Symbol für den Pilger. Die Pilgerreise nach Santiago de Compostela, zum Grab
des Heiligen Jakobus ist seit Jahren wieder
sehr in Mode – nicht nur bei katholischen
Christen. Und spätestens seit Hape Kerkeling sein Pilgertagebuch „Ich bin dann mal
weg!“ veröffentlicht hat, ist das bewusste
Pilgern wieder in. Selbst hier in Westfalen
ist so ein alter Jakobs-Pilgerweg wiederentdeckt worden und mit dem Symbol der Muschel ausgeschildert worden.
So wird die Muschel also zum Symbol des
Weges, den wir Menschen gehen. Auch Sie,
liebe Abiturienten und Abiturientinnen, sind
einen langen Weg gegangen, um heute an
ein Ziel zu kommen. Ich möchte das mal
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mit einem Pilgerweg vergleichen, mit einem
Weg voller Windungen, Entbehrungen und
Anstrengungen, ein Weg, auf dem Sie von
Gott begleitet sind…
Unterbrechung durch den Abiturienten
Julius Wolf: Entschuldigen Sie bitte, Herr
Genetzky, aber dafür haben wir uns nicht
so oft getroffen. Das, was sie gerade erzählt
haben, können Sie doch nun wirklich zu jeder Stufe sagen. Nicht dass ich Ihnen das unterstellen möchte, dass Sie das tun, aber ein
bisschen hört es sich gerade so an, als wenn
Sie gar nichts von uns wüssten.
Das hat man doch nun wirklich schon 1000mal gehört
• Die Muschel ist das Symbol für den Pilger.
• Pilger sind auf dem Weg.
• Sind wir nicht alle ein bisschen Pilger?
• Der Weg ist das Ziel!
• Und der liebe Gott ist am Ende immer
dabei!
Also nach unseren fast sieben Vorbereitungstreffen – oder wie viele das waren – dachte
ich eigentlich, dass Sie verstanden hatten,
dass wir nicht irgendwie eine Stufe sind,
sondern eine Stufe mit vielen verschiedenen
Menschen. Bei ihrer liebenswerten Kollegin
Frau Buß habe ich immerhin Folgendes gelernt: Gleichnisse sind nicht dafür da, dass
man sie wie Gute-Nacht-Geschichten liest
und wörtlich so hinnimmt, nein, sie sind
eben Gleichnisse – für unsere Deutschlehrer hier auch Parabeln genannt. Diese Geschichten wollen uns etwas vermitteln. Die
Gleichnisse Jesu erzählen eigentlich immer
vom Gottes-Reich und vermitteln dabei noch
eine Lebensweise, um dem Reich Gottes näher zu kommen. Ich dachte, Sie haben Theologie studiert, ich hatte doch nur Unterricht.
Das Tertium comparationis sollte Ihnen etwas sagen…
Erwiderung von Pfarrer Genetzky: Nun
mal langsam, Julius! Das macht dir wohl
Spaß, einem Lehrer so richtig in die Parade
zu fahren! Aber okay…ich nehm den Ball
auf – doch schön der Reihe nach! Warte –
ich komm mal runter…
Nach dem Tertium comparationis fragst du?
Nach dem „Dritten im Vergleich“? Also
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nach dem, was Jesus in unserem Gleichnis
von dem Kaufmann und der Perle wirklich
meint? Gut!
Also: Es geht Jesus um das Himmelreich, um
das Reich Gottes! Davon will er im Gleichnis erzählen: Die Perle im Gleichnis steht für
dieses Reich Gottes, und der Kaufmann steht
für den gläubigen Menschen, der ins Reich
Gottes gelangen will. Dafür gibt er den vollen Einsatz. Das Dritte im Vergleich ist also
der volle Einsatz des Menschen, wenn er etwas als absolut kostbar, als wirklich wesentlich und existentiell wichtig erkannt hat! So,
Julius, da hast du nun dein Tertium comparationis! Der volle Einsatz für das Kostbarste
überhaupt! Zufrieden?
Julius Wolf: Noch lange nicht! Was hat das
nun mit uns Abiturienten zu tun?
Thomas Genetzky: Julius, Du müsstest
das doch am besten verstehen. Du bist doch
jemand, der vollen Einsatz gibt, wenn dich
etwas wirklich gepackt hat. Pass auf, ich
versuche mal das Gleichnis von der kostbaren Perle in die Realität von Schule quasi zu
verlängern:
Für Jesus war es das Reich Gottes, das den
vollen Einsatz lohnt! Was wäre es für Sie,
liebe Abiturienten und Abiturientinnen, was
den vollen Einsatz lohnt? Ist es das Abitur
heute? Hat das Abitur für Sie den Wert einer
soooo kostbaren Perle, wie es im Gleichnis
beschrieben wird? Und: Haben Sie dafür
vollen Einsatz gegeben? Sind Sie dann alle in den letzten Jahren, Monaten, Wochen
so wie jener Kaufmann gewesen, der alles
einsetzt, um an die kostbare Perle heranzukommen?
Ich vermute, wenn Sie ehrlich zu sich selbst
sind, dann werden Sie diese Frage nach dem
eigenen Einsatz wohl recht differenziert beantworten müssen. Dem einen oder der anderen ist die Schulzeit relativ leicht gefallen,
für andere war es aber eine lange und harte
Zeit! Dem einen fiel der Stoff nur so zu, der
andere musste richtig ackern! Manche haben
sich mit Abschreiben durch die Hausaufgaben gemogelt, andere haben wirklich den
vollen Einsatz gezeigt. Im Übrigen: wie voller Einsatz für die Schule aussieht, darüber
haben Lehrer und Schüler wohl völlig auseinanderklaffende Ansichten!
Vor allem aber: Sind Sie dem Reich Gottes
damit näher gekommen? Fühlen Sie sich
heute „wie im Himmel“?
Erlauben Sie mir, Julius, dass ich an dieser
Stelle nicht nur an Ihre Stufe denke, sondern
auch an uns Lehrer und Lehrerinnen?
Julius Wolf: Bitte sehr, ich hab Zeit!
Thomas Genetzky: Liebe Kolleginnen und
Kollegen, wo kommen wir eigentlich in dem
Gleichnis vor? Sind wir wie der Kaufmann,
der vollen Einsatz gibt, um sein Ziel zu erreichen? Natürlich, werden Sie sagen, das
erwartet doch jeder von uns, oder? Ohne alle über einen Kamm scheren zu wollen, so
möchte ich aus meiner Sicht als Quereinsteiger sagen, dass von uns Lehrern und Lehrerinnen manchmal ein Einsatz erwartet wird,
der uns an die Grenzen unserer Kräfte bringt.
Ich erlebe aber auch, dass dies nicht immer
„wert“-geschätzt wird. Als „Perlen“ werden
wir Lehrer und Lehrerinnen wohl selten
wahrgenommen. In den Augen von Schülern
verlangen wir ja zu viel, in den Augen von
Eltern behandeln wir ihre Kinder ungerecht,
in den Augen der Gesellschaft haben wir
zu viele Ferien! Wohlgemerkt: Ich will das
nicht als Pauschalaussage verstanden wissen, aber als eine Tendenz!
Aber ich hab noch eine kritische Rückfrage an den Stand der Lehrer und Lehrerinnen: Wenn wir wie der Kaufmann aus dem
Gleichnis sind, was ist dann für uns die Perle? Die Perle, die den vollen Einsatz lohnt?
Ist es in erster Linie der Unterrichtstoff, den
wir als das Kostbarste ansehen, den wir mit
vollem Einsatz an die Schüler und Schülerinnen bringen wollen? Und wenn sie es nicht
kapieren, dann haben wir das Gefühl, Perlen
vor die Säue geworfen zu haben (übrigens
auch ein biblisches Zitat)… Oder ist es eher
der Schüler, die Schülerin, die uns anvertraut
sind? Mit anderen Worten: Was bestimmt unsere innere Grundhaltung, mit der wir Tag für
Tag in die Klassen gehen? Sehen wir in den
Schülern so etwas wie Perlen? Jeder einzelne,
jede einzelne eine Perle, die einen scheinbar
rund und makellos glänzend, die anderen mit
ihren Unebenheiten, Widerständigkeiten und
Macken! Aber jede und jeder wie eine kostbare Perle, die unseren vollen Einsatz nicht
nur fordert, sondern auch lohnt…
28
Julius Wolf: Darf ich mal wieder unterbrechen, Herr Genetzky? Das ist ja auch mal ne
schöne Sichtweise: wir Schüler als Perlen!
Aber zurück zur Stufe! Ich glaube, es gibt
da einen Bereich, der ist für Lehrer nicht
so richtig sichtbar. Sie sprachen eben vom
Reich Gottes! Das Reich Gottes soll ja so etwas wie eine ideale Welt sein. In den letzten
drei Jahren war die Oberstufe unsere kleine
Welt und davor war unsere Welt die Klasse.
Damit wir nun in dieser kleinen Welt dem
Ideal vom Reich Gottes näher rücken konnten, mussten wir vollen Einsatz bringen.
Ich greife nur mal den Aspekt der Gemeinschaft heraus, der ganz klar ein Teil des
Reichs Gottes sein soll. Wir haben darum
gekämpft, eine Gemeinschaft zu werden, uns
gegenseitig zu helfen: Dazu gehört auch,
dass man Hausaufgaben abschreibt, auch
wenn das vom Lernaspekt direkt nicht so viel
Sinn hat. Vom Aspekt der Gemeinschaft aber
kann es Sinn machen: Der eine hilft dem anderen. Der oder die Stärkere hilft dem oder
der Schwächeren. Und wenn alles ideal verlief, konnte man sich in einem anderen Fach
oder irgendwie anders dafür revanchieren.
Ist das nicht ein Stück vom Reich Gottes,
wenn sich Menschen untereinander helfen?
Aber eines müssen wir auch zugeben: es gab
natürlich auch Frustration, manchmal hat
es mit der Gemeinschaft nicht so geklappt.
Manche blieben leider auch über lange Zeit
außerhalb der Gemeinschaft, das war ganz
sicher nicht im Sinne des Reiches Gottes.
Jetzt zum Ende hin finde ich, dass wir dann
doch noch eine Gemeinschaft geworden
sind – mindestens wenn es um die Feierlichkeiten ging. Wir mussten als Abijahrgang
vieles organisieren: Abiball, Abibuch, Abishirts, Mottotage, Chaostag, Abientlassung,
Abigottesdienst, Abipartys, Waffelverkauf,
Geldverwaltung und und und…
Ich greife jetzt mal nur den Chaostag da
raus. Beim Chaostag haben wir ja die Nacht
in der Schule verbracht, die Prüfungen waren vorbei, alle konnten sich fallen lassen.
Ich fand das ganz erstaunlich, wie toll da alle
mitgearbeitet haben. Selbst beim Aufräumen
war der Großteil der Stufe noch anwesend.
Aber als am Ende einer meiner Mitschüler,
von dem ich es am wenigsten erwartet hätte,
zu mir kam und sich für die Organisation bedankt hat, da war die Idee vom Reich Gottes
einen Moment lang zu spüren!
Thomas Genetzky: Oh, Julius, ich höre
jetzt schon die kritischen Stimmen nicht nur
meiner Kollegen und Kolleginnen, die sagen werden, dass Abschreiben in der Schule doch wohl nichts mit Gemeinschaft und
Reich Gottes zu tun hat. Aber das ist Ihre
Perspektive als Schüler – und das will ich
wohl wahrnehmen und ernst nehmen – aber
es ist nicht die Perspektive des Lehrers!
…andererseits: Ich bin davon begeistert, wie
Sie Ihre Schul-Realität mit der Erfahrung
vom Reich Gottes verknüpfen: Mal gibt es
gelungene Erlebnisse, mal werden sie vermisst!
Damit kommen Sie auf den Boden der Schülererfahrungen zurück, damit erden Sie unser Gleichnis von der kostbaren Perle, das ja
vom Reich Gottes erzählen will.
Die Gemeinschaft haben Sie angesprochen,
aber auch Jesu Prinzip der Nächstenliebe!
Aber Sie sehen ja heute nicht nur zurück
auf die Schulzeit, meine Damen und Herren Abiturienten: Sie sehen heute ja auch
schon nach vorne, blicken auf ihre Zukunft!
Was nehmen Sie denn aus der Schule mit an
„kostbaren Perlen“? Wird Ihnen das, was Sie
in der Schule gelernt haben, helfen, um das
Leben in Zukunft zu meistern? Oder hat das
Abitur nur den Wert der formalen Berechtigung, künftig eine Universität besuchen zu
dürfen?
Sie haben natürlich eine Menge an Fähigkeiten gelernt, sind ausgebildet in höherer
Mathematik, in den Naturwissenschaften,
sie können sich in mindestens zwei klassischen und zwei bis drei modernen Sprachen
ausdrücken… (Na ja, mal mehr, mal weniger…) Sie können ein klassisches Gemälde
interpretieren oder ein Musikstück analysieren. Und vieles mehr! Kurz: Sie haben eine umfassende Allgemeinbildung erworben
und auch manches Spezialwissen, gemäß
ihren Interessen und Begabungen.
Der volle Einsatz, den Sie dafür fahren
mussten, ist der nun ganz auf Ihr „ICH“
zugeschnitten oder ist der Einsatz auch lohnenswert für das, was die Bibel „Reich Got-
tes“ nennt? Dieses „Reich Gottes“ das ist
ja nicht irgendwo im Jenseits, das ist kein
Parkplatz für die Seelen der Verstorbenen,
sondern das Reich Gottes schafft sich Raum,
wo das pralle Leben herrscht: also dort, wo
SIE sind, dort, wo Sie sich demnächst hineinstürzen!
Julius, du kennst deine Stufe doch viel besser als ich? Was denkst du, wie werden deine
Mitschüler und Mitschülerinnen Ihre ganz
persönlichen „Perlen“ definieren?
Julius Wolf: Ja, was wird das Kostbarste
für jeden einzelnen von uns sein? Ist es die
Karriere, die Gründung einer Familie, das
Eigenheim, der perfekte Mann, die perfekte
Frau, der Luxus? Oder bewegen wir uns im
Bereich des gesellschaftlichen Lebens? Wird
das soziale Engagement uns wichtig sein –
vielleicht weiterhin für Benin? Denkbar ist
auch eine intensive Beteiligung an der Kultur, der Politik, in der Kirche! Oder ist es
eine Mischung aus all dem? Die Frage ist:
Was werden wir machen mit dem, was wir
uns in dreizehn Jahren (mehr oder weniger)
erarbeitet haben?
Unser Einsatz ist nun gefragt! Nun werden
WIR in die Welt hinausgehen. Wir können
vielleicht ändern, was uns schon lange aufgeregt hat, was wir auch in verschiedenen
Fächern hitzig diskutiert haben.
Wir gehören jetzt mehr und mehr zu denen
in der Welt, die maßgeblich etwas verändern
können, sowohl im Großen wie im Kleinen!
Es gehört ja nicht nur die Politik, das große Ganze, dazu, sondern auch das Vorleben
und Verändern in dem Einflussbereich, den
jeder im Kleinen hat.
Wir können jetzt vielleicht den Frieden auf
der Welt ein wenig näher bringen, für mehr
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Gerechtigkeit kämpfen und so das Zusammenleben für alle besser machen.
Das sogenannte Reifezeugnis, das wir gleich
überreicht bekommen, heißt zwar noch lange
nicht, dass wir nun schon reif sind, ALLES
zu verändern. Aber wir haben nun die Reife, uns diesen für unser Leben so wichtigen
Fragen immer weiter anzunähern.
Es ist eben wie im Reich Gottes: Wir werden
es nie ganz erreichen, aber wir können daran mitarbeiten. Wir können dafür sorgen,
dass wir uns daran annähern. Dieses Ideal
lohnt auf jeden Fall unseren Einsatz für ein
Leben im Sinne des Reiches Gottes.
Thomas Genetzky: …womit du geschickt
den Bogen zum Gleichnis von der Perle zurückgeschlagen hast. Danke, Julius, für dieses Gespräch über das, was im Leben wichtig
ist und kostbar. So kostbar wie die Perle, von
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der Jesus spricht, so dass ein Kaufmann alles
daran setzte, um sie erwerben zu können.
Ich gehe davon aus, liebe Abiturientinnen
und Abiturienten, dass Ihnen der heutige Tag
kostbar ist, und erst recht das Dokument, das
Ihnen gleich überreicht werden wird. Doch
freuen Sie sich darauf, dass noch viele andere kostbare „Perlen“ darauf warten, von
Ihnen erarbeitet zu werden. Denn nur, was
Menschen sich hart erarbeiten, wofür Sie
kämpfen, wird ihnen auch kostbar sein.
Jesus ermutigt SIE, mit Ihrem Leben den
vollen Einsatz zu geben, um mitzuarbeiten
am Reich Gottes: für eine Welt, in der Menschen im Einklang leben mit ihren Mitmenschen und im Einklang mit Gott, der auch
vollen Einsatz für seine Menschen bringt!
Julius Wolf: …und dazu sag ich jetzt einfach:
AMEN!
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Neuigkeiten aus dem Schullandheim
StD Achim Boenigk (Abi ´68) und OStR Arnold Wendland
1. Erneuerung des Speisesaals
Im Januar 2008 wurde mit der umfassenden
Renovierung des Speisesaals begonnen.
Auf der Basis der Planung unseres Architekten Kai Brüchner-Hüttemann (Abi 1980)
ser Tischlermeister Marc Friedering (Abi
1987).
Diese Arbeiten konnten so rechtzeitig abgeschlossen werden, dass der Speisesaal zu
Beginn unserer Belegungssaison 2008 wieder in Betrieb gehen konnte. Insbesondere
konnten im Juli 2008 viele Besucher am Tag
der offenen Tür anlässlich unseres Jubiläums 450 Jahre Ratsgymnasium den Stand
der Renovierungsarbeiten im neu gestalteten Speiseraum in Augenschein nehmen.
wurde die Decke neu verkleidet und mit
Lichtleisten versehen. Hier war wieder einmal unser Schülervater und Elektromeister
Ulrich Dresing zusammen mit zwei Mitarbeitern seiner Firma federführend. Für
die Erneuerung der Küchenzeile sorgte un-
In den Osterferien 2009 wurde dann auch
die alte Eingangstür des Speisesaals durch
eine neue und farblich passende ersetzt.
Durch eine großzügige Spende des Vereins der Ehemaligen wurde es möglich gemacht, nach mehr als drei Jahrzehnten auch
In den letzten Jahren konnten wir folgende Projekte zum weiteren Ausbau unseres
Schullandheimes organisieren und durchführen, die unter anderem der Verein der
Ehemaligen mit 6.000 Euro unterstützt hat.
32
2. Fertigstellung des PC-Raumes
Pünktlich zum Jubiläumsjahr wurde im
Frühjahr 2008 der neue Computerraum fertig gestellt und eingerichtet. Das bewährte
Team sorgte für den professionellen Umbau
des alten Mädchen-Waschraumes (neben
dem Kabinett), der zwischenzeitlich als Fo-
tolabor gedient hatte. Die Verkabelung und
die Erneuerung der Zimmerdecke übernahm
Ulrich Dresing unter Mithilfe seines Freundes Adolf Wichmann, die computergerechte
Einrichtung mit umlaufenden Tischen Marc
Friedering. Die Installation der (erst einmal)
vier Computer und der zwei Drucker sowie
des Internetzugangs (auch W-LAN) übernahmen Marcus Wellenbüscher (Lehrer für
Mathematik und Physik am Ratsgymnasium) und Stefan Quakernack (Abi 1980).
Seit dem Sommer 2008 ist der Computerraum in Funktion und wird von den Gruppen
gut angenommen.
3. Reparaturarbeiten auf dem Hof
Im Mai 2010 wurden die dringend erforderlichen Reparaturen an der Pflasterung des
Hofes erledigt.
Für diese Arbeiten konnte (erneut) Herbert
Grünkemeyer (Tiefbauingenieur bei der
Stadt Bielefeld) gewonnen werden. Zusammen mit seinem Freund Peter Storck (ehe-
maliger Schülervater) war er bereit, das
verlängerte Wochenende nach Himmelfahrt
für unser Haus einzusetzen. Ergänzt wurde
dieses Team durch weitere tatkräftige Unterstützer: Hans Rosenhainer (Hausmeister am
Ratsgymnasium), Martin Kamp (Ehemann
unserer Schulsekretärin) sowie Hermann
Rottmann (Ehemann unserer Kollegin).
das Mobiliar im Speisesaal auszutauschen.
Mit neuen Tischen und Stühlen präsentiert
sich dieser wichtige Raum in einem hellen,
freundlichen Zustand. Dieser ansprechende
Eindruck muss noch durch neue Gardinen
abgerundet werden.
33
Auch externe Gruppen loben in besonderer
Weise den Zustand, in dem sich unser Haus
derzeit präsentiert. Das gilt sowohl für den
Komfort als auch für den Stand der Technik.
Nun bleiben mit dem Tischtennis-Raum und
dem Kabinett lediglich zwei Projekte, die
wir in unseren Planungen für die kommenden Jahre in den Blick genommen haben.
Das Schullandheim im Juli 2010
34
Varus-Schlacht auf Langeoog
StR’ Ursula Schneider, OStR’ Cora Winke
Durch das Langeooger Wäldchen marschieren in loser Formation römische Soldaten,
voran reitet Varus mit Pferdekopf am Besenstiel. Da stürzt sich aus dem seitlichen
Dickicht eine Horde wilder Germanen mit
Kampfgebrüll auf die überrumpelten Römer, allen voran Arminius. „Varus, ein
Hinterhalt!“ Doch die Warnung kommt zu
spät. Bald liegen alle Römer geschlagen am
Boden. Das Gebrüll der Sieger hallt durch
die Reihen der schlanken Bäume.
Die Ereignisse rund um die Varus-Schlacht
ließen gut 2000 Jahre später Schülerinnen
und Schüler der Va bei ihrem zweiten Klassenaufenthalt auf Langeoog im Juni erneut
aufleben. In der Vorbereitung auf die Fahrt
wurde den beiden begleitenden Lehrkräften, die Latein und Geschichte in der Klasse
unterrichten, schnell klar, dass sich diese
Fächer wunderbar kombinieren ließen. Die
Römer sind Gegenstand des Geschichtsunterrichts in der Quinta, seit der Schulzeitverkürzung steht für diese spannende
Epoche aber kaum noch Unterrichtszeit zur
Verfügung. Auf Langeoog würde man sich
in entspannter Atmosphäre die nötige Zeit
nehmen können.
So ging es in dem fächerverbindenden Projekt einerseits um die politische Ordnung zur
Zeit des Augustus, um römische Expansion
Im Zeltlager des Varus
„Römer“ im Langeooger Wäldchen
und Romanisierung, andererseits darum,
welche Konsequenzen die Römer aus der
Niederlage im Teutoburger Wald gezogen
haben sowie um die spätere Instrumentalisierung dieser Schlacht. Ausführlich wurde
zum Beispiel auf den Bau des Limes und das
Leben im Grenzgebiet zwischen „zivilisierter“ und „barbarischer“ Welt eingegangen,
aber auch auf das Aufgreifen des Ereignisses in der Numismatik, in den Befreiungskriegen gegen Napoleon in Fichtes „Reden
an die deutsche Nation“ oder beim Bau des
Hermanns-Denkmals bei Detmold und seiner Ausrichtung gen Frankreich.
Im Mittelpunkt standen natürlich die Ereignisse um die Schlacht selbst, der Konflikt
zwischen Arminius, Segimer und Segestes,
Im Wald warten die „Germanen“
35
Die Schlacht beginnt
Modell des Limes
die Warnungen an Varus, die Reaktion des
Augustus auf den Verlust dreier Legionen,
welche die Schülerinnen und Schüler in
kleine Szenen umsetzten. Sie dachten sich,
eng an überlieferte Texte angelehnt, Dialoge
aus, legten Kostüme und Requisiten fest und
suchten Orte auf der Insel, an denen die Szenen dargestellt werden konnten.
mals mit warmen Worten des Detmolder
Bürgermeisters und des ergriffenen Architekten Bandel zelebriert.
Die „Römer“ sind besiegt
Im Palast des Augustus
Das erstaunte Langeooger Urlauber- und Inselvolk konnte durch die Dünen schleichende Germanen und auf dem Fußballplatz exerzierende Römer beobachten, die Halle des
Schullandheims wurde zum Palast des Augustus umdekoriert, Frau Deys Wäscheplatz
zum römischen Zeltlager, der Grillplatz zur
Kulisse des germanischen Thing.
Im Wäldchen kam es zum Schlachtgetümmel
mit sich anschließender Leichenfledderei.
Und mitten auf der Flaniermeile Langeoogs
wurde die Aufstellung des Hermanns-Denk-
Alle Szenen wurden gefilmt, fotografiert und
auf CD gebrannt, dazu Modelle römischer
Villen und aus Naturmaterialien gebastelter
Limesanlagen mit Wachtürmen, Wällen und
Gräben.
Am Ende waren sich alle Beteiligten einig,
dass es sich rundum gelohnt hatte, den obligatorischen Jutesack mit Gummistiefeln gegen
einen mit Schwertern, Schilden und Togen
ausgetauscht zu haben: ein großer Spaß für die
Laiendarsteller mit nachhaltigem Lerneffekt,
zur Nachahmung wärmstens empfohlen.
36
Die Bielefeld-Verschwörung
von Matthias Foede
Viele hielten es für eine Schnapsidee. Nonsens. Comedy-Quatsch:
Doch die Idee davon, dass es BIELEFELD
gar nicht gibt, dass die Stadt überhaupt nicht
exitiert, hielt sich hartnäckig – viele Jahre
lang. Vor zwei Jahren entstand der Film
„Die Bielefeld-Verschwörung“. Hauptverantwortlich für den Streifen, der seit dem
2. Juni überaus erfolgreich im Bielefelder
Kino „Cinemaxx“ lief, ist Dr. Thomas Walden, der die Jahrgänge fünf bis zehn auf dem
Ratsgymnasium verbracht hat. Mit Thomas
Walden sprach Matthias Foede über die
Auswirkungen seiner Schulzeit sowie Sinn
und Unsinn der Bielefeld-Verschwörung.
Der Plot ist so einfach wie originell.
„Bielefeld verschwindet. Menschen, ganze
Häuser im Zentrum, Bäume. Über Nacht.
Als hätten sie sich einfach in Luft aufgelöst.
In Thomas Waldens Roman „Die Bielefeld
Verschwörung“ geschieht, was seit Jahren
als Ulk-Theorie durch das Internet geistert:
Bielefeld hört auf zu existieren.“
Fabio Magnifico trug die Idee schon 13 Jahre mit sich herum: Die Bielefeld-Verschwörung muss verfilmt werden. Vor zwei Jahren
fand er beim Universitätskollegen Thomas
Walden Gehör. Mit Studenten erarbeiteten
die beiden Dozenten die Idee für einen Film,
Walden schrieb das Drehbuch – und darauf
basierend einen Roman, der im Bielefelder Pendragon-Verlag erschienen ist. Die
Geschichte ist die selbe des Kinofilms, der
am 2. Juni 2010 im Bielefelder Cinemaxx
Premiere hatte: Der Uni-Professor Emmett
Wanstohn beobachtet am helllichten Tag die
Entführung eines Mannes im Ravensberger
Park, auch fällt ihm auf, dass Gebäude verschwinden. Der Professor schickt die Studenten Hardy, Jan und Lukas los, die Männer hinter den Vorkommnissen zu finden.
Die Verschwörer sind ziemliche Gangster,
sitzen bei den Wasserversorgern und sind
den drei Studenten schnell auf den Fersen.
Die Bösewichte experimentieren mit Hochtechnologie, brauchen aber Hilfe aus der
Vergangenheit. Atlantis spielt eine Rolle,
ebenso der Aristoteles und ein geheimnisvoller Drache von Fumé. Die Rätselspur führt
folgerichtig nach Griechenland, die Gangster schießen viel, die Studenten rennen viel
davon.“
(Auszug aus der Neuen Westfälischen
von 20. Mai 2010)
Thomas Walden meint es ernst. Wenn der
Autor und Produzent der „Bielefeld Verschwörung“ über sein Projekt redet, wird
schnell klar, dass hinter dem Buch und dem
37
Kinofilm viel mehr steht
als nur ein öffentlichkeitswirksamer PR-Gag
oder eine studentische
Blödelei. Thomas Walden, seines Zeichens
Dr. phil. und aktuell
Lehrkraft für besondere
Aufgaben an der Bielefelder Fakultät für Erziehungswissenschaften,
möchte mit der „Bielefeld Verschwörung“
seiner Heimatstadt eine
Initialzündung geben –
zu mehr Identität.
„Warum gibt es denn
diese Geschichten von Bielefeld?“ fragt er,
um sich die Antwort gleich selber zu geben:
„Weil den Menschen in der Stadt ein Anhaltspunkt in Bielefeld fehlt.“
„Natürlich“, räumt er ein: „Wir haben die
Sparrenburg, Dr. Oetker oder Arminia, aber
das ist alles sächlich. Wo ist die gelebte
Identität in der Stadt.
Uns fehlt zum Beispiel eine Karnevalskultur wie im Rheinland oder die längste Theke
der Welt wie in Düsseldorf – e i n M a r kenzeichen, das die Leute nach Bielefeld
zieht und hier hält.“ Deshalb zeige der Film die schönen und
unverwechselbaren Orte der Stadt („Denn
die gibt es zweifellos“, Walden) sowie bewusst viele Menschen, die in Bielefeld
leben. „Die machen die Stadt nämlich le-
38
benswert“, sagt Walden.
Er hat bei den Bielefeldern eine charmante
Wesensart ausgemacht,
die „zurückhaltend und
Fremden
manchmal
ein bisschen sperrig erscheint. Die aber viel
Tiefgang zulasse und
äußerst liebenswert sei,
sobald man erst einmal
Vertrauen aufgebaut hat.
Die Menschen in Ostwestfalen funktionieren
so. Sie schauen sich ihr
Gegenüber genau an und
suchen sich ihre Netzwerke gezielt aus. Sind
die Bande jedoch einmal geknüpft, halten sie
meist sehr lange. Ein Zielwert den wir hinzufügen wollen, ist der, dass diese Netzwerke
quer durch alle Milieus und Altersgruppen
geknüpft werden.“
Was Netzwerke und soziale Integration bedeuten, erlebte Thomas Walden bereits während seiner Schulzeit auf dem Ratsgymnasium. „Ich war damals sicherlich der schlechteste Schüler der Schule. In vielen Fächern
habe ich mich oft gefragt: ,Was redet der Lehrer da vorne eigentlich?’ Auch wenn mir die
Herren Krause oder Elsner nicht ihren Stoff
vermitteln konnten, eine gewisse Arbeitshaltung und -einstellung sind bei mir hängengeblieben. Die hat mich auf der Rudolf-Rempel-Schule dann zu einem der besten Schüler
werden lassen.“ Seinen ursprünglichen Berufswunsch vom Tierforscher musste Walden
allerdings früh begraben, weil „das mit Latein
nicht wirklich klappen wollte“.
Dennoch blieb eine gewisse Affinität zur Antike. Nicht von ungefähr machte Walden 2008
eine Exkursion nach Griechenland und baute
einige Szenen in seine Geschichte ein. Bei
der Umsetzung nutzte Walden seine sozialen
Netzwerke: Story und Drehbuch entstanden
während der Uniseminars als praktische Medienarbeit.
Etwa 200 Studenten
arbeiteten an dem
Projekt. Drei Monate lang wurde an
den Wochenenden
gedreht und in den
Wochen geprobt.
Für die wochenlange, technische
Nachbearbeitung
entschädigte
die
überraschend hohe
Resonanz auf den
Film. „Eigentlich
sollte der nur eine
Woche laufen, doch
aufgrund der guten
Zuschauerzahlen hat das Kino immer wieder
um eine Woche verlängert“, sagt Walden.
Zu den Vorführungen hat er sich mehrmals
den Spaß gemacht und sich unter die Besucher gemischt, „um zu sehen, ob und wie
der Film funktioniert“. Mit nach Hause genommen hat er dann den Applaus nach der
Vorstellung und den Wunsch, dass sich die
Zuschauer amüsiert haben.
39
Verabschiedung von Dr. Achim Cruel durch die Kolleginnen
und Kollegen der Jahrgangsstufenleitung am 14. Juli 2010
StD’ Christa Wegener-Mürbe, StR Frank Thomas
Lieber Achim,
wenn du in der Vergangenheit auf die „Freistellungsphase der Altersteilzeit“ angesprochen worden bist, hast du oft darauf hingewiesen: „Niemand ist unersetzlich.“
In gewisser Weise ist dieser brutal klingende Satz richtig, denn mit Beate FujiwaraTönsmann und Katrin Jansen steht schon die
nächste Generation in den Startblöcken.
Und doch trifft deine Antwort nicht den Kern
der Sache: Ein Achim Cruel, bzw. wenn du
dich vorstellst: „Cruel, wie grausam“, gehört zu jenen, nach denen sich Ehemalige
bei jedem Treffen noch vor den „Weißt-dunoch-Gesprächen“ erkundigen: „Ist denn
der Cruel noch da?“ Und der bestimmte
Artikel weist dabei darauf hin, dass es sich
hierbei um ein Referenzwerk, nämlich „den“
Cruel, handeln muss. Die Unverwechselbarkeit äußerte sich unter anderem. auch darin, dass montags geheimnisvolle Objekte in
Plastiktüten mitgebracht wurden, die sich
nach entsprechender Behandlung als Schädeltrophäen von Rehen und anderem jagdbarem Wild herausstellten. Wichtiger als deren
Präsentation an der Wand war allerdings,
ihre Maße mit größtmöglicher Präzision in
einer Excel-Tabelle zu erfassen.
Natürlich bleibt man bei Schülerinnen und
Schülern, wenn man sich um ihre Schullaufbahn kümmert, in 18 Jahren Beratungslehrertätigkeit nicht gänzlich unbemerkt. Gelegentlich hast du dabei höchsten Arbeitseinsatz
gebracht: So hast du nicht nur regelmäßig
die Nacht vor dem letzten Schultag der Abiturienten mit ihnen gemeinsam in der kleinen
Sporthalle „durchgemacht“. Einmal war es
sogar notwendig, nach kurzem Erscheinen
den Abi-Ball zu verlassen, um die störrischen
Abiturzeugnisse doch noch in der Nacht zum
Ausdruck zu zwingen.
40
Sechs Schülerdurchgänge bedeuten Hunderte von Laufbahnbögen – selbstverständlich
in doppelter Ausfertigung –, diverse Absprachen mit der Nachbarschule, Blockungen, Kurslisten, und es war dir auch noch
vergönnt, die Einführung der Kopfnoten zu
erleben. Sicherlich machte dies einen bedeutenden Teil deines Arbeitslebens aus, den du
mit der Akribie und Präzision des Diplomchemikers ausführtest. Ob daher auch dein
Arbeitseifer rührt, kann ich nicht sagen. Deine Perspektive, Aufgaben möglichst schnell
zu erledigen und sich damit nicht etwa an
den gesetzten Terminen zu orientieren, war
allerdings nicht allen im Kollegium nachhaltig zu vermitteln.
Im Beratungsteam hast du bestimmte
Schwerpunkte und charakteristische Arbeitsweisen gehabt: Zwar kommt deine Vorliebe
für die Arbeit mit dem Mac im Schulalltag
nicht mehr so zum Tragen, da IBIZA mittlerweile windows-basiert arbeitet, doch bist du
immer noch die zentrale Figur bei den Beherrschungsversuchen dieses Programms,
bei dem es übrigens nicht um die Planung
des nächsten Urlaubs geht, sondern um Integrierte Oberstufenverwaltung, Blockung, Individuelle Laufbahnberatung, Zeugnisdruck,
Abitur. Während der Kontakt zum Programmentwickler von IBIZA aber üblicherweise
über E-Mails läuft, warst du wahrscheinlich
der Einzige, der bei Problemen sofort zum
Telefon griff und somit eine individuelle Betreuung de luxe mit dem Programmierer zu
Wege brachte.
Dass dir dies gelang, zeigt die für uns am
stärksten herausragende Eigenschaft: deine
Neugierde. Diese geradezu kindlich-naive
Kontaktfreude ist ein Türöffner für viele interessante und tiefgehende Gespräche, die
gern auch originelle und sogar bizarre Sujets
beinhalten durften. Nie haben wir bei einem
anderen Menschen erlebt, dass eine fast völlige Distanzlosigkeit mit so viel Urvertrauen
der Kommunikationspartner erwidert wird.
Der Grund dafür dürfte darin liegen, dass
Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und
Kollegen immer Empfindsamkeit, Lebenslust
und vor allem echtes Interesse an ihnen und
ihren Anliegen gespürt haben. Als Begleiter
für Klassenfahrten warst du Kolleginnen und
Kollegen heiß begehrt. Und hierin liegt dann
auch das Entscheidende, Unverwechselbare
und eben auch Unersetzliche, dessen Fehlen
eine Lücke am Ratsgymnasium reißen wird,
ob du es wahrhaben willst oder nicht. Vielen
wird nicht nur ein Kollege fehlen, sondern
ein Freund.
Wir wünschen
dir, dass du deine – natürlich
perfekt geplanten – Projekte in
naher und ferner
Zukunft so erleben kannst, wie
du sie geplant
hast, und wünschen uns, dass
du Kontaktversuchen unsererseits wohlwollend gegenüber stehen wirst.
Alles Gute!
Bei der Verabschiedung am letzten Schultag wurde aus verschiedenen Aussagen deutlich, dass Dr. Cruel ein gewissenhafter, hilfsbereiter und beliebter Lehrer und in den
letzten Jahren vor allem ein vorbildlicher Jahrgangsstufenleiter war. Sein Motto war
das Wort „sofort“. Er erledigte alle Dinge immer so schnell wie nur irgend möglich.
Nichts legte er auf die lange Bank. Seine Fächer waren Mathematik und Chemie. Er
war vor allem „Vollblutchemiker“ und seit 1992 Beratungslehrer für die Oberstufen.
Schon 1976 hat er kurze Lehrfilme für den Unterricht produziert, später folgten Beiträge bei YouTube mit projektorientierten Themen.
Von nun an wird er seinem langjährigen Hobby treu bleiben, der Jagd. Er wird in dieser
Funktion nach Namibia reisen und eventuell beizeiten von sich hören lassen.
41
Meine Sprachen und ich
Auszug aus einer Facharbeit im LK Deutsch
Doortje Mehrtens (Jahrgangsstufe 12)
Bilingualismus bezeichnet die Fähigkeit,
zwei Sprachen zu verstehen und zu sprechen. Man unterscheidet unter anderem zwischen dem (Früh-)Bilingualimus der Kinder
und dem Bilingualismus der Erwachsenen.
Die beiden Aspekte haben bis heute mein
Weltbild und meine Sinnesvorstellungen
geprägt.
Ich bin mit zwei Muttersprachen aufgewachsen. Die linguistische und sprachpsychologische Fachsprache benutzt den Begriff des
simultanen Früh-Bilingualismus. Damit ist
das Phänomen gemeint, dass es in der individuellen sprachlichen Entwicklung einen
Augenblick des Wirkens zweier Sprachen
gibt, in dem das Kind sprechen lernt.
Genau so habe ich es erlebt. Von Anfang
an wurden mir die Sprachen Niederländisch
und Deutsch zu meinen beiden Muttersprachen. Meine Eltern, die aus den Niederlanden nach Deutschland gezogen sind, haben
für den Input der holländischen Sprache gesorgt. Eine Kinderfrau, die seit meiner Geburt bei uns tätig war, sprach ausnahmslos
deutsch mit mir und bildete somit den Input
für die deutsche Sprache. Sie war immer
da, wenn meine Eltern arbeiteten und hat
somit zu einem großen Teil meiner deutschsprachigen Entwicklungsphase beigetragen.
Auch jetzt ist es meinen Eltern immer noch
ein großes Anliegen, dass ich die zwei Sprachen deutlich voneinander zu trennen versuche, auch wenn dies nicht immer klappt.
Das Separieren zweier Sprachen im Gehirn
ist ein kontrovers diskutiertes Themengebiet.
Dabei achten die Forscher vor allem auf die
Formen und Wege der grammatischen und
semantischen Organisation der beiden unterschiedlichen Sprachen. Ich kann weder
bestreiten, dass eine durch Jürgen Meisel
vertretene „separate development theory“
sinnvoll ist, noch eine durch Volterra und
Taeschner repräsentierte „fusion theory“.
Ich möchte ein Beispiel anführen. Meiner
42
Mutter zufolge kam ich schon sehr früh und
gut damit zurecht, aufmerksam zu sein und
– meistens unbewusst oder automatisch –
Selbstkontrolle zu zeigen, was das Trennen
meiner zwei Sprachen betraf. Ich sprach
automatisch holländisch, wenn meine Oma
oder ein anderes niederländisches Familienmitglied aus Holland zu Besuch war. Wenn
nun aber die Kinderfrau da war oder wir
deutschsprachigen Besuch hatten, wechselte ich augenblicklich, wie von selbst, zur
deutschen Sprache. Anders war das aber bei
meiner Schwester. Sie tat sich am Anfang
schwerer damit, beide Sprachen voneinander
zu trennen. Sie vermischte Wörter in beiden
Sprachen. Erst in den späteren Phasen des
Spracherwerbs konnte sie dann das Lexikon
und die Grammatik beider Sprachen überlegter distinguieren.
Vor diesem Hintergrund und aus diesen Beweggründen wird zu Hause ausschließlich
niederländisch gesprochen und selbstverständlich deutsch in der Schule. Trotzdem ist
es nicht selbstverständlich und nicht leicht,
beide Sprachen auf gleichem Niveau zu beherrschen. Natürlich bin ich dankbar, beide
Sprachen mit Leichtigkeit erlernt zu haben,
und ich kann dieses immer noch über mein
Sprechen, Denken und Verstehen der beiden
Sprachen behaupten. Nichtsdestotrotz hat
Anwaltskanzlei
HEISE · DR. DIEKMANN · WEGENER & KOLLEGEN
Rechtsanwälte:
Klaus Heise*
Dr. Klaus Diekmann*, Fachanwalt für Strafrecht
Johann Wegener*
Jan Scholten*, Fachanwalt für Familienrecht
Jutta Heise*, Fachanwältin für Familienrecht
Bernard Kiezewski*, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Matthias Ptatscheck*
Kurt Dingerdissen, (1950–1994)
* zugelassen bei allen Amts- und Landgerichten, allen Oberlandesgerichten
sowie beim Bundesgerichtshof in Strafsachen
In Kooperation mit
Julia Heise, LL. M., in FFM., Rechtsanwältin,
Solicitor in England u. Wales (n.p.)
Wilken Kisker, Rechtsanwalt
Loebellstraße 1, 33602 Bielefeld
Tel. 05 21/560 610 u. 6 50 55,
Fax 05 21/1710 17
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43
sich die deutsche im Gegensatz zur holländischen Sprache viel weiter entwickelt. Früher
fiel mir die holländische Sprache einfacher
als die deutsche. Das lag daran, dass ein deutscher Einfluss, zum Beispiel durch die Schule oder durch Freunde, noch nicht sehr vorherrschend war. Heute ist dies anders. Mein
soziales Umfeld hat sich deutlich verändert.
Es ist immer mehr zu einem deutschen Umfeld geworden. Zwar habe ich von Anfang
an Holländisch zu sprechen gelernt, aber nie
auf diese einprägsame Weise das Lesen und
Schreiben. Dazu fehlte mir das holländische
Schulwesen. Aber auch wenn mein sprachliches Repertoire sich mit der Zeit immer
weiter entwickelt hat, kann ich mich trotzdem in der deutschen Sprache viel wortgewandter und schlagfertiger ausdrücken. Auf
diese Weise ist die niederländische Sprache
immer mehr in den Hintergrund gerückt und
zu einer Art Zweitsprache geworden.
An dieser Stelle kann auf Chomskys Modell
der generativen Transformationsgrammatik
hingewiesen werden, mit der man sich kritisch auseinanderzusetzen hat. In Bezug auf
die Frage nach der Möglichkeit einer Universalgrammatik möchte ich betonen, dass
meine individuellen Erfahrungen zu dem
passen, was Morton H. Christiansen und
Nick Chater herausgearbeitet haben. Sprache kann niemals nur genetisch bedingt sein.
Denn wie sonst sollte das Verblassen meiner holländischen Sprache zu erklären sein?
Biologisch und genetisch betrachtet, müsste ich die Sprache meiner Eltern am besten
beherrschen können. Dies ist aber nicht der
Fall. Die niederländische Sprache hat sich
im Laufe meiner Entwicklung nicht wie die
deutsche Sprache weiter entfaltet, sondern
ist konstant geblieben.
Daraus ziehe ich die Schlussfolgerung, dass
Sprachwandel durch soziale Faktoren viel
schneller voranschreitet als genetisch bedingter Wandel. Im Anschluss an Christiansen, Chater, Piaget und Tomasello bin ich der
Ansicht, dass eine Universalgrammatik nicht
unbedingt hilfreich ist, um die Erfahrungen
mit Bilingualismus zu erklären. Der Mensch
passt sich im Laufe seiner Entwicklungsstadien immer mehr seiner sozialen Umwelt an
und aktiviert sein sozial-kognitives Potenzi-
44
al. Damit hat auch die Beobachtung zu tun,
dass ich gelegentlich versuche, deutsche Begriffe in einen holländischen Satz einzubauen und häufig auf Grund dieser Tatsachen
mit einem deutschen Akzent holländisch
spreche. Diesen Vorgang nennt man in der
Sprachwissenschaft Code-Switching. So ein
Code-Switching passiert mir immer wieder.
Kinder, die mit zwei Sprachen aufwachsen,
sind Studien zufolge toleranter gegenüber
anderen Kulturen und verfügen über ein
beachtlicheres linguistisches Können. Sie
sind dank der Flexibilität des Gehirns in der
Lage, die Grammatik und den Satzbau anderer Sprachen besser nachzuvollziehen. In
Anlehnung an die beiden Sprachen, über die
ich bereits verfügte, wollte ich eine weitere
Sprache dazulernen. Englisch war an sich
die einfachste und beste Option. Das war
allerdings nicht der einzige und ausschlaggebende Grund, weshalb ich mich dann, was
meinen längeren Auslandsaufenthalt betrifft,
für Amerika entschied. Denn vor meinem
Auslandsaufenthalt war ich schon einmal
mit einer Freundin in den Staaten gewesen.
Mir gefielen dort die lockere Lebensart, das
Denken und die Sprache sehr. Ich glaube, das
lag teilweise daran, dass der Klang der Sprache und die Art der dort lebenden Menschen
sehr denen der Holländer ähnelt. Somit war
die Entscheidung, dort ein Jahr meines Lebens zu verbringen, schnell getroffen. Von
Anfang an begegneten mir die Bewohner der
USA mit so offener, warmherziger und gastfreundlicher Art, dass ich mich sehr wohl
fühlen konnte. Das lag größtenteils aber
auch daran, dass ich in einer ausnahmslos
freundlichen Gastfamilie gelandet war. Sie
halfen mir, wo immer sie konnten, und sie
waren bald schon zu einer richtigen Familie für mich geworden. Ich nannte sie dann
schließlich auch „mom“ und „dad“.
Meine Gastschwester war ungefähr im gleichen Alter wie ich und stellte eine ideale Bezugsperson dar, sowohl zu Hause, als auch
in der Schule. Durch sie lernte ich viele nette
Leute kennen, mit denen ich gezwungenermaßen in englischer Sprache reden musste.
In den ersten Wochen hatte ich noch einige Schwierigkeiten beim Verständnis der
Besonderheiten des Amerikanischen bzw.
des Dialekts, der in der Familie gesprochen
wurde. Doch das war schnell verflogen.
Nach zwei bis drei Monaten übernahm auch
ich den „slang“, den ich hörte, und begann
„auf amerikanische Art und Weise“ wahrzunehmen, zu interpretieren, zu denken, zu
urteilen und zu sprechen. Das entspricht der
„Outside-in“-Perspektive, die zum Beispiel
Piaget vertritt.
Ab einer bestimmten Zeit fing ich sogar an,
in der englischen Sprache zu träumen. Das
amerikanische Englisch fiel mir irgendwann
so leicht, dass sogar die Amerikanerinnen
und Amerikaner den Unterschied bei mir
nicht mehr feststellen konnten. Als ich dort
anfing, für eine andere Schule Fußball zu
spielen, sprachen mich einige Freunde meiner Mannschaft hierauf an. Sie meinten, den
Unterschied zwischen mir und einer Amerikanerin nicht finden zu können. Schon allein
wegen meines Aussehens und meiner Aussprache hätten sie dies nie vermutet. Auch
meine Gastmutter hatte durch ihren sehr
emotionalen Charakter enorme Auswirkung
auf mich. Ich erinnere mich an den Film
„Marley and Me“, bei welchem der Hund
am Ende des Films stirbt. Ich habe noch nie
bei einem Film so geweint wie bei diesem.
Es dauerte bestimmt eine halbe Stunde, bis
ich mich wieder einigermaßen gefasst hatte.
Früher wäre mir so etwas nie passiert. Sprache, Kultur und Menschen wirkten also auch
deutlich auf emotionaler Ebene.
Ein ähnlicher Vergleich bot sich zum einen,
als ich mich von meinen leiblichen Eltern
auf dem Weg nach Amerika verabschiedete, und zum anderen als ich mich am Ende
meines Austauschjahres von meinen Gasteltern verabschieden musste. Beim Abschied
von meiner eigenen Familie hatte ich nicht
das Bedürfnis, meinen Emotionen freien
Lauf zu lassen. Ganz anders war es beim
Abschied von meinen Gasteltern. Ich war
so unglaublich traurig und konnte mich eine
ganze Weile lang nicht beherrschen. Sogar
als ich schon wieder in Deutschland war,
reichte nur der Gedanke an meine Familie in
den USA, um mich völlig aus der Fassung zu
bringen. Gerade diese Beispiele zeigen, dass
eine andere Sprache und Umgebung so viele
unterschiedliche und so tiefe Wirkungen auf
einen selber haben können.
Der tagtäglichen Auseinandersetzung mit
der englischen Sprache hatte ich also auch
gewisse Charakterveränderungen zu verdanken. Nach Chomsky soll das System des
Spracherwerbsmechanismus im Laufe der
Entwicklungsphase eines Kindes nachlassen
oder die Funktion sogar ganz einstellen. Für
dieses Anhalten hat die Forschung aber, soweit ich weiß, keinen wirklich überzeugenden Beweis gefunden. Da ich selber über fast
muttersprachliche Kompetenz hinsichtlich
45
der „im späteren Alter“ erworbenen englischen Sprache verfüge, erscheint mir diese
Annahme relativ fragwürdig. Ich könnte
mich eher Piagets Auffassung anschließen,
wonach Wahrnehmung, Vorstellung, Denken und Urteilen des sozialen Umfeldes in
der Sprache eine viel größere Rolle spielen.
Die Erlebnisse, an die ich mich erinnern
kann, bestätigen diese Auffassung.
Mein Charakter, mein Benehmen und mein
Weltbild haben sich damals letzten Endes
der amerikanischen Lebensart angepasst.
Hierbei denke ich oft an ein etwas amüsantes Beispiel über Benehmen und Verhaltensverbesserung. Meine Schwester hatte mich
vom Flughafen abgeholt und wir fuhren mit
dem Zug zurück nach Bielefeld. Nun saßen
wir also im Zug und ich gab, ohne irgendwelche Hintergedanken, einen wirklich lauten, sozusagen „amerikanischen“ Rülpser
von mir. Jeder neben und um uns sah mich
zunächst entsetzt an und fing dann lauthals an zu lachen. Erst dadurch wurde mir
überhaupt bewusst, warum man mich so kichernd angeguckt hatte. Mir war es eben zur
„Gewohnheit“ geworden, dass ich es auch
in dieser Situation nicht als peinlich empfand. Meine Schwester hingegen machte es
sich damit nicht so leicht. Ihr war das doch
sichtlich unangenehm, und sie wies mich
auf mein Missgeschick hin. Als uns beiden
dann später auffiel, dass wir nicht in der gekauften zweiten Klasse saßen, sondern in der
ersten, konnten wir uns im Endeffekt nicht
mehr zurückhalten. Wie wir sehen, ist der
äußere Reiz, wie Piaget ihn nennt, mir auf
jeden Fall zum Lernprozess im kommunikativen Verhalten oder Benehmen geworden.
Ich werde mir das nächste Mal bestimmt im
Klaren hierüber sein, sodass mir ein solches
„sprachliches“ Malheur nicht noch einmal in
dieser Form unterlaufen wird.
Wie aus meinen Bemerkungen zu ersehen
ist, gehe ich davon aus, dass es zwar „etwas
Inneres“ geben muss, das es dem Menschen
ermöglicht zu sprechen, doch eine Universalgrammatik scheint mir fraglich. Das
Sprachzentrum im Gehirn übernimmt die
Aufgabe der Verarbeitung und Produktion
einer Sprache. Ich meine, dass Spracherwerb
und Sprachkompetenz nicht unabhängig von
46
Intelligenz, Motivation und emotionaler
Verfassung sind. Auch die Intelligenz eines
Kindes bestimmt, wie schnell und gut es zu
sprechen lernt und auch wie es die Sprache
weiterentwickelt und versteht. Es fängt an
zu sprechen, weil es beispielsweise einen
bestimmten Gegenstand haben will. Ist eine
solche Motivation nicht gegeben, wird es
sich nicht bemühen und sich langsamer oder
schlechter weiterentwickeln.
Eine Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung würde auch die Sprachentwicklung in Form eines zeitlichen und qualitativen Rückstands beeinflussen. Es kann dabei
zur Beeinträchtigung des Wortschatzes und
der Syntax kommen. Wäre Sprache schon
angeboren vorhanden, müsste der Spracherwerbsmechanismus jedem Kind mit Sprachstörung fehlen oder wäre zumindest in nur
reduzierter Form vorhanden.
Ich möchte behaupten: Die Entfaltung meiner eigenen Sprachbeherrschung ist wesentlich schneller vorangeschritten, als es
nach genetischem Konzept möglich zu sein
scheint. Dabei stelle ich mir zum Beispiel
die Frage: Wie kann meine holländische
Sprache der deutschen unterlegen sein? Es
ist nicht zu leugnen, dass ich annähernd besser mit dem Englischen zurechtkomme, als
mit dem Niederländischen. Die Umgebung,
in welcher das Kind aufwächst, ist meiner
Meinung nach wichtig und entscheidend.
Meine Auslandserfahrungen haben mir gezeigt, dass die Sprache einen Menschen in
seinem Denken und Handeln bestimmt und
sogar verändert.
Mittlerweile verfüge ich über mehr als zwei
Sprachen. Ab diesem Zeitpunkt spricht man
von Multilingualismus oder Mehrsprachigkeit. Ich bin wirklich sehr froh, dass ich die
Möglichkeit bekam, mit zwei verschiedenen
Sprachen so früh in Kontakt zu treten, und
dass ich zusätzlich die englische Sprache
erwerben konnte. Auf Grund dieses Hintergrundes wusste ich nie richtig, ob ich bei
einem Länderspiel die deutsche oder die
niederländische Mannschaft bevorzugte. Ich
besitze zwar einen niederländischen Pass,
aber muss ich deshalb auch niederländisch
sein? Immerhin habe ich mein ganzes Le-
ben in Deutschland verbracht. Meine Persönlichkeit hängt jedoch keineswegs davon
ab, ob ich jetzt in Deutschland wohne oder
einen niederländischen Pass besitze. Die
Erfahrung des Erwerbs zweier Muttersprachen und der Erwerb der amerikanischen
Sprache waren ausschlaggebend für mich
selbst. Es waren die Menschen, das Land,
die Kultur und die besonderen Bräuche, welche mich am meisten geformt und beeinflusst
haben. Ich bin
der Ansicht, dass
meine verschiedensten sozialen
und sprachlichen
Umgebungen
der Schlüssel für
das waren, was
ich heute bin:
Doortje
My Time at Ratsgymnasium
Sarah-Jane Poole, work experience assistant at Ratsgymnasium 2010
My stay of eleven weeks in Germany is
sadly at an end. During the past 3 months I
have made new friends, improved my German and have gained an invaluable insight
into the life of a teacher in Germany. I have
spent the past three months observing German, French and the odd English lesson in
the capacity of a work experience assistant,
which I have enjoyed immensely. My relationship with Ratsgymnasium began in 2007
when I completed the exchange for the first
time. I enjoyed my stay so much that I opted to return in 2008 to once again take part
in the exchange, and it is thus that I got to
know Frau Schuetze, who kindly organised
my stay this year.
As I am going to study German and French
at university next year, I wanted to take the
opportunity to improve my language skills
by spending some time in a German speaking country during my gap year. After university I hope to complete a Post Graduate
Certificate in Education to become a teacher,
and so the opportunity of being able to gain
some work experience at the same time as
improving my German was brilliant.
During my stay I have been able to offer 2
clubs to pupils; an English club for the lower
years as well as a conversation class for the
older pupils. In the English club much fun
was had by all – lots of sweets were eaten,
games were played and I think even the odd
English word (or German in my case) has
been learnt. We played Pictionary, ‘Who’s
in the bag?’ and Headbandz amongst other
games, and watched the children’s film ‘Up’
(in English naturally). I will be leaving these English games at school, and I hope that
future classes will also learn some English
and have fun playing them. The conversation class was aimed at older pupils to help
them in their studies towards Abitur. School
was a main topic of discussion; there are numerous differences between school systems
in Germany and England, and having only
completed my A-levels a year ago, I was able to give a personal insight and describe my
own experiences. The running of these two
classes allowed me to appreciate the skills
needed as a teacher – careful planning with
the ability to think on your feet being an important combination.
In February pupils and teachers from my old
school of St Helen and St Katharine arrived
in Bielefeld. It was lovely to see my former
head of year again, as well as former schoolmates. I was lucky to be able to accompany
them on the day trip to Bremen where we
explored the ‘Universum’ (the earthquake
experience section was particularly enjoyable) and saw the statue of the Bremer Stadtmusikanten.
An unexpected product of my stay in Germany has been an improvement in my French. I
have had the opportunity to observe French
lessons, which included watching two very
47
interesting- and in the case of one, funnyfilms. I also had the chance to visit Hamburg
with the French exchange pupils and their
partners in March, a visit which included a
guided tour of the Kunsthalle where an exceedingly cool Pop art exhibition was being
held.
I would like to especially thank all the
teachers who kindly allowed me observe
their lessons and sit at the back furiously
scribbling away. Having previously only
experienced the classroom from the point of
view of a pupil, it was very interesting to see
it from the teacher’s perspective. So many
things must always be kept in mind to ensure
that a lesson runs smoothly and the pupils
gain as much as possible from it. I was able
to observe lessons with different age groups
allowing me to compare how teaching styles
must be adapted in order to respond to different ability levels.
From what I have been able to ascertain, the
lives of teachers in England and in Germany,
although similar in some respects, are incredibly different in others. Homework isn’t
taken in every lesson here, ‘Entschuldigungen’ must be signed when a pupil has been
absent, class tests must be written and subsequently marked regularly. Even the structure
of the school day is different; lessons begin
much earlier, but also finish much earlier
and there is no longer lunch break but 3 shor-
Oberstudiendirektor Horst Breckwoldt,
früher Lehrer an unserer Schule, später
Direktor der Deutschen Schule in Washington, wurde auf Vorschlag des französischen Kulturministers mit dem Orden
»Palmes des Académiques« ausgezeichnet. Diesen Orden hatte Napoleon 1808
gegründet. Damit zeichnet Frankreich
Personen aus, die sich in besonderer Weise um die Verbreitung der französischen
Sprache und der französischen Kultur
verdient gemacht haben. Wir gratulieren
Horst Breckwoldt zu dieser hohen Ehre,
die auch eine Auszeichnung für unser
Ratsgymnasium darstellt.
48
ter ones instead.
The school year
is divided into
two rather than
three terms. The
pupils aren’t required to wear a
school uniform
and even the
teachers are allowed to wear
jeans! Although
these differences are only
small, they all add up to form a school system which is almost unrecognisable to the
one I myself experienced in England.
I had not previously considered teaching
English as a foreign language abroad rather
than teaching French and German in England, but after the great time I have had at
Ratsgymnasium I have been inspired to reflect on whether that is perhaps a direction
I would like to take my career in. I have
really felt like I have become a part of the
Ratsgymnasium school community, and it
is with a heavy heart that I return to England.
I will certainly miss all the new friends I
have made during my stay, and I hope that
I will one day in the future have the opportunity to visit Ratsgymnasium again.
Die dritte Aufgabe einer Philosophieklausur
zum Thema Staatsphilosophie während der Behandlung
von Immanuel Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“.
StD’ Marianne Basista
Ernst Bloch ,„Das Prinzip Hoffnung“
(1973; Auszug)
„Am eindringlichsten erschien pazifistische
Utopie bei Kant ... ihr Licht wurde an der
Moralität angezündet. Der Entwurf ‚Zum
ewigen Frieden’, 1795, billigt der Politik
keinen Schritt zu , ohne vorher der Moral
gehuldigt zu haben, als der unbedingt gebietenden. ‚Die Politik sagt: Seid klug wie die
Schlangen; die Moral setzt ( als einschränkende Bedingung ) hinzu: und ohne Falsch
wie die Tauben’; die Vereinigung beider sei
schwierig, aber eine Forderung, über die,
nach Kant, kein Streit möglich ist.“
Diskutieren Sie diese Aussagen.
Lösung von Levinia Scotti:
Das Zitat von Ernst Bloch, Verfasser des Buches „Das Prinzip Hoffnung“, bezieht sich
auf Immanuel Kants Schrift „Zum ewigen
Frieden“ und beleuchtet, welch großen Wert
Kant der Moralität auch in seinen staatsphilosophischen Darlegungen beimisst.
Bloch spricht damit eine Problematik an, die
sich auch in der gegenwärtigen Politik wiederfinden lässt: Wie viel Moral benötigt die
Politik; wann ist sie politischen Entscheidungen zuträglich, wann lähmt sie Entscheidungsprozesse?
Kant zufolge muss die Moral ständiger Begleiter der Politik sein und sein Werk „Zum
ewigen Frieden“ stellt die Verpflichtung zu
moralischen Handeln über jede politische
„Schlauigkeit“.
Grundsätzlich ist dieses Prinzip eine sinnvolle Grundlage für politische Entscheidungen, denn moralisches Handeln von Seiten
der Politiker und Staatsoberhäupter ist nicht
nur dem Gemeinwohl einer Gesellschaft
zuträglich, es stärkt auch das Vertrauen in
die Politik selbst, indem Politiker als Recht
schaffende Persönlichkeiten eine Vorbildfunktion erfüllen.
Doch inwieweit ist die Moral tatsächlich das
Allheilmittel für die Staatsführung?
Zunächst lässt sich feststellen, dass Politiker
unserer Zeit, wie auch jene der Vergangenheit nicht unbedingt durch ihre moralischen
Heldentaten auffallen, sondern eher durch
Skrupellosigkeit, Machtgier und im besten
Fall durch strategisches Geschick und Diplomatiefähigkeit.
Die realen Gegebenheiten stehen somit in
deutlichem Kontrast zur „pazifistischen
Utopie“ (Bloch) Kants, in der politische Entscheidungen immer nach den Gesetzen der
Moral getroffen werden sollen.
Rein praktisch betrachtet, lässt sich also
durchaus bezweifeln, dass die Moral jemals
ein absolutes Leitprinzip der Politik werden
wird.
Gehe man beispielsweise davon aus, ein
Politiker beschlösse, von nun an nur noch
moralisch einwandfreie Entscheidungen zu
treffen. Aller Wahrscheinlichkeit nach würde er nicht allzu erfolgreich damit sein, da es
in der Politik oft noch schwieriger ist, zu entscheiden was moralisch falsch oder richtig
ist, als bloß auf persönlicher Ebene. Politiker
müssen immer Kompromisse eingehen, das
hört man überall, und dieser Satz trifft auch
auf dessen Moralverständnis zu: Da der Politiker im besten Fall eine Vermittlungsinstanz
verschiedener Interessen und Repräsentanten
einer breiten Bevölkerungsschicht ist, muss
er sich auch immer mit Sichtweisen auseinandersetzen oder gar abfinden, die seinem
eigenen Moralverständnis widerstreben.
Die meisten Entscheidungen werden daher,
wenn sie denn eine moralische Basis besitzen, auf utilitaristische Weise getroffen, das
heißt, es wird eine Kosten-Nutzenabwägung
vollzogen, die entweder der Masse der Bevölkerung zuträglich sein soll oder einen
qualitativ so großen Nutzen mit sich bringt,
dass auch sie sich langfristig positiv auf das
Allgemeinwohl der Gesellschaft auswirkt.
49
Diese Moralvorstellung entspricht jedoch
nicht Kants an der Pflicht orientierten Ethik,
die eine tiefe, innere Überzeugung und ein
kategorisches Befolgen des moralischen Imperativs erfordert.
Abschließend lässt sich daher meiner Ansicht
nach feststellen, dass Kants Schrift zwar ein
durchaus praxisrelevanten Beitrag zur Verbesserung des politischen Geschehens ist,
die Forderung nach uneingeschränkter Mo-
ral aber meiner Meinung nach nicht auf politischer, sondern allenfalls auf individueller
Ebene umsetzbar ist.
Damit teile ich Ernst Blochs kritische Ansicht bezüglich Kants Werk, denke aber, dass
es trotz der utopischen Vorstellung von der
Moralität der Politiker ein wichtiger Leitfaden ist, an dem man sich auch heute noch
orientieren kann und dessen Ziele angestrebt
werden sollten.
Henri Ménudier
Les relations franco-allemandes.
Vortrag von Herrn Professor Ménudier ( Sorbonne, Paris ) am Donnerstag, dem 21.01.2010,
in der 5. u. 6. Stunde in der Aula für die Französisch-Kurse der UI und OI des Ratsgymnasiums und des Gymnasiums am Waldhof aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums der
Deutsch-Französischen Gesellschaft e. V. Bielefeld.
Sebastian Schmidt, La conférence d’Henri Ménudier, le 21 janvier 2010 au
Ratsgymnasium Bielefeld
Henri Ménudier est né en 1940 et travaille
comme politologue à la Sorbonne à Paris.
Il est l’un des élèves d’Alfred Grosser, un
spécialiste des relations franco-allemandes.
Monsieur Ménudier a connu l’anti-germanisme après la guerre, mais après avoir fait
connaissance avec l’Allemagne, les Allemands et la langue allemande, il a commencé à s’intéresser toujours plus au pays voisin
de la France.
Henri Ménudier a souligné que la création
de la CECA pour le charbon et pour l’acier
par Robert Schuman était un premier pas très
important dans l’histoire de la réconciliation
entre la France et l’Allemagne après la Deuxième Guerre Mondiale. Le but de la CECA
était de contrôler la production allemande
d’acier, parce que l’acier est le matériel pour
fabriquer des armes. Mais cette organisation
a aussi préparé la création de l’union européenne, parce que pour la première fois, deux
pays européens ont travaillé ensemble.
Mais la France de l’après-guerre était quandmême marquée par un anti-germanisme.
50
Les souvenirs de l’occupation nazie étaient
encore très frais. M. Ménudier a expliqué
que le rapprochement entre les deux voisins
était réalisé par le travail de deux hommes
politiques, le président de la République, le
général de Gaulle, et le chancelier allemand
Konrad Adenauer. Charles de Gaulle avait
été un homme très actif dans la Résistance,
mais quand il est devenu président en 1958,
il était d’accord avec Adenauer que la réconciliation entre l’Allemagne et la France
était très importante pour la paix en Europe.
Ensemble, ils ont créé l’OFAJ, parce que
pour eux, le contact entre les jeunes était une
garantie pour un futur paisible. M. Ménudier pense que le caractère et la volonté des
hommes politiques sont décisifs pour une
bonne relation bilatérale.
Après Adenauer et de Gaulle, d’autres couples d’hommes politiques ont suivi : Georges
Pompidou – Willy Brandt, Valéry Giscard
d’Estaing – Helmut Schmidt, François Mitterrand – Helmut Kohl, Jaques Chirac – Gerhard Schröder et Nicolas Sarkozy – Angela
Merkel. D’après M. Ménudier on peut dire
qu’entre Schmidt et Giscard et entre Kohl et
Mitterrand, il y avait une vraie amitié.
Il a également souligné que les hommes
politiques sont très importants, mais que le
contact entre les peuples est primordial pour
la paix en Europe.
Dans la discussion qui a suivi le discours, les
élèves du Ratsgymnasium et du Gymnasium
am Waldhof ont posé plusieurs questions à
M. Ménudier, en voici deux :
Une question concernait la conscience politique des Français M. Ménudier a répondu
qu’à son avis, cette conscience politique
n’était pas plus développée chez les Français
que chez les Allemands. Selon lui, on peut
constater un désintérêt pour les questions
politiques pas seulement chez les jeunes,
mais dans la société en général. En plus, il a
dit que la raison pour la participation diminuante aux élections pouvait aussi être une
critique du système politique. Il a ajouté que
l’intérêt pour la politique et l’histoire était
nécessaire pour la compréhension du monde
actuel et que ces connaissances ne devaient
pas être réservées aux élites.
Une autre question était de savoir si les préjugés contre les Allemands prédominaient
dans l’opinion publique. M. Ménudier a dit
qu’il y avait, bien sûr, encore des préjugés.
Cependant, ces préjugés n’étaient pas forcément négatifs, parce qu’ils montraient qu’on
s’intéressait à l’autre.
Mais il est nécessaire d’avoir une attitude
critique envers les préjugés qui sont seulement un premier pas vers la compréhension
de l’autre. Les propres expériences doivent
compléter l’image du voisin.
Pour conclure, on peut dire que M. Ménudier a su intéresser le public aux relations
franco-allemandes. C’était particulièrement
intéressant d’écouter une personne qui en est
un expert.
Deutsch-französischer Schüleraustausch 2010
Rapport: Projet «Le Mur et les murs»
Sabina Eyraud, Professeur d’allemand au lycée Dominique Villars à Gap
StD’ Marianne Basista, Professeur de français au Ratsgymnasium à Bielefeld
1) Préparation en cours d’allemand 2° LV1
autour du sujet «Le mur de Berlin»
(novembre/décembre 2010)
Pour commémorer à notre façon les vingt
ans de la chute du mur de Berlin, nous avons
organisé une manifestation dans la cour de
notre lycée le 9 novembre. Les élèves avaient fabriqué des pancartes avec une grande
lettre – lorsque tout le groupe était rassemblé, on pouvait lire la phrase «Le 9 novembre
1989 le mur de Berlin tomba».
Accompagné de la musique «The Wall» de
Pink Floyd, les autres élèves étaient interpellés pour se souvenir de cet événement
majeur de l’histoire européen. La musique
changea…et le mur tomba…et les élèves
posèrent leurs pancartes contre un mur, en
le tournant.
Au son de «The wind of change» du groupe
«Scorpions»apparaissait alors une exposition
d’images qui montraient des photos du mur
de Berlin.
Les élèves du lycée, les parents d’élèves
présents et la presse locale pouvaient alors
regarder cette petite exposition éphémère
dans la cour de notre lycée.
Objectifs: – savoir faire des recherches sur
Internet
– s’approprier le vocabulaire autour du mur de Berlin
– savoir parler d’un événement
passé (le Passif , les temps du
passé…)
– sensibiliser les élèves
pour l’histoire récente de
l’Allemagne
51
Matériel: – voir photos sur le site du lycée:
http://lyc-villars.ac-aix-marseille.fr/spip/
(• disciplines enseignées
• Allemand • La chute du mur
de Berlin)
– Article du «Dauphiné libéré»
2) Réalisation du projet «Les murs dans
le monde » avec le groupe franco-allemand à Gap (janvier/février 2010)
Lors du séjour des correspondants allemands
à Gap, trois demi-journées ont été consacrées
à notre projet: faire de recherches sur internet ou dans les livres mis à leur disposition
pour présenter les murs qui sont toujours debout dans notre monde.
Après une introduction générale autour du
thème des murs, 10 groupes à 4 élèves se
sont formés. Chaque groupe a ensuite choisi
deux murs qui ont été proposés (voir annexe) . Il fallait coller et écire des informations
trouvées sur un carton coloré: situer le mur
sur une carte, imprimer des photos, répondre
à un catalogue de questions (voir annexe).
Ensuite le groupe devait présenter son travail
d’une manière vivante (saynètes, poème, jeu
de rôle…).
Comme souvenir, chaque élève pouvait
choisir une pierre originale, trouvé dans un
torrent de haute montagne…
Objectifs: – arriver à communiquer dans un
groupe franco-allemand
– savoir mettre en commun des
informations trouvées sur internet
– oser présenter un travail à
l’oral devant un public
– savoir exprimer les sentiments
Matériel: – photos 1-4
– fiches de travail autour du projet « Le Mur et les murs »
3) Réalisation du projet „Mauern in der
Welt – Mauern in den Köpfen. Was
tun?“ à Bielefeld (mars 2010)
Nous avons transporté les cartons avec les
travaux des élèves à Bielefeld où ils ont été
52
exposés dans le «forum» du lycée (voir photo 4). Nous avons à nouveau travaillé autour
du sujet des murs, cette fois-ci symboliques.
En partant d’expressions avec le mot «Mauer» ou «mur» dans les deux langues (Mauerblümchen, gegen eine Mauer rennen, faire
le mur….), on a essayé de mener les élèves
vers une réflexion sur le symbole du mur.
Ils ont ensuite fabriqué – à nouveau dans
des groupes franco-allemands- un collage,
un dessin, une installation…traitant ce sujet
(voir photos 5-7). Des classes du lycée et
quelques collègues ont assisté» à la présentation des différentes réalisations.
On avait aussi inscrit les expressions qu’ils
avaient trouvées, sur des cartons de chaussures, avec lesquels on a ensuite construit un
mur pour le détruire à la fin du projet!
Objectifs: – saisir la valeur symbolique
d’un mot
– savoir exprimer cette symbolique par des moyens artistiques
– savoir expliquer et présenter
cette démarche devant un public élargi
Matériel: – photos 4-8
– fiches de travail pour « Mauern
in der Welt- Mauern in den
Köpfen. Was tun?“
4) C
ontinuation en cours d’allemand 2°
section euro allemand LV 1 autour
d’extraits de films sur le mur de Berlin
(avril/mai 2010)
Pour finir et approfondir notre travail sur
«Le mur et les murs», nous avons regardé et
analysé des extraits de films autour du mur
de Berlin (Sonnenallee, Good bye Lenin,…)
Je pense que ce projet, poursuivi toute au
long de l’année, a beaucoup intéressé et motivé les élèves et a participé à une meilleure
cohésion du groupe classe en 2°, sans parler
des échanges très intéressants et fructueux
qui ont eu lieu lors de l’échange scolaire entre élèves allemands et français.
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Lernwege. Ansätze und Experimente
StD Dr. Norbert Gertz
Lernen ganz anders: in entspannter Atmosphäre mit magenfreundlicher Musik und
Lernliedern – das hört sich nach Suggestopädie an. Versuche im Lateinischen gibt es
etliche, am bekanntesten vielleicht die von
Karl-Heinz Graf von Rothenburg, der in
sechswöchigen Intensivkursen Nicht-Lateiner auf das Latinum vorbereitete.1 Erfolgsund Durchfallquoten sind mir nicht bekannt,
auch nicht, wie viel von einem solchen Kurs
hängen blieb, wenn man den Schein hatte.
Doch man soll vom Üben und Probieren
mit einfachen Konzentrationsübungen, mit
Merkversen2 und Eselsbrücken, mit Liedern
nicht schlecht reden. Vieles hilft vielen, jedenfalls nach meiner Erfahrung.3
1. E
ntspannung, Konzentration und
Hörverstehen
Eine schöne Erinnerung an Langeoogaufenthalte mit Unterstufenklassen vorweg. Langeoog reißt immer ein Loch in den Plan, in
der evaluationsgeilen Gegenwart noch deutlicher als in früheren Zeiten. Muss ich als
Fachlehrer nicht auch in Langeoog im Stoff
weiterkommen? Als Kompromiss kristallisierte sich bei mir heraus, ans Lateinische
angelehnte Projekte zu probieren.4 Oder einfach etwas auszuprobieren, was in der Schule nicht geht. Ich dachte, ich mache ein Experiment, ob man nicht eine Mischung aus
Entspannung, Konzentration und Hörverstehen für das Vokabellernen nutzen kann. Alle sitzen im Essraum bzw. Unterrichtsraum.
Alle legen ihren Kopf auf die verschränkten
Arme auf den Tisch. Zehnmal tief durchatmen. Dann lese ich langsam, ja betont ruhig
ein Dutzend neue lateinische Vokabeln mit
allen Angaben und Bedeutungen vor. Nach
einer Pause noch einmal. Dann lasse ich mir
die Vokabeln nennen. Es werden alle genannt. Nach einer Stunde sind sie auch noch
da. Wie ist das möglich?
54
Die Kinder waren darauf gespannt, ob das
funktioniert. Es gab für kurze Zeit keine
Ablenkung, keine querlaufenden Aktionen. Und: man lernte anscheinend mühelos.
„Können wir das noch mal machen?“
2. Regeln im Lied lernen
2.1 Im Anfangsunterricht
Aus einer typischen Situation im Schullandheim ergab sich auch ein anderer nachhaltiger Lernweg. Kinder singen gerne. Die Verbindung von Lernen und Singen hat etwas
Müheloses. Es stellte sich mir die Aufgabe,
einen komplexen Sachverhalt, nämlich die
Verwendung von Imperfekt und Perfekt (Indikativ) im Lateinischen und von Präteritum
und Perfekt im Deutschen zu erklären und
einzuprägen. Dies zu begreifen, heißt etwas
von der Philosophie des Lateinischen verstehen, ein wichtiges Thema. In täglichem
Improvisieren entstand eine lateinische
Abenteuergeschichte, die es den Schülern
erlaubte, die neuen Gesetzmäßigkeiten selbst
zu entdecken. Die normalen „prosaischen“
Erklärungen des Lehrers ergänzte ich um ein
ebenfalls ad hoc gedichtetes Merklied5, das
die Kinder schnell konnten. Zwei einfache
Strophen zu einem schwierigen Thema auf
die Melodie „Alle Vögel sind schon da“:
Das latein’sche Imperfekt
zeigt uns beim Erzählen,
was dort spielt im Hintergrund,
Versuch, Gewohnheit tut es kund.
Deutsch setz hier Präteritum,
„Imperfekt“ wär nämlich dumm!
Beim Erzählen Perfekt zeigt,
worauf ‘s wirklich ankommt.
Deutsch nimm hier – Du bist nicht dumm –
einfach auch Präteritum
Perfekt deutsch auch Perfekt bleibt
bei Gespräch und Faktum.
2.2 Rap ist cool
Heutigen Achtklässlern kann man natürlich
nicht mehr mit „Alle Vögel sind schon da“
kommen. Besser schon mit trendigen Musikformen wie dem Rap, der sich als eine Art
rhythmisches Sprechen oder Sprechgesang
zum Transport von sprachlichen Regeln besonders eignet, was auch Schulbuchverlage
schon bemerkt haben.6 Eine Melodie kann
leicht improvisiert und unterlegt werden. Ein
gewisser Aha-Effekt stellte sich ein, als ich
ohne weitere Erklärung die Schüler aufforderte, zur nächsten Stunde alle in schwarzer
Kleidung mit Sonnenbrille und Hut bzw.
Kopfbedeckung zu erscheinen, was jeweils
zwei Drittel tatsächlich hinkriegten. Dann
ging’s los. Texte verteilen, vormachen, dann
alle zusammen und am Ende ohne Lehrer.
Latein darf Spaß machen. Hier zwei Texte,
die ich für diesen Zweck verfasst habe. Eine
Zusammenfassung zu ut bzw. cum mit Konjunktiv kann nie schaden.
Der ut-Rap
Ich gehe in die Schule,
damit ich lern – ich Jeck – ,
um damit was zu werden –
final wär das mein Zweck.
Du weißt so manches Wunschverb,
du wünschst, befiehlst, verlangst,
dass ich so manches täte...
Ich fürcht‘, dass ich hab‘ Angst.
Ich sag das Wörtchen „so“ so oft,
dass es hat Konsequenzen:
die Folge folgt konsekutiv
den Rest könnt ihr ergänzen.
Der cum-Rap
Nein der Adversativsatz,
der macht mich so verlegen,
dabei geht der ganz einfach
mit „während“ plus „hingegen“.
Historisch cum im Deutschen
das geht meist ganz bequem,
wenn dir nichts Bessres einfällt,
nimm „als“ oder „ nachdem“!
Das Starten mit „obwohl“
geht meistens bei mir schief,
das kann ich nicht kapieren,
mir wird ganz konzessiv.
‘nen Grund, den find ich immer,
ob mit „da“ oder mit „weil“.
Ich geb’ s ja ungern zu,
aber kausal find ich geil.
3.Ach, die alten Zaubersprüche.
Merkverse und Eselsbrücken
Merkverse ohne Musik haben im früheren
Lateinunterricht immer eine Rolle gespielt.7
Unser Kollege Thomas Schulte konnte mir
auf Anhieb noch einige, die ihm nützliche
Orientierung geboten hätten, auswendig
zitieren. Dabei geht es um das Genus von
Substantiven:
Masculini generis
sind die Wörter all auf -nis,
dann mensis, orbis , sanguis, fons,
collis, lapis, piscis, mons,
sermo, ordo, leo, pons,
dens, sol, as, grex und pulvis.
Doch iuventus, virtus, salus,
servitus, senectus, palus,
merces, quies, seges, auch
arbor weiblich sind im Brauch.
Neutra sind cor, vas „Gefäß“,
cadaver, iter, ver und aes,
ōs, ōris „Mund“, ŏs, ŏssis „Bein“
müssen gleichfalls Neutra sein.
Ein Teil dieser Merkverse ist heute weniger
interessant, weil er zur Stützung des Übersetzens ins Lateinische diente, wie etwa die
zitierten Genus-Regeln. Anderes ist nach
wie vor nützlich, z.B. dass bei aliquis und
anderen Indefinita die Vorsilbe ali- in bestimmten Sätzen wegfällt:
Bei ne, si, nisi, num
fällt ali- um.
Oder zu Genitiv auf -ius, Dativ auf -i:
Unus, solus, totus, ullus,
uter, alter, neuter, nullus
und uterque haben alle
-ius in dem zweiten Falle
und im Dativ enden sie
wie alius mit langem -i.
55
Dieser Merkvers lasse sich auch singen, habe ich irgendwo gelesen, auf „Prinz Eugen,
der edle Ritter“ – ein Lied, das kaum noch
jemand kennt. Findige Schüler einer früheren Klasse sind darauf gekommen, dass eine
andere Melodie hundertprozentig passt: die
Nationalhymne.
Eselsbrücken gibt es ohne Ende. Schüler finden die phantastischsten Assoziationen, wie jeder weiß, z.B. gegen die
Verwechslung von lǐber „Buch“ und
līber „frei“ hilft: līber frei als Schule etc.
Bei allem Genannten gilt: Was hilft, ist willkommen.
Dazu Rothenburg in AU 34, 1991, H. 6, 86-91.
Dazu Thomas Meyer a. a. O. 53-59; wenn man „lateinische Merkverse“ googelt, erhält man eine reiche
Auswahl, z.B. die 18-seitige (!) Sammlung http://www.
clauseninfo.de/pdf/merksprueche-latein_jpc.pdf. Diese Merkverse finden sich auch in älteren Grammatiken, z. B. in der des Lehrwerks „Ars Latina“. Sucht
man eher spielerisches Material, fallen einem hier als
erstes die gesammelten Sprachspielereien von Hans
Weis ein (Bella bulla, Iocosa, Curiosa).
3
Das Anm. 1 genannte AU-Heft ist der Ars memorandi (den Lerntechniken) gewidmet. Hier auf die antike
Mnemotechnik, von der jeder professionelle Redner
Gebrauch machte, einzugehen, würde zu weit führen;
dazu etwa DER NEUE PAULY s.v. memoria und sehr
ausführlich im Rezeptionsteil s.v. Mnemonik/Mnemotechnik.
4
Vgl. Verf.: Odysseus-Geschichten in der Sexta. Bericht über ein Schullandheimprojekt, in: Antike verbindet. Beitrag zum Europäischen Jahr der Sprachen
in NRW, Soest 2002, 24-26.
5
Lieder älterer Provenienz zum Einprägen grammatischer Regeln habe ich nicht finden können. Neuerdings gibt es zum Lehrwerk „Intra“ eine Audio CD
„Intrate“ mit Raps zur lateinischen Grammatik.
6
Vgl. vorige Anm.
7
Vgl. den Link in Anm. 2
1
2
Neues von Rats-Autoren –
Fortgesetzte Literaturhinweise in kleiner Auswahl
OStR Dr. Wolfgang Schröder (Abi ‘67)
(Diesmal: Fritz-Gerd Mittelstädt, Helmut
Niemeyer, Lars Oermann, Nils Ole Oermann, Tilman Rammstedt, Wolfgang Schröder, Fritz Tietz, Hans Zippert)
Zur Fortschreibung des Beitrags „Vom humanistischen Zorn zur präzisen Unschärfe“
(Gelbes Heft 2009) lassen sich weitere neue
Publikationen von Ehemaligen nennen. Zuerst sei auf Lars Oermann (Abi 1990) hingewiesen; er hat nach Maikäfer flieg (2004)
jetzt ein neues Buch veröffentlicht:
•Lars Oermann, Aequilibrium. Stalin, Malenkow, Bulganin, Molotow, Berija, Chruschtschow. Roman. Norderstedt (Books
on Demand) 2009.
Der Roman lässt, wie der Klappentext sagt,
einen “Wettlauf um ausgeklügelte Gleichgewichte” lebendig werden. Das Datum: 1953.
Stalin stirbt.
Am 22.März 2010 trat Lars’ Bruder, Nils
Ole Oermann (Abi 1992), in der Aula des
Ratsgymnasiums auf und las aus seiner neuen Schweitzer-Biographie:
56
•Nils Ole Oermann, Albert Schweitzer
1875-1965. Eine Biographie. München
(Beck) 2009.
Nils Ole Oermann studierte Evangelische
Theologie, Rechtswissenschaften, Philosophie und Geschichte an den Universitäten
Münster und Leipzig. Er war Stipendiat der
Konrad-Adenauer-Stiftung. Er hat Doktortitel in Moderner Geschichte und in Evangelischer Theologie erworben und sich in
Leipzig für systematische Theologie habilitiert. Von 2004 bis 2007 war er persönlicher
Referent des Bundespräsidenten.
Seit 2007 leitet er den Forschungsbereich
„Religion, Politics and Economics“ der
Humboldt Universität zu Berlin und wurde
2009 auf die Professur für Nachhaltigkeitsethik der Universität Lüneburg berufen.
Oermanns Schweitzer-Biographie ist ein
Bestseller und wird in der Fachwelt als
bedeutendes Standardwerk anerkannt. Ein
etwas älterer Titel von Nils Ole Oermann
handelt vom Geld:
•Nils Ole Oermann, Anständig Geld verdienen? Protestantische Wirtschaftsethik unter den Bedingungen globaler Märkte. Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2007.
Auch von Hans Zippert (Abi 1978) gibt es
Neues:
•Hans Zippert, Deutschland retten. Fit für
die nächste Krise. München (Sanssouci)
2010.
Zippert nimmt wieder viele Absurditäten
in Kultur und Politik unter die Lupe. Eine
Spezialität sind seine Parodien des verbreiteten Statistiken-Kults. Im Text über die
„PISA-Kultur“ (S. 138) heißt es: „In Schleswig-Holstein, das noch nicht vollständig
christianisiert ist, glauben 55 Prozent der
Gymnasiasten, dass die Erde eine Scheibe
ist, in Niedersachsen antworteten 21 Prozent
der Schüler auf die Frage nach den Namen
der Kontinente: ‚Afrika, Amerika, Borkum,
Norderney und Langeoog.’“ Dabei ist Langeoog doch gar kein Kontinent, sondern die
pädagogische Außenstelle des Bielefelder
Ratsgymnasiums.
Lesenswert ist auch das Bielefeld-Buch:
•Günther Butkus (Hg.), Rätselhaftes Bielefeld: Die Verschwörung (Wiglaf Droste, Erwin Grosche, Dietmar Wischmeyer,
Sandra Niermeyer, Fritz Tietz, Hans Zippert, Renate Niemann, Franz Mon, Udo
Lindenberg). Bielefeld (Pendragon) 2010.
Am 16.04.2010 lasen Wiglaf Droste, Hans
Zippert (Abi 1978) und Fritz Tietz (Abi
1978) im Kamp Bielefeld aus dem Buch.
Die Woche davor las Fritz Tietz in der Fitzoblongshow in Hannover, wofür er durch die
Hannoversche Allgemeine vom 09.04.2010
sehr gelobt wurde. Er trug unter anderem ein
Kapitel über den Zivildienstleistenden Lutz
Ganter, den Helden des Romans, den Tietz
zur Zeit in der Feder hat, vor.
Der Hauptschauplatz des Romanprojekts
ist Bielefeld. Wird darin vielleicht auch das
Rats eine Rolle spielen? Vielleicht wird
darin auch das Rats eine Rolle spielen. Die
Hannoversche Allgemeine nennt den Ziviroman eine „große Entdeckung“ und urteilt:
„Es könnte ein Meisterwerk werden.“
Helmut Niemeyer (Abi 1951) schrieb wieder
einen interessanten Text für den Merkur:
•Helmut Niemeyer, „Matrosenanzüge“. In:
Merkur, Heft 732 (Mai 2010), S. 460 –
463.
Dort lesen wir zum Beispiel: „Bequeme Hosen, weite Blusen − seemännische Ansätze
zu zwangloserer Knabenkleidung schon im
18. Jahrhundert in England. […] 1918 − revolutionäre Marine nicht nur in Kronstadt
und Odessa, auch im deutschen Binnenland:
Blaujacken, nackte Hälse, Kolben nach
oben, ruppig und wild. Dagegen Marineoffiziere noch 1939 ‚spröde’ und ‚brüchig’.
International im zweireihigen dunkelblauen
Rock, mit steifen weißen Kragen, schwarzer Schleife. Epauletten für höhere Ränge,
manchmal gar Zweispitze. Klaus Theweleits
Schauergalerie am Anfang der Männerphantasien enthält nur zwei Mariner: Kapitän
Ehrhardt, korrekt-unauffällig, und Martin
Niemöller. Dessen Foto − ein frecher junger
Macho, die Arme eingestemmt − findet sich
in seinem Bestseller Vom U-Boot zur Kanzel
(Richard von Weizsäcker erinnert sich, dass
sein Vater zu sagen pflegte, das Buch hieße
eigentlich ‚Im U-Boot auf die Kanzel’).“
Hingewiesen werden kann an dieser Stelle
auf Fritz-Gerd Mittelstädt (Abi 1967). Der
Autor ist Professor mit einem Lehrauftrag in
Osnabrück und publiziert seit Jahren immer
neue und brisante Beiträge zur Landeskunde
und Geographiedidaktik. Ein interessanter
Text ist der folgende:
•Fritz-Gerd Mittelstädt: „Operatoren – der
‚Lackmustest’ für die Implementierung
der Bildungsstandards. Eine geographiedidaktische Zwischenbilanz“. In: Geographische Rundschau, 61 (2009) 6, S.
60-61.
Mittelstädts Beitrag thematisiert die Verwandlung herkömmlicher W-Fragen bei
geographischen Arbeitsaufträgen in die zur
Zeit so heißenden „Operatoren“. Die Beobachtungen, die der Didaktiker anstellt, sind
unideologisch, kritisch und dadurch auch
über die Fachgrenzen hinaus ergiebig. Noch
aktueller ist der Beitrag:
•Fritz-Gerd Mittelstädt: „Semper idem –
oder: Anforderungsbereiche, Operatoren
und Kompetenzen“. In: Geographie und
ihre Didaktik, 1/2010, S. 56-58.
57
Darin macht der Autor aus Anlass der von
Ambros Brucker herausgegebenen Geographiedidaktik in Übersichten (Köln 2009) auf
eine kuriose Verwechslung der richtlinienrelevanten „Anforderungsbereiche“ (AFB)
aufmerksam. Der Hinweis bezweckt, so
Mittelstädt, „keine Beckmesserei“ (S. 58).
Gleichwohl ist er zum Schmunzeln: „Dass
der Operator ‚darlegen’ dem AFB I zugeordnet wird (Brucker 2009, S. 137), ist sachgerecht und nachvollziehbar. Doch die Definition für diesen Operator lautet ‚ausführlich
erläutern, erklären’. Damit stößt sie an die
Grenzen der Verständlichkeit, wenn im unmittelbaren Anschluss sowohl ‚erläutern’
als auch ‚erklären’ dem AFB II zugeordnet
werden.“ (S. 56 f.) Mittelstädts abschließenden Kommentar kann man sich, wenn man
seine Worte verallgemeinert, getrost hinter
die Ohren schreiben: „Wer erreichen will,
dass Lehrkräfte mit ihren Schülern […] präzise kommunizieren, der muss selber […]
klar und unzweideutig über das Unterrichten
sprechen und Forderungen, die er an Lehrkräfte stellt, die in der täglichen Praxis arbeiten, selber erfüllen.“ (S. 58)
Die für das Gelbe Heft 2009 nur in Auswahl vorgestellten Ergebnisse über unsere
Ehemaligen-Autoren sind jetzt in vervollständigtem Umfang nebst einer Darlegung
der – nach vorläufiger Zählung – vier RatsPorträts in Ehemaligen-Romanen auch für
wissenschaftliche Zwecke als Beitrag zur
westfälischen Literaturforschung erschienen:
•Wolfgang Schröder, „Literaten aus humanistischem Haus. Über die Ehemaligen-
58
Autoren des Bielefelder Ratsgymnasiums
und ihre Schulporträts“, in: Literatur in
Westfalen. Beiträge zur Forschung 10.
Im Auftrag der Literaturkommission für
Westfalen des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe hg. v. Walter Gödden.
Bielefeld (Aisthesis Verlag) 2009, S. 327361.
In dem Band finden sich ferner zwei Beiträge über den westfälischen Landpfarrer und
Aufklärer Johann Moritz Schwager und über
das „Rheinweinlied“ des Claudius in zeitgenössischen Parodien und Trinkliedern vom
Rats-Ehemaligen Frank Stückemann (Abi
1981) sowie eine sehr lesenswerte Laudatio
auf Tilman Rammstedt (Abi 1994):
•Oliver Jungen, „Unser Chinese im All.
Laudatio auf Tilman Rammstedt anlässlich der Verleihung des Annette-vonDroste-Hülshoff-Preises am 9. Dezember 2008 im Museum für Westfälische
Literatur Haus Nottbeck“, in: Literatur
in Westfalen. Beiträge zur Forschung
10. Im Auftrag der Literaturkommission
für Westfalen des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe hg. v. Walter Gödden.
Bielefeld (Aisthesis Verlag) 2009, S. 259264.
Oliver Jungen stellt darin fest (S. 264):
„Tilman Rammstedt hat […] nicht nur der
Literatur, sondern auch seiner Heimat einen großen Dienst erwiesen. Dass Westfalen Humormangelgebiet sein soll, möchte man kaum noch glauben, wenn man
einmal mit diesem Autor zu tun hatte.“
(Stand: 1. Juli 2010)
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59
60
61
Horaz und die Geschichte der Gymnasialbibliothek
OStR Dr. Johannes Altenberend
Die Lehrerbibliothek des Ratsgymnasiums
zieht immer wieder Wissenschaftler an,
die in den alten Buchbeständen Antworten
auf ihre Fragen suchen. Im Zusammenhang
mit der Edition des Cento poeticus, also eines Flickengedichtes, in welchem ein Bielefelder im Jahre 1692 Verse von antiken
Autoren dazu benutzt hat, um Angehörige
der Bielefelder Elite „ironisierend und spöttisch, manchmal aber auch wohlwollend zu
charakterisieren“, erreichte das Ratsgymnasium die Anfrage, ob in der Bibliothek eine alte Horaz-Ausgabe vorhanden sei. Der
römische Dichter Horaz, der über die Gabe
verfügte, „stilvoll, witzig und spöttisch die
Schwächen seiner Mitmenschen bloßzulegen“, war nämlich der in dem Flickengedicht
von 1692 am häufigsten zitierte antike Autor.1
Die Suche in der Bibliothek
begann zunächst mit einer herben Enttäuschung. Denn die
älteste in Deutschland erschienene, 1498 von Johannes Grüninger in Straßburg gedruckte
Horaz-Ausgabe ist nicht mehr
in der Bibliothek vorhanden.
Prof. Dr. Theodor Bertram,
Mathematiklehrer und bibliophil interessierter Kollege am
Gymnasium, hat dieses Buch
in seinem Inkunabelkatalog
von 1906 noch exzellent beschrieben, wobei ihn besonders
die alten Holzschnitte interessierten. Allerdings war schon
damals das Buch geplündert
worden, denn Bertram hielt
fest, dass „die bemerkenswertesten Schnitte … aus dem
vorliegenden Exemplar herausgerissen“ waren.2 Wer das
getan hat und wer später das
Buch aus der Gymnasialbibliothek entfernt hat, bleibt na-
62
türlich im Dunklen. Das gilt ebenso für den
ursprünglichen Herkunftsort; doch spricht
einiges dafür, dass das Buch wie viele andere Teile des Altbestandes 1830 aus dem Bielefelder Jodokuskloster in das Gymnasium
am Klosterplatz gelangt ist.
Ursprünglich besaß das Gymnasium vier
weitere Bücher mit Horaz-Texten vom Ende des 16. Jahrhunderts.3 Davon ist nur noch
eine kleinformatige, 1588 in Paris gedruckte Ausgabe erhalten (Signatur H III 156),
welche aber schon beim ersten Aufschlagen einige Überraschungen bietet. Auf der
inneren Seite des vorderen, in Schweinsleder gebundenen Buchdeckels befinden sich
nämlich zwei Besitzeinträge, und zwar von
Hermann Adolph Pott und von Hermann
Adolph Meinders, der in seinem Eintrag auf
das „großzügige Geschenk des geliebten
Vetters, Herrn Pott“ hinweist. Beide waren
Bielefelder Bürger und wurden in dem oben
erwähnten Flickengedicht von 1692 durch
Horaz-Verse charakterisiert.4
Für Hermann Adolph Pott (1664-1726), studierter Jurist und in der ravensbergischen
Verwaltung tätig, wählte der unbekannte
Autor des Cento folgenden Vers aus:
Hoc erat in votis: modus agri non ita magnus,
hortus ubi et tecto vicinus jugis aquae fons.
Immer schon war dies mein Wunsch: ein Gut
von bescheidener Größe mit einem Garten
und nahe am Hause eine sprudelnde Quelle.
Dieser Vers deutet auf den
Wunsch von Hermann Adolph Pott hin, sich auf dem
kleinen, von seinem Vater
ausgebauten Landgut vor
den Toren Bielefelds aufhalten zu können. Zu diesem an
der Herforder Straße gelegenen Landhaus (Pottenau), in
welchem Friedrich der Große 1755 nächtigte, gehörte
nachweisbar eine Bibliothek
mit antiken Autoren; ursprünglich dürfte unser Buch
also dort aufbewahrt worden
sein. Ein Bücherfreund war
auch der Zweitbesitzer, der
Begründer der ravensbergischen Geschichtsschreibung
Hermann Adolph Meinders
(1665-1730), über den der
Cento schrieb:
- - Licebit - Nunc veterum libris, nunc
somno et inertibus horis
ducere sollicitae jucunda oblivia vitae?
Wann wird mir´s vergönnt
sein,
jetzt mit den Büchern der Alten, jetzt in Schlaf und Muße
friedlich den Tag zu genießen,
die Sorgen all zu vergessen?
Wer die Horaz-Ausgabe durchblättert, wird
schnell feststellen, dass das Buch nicht nur
in den Regalen der beiden Büchersammler
und -freunde gestanden hat, sondern dass
man sich intensiv mit dem antiken Autor beschäftigt hat. Insgesamt drei Handschriften
mit Anmerkungen, Kommentaren, Übersetzungen und Verweisen sind deutlich zu
erkennen, unter anderem die Handschrift
von Meinders selbst. Buchbesitz, Sprachenkenntnis und die Lektüre antiker Autoren,
das konnte Prof. Rüthing am Beispiel dieses
Buches nachweisen, hatten also im kleinstädtischen Bielefeld der Frühen Neuzeit „eine
Heimstatt“. Es ist nicht unwahrscheinlich,
dass Pott und Meinders – beide stammten ja
aus Bielefelder Familien – die Grundlagen
für ihre „gelehrte Bildung“ auf dem hiesigen
63
Gymnasium erhalten haben,
wo Latein und Griechisch
zum alltäglichen Pensum
der Schüler gehörten. Ob
ihnen hier auch eine Portion
des Horaz eigenen Humors
vermittelt worden ist, muss
jedoch sehr bezweifelt werden. Denn dem damals amtierenden Rektor Johannes
Manzius widmete der Cento
einen Horaz-Vers, welcher
nicht ganz untypisch für älter werdende Lehrer zu sein
scheint:
Difficilis, querulus, laudator
temporis acti
se puero, censor, castigatorque minorum.
Pott – Meinders – Bibliothek des Gymnasiums lauten die Besitzeintragungen
in der Horaz-Ausgabe von
1588. Über eine private
Schenkung von Büchern aus
der Familie Meinders an die
Bibliothek des Gymnasiums
ist bisher nichts bekannt
gewesen. Fast zufällig ist
nun ein zweites Buch von
Hermann Adolph Meinders
gefunden worden (Sig. E II
7). Eine genauere Untersuchung des Gesamtbestandes
müsste an Hand von Besitzeintragungen und
von Bucheinbänden klären, ob weitere Bücher aus dem Besitz der bedeutenden Bielefelder Familie in die Gymnasialbibliothek
gelangt sind.
Auf jeden Fall ist die Bestandsgeschichte
unserer Lehrerbibliothek um einen Mosaikstein bereichert worden. Zudem zeigt das
Beispiel, dass sie ein wichtiger Fundort für
die wissenschaftliche Forschung ist und besonders die Lokal- und Regionalgeschichte
zu bereichern vermag.
64
1
2
3
4
S iehe Heinrich Rüthing, Gelehrte Bildung und Humor
in Bielefeld. Eine Satire auf die Eliten der Stadt Bielefeld und der Grafschaft Ravensberg aus dem Jahr 1692,
Bielefeld 2009.
heodor Bertram, Beschreibung der Inkunabeln, die
T
sich in den Bibliotheken des Gymnasiums und der
Altstädter Kirche zu Bielefeld befinden, Leipzig 1906,
S. 14 f.
heodor Bertram, Verzeichnis der n der GymnasialT
bibliothek zu Bielefeld befindlichen Drucke aus dem
XVI. Jahrhundert, Leipzig 1908, S. 37 f.
um Folgenden vgl. Rüthing, S. 48 f, S. 51 ff u. S. 64 ff;
Z
der auch die Übersetzungen angefertigt hat.
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70
Chronik des Schuljahres 2009/2010
Jahrestreffen 2009
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Die folgende Chronik spiegelt – wie in jedem Schuljahr – einen Ausschnitt schulischer Ereignisse wider, die über den täglichen Unterricht hinaus zum Schulleben
gehören. Aktivitäten einzelner Klassen, z.B.
Schullandheimaufenthalte, Wandertage oder
Exkursionen, haben alle ihre wichtige Bedeutung, können aber der gebotenen Kürze
wegen nicht berücksichtigt werden.
Bis zum 17.08.2009
Die umfangreichen Bauarbeiten im Gebäude,
die während der Sommerferien durchgeführt
wurden, können weitgehend abgeschlossen
werden:
– Der Kunstraum wird, unter Hinzunahme
des bisherigen Vorbereitungsraumes, geteilt und zu zwei neuen Räumen ausgebaut.
Das Entfernen von Teilen einer tragenden
Wand erfordert aufwändige Maßnahmen.
Beide Räume erhalten neue Böden, Brandschutz- und Schallschutzdecken, Waschbecken, Verdunklungsmöglichkeiten, Möbel
und die Ausstattung mit Beamern.
– Auf dem Boden oberhalb der Kunsträume
ist zum einen ein Raum für den Brennofen
und die Druckpresse entstanden, zum anderen kann die ehemalige Empore als Vorbereitungsraum genutzt werden.
– Einer der Computerräume ist zum Kursraum für die Oberstufe umgebaut worden;
der zweite Computerraum wird komplett
saniert.
– Viele Räume im Oberstufenflur erhalten
neue Decken, neue Beleuchtung, neue
Elektroinstallationen, Beamer und Internetzugang sowie neue Gardinen.
– Der Flur des zweiten Stockwerks erhält
einem neuen Fußbodenbelag einen neuen
Anstrich und neue Lampen; an den Decken
werden Konstruktionen zum Brandschutz
und zur Schalldämmung angebracht.
– In den Treppenhäusern wird zusätzlicher
Schallschutz angebracht.
17.08.2009
Am ersten Schultag macht der RTL-Wahlbus
Station am Ratsgymnasium und interviewt,
unter dem Gesichtspunkt der anstehenden
Wahlen, Schülerinnen und Schüler.
18.08.2009
Mit dem Einschulungsgottesdienst in der
Altstädter Nicolai-Kirche beginnt für 124
Sextanerinnen und Sextaner ihre Schulzeit
am Ratsgymnasium. Nach einer Feierstunde
in der Aula werden sie von Frau Buschmann,
Frau Jansen, Herrn Jansen und Frau Uffenkamp in ihre Klasse gebracht und erleben mit
den Klassenleitungen gemeinsam die ersten
beiden Schultage.
Für die Eltern der neuen Schülerinnen und
Schüler besteht im Anschluss an die Feierstunde die Möglichkeit, im Forum bei einer
Tasse Kaffee mit Eltern, die sich in der Schule engagieren, und dem Förderverein erste
Kontakte aufzunehmen.
27.08.2009/28.08.2009
Der Literaturkurs des Schuljahres 2008/2009
führt vor vielen interessierten Zuschauerinnen und Zuschauern im Dansart-Theater die
Produktion „Leonce und Lena“ auf. Die Regie liegt in den bewährten Händen von Frau
Jung-Lösing.
29.08.2009
Im Bauernhaus-Museum wird die Ausstellung „Hut ab“ – Bielefelder Geschichten über
Hüte, Hauben und Helme – eröffnet. Die Geschichts-AG des Ratsgymnasiums unter der
Leitung von Herrn Dr. Altenberend ist an der
Ausstellung beteiligt.
05.09.2009
Die Schüler Paul Behne, Sebastian Berning
und Mathis Nürnberger, alle Schüler der
Quarta b, nehmen an der Mathematik-Schülerakademie SAM-OWL-lokal der Bezirksregierung Detmold teil.
10.09.2009
Wie in jedem Jahr treffen sich die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I zu den
Bundesjugendspielen auf der Rußheide. Bei
eher herbstlichem Wetter kämpfen die KlasFotos: Fotoatelier Berries
71
und Wettbewerben teilgenommen
Jahrestreffen 2009 prüfungen
haben bzw. sich für die Schule engagiert haben. Musikalisch umrahmt wird die Veransen zunächst im Dreikampf um Punkte und
Urkunden; anschließend finden, unter der
Anfeuerung der Klassenkameraden, die Staffeln der einzelnen Jahrgangsstufen statt.
13.09.2009
Schülerinnen und Schüler der Klassen IVa
und UIIIc nehmen erfolgreich am Weltrekordversuch „Jumpstyle“ zum Eintrag in das
Guiness-Buch der Rekorde teil. Hierzu müssen mehr als 1030 Personen für 5 Minuten
synchron tanzen. Nach ausgiebiger Vorbereitung im Sportunterricht erfolgte eine zusätzliche Unterweisung durch Tanzlehrer der
Tanzschule Kalkbrenner, um die Choreographie vorzubereiten. Bei dieser Vorbereitung
ist ein Fernsehteam des WDR dabei.
14.09.2009
Die Schülerinnen und Schüler der Unter- und
Oberprima nehmen an einer zweistündigen
Informationsveranstaltung zur Beratung über
den Lehrerberuf von Frau Ministerin Sommer
in der Aula des Gymnasiums am Waldhof
teil.
16.09.2009 – 27.09.2009
Mit einer Gruppe von 15 Schülerinnen und
Schülern fährt Frau Hilf gemeinsam mit Frau
Specht anlässlich des 1150-jährigen Stadtbestehens zum Heureka-Gymnasium nach
Nowgorod.
25.09.2009
Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 besuchen gemeinsam mit
Herrn Dr. Altenberend, Herrn Dr. Bleike,
Herrn Graeser und Herrn Jost die Berufsinformationsbörse „BIB“ in den Carl-SeveringBerufskollegs.
01.10.2009
In der Aula findet in der 4. bis 6. Stunde die
mittlerweile traditionelle Ehrungsveranstaltung der „Beigelschen Stiftung für das Ratsgymnasium“ statt. In Anwesenheit der Vorstandsmitglieder, Herrn Dr. Hünerhoff und
Herrn Stratenwerth, werden Schülerinnen und
Schüler jeder Jahrgangsstufe für besonders
gute schulische Leistungen ausgezeichnet.
Weiterhin erfolgt eine Ehrung der Schülerinnen und Schüler, die erfolgreich an SprachFotos: Fotoatelier Berries
72
staltung durch Esther Brand aus der UIIa.
01.10. – 17.10.2009
Die Jahrgangsstufe 13 befindet sich auf Studienfahrt. Unter der Leitung von Frau Winke
und Herrn Lohr fährt eine Gruppe nach Griechenland. Italien wird von zwei Gruppen angesteuert: mit dem Ziel Giglio und Rom sind
Frau Rottmann und Herr Bökamp unterwegs,
in Rom und Paestum sind Herr Dr. Gertz und
Frau Uffenkamp mit ihrer Gruppe.
04.10. – 14.10.2009
Unter der Leitung von Frau Dr. Schütze und
Frau Geuting fahren 24 Schülerinnen und
Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 zum
Austausch nach Abingdon. Neben dem Besuch
unserer Partnerschulen „Abingdon-School“
und „The School of St. Helen und St. Katherine“ stehen zahlreiche Ausflüge, zum Beispiel
nach Oxford und Bath, auf dem Programm.
28.10.2009
Für die Untersekunden findet eine zweistündige Begegnung mit dem Zeitzeugen Shlomo
Wolkowicz, Jahrgang 1924, statt. Er berichtet,
wie er als Kind jüdischer Eltern unter dramatischen Umständen überlebt hat. Der Vortrag
findet in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, der Deutsch-Jüdischen
Gesellschaft, der Gesellschaft für christlichjüdische Zusammenarbeit und dem Büro für
Städtepartnerschaften der Stadt Bielefeld
statt.
30.10.2009
Die Vereinigung der Ehemaligen lädt zum
alljährlichen Beisammensein in der kleinen
Turnhalle ein. Zahlreiche Ehemalige unterschiedlicher Abiturjahrgänge, Kollegen und
ehemalige Kollegen verbringen einen geselligen, langen Abend miteinander.
31.10.2009
Im Rahmen des Ehemaligentreffens nutzen
einige Ehemalige die Gelegenheit, am Unterricht teilzunehmen. In der anschließenden
Feierstunde in der Aula kommen Abiturienten, deren Abitur 40, 50, 60 oder 70 Jahre
zurückliegt, zu Wort. Der Vorsitzende des
Ehemaligenvereins, Herr Schulze-Niehoff,
moderiert die Veranstaltung, die musikalisch
von der Bläsergruppe unter der Leitung von
Frau Morgenthaler sowie der Schülerin Esther Brand am Klavier umrahmt wird.
Nach einem Mittagessen in der kleinen Halle
endet die Veranstaltung mit einer Schulführung von Herrn Nolting.
matik-Wettbewerbe findet in der Universität
Jahrestreffen
Bielefeld statt. Es nehmen teil: 2009
VIa: Leo Brüchner-Hüttemann, Julius Sander
02.11.2009
Für das Kollegium findet ein pädagogischer
Tag zum Thema „Die Qualitätsanalyse als
Instrument und Konsequenzen für den Unterricht“ statt. Nach einem Eingangsreferat von
Herrn OStD Karsten Fahlenkamp, Schulleiter
des Gymnasiums Blomberg, arbeitet das Kollegium in Kleingruppen an dem Thema der
Unterrichtsentwicklung.
19.11.2009
Die Ausstellung „,Was steht denn da?‘ – Kunst
im öffentlichen Raum“ wird in der Schule am
Möllerstift eröffnet; der letztjährige Untersekunda-Kunstkurs von Frau Hollmann beteiligt sich mit mehreren plastischen Arbeiten
und Fotoarbeiten an der Ausstellung.
09.11.2009
Für die Jahrgangsstufen 12 und 13 findet in
der Aula eine zweistündige Veranstaltung
„Deutschlandforschung“ zum Thema „Zwanzig Jahre Mauerfall – Zeitzeugen berichten“
statt.
Vermittelt durch Herrn Dr. Frank Hoffmann,
Mitarbeiter des Instituts für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität Bochum, sind
Herr Horst Vogt aus Bad Oeynhausen, Herr
Bernd Pieper aus Gütersloh und Herr Alexander Richter aus Emsdetten unsere Gäste.
12.11.2009
In der gefüllten Aula findet der Informationsabend für Eltern statt, die sich über das Ratsgymnasium als weiterführende Schule für
ihre Kinder informieren möchten.
14.11.2009
Am ersten Tag der offenen Türe besuchen
Kinder gemeinsam mit ihren Eltern das Ratsgymnasium. Neben dem Besuch der ersten
Lateinstunde stehen Unterrichtsbesuche in
den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik
und Biologie auf dem Programm. Zahlreiche
Mitmachangebote und kleine Ausstellungen
sowie Gespräche mit dem Kollegium ermöglichen einen Einblick in unsere Arbeit.
14.11.2009
Die Bezirksrunde der Mathematik-Olympiade
2009/2010 des Landesverbandes der Mathe-
Vc: Fabian Brüggemann, Jago WahlSchwentker, Johann-David Wochner
UIIIa:Max Becker, Lea Sebetowski, Moritz
Wachsmuth-Melm, Tarik Wörmann
OIIIb: Moritz Emmrich, Moritz Steinmann
OIIIc: Jennifer Sauer, Hannah Weller.
27.11.2009
Zum dritten Mal findet in der besonderen Atmosphäre der alten Bibliothek eine Lesung
statt. Therese Berger, Schauspielerin am Theater Bielefeld, liest „Friederike Spiegel – Ein
Monolog“ von Stefan Brams, dem Leiter der
Kulturredaktion der Zeitung „Neue Westfälische“.
28.11.2009
An der Ausstellung „Mehr als ein T-Shirt“
des Bielefelder Kunstvereins beteiligen sich
Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe mit
einer eigenen Präsentation.
28.11.2009
Am traditionellen Weihnachtsbasar beteiligen sich die Schülerinnen und Schüler unserer Schule mit großem Engagement: Weihnachtsgebäck, weihnachtlicher Schmuck,
Kerzen, Adventskränze oder selbstgemachte
Seifen sind ebenso im Angebot wie zahlreiche Speisen und Getränke. Unterhaltung
durch Vorführungen runden das Programm
ab. Auf dem Schulhof ist der Krankenwagen
zu bewundern, der durch die Unterstützung
unserer Schule und großzügiger Spender der
Krankenstation in Benin zur Verfügung gestellt werden soll. Für die Schulkinder und das
Kollegium unserer Partnerschule sind wieder
viele Pakete gepackt worden, die gemeinsam
mit gespendeten Schulranzen, Fahrrädern,
Brillen und medizinischen Hilfsgütern im
Container nach Benin geschickt werden.
Fotos: Fotoatelier Berries
73
08.12.2009
Den Vorlesewettbewerb der Quinten gewinnt
Fiona Schlüter aus der Va.
dem Programm stehen neben TagesausJahrestreffen 2009 Auf
flügen nach Bremen und Münster diverse
kleinere Unternehmungen in Bielefeld sowie
15.12.2009
Mit einem weihnachtlichen Konzert in der
Neustädter Marienkirche stimmt uns die
Fachschaft Musik mit allen Musikgruppen
unter der Leitung von Frau Morgenthaler,
Frau Wagner-Storz und Herrn Gerwin auf die
bevorstehende Weihnachtszeit ein.
22.12.2009
Die Weihnachtsmusik und die Wortbeiträge
in der Jodokuskirche beenden für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und
Lehrer den letzten Schultag im Jahr 2009.
16.01.2010
Der Krankenwagen für unsere Partnerschule
in Benin wird auf seine lange Reise geschickt.
Mit einem gemeinsamen Foto aller Schülerinnen und Schüler verabschieden wir uns von
den Berufsfeuerwehrleuten Dirk Hengelsberg
und Marco Wahle, die ihren Urlaub für diese
Fahrt verwenden.
21. 01. – 28.01. 2010
Für die Jahrgangsstufen 7, 8, 9, 10 finden Projekttage zum Umgang mit Computern unter
dem Motto „Surfen mit Sin(n)“ statt.
25.01. – 05.02.2010
Gemeinsam mit 20 Schülerinnen und Schülern der Untersekunden fahren Frau Basista
und Frau Buß zum Besuch unserer Partnerschule nach Gap in Frankreich. Sie kommen
begeistert von dem Austausch zurück.
27.01. – 31.01.2010
Unter der Leitung von Frau Winke, Herrn
Dr. Altenberend und Herrn Graeser fährt die
Jahrgangsstufe 13 zu einer Geschichtsexkursion nach Berlin.
07.02. – 15./17.02.2010
22 Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschulen in Abingdon besuchen unsere
Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe
9. Sie werden begleitet von Frau Armstrong,
Frau Astbury, Frau Jennings, Herrn Revill
und Herrn Loughe.
Fotos: Fotoatelier Berries
74
das „Anglo-German-Project“ und der bunte Abend im Forum, in dessen Verlauf Herr
Revill für sein Engagement in 25 AustauschBesuchen ausgezeichnet wird.
13.02. – 17.02.2010
Die Musikgruppen der Schule fahren unter
der Leitung von Frau Morgenthaler, Frau
Reinhold, Frau Wagner-Storz und Herrn Gerwin zur Musikfreizeit nach Langeoog.
13. 03. – 24.03.2010
Begleitet von Frau Eyrand und Herrn Agostini besuchen 19 Schülerinnen und Schüler
unserer Partnerschule in Gap ihre Austauschpartner. Auf dem Programm stehen Tagesausflüge nach Osnabrück und Hamburg, zahlreiche kleinere Unternehmungen in Bielefeld
und Umgebung sowie ein Theaterabend mit
der Theater-AG von Frau Jung-Lösing.
22.03.2010
Prof. Dr. Nils Ole Oermann, Abiturient des
Jahrgangs 1992, referiert in der Aula über
seine viel beachtete Albert-Schweitzer-Biographie.
24. 03. und 25.03.2010
Das alljährliche Schulkonzert, in diesem
Jahr als Frühlingskonzert angekündigt, gibt
Einblicke in die vielfältige Arbeit unserer
Musikgruppen. Unter der Leitung von Frau
Morgenthaler, Frau Wagner-Storz und Herrn
Gerwin präsentieren der Unterstufenchor,
der gemischte Chor, der Flötenkreis, die BigBand, die IP-Band und das Orchester ein abwechslungsreiches Programm.
25.03.2010
Für die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe finden unter der Anleitung der Sportlehrerinnen und Sportlehrer die Bundesjugendspiele im Gerätturnen statt.
22.04.2010
Die Schülerinnen und Schüler der Quarten
nehmen am „Girls’ und Boys’-Day“ teil und
erhalten damit erste Einblicke in die Berufswelt.
30.04.2010
Die Außenspielgeräte, die mit Hilfe der Förderung aus IZBB-Mitteln hinter der großen
Turnhalle aufgestellt werden konnten, werden von den Schülerinnen und Schülern in
den Pausen und im Rahmen der Übermittagsbetreuung mit großer Begeisterung erstürmt.
06.05.2010
Am 10. Vorlesewettbewerb und 1. Präsentationswettbewerb der Deutsch-Französischen
Gesellschaft e.V. Bielefeld für Französisch
lernende Schülerinnen und Schüler an Bielefelder Schulen nehmen unsere Schülerinnen
und Schüler mit großem Erfolg teil: Elena
Schaffeld (OIIIc) belegt in der Stufe I (Anfänger) der Gymnasien den 1. Platz, Matthis Prestel (UIIa) belegt in der Stufe II (Fortgeschrittene) der Gymnasien den 2. Platz und Friederike
Reimers (UI) belegt im Präsentationswettbewerb der Sekundarstufe II den 1. Platz.
01.06.2010
Im Zusammenhang mit den Abiturprüfungen
präsentieren Maria Elges, Kim Heywinkel,
Franziska Jostock und Charlotte Lenger ihre
besondere Lernleistung im Fach Kunst. Die
Betreuung liegt in den Händen von Frau Uffenkamp.
15.06.2010
Das Ratsgymnasium richtet die Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen
„Wettbewerbssprache Latein“ aus. Über den
Tag verteilt sind etwa 300 Gäste in unserer
Schule. Das Engagement der Fachschaften
Latein und Musik rundet die Veranstaltung
ab, die vormittags die Einzelpreisträger und
nachmittags die Gruppenwettbewerbe ehrt: ein
lateinisches Theaterstück der Sexta, einstudiert
von Frau Schneider, und Musikbeiträge unserer
Gruppen finden die verdiente Anerkennung.
23.06.2010
In einer jeweils einstündigen Veranstaltung
in der Aula berichten Dirk Hengelsberg und
Marco Wahle, Mitglieder der Berufsfeuerwehr Bielefeld, unseren Schülerinnen und
Schülern über den Transport des Krankenwagens nach Benin und ihre Rückfahrt auf
Motorrädern. Frau Rottmann, die zur Ankunft des Krankenwagens extra in Benin war,
ergänzt den Bericht durch ihre persönlichen
Jahrestreffen
2009
Eindrücke bei der Übergabe des
Krankenwagens an die Krankenstation und das damit
verbundene Fest.
26.06.2010
Mit einem Gottesdienst in der Altstädter
Nicolai-Kirche und einer anschließenden
Feier in der Aula wird der Abiturjahrgang
2010 verabschiedet. Der abschließende Sektempfang im Forum rundet die Veranstaltung
ab. Am Abend feiern die Abiturientinnen und
Abiturienten mit Familien, Freunden und der
Lehrerschaft in der Hechelei den „Abi-Ball“.
01.07.2010 – 12.07.2010
An der Kampagne „Sehen lernen“ der StadtBauKultur NRW beteiligt sich das Ratsgymnasium mit Aktionen am Fenster im Kunsthallenpark: Unter dem Motto „Sehen, was in
der Schule passiert!“ präsentieren Kolleginnen und Kollegen mit ihren Klassen in kleinen Sequenzen Unterrichtsergebnisse.
13.07.2010
Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen
beteiligen sich an der „Aktion Tagwerk –
Dein Tag für Afrika“ und bringen ihren Verdienst des Tages sowohl für unsere Partnerschule in Benin als auch für Projekte der Aktion Tagwerk gegen Bildungsarmut in Afrika
ein. Unterstufenklassen besuchen das Welthaus. Ältere Schülerinnen und Schüler ohne
Arbeitsverträge unterstützen das Aufräumen
und Saubermachen im Gebäude, wobei der
Schwerpunkt in den Räumen für Erdkunde,
Biologie und Physik liegt, da dieser Teil des
Gebäudes in den Sommerferien saniert wird.
Beim Sommerfest engagiert die SV sich und
organisiert außer diversen Verpflegungsständen eine Talentshow. Zahlreiche Schülerinnen
und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer
nutzen den sommerlichen Spätnachmittag des
letzten Schultages zu Begegnungen.
14.07.2010
Gegen 10.30 Uhr verlassen die letzten Schülerinnen und Schüler das Gebäude, die Lehrerschaft trifft sich zur letzten Konferenz des
Schuljahres – und die Handwerker beginnen
mit ihrer Arbeit im naturwissenschaftlichen
Anbau.
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Jahrestreffen 2009
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Jahrestreffen 2009
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Professor Dr. Otto Nitzsch –
Lehrer, Schulleiter, Historiker, Übersetzer
Bernd J. Wagner, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld
Nur wenige Monate nach dem Tod von Prof.
Dr. Otto Nitzsch, der am 16. Oktober 1904
gestorben war, widmeten ihm Schüler und
Verehrer einen Grabstein mit dem Konterfei
des Verstorbenen, der noch heute auf dem
Johannisfriedhof zu sehen ist. Das war in
dem Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg
zunächst keine Seltenheit. Auch die Grabsteine von Georg Hinzpeter, dem Erzieher
des späteren Kaisers Wilhelm II., und des
Krankenhausarztes Dr. Leopold Kranefuß
zeugen von diesem posthumen Ehrerweis.
Ein Blick ins Bielefelder Adressbuch verrät, dass Nitzsch für seine Nachwelt so bedeutend war, dass nach ihm 1948 eine neu
angelegte und bis dahin unbewohnte Straße
in der östlichen Innenstadt benannt wurde.
Wenn aber heute gefragt wird, warum es
eine Nitzschstraße gibt, wird man wohl in
ratlose Gesichter schauen.
Otto Nitzsch, der am 1. Juli 1824 in Bonn
geboren wurde, entstammte einem humanis-
tisch gebildeten Elternhaus. Sein Vater, Karl
Immanuel Nitzsch, war ein bedeutender und
einflussreicher praktischer und wissenschaftlicher Theologe seiner Zeit, der zur Geburt
seines Sohnes Professor an der Universität in
Bonn war, 1847 nach Berlin ging und an der
dortigen Universität Theologie lehrte und
überdies als Universitätsprediger, Oberkonsistorialrat und Probst an der St. Nikolaikirche wirkte. Die Biographie Otto Nitzsch’ von
der Ausbildung, über die ersten beruflichen
Erfahrungen bis zur Familiengründung ist
beispielhaft für bildungsbürgerliche Karrieren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts,
die unter anderem durch ein hohes Maß an
Mobilität gekennzeichnet waren. Nach dem
Besuch des Bonner Gymnasiums studierte er
in seinem Geburtsort und in Kiel und legte
im Alter von 23 Jahren das Staatsexamen
und Promotion in Bonn mit einer Dissertation über den spartanischen Feldherrn Lysander ab. 1847 ging er mit seinen Eltern nach
Berlin, diente zunächst, seinem sozialen Status entsprechend, als einjähriger Freiwilliger
im nicht unbekannten „2. Garderegiment
zu Fuß“ in Berlin und arbeitete seit Ostern
1848 für wenige Monate als Hilfslehrer am
Stettiner Gymnasium. Ende 1848 erhielt er
seine erste Anstellung als Adjunkt und ordentlicher Lehrer am Joachimsthalschen
Gymnasium in Berlin, wo er vier Jahre unterrichtete. 1853 wurde er an das Duisburger
Gymnasium berufen und ein Jahr später zum
Oberlehrer befördert. 1858 wechselte er an
das Gymnasium in Greifswald, nachdem ihn
der Greifswalder Magistrat zum Prorektor
gewählt hatte; Nitzsch hatte sich auf diese
Stelle beworben. 1861 wurde er anlässlich
des 300-jährigen Bestehens des Gymnasiums zum Professor ernannt und nach dem
Tod des Amtsinhabers 1862 zum Direktor
befördert.
Nitzsch war jetzt 38 Jahre alt und bereits
Witwer. 1854 hatte er die Tochter des Berliner Hofpredigers Snethlage geheiratet.
81
Nachdem ein gemeinsames Kind bereits im
Wochenbett gestorben war, schied auch die
Frau dreieinhalb Jahre nach der Hochzeit aus
dem Leben. In Greifswald lernte Nitzsch die
Tochter des berühmten akademischen Gymnasialgesangslehrers Gustav Bemmann kennen. 1863 heiratete er Clara Bemmann, die
im darauf folgenden Jahr ein Mädchen zur
Welt brachte.
Das Lehrerkollegium des Gymnasiums
(1874). In der ersten Reihe sitzt Prof. Otto
Nitzsch (3. von links), rechts neben ihm (mit
Mütze) Prof. Ludwig Volrad Jüngst. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,3/Fotosammlung, Nr. 24-210-39
Vier Jahre später kam Bielefeld ins Spiel. Als
der Direktor des städtischen Gymnasiums,
Wilhelm Herbst, ankündigte, einen Ruf nach
Magdeburg annehmen zu wollen, bewarb
sich Nitzsch auf die freiwerdende Stelle und
wurde am 27. März 1867 vom Gymnasialkuratorium zum Direktor der „verbundenen
Höheren Schulen von Bielefeld“ gewählt.
Postwendend reagierte der Gewählte, kündigte seine Stelle in Greifswald und schrieb
nach Bielefeld: „Ich empfinde es recht lebhaft, daß Ihrerseits mir ein Vertrauen entgegenkommt, welches ich erst zu verdienen habe und verhehle mir auch nicht die
Schwierigkeit der mir erwachsenden Aufgabe. Um so mehr fühle ich mich gedrungen es
auszusprechen, daß ich [...] den Willen habe,
meine ungetheilte Kraft dafür einzusetzen,
im Übrigen meine Hoffnung auf Gottes Segen setzen muß!“ Am 3. Oktober 1867 trat
er seine neue Stelle in Bielefeld an und übte
das Amt einunddreißig Jahre aus.
82
Prof. Dr. Christian Herwig bezeichnete
Nitzsch rückblickend mit dem zeittypischen
Pathos des frühen 20. Jahrhunderts als eine „Persönlichkeit von starkem Empfinden
und energischem Wollen, ein Schulmann
von idealem Schwung und feuriger Liebe
zum Lehramt, ein Mann von tiefgründigem
Wissen auf dem Gebiete der klassischen
Sprachen, dazu eine Natur von innerlicher
Frömmigkeit und naiver Wahrhaftigkeit“.
Das Gymnasium erlebte unter seiner Führung einen rasanten Aufschwung und tiefgehenden Wandel. Zählte die Schule zu Beginn seiner Tätigkeit 337 Schüler, so waren
es 1898 bereits 487 Schüler. Die Anzahl der
fest angestellten „wissenschaftlichen Lehrer“ betrug anfangs 12 und stieg gegen Ende
des 19. Jahrhunderts auf 19 an. Bereits im
Frühjahr 1870 wurde ein Neubau mit Glockengeläut und einem „Festzug durch die
fahnengeschmückten Straßen“ feierlich eröffnet. Wäre noch in der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts Sport an einem Gymnasium
undenkbar gewesen, erhielt die Schule, der
zeittypischen Losung „Mens sana in corpore
sano“ (ein gesunder Geist in einem gesunden
Körper) folgend, 1880 eine Turnhalle.
Und schließlich konnten 1890 für die Aula des
Gymnasiums mit Unterstützung des Kultusministeriums Bilder des Berliner Malers Ernst
Hildebrand erworben werden, die bis heute
in dem inzwischen grundlegend renovierten,
multifunktionalen Raum zu sehen sind und
der Aula einen würdevollen Glanz verleihen.
Das Gymnasium am Nebelswall (1904).
Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,3/Fotosammlung, Nr. 24-210-1
Neben seinen organisatorischen und leitenden Aufgaben als Direktor des Gymnasiums
unterrichtete Nitzsch über die gesamte Dauer seines aktiven Berufslebens Latein und
Griechisch und bis in die Mitte der 1880er
Jahre auch Geschichte. Zu Beginn seiner
Lehrtätigkeit in Bielefeld hat er auch Religion unterrichtet und sogar „die Exerzierübungen der Jugend beim Turnen geleitet.“ Sein
Lehrdeputat betrug anfangs 22 Stunden und
pendelte sich seit den 1880er Jahren auf 12
bis 16 Stunden ein.
Während er in den ersten Jahren die Mitteloder Oberstufe unterrichtete, konzentrierte er
sich später auf die Primaner. Rückblickend
berichtete ein ehemaliger Schüler, dass die
unteren Jahrgangsstufen den Direktor nur
dann erlebten, wenn er „zur Revision der
Klasse oder wohl mehr des Lehrers während
des Unterrichts bei uns auftauchte. Mit langsamen, vorsichtigen Schritten ging er an uns,
die wir sofort aufgesprungen waren, vorüber, um sich am Fenster aufzustellen. ‚Setzt
euch!’ und ‚Fahren Sie fort, Herr Kollege’,
waren die einzigen Worte, die er sprach.
Dann ging der Unterricht weiter, ohne daß
sich Professor Nitzsch jemals eingemischt
hätte. Nach einer gewissen Zeit verließ er die
Klasse wieder mit seinen langsamen, vorsichtigen Schritten, genau wie er gekommen
war; nur flüchtig dankte er im Vorübergehen
dem Unterrichtenden.“
Wenn die Schüler über ihren Direktor sprachen, nannten sie ihn respektvoll „Bochus“.
Für diesen Spitznamen hatte Nitzsch selbst
gesorgt. Als er in einer Lateinstunde über
den mauretanischen König Bochus referierte und dessen diplomatisches Geschick
rühmte, gab er seinen Schülern mit auf dem
Weg, sich diesen König „nicht etwa als eine
erhabene, ansehnliche Heldengestalt“ vorzustellen. König Bochus hätte „viel eher seine
Figur“ gehabt.
1892 feierte Nitzsch sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Obwohl bereits 68 Jahre alt, unterrichtete er immer noch Woche für Woche
9 Stunden Latein und 6 Stunden Griechisch.
Ehemalige Schüler veranstalteten zu seinen
Ehren einen Kommers in der Tonhalle auf
Aufruf zum 25-jährigen Dienstjubiläum von
Prof. Dr. Otto Nitzsch (1892). Stadtarchiv
Bielefeld, Bestand 103,4/Personalakten, Nr.
931
dem Johannisberg, in der Aula des Gymnasiums wurde das Jubiläum mit einem Festakt
gewürdigt und eine städtische Deputation
überreichte dem aktiven Gymnasialdirektor
ein „Silbergeschenk“, ein „silbernes Schreibzeug“. Fünf Jahre später teilte Nitzsch dem
Gymnasial-Kuratorium mit, dass er im April
1898 mit Vollendung des 73. Lebensjahres
und 50 Jahre nach der ersten Anstellung
als Lehrer gedenke, „in den Ruhestand zu
treten“. Das Kuratorium nahm diese Entscheidung „mit lebhaftem Bedauern“ entgegen und kündigte an, die Pensionierung
vorbereiten zu wollen. Doch es kam zu
Verzögerungen: Prof. Nitzsch blieb bis zum
15. September 1898 in seinem Amt. War er
bereits vom Provinzial-Schulkollegium in
Münster zu seinem 50-jährigen Dienstjubiläum mit dem „Roten-Adler-Orden 3. Klasse
mit Schleife und der Zahl 50“ ausgezeichnet
worden, so wurde ihm jetzt der Titel „Geheimer Regierungsrat“ verliehen. Bielefelds
Oberbürgermeister Gerhard Bunnemann
hatte diese „Allerhöchste Auszeichnung“ für
den Jubilar beantragt. Für das Gymnasium
83
ließen Stifter ein opulentes Ölgemälde des
beliebten Direktors von dem Maler Theodor
Wedepohl anfertigen, das in der Aula aufgestellt wurde.
Prof. Dr. Otto Nitzsch engagierte sich in
seiner neuen Heimat Bielefeld nicht nur als
Pädagoge. Er war auch an der Gründung des
Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg beteiligt. Bereits sein Vorgänger
im Gymnasium, Direktor Wilhelm Herbst,
hatte 1865 einen ersten Versuch unternommen, einen Geschichtsverein für die Region
zu gründen, der allerdings misslang. Am 27.
Mai 1876 lud Nitzsch auf Anregung honoriger Bielefelder Bürger zu einem Gründungstreffen ein. Die anwesenden Herren
wählten einen Vorstand und Dr. Nitzsch
zum Vorsitzenden. Unter seiner Führung engagierte sich der Historische Verein bereits
1877 für die Sparrenburg, die zu dieser Zeit
noch als Gefängnis genutzt wurde. Nach einem Brand sprach sich der Verein für eine
würdige Umnutzung der Burganlage aus,
die in den folgenden Jahren auch realisiert
werden konnte. Bereits kurz nach der Gründung übernahm es Nitzsch, „das Archiv des
Rathauses im Interesse des Vereins zu untersuchen.“ Diese Arbeit bezeichnete er als
„ein wahres Martyrium“, weil das, „was hier
‚Archiv’ genannt wird [...], in Wahrheit ein
Bodenraum mit einem Chaos verstaubter
Akten“ war. Die wahrgenommene lückenhafte Überlieferung der wichtig erachteten
historischen Dokumente und Exponate nahm
der Verein zum Anlass, mit eigenen Mitteln
eine Bibliothek, ein Archiv und eine historische Sammlung aufzubauen, die den Grundstock für das heutige Stadtarchiv und die
Landesgeschichtliche Bibliothek sowie das
Historische Museum der Stadt Bielefeld legten.1894 schenkte der Verein der Stadt nicht
nur seine Sammlungen, sondern sorgte auch
dafür, dass qualifizierte Vereinsmitglieder
sich für deren weiteren Aufbau ehrenamtlich
engagierten.
Dr. Nitzsch bedauerte es oft, dass er sich in
dem Verein kaum wissenschaftlich betätigen konnte. Er hielt zwar einige Vorträge,
von denen einer im vereinseigenen Jahresbericht auch publiziert wurde, sein Interesse
84
Prof. Dr. Otto Nitzsch (1898). Stadtarchiv
Bielefeld, Bestand 400,3/Fotosammlung,
Nr. 61-14-15
galt jedoch der Klassischen Philologie. So
hat er schon in den 1840er Jahren in den
Jahrbüchern für Philologie und Pädagogik
publiziert, 1856 in Duisburg eine lateinisch
verfasste Abhandlung mit dem Titel „Herodotea“ herausgegeben und noch während
seiner Amtszeit am Gymnasium und nach
seiner Pensionierung „den ganzen Sophokles“ übersetzt und die Ergebnisse in Fachkreisen diskutiert. Die Mitglieder des Historischen Vereins schätzten aber ihren langjährigen Vorsitzenden nicht nur als beredten
Chronisten, sie verdankten ihm auch die positive Entwicklung des Vereins im 19. Jahrhundert: Es war „für die junge Pflanze [Historischer Verein] doch von größtem Werte,
daß eine so angesehene Persönlichkeit sie
in Obhut und Pflege nahm.“ 1896 legte Dr.
Nitzsch zwar nach zwanzigjährigem Vorsitz
sein Amt nieder, wirkte aber im Vorstand
des Vereins bis zu seinem Tod mit.
Im Spätsommer 1904 erkrankte Otto Nitzsch
schwer und verstarb am 16. Oktober in einem Krankenhaus in Bethel. In den zahlreichen Nachrufen wurden die Verdienste des
Verstorbenen gepriesen. Die konservative
„Neue Westfälische Volkszeitung“ würdigte zudem den politischen Menschen: Dr.
Nitzsch, so ist zu lesen, vertrat „politisch
und kirchlich nicht eben“ das, „was diese
unsere Zeitung vertritt, nicht konservativ
im engeren Sinne, nicht ravensbergisch in
kirchlicher Beziehung, sondern mildliberal,
folgte er politisch einer auch uns hochachtbaren, edlen Richtung“. Mit Prof. Dr. Otto
Nitzsch starb ein Bildungsbürger des 19.
Jahrhunderts.
Archivalien
Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 103,4/Personalakten, Nr. 931: Prof. Dr. Otto Nitzsch
(1867-1959)
Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 150,14/Ratsgymnasium, Nr. 91: Lehrpläne (1868-1912)
Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,2/Zeitungen: Neue Westfälische Volkszeitung,
Westfälische Zeitung, Bielefelder Generalanzeiger
Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,3/Fotosammlung
Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,10/Zeitgeschichtliche Sammlung: Die alten Lehrer
leben im Spiegel der Erinnerung ihrer ehemaligen Schüler. Westfalen-Blatt (1958)
Literatur
Christian Herwig, Geschichte der Anstalt,
in: Festschrift zum 350jährigen Jubiläum
des Gymnasiums und Realgymnasiums zu
Bielefeld, Bielefeld 1908, S. 1-110.
Jahresbericht des Historischen Vereins für
die Grafschaft Ravensberg 1 (1877) – 19
(1905): Bericht des Vorstands.
Otto Nitzsch, Der große Kurfürst und der
Jülich-Clevesche Erbfolgestreit, in: Jahresbericht des Historischen Vereins für die
Grafschaft Ravensberg 3 (1880), S. 6-26.
Reinhard Vogelsang, Bürgerschule und Gelehrtenanstalt – 450 Jahre Gymnasium in
Bielefeld, in: Johannes Altenberend, Wolfgang Schröder (Hg.), Deo et literis. Schule
mit Geschichte – Schule mit der Zeit. Festschrift zum 450-jährigen Jubiläum des Ratsgymnasiums Bielefeld, Bielefeld 2008, S.
11-48.
Julius Wilbrand, Chronik des Historischen
Vereins für die Grafschaft Ravensberg von
seiner Gründung bis zu seinem 25jährigen
Bestehen, in: Jahresbericht des Historischen
Vereins für die Grafschaft Ravensberg 15
(1901), S. 196-219.
85
Praxis des Mathematikunterrichts
1750 -1930
Längsschnittstudie zur Implementation und
geschichtlichen Entwicklung des Mathematikunterrichts am Ratsgymnasium Bielefeld
Heike Renate Biermann
Das Ratsgymnasium Bielefeld bildet
den roten Faden in
einer bildungsge­
schichtlichen Fallstudie zur Praxis
des Mathematikunterrichts 17501930.
Diskussionen um
den Mathematikunterricht gibt es
nicht erst seit PISA. Die spannende Frage war und ist: Welche zeitlichen Strömungen, pädagogischen
und fachdidaktischen Konzepte kommen
wirklich in der Schule an?
Genau dieser Frage geht die Studie nach. Sie
entwickelt dabei – von der Aufklärung bis
zur Reformpädagogik – ein facettenreiches
und plastisches Bild, genauer viele Bilder
von Mathematikunterricht.
„Als besonders ergiebig hat es sich erwiesen, die
Lehrer als Träger der fachdidaktischen und pädagogischen Konzepte ausführlicher vorzustellen
und ,zu Wort‘ kommen zu lassen.“ Anlässe für
Diskussionen gab es genug. Schulinspektionen
und öffentliche Prüfungen fanden viel regelmäßiger als heute statt.
Johann Siegmund Manso (1731-1796) förderte in
seinem Mathematikunterricht besonders das eigenständige Denken der Schüler. Bei August Krönig (1786-1837) herrschte eine spezielle Unterrichtsatmosphäre. Er begeisterte sich im Rahmen
der Humboldtschen Bildungsreform für das Fach
Mathematik. Friedrich Schröter kam in der Mitte
des 19. Jahrhunderts mit einer guten Seminarausbildung und viel Selbstbewusstsein an das Bielefelder Gymnasium. Er war erfolgreich mit einem
86
ganz modernen
konstruktivistischen Ansatz
(„Der Hauptgewinn liegt für den ISBN 978-3-8325-2509-5
Schüler im Su- 408 Seiten,
chen der verschie- Erscheinungsjahr: 2010
denen Wege“). Preis: 42.50 Eur
Carl Friedrich
Collmann (18161892) hatte nach seiner Universitätsausbildung
bei Martin Ohm ein ausgeprägtes Grundverständnis für einen systematischen Aufbau des Mathematikunterrichts, aber manchmal (zu) abstrakte Ansätze, die den Schülern Schwierigkeiten bereiteten.
Die Mathematiklehrer am Realgymnasium hatten
einen ausgesprochen guten pädagogischen Ruf
und trugen zur Entwicklung dieser Schulform bei.
Peter Wilhelm Rosendahl (1827-1883) stellte Themen für größere selbstständige Schülerarbeiten.
Alfred Zickgraf (1874-1924) nahm an Ferienkursen teil und erprobte die erste „Kurvendiskussion“.
– An dieser Stelle können nur wenige Beispiele
und Aspekte herausgegriffen werden.
Neu und anders gesehen, auch kritisch,
wird in dieser Arbeit die Meraner Reform
zu Beginn des 20. Jahrhunderts, und zwar
im Hinblick auf die Frage nach ihren Voraussetzungen sowie ihrer Akzeptanz und ihrer Umsetzung an den Schulen. Hierzu sind
auch Schülerlösungen, die noch im Original
vorliegen, ausgewertet worden.
Darüberhinaus zeigen sich auch – unabhängig vom Fach Mathematik – überraschend
aktuelle Ergebnisse. Der durch die Schulzeitverkürzung entstandene Doppeljahrgang
(G8/G9) wäre im 19. Jahrhundert gar nichts
Besonderes gewesen: Über weite Strecken
fand der Unterricht in der Oberstufe in solchen Doppeljahrgängen statt.
87
Fünf Wochen auf dem Ratsgymnasium –
Briefe von Sexantern an den Schulleiter
OStR’ Rosemarie Tenge
Das Thema „Brief“ steht im hausinternen
Curriculum im Fach Deutsch für den Jahrgang 5. Die Schülerinnen und Schüler üben
Aufbau, Formulierungen und Besonderheiten der Gestaltung. In einer Arbeit setzten
sie sich mit ihren ersten Erfahrungen an der
neuen Schule auseinander, indem sie einen Brief an den Schulleiter Herrn Nolting
schrieben.
1. Aufgabenstellung
VIbb Deutsch
Deutsch
VI
Thema:Brief
Brief
Thema:
KlassenarbeitNr.1
Nr.1
Klassenarbeit
18.09.2009
18.09.2009
Aufgabe: :
Aufgabe
Stelldir
dirfolgende
folgendeSituation
Situationvor:
vor:
Stell
Beieinem
einemRundgang
Rundgangdurch
durchdie
dieSchule
Schulehat
hatHerr
HerrNolting
Noltinginineurem
euremKlassenraum
Klassenraumdie
die
Bei
„Traumbilder“vom
vomRatsgymnasium
Ratsgymnasiumentdeckt
entdecktund
undsich
sichdie
dieZeichnungen
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genauangesehen.
angesehen.
„Traumbilder“
Gernemöchte
möchteerermehr
mehrdavon
davonwissen.
wissen.
Gerne
Schreibeihm
ihmeinen
einenBrief!
Brief!
Schreibe
Darinsollst
sollstdudu
Darin
Eindrückevon
vonden
denersten
erstenWochen
Wochenanander
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neuenSchule
Schuleschildern,
schildern,
1.1. Eindrücke
ihmdas
dasProjekt
Projekt„Traumschule“
„Traumschule“aus
ausdem
demDeutschunterricht
Deutschunterrichterklären,
erklären,
2.2. ihm
Wünscheund
undAnregungen
Anregungen
fürdas
das
Ratsgymnasiumbenennen.
benennen. 18.09.2009
VI b3.3. Deutsch
Klassenarbeit
Nr.1
Wünsche
für
Ratsgymnasium
Thema: Brief
Beachtedie
dieRegeln,
Regeln,die
diefür
fürdie
dieAbfassung
Abfassungeines
einesBriefes
Briefeswichtig
wichtigsind!
sind!
Beachte
Aufgabe :
VielErfolg!
Erfolg!
Viel
Platzfür
fürNotizen
undIdeen:
Ideen:
Aufgabe
2Notizenund
Platz
Stell
dir folgende
Situation
vor:
___________________________________________________________________________
Setze
in dem Brief an unseren Hausmeister Herrn Rosenhainer die richtigen Pronomen ein,
___________________________________________________________________________
Bei
einem Rundgang durch die Schule hat Herr Nolting in eurem Klassenraum die
und achte auf die Schreibweise!
„Traumbilder“ vom Ratsgymnasium entdeckt und sich die Zeichnungen genau angesehen.
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
Gerne
möchte er mehr davon wissen.
Lieber Herr Rosenhainer,
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
Schreibe
ihm einen Brief!
wissen ______, dass ich eine Katze habe? Es wäre toll, wenn ich _____ mal mit in die Schule
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
Darin
sollst du
nehmen könnte. Könnte ich ______ während des Sportunterrichts in _______ Büro lassen?
1. Eindrücke von den ersten Wochen an der neuen Schule schildern,
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
2. ihm das Projekt „Traumschule“ aus dem Deutschunterricht erklären,
Das wäre sehr nett von _______!
3. Wünsche und Anregungen für das Ratsgymnasium benennen.
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
Herzliche Grüße
Beachte die Regeln, die für die Abfassung eines Briefes wichtig sind!
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
Pia Müller
Viel Erfolg!
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
Platz für Notizen und Ideen:
_________________________________________________________________________
_________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
88
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
2. Beispiele von Schülerarbeiten:
Sehr geehrter Herr Nolting,
Bielefeld, den 18.09.2009
Die ersten Wochen am Ratsgymnasium haben mir sehr gut gefallen. Ich habe viele
neue Freunde gefunden und die Lehrer sind auch alle nett. Haben Sie seit den Ferien
viel Stress? Als Direktor hat man ja immer etwas zu tun. Ich fand es übrigens toll
von Ihnen, dass Sie uns gleich in der ersten Woche schon hitzefrei gegeben haben!
Wie ich schon erwähnt habe, haben wir nur nette Lehrer. Letztens hatten wir im
Deutschunterricht das Thema „Meine Traumschule“; wir sollten die Schule in einem
Aufsatz beschreiben. In meiner Traumschule werden alle Kinder von einem Schiff auf
ihr Gymnasium gebracht. Fahren Sie auch gerne auf einem Boot?
Wenn das Schiff an der Schule angelegt hat, fährt man in kleinen Zweier-Schiffen zu
den Klassenräumen, denn auch auf den Fluren ist Wasser. In der Schule leben Tiere
auf kleinen Inseln und eine Riesenrutsche fährt auf den Schulhof. Das, was ich Ihnen
gerade beschrieben habe, ist natürlich nur Fantasie, aber vielleicht kann man ein
paar andere kleine Ideen umsetzen. Zum Beispiel fände ich es schön, wenn man in
einer Kantine etwas Warmes essen könnte und es verschiedene Gerichte zur Auswahl
gäbe. Noch etwas Schönes wäre, wenn manche Klassen kleine Tiere halten dürften,
um die sich die Schüler zusammen kümmern würden.
Dann hätten wir nämlich auch Verantwortung. Auch der Pausenhof ist ein bisschen
kahl, finden Sie nicht auch? Denken Sie doch bitte mal über meine Ideen nach. Ich
hoffe, dass es Ihnen gut geht und dass Sie weiterhin so ein netter Direktor bleiben.
Alles Gute für die Zukunft!
Jana
Sehr geehrter Herr Nolting,
Bielefeld, den 18.09.2009
Als ich hier am Ratsgymnasium ankam, war ich sehr unsicher. Auf der Grundschule
war irgendwie alles anders. Hier haben wir neue Fächer, neue Lehrer und mehr
Stunden. Wie war das eigentlich bei Ihnen? Brauchten Sie auch ein bisschen Zeit,
um sich einzuleben?
Der Samstagsunterricht macht mir Spaß, denn wir haben meine Lieblingsfächer Mathe und Latein. Ich finde es sehr schön, dass Ihnen unsere Traumschulen gefallen haben, meine war die Schule mit den vielen Pferden. Wir haben die Bilder im Deutschunterricht gemalt, weil im Deutschbuch ein Kapitel „Traumschule“ hieß und wir
als Hausaufgabe eine Geschichte dazu geschrieben haben. Ich würde wirklich gerne
anstatt Sport als Schulfach Reiten haben.
Eine Freundin meiner Mutter unterrichtet Reiten an einer Schule. Das finde ich echt
„cool“. Aber wie das Ratsgymnasium jetzt ist, finde ich auch total super. Besonders
nett finde ich die beiden Sekretärinnen Frau Walter und Frau Haake-Kamp. Und wie
finden Sie die Klassen hier am Ratsgymnasium?
Ganz viele Grüße
Ihre Gloria
89
„Hundertwasserprojekt“
– Kunstunterricht –
Jahrgang 9
OStR’ Rosemarie Tenge
Architektur zu den obligatorischen
Schwerpunkten des Faches Kunst. Im
Rahmen des Unterrichts beschäftigen
sich die Schülerinnen und Schüler des
Differenzierungskurses mit verschiedenen gestalterischen Zugängen.
Friedrich Stowasser (1928-2000) ist v.l.n.r.: Leonard Grefe, Johanna Zeller, Architekbekannt als Friedensreich Regentag tin, Ursula Pasch, Pauline Ellermann, Alexandra
Dunkelbunt Hundertwasser. Genauso Schulz, Franziska Gruenhoff
vielfältig und fantasievoll wie seine
Namen sind die Tätigkeiten des Künstlers seinen Nachbarn unterscheidet!“ Mit seiner
als Maler, Architekt und Ökologe. Schon „Baumpflicht“ setzt er sich für eine Begrülange vor seinen ersten Architektur- und nung der Städte ein.
Ökologieprojekten äußerte er sich in Ma- In einer praktischen Aufgabe gestalteten
nifesten und Aktionen zu einem natur- und die Schülerinnen und Schüler Architekturmenschengerechten Leben. Hundertwasser modelle im Sinne von Hundertwasser. In
bezeichnet sich selbst als „Architekturdok- einem Auftragsprofil beschäftigten sie sich
tor“, der die „kranken, seelenlosen und steri- zunächst mit grundlegenden Fragen der Gelen Häuser von rationalistischen Architekten staltung. Der Besuch der Architektin Ursubehandelt und die Menschenwürde und Har- la Pasch vom Bielefelder Architekturbüro
monie mit der Natur und mit der menschli- Brüchner-Hüttemann-Pasch ermöglichte den
chen Kreation wiederherstellt.“
Schülerinnen und Schülern Einblicke in ein
Das „Fensterrecht und die „Baumpflicht“ fremdes Arbeitsfeld und sensibilisierte sie
gehören zu seinen zentralen Forderungen. für ihre eigenen Entwürfe. Stolz präsentier1958 formulierte Hundertwasser: „Ein Be- ten sie zum Abschluss der Unterrichtsreihe
wohner muss das Recht haben, sich aus die Architekturmodelle im Hundertwasserdem Fenster zu lehnen und außen an der Stil wiederum der Architektin Ursula Pasch,
Außenwand alles umzugestalten, wie es die die kreativen und ideenreichen Modelle
ihm entspricht, so weit sein Arm reicht, da- der Schüler lobte. Ihr Praktikum planen einimit man von weitem, von der Straße sehen ge Schülerinnen und Schüler nun im Archikann: Dort wohnt ein Mensch, der sich von tekturbüro …
90
Medienkompetenz – Surfen mit SIN(N) – Sicherheit im Netz
OStR’ Rosemarie Tenge
„Wo ist Klaus?“ fragen nacheinander Rechtsradikale, Prostituierte und Gewaltverbrecher. Eine unbedarft wirkende
Mutter lässt diverse merkwürdig anmutende
Personen in ihr Haus und weist allen freundlich den Weg zu Klaus, ihrem Sohn. Zum
Schluss lässt sie ihre kleine Tochter mit einem Fremden weggehen. Der Spot „Wo ist
Klaus?“ ist bewusst provozierend gemacht,
er rüttelt auf und macht auf eindringliche
und ironische Weise auf das Thema „Sicherheit im Netz“ aufmerksam. (zu sehen unter:
klicksafe. Wo ist Klaus?)
Dieser Filmspot ist eines von unterschiedlichen Medien, mit denen im Projekt für die
Mittelstufe unter der Überschrift „Sicherheit
im Netz“ gearbeitet wird.
Seit 2009 gibt es die Initiative „Surfen mit
SIN(N)“, getragen und unterstützt unter anderem vom Kompetenzzentrum NRW für
Lehrerfortbildung, der Polizei, dem Sozial- und Kriminalpräventiven Rat, der Bürgerstiftung und der Sparkasse Bielefeld.
Im Ratsgymnasium fand im Herbst 2009
ein Elternabend mit Hauptkommissar Peter
Vahrenhorst von der Polizei statt, im Januar
2010 arbeiteten die Schüler der Jahrgänge
7,8,9, und 10 in unterschiedlichen Projekten
zu den Themen Schüler-VZ, Cyber Mobbing, Computersucht und Handy. Die Referenten, Peter Vahrenhorst von der Polizei,
Marcus Wellenbüscher, Kollege des Ratsgymnasiums und Mitglied des Kompetenzteams Bielefeld, sowie Katharina Reinsch
von der Universität Bielefeld, verdeutlichten, wie schnell man heute Opfer im Internet
werden kann und wie nah angeblicher Spaß
und Straftat beieinander liegen können. Die
Projekte endeten mit der Übergabe eines
„Netzsicherheits-Zertifikates“.
Die positiven Reaktionen der Schülerinnen
und Schüler auf das Projekt zeigen den Bedarf der Information und Aufklärung.
BODY TALK –
ein Projekt für den Jahrgang 8
OStR’ Rosemarie Tenge
BODY TALK bedeutet „Körpersprache“,
aber auch „Gespräche über Körper“. Am
09.07.2010 setzten sich die Schülerinnen
und Schüler des Jahrgangs 8 in reinen Jungen- und Mädchengruppen mit Fragen zur
eigenen Körperwahrnehmung auseinander.
Was ist schön? Welche Schönheitsideale
vermitteln die Medien? Was macht die Werbung mit uns? Wie hat sich der Schönheitsbegriff im Laufe der Zeit verändert? Die
Jungengruppe wurde von Studenten eines
pädagogischen Seminars der Universität
„Ist Barbie schön?“ – Schülerinnen des
Jahrgangs 8 diskutieren
Bielefeld begleitet, die Mädchen arbeiteten
mit Referentinnen des Mädchentreffs Bielefeld.
91
Besuch von Professor Dr. Willibald Bösen
im Grundkurs Katholische Religionslehre
im Jahrgang 12/1
OStR’ Rosemarie Tenge
Einen theologischen Diskurs besonderer Art
erlebten die Schülerinnen und Schüler des
Grundkurses Katholische Religionslehre.
Der emeritierte Professor Dr. Willibald Bösen, bis vor kurzem am Fachbereich Katholische Theologie der Universität Bielefeld
tätig, erläuterte Mosaiksteine des biblischen
Gottesbildes, indem er zentrale Themen
der Theodizeefrage darlegte und mit den
Schülerinnen und Schülern diskutierte. Von
dem Interesse an theologischen Fragen und
der Nachdenklichkeit der Schülerinnen und
Schüler zeigte er sich beeindruckt. In einem
Brief widmete er dem Kurs eine Erzählung
aus seiner neuen Veröffentlichung.
„Wo warst du, Gott?“
Bei uns und mit uns in der „Wüste“ eines
todbringenden Unfalls
Am 15. Dezember, zehn Tage vor Weihnachten, packt Entsetzen unser kleines Dorf.
Auf einer Kreuzung am Ortseingang war
Nicole, eine 18-jährige Schülerin, die in drei
Monaten ihr Abitur ablegen wollte, von einem Laster in ihrem kleinen Wagen zu Tode
gedrückt worden. Seit acht Tagen erst war
sie stolze Besitzerin des Führerscheins, seit
drei Tagen genoss sie mit dem Auto der Eltern die Freiheit vom Schulbus. Während
ihre Freundin den Unfall schwer verletzt
überlebt, kommt für Nicole jede Hilfe zu
spät. Wie nur konnte dieser Unfall an der
übersichtlichen, weit einsehbaren Kreuzung
geschehen?
Aus Zeugenaussagen ergibt sich, dass Nicole vorschriftsgemäß an der Kreuzung angehalten hat, um den Verkehr einzusehen.
Die drei Straßen vor ihr waren frei, einzig
auf der Vorfahrtsstraße zu ihrer Linken
kam in zweihundert Meter Entfernung ein
schwerer Laster mit Anhänger. Für sie eine
ausreichende Distanz, um auf die Kreuzung
loszufahren. Doch dann geschieht das Unvorstellbare, der Albtraum eines jeden Fahranfängers, dass das Auto im Anfahren stot-
92
tert ... und nach wenigen Metern, mitten auf
der Kreuzung, stehen bleibt. Um neu zu starten, fehlen zehn, vielleicht nur fünf Sekunden
… Dem Fahrer des schweren Lasters, der die
Gefahr sieht, gelingt es nicht mehr, seinen
Wagen trotz Vollbremsung so zu verlangsamen, dass er vor dem PKW zu stehen kommt
bzw. ihm ausweichen kann. Hilflos muss er
miterleben, wie ein Kleinwagen aus dünnem
Blech und Kunststoff vor seinen Augen zertrümmert wird. In dem kleinen PKW sitzen
Nicole und ihre Freundin …
„Wo warst Du, Gott, in diesen schicksalsschweren Sekunden?“ fragen die verzweifelten Eltern. Der Theologe, seiner Berufsbezeichnung nach ein „Gottesgelehrter“, senkt
angesichts dieser und ähnlicher Fragen, mit
denen er sich immer wieder konfrontiert
sieht, verlegen den Kopf und schweigt. Aus
Erfahrung weiß er, dass in einer solchen
Situation kein noch so gut gemeintes Wort
die Seele der Trauernden erreicht, auch
nicht der diskrete Hinweis, dass sie nicht
die ersten sind, die in solcher Not nach dem
„Wo“ Gottes fragen. Die Schriften des Alten Testamentes sind tatsächlich übervoll
von Menschen, die in existentiellen Nöten,
in Krankheit, Verfolgung, Verleumdung,
Armut, Unglück, die Ferne Gottes beklagen.
„Wo bist du, mein Gott? Warum schweigst
Du? Was habe ich Dir getan, dass Du Dich
vor mir verbirgst?“ klingt es immer wieder
in den sog. Klagepsalmen (z.B. Ps 6; 7; 13;
22; 31), die im Psalter einen breiten Raum
einnehmen.
Seit diesen dreitausend Jahre alten Zeugnissen sind die Klagen nicht verstummt.
Ganz im Gegenteil! Nach den Massenmorden in den Konzentrationslagern der Nazis
werden bis zum Weltenende Millionen von
Menschen Tag für Tag dieselbe Frage wiederholen: „Wo warst du, Gott, in Auschwitz,
Bergen-Belsen, Dachau und den anderen
Schreckensorten der Welt?“
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21
Tel 05
Im Unterschied zum modernen Menschen
stellt der alttestamentliche Fromme Gott
nicht in Frage. „Allein die Toren sprechen
in ihrem Herzen: ‚Es gibt keinen Gott!’“
(Ps 14,1). Nein, Gott existiert und ist eine
lebendige Wirklichkeit. Im weiten, unendlichen Kosmos gibt es keinen gottfreien Ort:
„Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du
dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist du
zugegen …“ (Ps 139,8). Dass er ihn auch in
der Not nicht verlässt, versichert Gott selber
dem Beter in Ps 91,15, wo er ihm die Worte
in den Mund legt: „Ich bin bei ihm in der
Not …!“
Wo aber war Gott an jenem Tag, als Nicole
stirbt? Der Schweizer Theologe Hans Urs
von Balthasar (†1988), der zu den bedeutenden katholisch-theologischen Autoren des
20. Jahrhunderts zählt, schreibt in einer kleinen Betrachtung über „Gott und das Leid“:
„Es ist eine optische Täuschung des ‚philosophierenden’ Menschen zu meinen, das
Leid geschehe ‚hier unten’, und ‚dort droben’ schaue ein selig-unbeteiligter Gott ihm
zu. Alle gen Himmel geballten Fäuste des
revoltierenden Menschen zielen in falsche
Richtung. Der Leidende, der in der Agonie
schreit, ist in Gott ...” (S. 15). Gott geht dem
Leid des Menschen nicht aus dem Weg, Gott
ist vielmehr mittendrin in den tausendgesichtigen „Notlöchern“ dieser Welt: Mit der
Krebskranken teilt er das Bett und stirbt mit
ihr die tausend kleinen Tode, die dem letzten
Tod vorausgehen. Dem Depressiven ist er
ein stummer Gefährte, dem Schuldiggewordenen ein „Lastesel“, der Witwe ein tröstender Gesprächspartner ... In Auschwitz und
in den vielen anderen Konzentrationslagern
starb er in und mit jedem einzelnen den einsamen Tod von Millionen. An jenem Vormittag, als Nicole stirbt, war Gott vor Ort,
doch nicht, wie man vermuten möchte, als
Zuschauer von außen, aus sicherer Distanz,
bedauernd zwar, aber doch nur nüchtern registrierend. Nein, Gott saß vielmehr mit Nicole am Steuer und wurde zusammen mit ihr
zerquetscht.
Doch auch diese Frage sei erlaubt: „Warum,
Gott, hast Du die Uhr nicht fünf Sekunden
angehalten, um Nicole die Möglichkeit eines
Neustarts zu geben?“ Ein Zyniker ist, wer im
94
Hintergrund die Hand eines strafenden Gottes zu erkennen glaubt. Einen „lästerlichen
Anthropomorphismus“ nennt der ehemalige
UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld
(†1961) die Vorstellung, Gott wolle uns
durch Leid vielleicht erziehen. Warum Gott
tatenlos zuzuschauen scheint, gehört zu jenen Fragen, die wir nur rastlos umkreisen
können, um am Ende festzustellen, dass es
keine uns befriedigende Antwort gibt. Gott
hat eine dunkle Seite in sich, die sich allem
Suchen und Nachforschen entzieht. Er ist
und bleibt wesentlich Geheimnis.
In seinem Roman „Das Evangelium nach
Pilatus“ (2005) lässt der französische Romancier Eric-Emmanuelle Schmitt (*1960)
Jesus einen verzweifelten Vater, der angesichts des Todes seines siebenjährigen Sohnes fragt, ob es einen Gott geben kann, der
kleine Kinder sterben lässt, mit den Worten
trösten: „Versuch nicht, das Unbegreifliche
zu begreifen … Rühre nicht an das, was deinen Verstand übersteigt, wenn du diese Welt
ertragen willst. Der Tod ist keine Strafe, weil
du nicht weißt, was er ist. Du weißt nur, dass
er dir deinen Sohn raubt. Aber wo ist dein
Sohn? Was fühlt er? Trotze nicht, schweige. Hadere nicht, hoffe. Du weißt nicht, wie
Gott denkt, und du wirst es nie wissen. Aber
du kannst sicher sein, dass Gott uns liebt.“
(S. 25)
Im Sommer will ich das Grab Nicoles aufsuchen, um ihr zu sagen, wie tief mich immer
noch ihr so tragischer Tod berührt. Auf dem
kleinen Friedhof aber suche ich vergebens,
auch Dorfbewohner können mir nicht weiterhelfen. Als ich wenige Wochen später an
der Unfallstelle vorbeikomme, ist eine junge Frau dabei, das kleine Holzkreuz und ein
Klassenfoto, die beide an Nicole erinnern,
mit Blumen zu schmücken. Von ihr, einer
Freundin der Familie, erfahre ich, dass es
kein Grab gibt. Aus Gründen, die sie mir
nicht nennen konnte (oder auch wollte),
haben die Eltern die Asche ihrer Tochter irgendwo verstreuen lassen.
* H. U. von Balthasar, Gott und das Leid. Antwort des
Glaubens Nr. 34, 1984, S. 15. – E.-E. Schmitt, Das Evangelium nach Pilatus, 2005.
Aus: Willibald Bösen, Gott ist uns nah. Ich habe ihn erfahren, Herbst 2010.
Besuch der Jahrgangsstufe OIII in der
Vatan-Moschee in Bielefeld-Brackwede
Anna Günter und Jakob Wannenmacher: O III c
Am 30. November 2009 trafen sich erstmals
alle Klassen der Jahrgangsstufe OIII zum
Religionsunterricht in der Vatan-Moschee in
Brackwede. Wir waren dort, um im direkten
Gespräch mehr über den Islam zu erfahren.
Schon von außen konnte man an der großen
Kuppel und fünf kleinen Türmen, die als Minarett bezeichnet werden, erkennen, dass es sich
um einen heiligen Ort für Muslime handelt.
Für alle Besucher von Moscheen ist es Pflicht,
die Schuhe auszuziehen, was wir beim Besuch ebenfalls taten, da der Gebetsraum ganz
mit einem großen Teppich ausgelegt ist, der
in kleine Rechtecke eingeteilt ist. In solch
ein Rechteck, in das die Gebetsrichtung nach
Mekka, die Kiblah, eingelassen ist, begibt
man sich zum Gebet. Beeindruckend sind die
große Kuppel und ein riesiger Kronleuchter,
die dem Raum einen prunkvollen Charakter verleihen. Ins Auge fällt die kunstvoll
ausgestaltete Mihrab, die Gebetsnische, die
ebenfalls die Richtung nach Mekka anzeigt
und der mit vielen holzgeschnitzten Verzierungen versehene Minbar, die Kanzel, auf der
der Vorbeter freitags die Predigt hält. Zudem
fielen uns noch eine Reihe von Gebetsketten
auf; die sogenannte Tesbih hat die Funktion,
die Gläubigen beim Gebet zu unterstützen
und erinnert an den Rosenkranz. Zuletzt sei
noch die Kalligraphie erwähnt – da es Muslimen verboten ist, ihre Moscheen mit Bildern
oder Kunstwerken zu schmücken, sind die in
Schönschrift gehaltenen Namen oder Koranverse der einzige Schmuck einer Moschee.
Ein junger Anwalt, Herr Ademi, stellte sich
geduldig unseren zahlreichen Fragen, nachdem er uns zur Einstimmung zunächst eine
Sure, das heißt, einen Vers aus dem Koran,
vorgesungen hatte. Nach dem Schriftverständnis der Muslime befragt, sagte er uns,
dass der Koran im Unterschied zur Bibel in
einer bestimmten Zeit entstanden sei, aber immer wieder auf die heutige Zeit bezogen werden müsse. Vieles würde heute mit dem Koran gerechtfertigt, was so gar nicht im Koran
stünde. Wir kamen auf das häufig diskutierte
Thema „Kopftuch“, und Herr Ademi erklärte uns, dass der Koran lediglich vorschreibe,
dass eine Frau ihre Brust zu bedecken habe,
um Männer nicht in Versuchung zu führen.
So könne sich eine muslimische Frau für oder
gegen ein Kopftuch entscheiden. Einen Absolutheitsanspruch für den Islam wollte Herr
Ademi nicht aufstellen; Menschen, die in einer Partnerschaft miteinander leben wollten,
sollten allerdings beide an Gott glauben, sonst
würde ein Zusammensein schwierig werden.
Danach gefragt, wie der Islam die Bedeutung
Jesu einschätze, betonte Herr Ademi, dass Jesus nach islamischer Sicht nicht für die Sünden der Menschheit gestorben sei, wie es ein
großer Teil des Christentums verstehe, denn
jeder sei für seine Sünden selbst verantwortlich. Jesus, der auch ein wichtiger Prophet der
Muslims sei, sei nach islamischer Vorstellung
nicht gekreuzigt worden, sondern lediglich
auferstanden. Eine Sohn-Gottes-Vorstellung
sei auch geistig für Muslims nicht denkbar,
da sie die Vorstellung eines Monotheismus
aufweichen könne. Bei der Frage, welchen
Beitrag die Moscheen zur Integration der
Gläubigen in die Gesellschaft leiste, gab Herr
Ademi zu, dass hier noch mehr getan werden
müsse; dies liege daran, dass die Vorbeter oft
zu wenig deutsch könnten und zu wenig in
deutscher Sprache gepredigt würde. Außerdem erläuterte Herr Ademi uns noch die Bedeutung der fünf Säulen des Islam und wandte
sich scharf gegen den Islamismus, den er als
Terrorismus bezeichnete. Er schloss unsere
Begegnung mit den Worten des katholischen
Theologen Hans Küng, der forderte:
„Kein Weltfriede ohne Religionsfriede!“
„Kein Religionsfriede ohne Dialog!“
„Kein Dialog ohne Kenntnis der anderen und
der eigenen Religion!“
Fazit: Durch den Besuch wurden viele Vorurteile gegenüber Muslimen und dem Islam
revidiert. Er hat uns sehr viel Spaß gemacht
und wir waren beeindruckt, dass ein Jurist, also kein Theologe, so gut über seine, aber auch
über die christliche Religion Bescheid wusste.
95
Zeitzeugen gegen das Vergessen
Theresa Begemann, Julius Hellermann, Antonia Wolff: Jahrgangsstufe 13
Aus Anlass des 20. Jahrestages des Mauerfalls hatte das Ratsgymnasium am 9. November 2009 Besuch von Zeitzeugen des
kommunistischen Systems der DDR.
Im Rahmen eines Projekts der „Vereinigung
der Opfer des Stalinismus“ ließen diese
in Zusammenarbeit mit dem Institut für
Deutschlandforschung der Ruhr-Universität
Bochum alle Oberstufenschüler des Ratsgymnasiums an ihrem persönlichen Schicksal und an der damaligen DDR-Realität teilhaben.
Die Schüler hatten sich mithilfe einer Informationsschrift auf die Veranstaltung vorbereitet, die mit einer Einführung begann,
in der der Geschichts- und Religionslehrer
Herr Reichelt zusammen mit dem Moderator von der Universität Bochum, Herrn Dr.
Hoffmann, das Thema „Macht, Gewalt und
Widerstand in der DDR“ vorstellte. Um uns
Schülern einen authentischen Eindruck der
DDR zu verschaffen, sollten uns die drei
Zeitzeugen zunächst ihren eigenen Umgang
mit dem System und das Leben unter dem
sozialistischen Regime vor Augen führen –
eine rege Fragerunde schloss sich an.
Den Anfang machte der 1929 in Berlin geborene Horst Voigt, der mit seinen 80 Jahren
der Älteste in der vollbesetzten Aula war.
Dass er dem Regime nicht von Anfang an nur
kritisch gegenüber eingestellt war, lässt sich
an seiner Mitgliedschaft in der Freien Deutschen Jugend erkennen. Irgendwann fiel ihm
jedoch auf, dass ihm gewisse Dinge in der
FDJ „bekannt“ vorkamen. Er war in der Hitlerjugend gewesen. Nachdem er eines Tages
die Bemerkung fallen ließ, dass es gewisse
Ähnlichkeiten zwischen HJ und FDJ gebe,
wurde er am 6. November 1947 verhaftet.
In einer illegalen Gerichtsverhandlung ohne
Verteidiger wurde Horst Voigt wegen antisowjetischer Propaganda verurteilt - zu 25
Jahren Arbeitslager in Bautzen in Sachsen.
1954 wurde er im Zuge einer Amnestie ohne
Ankündigung bereits nach sechs Jahren Haft
96
entlassen. Diese sechs Jahre verbrachte er
unter grausamen Lebensbedingungen. Mit 4
Personen lebte er auf engsten Raum in einer
Zelle, zur Verpflegung gab es meistens so
etwas wie eine wässrige Suppe. Bautzen war
auch als „das Gelbe Elend“ bekannt. Es war
das Lager mit der höchsten Sterberate. Insgesamt kamen in Bautzen zwischen 18 000
und 24 000 Menschen zu Tode!
Nach seiner Freilassung flüchtete Horst
Voigt zu Verwandten in den Westen – die
Mauer gab es 1954 noch nicht – und fing
sein neues Leben in Bad Oeynhausen an.
Bernd Pieper wurde 1953 in Bielefeld geboren und zog aus familiären Gründen im Alter
von 5 Jahren mit seiner Mutter in die DDR.
Mithilfe schulischer und politischer Früherziehung wurde versucht, ihn in das System
zu integrieren. Trotzdem fühlte er sich, wie er
schilderte, von Anfang an „betrogen und eingesperrt“. Er empfand das Leben in der DDR
als unangenehm, grau und trist und sympathisierte mit dem Westen. Seine Mitschüler
hörten wie er selbst regelmäßig den in der
DDR verbotenen Radiosender RIAS Berlin.
Als er zum ersten Mal mit der Staatsgewalt
in Berührung kam, stand Pieper kurz vor seinem Abitur. Er hatte sich in einem Brief an
den Sender Lieder von den Beatles und den
Rolling Stones gewünscht.
Im Alter von 21 Jahren wurde er schließlich
wegen „staatsfeindlicher Hetze“ verhaftet.
Diese „Hetze“ bestand aus rein privaten Äußerungen über persönliche Meinungsfreiheit
und einigen Aufzeichnungen über den Sender
RIAS. Er verbrachte dreieinhalb Jahre in Haft
in Potsdam und Cottbus. Seine Erfahrungen
in der Einzelhaft und in den Verhören verarbeitete er in seinem Buch „Roter Terror in
Cottbus“.
Für Bernd Pieper war in der DDR der Lehrerberuf vorgesehen – eine freie Berufswahl
gab es nicht. Heute arbeitet er im Bundesamt
für Arbeit in Gütersloh. Am liebsten hätte er
Jura studiert.
Alexander Richter wurde 1949 – im Gründungsjahr der DDR – geboren. Er durchlief
als Sohn eines SED-Mitglieds zunächst eine
klassische DDR-Biographie. Er war Mitglied
in der FDJ und bei den Jungen Pionieren,
machte Abitur, dann Wehrdienst und studierte an der Humboldt-Universität in Berlin. Sein Berufswunsch war es, Sportreporter
zu werden. Als mit dem Absolventengesetz
der Arbeitsplatz zugewiesen wurde, empfand er eine immer stärkere Unzufriedenheit
mit dem Regime und begann schließlich, ein
umfassendes Romanmanuskript zu schreiben, das er in 400 Briefen nach und nach in
den Westen schickte. Das Ministerium für
Staatssicherheit kam ihm bald auf die Spur
und beobachtete ihn lange Zeit, ehe er 1982
verhaftet wurde.
Wie Bernd Pieper wurde Richter wegen
„staatsfeindlicher Hetze“ verurteilt und sollte sechs Jahre im Zuchthaus verbringen. Bis
1985 befand er sich im Zuchthaus Brandenburg, bis ihn die Bundesregierung freikaufte.
Nachträglich stellte sich heraus, dass seine
ehemalige Freundin eine Stasispionin war
und beabsichtigt hatte, ihn für Spionagetätigkeiten sogar zu heiraten! Er war Beschattungsaktionen und illegalen Hausdurchsuchungen ausgesetzt. Seine Wohnung war
über Jahre hinweg abgehört worden.
Heute arbeitet Alexander Richter als freiberuflicher Schriftsteller und schrieb unter anderem den Roman „Zuchthaus Brandenburg“.
Durch ihre sehr persönlichen Vorträge
konnten Horst Voigt, Bernd Pieper und Alexander Richter uns Schülern und bestimmt
auch den Lehrern ganz andere und authentischere Eindrücke des alltäglichen Lebens
und der Politik in der DDR vermitteln als
ein Geschichtsbuch dies vermag. Ein Ziel
des Projekts ist es, über die Vergangenheit
in der ehemaligen DDR aufzuklären, um auf
Unkenntnis beruhenden Verharmlosungen
der DDR-Zeit entgegenzuwirken. Diese ist
auch aus Sicht der Zeitzeugen ein eklatantes
Problem im Umgang mit der Vergangenheit.
Es ist eine Menge Aufklärung und Aufarbeitung nötig, um die DDR- Realität begreifen
zu können, die sie miterleben mussten. Dazu
haben sie am 20. Jahrestag des Mauerfalls
bei uns Schülern einen großen Beitrag geleistet.
Die Vorträge und die Einzelgespräche zwischen Schülern und Zeitzeugen, die nach
dem Ende der Veranstaltung weitergingen,
führten uns die Verfolgung und Gewalt in
der DDR eindringlich vor Augen und erinnern uns hoffentlich immer daran, dass wir
uns für unsere Demokratie einsetzen und sie
bewahren müssen.
97
Religiöse Studientage 14. – 16. 06. 2010 –
„Weimar – wir kommen!“
Julia Furmanczyk: Klasse UII a
Im Juni war es wieder so weit: die gesamte
10. Jahrgangstufe machte sich zu den Religiösen Studientagen auf, die unter der Leitung
von Frau Buß, Frau Rottmann, Herrn Genetzky und Herrn Reichelt stattfanden.
Mitten in eine idyllische Landschaft aus
Schafsweiden, Feldern und schmucken Bauernhäusern eingebettet, liegt in der Nähe von
Paderborn die Wewelsburg, das erste Ziel unserer knapp dreitägigen Fahrt. Die ländliche,
friedliche Umgebung und der gleißend helle
Sonnenschein standen in starkem Kontrast zu
der dunklen Vergangenheit dieses Ortes. Es
schien unvorstellbar, dass sich die SS ausgerechnet diesen Ort ausgesucht hatte, um sich
hier ihre höchste Kultstätte einzurichten und
die Burg auch noch zum „Mittelpunkt der
Welt“ zu erklären. Angekommen, erhielten
wir sogleich eine Führung durch die Wewelsburg, bei der wir sofort unsere Fragen nach
der Standortwahl beantwortet bekamen und
sogar das Glück hatten, als eine der ersten
Gruppen die neue sehr anschaulich präsentierte Ausstellung im Museum bewundern zu
können. Uns wurde deutlich, dass es auch im
Ort Wewelsburg ein KZ gab und wir erhielten noch einmal tiefergehende Einblicke in
die Ideologie des Nationalsozialismus. Wir
gerieten ins Nachdenken darüber, wie es sein
kann, dass sich so viele Menschen von solch
pseudoreligiösen Kulten angezogen fühlen
konnten.
Reich an neuem Wissen setzten wir unsere
Busfahrt nach Weimar fort. Als wir uns der
Stadt näherten, machte sich zunächst eine
gewisse Ernüchterung breit, denn statt alten,
vornehmen Stadthäusern fanden wir noch
eine Reihe hässlicher Plattenbauten aus der
DDR-Zeit und auch noch einige nicht renovierte Häuser vor. Je mehr wir aber ins Zentrum der Stadt kamen, desto ansprechender
wurde die Architektur und als wir dann die
Altstadt erreicht hatten, waren wir umgeben
von wunderschönen, alten Herrenhäusern und
drückten uns förmlich die Nasen an den Fensterscheiben platt, um ja nichts zu verpassen.
98
Das Jugendgästehaus, das für die nächsten
Tage unser Domizil sein würde und in dem
wir mit köstlichem Essen versorgt wurden,
liegt nahe der Altstadt in einem weitläufigen
Grünzug, dem berühmten Park an der Ilm,
der sich quer durch Weimar erstreckt. Nach
unserer Ankunft und dem Zimmerbeziehen
ging es auch sofort weiter. Um einen Überblick über die Stadt der Dichter und Denker
zu bekommen, nahmen wir zunächst in vier
Gruppen an einer Stadtführung teil, bei der
uns die bedeutendsten Orte gezeigt wurden.
Unter anderem haben wir das Schloss der
Herzöge von Weimar gesehen, sind über den
Rathausplatz mit dem berühmtberüchtigten
Hotel „Elefant“ gelaufen, in dem sich neben
den großen Klassikern wie Goethe und Schiller auch bedeutende Komponisten wie Liszt
und Wagner, aber auch Menschen wie Hitler
gern aufhielten – Letzterer auch, um sich vom
Volk auf dem Marktplatz bejubeln zu lassen
(„Lieber Führer, komm heraus aus dem Elefantenhaus!“). Weiter ging es zur Musikhochschule, der nach dem Brand frisch renovierten
Anna-Amalia-Bibliothek, der Bauhaus-Universität, vorbei an Goethes stattlichem und
Schillers bescheidenerem Wohnhaus zum
berühmten Goethe- und Schillerdenkmal, das
vor dem Nationaltheater steht, in dem 1919
die erste demokratische Verfassung Deutschlands verabschiedet wurde.
In der Abendrunde haben wir unter anderem
unsere Eindrücke von der Stadtführung gesammelt und sind zu dem Schluss gekommen, dass man in Weimar auf Schritt und
Tritt unglaublich viel Kultur erlebt und dort
eine unbeschreibliche Atmosphäre herrscht,
die einen dazu beflügelt, selbst kreativ zu
werden. Allerdings wurden wir uns auch
der Tatsache bewusst, wie nahe Genie und
Wahnsinn beieinanderliegen: acht Kilometer
von Weimar entfernt liegt das Konzentrationslager Buchenwald. Voller neugewonnener Bilder im Kopf zogen wir uns glücklich
und auf den kommenden Tag gespannt auf
unsere Zimmer zurück.
Der nächste Tag, Dienstag, der 15. Juni.,
begann nach einem außerordentlich reichhaltigen Frühstück mit der Besichtigung des
Schillerhauses. Es handelt sich dabei um
ein hübsches, orangegelbes Haus mitten in
der Altstadt von Weimar. Es ist relativ bescheiden, genauso wie die Lebensart seines
Bewohners Schiller, der trotz seiner erfolgreichen Dramen, Balladen und Gedichte, die
stets sein humanistisches Ideal von einem
„weltoffenen Bürger“ thematisieren, von finanziellen Nöten geplagt war – im Gegensatz
zu seinem Freund Goethe, der einen prunkvollen, ausschweifenden Lebensstil an den
Tag legte. Zutiefst von Schillers Leben und
seinem Schaffen beeindruckt, vor allem aber
auch davon begeistert, in einem Haus gestanden zu haben, in dem Weltliteratur entstanden
ist, kehrten wir zur Kräftigung mit Speis und
Trank in unser Jugendgästehaus zurück.
Anschließend stand die Besichtigung des
Konzentrationslagers Buchenwald auf dem
Programm. Die Busfahrt dorthin verlief
schweigend, jeder machte sich seine Gedanken über den Zielort. Das Konzentrationslager liegt – so zynisch es klingt – einbettet in
die wunderschöne Waldlandschaft auf dem
Ettersberg, an einem Ort, an dem sich Goethe
und Schiller bei ihren regelmäßigen Ausflügen in die Natur Inspiration für ihre Werke
holten – es ist ein Ort voller Gegensätze. Auf
dem gesamten Gelände des Konzentrationslagers herrschte eine bedrohliche, bedrückende
Stimmung und die Führung hat alle zutiefst
emotional aufgewühlt.
Das schreckliche Szenario, das sich uns bot:
zum Beispiel die Überbleibsel der Baracken,
die den Gefangenen als Schlaflager dienten,
die Arrestzellen für die Gefangenen, das Krematorium und das als Krankenstation getarnte
Versuchslabor, in dem an Menschen pseudowissenschaftliche Experimente durchgeführt
wurden. Wie können Menschen in der Lage
sein, sich ihren Mitmenschen gegenüber so sadistisch zu verhalten? Die Zeiger der Uhr am
Eingangstor des Konzentrationslagers stehen
symbolisch auf 15.15 Uhr, der Uhrzeit, als das
Lager von amerikanischen Truppen befreit
wurde. Doch trotz der Befreiung, die unzähligen Menschen das Leben gerettet hat, kann
man nicht von einem „Happy End“ sprechen:
so unendlich viele Menschen haben während
des Holocaust und während des Krieges ihr
Leben verloren – und wie viele von denen, die
überlebt haben, blieben traumatisiert? Als Zeichen unserer Anteilnahme hat jeder von uns
vor dem Betreten des Lagers eine rote Rose
bekommen und durfte sie an dem Ort niederlegen, der ihn besonders berührt hat. Nach der
Führung sind wir noch zum Mahnmal gefahren, das mit seinem mächtigen Glockenturm
im Stil des sozialistischen Realismus, einem
Denkmal und drei riesigen Ringgräbern nicht
nur das Ende des Nationalsozialismus, sondern auch den Beginn eines neuen sozialistischen Regimes in Ostdeutschland symbolisiert – der DDR. Dass in Buchenwald auch in
der Anfangszeit der entstehenden DDR – nun
unter den neuen Machthabern – weiter gemordet wurde, kann einen nur erschrecken.
Während der Busfahrt zurück ins Jugendgästehaus herrschte ein reger Austausch über die
Eindrücke, den wir dann in unseren Abendversammlungen fortgesetzt haben. Uns wurde bewusst, dass man die Vergangenheit nicht
ungeschehen machen kann, wir aber aus den
Fehlern der Vorfahren lernen können, sich
zum Beispiel stets gegen Diskriminierungen
einzusetzen und Veränderungen in Gesellschaft und Politik wachsam und kritisch im
Auge zu behalten, damit es niemals zu einer
Wiederholung des dunkelsten Kapitels in der
Geschichte der Menschheit kommen kann.
Vor unserer Abfahrt am nächsten Morgen ließen wir unser Beisammensein mit einer Andacht ausklingen. In seiner Predigt stellte Herr
Genetzky die Frage, die über den gesamten religiösen Studientagen als Leitgedanke gestanden hatte: “Was ist der Mensch?“ Wir dachten
über das Beispiel Paul Schneiders, des Predigers von Buchenwald, wie über Sätze Dietrich
Bonhoeffers nach, letztlich kann sich die Frage
nach dem Menschen nach den vielen Gedanken, die wir uns in den letzte Tagen gemacht
hatten, aber nur jeder selbst beantworten. Nach
mehreren musikalischen Beiträgen und Liedern verließen wir Weimar, ein Stück reifer als
zuvor mit einem immer noch ungenauen, aber
deutlich klareren Bild von uns selbst, dankbar
für die gemachten Erfahrungen, dankbar aber
vor allem dafür, dass wir das Glück haben, in
der heutigen Zeit leben zu dürfen.
99
SEHENLERNEN –
Ein Projekt der Landesinitiative StadtBauKultur NRW
StD’ Christa Wegener-Mürbe
Nach den Osterferien war Herr Nolting zur
Sitzung der Landesinitiative StadtBauKultur
eingeladen und kehrte mit dem Wunsch der
Organisatoren wieder, dass sich die Schulen,
die sich im Blickfeld der im Stadtgebiet aufgestellten Rahmen befinden, möglichst an
diesem Projekt beteiligen sollten.
Gesagt – getan – die Zeit für ein Projekt
zur Baukultur war viel zu knapp, wenn man
allein die Terminfülle durch das Abitur betrachtet. Aber warum sollte man nicht hinter
die Mauern eines Gebäudes, in diesem Fall
des Ratsgymnasiums schauen lassen?
Dank des großen Engagements unserer Kolleginnen und Kollegen und ihrer Klassen
konnten wir, in diesem Umfang als einzige
Schule in Bielefeld, folgendes Programm
präsentieren:
„Sehen, was in der Schule passiert“
Rahmen vor der Handwerkskammer im
Kunsthallenpark
Do. 01.07.2010 Sport: Jump-Style zum
Mitmachen
Klasse Vb/Unterstufe
(Herr Gebauer)
Fr. 02.07.2010 Deutsch: Gedichte vortragen und in Szene setzen
Klasse VIb/Unterstufe
(Frau Tenge)
Mo. 05.07.2010 Religion: Standbilder,
Verklanglichung einer
Bibelstelle
Klasse IV/Unterstufe
(Frau Tenge)
100
Mi. 07.07.2010 Informatik: Lego-Roboter
Roboter-AG (Herr Jansen)
Do. 08.07.2010 Musik: Chorprobe zum
Mitsingen
Klasse OII/Oberstufe
(Herr Gerwin)
Kunst: Inszenierte
Fotografie
Klasse: UI/Oberstufe
(Frau Uffenkamp)
Fr. 09.07.2010Chemie und Kunst:
Quarkbilder zum Mitmachen
Klasse VIc/Unterstufe
(Frau Hollmann,
Herr Jost)
Sa. 10.07.2010 Latein: Aufführung eines
Theaterstückes
Klasse VIb/Unterstufe
(Frau Schneider)
Mo. 12.07.2010 Sport: Manege frei für die
Akrobaten
Klasse Va/Unterstufe
(Frau Winke)
Leider waren an manchen Tagen nur wenige Zuschauer da, um die Präsentationen
der Gruppen zu genießen und zu würdigen.
Das Hochsommerwetter bescherte dann
auch noch „hitzefrei“, so dass das Engagement der Aktiven besonders hervorzuheben ist!
„Ein Traum wird wahr“ –
Unser Krankenwagen für Dr. Babagbeto in Benin
OStR’ Kirsten Rottmann
Alles begann am 19. Juni 2008 bei einem
Besuch von Dr. med. Modeste Babagbeto
im Ratsgymnasium und daran anschließend
bei einer Besichtigung der Hauptwache der
Berufsfeuerwehr Bielefeld. Anlässlich des
450-jährigen Schuljubiläums gab es in der
letzten Woche vor den Sommerferien Projekttage. Eine Schülergruppe beschäftigte
sich intensiv mit der Bethléem-Ecole, Partnerschule des Ratsgymnasiums in Westafrika. Zum ersten Mal wurden Schulmaterial,
Ranzen, Fahrräder, Rollstühle und auch
Ausstattungsgegenstände für die zur Schule gehörende Krankenstation gesammelt,
verpackt und in einem speziellen Container
untergebracht. Während dieser Projekttage
hatten wir Dr. Babagbeto, den ärztlichen
Leiter der Krankenstation, für einen Vormittag in die Schule eingeladen. Er befand sich
auf Einladung einiger Bielefelder Ärzte zu
Besuch und hatte ein dichtes Programm in
Bielefeder Kliniken und auch im Herzzentrum Bad Oeynhausen zu absolvieren. Die
Schülerinnen und Schüler waren sehr gespannt, hatten Fragen vorbereitet und hörten
tief bewegt seinen Berichten zu. Dr. Babagbeto hatte viele Fotos mitgebracht und Frau
Basista, Französischlehrerin am Rats, übersetzte seine Ausführungen aus dem Französischen ins Deutsche. Als er dann schilderte, dass er bei Notfällen eigenhändig auf
seinem Moped die Patienten mit einfachen
Ledergurten befestigt, um sie nach Cotonou
ins nächstgelegene Krankenhaus zu bringen,
war das Projekt „Ein Krankenwagen für Dr.
Babagbeto“ geboren.
Die beiden Feuerwehrbeamten Marco Wahle
und Dirk Hengelsberg hörten auf der Feuerwache von dem Projekt und machten sich auf
die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug.
Schließlich wurden sie fündig. Ein von der
Bundeswehr ausgemusterter Mercedes-Benz
Typ Wolf stand bei einem Gebrauchtwagenhändler zum Verkauf. Das Geld dafür hatten die Ratsschüler beim Weihnachtsbasar,
bei den Schulgottesdiensten und durch die
Aktion Tagwerk zusammengetragen. Dank
der unermüdlichen Hilfe des Wachleiters
der Wachabteilung III der Wache Süd der
Berufsfeuerwehr Bielefeld, Herrn Rolf Mühlenweg, wurde ein Sponsor für die Lackierung gefunden: Autolackiererei Waltemathe
in Oerlinghausen. Mit dem ursprünglichen
Bundeswehrgrün, das ihn als Militärfahrzeug
auswies, hätte er nicht nach Afrika ausgeführt
werden können. Die gesamte Belegschaft
nahm sich also den BDW („Benin-DoktorWagen“) an einem arbeitsfreien Sonnabend
vor und verpasste ihm professionell einen
nagelneuen feuerwehrroten Anstrich – und
Firma Farben Hecker-Spiess sponserte dazu
auch die benötigte Farbmenge.
Belegschaft der Autolackiererei Waltemathe
in Oerlinghausen
Jetzt fielen auch erste Kfz-Steuer- und Versicherungsbeiträge sowie Dieselbenzinkosten
für die diversen Fahrten von der Feuerwache
Süd zu weiteren Sponsoren an. So schön lackiert und aufbereitet konnte der BDW mit
dem amtlichen Kennzeichen BI-CD 112 nun
endlich auch der Mercedes-Benz-Niederlassung in Detmold vorgestellt werden, um
ihn dort auf Herz und Nieren für die lange
Fahrt von Bielefeld nach Westafrika zu prüfen. Dort ist man auf Fahrzeuge gerade dieses Typs aufgrund des nahen BundeswehrStandortes Augustdorf spezialisiert. Nach
101
einer Woche kam der ernüchternde Anruf
des Werkstattleiters Herrn Hege. Er zählte
mir eine schier endlos lange Mängelliste auf,
die von in die Jahre gekommenen Gelenkwellen hin bis zur nur noch kurzfristig intakten Auspuffanlage reichte. Um das Fahrzeug
nachhaltig für Afrika fit zu machen, waren
Ersatzteile und Arbeiten im Wert von über
7000,-- Euro notwendig. Damit schien zunächst das Projekt für uns als Schule gestorben zu sein. Wie sollten wir so viel Geld
zusammenbekommen?
Ein Gespräch mit dem Chef des MercedesBenz-OWL-Centers in Bielefeld, Herrn
Peter Süßmilch, brachte dann den Wendepunkt. Am Ende wurde daraus ein Projekt für
Mercedes-Benz-Auszubildende und das Unternehmen übernahm sämtliche Ersatzteil-,
Wartungs- und Arbeitskosten. Der BDW
war jetzt nicht nur optisch, sondern vor allem
auch technisch und mechanisch wie neu und
für einen langjährigen, problemlosen Einsatz
als Ambulanz- und Rettungsfahrzeug für Dr.
Babagbeto vorbereitet. Wir waren sprachlos,
unendlich dankbar und glücklich.
Mercedes-Benz-Niederlassung OWL in Detmold mit Herrn Hege und seinen Auszubildenden (von links)
Und plötzlich ging es dann weiter: Immer
mehr waren von unserem Projekt begeistert,
so dass nach und nach – vor allem mit Hilfe
vieler Feuerwehrleute, die sich in bewundernswerter Weise in ihrer wenigen Freizeit
engagierten – weitere Sponsoren für die
medizinische Ausstattung gefunden wurden: Rettungsrucksäcke, Vakuummatratze
für Schwerverletzte und eine Menge weiteres medizinisches Material für den Einsatz
in Afrika wurden fachmännisch im BDW
verlastet. Ein Radio und ein GPS-System
102
(„MYOSCAR“) vom ehemaligen Ratsschüler Michael Hüttemann, mit dessen Hilfe
der jeweilige Standort und die Fahrtroute
des BDW verfolgt werden konnten, wurde
eingebaut. Inzwischen stand nämlich nach
vielen langen Gesprächen mit Dirk Hengelsberg und Marco Wahle fest, dass diese
beiden Afrika-erfahrenen Feuerwehrmänner
den BDW eigenhändig nach Benin fahren
würden, um von dort die Rückreise nach
Bielefeld mit ihren Motorrädern anzutreten.
Die Schüler Jan-Philipp Schwirtz, Jean-Marc
Haurand und Lennard Nowitzki stellten daraufhin eine eigene Projekt-Benin-Homepage
ins Netz (www.projekt-benin.de) und schufen zugleich eine Link-Verbindung zum
schuleigenen Internetauftritt, so dass sich
die ganze Schülerschaft jederzeit über den
Stand des Hilfsprojektes informieren konnte. Der Weihnachtsbasar 2009 schlug dann
mit seinem Erlös für unser Hilfsprojekt alle
Rekorde, so dass wir sogar die Kosten für
die Mittelmeerfähre und auch für das Dieselbenzin beisammen hatten.
Der BDW war für alle sichtbar auf dem
Schulhof geparkt und konnte aus der Nähe
von den Schülerinnen und Schülern, Eltern
und Besuchern betrachtet werden. Neben
den Mercedes-Benz-Aufklebern zierten
nun auch stolz beide Fahrzeugseiten in großen Buchstaben die Aufschrift: „Sponsored
by Ratsgymnasium Bielefeld“. Die Ratsschüler hatten zusätzlich auch wieder 580
Weihnachtspäckchen für ihre Partner an der
Bethleem-Ecole gepackt und über 70 Schulranzen abgegeben.
BDW mit den Fahrern Marco Wahle (li.)
und Dirk Hengelsberg (re.) vor dem Rats am
Tag des Weihnachtsbasars 2009
Das alles wurde mit einem großen Seecontainer zusammen mit vielen anderen medi-
zinischen Hilfsgütern und den Ausrüstungsgegenständen aus dem Innenraum des BDW
im Voraus nach Benin geschickt. Am 16.
Januar 2010 war es dann endlich so weit: ein
letztes Abschiedsfoto mit allen Schülerinnen
und Schüler vor dem Rats – und mittendrin
der BDW mit Marco und Dirk auf dem Fahrzeugdach.
BDW mit Schülerinnen und Schülern vor dem Rats am 16.1.2010 (Foto: Schmitz und Hartmann)
Im Innern des BDWs waren die beiden Motorräder verstaut, mit denen Marco und Dirk
von Benin aus die Rückreise nach Bielefeld
antreten wollten.
Die große Fahrt begann am nächsten Morgen nach einem schönen gemeinsamen
Frühstück von Bielefeld-Schildesche aus.
Das gesamte Gepäck war in den vier Motorradtaschen verpackt, und für mehr als drei
Monate musste das reichen.
Marco und Dirk hatten zwei Jahresurlaube
aufgespart, und eigentlich hatten sie mit Brasilien geliebäugelt, doch manchmal kommt
es im Leben eben anders als geplant...
In der Schule wurde eine große Afrikakarte
mit der genauen Fahrtroute und Position, die
ein kleines, rotes Feuerwehrauto aus Pappe
wiedergab, für die nächsten Wochen zum
zentralen, stets umlagerten Info-Punkt für
alle Schülerinnen und Schüler und Lehrer.
Das im BDW eingebaute GPS-System gab
zuverlässig mehrmals täglich die genauen
Daten durch, so dass die einzelnen Etappen
aktuell angezeigt werden konnten. Auf unserer Webseite www.Projekt-Benin.de reihte
Reiseeindrücke aus der Westsahara
sich von nun Blogeintrag an Blogeintrag, die
zudem auch noch so interessant, spannend
und zugleich lustig von Marco und Dirk geschrieben wurden, dass es all die Wochen für
viele Schülerinnen und Schüler, Verwandte,
Freunde und Kollegen mehrmals täglich einfach automatisch dazugehörte, diese Seite
aufzurufen und dann auch selbst einmal im
Gästebuch einen spaßigen oder auch mutmachenden Kommentar beizusteuern.
103
Spätestens seit dem Weihnachtsbasar nahm
die Idee, ganz persönlich bei der Übergabe
des Fahrzeugs Ende Februar in Westafrika
sein zu können, immer mehr Gestalt an. Meine Impfungen waren noch allesamt frisch
und brauchbar, und so beantragte ich einfach
vorsorglich Anfang des Jahres ein erneutes Visum für Benin. Als dann Marco und
Dirk nach vielen tausend Kilometern Mitte
Februar in Togo, dem Nachbarland von Benin, heil angekommen waren und es somit
absehbar war, wann genau sie ihr Fahrtziel
erreichen würden, war es mir zu einer tiefen
Herzensangelegenheit geworden, die Fahrzeugschlüssel unseres BDWs an Dr. Babagbeto übergeben zu können. Mit den beweglichen Ferientagen nach Rosenmontag, einem
Wochenende und zwei freien Tagen reichte
es dann fast für eine Woche schulfrei mitten
im Februar. Nach der Erlaubnis der Schulleitung und einer Mail von Noel Dassou, dem
Schulleiter in Benin, der darin mitteilte, dass
die Weihnachtspäckchen der Ratsschüler am
17. Februar an die Schülerinnen und Schüler der Bethléem-Ecole im Rahmen eines
großen Schulfestes verteilt würden, buchte
ich kurzfristig einen Flug. In der BethléemEcole verbreitete sich die Nachricht von
meiner geplanten Ankunft wie ein Lauffeuer
und für mehr als eine halbe Stunde war – so
erzählte es Noel Dassou – kaum mehr normaler Unterricht möglich, so groß war die
Vorfreude über meinen Schulbesuch.
Am 11. Februar ging es in der Frühe und in
tiefstem Winter von Bielefeld aus über Hannover los. Kaum vorstellbar war es an dem
Morgen für mich, dass ich noch am Abend
bei hochsommerlichen Temperaturen in Afrika sein würde, mussten doch auf dem Rollfeld des Hannover Airports alle Maschinen
zunächst enteist werden.
Mit fast drei Stunden Verspätung landete
ich um 23.20 Uhr in Cotonou. Das Empfangskomitee bestand aus Dr. Babagbeto
und seiner Ehefrau, Hugues (Mitarbeiter des
DED) – und Marco und Dirk mitsamt „unserem“ BDW. Wie bei meiner ersten Reise
hatte ich wieder ein Zimmer im Gästehaus
des DED (Deutscher Entwicklungsdienst)
und auch Marco und Dirk waren dort untergebracht. Beide freuten sich, als ich schon
am ersten Abend von „Konzept“ und „Pla-
104
nung“ sprach, damit die knappe Zeit gut
eingeteilt werden konnte. Denn viel war bis
zur offiziellen Fahrzeugübergabe, die für
den 16. Februar vorgesehen war, zu erledigen. Schließlich musste der Krankenwagen
wieder hergerichtet und ausgerüstet werden,
nachdem die Motorräder ausgeladen waren.
Rotkreuzaufkleber mussten angebracht werden und diverse komplizierte Formalitäten
(Zoll, Behörden, Versicherung usw.) mussten erledigt werden. Wir waren also gut ausgelastet, zumal bei 38 bis 42 Grad Lufttemperatur nicht allzuviel am Stück zu schaffen
war. Am Sonntag gönnten wir uns dann auch
einen verdienten Ruhetag. Wir besuchten den
großen Dan-Tokpa-Markt und bestaunten die
abenteuerlich-bunten Stände mit Voodoofetischen und kauften Stoff für den Weihnachtsbasar und andere Veranstaltungen am Rats.
Die Anmeldeformalitäten gestalteten sich
dann als sehr schwierig und waren mit einem
außerplanmäßigen Abstecher zum letzten
Grenzübertritt verbunden. Doch schließlich
war alles geschafft! Am Abend vor der offiziellen Fahrzeugübergabe überraschte uns
Dr. Babagbeto und überreichte jedem von
uns ein afrikanisches Festgewand, so dass
damit auch die Kleiderordnungsfrage geklärt
war. Von ihm erfuhren wir auch, dass sich
sowohl ein Vertreter des Gesundheitsministeriums als auch das Fernsehen zur Übergabe
des BDW angesagt hatten.
Pünktlich um acht Uhr brachen wir am nächsten Morgen auf. Die letzte gemeinsame Fahrt!
Denn jetzt hieß es, den uns allen schon längst
ans Herz gewachsenen BDW seinem Bestimmungszweck zu übergeben. Ein großes Fest
war vorbereitet und wir setzten uns auf extra
für uns vorbereitete Ehrenplätze. Viele Patienten und Menschen aus der Nachbarschaft
der umliegenden Orte waren gekommen, um
bei der Zeremonie anwesend zu sein. Es war
überwältigend! Es wurde gesungen und getanzt. Zuerst hielt Dr. Babagbeto selbst eine
bewegende, herzliche Ansprache, in der er
noch einmal ausführlich die Entstehungsgeschichte des Krankenwagen-Projekts zusammenfassend darstellte. Daran anschließend
meldeten sich der Vorsitzende des Verbundes der Krankenstationen des Landeskreises
und ein leitender Sprecher des Gesundheitsministeriums zu Wort.
Dann war es soweit. Der BDW wurde mit
eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn
vorgefahren und ich hielt vor laufenden
Fernsehkameras meine kleine Rede in französischer Sprache. Nach der Schlüsselübergabe an Dr. Babagbeto überreichte ich ihm
noch einen großen Abzug des Fotos, das wir
mit allen Schülerinnen und Schülern unmittelbar vor der Abfahrt am 16. Januar am Rats
aufgenommen hatten.
Übergabe des BDW an Dr. Babagbeto (Mitte) und den Vertreter des Gesundheitsministeriums (re.)
Dr. Babagbeto erläutert die medizinische
Ausrüstung des BDW
Danach ging es zum Festessen zu den Babagbetos. Ein großer Tag – „Worte fehlen uns
heute, um unsere Gefühle auszudrücken“,
so Dr. Babagbeto in seiner Dankesrede. Am
Abend gab es noch einige Restformalitäten
mit dem Zoll zu erledigen.
Der letzte Tag meiner Reise war gekommen
– mit einem weiteren Höhepunkt: Schulfest
in der Bethléem-Ecole! Als wir um neun Uhr
eintrafen, wurden wir von den Schülerinnen
und Schülern schon erwartet. Es war eine riesige Freude und bekannte Gesichter strahlten
mich an. Auf dem Schulhof war eine Bühne
mit Überdachung aufgebaut und das Schulfest begann. Jede Klasse hatte eine kleine
Vorführung, z. B. ein Lied, einen Sketch, ein
Gedicht oder einen Tanz vorbereitet.
Schulfest der Bethléem-Ecole (Übergabe der
Weihnachtspäckchen) mit Dirk Hengelsberg,
Marco Wahle und Kirsten Rottmann (v.li.)
Zweieinhalb Stunden dichtes Programm, an
dessen Ende die Übergabe der Weihnachtspäckchen erfolgte. Es war sehr bewegend,
die bunten Kartons in den Händen der Bethléem-Schüler zu sehen, hatte ich sie doch
wenige Wochen zuvor erst mit dem SV-Posten Benin im Rats gesammelt und verpackt.
Spätabends ging es für mich wieder zurück
zum Flughafen von Cotonou, um die Heimreise nach Deutschland anzutreten. Im Gepäck konnte ich die Kfz-Kennzeichen mitnehmen. Marco und Dirk blieben zurück. Sie
hatten jetzt noch eine weite, abenteuerliche
Rückfahrt mit ihren Motorrädern vor sich. Ihre „BDW-Mission“ war erfolgreich beendet.
Dr. Babagbeto berichtet uns seitdem von den
erfolgreichen Einsätzen des Wagens.
So hat er erst neulich einem Neugeborenen
das Leben mit Hilfe des BDW retten können, indem der kleine Patient rechtzeitig das
weit entfernte große Krankenhaus erreichen
konnte. Es hat sich also gelohnt!
Allen, die mitgeholfen haben, dass unser
Hilfsprojekt „Ein Krankenwagen für Benin“
Wirklichkeit werden konnte, sei an dieser
Stelle nochmals von ganzem Herzen gedankt!
Bielefeld, im Juni 2010
105
Neue Spielgeräte auf dem Schulhof!
StD’ Christa Wegener-Mürbe
Unverhofft kommt oft!
Nach dem viel zu langen und kalten Winter
kam Bewegung auf den Schulhof - besser
gesagt auf die Freifläche hinter der großen
Sporthalle; Viele ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was es mit dem Fällen
eines Baumes, Ausschachten des Bodens,
Aufbringen von Rindenmulch,... für eine
Bewandtnis hatte.
Aber nach den Osterferien war dann die Überraschung um so größer, als auf dem Platz hinter der Turnhalle eine große Kletterpyramide
mit Seilen und Schaukeln stand, vorsorglich
noch mit einem Bauzaun abgeschirmt. Große Steine und Balken laden zum Balancieren
und Sitzen ein. Ähnliches ist vor dem Fenster
der Übermittagsbetreuung zu erkennen, wo
neben einer Sitzgruppe aus Steinen und Balken eine „Supernova“ zum Spiel und Wettkampf um das Gleichgewicht einlädt.
Nachdem die Geräte sicherheitstechnisch
abgenommen waren, wollten wir eigentlich
eine kleine Eröffnung dieser neuen Errungenschaften vornehmen – aber die Schülerinnen und Schüler waren einfach schneller
als wir! Kaum war der schützende Bauzaun
entfernt, waren die Geräte „besetzt“! So blieb
uns eigentlich nichts anderes übrig, als uns mit
den Schülerinnen und Schülern zu freuen und
uns die Frage zu stellen, was die Jugendlichen
eigentlich vorher gemacht hatten....
Nichts ohne Reue: die ersten, glücklicherweise relativ harmlosen Blessuren wurden
im Kampf um höher und weiter davongetragen – da wird gleich ein neues Aufgabenfeld
für unsere Schulsanitäter sichtbar. Ausgerüstet mit roten Jacken werden sie ihr Auge auf
die kleinen Verletzungen richten. Nun bleibt
noch die Frage zu klären, wie trotz leerer
Kassen solche Projekte zu finanzieren sind:
Im Sommer 2009, gerade rechtzeitig zum
Beginn der Sommerferien, hatten wir die
Möglichkeit, einen Antrag auf Förderung
aus bisher nicht abgerufenen Restmitteln
eines Förderprogramms, welches eigentlich
dem Ausbau von Ganztagesschulen dienen
sollte, zur Ausgestaltung der Übermittagsbetreuung zu stellen; die Chance war da – also
haben wir sie genutzt und außer den Spielgeräten auf dem Schulhof auch Material für
das AG-Angebot beantragt. Kurz vor Weihnachten haben wir dann die Zusage erhalten,
was dazu führte, dass Frau Meier-Götte,
Herr Nolting und ich bei Eiseskälte zu diversen Schulhöfen und Spielplätzen fuhren und
Geräte erklommen....
Wir mussten uns beeilen, denn bis zum Jahresende musste alles bestellt sein! Bei der
Umsetzung unserer Ideen hatten wir die
Unterstützung der Stadt, so dass das „Weihnachtsgeschenk“ zu einer wirklichen Bereicherung für unsere Schule geworden ist!
Die beiden Fotos zeigen die neuen Spielgeräte für die jüngeren Schülerinnen und Schüler am Rats. Sie befinden
sich im hinteren Bereich des Schulhofes, wo früher einmal die Sprunggruben waren, an die sich viele Ehemalige wohl noch erinnern, und auf der bisher ungenutzt gewesenen Fläche neben (bzw. hinter) der neuen Turnhalle. Der bewegliche Ring fordert das Gleichgewichtsgefühl heraus, und die Pyramide macht Lust auf Klettern.
Die Geräte werden in den Pausen gut frequentiert und bringen Bewegungsalternativen mit dem Ziel eines
gesunden körperlichen Ausgleichs. Damit kommen sie dem allgemeinen Wohlbefinden der Kinder zugute, was
wiederum zu einem guten Unterricht beiträgt. Die Geräte entsprechen hohen sicherheitstechnischen Standards.
Aufsichten sind jedes Mal präsent. Den Jungen und Mädchen gefallen die attraktiven Geräte sehr.
106
1 2 9 3
von Sebastian Sigler, Abitur im 690. Jahr nach Schulgründung
Das Ratsgymnasium ist fast so alt wie die
Stadt Bielefeld. Gegründet wurde unsere
Schule, die erst seit wenigen Jahrzehnten ihren heutigen Namen trägt, am 14. Juli 1293
als Lateinschule am Kanonikerstift der Neustädter Marienkirche. Die ent­sprechende Urkunde der Ravensberger Grafen ist bekannt.
1993 wurde, und das kann nicht oft genug
gesagt werden, aus Anlaß des 700-JahresJubiläums des Ratsgymnasiums von einem
Latein-Leistungskurs unter der Leitung von
OStR Wolfgang Basista eine kleine Festschrift in Heftform erarbeitet; dies ist ein
Hinweis unter vielen dafür, daß das tatsächliche Alter der Schule zu keiner Zeit ein Geheimnis war.
In diesem Frühjahr kam „Das Ratsgymnasium Bielefeld – in Stift, Stadt und Staat
seit 1293“ von StD i.R. Dr. Friedrich Korte
in den Buchhandel. Seither hat dieses Buch
für deutlich wahrnehmbare Aufmerksamkeit
bei den Käufern, in den beiden Bielefelder
Tageszeitungen und auch bei der nordrheinwesfälischen Schulministerin Barbara Sommer gesorgt. Forscher aus verschiedenen
Nachbarstädten orientieren sich zunehmend
an den gründlich, neu und übersichtlich präsentierten Erkenntnissen. Besonderes Interesse gilt der Argumentation, daß die alte
Lateinschule in Bielefeld eine ungebrochene
Tradition hin zum heutigen Ratsgymnasium
besitzt und daß dies eine Besonderheit im
Vergleich zu Nachbarstädten wie Herford
und Minden ist. Dort wurden, nach teils harten Auseinandersetzungen, im 16. Jahrhundert jeweils neue, lutherisch geprägte Lateinschulen installiert und so – die Lesarten
variieren – ältere Schulen wiedergegründet.
Die Bielefelder Lateinschule konnte sich
über sieben Jahrhunderte hinweg bruchlos
fortsetzen bis hin zu unserem Ratsgymnasium. In Ravensberg bestand gemäß einer
religiösen Toleranz, die die Landesherren
vorgaben, ein ungewöhnlich großer Spielraum, denn das kleine Land am Teutoburger
Wald gehörte ab 1346 zu den Besitzungen
der Herzöge von Jülich-Kleve-Berg, die
generell ihren Untertanen die Freiheit des
Glaubens zugestanden, anders als die meisten anderen Reichsfürsten. Aufgrund dieser
konfessionellen Offenheit gab es im alten
Bielefelder Marienstift vom späten 16. bis
in das 18. Jahrhundert hinein nebeneinander
katholische und lutherisch gesinnte Kanoniker.
Das Ratsgymnasium wird heute von einer bis
ins Mittelalter zurückreichenden Tradition
getragen, nicht zuletzt aufgrund der früheren
landesherrlichen Toleranz. Die ermöglichte
es wiederum dem Humanismus, Wirkung
107
zu entfalten, als er ab dem 16. Jahrhundert
aufkam. Und diese beiden Werte – Humanismus und Toleranz – prägen die Schule
als ein nach hohen sozialen Maßstäben organisiertes Gemeinwesen auch heute unverändert aus ihrem Innersten heraus. So bleibt
festzuhalten: Eine in diesem Jahr 717 Jahre
alte Lateinschule von
überlokaler Bedeutung
und großem Ansehen –
das ist der Kernbestand
der Schulgeschich­te des
Bielefelder Ratsgymnasiums. Nicht zuletzt der
Erfolg des Buches von
Dr. Korte hat diesen
Kernbestand an Historizität bestätigt.
Ein Wort sei noch
gestattet zum Jubiläum des Jahres 2008
und hier vor allem zur
Festschrift „Deo et Literis – Schule mit Geschichte, Schule mit
der Zeit“ von OStR Dr. Wolfgang Schröder
und OStR Dr. Johannes Altenberend. Dieses
Buch ist ein enorm wichtiges Kompendium
für Geist und Seele des Ratsgymnasiums, es
ist in seiner Faktenfülle unübertroffen und
in seiner Bedeutung nicht zu überschätzen.
Wer am Ratsgymmasium lernte oder wessen Kinder dort heute lernen, hat eine Lücke
im Bücherschrank, wenn „Deo et Literis“
nicht vorhanden ist! Das Buch von Friedrich
Korte mag daneben – etwas kleiner – seinen
Platz finden, aber es kann und kann und soll
diese Festschrift mitnichten ersetzen. Sehr
aufschlußreich sind darin die Ausführungen
des Stadthistorikers Reinhard Vogelsang,
der beschreibt, wie die Bürgerschaft sich im
Laufe mehrerer Jahrhunderte zunehmend an
der Lateinschule Anteil nahm, Einfluß gewann und auch in die Zalungsverpflichtung
eingebunden wurde.
Das Ratsgymnasium hat, auch das sei nochmals betont, im Jahre 2008 bestimmt kein
falsches Jubiläum gefeiert! In Zu­kunft wird
man sich vielleicht darauf einigen, die Jahreszahl zu modifizieren. Die Frage nach einem „richtigen“ oder „fal­schen“ Jubiläumsfest stellt sich aber nicht.
717 Jahre – das heutige Ratsgymnasium ist
die älteste Bielefelder
Schule. Für die im 19.
und 20. Jahrhundert
kultivierte Ansicht, die
Schule sei eine spätere,
dezidiert lutherische
Gründung, haben sich
keinerlei
Anhaltspunkte ergeben. Als
Schulgründer steht der
Ravensberger
Graf
Otto III. fest, der erste
namentlich bekannte
Schüler ist Graf Bernhard, der in Ravensberg von 1328 bis 1346
regierte. Aus allen folgenden Jahrhunderten ist weiter eine Vielzahl von Namen und
Biographien ehemaliger Schüler bekannt.
Die Überlieferung kann insofern als lückenlos bezeichnet werden. Höchst interessant
ist es, zu lesen, wie ab dem 14. Jahrhundert
mittels Stiftungen Bielefelder Bürgersöhnen
– Absolventen der Lateinschule! – das Studium an auswärtigen Universitäten ermöglicht wurde. Diese Stiftungen liefen teils
nahlos bis ins 18. oder gar 19. Jahrhundert
weiter.
Als Ergebnis der Untersuchung steht fest:
Es gibt eine ur­kund­lich gesicherte, in sich
schlüssige und in allen Pha­sen glaubwürdige
Tradi­tion für das mit­telalterliche, frühneuzeitliche, mo­derne und seit 1964 so benannte Rats­gymnasium Bielefeld – ungebrochen
seit 1293.
Möchten Sie dieses Buch erwerben? Friedrich Korte, „Das Ratsgymnasium Bielefeld – in Stift, Stadt und Staat seit 1293“ kann auf Seite 59 und
auf Seite 139 dieses Heftes für 22,90 Euro portofrei bestellt werden.
108
Pressespiegel
Dr. Mustafa Cevrim (links) und Mihael Dmitriev vom
Naturkundemuseum »Namu« nehmen die geologi-
sche Sammlung im Schubladenschrank auf dem
Dachboden des Ratsgymnasiums in Augenschein.
Schubladen-Schatz seit
150 Jahren verwahrt
Von Burgit H ö r t t r i c h
und Bernhard P i e r e l (Fotos)
B i e l e f e l d (WB). In Schubfächern, sorgfältig auf kleinen
Zetteln in Sütterlin beschriftet,
ruhen Ammoniten, Mineralien,
Kristalle – oder es findet sich
dort einfach nur Staub. Der vier
Meter lange Schubladenschrank
und reich verzierte Schauvitrinen
stehen seit Jahr und Tag fast
vergessen auf dem Dachboden
des Ratsgymnasiums.
Was auf den ersten Blick unscheinbar und verstaubt wirkt,
sind für Geowissenschaftler wahre Schätze: Für die geologische
Sammlung des ehemaligen städtischen Gymnasiums wurde bereits
Mitte des 19. Jahrhunderts der
Grundstock gelegt. Die mehr als
2000 Stücke überlässt das »Rats«
jetzt als Leihgabe des Naturkundemuseum (»Namu«).
Schulleiter Hans-Joachim Nolting wünscht sich, dass die Sammlung wissenschaftlichen Zwecken
zu Gute kommt. Zudem braucht
er den Platz: »Der Dachboden ist
eine Ausbaureserve für die Schule
– auch, wenn momentan nichts
konkret geplant ist.« Er erinnert
daran, dass die Schausammlung
für mehrere Lehrer- und Schülergenerationen fester Bestandteil
des geowissenschaftlichen Unterrichts waren. Nolting: »Unterricht, aber auch Lehrerausbildung
haben sich seitdem stark verändert.«
Dr. Mustafa Cevrim, der Geologe des »Namu«, hat gemeinsam
mit seinen Mitarbeitern Mihael
Dmitriev und Praktikantin Jennifer Grundmann, die in Münster
Geowissenschaften studiert, die
Steine gesichtet und sortiert.
Schulleiter Hans-Joachim Nolting
und »Namu«-Leiterin Dr. Isolde
Wrazidlo mit den Stein-Schätzen.
Cevrim bedauert, dass ein Teil des
Materials durch Zersetzung rettungslos zerstört ist oder aber
wegen fehlender Etikettierung
nicht zuzuordnen ist. Von den
geschätzt 2000 Sammlungsstücken will er zwischen 300 und 400
ins Naturkundemuseum übernehmen. Das Museum selbst besitzt
bereits rund 50 000 mineralogisch-geologische Exponaten, von
denen 99 Prozent in den Magazinen ruhen. Die RatsgymnasiumSammlung hält er auf alle Fälle
für interessant: »Nicht nur für
Ausstellungen, sondern auch museumspädagogische Veranstaltungen und natürlich wissenschaftliche Untersuchungen.«
Zur Sammlung gehören Erzminerale aus größtenteils nicht mehr
zugänglichen Lagerstätten, Mineralien aus verschiedenen Teilen
der Welt, Fossilien wie versteinerte Seelilien und -igel, versteinerte
Baumrinden, Muscheln, aber auch
Dünnschliffe zum Mikroskopieren, Holzmodelle zur Veranschaulichung von Kristallformen und
Proben zur Demonstration von
Einzelschritten der Erzaufbereitung. Dr. Cevrim: »Die Sammlung
ist ein Gewinn für das Museum.«
Er müsse sich jetzt erst einmal mit
altdeutscher Schrift beschäftigen,
um die ausgeblichenen Etiketten
entziffern zu können: »Wir erfassen alle Stücke im Computer.«
WB 05.03.2010
Rats-Dachbodensammlung macht Museum »steinreich«
109
Ergreifender Moment: Mit militärischen Ehren wird der Hauptgefreite Martin Kadir
Augustyniak auf einem Friedhof in Bielefeld-Quelle beigesetzt. Einige Soldaten stehen Spalier,
andere tragen Ordenskissen, Deutschlandfahnen und einen Kranz zum Grab ihres getöteten
Kameraden.
»Martin ist in unserem Herzen«
Bewegende Trauerfeier in Quelle: 120 Besucher verabschieden getöteten Soldaten
B i e l e f e l d (WB). Die Soldaten stehen Spalier, als sechs
ihrer Kameraden den Sarg mit
dem Leichnam des in Afghanistan getöteten Soldaten Martin
Kadir Augustyniak zum Grab
schieben. Die Kameraden sind
sichtlich gerührt. Viele von ihnen
haben einen Freund verloren.
Bei einer bewegenden georgisch-orthodoxen Trauerfeier ist
Augustyniak gestern im Beisein
von 120 Gästen auf einem Friedhof in Bielefeld-Quelle beerdigt
worden. Nicht nur Freunde und
Verwandte, sondern auch 50 Soldaten nehmen Abschied von dem
in Bielefeld aufgewachsenen und
später nach Hannover gezogenen,
28 Jahre alten Hauptgefreiten.
Es ist eine Feier mit militärischen Ehren. »Ein letztes Glück
ab« steht auf einem Kranz, den
Soldaten zu dem Grab ihres Kameraden tragen. Der Kranz
stammt vom Fallschirmjägerbataillon 373 aus dem niedersächsischen Seedorf – jenem Ort, in dem
Augustyniak vor seinem Dienstbeginn in Afghanistan stationiert
war.
Die Soldaten kämpfen mit den
Tränen, als sie den Kranz ablegen.
Sie sind noch immer fassungslos
110
Die Familie werde vom Sozialdarüber, dass Augustyniak am
Karfreitag bei einem heimtücki- dienst der Bundeswehr betreut,
schen Anschlag in der Nähe von sagt später Rainer Grimm, SpreKundus als einer von drei Bundes- cher der Luftlandebrigade 31. Die
wehrsoldaten sein Leben ließ. Beerdigung begann mit einem
Auch Verwandte und Freunde 50-minütigen Seelenamt in der
Friedhofskapelle. Igumen Ise, geweinen laut am Grab.
Dann wirft Mariella di Mauro orgisch-orthodoxer Priester, leitePapier-Friedenstauben
in
die te die Zeremonie. Anschließend
führte der Trauerzug
Luft. Sie arbeitet als
direkt zum Grab. Ein
Pädagogin im KinSoldat trug ein Orderhaus
Hannover
denskissen,
zwei
und hat Martin Auweitere hielten gefalgustyniaks dreijähritete Deutschlandfahgen Sohn gemeinsam
nen in ihren Händen.
mit anderen Jungen
»Einige der Soldaund Mädchen zur
ten haben gemeinTrauerfeier begleitet.
sam mit Martin Au»Vater Martin ist
gustyniak ihre Ausnicht tot. Er ist in
bildung in der Fallunserem
Herzen«,
schirmjägereinheit
ruft
Mariella
di
absolviert«, berichtet
Mauro – und will
Bundeswehrsprecher
damit vor allem AuRainer Grimm kurz
gustyniaks Sohn Mut
machen. »Die Frie- Martin Kadir Augustyniak vor der Trauerfeier.
denstauben
sollen (28) wurde am Karfreitag Auch zwei Musiker
des
Heeresmusikdafür sorgen, dass nahe Kundus getötet.
korps aus Münster
wir das ganze Leben
lang aufeinander zugehen und sind extra nach Bielefeld gereist.
füreinander da sind.« Gemeinsam Einer von ihnen gibt mit einer
mit den Kindern singt di Mauro Trommel im Trauerzug den Takt
Lieder am Grab des Toten. Zudem an. Der zweite spielt mit einer
enthüllt die Gruppe ein aus Tibet Trompete am Grab das »Lied vom
guten Kameraden«.
stammendes Tuch.
Bundeswehrgeneräle oder proDie Witwe des Gefallenen wird
von Oberst Rainer Grube zum minente Bundespolitiker sind bei
Grab geleitet. Der Offizier ist der der Zeremonie in Bielefeld nicht
Kommandeur der Luftlandebriga- anwesend – ganz im Gegensatz zur
de 31, zu der auch das Fallschirm- riesigen Trauerfeier in der vergangenen Woche im niedersächsijägerbataillon 373 gehört.
schen Selsingen. Damals erwiesen
Bundeskanzlerin Angela Merkel
und Verteidigungsminister KarlTheodor zu Guttenberg Augustyniak und seinen beiden in Kundus gefallenen Kameraden die
letzte Ehre.
Oberbürgermeister Peter Clausen gehört aber zu den Besuchern,
die in Bielefeld Abschied von
Martin Kadir Augustyniak nehmen. »Wenn jemand im Dienst für
Deutschland sein Leben lässt, ist
es Pflicht, als erster Bürger der
Stadt der Beisetzung beizuwohnen«, meint der SPD-Politiker
später. Auch er ist von der Trauerfeier sichtlich bewegt. »Die Anteilnahme ist sehr groß«, meint Clausen.
Und viele Gäste verharren noch
lange vor dem Grab, ehe sie später
den Heimweg antreten. Sie nehmen nicht nur die aus Papier
gebastelten Friedenstauben mit
nach Hause – sondern auch die
Erinnerungen an Martin Kadir
Augustyniak.
Viele Kränze liegen am Grab des getöteten Soldaten. Ein Trauergast malte
zum Abschied von dem 28-Jährigen eine Sonne.
WB 14.04.2010
Von Stefan B i e s t m a n n (Text)
und Jörn H a n n e m a n n (Fotos)
Marco Wahle (2. von rechts), Dirk Hengelsberg (2.
von links) und Kirsten Rottmann (3. von rechts) bei
der feierlichen Übergabe des Fahrzeugs im westafrikanischen Benin.
8500 Kilometer bis
zum Einsatzort
Ratsgymnasiasten spenden Krankenwagen für Benin
Sie nahmen sich Urlaub, suchten ein ausgedientes geländegängig Bundeswehr-Sanitätsfahrzeug
aus, das von den gesammelten
Spenden gekauft wurde. Die Mercedes-Benz-Niederlassung in Detmold überholte den Wagen kostenlos, die Lackiererei Walthemathe
in Oerlinghausen spendete einen
Arbeitstag und lackierte es Feuerwehr-Rot.
Am 16. Januar starteten Wahle
und Hengelsberg, vier Wochen
fuhren sie durch Italien. Marokko,
Mali, Burkina Faso und Togo nach
Benin. Zur feierlichen Übergabe
des Krankenwagens flog auch
Kirsten Rottmann, Lehrerin am
Ratsgymnasium, nach Benin. Die
Freude dort sei riesig gewesen,
berichteten die Feuerwehrmänner
Einen schwer kranken Patienten
gestern den Ratsgymnasiasten, die
auf einem Moped über Schlaglochsie anhand von Fotos an ihrer
pisten zum 30 Kilometer entfernReise teilhaben ließen.
ten Krankenhaus zu bringen, kann
Für Marco Wahle und Dirk
sich in Deutschland niemand vorHengelsberg war das
stellen. In Benin ist es
Abenteuer damit allerAlltag. Doch nicht mehr
dings noch nicht abgefür die Menschen, die in
schlossen. In dem Krander kleinen Krankenstatikenwagen hatten sie auon von Dr. Modeste Baßer Medikamenten, die
bagbeto in Womey verBielefelder Apotheker für
sorgt werden. Als einzige
die Krankenstation in
im ganzen Land verfügt
Womey gespendet hatten,
diese nun über einen
und
»WeihnachtspäckKrankenwagen, in dem
chen«, die die Ratsgymzwei liegende Patienten
nasiasten für ihre Partgleichzeitig transportiert
nerschule gepackt hatten,
werden können. Möglich
auch ihre beiden Motorgemacht haben dies die
räder transportiert. Mit
Ratsgymnasiasten,
die
denen fuhren sie dann
beiden Berufsfeuerwehrquer durch Afrika zurück
männer sowie Sponsoren
nach Bielefeld. So waren
(das WESTFALEN-BLATT
berichtete).
Die Partnerschule Bethléem-Ecole bereitete den Biele- sie weitere elf Wochen
Den Anstoß zu dem feldern mit einem Schulfest einen großen Empfang. unterwegs.
B i e l e f e l d (WB). Mehr als
8500 Kilometer haben Marco
Wahle und Dirk Hengelsberg
zurückgelegt, um einen Krankenwagen nach Benin in Westafrika zu überführen. Um den
Wagen zu kaufen, hatten die
Schüler des Bielefelder Ratsgymnasiums 11 000 Euro gesammelt. Jetzt berichteten die
beiden Berufsfeuerwehrmänner den Schülern von ihrer
abenteuerlichen Reise.
Hilfsprojekt hatte ein Besuch von
Dr. Babagbeto im Juni 2008 in
Bielefeld gegeben. Seit 2000 hat
das Ratsgymnasium mit der Bethléem-Ecole in der Nähe der Hafenstadt Cotonou eine Partnerschaft, an die auch die Krankenstation angeschlossen ist. Bei einem Besuch in Bielefeld besichtigte der Arzt auch die Hauptwache
der Berufsfeuerwehr und erzählte
von der katastrophalen medizinischen Versorgung in den ländlichen Regionen des Landes.
Spontan entschlossen sich die
Schüler, zu helfen. 11 000 Euro
sammelten sie bei der Aktion
»Tagwerk« für den Krankenwagen. Und ebenso spontan entschlossen sich Wahle und Hengelsberg, den Transport des Fahrzeugs
zu übernehmen. Beide haben
schon mehrere, zum Teil monatelange Motorradtouren durch Afrika unternommen.
WB 25.06.2010
Von Hendrik U f f m a n n
111
112
VON FRANK BELL
vorgelegt hat. Es soll mit 288 Sei- beim Treffen der Ehemaligen vor.
ten, 20 Farbabbildungen und FaBernhard III., der letzte Ra¥ Mitte. Im vergangenen Jahr denheftung erscheinen und ab vensberger Graf, ist den Forhat das Ratsgymnasium seinen März im Buchhandel ausliegen. schungen Kortes zufolge der äl450. Geburtstag gefeiert. „Daran Gestern Abend stellte er das Werk teste namentlich bekannte Schüist nichts falsch“, sagt Dr. Friedrich Korte (84), langjähriger Geschichtslehrer der Schule. Andererseits sei zweifelsfrei anhand
von Quellen nachweisbar, dass
die Schule älter ist.
„Das Ratsgymnasium wurde
als Lateinschule am Stift der Neustädter Marienkirche gegründet.
Die entsprechende Urkunde der
Ravensberger Grafen vom 14. Juli
1293 ist erhalten. Das war nie ein
Geheimnis“, sagt Korte, der sich
seit etlichen Jahren mit der Geschichte der ältesten Bielefelder
Schule beschäftigt und jetzt ein
Buch unter dem Titel „Das Ratsgymnasium Bielefeld in Stift, Blick ins neue Buch: Autor Friedrich Korte, Hermann Schulze-NieStadt und Staat seit 1293“ mit hoff, Vorsitzender der Vereinigung der Ehemaligen des Ratsgymnasidem Ergebnis seiner Forschungen ums, und Sebastian Siegler (v. l.).
FOTO: ANDREAS FRÜCHT
ler, der 1306 an der Universität
Bologna studierte. Insgesamt, so
Ex-Ratsgymnasiast, Journalist
und Buchautor Sebastian Siegler, der sich um die Herausgabe
des Buches kümmert, gebe es
108 nachweisbare Schülernamen aus der Zeit der Lateinschule des Marienstiftes zwischen etwa 1330 und 1540.
Für Korte ist klar: Die Bildungsinstitutionen in Bielefeld folgten
von der ältesten Lateinschule ab
1293 bis zum heutigen altsprachlichen Gymnasium direkt und
ohne Bruch der Tradition aufeinander. Für das Gründungsjahr
1558 spreche nichts, nicht einmal
eine Urkunde. sondern lediglich
das Inkrafttreten eines Vertrages
mit eine neuen Rektor – in der
Nachfolge früherer Rektoren.
Siegler: „Korrigieren wir die bisherige Festlegung auf 1558 möglichst ohne Kontroverse.“
Historiker Dr. Friedrich Korte hat ein Buch über die Zeit vor dem offiziellen Gründungsdatum 1558 geschrieben
Ratsgymnasiummitüber700JahrenTradition
NW 31.10.2009
Wieder zu Gast: Botschafter Harald Kindermann (l.) ist nach 2008 erneut in der neuen Synagoge – begrüßt
wird er von Iritih Michelsohn und Paul Yuval Adam von der Jüdischen Kultusgemeinde. FOTOS: ANDREAS FRÜCHT
AufHeimatbesuch
Harald Kindermann aus Bielefeld – Botschafter in Israel
¥ Bielefeld. Dass er hier einmal zu Hause war und sich
noch immer heimisch fühlt,
wird schnell deutlich. Als dem
Deutschen Botschafter in Israel, Harald Kindermann (60),
beim Besuch der Synagoge die
Jugend der Jüdischen Kultusgemeinde vorgestellt wird, fragt
er Alexander Gutmann (16)
nach seiner Schule – es ist das
Ratsgymnasium. Jene Schule,
an der Kindermann 1968 sein
Abi baute. „Steht da noch immer diese Gottesstatue im Erdgeschoss?“ Steht sie nicht.
lebend, kommt regelmäßig nach
Bielefeld: „Mein Bruder lebt ja
noch hier und mein 90-jähriger
Vater in Gütersloh.“ Ab und zu
verbindet er das Private mit dem
Dienstlichen, so auch 2008, als
er Gast der Einweihungsfeiern
der neuen Synagoge an der Detmolder Straße war.
Wie so oft blieb Harald Kindermann über Nacht in Bielefeld – und hatte am Sonntag drei
Plichttermine. Der erste: Patenkind Malte (5) früh morgens vorzulesen. Der zweite: Sich von
Oberbürgermeister Pit Clausen
im Rathaus empfangen lassen.
Der dritte: Referat bei der Bielefelder Nahostinitiative.
Danach ging es weiter nach
Berlin, eine so genannte Regierungskonsultation zwischen
Bundeskanzlerin Angela Merkel
und Israels Ministerpräsident
Benjamin Netanjahu vorbereiten. Für ihn eine Ehre, auch eine
Freude. Kein Vergleich mehr zu
früher, „der Zeit der Sprachlosigkeit“, wie er sie nennt. Für sie hat
er ein Sinnbild – im wahrsten
Sinne des Wortes: Ein zerknittertes Foto des ersten deutschen
Botschafters Rolf Friedemann
Pauls beim Versuch, Premierministerin Golda Meir einen Hand-
kuss zu geben – eine Geste die sie
nicht kannte, die Hand nicht
hob und ihn dadurch in tiefster
Irritation dazu nötigte, tief gebeugt vor ihr zu stehen – auf der
Suche nach der Hand, um die
achtungsvoll gemeinte Geste zu
Ende bringen zu können.
Ein Foto, das er sich einrahmte.
Eine Erinnerung – an Zeiten, in
denen das Wiedergutmachungsabkommen noch nicht einmal
20 Jahre her war, der Streit, ob die
deutschen Gelder Blutgeld oder
Aufbauhilfe seien, schwelte.
Auch heute, so Kindermann,
werfe all das Fragen auf – „schon
das Wort ist heute kaum zu verstehen, so verdreht ist es, wie kann es
eine Wiedergutmachung geben?“
Egal, Kindermann kommt ins
Gespräch, hört zu, bevor er die
gut 80 Gäste der Gemeinde zu
Zuhörern macht: Er referiert
über die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und
Deutschland – „wo sie begannen
und wo sie heute stehen“. 45
¥ Kindermanns Weg zum
Jahre gibt es diese Beziehungen,
Botschafter: Er wechselte
stark verändert haben sie sich.
1992 vom Justizministerium
Vor dem Vortrag aber steht
zum Auswärtigen Amt, wurde
das Händeschütteln und auf Fradort 1997 Leiter des Planungsgen reagieren. Kindermann ist
stabes. Botschafter war er ab
Diplomat – und auf die Frage, ob
1999 in Saudi-Arabien, ab 2003
ihn das Wissen um den nicht enin Bulgarien, seit 2006 in Israel.
den wollenden und vor keinem
Gericht halt machenden Streit in
der jüdischen Kultusgemeinde
nicht schmerze, zieht er alle diplomatischen Register: „So etwas
passiert eben manchmal in einer
Familie. Ich bin mit Konflikten
zwischen Menschen vertraut, ich
weiß daher, dass es oft lange dauert, dass es aber immer ein Ende
gibt – und meist ist es ein friedliches Ende.“ Ein Satz, den er sich
für den Anfang einer Autobiographie aufheben könnte.
Kindermann, als Hausgeburt
auf dem Kassingschen Hof in Jöllenbeck zur Welt gekommen,
promovierter Jurist und seit Bielefelder unter sich: Alfred Hellmann von der Nahost-Initiative, Bot2006 als Botschafter in Tel Aviv schafter Harald Kindermann und Oberbürgermeister Pit Clausen (v.l.).
Über Arabien
nach Israel
NW 28.01.2010
VON KURT EHMKE
113
ZU GAST IN BIELEFELD
Über die biographischen
BrücheeinerIkone
Nils Ole Oermann und Albert Schweitzer
W
In Bielefeld daheim: Die Albert-Schweitzer-Biographie hat Nils Ole
FOTO:OLIVER KRATO
Oermann in der Unibibliothek geschrieben.
114
NW 23.03.2010
enn er seine Heimatstadt mer mehr herausfinden“, erbesucht, ist die erste An- klärt er die Motivation für die
laufstelle meist die Unibiblio- fünfjährige Forschungsarbeit in
thek. „Dort kann ich in Ruhe Europa, den USA und in Lambaund ungestört bis ein Uhr rene, Afrika. In Gesprächen mit
dessen Familie,
nachts arbeiten“,
nicht zuletzt mit
erklärt Nils Ole
seiner inzwiOermann, Autor ´1992 Abitur in Bielefeld
der jüngsten Al- ´1992-95 Studium der schen verstorbeTochter
bert-Schweitzer- Evangelischen Theologie, nen
Biographie. Um Rechtswissenschaften, Ge- Rhena Schweitsein neues Buch schichte und Philosophie zer, erfährt Oermann schließlich
vorzustellen, war in Leipzig und Münster
er gestern Abend ´1998 Promotion in Mo- von der menschlizu Gast im Rats- derner Geschichte , Univer- chen Seite einer
Person, die vor algymnasium, wo sität Oxford
er einst im Religi- ´1999 Promotion in Theo- lem in der Bundesrepublik glorionsunterricht
logie , Universität Leipzig
zum ersten Mal ´2004-2007 Persönlicher fiziert worden
von
Albert Referent des Bundespräsi- ist.
Die BezeichSchweitzer
denten Horst Köhler
hörte. Dass der ´2006 Ordination als Pas- nung als Urwald-Arzt werde
sympathische
tor im Ehrenamt in Berlin
Bielefelder inzwi- ´2007 Habilitation für Sys- Schweitzer daher
ebenso wenig geschen eine Bio- tematische Theologie
graphie über den ´2009 Professur für Nach- recht wie der TiNobelpreisträger haltigkeitsethik, Leuphana tel des Universalgenies. Deshalb
vorgelegt hat, Universität Lüneburg
galt das primäre
führt Oermann
Interesse Oerauch auf seine
Ausbildung am Ratsgymnasium manns, „die biographischen Brüzurück: „Die Schulzeit hat mich che dieser Ikone darzustellen“,
geprägt und hat mir wichtige Im- so der Autor.
Obwohl Nils Ole Oermann
pulse gegeben“.
Wieder begegnet ist ihm das heute als Professor die Welt beWerk Schweitzers dann im Stu- reist, kommt er gerne nach Bieledium: „Ob als Theologe, Afrika- feld zurück: „Ich bin LokalpaHistoriker oder in der Kulturphi- triot und bin gerne in Bielefeld“.
losophie, Schweitzer war prä- Und dass nicht nur, weil es hier
sent“, erinnert sich der promo- den „besten Backfisch“ geben
vierte Theologe an die wissen- soll: Seit seiner Schulzeit ist er leischaftliche Bedeutung Albert denschaftlicher Arminia-Fan
Schweitzers. „Es war wie Brief- und Vereinsmitglied.
Roxana Naumann
markensammeln, ich wollte im-
115
Kaufmann,JuristundChrist
¥ Bielefeld. Der Name ist mit
Bielefeld eng verbunden. Die Familie Kisker steht seit gut 150
Jahren für wirtschaftliche Prosperität und soziales Engagement. Einer der letzten großen
Macher aus der Zeit der Leinenindustrie ist Wilfrid Kisker.
Heute wird der Kaufmann, Jurist und Christ 90 Jahre alt.
Zwei Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs 1920 in Bielefeld
geboren und aufgewachsen,
wanderte er später oft auf den
Spuren seiner Vorfahren. Vor allem seines Vaters, Karl Kisker
(1889 - 1957), Gesellschafter der
Leinen- und Tischzeugfabrik
A.W. Kisker.
Nach dem Abitur am heutigen Ratsgymnasium und einem
fünfmonatigen Aufenthalt in
Schottland, begann der Junior
1938 seinen Arbeitsdienst und
wurde schon 1939 in den Zwei
ten Weltkrieg eingezogen. An
mehreren Fronten im Einsatz, erlebte der Soldat Kameradschaft,
Drill, Entbehrung und viel
Grauen. Doch nur eine Armverletzung trug er davon und geriet
bei Kriegsende 1945 kurz in amerikanische Gefangenschaft.
Zurück in der Heimat heiratete der 26-Jährige, hochgemut
VON WILFRIED MASSMANN
wirkende Mann 1946 die Bielefelderin Friderun Meyer zu
Schwabedissen. Dann begann er
eine technische Lehre in der Ravensberger Spinnerei AG (RaSpi) an der Heeper Straße. Der
schlossähnliche Fabrikbau war
einst größte Maschinen-Spinnerei Europas mit über 22.000
Spindeln und 1.500 Beschäftigten bis zum Ersten Weltkrieg.
Seit den 20er Jahren im 20.
Jahrhundert war die Familie Kisker dort Großaktionärin. Der
Onkel des Azubis, Walther Delius, habe ihn schon damals gefragt, ob er nicht in die Unternehmensleitung folgen wolle, erinnert sich der Jubilar. Kisker
wollte, aber erst später.
Zuvor absolvierte der Vater
von fünf Kindern – heute ist er
auch Großvater von acht Enkeln
– ein Jura-Studium in Göttingen. Dann trat er in die Firma
ein, wurde Alleinvorstand.
Die Geschichte der RaSpi ist
voller Höhen und Tiefen, Krisen
erschienen schon im 19. Jahrhundert existenzbedrohend.
Auch Wilfrid Kisker war bis zum
Ende des Unternehmens 1988
immer wieder voll gefordert. Es
gab Kooperationen und Reorganisationen, Produktionsumstellungen und – Anfang der 70er
Jahre – der Umzug auf die alte
Bleiche in Ummeln. Die Zahl
der Mitarbeiter betrug gut 350,
der Umsatz lag bei 50 Millionen
D-Mark. Das 61.000 Quadratmeter große RaSpi-Gelände
kaufte 1968 die Stadt Bielefeld
für ca. sechs Millionen D-Mark.
Das ist Geschichte. Der heute
90-Jährige ruht in sich selbst, die
Tageslosungen der Herrnhuter
Brüdergemeinde liegen neben
der Zeitung auf dem Tisch, die
Bibel steht greifbar am Sesselstuhl, seinem Lieblingsplatz.
Trotz aufregender Jahre prägt
ein Stück Demut diesen Bielefel-
der der eine der letzten großen
Spinnereien geleitet hat. Eine
einst blühende Branche die auch
dem Strukturwandel erlegen ist.
Die Zeit hat den Jubilar geprägt, und er hat die Zeit, seine
Zeit, geprägt. Kisker, der Fabrikant, war auch international in
zahlreichen Ehrenämtern der
Wirtschaft aktiv. Auch das hatte
er schon Zuhause gelernt, Einsatz zeigen, beruflich und sozial.
Fehlentscheidungen
eingeschlossen, beruflich und privat.
In den Vorstand der von Bodelschwinghschen Stiftungen
Bethel folgte er seinem Vater.
Der war dort von 1936 bis 1957
Vorsitzender des Gremiums.
Der Direktor der Ravensberger
Spinnerei, seit 1957 ehrenamtlich in Bethel aktiv, folgte von
1964 bis 1996 an die Spitze des
Verwaltungsrates. Sein Urgroßvater, August-Wilhelm Kisker,
gehörte schon zu den Mitbegründern der späteren Bodelschwinghschen Anstalten.
Unternehmer waren von jeher in Bielefeld Schrittmacher
bedeutender sozialer Einrichtungen. Ihr Einsatz war mit geprägt
vom Ravensberger Pietismus.
So blickt auch Wilfrid Kisker zuBlick zurück auf ein bewegtes Leben: Wilfrid Kisker, gebürtiger Biele- rück auf ein pflichtgetreues Lefelder, Träger des Landesordens NRW, hat ein Stück Bielefelder Ge- benswerk, auf ein starkes Stück
Bielefelder Geschichte.
schichte maßgeblich mit geprägt.
FOTO: ANDREAS FRÜCHT
Wilfrid Kisker, ehemaliger Alleinvorstand der Ravensberger Spinnerei und Vorsitzender des Bethel-Verwaltungsrates, wird 90 Jahre alt
NW 06.04.2010
Domizil seit 1870: Das Ratsgymnasium war am Papenmarkt, am Altstädter Kirchplatz und am Klosterplatz untergebracht, bevor es an den Nebelswall zog, wo es 2008 sein Jubiläum feierte. Das Foto zeigt die Schule während des Leineweberfestes.
ARCHIVFOTOS: ANDREAS FRÜCHT
Schule mit 717 Jahren Geschichte
Buch „Das Ratsgymnasium Bielefeld in Stift, Stadt und Staat seit 1293“ erschienen
¥ Mitte. Das Ratsgymnasium
ist fast so alt wie die Stadt Bielefeld. Eine Urkunde belegt als
Datum für die Gründung der alten Lateinschule den 14. Juli
1293. Die Bildungseinrichtung
ist damit nur 79 Jahre jünger
als die Stadt, die 2014 ihr
800-jähriges Bestehen feiert.
Der Historiker und langjährige
Geschichtslehrer des Ratsgymnasiums, Dr. Friedrich Korte,
hat in seinem Buch die Kontinuität zwischen der Lateinschule und dem Ratsygymnasium nachgewiesen, als dessen
Gründungsjahr (ohne Ur- Einblicke: Autor Friedrich Korte, Hermann Schulze-Niehoff (Vereinikunde) bislang gerne 1558 an- gung der Ehemaligen) und Lektor Sebastian Siegler (v. l.)
gesehen wird.
sechs Jahre währenden For- ches, statt 452 sogar 717 Jahre alt
In jenem Jahr sei die Stadt in fi- schungen 108 Namen Bielefel- zu sein“, sagt Korte. Man habe
nanzielle Mitträgerschaft für das der Studenten an unterschiedli- damals geglaubt, das RatsgymnaGymnasium eingetreten. „Sie chen Hochschulstandorten aus- sium sei mit der Reformation
war aber schon viel früher inte- findig gemacht. Zwei davon, ein entstanden. Die war aber älter,
ressiert“, sagt Korte. Es sei nie Johannes mit dem Namenszu- sie begann schon 1517 und kam
ein Geheimnis gewesen, dass das satz „de Bileveldia“ und Bern- viel später nach Bielefeld.“
Korte will die verschiedenen
Ratsgymnasium als Latein- hard Graf von Ravensberg, sind
schule am Stift der Neustädter die ersten heimischen Studen- historischen Epochen „mit ihrer
Marienkirche 1293 gegründet ten im Jahre 1303. Sie studierten jeweiligen Zeit“ zusammen seworden ist. Korte legt in seinem in Bologna. Der Autor kommt hen, denn dann ergebe sich ein
Buch „Das Ratsgymnasium Bie- zu dem Schluss, dass seine An- zutreffendes Bild für die gelefeld in Stift, Stadt und Staat seit nahme gerechtfertigt ist, Graf samte Geschichte des heutigen
1293“ dar, wie die Schule durch Bernhard sei nicht nur einer der Ratsgymnasiums. Diesen Nasieben Jahrhunderte mit dem ersten sondern auch einer der be- men trägt es seit 1964. Es sei sehr
Marienstift, der Stadt Bielefeld deutendsten Schüler der Stifts- wohl eine „Schule mit der Zeit“,
aber aus dem eigenen Verständund den Landesherren aus Ra- schule gewesen.
„Zum
Gründungsdatum nis auch eine „Schule mit Gevensberg, Kleve und Preußen im
Mittelalter und der frühen Neu- 1558 gibt es kein Zurück. Mich schichte“. Beides sei untrennbar
erfüllt das mit Stolz. Es ist doch miteinander verknüpft.
zeit verbunden war.
Korte wünscht sich, dass sich
Korte hat während seiner für eine Schule nichts Unrühmli-
116
Ab heute bei der
NW erhältlich
¥ Das Buch „Das Ratsgymnasium Bielefeld in Stift, Stadt
und Staat seit 1293“ ist mit
320 Seiten, 26 Bildern und
zahlreichen Anmerkungen
bei „akadpress“ Essen erschienen. Autor Friedrich Korte
hat sein Buch auf eigene Kosten veröffentlicht. Es ist in
den NW-Geschäftsstellen Bielefeld und Brackwede (ab
heute Nachmittag) für 22,90
Euro sowie im Buchhandel erhältlich.
(fb)
Schüler der Geschichts-Leistungskurse wieder mehr um die
mittelalterliche Epoche der
Stadt Bielefeld bemühen und die
oft gesetzten Grenzen der Geschichtsbetrachtung – 1789 und
1933 – überwinden: „Die Deutsche Geschichte hat nicht erst
mit der Reformation begonnen.“ Für ihn sind noch viele Fragen offen, etwa: Hat Ludwig,
Domherr in Osnabrück und Bruder Ottos III. von Ravensberg Latein an der älteren Schule in Osnabrück oder doch in Bielefeld
gelernt? Wie kamen die religiösen Bekenntnisse im 16. Jahrhundert und Anfang des 17. Jahrhunderts in Lateinschule, in der
Neustädter Kirche und in der
Stadt miteinander aus?
NW 07.04.2010
VON FRANK BELL
Trauerumgetöteten
SoldatenausBielefeld
Ein Freund über Martin Kadir Augustyniak: „In unseren Herzen stirbst Du nie“
VON JENS REICHENBACH
Im Online-Kondolenzbuch
der Fallschirmjäger-Kaserne
schreibt ein Freund aus Herford: „Es herrscht Fassungslosigkeit und Bestürzung über diesen
unbegreiflichen, viel zu frühen
Tod. Mit Martin haben wir einen wunderbaren und guten
Freund verloren. In unseren Herzen stirbst Du nie.“
Noch am Tag des tödlichen
Angriffs in Afghanistan hatte
seine georgische Ehefrau mit ihrem kleinen Sohn die Mutter des
28-jährigen Hauptgefreiten in
Bielefeld-Quelle besucht. Nachbarn berichten von Mutter als
kinderlieben Frau, bunte Frühlingsblumen blühen in ihrem
Vorgarten, aus einem Buchsbaum vor der Tür scheinen überall bunte Ostereier zu wachsen.
Nur kurze Zeit später muss
die Familie die Schreckensnachricht aus Afghanistan erhalten
haben. Ein Offizier und ein Mili- Gedenken an die Toten: Der Bielefelder Martin Augustyniak (oben),
tärseelsorger sollen sich seitdem Nils Bruns (l., 35) und Robert Hartert (25) waren am Karfreitag in Afständig um die Angehörigen ge- ghanistan in einen Hinterhalt geraten und erschossen worden. FOTO: DPA
kümmert haben, bestätigte Militärpfarrer Romanus Kohl.
Nach Informationen dieser
Zeitung soll Martin Augustyniak, der am Ratsgymnasium ¥ Auf die Bundeswehr ist am um eine Mine, sondern um
zur Schule gegangen ist und Tag der Trauerfeier für getö- eine Sprengladung gehandelt.
kurz vor dem Abitur 2002 zum tete Soldaten erneut ein An- Das Fahrzeug sei „rollfähig“ geGymnasium Brackwede gewech- schlag verübt worden. In Nord- blieben. Der Anschlag habe
selt war, in Kürze in Bielefeld be- afghanistan nahe Kundus ex- sich am Morgen vier Kilometer
stattet werden – mit allen militä- plodierte ein Sprengsatz und nördlich des deutschen Feldlarischen Ehren. Von Seiten beschädigte ein Fahrzeug vom gers des Wiederaufbauteams
zweier Militärpfarrer hieß es wie- Typ Wolf, wie das Verteidi- in Kundus ereignet. Die afghaderum, seine Beisetzung sei in gungsministerium mitteilte. nische Armee habe nach weiteGeorgien geplant.
Es seien dabei keine Soldaten ren Sprengsätzen gesucht. DaIn der Schulzeit galt der sport- verwundet worden. Bei dem bei habe es noch eine Exploliche Abiturient und Fitness- Sprengsatz habe es sich nicht sion gegeben.
(apn)
Trainer als leidenschaftlicher
Bundeswehr erneut Angriffsziel
Tänzer. Seine nahtlose Bräune
war sein Markenzeichen. Im Abibuch seines Abschlussjahrgangs
hieß es: „Blickt man einmal hinter seine Fassade, ist er ein netter, lieber, aufmerksamer
Mensch, mit dem man richtig
Spaß haben kann.“
Beim Gedenkakt in der vollbesetzten St.-Lamberti-Kirche in
Selsingen sitzen die Angehörigen der drei Opfer in der ersten
Reihe – neben Bundeskanzlerin
Merkel und dem Verteidigungsminister. Merkel betonte, dass
die Bundeswehr in Afghanistan
bleiben werde. Die Soldaten hätten am Hindukusch die Sicherheit Deutschlands verteidigt.
„Dafür haben sie den höchsten
Preis gezahlt, den ein Soldat zahlen kann. Ich verneige mich vor
ihnen, Deutschland verneigt
sich vor ihnen.“ Das tut sie vor jedem der fahnengeschmückten
Särge mit Bundesadler, Stahlhelm und Ordenskissen.
NW 10.04.2010
¥ Bielefeld/Selsingen. Einer
der drei am Karfreitag in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten stammt aus Bielefeld.
Die Angehörigen der Luftlandebrigade 31 aus dem niedersächsischen Seedorf waren erst
Mitte März in Afghanistan eingetroffen. Keine drei Wochen
später gerieten sie bei der Minensuche in einen Hinterhalt
der Taliban und wurden erschossen. Am Freitag erwies
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Trauerfeier in Selsingen bei Bremen den Toten die
letzte Ehre. Unter ihnen der
Hauptgefreite Martin Kadir Augustyniak (28) aus BielefeldQuelle. Er hinterlässt seine
Frau und einen kleinen Sohn.
117
118
ILLUSTRATION: Embe
Fabio Magnifico trug die Idee
schon 13 Jahre mit sich herum:
Der Autor: Thomas Walden Die Bielefeld-Verschwörung
muss verfilmt werden. Vor zwei
schrieb Drehbuch und Roman.
¥ Bielefeld. Bielefeld verschwindet. Menschen, ganze
Häuser im Zentrum, Bäume.
Über Nacht. Als hätten sie sich
einfach in Luft aufgelöst. In
Thomas Waldens Roman „Die
Bielefeld Verschwörung“ geschieht, was seit Jahren als UlkTheorie durch das Internet geistert: Bielefeld hört auf zu existieren.
VON FRANZISKA HÖHNL
Jahren fand er beim Universitätskollegen Thomas Walden Gehör. Mit Studenten erarbeiteten
die beiden Dozenten die Idee für
einen Film, Walden schrieb das
Drehbuch – und darauf basierend einen Roman, der jetzt im
Bielefelder Pendragon-Verlag erscheint.
Die Geschichte ist demnach
die selbe wie die des Kinofilms,
der am 2. Juni im Bielefelder Cinemaxx Premiere hat: Der UniProfessor Emmett Wanstohn beobachtet am helllichten Tag die
Entführung eines Mannes im Ravensberger Park, auch fällt ihm
auf, dass Gebäude verschwin-
den. Der Professor schickt Studenten Hardy, Jan und Lukas
los, die Männer hinter den Vorkommnissen zu finden.
Die Verschwörer sind ziemliche Gangster, sitzen bei den Wasserversorgern und den drei Studenten schnell auf den Fersen.
Die Bösewichte experimentieren mit Hochtechnologie, brauchen aber Hilfe aus der Vergangenheit. Atlantis spielt eine
Rolle, ebenso der Aristoteles
und ein geheimnisvoller Drache
von Fumé. Die Rätselspur führt
folgerichtig nach Griechenland,
die Gangster schießen viel, die
Studenten rennen viel davon.
Den knapp 300 Seiten dicken
Abenteuerroman schrieb Thomas Walden nach dem Drehbuch, eine schwierigere Aufgabe
als er dachte, wie er sagt. Dazu
hatte Zeichner „Embe“, ein Bekannter Waldens, die Idee, einen Comic zum Roman zum
Film zu machen. Auch er ist im
Pendragon-Verlag erschienen.
Die schwarz-weiß Zeichnungen raffen auf 88 Seiten die Geschichte zusammen. Kein Kinderstoff, sondern Comic für Erwachsene: die Graphic Novel.
„Eigentlich verlegen wir keine
Comics“, sagt Pendragon-Verleger Günther Butkus. „In diesem
Fall lag es nahe. Buch und Comic sprechen unterschiedliche
Leserschichten an, den Comic
wollen wir bundesweit unter die
Comicfreunde bringen.“
Wem das alles noch nicht genug Stoff zur Bielefeld-Verschwörung ist, der kann „Rätselhaftes Bielefeld“ lesen, ein Büchlein, das Beiträge zur Nicht-Existenz Bielefelds von Wiglaf
Droste, über Udo Lindenberg
bis Hans Zippert enthält. Oder
er wartet auf die Fortsetzung.
Geht es nach Walden, wird „Die
Bielefeld Verschwörung“ eine
Trilogie. Am zweiten Teil
schreibt er schon.
Zur Bielefeld-Verschwörung gibt es nicht nur einen Film, sondern jetzt auch einen Roman und ein Comic
Bielefeldlöstsichauf
Retten Bielefeld auf der Flucht: Die Studenten Hardy, Lukas und Jan rennen über den Leineweber-Markt und den Gangstern davon. Bielefeld retten sie trotzdem.
NW 20.05.2010
Personalia im Schuljahr 2009/2010
StD’ Christa Wegener-Mürbe
Für Herrn Lemm (Biologie, Chemie) und
Herrn Jansen (Mathematik, Informatik) beginnt mit dem neuen Schuljahr ihre Unterrichtstätigkeit am Ratsgymnasium.
Frau Bockermann – Referendarin am Gymnasium am Waldhof –, Frau Moormann,
Frau Rodehutskors, Frau Schulz und Herr
Gebauer unterrichten im Rahmen des bedarfsdeckenden Unterrichts.
Frau Knoke (Deutsch, katholische Religion), Herr Hansen (Latein, Italienisch), Herr
Houdus (Französisch), Herr Emas (Sport),
Herr Dr. Wegner (Sport) und Herr Ukley
(Sport) helfen bei uns aus.
Im Mutterschutz bzw. Erziehungsurlaub
sind Frau Gronostay, Frau May und Frau
Dr. Schlingmeyer.
Herr Jost ist weiterhin mit 5 Stunden an die
Universität Bielefeld / teutolab Chemie abgeordnet.
Im September beginnt für Herrn Brüggemeyer (Biologie, Sozialwissen-schaften),
Herrn Rotter (Mathematik, Sport) und Herrn
Steffen (Englisch, Geschichte) die Referendarzeit am Ratsgymnasium.
Durch Krankheit bedingt muss Herr Göbel
ab Ende November vertreten werden; Herr
Becker (Physik), Frau Sommerfeld (Physik),
Frau Boes (Mathematik) und Herr Bulwien
(Mathematik) helfen bei uns aus.
Im zweiten Halbjahr unterstützt Herr Rebischke die Fachschaft Sport. Herr Brüggemeyer, Herr Rotter und Herr Steffen unterrichten im Rahmen des bedarfsdeckenden
Unterrichts.
Für Frau Boll (Englisch, Französisch) beginnt im Februar das Referendariat am Ratsgymnasium.
Frau Lingner wird nach längerer Krankheit
in den einstweiligen vorzeitigen Ruhestand
versetzt.
Herr Gebauer macht im April sein zweites
Staatsexamen und wird zu Beginn des neuen
Schuljahrs eine Stelle an unserer Schule erhalten. Frau Rodehutskors wird nach ihrem
bestandenen Staatsexamen zunächst in den
Mutterschutz gehen und anschließend am
Gymnasium Schloß Holte ihre erste Stelle
antreten.
Frau Morgenthaler befindet sich seit Juni im
Mutterschutz.
Frau Biermann promoviert im Fach Mathematik.
Frau Winke wird zur Oberstudienrätin ernannt.
Zum Ende des Schuljahres tritt Herr Dr. Cruel seine Freistellungsphase der Altersteilzeit
an. Herr Göbel wird auf eigenen Wunsch
an das Gymnasium seines Wohnortes Verl
versetzt.
119
Es starben ehemalige Schüler und Lehrer
Schüler
Abi
Hans 1942
Franz Balduf
Horst Kley
Dietrich Siegfried Rolf Reinhold Helmke
Maaß
Pufahl
Schröder
Steinböhmer
Karl-Hermann Windel
1933
Lehrer
L’iA Ingeborg
Huber
1950
1959
1955
1939
1947
1939
Ehemalige Lehrer im Ruhestand
L’iA Hannelore Alsleben
OStR’ Adelheid Meyer-Herrmann
StR Dr.Wolfgang Beck
StD Amandus Peters
OStR Wolfgang Basista
StD Manfred Bitter
OStD Horst Breckwoldt
StR’ Marie Cornelius
OStR Heinrich Freitag
StD Ulrich Haase
StD Dieter Halle
OStD Dr. Wilfried Hilker
StD Hans Isringhausen
StR’ Gabriele Jentsch
OStR Dr. Armin Kansteiner
StD Roland Köhne
StD Dr. Friedrich Korte
OStR Dr. Paula Korte
OStR’ Dietlind Leiser
OStR Hans-Ulrich Lucke
120
OStR Hans Motycka
SpL Hannelore Potechius
StD Dr. Peter Schau
OStR Dr. Hans Jürgen Scheffler
OStR Thomas Schulte
Pfarrerin Dr. Hiltrud Stadtland
OStR Dieter Steffen
OStR Gerhard Stender
StD Gunther Stolze
StD Jürgen Taesler
StD Heinrich Thies
StR Dr. Carl-Heinz Tillmanns
StD Heinz Wichmann
L‘iA Charlotte Wilke
OStR Edith Winkelmann
OStR Dr. Friedrich-Wilhelm Weber
Das Kollegium des Ratsgymnasiums 2010
OStR Dr. Altenberend Johannes
StD’ Basista
Marianne
OStR’ Biermann Heike
Li.A. Dr. Bleike
Werner
StD Boenigk Joachim
OStR Bökamp Klaus-Dieter
OStR Bormann
Dirk
StR’ Buschmann Monika
OStR’ Buß
Christa
OStR Dr. Cruel
Hans-Joachim
StR’ Echterhoff Ingrid
StR’ FujiwaraTönsmann Beate L‘ Gebauer
Holger
Pfr. Genetzky Thomas
StD Dr. Gertz Norbert
StR Gerwin
Carsten
StR’ Geuting
Sylvia
StR Göbel
Cord
OStR Graeser
Normann
StR’ Gronostay
Daniela
OStR’ Haarmann Lore
StR’ Hilf Brunhild
L’ S I Hollmann Sabine
StR Jansen
Christian
StR’ Jansen
Kathrin
OStR Jost
Rainer
L’i.A. Jung-Lösing
Sabine
L.i.V. Kamps
Robin
StR‘ Kansteiner
Elisabeth
StR Kreutzmann
Johannes
StR Lemm
Mathias
StR’ Lingner Ortrun
StR Lohr
Arnulf
L’ i. A. May
Annette
StD’ Meier-Götte Annette
StR’ Morgenthaler Maren
OStD Nolting
Hans-Joachim
StR Panhorst Markus
StD Reichelt Sebastian
L’ i. A. Reinhold
Karin
OStR’ Rottmann Kirsten
Geschichte, Sozialwissenschaften,
Kath. Religion
Französisch, Philosophie, Kunst
Mathematik, Biologie
Englisch
Mathematik
Biologie, Chemie
Mathematik, Physik
Latein, Französisch, Musik
Ev. Religion, Sport
Chemie, Mathematik
Erdkunde, Sport
Englisch, Geschichte
Mathematik und Sport
Ev. Religion
Latein, Griechisch
Musik, Geschichte
Englisch, Kath. Religion
Mathematik, Physik
Geschichte, Sport
Englisch, Sozialwissenschaften
Französisch, Spanisch
Deutsch, Russisch
Kunst
Mathematik, Informatik
Englisch, Deutsch
Chemie, Sozialwissenschaften
Deutsch, Philosophie, Musik
Musik, Informatik
Kunst, Deutsch
Mathematik, Sport
Biologie, Chemie
Biologie, Physik, Sport
Latein, Griechisch, Deutsch
Englisch, Französisch, Russisch
Biologie, Ev. Religion
Musik, Sport
Mathematik, Ev. Religion
Deutsch, Geschichte
Geschichte, Ev. Religion
Biologie, Chemie
Biologie, Ev. Religion
121
L.‘i.V. Sargianidis-Klee Evi
StR’ Dr. Schlingmeyer Katja StR’ Schneider
Ursula
OStR Dr. Schröder
Wolfgang
OStR’ Dr. Schütze
Marli
L i. A. Stimpel Rolf
OStR’ Tenge Rosemarie StR Thomas
Frank
OStR Tiemeyer
Hermann
SpL Tubbesing
Gerd
StR’ Uffenkamp
Corinna
StR’ Wagner-Storz
Monika
StD’ Wegener-Mürbe Christa
StR Wellenbüscher
Marcus
OStR Wendland
Arnold
StR’ Winke
Cora
StR‘ Dr. Zinn
Katja
Referendare
Ref. Anders
Franziska
Ref. Brüggemeyer
Kai
Ref. Moormann
Christine
Ref. Papendick
Diane
Ref. Rotter
Jan
Ref. Schulz
Sandra
Ref. Steffen
Martin
Spanisch, Sport
Französisch, Latein
Latein, Griechisch, Hebräisch
Englisch, Deutsch, Philosophie
Englisch, Französisch
Latein, Erdkunde
Deutsch, Kath. Religion, Kunst, Pädagogik
Biologie, Kath. Religion
Deutsch, Erdkunde
Sport
Deutsch, Kunst
Musik, Biologie
Mathematik, Kunst, Textilgestaltung
Mathematik, Physik
Mathematik, Physik
Geschichte, Sport
Deutsch, Englisch
Deutsch und Erdkunde
Biologie und Sozialwissenschaften
Latein und Englisch
Deutsch und Sozialwissenschaften
Mathematik und Sport
Deutsch und Französisch
Englisch und Geschichte
Sextaner 2010
Klasse VIa, Frau Uffenkamp
Name
Vorname
Berke
Blum
César
Frink
Geller
Grefe
Hamel
Heidemann
Heuer
Hörmann
Kluge
122
Florian
Anna
Claude-Joel
Anna Maria
Tilman
Margareta
Anna Sophie
Luisa
Jan Friedrich
Leonard Anton
Sylvester
Marie
Knoke
Kronsbein
Küchler
Laubenstein
Leigers
Lengerich, van
Mc Callum
Peeters
Requate
Scheering
Schertler
Schierbaum
Marie Christine
Tom Kenzo
Pauline
Neele
Elia
Heinrich
Rune Lorenz
Felice Helene
Dominik
Torben
Corrado
Alexander
Schneidereit
Schnittger
Schütte
Simon
Tanton
Wahl-Schwentker
Wesemann
Wesemann
Tutschka
Theresa
Nolik
Sophia
Linus
Gillian Jennifer
Jamila Emilia
Marie-Jasmine
Matthias
Blanca Laurin
Klasse VIb, Herr Jansen
Name
Vorname
Batu
Bauer
Bienfait
Dörries
Erdmann
Faßbender
Flöthmann
Gamm
Harhoff
Hebrock
Kastrup
Kleinebenne
Klinz
Krause
Maletz
Möllmann
Schädlich
Scheifel
Schüler
Schwartz
Stark
Sunderwerth
Tiemann
Timmer
Weber
Wilisch
Berdan Rona
Robin
Pia
Carmen
Jana
Paul
Katharina
Marlon
Mattis
Luisa
Fabian
Henriette
Johannes
Pascal
Josephine
Katharina
Lara
Vivien
Yannik
Jan
Lisa
Laura Christin
Tessina
Elisa Johanna
Isabell
Hubertus
Winke
Wörmann
Wu
Ymeri
Zielonka
Charlotte
Tjorven Finn
Ruo-Fan
Sara
Lukas
Klasse VIc, Frau Jansen
Name
Vorname
Alkis
Beckert
Bergemann
Bobbert
Böger
Breit
Cürükoglu
Ditschun
Doévi
Fehring
Freyer
Gievert
Herzig
Hippen
Hohmann
Keitel
Kemper
Kortkamp
Lenzmann
Mamerow
Michels
Middendorf
Neum
Neumann
Nordmeyer
Ohletz
Raabe
Stoye
Wagner
Wolf
Sadikcan
Thomas
Sophie Charlotte
Clara
Julian
Caroline
Yaren
Anna-Laureen
Renée
Paulina
Alicia
Torben
Julius
Nick
Theresa Victoria
Justus
Muriel
Jana
Emma
Emilia
Anna
Max Dieter Josef
Pascal-Simon
Dominik
Maximilian Peter
Julius
Enno
Leopold
Lilli
Sebastian Wilhelm
123
Abiturientia Septuagenaria (1940)
Bäumer, Albrecht, Dr.; Adresse nicht bekannt
Brocke, Horst-Eberhard, Dr.; Memeler Str.
34, 33605 Bielefeld
Johannsmann, Wolfgang; Oststr. 43, 33604
Bielefeld
Maaß, Armin; Am Siebrassenhof 62, 33605
Bielefeld
Pöstgens, Ulrich, Dr. med.; Parkstr. 10,
42853 Remscheid
Richter, Günter R.E.; Wilhelm-Heiner-Str.
9, 33615 Bielefeld
Schäfer, Heinz-Walter, Rechtsanwalt; KarlKlepe-Str. 8, 40474 Düsseldorf
Abiturientia Sexagenaria (1949)
Die Jahrgangslisten waren in unserer vergangenen Ausgabe nicht ganz vollzählig. Aus
irgendeinem Grund ist uns der Abi-Jahrgang 1949 verloren gegangen. Das lässt sich
nicht erklären, sondern nur entschuldigen. Glücklicherweise können wir Versäumtes
nachholen, deshalb drucken wir den Jahrgang in diesem Heft – in der Hoffnung, dass
diesmal keine Liste fehlt.
Abitur 1949 – nach 10 Jahren Penne !
Beim Jahrestreffen der „Vereinigung der
Ehemaligen des Ratsgymnasiums Bielefeld”
Ende Oktober 2009 wurden sie zum 60. Abiturjubiläum geehrt als „Abiturientia Sexagenaria” – die noch lebenden Abiturienten des
Jahrgangs 1949.
Sie hatten 10 Jahre Gymnasium hinter sich –
wie kam es zu dieser langen Schulzeit?
In Sexta aufgenommen Ostern 1939, überwiegend Geburtsjahrgänge 1928/29, erlebten
die Schüler der damals reinen Jungenschule
eine aufregende Schulzeit mit diversen Hindernissen: Dienstpflicht in der Hitlerjugend,
Bombenkrieg, Kinderlandverschickung, Einsatz als Luftwaffenhelfer bei der Flak am
Eisenbahnviadukt in Schildesche.
Planmäßig hätte das Abi zu Ostern 1947
stattfinden sollen, nach acht Schuljahren am
Gymnasium. Leider Fehlanzeige! Durch den
fast totalen Unterrichtsausfall im Kriegsendejahr 1945 sollte sich der Termin auf
Ostern 1948 verschieben.
Doch der dicke Hammer kam schon im
Winter 1947/48: Schulreform! Verlängerung
der Schulzeit am Gymnasium generell auf
neun Jahre; ein Jahr länger die Schulbank
drücken! Wie gingen Schüler und Lehrer damit um? Wurde zusätzlicher Stoff gepaukt ?
124
Da es für dieses zusätzliche Jahr zunächst
kaum Lehrpläne gab, wurde es für die Schüler der nun 9. Klassen (Oberprimen) ein
Gammeljahr. Man hatte viel Zeit für andere
schulnahe Aktivitäten.
So hatten einige Schüler der Klasse GO1
(gymnasialer Zweig, Oberprima) des damaligen „Gymnasium und Oberschule für Jungen zu Bielefeld”, Zeit genug, um mit Unterstützung des Herausgebers Emil Groß von
der Tageszeitung FREIE PRESSE, (heute
NEUE WESTFÄLISCHE), und mit Lizenz
der britischen Militärregierung, die Bielefelder Schülerzeitschrift JUGENDBRÜCKE
zu gründen. Die Erstausgabe der Monatszeitschrift erschien im Juni 1948.
Lizenzträger war Claus Dortans, der leider
früh verstorbene Klassensprecher, damals
Primus genannt. Er war in Personalunion
Primus Omnium, also Gesamtschülersprecher der Schule. Da es noch keine gewählte
Schülervertretung gab, wurde er vom Direktor eingesetzt.
Andere Schüler der Klasse GO1 aktivierten im Winter 1947/48 auf Vorschlag ihres
damaligen Sportlehrers, Studienrat Casselmann, den „Gymnasial-Turnverein Guestfalia” (GTV). Sie wurden tatkräftig unterstützt
von einigen Mitgliedern aus der sogenannten
Altherrenschaft, die diesem Schulsportver-
ein schon vor dem Verbot durch die Nazis
angehört hatten.
Die aktiven Mitglieder des GTV organisierten im September 1948 erfolgreich die „Bielefelder Oberschulmeisterschaften” in der
Leichtathletik und im Handball, allerdings
nur für Jungen – Koedukation war damals
noch ein unbekanntes Wort!
Die Endkämpfe unter Beteiligung aller drei
damaligen Oberschulen für Jungen fanden
auf dem Sportplatz Königsbrügge vor vielen
Zuschauern statt, da die Schulleiter schulfrei
genehmigt hatten! Leider erlitt die Veranstaltung nachmittags ein schnelles Ende: die
britische Besatzungsmacht beschlagnahmte den Sportplatz kurzerhand für ein Fußballspiel zweier Militärmannschaften. Das
Recht des Stärkeren!
Den krönenden Abschluß bildete am Abend
der Sportlerball für alle Bielefelder Oberstufenschüler, ebenfalls vom GTV organisiert.
Sogar die Mädchenoberschulen beteiligten
sich!
Es war die erste große Schülerfete in Bielefeld nach dem Kriegsende! Das Defizit dieser
Veranstaltung wurde durch eine großzügige
Spende der Altherrenschaft ausgeglichen –
drei Monate nach der Währungsreform!
Nach dem Gammelschuljahr dann endlich
in den ersten Monaten des Jahres 1949 die
Abiprüfungen: drei Fächer schriftlich und
bis zu drei Fächer mündlich. Wenig Prüfungsstress hatten die beiden Redakteure der
JUGENDBRÜCKE: der Direktor hatte
ihnen in einer aufgeregten Diskussion über
die Inhaltsgestaltung erklärt : „Sie brauchen
keine Angst zu haben, das Abitur nicht zu
bestehen; ich bin froh, wenn Sie von der
Anstalt verschwinden!”. Allen fünfzehn zur
Prüfung zugelassenen Oberprimanern der
GO1 wurde die Reife zuerkannt, in das Leben entlassen zu werden, für das sie ja angeblich gelernt hatten. Von ihnen leben zur
Zeit noch neun.
Gymnasial-a:
Balz, Ehrhart; Karl-Peters-Str. 1, 33605
Bielefeld
Biermann, Hermann; Pfälzer Str. 73, 33613
Bielefeld
Böllhoff, Gerhard, Dipl.Kfm.; Wiesengrund
134, 49448 Hüde/Dümmersee
Borcke, Otto-Friedrich v.; Nachtigallenweg
38, 33397 Rietberg
Hentzelt, Ulrich; Gartenstr. 71, 44625 Herne/Westfalen
Kleinert, Herbert; Kreuzstr. 66, 44139
Dortmund
Klinker, Paul-Heinrich; Am Kämpchen 34,
33605 Bielefeld
Lammers, Friedhelm, Dipl. Kfm.; Mozartweg 11, 33415 Verl
Mroz, Winfried L., Dr. med.; 2075 Sharon
Hill Rd., Dover, DE 19904 USA
Rotthaus, Karl-Peter, Dr. jur.; Lt.Reg.
Dir., Möwenweg 13, 86938 Schondorf
a.Ammersee
Schwarze, Friedrich-Wilhelm, Dipl.-Ing.;
Babenhauser Str. 79, 33619 Bielefeld
Schwering, Felix; 36 B Eaton Crest Drive,
Eaton Town, 07724 New York USA
Streitz, Helmut, Dipl.Oec.,Dipl.Ing.; Grünewaldstr. 8, 44795 Bochum
Viering, Erich; Pfarrer, Tidemanstr. 21a,
28759 Bremen
Verstorben:
Dortans, Klaus
Frick, Hans-Siegfried
Hellweg, Hans-Reinhard, Dr. med.
Höfener, Siegfried
Kittel, Norbert, Pfarrer
Wiethüchter, Horst
OIa:
Brackmeyer, Jürgen; Dipl.-Kfm., Veilchenweg 11, 42579 Heiligenhaus-Isenbügel
Fieberg, Günter (Dieter); Kardinal-SchulteStr. 32, 51429 Bergisch-Gladbach
Köhler, Meinhard, Dr. med.; Am Poggenbach 4, 48493 Wettringen
Lohmann, Knut, Dr.; Leimbachstr. 89,
57074 Siegen
Müller, Karl-Heinz, StR.; Feuerhorn 38,
33415 Verl
125
Oetker, Harald, Dipl.Kfm.; Lavaterweg
32b, 22605 Hamburg
Potthoff, Armin, Dr. med.; Heuberger Str.
22 a, 33647 Bielefeld
Sopp, Rolf, Rechtsanwalt, Notar a.D.;
Cranachstr. 9a, 33615 Bielefeld
Uffmann, Günter, Rechtsanwalt; Graf-OttoStr. 13, 37154 Northeim
Adresse nicht bekannt:
Gers, Gerhard
Jürging, Claus
Nentwig, Franz
Scheller, Günter
Schröder, Heinz, Dr., MinDirgt a.D.
Töns, Harald, Pastor
OIb:
Bastert, Paul-Gerhard, Pfarrer i.R.; Rudolf-Virchow-Str. 10, 49477 Ibbenbüren
Engelbrecht, Erich, Dr.; Haller Str. 70,
49326 Melle
Goch, Henning; Ludwig-Thoma-Straße 1,
91154 Roth
Göllner, Theo, Prof. Dr.; Bahnweg 9,
82229 Seefeld
Hukriede, Rolf-Dieter, Dipl. Ing.; Im Tal
119, 45529 Hattingen
Jürging, Claus; Johann-Strauß-20, 33647
Bielefeld
Keller, Paul-Ottfried; Stellmannskamp 12,
22391 Hamburg
Klein, Ulrich, Dr.Ing.; Hindemithstr. 7,
42857 Remscheid
Krämer, Julius, Prof. Dr.; Horstheider Weg
41a, 33613 Bielefeld
Krieger, Eckhard; Erckenstr. 32, 52066
Aachen
Meyer, Günter; Im Feld 2, 51515 Kürten
Oertel, Egon, Dr.; Max-Planck-Str. 11,
75175 Pforzheim
Rottmann, Heinrich; Haller Str. 20, 33824
Werther
Schäfer, Ortwin; Kastanienstr. 7, 32120
Hiddenhausen
126
Schulz, Ernst; Kranichstr. 9, 33607 Bielefeld
Seidensticker, Horst; Lönkert 32, 33647
Bielefeld
Stahlberg, Helmut, OStD.; Libellenweg 14,
32108 Bad Salzuflen
Stodiek, Gerhard, Volkswirt; Fehrbelliner
Str. 9, 33615 Bielefeld
Strothmann, Karl-Ernst; An der Bleiche 17,
33330 Gütersloh
Thiele, Franz, Apotheker; Ravensberger Str.
54, 33824 Werther
Walkenhorst, Gustav; Baringdorferstr. 104,
32139 Spenge
Wilmanns, Wolfgang, Prof. Dr. med.; Spitzelbergstr. 15a, 82166 Gräfelfing
Wunderlich, Rolf, Dr.; Teufelssprung 5,
55246 Mainz-Kostheim
Verstorben:
Bentlage, Hans, Dipl. Physiker
Lange, Hans-Joachim, Ing.
xReal-Dez.FL:
Arning, Georg; Münsterstr. 5, 33330
Gütersloh
Dirbach, Martin; Römerstr. 4, 57462 Olpe/
Biggesee
Helmich, Werner; Drohneweg 12, 32369
Rahden
Holzapfel, Horst; Mülibachstr. 28, CH8617
Mönchaltorf Schweiz
Hünnemeyer, Lothar; Sperberweg 2, 32108
Bad Salzuflen
Pfahl, Wolfgang; Nordstrander Straße 16,
25813 Husum
Rediske, Hans-Jürgen; Barthstr. 6, 33330
Gütersloh
Reinken, Werner, Dr. med. dent; Glückaufstr. 12, 49124 Georgsmarienhütte
Risse, Fritz-Joseph, Dipl. Ing.; Höchstener
Str. 65, 44267 Dortmund - Höchst
Ruschhaupt, Rolf; Schlesierstr. 24, 76571
Gaggenau
Schettler, Jürgen; Stodieks Hof 63, 33790
Halle
Schiebel, Jelto, Dr.; # 7 - Patricia Crescent,
Edmonton, Alberta Canada, T5R 5N7
Speckmann, Rolf, Dr.; Lönsberg 26, 45136
Essen/Ruhr
Uhlemann, Hartmut; Langenhagen 46,
33617 Bielefeld
Vossiek, Dieter; Rhedaerstr. 12a, 33647
Bielefeld
Wonnemann, Bernhard; Braunsbergstr. 32,
48155 Münster
Adresse nicht bekannt:
Domke, Andreas
Hansen, Jobst Heinrich von
Thomaschewski, Ulrich
Abiturientia Sexagenaria (1950)
Gymnasial:
Aurbach, Wolfgang; Rua Primeiro de Maio
51 ap. 44, 11035-181 Santos Brasilien
Consbruch, Paul; Weihbischof em., Domplatz 20, 33098 Paderborn
Hahn, Gottfried, Dr.; Steinhaus 19, 51491
Overath-Vilkerath
Hahn, Peter; Adresse nicht bekannt
Heitmann, Reinhard; Pastor, Gelnhausenweg 12, 59494 Soest
Hoffmann, Peter; Bachstr. 11, 48822 Mettmann
Kuhlmann, Werner; Wulfsbrede 3, 33619
Bielefeld
Kuhlo, Wolfgang, Prof. Dr. med.; Adresse
nicht bekannt
Lüpsen, Folkert, Organist; Alter Berg 12,
33604 Bielefeld
Niemöller, Christoph; Adresse nicht bekannt
Piepenbrock, Burkhard; Bettina-vonArnimStr. 4, 79111 Freiburg
Schäfer, Martin; Gröchteweg 35, 32105
Bad Salzuflen
Schirren, Richard Hermann; Adresse nicht
bekannt
Schönfelder, Siegfried, Prinz-Eugen-Str. 16 a,
48151 Muenster
Siepe, Paul-Georg; Adresse nicht bekannt
Wehmeyer, Karl-Erich, Jurist; Adresse
nicht bekannt
Wörmann, Eduard, Pastor; August-KnabeWeg 10, 59494 Soest
Verstorben:
Borgmann, Heiner
Kunze, Hans-Ulrich
Meyer-Stork, Friedrich, Dipl.-Ing.
Real a:
Beier, Joachim, Dr.; Ochner Straße 12,
41539 Dormagen
Borgstedt, Hans Ulrich, Dr.; AlbertSchweitzer-Str. 33, 76139 Karlsruhe
Körner, Ralf, Dr.; Brahmsstraße 12, 48165
Muenster
Krämer, Eberhard, Dipl. Ing., Augustastr.
17, 33649 Bielefeld
Linders, Horst, Dr. jur.; Innocentiastr. 47,
20144 Hamburg
Meyer, Werner; Adolf-Ludwig-Ring 71,
66955 Pirmasens
Münchmeyer, Theodor, Pfarrer; Rauhofgasse 5, 59494 Soest
Neukirch, Klaus; Holländische Str. 21,
33607 Bielefeld
Schröder, Uwe, Dr. med. dent.; An der
Brücke 5, 33647 Bielefeld
127
Vogt, Helmut; Wilseder Weg 19, 33102
Paderborn
Verstorben:
Helling, Heinz
Henkel, Karl-Hermann
Kettelhoit, Rudolf
Kley, Horst
Krisch, Paul
Schoeing, Werner
Schüler, Hans-Georg
Triebold, Klaus
Real b:
Behringer, Jörg; Diesterweg 20, 25431
Pinneberg
Bracksieck, Hans-Jochen, Dipl.-Ing.; Am
Walde 3, 33813 Oerlinghausen
Brandt, Friedrich, Dr.; Mohnblumenweg 6,
9220 Velden Österreich
Dreyer, Klaus, Dr. med. dent.; Roonstr.
25a, 33615 Bielefeld
Ebmeyer, Klaus, Dr.; Münstergäßchen 7,
53359 Rheinbach
Gillmann, Franz; Am Sooren 91 h, 22149
Hamburg
Hunecke, Klaus, Pfarrer; Adresse nicht
bekannt
Koch, Wilfried; Heueberger Str. 8, 33647
Bielefeld
Meyer-Landruth, Andreas, Dr.; Botschafter,
Staatssekretär, Adresse nicht bekannt
Oberschelp, Ulrich; Schlosshofstr. 195,
33615 Bielefeld
Schäffer, Werner; Carl-Friedrich-Gauss-Str.
79E, 28357 Bremen
Schlömann, Günter; Kaiserstr. 6, 33829
Borgholzhausen
Schmoldt, Hans-Ulrich; Josef-Wilden-Str.
18, 40474 Düsseldorf - Nord
de la Trobe, Fred, Dr.; Beltweg 22, 80805
München
Verstorben:
Brüggemann, Dieter
Fischer, Paul
Linkerhägner, Rolf
Sudbrack, Rolf
Tüscher, Werner
Wulf, Heinrich.
Abiturientia Aurea (1960)
Gymnasial a:
Brennecke, Klaus, Oberstleutnant a. D.;
Am Sennberg 8, 33803 Steinhagen
Bützow, Gerd-Henning, Prof. Dr. med.; Innocentiastraße 78, 20144 Hamburg
Fischer, Joachim, Oberst, Dipl.-Ing.; Kannheideweg 116, 53123 Bonn
Hasse, Paul-Joachim, StD.; Gasstr. 26,
32312 Lübbecke
Hillebrand, Werner; Tiergartenstr. 107,
30559 Hannover
Hitzler-Spital, Tilmann; Holzweg 6a, 32457
Porta Westfalica
Höcker, Christian Peter; Waldweg 1,
50321 Brühl
128
Kerschke, Lutz-Rainer, Dr.; MeisterGeerds-Straße 1, 26721 Emden
Landwehr, Gerd; Stapenhorststr. 17, 33615
Bielefeld
Lücking, Manfred; Adresse nicht bekannt
Lorenz, Hilmar, Dr.phil.; Adresse nicht
bekannt
Obermöller, Karl-Heinz; Spindelstr. 4,
33604 Bielefeld
Piepenbrock, Herbert, Dipl.-Ing.; Bielefelder Str. 215, 33415 Verl
Reichow, Jan, Dr.; Isarweg 30, 42697
Solingen
Roloff, Theodor-Christian, Studiendirektor;
Hohes Rott 35, 46414 Rhede
Schröder, Hans-Jürgen; Kolpingweg 10,
32429 Minden
Stertkamp, Hanspeter, Oberstleutnant a.D.;
Kanalweg 18 A, 53859 Niederkassel
Tschöke, Walter, StD., Dip. Hdl.; Brookwinkel 10, 49086 Osnabrueck
Gymnasial b:
Bottenberg, Klaus; Adresse nicht bekannt
Fischer, Alexander, Dr.; Molenseten 52,
49086 Osnabrück
Frank, Ernst-Ulrich; Am Kürrenland 6,
32659 Lemgo
Hartmann, Dieter, Oberstleutnant a.D.; Eichendorffstr. 38, 50825 Köln
Hoffmann, Hannspeter; Landhausstraße 44,
10717 Berlin
Hustedt, Eckhard, Dr.; Ludwig-Lepper-Str.,
33604 Bielefeld
Richardt, Wolfgang J., Dipl. Ing.; Jaenickestr. 82, 14167 Berlin
Rudorf, Eberhard; Schumannstraße 8,
33604 Bielefeld
Röhrig, Peter; Adresse nicht bekannt
Schild, Hans-Georg, Dipl.-Ing.; Beerenstraße 3, 14163 Berlin
Schleef, Udo, Dr.; Obertalstr. 18 b, 79254
Oberried
Schütz, Bernhard; Amalienstr. 77, 80799
München
Wittig, Peter; Am Frölenberg 7, 33647
Bielefeld
Zimmer, Heinz-Gerd, Dr. med.; Adresse
nicht bekannt
Verstorben:
Tießler, Hans-Jörg
Na:
Book, Klaus; Osterwaldstr. 53, 80805 München
Diekmann, Erich, Dr.; Neuhäusser Str.12,
32545 Bad Oeynhausen
Elbracht, Werner; Adresse nicht bekannt
Heidemann, Klaus-Frieder, Dr.phys.;
Gaussweg 12, 73447 Oberkochen
Heuveldop, Rudolf, Dipl. Ing.; Am Milchbornsberg 9, 51429 Bergisch Glasbach
Koch, Jürgen; Poststr. 32, 40667 Meerbusch
Kröger, Jochen; Adresse nicht bekannt
Minssen, Mins, Dr.; Scharnhorster Straße 2,
24105 Kiel
Mönkemöller, Bernd; Am Acker 26, 42113
Wuppertal
Poppe, Reiner; Adresse nicht bekannt
Preul, Reiner, Prof. Dr.; Adresse nicht
bekannt
Sturm, Harald-Werner; Adresse nicht bekannt
Sturm, Gerhart; Berliner Str. 13, 65824
Schwalbach
Wallbrecher, Eckhard, Professor; Adresse
nicht bekannt
Verstorben:
Kurzweg, Rolf
Marticke, Wolf-Dieter
Nb:
Brandts, Hubertus; Ruffiniallee 34, 82166
Gräfelfing
Boenigk, Uwe, Dr.; Rauchstr. 21b, 10787
Berlin
Breipohl, Wulf; Schluettgarten 15, 33803
Steinhagen
Breitenbuerger, Gerd, Dr.; Burgunderstr.
29, 79104 Freiburg
Dingerdissen, Hans-Albrecht, Vors. RIOLG
a.D.; Theissingstr. 1-3, 48153 Muenster
Dittmar, Wolfgang, Dr.; Bahnhofstraße 13,
86859 Igling
Dopheide, Bernd; Adresse nicht bekannt
Gabler, Gerd-Manfred; Niederbrake 22,
32312 Luebbecke
Graf, Dieter, StD; Teplitzerstr. 19, 33803
Steinhagen
Grätzel, Dietrich von; Auf dem Liemerich
41, 53773 Hennef
129
Huvendick, Jürgen, Dr. jur.; Am Römerlager 27, 53117 Bonn
Kraak, Ruediger; Starenweg 2, 53127 Bonn
Lütgert, Wilhelm-Joachim, Dr. phil.; Wildstr. 15, 07740 Jena
Maoro, Hans-Volker; Sieben Huegel 16,
33615 Bielefeld
Obersiebrasse, Fritz; Steinstr. 22, 51379
Leverkusen
Prinz, Werner, Dr. med.; Drosselhörn 31,
24226 Heikendorf
Richter, Heimo, Botschafter a. D.; Xantener
Str. 16, 10405 Berlin
Verstorben:
Riechmann, Christian
Thiel, Wolfram
Abiturientia Quadragenaria (1970)
OIa_1:
Boltz, Horst-Peter, Stadtdirektor; Bussardweg 13, 48565 Steinfurt
Brock, Jürgen, Dr. med.; Lange Str. 3,
38100 Braunschweig
Dörken, Stephan, Dipl.Ing., Architekt;
Sonnhalde 11, 79104 Freiburg
Ellwänger, Klaus, geb. Piepenbrock; Kriegerstr. 30, 26123 Oldenburg
Fieseler, Karlheinz, Dr.; Ekolnsvaegen 10,
SE-75653 Uppsala Schweden
Freese, Thomas Dirk; Adresse nicht bekannt
Herrmann, Hans-Wilhelm, Verwaltungsdir.,
Pastor; Friedrichstr. 23, 36179 Bebra
Kahlert, Thomas, Dr. med.; August-Christen-Str. 6, 25355 Barmstedt
Kordbarlag, Wolfgang, Lehrer; Adresse
nicht bekannt
Kröger, Peter, Jurist, geb. Eriksdun; Magdeburger Str. 14, 74889 Sinsheim
Niemeyer, Wilm-Henner, Dipl.Ing.; Adresse
nicht bekannt
Nolte, Rüdiger, Dr. jur.; Stallbaumstr. 14,
04155 Leipzig
Pöld, Peeter-Wilhelm, Richter; Kehre 3,
33617 Bielefeld
Sander, Heidi, Dr. med., geb. Fels;
Deckertstr. 52, 33617 Bielefeld
130
Schmitz, Ernst-Heinrich; Stiftbergstr. 17,
32049 Herford
Schulz, Günter, Dr. rer. nat.; Im Röhrich
45, 67098 Bad Duerkheim
Tietz, Stephan, Dipl.Ing.; Bergkammstr. 1,
30453 Hannover
Weyrauch, Bernd, Dr.theol., Pfarrer;
Schumannstr. 112, 40822 Mettmann
Wieland, Joachim, Dr. jur.; Gregor-Mendel-Str. 13, 53115 Bonn
Wittgrebe, Ralph, Politologe; Pragerstr. 3,
10779 Berlin
OIb_1:
Broich, Hans; Gröbenbachstr. 21, 82194
Bröbenzell
Busch, Michael; Adresse nicht bekannt
Dziuba, Hans-Stephan; Adresse nicht bekannt
Funke, Christoph-Peter; Adresse nicht
bekannt
Funke, Johannes-Gerrit; Adresse nicht
bekannt
Hamacher, Wolf-Dietrich; Am Brodhagen
104, 33613 Bielefeld
Heuveldop, Paul-Hubertus; Feldstr. 6,
33609 Bielefeld
Honsel, Klaus; Am Sennberg 5, 33803
Steinhagen
Kastrup, Jochen; Heideweg 9, 34131
Kassel
Kirchschlager, Bernd, Dr.; Adresse nicht
bekannt
Lampen, Thomas; Kaufwaldweg 18, 70565
Stuttgart
Lichtenthäler, Heinrich-Martin; Lindenstr.
8, 33818 Leopoldshöhe
Lippmann, Ingo; Freiligrathstr. 10, 33617
Bielefeld
Lüke, Josef-Friedhelm; Adresse nicht bekannt
Möcking, Volker; Bandelstr. 15, 33604
Bielefeld
Schmidt, Hans-Ulrich; Adresse nicht bekannt
Verstorben:
Lehmann, Günter
OIb_2:
Bohnens, Jürgen; Heinrich-Kraak-Str. 46,
33617 Bielefeld
Eitzen, Tyll Hermann; Glindersweg 64,
21029 Hamburg
Funke, Reinhold; Kiefernweg 36b, 24944
Flensburg
Grabe, Thomas, Dipl.-Kfm.; Adresse nicht
bekannt
Haubrock, Michael, Dr. med. dent.; Eckernförder Str. 85, 24116 Kiel
Jaster, Peter; Refers Siek 13, 32760 Detmold
Klasing, Johannes; Horionstr. 56, 53177
Bonn
Kleist, Hans-Christian; Adresse nicht bekannt
Koke, Wilfried; Adresse nicht bekannt
Meyer, Detlef; Theodor-Heuss-Str. 13,
33719 Bielefeld
Möller-Rost, Martin; Spandauer Allee 19,
33619 Bielefeld
Otto, Albrecht; Adresse nicht bekannt
Riechmann, Gernot Mathias; Kleiststraße 3,
25451 Quickborn
Severin, Friedrich-Ludwig; Adresse nicht
bekannt
Seyer, Hendrikus, Dr. med.; Fichtestraße
30, 91054 Erlangen
Stuckhardt, Peter, Dr.; Altenhagener Str. 5,
33719 Bielefeld
Verstorben:
Kessler, Volker
131
Abiturientia Argentea (1985)
Benkelberg, Christian; Alte Kemmerhofstr.
192, 47802 Krefeld
Beyer-Fusco, Claudia, geb. Beyer; Adresse
nicht bekannt,
Bienefeld, Heike; Oldentruper Str. 22a,
33604 Bielefeld
Bilda, Karen; Adresse nicht bekannt
Bock, Peter; Im Strohsiek 24a, 33613 Bielefeld
Böllhoff, Wilhelm-Alexander; Goethestr. 7,
33617 Bielefeld
Bolwin-Brummel, Katja, Dipl.-Kff.; Neulandstr. 46, 33739 Bielefeld
Borling, Jörg; Azaleenstr. 11, 33803 Steinhagen
Brandt, Peter; Adresse nicht bekannt
Breipohl, Jens; Wertherstr. 75, 33615 Bielefeld
Brewitt, Katrin; Crüwellstr. 3, 33615 Bielefeld
Brinkmann, Sandra; Am Langen Berg 9,
33803 Steinhagen
Brünger, Gero, Dr.; Max Cahnbley Str. 20,
33604 Bielefeld
Bügers, Andreas; Große-Kurfürsten-Str. 34,
33615 Bielefeld
Buller, Christoph, Dr.; Adresse nicht bekannt
Busch, Joachim; Adresse nicht bekannt
Buschmaas, Frank; Adresse nicht bekannt
Conrady, Sabine; Hövelrieger Str. 238,
33161 Hövelriege
Damaschek, Nicole; Weststr. 18, 33615
Bielefeld
Decker, Martin; Dornberger Str. 40, 33615
Bielefeld
Diederichsen, Eva, Dr., geb. Pöting; Am
Kreuze 36, 37075 Göttingen
Dietzel, Alexander; Wildhagen 7, 33619
Bielefeld
Dreyer, Matthias; Adresse nicht bekannt
Duhme, Susanne; Wickenkamp 23, 33615
Bielefeld
132
Eckmann, Nathalie; Mönkebergstr. 120,
33619 Bielefeld
Epping, Andreas, Kaufmann; Obernstraße
41, 33602 Bielefeld
Fischer, Thomas, Dr. jur.; Ober den Birken
36, 61440 Oberursel
Förster, Matthias; Adresse nicht bekannt
Fuchs, Albrecht; Lönsweg 19, 33617 Bielefeld
Gauer, Rüdiger; Adresse nicht bekannt
Geilert, Alexander, Dr.; Rechtsanwalt,
Johannistal 31, 33611 Bielefeld
Gemmingen-Guttenberg, Silke Frfr.v., geb.
Twelmeier; Burg Guttenberg, 74855 Neckarmuehlbach
Goldmann, Rainer Bengt; Furtwänglerstr.
12, 33604 Bielefeld
Grothues, Sabine, geb. Flöttmann; Gnesener Straße 35, 40599 Duesseldorf
Gruß, Steffi; Am Rehhagen 23, 33619 Bielefeld
Guckes, Barbara; Adresse nicht bekannt
Güßregen, Jens; Adresse nicht bekannt
Gundlach, Olaf, Dipl.-Kfm.; Klinksiek, Hohenzollernstr. 34 d, 33617 Bielefeld
Hahn, Barbara, geb. Göke; Am Alten Weiher 40, 41460 Neuss
Hars, Susanne; Adresse nicht bekannt
Heine, Wolfgang, Dr.; Syrlinstr. 2, 89233
Neu-Ulm
Heitmeyer, Torsten; Astastr. 80, 33617
Bielefeld
Hennig, Karsten, Dr. Ing.; Riederner Äcker
15 a, 85302 Gerolsbach
Hensel-Koch, Katharina; Bergstr. 6, 8372
Wiezikon Schweiz
Herrmann, Kim, geb. Oberwelland; Im
Lehrgarten 3, 41515 Grevenbroich
Hinz, Dörte; Adresse nicht bekannt
Hoffmann, Martin; Adresse nicht bekannt
Hornig, Holger; Wilfriedstr. 21, 33649
Bielefeld
Hülshoff, Ralf; Schlosshofstr. 64, 33615
Bielefeld
Jaspers, Benno, Zahnarzt; Culemannstr. 17,
33604 Bielefeld
Kampe, Dirk; Jöllenbecker Str. 236a, 33613
Bielefeld
Kemming, Jens; Adresse nicht bekannt
Kienitz, Maria von, geb. Gräfin v. d. Schulenburg; Hovedissen 92, 33818 Leopoldshöhe
Kleinebenne, Jochen; Dornberger Str. 225,
33619 Bielefeld
Klußmann, Ronald; Wörheider Weg 90,
33739 Bielefeld
Krause, Oliver; Auf der Egge 23, 33619
Bielefeld
Kruse, Silke, geb. Althoff; An der Wolfskuhle 9, 33619 Bielefeld
Kubis, Sebastian, Prof. Dr.; Rotkamp 31,
33739 Bielefeld
Kwapich, Katrin; Littstr. 2, 33739 Bielefeld
Landwehr, Susanne; Adresse nicht bekannt
Leiner, Ralf; Adresse nicht bekannt
Linke, Jan; Graf-von-Stauffenberg-Str. 9,
33615 Bielefeld
Lischke, Jens; Treptower Str. 99, 33619
Bielefeld
Lohmann, Jörg; Melanchthonstr. 52, 33615
Bielefeld
Lorenz, Lars; Adresse nicht bekannt
Luckner, Alexandra Gräfin v.; Hobergerfeld
10, 33619 Bielefeld
Lütkemeyer, Martina; Adresse nicht bekannt
Marquardt, Carl Martin; Mozartstr. 11,
33604 Bielefeld
Mavroidis, Gregor; Adresse nicht bekannt
Mayer, Andrea, geb. Kording; Irmerstr. 1,
40474 Düsseldorf
Meise, Karsten; Am Gockert 3, 64354
Reinheim-Georgenhausen
Mertens, Friedrich; Kaspar-Kerll-Str. 40,
81245 München
Meyer, Yorck-Herwarth; Niederfeldstr. 38,
33611 Bielefeld
Michael, Marion; Adresse nicht bekannt
Möllmann-Schröder, Anja; Dornberger Str.
352, 33619 Bielefeld
Müller, Heiner; Voßheide 14, 33803 Steinhagen
Müller, Rembert; Adresse nicht bekannt
Niedermeyer, Andreas; Bauerland 17,
33611 Bielefeld
Oermann, Knut; Henschelstr. 11, 33613
Bielefeld
Panitz, Katharina, geb. Werny, Rechtsanwältin; Johannes-Schilling-Str. 58, 97483
Eltmann/Main
Peterk, Holger; Mönkebergstr. 43, 33619
Bielefeld
Pilgram, Stefan; Adresse nicht bekannt
Posten, Erik Heinz; Forellenweg 15a,
33619 Bielefeld
Potechius, Anke; Barlach Str. 7, 33613
Bielefeld
Potthoff, Michael; Stralauer Weg 18, 33619
Bielefeld
Quenzel, Anke; Leiblstr. 25, 33615 Bielefeld
Quiering, Heinz; Adresse nicht bekannt
Reckert, Christoph, Dr. med.; Ossenkampstiege 53 c, 48163 Münster
Riensche, Frank Henner, Dipl.Ing.; Waldstr. 23, 55452 Dorsheim
Ruschhaupt, Jochen; Milanweg 27, 33659
Bielefeld
Sackewitz, Hennig; Hardenbergstr. 14a,
33615 Bielefeld
Schillig, Rüdiger; Altdorfer Str. 3a, 33615
Bielefeld
Schmid, Silke, geb. Hartmann; Graubergstr.
12, 63897 Miltenberg
Schuberth, Martin; Insterburger Str. 5,
32339 Espelkamp
Schulze, Andrea, geb. Kording; Adresse
nicht bekannt
Seyfarth, Martina, geb. Jeep; Wildenbruchstr. 123, 40545 Düsseldorf
Siebold, Matthias; Adresse nicht bekannt
Sogemeyer, Franziska; Gartenstr. 5, 33604
Bielefeld
Steffens, Christoph; Adresse nicht bekannt
133
Sternberg, Martin; Goldstr. 1, 33602 Bielefeld
Stockmeier, Peter; Goldbach 13, 33615
Bielefeld
Stocksmeier, Dirk; Kalkbreede 7, 33647
Bielefeld
Stohlmann, Laetitia, geb. Peters; Adresse
nicht bekannt
Stohlmann, Kai; Schürhornweg 28, 33649
Bielefeld
Stratmann, Jörg; Adresse nicht bekannt
Stüßel, Marc; Herbstweg 4, 32130 Enger
Styra, Cornelia; Heinrich-Osthus-Str. 10,
33659 Bielefeld
Tersteegen-Petry, Kirsten, geb. Tersteegen;
Jungbrunnenweg 42, 33611 Bielefeld
Tiemeyer, Andreas; An der Rehwiese 34,
33617 Bielefeld
Tönsing, Anke, geb. Naundorf; Lilienstr. 7,
33803 Steinhagen
Tönsing, Jens; Lilienstr. 7, 33803 Steinhagen
Trantow, Marcus; Adresse nicht bekannt
Treseler-Dreyer, Susanne, geb. Treseler;
Oberer Steinweg 10, 33803 Steinhagen
Verhoeven, Michael; Alter Markt 10, 33602
Bielefeld
Walkenhorst, Kai; Weststraße 50, 33615
Bielefeld
Walmsley, Till; Vechtastr. 7, 48145 Münster
Weisener, Johannes; Uhlandstr. 16, 33617
Bielefeld
Willeke, Claas; Adresse nicht bekannt,
Wilmsmeyer, Klaus; Adresse nicht bekannt
Wistuba, Joachim; Mathildenstr. 18, 33611
Bielefeld
Witte, Thomas; Wilstedter Weg 18a, 22851
Norderstedt
Wörmann, Jörn Peter; Auf dem Kley 10,
33619 Bielefeld
Wolk, Alexandra, geb. Kramer; Woldsenweg 6, 20249 Hamburg
Wollschläger, Christine, geb. Becker; Am
Pferdekamp 27, 33619 Bielefeld
Wollschläger, Reinhard, Dipl.-Betriebsw.;
Am Pferdekamp 27, 33619 Bielefeld
Wortmann, Oliver; Adresse nicht bekannt
Abiturientia Decennis (2000)
Adam, Silja; Henriettenstr. 19, 33613 Bielefeld
Beck, Laura; Adresse nicht bekannt
Behle, Nina, geb. Stuckmann; Schinkelstr.
2a, 33739 Bielefeld
Blodau, Heiko; Melanchthonstr. 37, 33615
Bielefeld
Bohatsch, Mardy; Detmolder Str. 79, 33604
Bielefeld
Brölemann, Johann-Wiardus; Heinrichstraße 53 A, 49080 Osnabrueck
Dommasch, Lisa; Elsässerstr. 24, 81667
München
Gansweid, Stefan; Nimmersather Str. 3,
33803 Steinhagen
134
Gast, Nicola; Telgter Str. 1, 33619 Bielefeld
Gottschalk, Christiane; Lenbachstr. 30,
33615 Bielefeld
Gräser, Christian; Hoberger Feld 55, 33619
Bielefeld
Gundlach, Thomas; Kindermannsheide 67,
33739 Bielefeld
Haberkorn, Lucas; Stodieks Hof 9, 33790
Halle
Hahn, Charlotte; Pfeiffersweg 3, 22307
Hamburg
Hoffmann, Kathrin; Johannistal 24, 33617
Bielefeld
Hollmann, Eva; Karl Peters Str. 17, 33605
Bielefeld
Johanning, Konstantin; Roonstr. 40, 33615
Bielefeld
Kramme, Andreas; Queller Str. 122, 33803
Steinhagen
Kruse, Lilian; Werther Str. 157, 33615
Bielefeld
Marx, Stefanie; Grabenstr. 8, 33647 Bielefeld
Maschek, Benjamin; Große-Kurfürsten-Str.
2 a, 33615 Bielefeld
Mayer, Jan-Christoph; Wilhelm Raabe Str.
53, 33604 Bielefeld
Mebes, Holger; Lina-Oetker-Str. 26, 33615
Bielefeld
Meyer, Margarete; Niederwall 43, 33602
Bielefeld
Mietz, Manuel; Hildegardweg 6, 33649
Bielefeld
Müller, Florian; Am Rehhagen 13, 33619
Bielefeld
Müller, Steffen; Regerstr. 3, 33604 Bielefeld
Münstermann, David; Max Cahnbley Str.
14, 33604 Bielefeld
Neumärker, Nina; Adolf-Reichwein-Str. 20
f, 33615 Bielefeld
Niediek, Jennifer; Lönkert 4, 33647 Bielefeld
Oliver, Caroline; Werther Str. 126 a, 33615
Bielefeld
von der Ohe, Henning; Am Voßberge 10,
33615 Bielefeld
Ott, Franziska; Titanweg 36 a, 33334 Guetersloh
Papachristos, Konstantinos; Schueßler Str.
19, 33617 Bielefeld
Reichelt, Dorothea; Pfalzstraße 17A, 40477
Duesseldorf
Reipschläger, Philipp; Adresse nicht bekannt
Rheingans, Nele; Sparrenstr. 3, 33602 Bielefeld
Rheingans, Lasse; Am Dreisberg 8, 33617
Bielefeld
Richter, Robert; Diesterwegstr. 16, 33604
Bielefeld
Ringel, Daniel; Dieselstr. 5 b, 33613 Bielefeld
Rogg, Christine; Altmuehlstr. 14, 33689
Bielefeld
Samen, Lars-Ake; Jöllenbecker Str. 289,
33613 Bielefeld
Schewe, Friederike; Gehsenweg 37, 33619
Bielefeld
Schön, Philipp; Lina-Oetker-Str. 24, 33615
Bielefeld
Schönbrunn, Yorck; Wildhagen 17, 33619
Bielefeld
Schöppner, Marc-Andre; Am Pferdekamp
39 b, 33619 Bielefeld
Graf von der Schulenburg, Bernhard; Am
Wellbach 65, 33609 Bielefeld
Schreiber, Katrin; Tiergartenstr. 4, 47800
Krefeld
Schwerdfeger, Inga; Heitlandstr. 20, 33611
Bielefeld
Sommer, Daniel; Höhenweg 26, 33617
Bielefeld
Sprengel, Gunnar; Schulstr. 35, 33647
Bielefeld
Stiehl, Britta; Wasserfuhr 39, 33619 Bielefeld
Subahri, Jascha; Stapenhorststr. 157, 33615
Bielefeld
Twelker, Wolfram; Am Poggenbrink 5,
33611 Bielefeld
Unterlöhner, Damian; Carl Severing Str.
172, 33649 Bielefeld
Urner, Ruth; Beckendorfstr. 33 b, 33739
Bielefeld
Walkenhorst, Benjamin; Am Kattenkamp 6
e, 33611 Bielefeld
Widmer, Dimitri; Stapenhorststr. 85, 33615
Bielefeld
Wiesenthal, Johann-Levin; Grewenbrink
21, 33619 Bielefeld
Winterhager, Johannes; Große-KurfürstenStr. 30, 33615 Bielefeld
Wortmann, Martin; Waldwinkel 11, 33803
Steinhagen
135
Abiturientia Quincennis (2005)
Amende, Jens; Dornhecken 4, 33617 Bielefeld
Bäumer, Daniel; Schmargendorfer Str. 9,
33619 Bielefeld
Bartmann, Dorothee Viktoria; Milanweg
19, 33659 Bielefeld
Baumann, Johannes; Willi-Raahn-Str. 19,
33604 Bielefeld
Begemann, Tobias Alexander; Lise-Meitner-Platz 6, 95448 Bayreuth
Blome, Samuel; Am Damm 4, 33729 Bielefeld
von Böselager, Johanna Catharina; Im
Schlebusch 7, 33330 Gütersloh
Bohatsch, Moritz; Detmolder Str. 79, 33604
Bielefeld
Brachvogel, Philipp; Bahnhofstr. 23 a,
33790 Halle/Westfalen
Brackertz, Stefan; Am Lothberg 6 c, 33617
Bielefeld
Brenzel, Stefanie; Johann-Strauß-Str. 16,
33647 Bielefeld
Broelemann, Christian; Rubensweg 1,
33613 Bielefeld
Brüchle, Jonathan; Zielstattstr. 127, 81379
Muenchen
Del Colombo, Christina Julia; Viktoriastr.
42 a, 33602 Bielefeld
Diekmeyer, Cornelius Claudius; Poetenweg
72, 33619 Bielefeld
Dittmer, Kasimir David; Paulusstr. 32,
33602 Bielefeld
Dorosz, Roxana; Gutenbergstr. 2, 33615
Bielefeld
Dransfeld, Mareike; Kuckucksweg 32,
33607 Bielefeld
Ebmeyer, Jana; Am Frölenberg 33, 33647
Bielefeld
Eckert, Silvia; Elverdisser Str. 4, 33729
Bielefeld
Ellendorff, Therese; Ferdinand Str. 28,
33649 Bielefeld
Gieselmann, Daniel; Obernstr. 23, 33602
Bielefeld
136
Göttges, Judith Janna; Am Jostkamp 13,
33334 Gütersloh
Golys, Alice; Adresse nicht bekannt
Grauer, Moritz; Twellheide 5, 33619 Bielefeld
Grothues, Gerrit-Alexander; Voltmannstr.
98, 33619 Bielefeld
Gusia, Gabriele Renate; Georgstr. 13,
33649 Bielefeld
Hanning, Thomas; Leharstr. 27, 33647
Bielefeld
Heidbrede, Carolin; Neuköllner Str. 1,
33619 Bielefeld
Heinze, Philipp Hendrik; Stettiner Str. 47 a,
33803 Steinhagen
Helpap, Victor; Ritterstr. 11, 33602 Bielefeld
Hempfing, Till Marten; Diesterwegstr. 73,
33604 Bielefeld
Horschel, Jana; Zittauerstr. 23 c, 33619
Bielefeld
Imort, Inga-Mareen; Winkelkamp 26,
33605 Bielefeld
Jonas, Hannah; Am Lothberg 7, 33617
Bielefeld
de Jong, Patrick; Hermann-Hesse-Str. 10,
33719 Bielefeld
Jubt, Franziska; Mangrovenweg 7 a, 33729
Bielefeld
Keitel, Stefan Konrad; Diesterwegstr. 35,
33604 Bielefeld
Koke, Katrin; Am Lothberg 21, 33617 Bielefeld
Kupski, Julian; Reinholdstr. 8, 33649 Bielefeld
Lenze, Georg Anton; Twellbachtal 72,
33619 Bielefeld
Lummer, Kathrin; Katzenstr. 6, 33619 Bielefeld
Marg, Berenice; Ritterstr. 4, 33602 Bielefeld
Meyer, Elisabeth; Breedenstr. 14, 33649
Bielefeld
Meyers, Maria Christina; Kohlenweg 9,
33659 Bielefeld
Müller, Nadine; Werther Str. 50, 33615
Bielefeld
Müller, Maximilian Felix; Siekbreede 68,
33649 Bielefeld
Nußbaum, Sarah, geb. Perl; Vulsiekshof
39, 33619 Bielefeld
Plöger, Christina; Telgter Str. 34, 33619
Bielefeld
Reimann, Christoph-Hagen; Georgstr. 22,
33649 Bielefeld
Ruppik, Nicola; Siekerstr. 1, 33602 Bielefeld
Saß, Rodja-Johannes; Goldbach 5, 33615
Bielefeld
Scanzano, Filippo; Am Pfarracker 54 d,
33611 Bielefeld
Schmelzer, Sebastian; Brunnenbauerweg 17
b, 33659 Bielefeld
Schmid-Michels, Fabian Tilman; Universitätsstr. 11, 33615 Bielefeld
Schrödter, Heike Katharina; Bussardweg
48, 33659 Bielefeld
Schwerdt, Katharina Elisabeth; Breedenstr.
36, 33649 Bielefeld
Steffen, Julius; Wertherstraße 121, 33615
Bielefeld
Steinmann, Sebastian; Am Bruche 98,
33613 Bielefeld
Surkov, Anastasia; Schmiedstr. 4, 33613
Bielefeld
Thamm, Tobias; Beethovenstr. 27, 33604
Bielefeld
Thiele, Maria Isabel; Schröttinghauser Str.
294, 33739 Bielefeld
Triphaus, Kai Arne; Siekerstr. 1, 33602
Bielefeld
Vögeding, Tim; Am Blackenhof 57, 33739
Bielefeld
Wegener, Friederike; von Möller-Str. 33,
33649 Bielefeld
Wiebusch, Johanna; Auf der Helle 3, 33818
Leopoldshöhe
Witteck, Chantal; Mönkebergstr. 66 c,
33619 Bielefeld
Wittler, Stefanie; Drechslerweg 29 a, 33659
Bielefeld
Wolf, Matthias Christian; Mariabrunnstraße
51, 52064 Aachen
Zabel, Malte Tim; Gotenstr. 30, 33647 Bielefeld
Abiturienten 2010
Beckmann, Nikolaus; Steinheimer Str.
28,33699 Bielefeld
Brand, Lioba; Osningstr. 126 d, 33605
Bielefeld
Butenuth, Jan; Melanchthonstr, 79. 33615
Bielefeld
Caylak, Turgut; Jöllenbecker Str. 61, 33613
Bielefeld
Craemer, Leonard Friedrich; Schmargendorfer Str. 10, 33619 Bielefeld
Elges, Maria Constanzia; Diskusweg 6,
33659 Bielefeld
Elsner Isabel; Glsdbecker Straße 14, 33649
Bielefeld
Feix, Jonas; Moltkestr. 2, 33615 Bielefeld
Fischer, Ann-Kathrin; Schweriner Str. 18,
33803 Steinhagen
Grundmann, Jan Steffen; An der Wolfskuhle 51, 33619 Bielefeld
Haselbach, Maximilian; Seikebruch 4,
33649 Bielefeld
Haubold, Sascha; Mönkebergstraße 15,
33619 Bielefeld
Heinze, David Ulrich; Stettiner Str. 47 a,
33803 Steinhagen
Hellermann, Julius Conrad; Hardenbergstr.34, 33615 Bielefeld
137
Heywinkel, Kim Vanessa; Dornberger Str.
34, 33615 Bielefeld
Jach, Hagen Christian; Am Speckenbach
12 a, 32107 Bad Salzuflen
Jostock, Franziska;Weißenseeweg 9, 33619
Bielefeld
Kakoutsis, Christina Sophia; Friedhofstr.
148 a, 33659 Bielefeld
Kakoutsis, Dominik Dimitri; Friedhofstr.
148 a, 33569 Bielefeld
Kleindiek, Christian; roonstr. 11, 33615
Bielefeld
Kreutzer, Anna Constanze; Hobusch 26,
33619 Bielefeld
Kükenshöner, Sarah; Dingerdisser Heide
17, 33699 Bielefeld
Kurth, Jutta; Ahornweg 11, 33829 Borgholzhausen
Lehmann, Sophia; Wiesenbrede 7 b, 33613
Bielefeld
Lenger, Charlotte Gabriele Simone;
Wertherstr. 147, 33615 Bielefeld
Lumiani, Laura; Am Wellenkotten 7, 33617
Bielefeld
Lumiani, Leonora; Am Wellenkotten 7,
33617 Bielefeld
Meltzer, Julius; Jakob-Kaiser-Str. 8, 33615
Bielefeld
Mers, Simon; Mönkebergstr. 124 c, 33619
Bielefeld
Middelhoff, Henriette; Krackser Str. 35,
33659 Bielefeld
Müller, Giacomo; Joseph-Haydn-Str. 31,
33604 Bielefeld
Ohly, Valerie Florence; Arndtstr. 10, 33602
Bielefeld
138
Otto, Patrick; Oberschelps Feld 24 a, 33739
Bielefeld
Pröwrock, Clark Cedric; Senner Hellweg
169 b, 33689 Bielefeld
Quakernack, Carolina; Queller Str. 190 b,
33649 Bielefeld
Rehmet, Raphael-Claudio; Düsseldorfer
Str. 58, 33647 Bielefeld
Reicherlt, Moritz; Auf der Egge 111 a,
33619 Bielefeld
Reinisch, Sima-Isabell; Baumheideweg 14,
33609 Bielefeld
Risse, Josephine; Rehhagenhof 71, 33619
Bielefeld
Schiwy, Jan-Kristof; Oberschelps Feld 8,
33739 Bielefeld
Schmidt, Sebastian; Voßheide 12 a, 33619
Bielefeld
Schultze, Elina; Senner Hellwef 93, 33659
Bielefeld
Scotti, Benjamin; Renteistr. 24, 33602 Bielefeld
Smajlovic, Hana; Goethestr. 4, 33617 Bielefeld
Stöckert, Katrin; Diesterwegstr. 40, 33604
Bielefeld
Weese, Bernadett Maria; Wittekindstr. 6 a,
33615 Bielefeld
Wittler, Marc; Drechslerweg 29 a, 33659
Bielefeld
Wolf, Julius; Spandauer Allee 66, 33619
Bielefeld
Wolff, Antonia; Wertherstr. 143, 33615
Bielefeld
Zink, Luise; Auf der Egge 63, 33619 Bielefeld
Hiermit bestelle ich
Exemplare:
Friedrich Korte
Das Ratsgymnasium Bielefeld –
in Stift, Staat und Land seit 1 2 9 3
328 Seiten, 17,6 mal 25 cm, Hardcover, Fadenheftung, 16seitiger Bildteil, akadpress 2010, zum Preis
von 22,90 Euro, portofrei.
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Vorname
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Datum
Unterschrift
Diese Bestellung wird wirksam mit Überweisung des entsprechenden
Betrages auf Konto „Sigler Rats 1293“, Nr. 6 880 900 bei der Sparkasse
Bielefeld, BLZ 480 501 61.
Dieses Formular bitte absenden an Sebastian Sigler,
Leipziger Str. 7, 33803 Steinhagen – oder eine Mail an:
[email protected]; Fax leider nicht möglich.
139
Notizen
140
E-Mail: ____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
19________________
20________________
e-mail: [email protected]
Homepage: www.ehemalige-ratsgymnasium-bielefeld.de
Zutreffendes bitte ankreuzen/Nichtzutreffendes bitte streichen
E-Mail: ____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
20___________
Mitglied-Nr.
(bitte auch Mailadresse)
Die Homepage des Ehemaligen-Vereins
Die Homepage: http://www.ehemalige-ratsgymnasium-bielefeld.de ist zum Jahrestreffen
2010 offiziell fertig geworden, wie immer modern und informativ. Vor allen Dingen liefert
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ihr Logo mit einem Link zur eigenen Homepage zu versehen.
Technisch möglich gemacht hat dies alles Holger Hinnendahl von der Firma „HINNENDAHL.COM“. Er zauberte innerhalb von einem Monat die optisch ansprechende Webseite
und die komplette Programmierung dahinter aus dem Hut und kümmerte sich um die exakte Umsetzung. Über die Firma HINNENDAHL.COM können Sie sich auf der Webseite:
http://www.hinnendahl.com informieren. Das Leistungsspektrum geht über Webdesign bis
zu PHP Programmierung. Kurzum, alles was mit Webseiten und deren Erstellung zu tun hat.
Also, schauen Sie rein, klicken Sie sich nach Herzenslust durch die Seiten – und: sagen
Sie es weiter: www.ehemalige-ratsgymnasium-bielefeld.de.
MATTHIAS FOEDE

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