Torsten C. Fischer Maria Magdalena

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Torsten C. Fischer Maria Magdalena
JULI/AUG. 2008
AM
AKADEMISCHE
MONATSBLÄTTER
Zeitschrift des Kartellverbandes
katholischer deutscher Studentenvereine KV • 120. Jahrgang • Nr. 6
Donnerwetter!
TITELTHEMA Seite 148
Torsten C. Fischer
DAS INTERVIEW Seite 152
Maria Magdalena
FORUM Seite 164
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KV-Literaturverzeichnis
Heft
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1:
2:
3:
4:
5:
6:
"Carl Sonnenschein" (1876-1919)
"Die Blutzeugen des KV" *
"Wissenschaft und Ethik"
"Korporiert? - Warum?"
"Der Komment" *
"Die Universität heute eine Herausforderung an die Seelsorge" *
7: "Unser Einsatz für die Grundwerte"
8: "Christliche Politik im 20. Jahrhundert"
9: "Verschlungene Pfade Der Weg des KV zur Lebensfreundschaft"
10: "KV-Brauchtum Wie es entstand und was es bedeutet"
11: "Sind wir ein katholischer Verband?"
Heft 12: "Renten aus dem Kapitalmarkt Perspektiven für die Rentenreform"
Heft 13: "Bildungspolitik als Standortfaktor im
Zeichen der Globalisierung"
*: nur noch als Kopie erhältlich
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Verbum Peto (Die kleine Reihe)
Heftnummer/Titel
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Autor
Wolfgang Löhr
Michael F. Feldkamp
Friedo Ricken
Franz Ludwig Knemeyer
Wolfgang Löhr
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Liebe Kartellbrüder,
liebe Leserinnen und Leser,
als neulich ein Kartellbruder vorschlug, wir sollten
einmal ein Kreuzworträtsel bringen, haben wir in der
Redaktion nachgedacht, ob das in die „Akademischen Monatsblätter“ passen würde. Ergebnis der
Überlegung war, wir wagen es, aber das Rätsel muss
anspruchsvoll sein. Seht es Euch an und schreibt,
was Ihr davon haltet!
Ein weiteres Wagnis ist der Beitrag von Kb F. Urbanek (Arm) über Maria Magdalena, den wir ausdrücklich zur Diskussion stellen.
Aus aktuellem Anlass berichten wir in dieser Nummer über den letzten Katholikentag und machen auf die Klimadebatte aufmerksam, die eines der zentralen Themen in Osnabrück war. Die Frage, was und wenn ja, ob wir
persönlich etwas zur Klimaverbesserung beitragen können, was unsere Vereine und der Verband tun sollten, darf erörtert werden. Ob hierbei der Hinweis
auf die Verantwortung vor der Schöpfung, die wir als Christen haben, nicht zu
hoch gegriffen ist, werden wir ebenfalls prüfen müssen. Über Reaktionen auf
diese Ungewißheiten würden wir uns freuen.
In diesen Zusammenhang gehört auch die von uns vorgestellte Buchreihe,
die von Europa eine Vorreiterrolle bei der „Nachhaltigkeit“ fordert.
Nachdem wir bereits in der Nr. 4 auf den Religionsmonitor der BertelsmannStiftung aufmerksam gemacht haben, weisen wir diesmal auf die Sinusstudie
aus dem Jahr 2007 hin, aus der hervorgeht, dass Jugendliche sich besonders
an jenen Milieus orientieren, in denen die Kirche nicht mehr aktuell ist. Religion spielt für die junge Generation nur noch eine marginale Rolle. Das muss
uns alarmieren. Unser Auftrag lautet, dem diffusen Humanismus, der bei jungen Leuten vorherrscht, etwas Konkretes gegenüberzustellen. Was die Stunde
geschlagen hat, zeigte auch der Artikel mit dem Titel „Abschied vom christlich geprägten Europa“ von Kb Gerhard Müller-Chorus (Th) in der Nr. 5 der
AM, der ein lebhaftes Echo hervorgerufen hat. In der nächsten Nummer werden wir einige Leserbriefe dazu veröffentlichen.
Als Beispiel für eine gelungene Kooperation der katholischen studentischen
Vereinigungen berichten wir über den KKM in München. Nachahmung ist empfohlen.
Ihr seht, für die Ferienzeit haben wir Euch in dieser Doppelnummer von 32
Seiten mit ausreichendem Lesestoff und sogar mit einem Kreuzworträtsel versorgt
Euer
EDITORIAL
AUS DEM INHALT
TITELTHEMA
Donnerwetter!
148
Torsten C. Fischer
152
Wie ein kluger Mann, der sein
Haus auf Fels baute
155
Mit dem KV Steuern sparen
Hier unbekannt
156
157
DAS INTERVIEW
GEISTLICHES WORT
AUS DEM KV
KV-AKADEMIE
Von der Reformation zur
Revolution - Wittenberg
Rhetorik-Training - Marl
In die Pfalz - nicht nur des
Weines wegen - Speyer
ZUR PERSON
159
166
172
W. Tschirschwitz
E. Lau
N. Reus
J. Merz
E. B. Blümle
160
161
162
162
163
Jesus und Maria Magdalena
Leserbrief S. Scharbert
Leserbrief B. Petermann
Leserbrief D. Steppuhn
Kreuzworträtsel
Nachhaltigkeit
Hurra, wir leben noch
164
165
167
167
169
170
171
Sorge um’s Image
168
Gemaltes Licht
168
FORUM
GLOSSE
EX LIBRIS
IMPRESSUM
Akademische Monatsblätter
Herausgeber: Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV).
V.i.S.d.P: Dr. Wolfgang Löhr, c/o KV-Sekretariat.
Kommissionsvertrag: Verband alter KVer e.V., KV-Sekretariat, Postfach 20 01 31, 45757 Marl, Hülsstr. 23, 45772 Marl, Telefon (02365) 5729010, Telefax (02365) 5729051,
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Anzeigenverwaltung: KV-Sekretariat, Anschrift wie oben. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 18.
Druck: Bonifatius GmbH, Druck Buch Verlag, Paderborn.
Die AM werden im Rahmen der Verbandszugehörigkeit allen Kartellangehörigen ohne besondere Bezugsgebühr geliefert.
Redaktion: Dr. Wolfgang Löhr (v.i.S.d.P), Siegfried Koß, Michael Kotulla, Klaus Gierse, Hans-Joachim Leciejewski, Reinhard Nixdorf, Jéan L. Saliba, Harald Stollmeier.
Koordination und Satz: Nicole Eichendorf.
Die Akademischen Monatsblätter erscheinen zehnmal im Jahr. Es wird gebeten Manuskripte an die oben genannte E-Mail-Adresse zu senden. Die Redaktion setzt das Einverständnis
zu etwaigen Kürzungen und redaktionellen Änderungen voraus. Die mit Namen versehenen Beiträge geben die Meinung des Verfassers und nicht unbedingt die der Redaktion wieder.
Die Beiträge sind grundsätzlich in ehrenamtlicher Mitarbeit geschrieben. Der Abdruck ist nur mit Zustimmung der Redaktion gestattet. Hinweis nach § 4 Abs. 3 PD-SVD.
Gegen das übliche Verfahren der Anschriften-Weitergabe durch die Deutsche Post AG kann der Zeitschriftenempfänger jederzeit Widerspruch beim KV-Sekretariat,
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ISSN 0002-3000
Internet-Adresse: www.kartellverband.de / [email protected] /
Die AM unterliegen der Volltextsuche im Internet.
Titelbild: fotolia c DX; Ausgabe: 7/2008: Auslieferung: 25. September 2008
147 AM
TITELTHEMA
Donnerwetter!
Wolfgang Löhr (Arm, Car-F, Ru-Ke, E d Un, E d Gro-Lu, E d Car)
Was können wir für das Klima tun?
Auf dem 97. Deutschen Katholikentag vom 21. bis zum 25. Mai 2008 in
Osnabrück war die Frage nach dem Klimaschutz eines der zentralen Themen. Am Donnerstag, dem 21. Mai 2008, diskutierte die Bundeskanzlerin
Dr. Angela Merkel mit Sachverständigen, darunter Kb Prof. Dr. Klaus Töpfer (EM d Kett), über eine gerechte Klimapolitik. Diese Veranstaltung in
der Osnabrücker Stadthalle stand unter dem Motto „Donnerwetter. Höchste Zeit für eine gerechte Klimapolitik“. Am gleichen Tag saß Kb Töpfer
nochmals auf einem Podium in der Johanneskirche, bei dem unter der
Überschrift „Kornkraft statt Kernkraft“ über das Problem gesprochen
wurde, ob die Erzeugung von Bioenergie auf Kosten der Ernährungssicherheit gehe.
E
Treibhausgas
vermindern
rstmals wurde beim Osnabrücker Katholikentag, an
dem rund 60.000 Menschen teilnahmen, versucht, ihn
„klimaneutral“ zu gestalten. Die zusätzlich durch
diese Veranstaltung entstandenen über 4.000 Tonnen
Kohlendioxid werden an anderer Stelle eingespart, da es ohne
Belang ist, wo auf der Erde die Treibhausgase entstehen oder
ausgeglichen werden. Deshalb werden die Organisatoren des
Katholikentags den Betrieb eines Biomassekraftwerks in Bilaspur in Indien durch den Kauf von Zertifikaten in Höhe von
etwa 40.000 € unterstützen. Es entsteht also eine Art Luftbrücke nach Indien. Das Kraftwerk wird durch Verbrennen von
Reishülsen Strom erzeugen. Diese bleiben als Abfälle, die sonst
verrotten und aus denen Kohlendioxid oder Methan entweichen
würden, bei den dortigen Reismühlen übrig. Außerdem ersetzt
der hier erzeugte Strom solchen aus Kohle gewonnenen. In
zehn Jahren sollen damit über 228.000 Tonnen Kohlendioxid
eingespart werden. Rentabel wird das Kraftwerk erst durch
Einnahmen aus CO2-Gutschriften von rund 3,8 Millionen €, da
in diesem Gebiet Indiens Kohle sehr preiswert abgebaut wird.
Das Kraftwerk erzeugt 7,7 Megawatt Strom und gehört zu den
umweltverträglichen Entwicklungsprojekten (Clean Development Measurement/CDM), welche die Industriestaaten fördern, um ihre eigene Bilanz zu verbessern. Die Projekte
werden von unabhängigen Gutachtern geprüft. Mit der Unterstützung solcher Anlagen sollen die Treibhausgase weltweit reduziert werden. Aufgrund des sogenannten Kyotoprotokolls
aus dem Jahr 1997 haben sich die Industriestaaten verpflichtet, ihre Emissionen an Treibhausgasen bis 2012 um 5,2 Prozent gegenüber 1990 zu vermindern. Die Bundesrepublik will
sogar 21 Prozent schaffen.
In der Diskussion über eine gerechte Klimapolitik sprach
sich Kb Töpfer, der frühere Direktor der Umweltorganisation
der Vereinten Nationen (UNEP) mit Sitz in Nairobi/Kenia, dezidiert für ein stärkeres Engagement der Industriestaaten im Klimaschutz aus. Er nahm kein Blatt vor den Mund und meinte,
aus der Perspektive Afrikas und Asiens seien wir Europäer
„Weltmeister im Reden, aber Bettelmeister im Handeln“. Es
müsse endlich alles daran gesetzt werden, um die KlimaAM 148
So kann es nicht weitergehen!
Quelle: fotolia c DX
TITELTHEMA
149 AM
TITELTHEMA
Foto: c Nadine Malzkorn
„Stell dir vor,
Die Bundeskanzlerin und der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode
auf dem Katholikentag in Osnabrück
schutzziele in die Tat umzusetzen. Die Industrieländer
seien zuerst gefragt, da sie ja das Klimaproblem verursacht hätten. „Wir müssen die Kosten unseres Wohlstands selbst tragen“, forderte er. Unmissverständlich und das bestärkte er noch einmal in der späteren Veranstaltung in der Johanneskirche - bekannte er, es sei unverantwortlich, dort Biomasse herzustellen, wo sie in
Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion stehe oder die
Natur zerstöre. Die Experten waren der Ansicht, dass die
Bioenergieproduktion nicht ursächlich für den Hunger in
der sogenannten Dritten Welt verantwortlich sei, doch
habe sie teilweise die Lebensmittel verteuert.
heraus.“
Wer weniger Urlaubsreisen in ferne Länder mache, der
gewänne Zeit für die eigene Familie.
In der Süddeutschen Zeitung vom 20. Mai 2008 wurden zufällig kurz vor dem Beginn des Katholikentags
unter der ironischen Überschrift „Die Ritter der Kokosnuss“ einige neue Magazine und einige Internetseiten
vorgestellt, die sich alle um „eine bessere Welt“ bemühen, aber den Konsum dabei nicht vergessen. Da wird der
Tatort-Kommissar Axel Milberg erwähnt, der seinen alten
Kombi auf Gasbetrieb umgestellt hat und für seine Überzeugung die Internetseite Utopia nutzt. Fleisch aus Massentierhaltung gibt es bei ihm nicht mehr. Urlaub wird in
Europa gemacht.
Die USA überschlagen sich seit Neuestem in der Begeisterung „für das gute Geschäft mit dem Klimawandel“.
Dieser neue Markt hat auch schon einen Namen: Lohas
(Lifestyle of Health and Sustainability). Der deutsche Verlag Burda überlegt, ein Lifestyle-Magazin mit dem Titel
Ivy (Efeu) zu starten, worin verkündet wird, dass das
Gute „cool“ ist. Im Internet sind eine Reihe deutsche
„Lohas“ im Angebot. Da wird Biomilch, Ökostrom, Produkte aus „fairem“ Anbau, Jute, Bambus, Kork u.a.m.
vorgestellt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel bemerkte, Biosprit
könne weder die fossilen Brennstoffe noch den schonenden Umgang mit Energie ersetzen. Der Regenwald werde
zuerst durch Viehzucht und Sojaanbau zerstört, nicht
aber durch Biomassefelder. Sie wandte sich gegen den
Ausstieg aus der Energiegewinnung aus Kohle. Im Energiemix werde diese jedoch stark zurückgehen. Der Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung
(KLJB), Wolfgang Ehrenlechner, forderte, den Ausstieg
aus der Atomenergie nicht zurückzunehmen. Atomstrom
sei eine Belastung für zukünftige Generationen. Viele Jugendliche empfänden den Klimawandel als Bedrohung.
Die Bundeskanzlerin hielt den Ausstieg
Deutschlands aus sicheren Atomkraftwerken
„Was aber geschieht, wenn das öffentliche Interesse
nicht für sinnvoll, räumte aber ein: „Kern(am Klimawandel) eines Tages schwindet?“
energie kann unser CO2-Problem nicht
lösen“. Kb Töpfer war später in der Johanneskirche gleicher Meinung: „Wir bräuchten
einige Tausend Kernkraftwerke, um etwas für den KlimaAm 18. April 2008 fragte Spiegel-online „Was aber geschutz zu erreichen“. Da viele davon „in politisch unsi- schieht, wenn das öffentliche Interesse (am Klimawancheren Staaten stehen“ würden, müsse ihn das mit Sorge del) eines Tages schwindet?“ Seit Jahren sei die
erfüllen.
Diskussion über die Rettung des Klimas schon in der Öffentlichkeit entbrannt. „Kaum ein Politiker, Popstar oder
In einem Interview mit der Osnabrücker Zeitung vom Journalist, der nicht vor den Risiken für die Erde“ warne.
22. Mai 2008 beklagte Kb Töpfer noch einmal ausdrück- Dass durch den Kohlendioxidausstoß die Temperatur auf
lich die „ungerechte Klimapolitik“ und rief zu einer Um- der Erde steige, würde kaum noch in Zweifel gezogen,
kehr auf. Jeder von uns könne durch eigenes Verhalten doch seien die genauen Anstiegsraten ungewiss. Präzise
Energie sparen „von der Urlaubsreise über den Gebrauch Vorhersagen sind kaum möglich, stellte Holger Dambleck
des Autos bishin zur Sparglühlampe“. Wirtschaftliche Er- im Spiegel-online fest. Einander widersprechende Profolge dürften nicht allein Kriterien von Wohlstand sein. gnosen führten zu Spannungen unter den WissenschaftVieles, „was wir heute Verzicht nennen, stellt sich bei nä- lern. Es sei auch nicht von der Hand zu weisen, dass
herem Hinsehen als Chance für die Integration der Ge- Forschungsinstitute sich gewinnbringende Aufträge nicht
sellschaft und das Zusammenleben der Generationen entgehen lassen wollten. Schließlich bestehe die Gefahr,
AM 150
TITELTHEMA
dass bei der üblichen kurzen Halbwertzeit des öffentlichen Interesses, sich die Frage ergebe „Stell dir vor, es ist
Klimawechsel und keinen interessiert’s!“ Es ist nicht aus-
or, es ist Klimawechsel und keinen interessiert´s!“
zuschließen, dass das Heraufbeschwören immer neuer
Horror-Szenarien auch einmal das Gegenteil bewirken
kann. Es gibt genug Zweifler am Klimawandel, die nur auf
eine gute Gelegenheit warten, Übertreibungen zu entlarven, „um so die gesamte Forschergemeinde zu diskreditieren“.
Ein bekannter Kritiker des Klimaschutzes ist der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus. Er hält den Klimawandel für völlig normal und bestreitet die Schuld der
Menschen daran. Als Beweis erwähnt er die hohen Temperaturen im europäischen Mittelalter weit vor der Industrialisierung. Die Gefahr liegt für ihn nicht in den
Klimaschwankungen, sondern in der Bedrohung der Freiheit im Namen des Klimaschutzes. Dahinter steckt für ihn
eine Ideologie, fast eine Religion, die ihn an die Zeiten
unter kommunistischer Herrschaft erinnert. Er spricht in
diesem Zusammenhang von Ökologismus. Gegen den
„kleinen Klimaschutz“, also etwa Stromsparen, hat er
nichts.
Selbst EU-Kommissar Günter Verheugen, den man
nicht zu den Radikalliberalen rechnen muss, warnte am
11. Mai 2008 in einem Interview vor einer „Ökodiktatur“.
„Ich sehe mit wachsendem Unbehagen, wie Gesetzgeber
auf allen Ebenen immer neue Regelungen erlassen, die in
die privaten Lebensgewohnheiten eingreifen“, sagte er.
Andererseits lehnte er „faule Kompromisse“ zu Lasten
des Umweltschutzes ab und zeigte sich enttäuscht, „wie
wenig manche Autobauer in den vergangenen zehn Jahren für den Klimaschutz getan“ hätten. Er hofft immer
noch auf Einsicht und möchte von Verboten absehen. Den
zugelassenen Durchschnittswert von 120 Gramm Kohlendioxidausstoß für Autos unterstützt er. Doch müsse
man die Regeln so machen,„dass sie den Wettbewerb
zwischen den Autobauern nicht verfälschen und die Autos
nicht unnötig verteuern“.
Wer wissen will, wie seine eigene Kohlendioxidbilanz
aussieht, wieviel CO2 er beim Heizen seiner Wohnung frei
setzt, wie sich ein sparsameres Auto auf seine Schlussrechnung auswirkt, wieviel CO2 in der Nahrung steckt, die
er isst, der kann sich den CO2-Rechner des Umweltbundesamts (www.umweltbundesamt.de/klimaschutz) herunterladen. Diese staatliche Einrichtung hält auch eine
Menge Broschüren bereit, die man anfordern kann
(Adresse: Postfach 1406 in 06813 Dessau-Roßlau, Telefon: 0340 2103-0). Darin erfährt man Erstaunliches:
30 neue Kraftwerke müssten nicht gebaut werden,
wenn wir alle, auch die Industrie als größter Stromverbraucher, die wirtschaftlichen Möglichkeiten zum Stromsparen ausschöpfen würden.
Bei der Erzeugung einer Kilowattstunde Strom werden
heute wegen der Verbesserung des Wirkungsgrads von
Kraftwerken durch Erdgas, sinkenden Verbrauch von
Kohle und gestiegenen Anteil erneuerbarer Energien etwa
15 Prozent weniger CO2 als noch vor 18 Jahren emittiert.
Der Staat fördert Energiesparen durch eine Menge von
finanziellen Zuschüssen.
Dem Katholikentag, auf dem übrigens auch der KV zusammen mit dem Bund katholischer deutscher Akademikerinnen auf einem Stand vertreten war, sei Dank, dass
er auf die ethische Verpflichtung der Christen für das
Weltklima aufmerksam gemacht hat. Auch wir KVer sollten überlegen, wie wir zum Klimaschutz beitragen können.
fotolia: Eelco Brink
Fröhliche Preisträger
Am 2. Juni 2008 erhielten Kb Klaus Töpfer und Reinhold Messner den B.A.U.M. –
Umweltpreis. Kb Töpfer wurde ausgezeichnet, weil er in seiner langen Tätigkeit als Bundesminister und Exekutivdirektor des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen erfolgreich die globale
Umweltpolitik mitgeformt hat. Er setzt
sich für die weltweite Erschließung erneuerbarer Energien ein und hat ein 6,7
Millionen Dollar-Projekt gestartet, das die
besten Wind- und Solarstandorte in Lateinamerika, Afrika und Südostasien erfassen soll.
151 AM
DAS INTERVIEW
Der Apfel fällt sehr weit vom
Torsten C. Fischer im Interview
Kb Jürgen Fischer ist Mediziner und war bis zum Eintritt in den Ruhestand viele Jahre Chefarzt der Radiologie im münsterländischen Coesfeld. Er ist begeisterter und sehr aktiver KVer ( Brisgovia-Freiburg,
Germania-Münster und Rhenania-Düsseldorf ). Als Vorsitzender des OZ „Ossenkopp” in Coesfeld ist es ein
Hauptanliegen von ihm, den Zirkel so attraktiv zu führen, dass auch immer wieder junge Menschen zu ihm
stoßen.
Kb Fischer ist Vater von drei Kindern: die Tochter Rebecca ist Internistin, der Sohn Jörn Architekt und sein
Ältester, Torsten, Filmemacher. Mit Torsten Fischer sprach Kb Michael Kotulla.
AM: Herr Fischer, „Der Apfel fällt sehr
weit vom Stamm” ist die Überschrift
dieses Gesprächs. Sie sind im Münsterland aufgewachsen und gingen
drei Jahre nach Ihrem Abitur nach
Berlin. Wann reifte in Ihnen der Entschluß, Filmemacher zu werden?
Fischer: Etwa im Alter von 15, 16
Jahren. In Coesfeld gab und gibt es
seit 35 Jahren ein kommunales Kino,
das mir die Begegnung mit qualitativeren Filmen erlaubte, als es sonst in
meiner Stadt möglich gewesen wäre.
Ich begann immer intensiver, die für
mich noch teilweise unverständlichen, aber doch von so einem völlig
fremden Geruch durchhauchten Filme aus aller Welt zu sehen. Schließlich fuhr ich zur Berlinale nach Berlin
– und warf mich in einen Rausch aus
bis zu acht Filmen pro Tag. Da war es
dann um mich geschehen.
AM: Gab es Einflüsse, die Sie zu die-
ser Entscheidung trieben?
Fischer: Ja, eine spätnächtliche
TV-Ausstrahlung, zu der ich mich
wieder heimlich aus dem Bett stahl:
Antonionis BLOW UP. Als Medizinerkind war ich geschult worden, die
radiologischen Bilder könnten die
Krankheiten aufspüren, umkreisen.
Antonioni erzählt von einem Photographen, der lernen muss, dass seine
Photographien nichts beweisen können, dass sie kein Instrument sind,
um sich dem Leben zu nähern, dass
das, was sie abbilden, eben nur ein
Bruchteil einer Wahrheit ist. Das war
ein Schock für mich, ein Schock einer
flüchtigen Erkenntnis, selber anders
arbeiten und suchen zu müssen.
AM: Haben Ihre Eltern Sie bei dieser
Berufswahl motiviert?
Fischer: Auch wenn es ein sicherlich „fremder Beruf“ für eine Medizinerfamilie ist, ich denke ja: Reisen und Museumsbesuche gehören
schließlich auch dazu. Als ich an der
Filmakademie aufgenommen wurde,
haben sie meinen Berufswunsch ohne
Vorbehalte unterstützt.
AM: Es gab ja in Ihrer Ausbildung
einen Sprung: Nach Ihrem Studium
der Kunstgeschichte, Philosophie und
Theaterwissenschaften gingen Sie
zur Deutschen Film- und Fernsehakademie. War das der Sprung in das
praktische Filmgeschäft?
Fischer: Nein, sicher nicht, die
Akademie ist eine Ausbildungsstätte,
die auf den Beruf vorbereitet.
Ich lernte auf einem Seminar in der
Hochschule der Künste den Regisseur
Dominik Graf kennen. Er lud mich
ein, bei seinem Kinofilm DIE SIEGER
zu praktizieren. Wir verstanden uns
so gut, dass ich in der Folge sein erster Regieassistent wurde. Dies war
der erste Schritt in das praktische
Filmgeschäft, daraus entwickelte sich
meine erste Auftragsarbeit, ein früher
Beitrag zur SPERLING Reihe.
VITA Torsten C. Fischer
Torsten C. Fischer, geboren 1963 in Marl, studierte nach dem Abitur zunächst
Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften in Berlin. 1989 begann
er ein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Bereits
sein Studentenfilm „Die fliegenden Kinder“ wurde 1992 mit dem Max-OphülsPreis für die beste Bildgestaltung ausgezeichnet. Nach dem Studienabschluss
1995 und einer „Lehrzeit“ als Regieassistent von Dominik Graf („Dr. Knock“)
gab Fischer 1997 mit dem TV-Krimi „Sperling und sein Spiel gegen alle” sein
Langfilmdebüt.
Torsten C. Fischer (oben)
AM 152
In den folgenden Jahren inszenierte er eine Reihe erfolgreicher Fernsehspiele,
meist im Genre des Kriminalfilms. Zweimal wurde Fischer als bester Regisseur
mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet: Im Jahr 2000 für „Doppelter
Einsatz: Blutroter Mond“ und drei Jahre später für „Der Anwalt und sein Gast“.
Mit dem romantischen Drama „Der Liebeswunsch“ gab er 2007 sein Kinodebüt,
das prompt für zwei Deutsche Filmpreise in den Kategorien Nebendarstellerin
(Barbara Auer) und Schnitt (Hansjörg Weißbrich) nominiert wurde.
m Stamm
DAS INTERVIEW
AM: Mit welcher Art von Filmen fingen Sie an?
Fischer: Meine Arbeiten an der
Filmakademie waren wie so oft noch
von einem ausschließlich künstlerischen Wollen geprägt, eher sperrige
Filme, Experimente – wofür die Zeit
an einer Filmakademie auch stehen
sollte. Nach der Akademie begann ich mit zahlreichen Fernseharbeiten, ich wollte schlicht meine erzählerischen Möglichkeiten ausprobieren und erweitern. Zudem war das
eine Zeit im Fernsehen, in der durchaus Experimente noch möglich
waren; diese Möglichkeiten sind im
Moment durch die Kommerzialisierung und Quotenschielerei selbst bei
den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten sehr eingeschränkt. Trotzdem
sehe ich noch heute die Möglichkeit,
gerade in scheinbar festgelegten Formaten wie dem „Tatort“ besondere
Themen wie Erzählformen zu implantieren. Es ist ein ständiger Versuch
„Pirat“ zu sein, die sich in sicherem
Gewässer glaubenden Luxus-Unterhaltungs-Formate zu entern und für
ein bißchen frischen Wind zu sorgen.
AM: Am Anfang und auch jetzt noch
standen und stehen eine Vielzahl
von Fernsehfilmen unterschiedlichster Art, bis zum „Tatort“. Ergab sich
das so oder war dies eine bewusste
Entscheidung?
Fischer: Zum Beispiel mein Film
„Die Fliegenden Kinder“ ist eine formal sehr radikal erzählte Liebesgeschichte, die sich in nur einer Nacht
vollzieht. Der Film enthält fast nur
Plansequenzen, kaum Schnitte, ein
völliger Verzicht auf übliche Kameraeinstellungen wie Schuss-Gegenschuss war die selbstgestellte Aufgabe – der Kameramann Benedict
Neuenfels, mit dem ich studierte,
wurde damals für diese besondere
Kameraarbeit ausgezeichnet. Im
Fernsehen interessieren mich immer
wieder die verschiedenen Genres,
vom Krimi bis zur Komödie. Auch dies
hat mit der Lust an unterschiedlichen
Erzählstilen zu tun, die Genrekonventionen zu sprengen, Genres zu vermischen wie beispielweise in meinem
Film „Der Anwalt und sein Gast“ der
Torsten Fischer (links) bei den Dreharbeiten zu
„Vier sind einer zuviel”
– neben Thrillerelementen – auch
melodramatische Züge trägt.
AM: Wenn ich es richtig nachgelesen
habe, war im Jahre 2004 „Der Liebeswunsch“ nach dem Roman von
Dieter Wellershoff Ihr erster Kinofilm.
Wie viele sind es bis heute geworden?
Fischer: Dies war mein erster Kinofilm, ja – es ist noch kein weiterer
gefolgt. Kinoprojekte nehmen viele
Jahre in Anspruch, an „Der Liebeswunsch“ habe ich mehr als fünf Jahre
gearbeitet; es beginnt mit dem
Schreiben, der Suche nach Förderung, dem Drehen, dem Schnitt und
schließlich der Postproduktion. Im
Moment bin ich mit drei verschiedenen Kinostoffen beschäftigt – mal
sehen, welcher sich davon realisieren
läßt.
AM: Für viele Ihrer Filme haben Sie
hohe Auszeichnungen erhalten, darunter mehrfach den Deutschen
Fernsehpreis. Für den Tatort „Minenspiel“ sind Sie mit dem Marler Fernsehpreis für Menschenrechte 2007
von Amnesty International ausgezeichnet worden. Ein solcher Preis für
einen Krimi?
Fischer: Ja, ein besonderer Preis,
ein schöner Preis. Das ist eben das,
was ich oben ansprach: gerade in den
etablierten Formaten sind besondere Themen wie Erzählweisen möglich, wenn man sich durchkämpft.
„Minenspiel“ ist ein politischer Film;
es geht um die Verantwortung gerade
auch deutscher Firmen für die unzähligen Minenopfer in Angola, die erst
die Minen gebaut haben - um sich
heute zynischerweise mit deren Räumung erneut eine goldene Nase zu
verdienen – ein Stoff, der als einzelnes Fernsehspiel kaum realisiert worden wäre. Und dieser „Tatort”
erreichte neun Millionen Zuschauer –
wunderbar für das wichtige Thema.
AM: Ihr Film „Der Liebeswunsch“
wurde unter anderem 2007 bei dem
Internationalen Filmfestval in Shanghai gezeigt. War das Ihr internationaler Durchbruch?
Fischer: Nein, sicher nicht, aber
es ist natürlich wunderschön, wenn
so ein Film gerade im Ausland so positiv aufgenommen wird.
153 AM
DAS INTERVIEW
Nochmals Torsten Fischer (Mitte) bei
den Dreharbeiten zu “Vier sind einer
zuviel”
AM: Für einen Laien ist Film gleich
Film. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es Unterschiede gibt,
einen
Kino- oder einen Fernsehfilm zu machen. Ist das so und wo
liegen diese Unterschiede?
Fischer: Wie ich schon gesagt
habe, ein ganz anderer Zeitaufwand. Ein meist größeres Budget,
eine andere Vermarktungskette mit
Kinoverleih und DVDs. Und gerade
dadurch auch schnell eine große
Einschränkung - die Vermarktung
ist zentrales Thema von Beginn an
– dem muss man sich entziehen,
will man nicht permanent falsche
Kompromisse schließen. Neben der
Schönheit des Mediums bleibt also
Kino eine zwiespältige Sache für
den Regisseur: es ist fast unmöglich
wirklich radikal zu erzählen, dafür
gibt es kein Publikum in Deutschland. Die Beteiligung an den Budgets gelingt fast nie ohne Fernsehgelder, wodurch diese inhaltlich so
involviert sind, dass sie zumeist den
Film schon im Vorfeld auf die „Fernseh-Tauglichkeit“ hintrimmen –
eben ganz im eigenen Interesse.
Beobachten sie nur im Fernsehen,
was da zumeist zur Hauptsendezeit
gesendet wird: internationale Kinofilme mit Anspruch werden Sie erst
nach 23 Uhr entdecken.
AM: Mit dem Produzenten Markus
Gruber haben Sie 2001 die Produktionsfirma „memento Film“ gegründet. Warum dieses Standbein?
Fischer: Es ist ein Versuch, unabhängiger arbeiten zu können, als
eigener Produzent meiner Filme
auch ungeteilt die inhaltliche Kontrolle innezuhaben. Als Regisseur
AM 154
hat man unterschiedliche Freiheiten
bei Fremdproduktionen; im Idealfall
lässt man mich voller Vertrauen frei
arbeiten und diskutiert erst beim
fertigen Schnitt; aber es kann auch
zu inhaltlichen Auseinandersetzungen schon in der Vorbereitung oder
bei den Dreharbeiten kommen, was
meiner Meinung nach tatsächlich
noch nie einem Film von mir gut
getan hat – vieles ist sprachlich einfach gar nicht darstellbar, kaum
vermittelbar. Und es ist nicht gut,
beim Film zu viele Kompromisse zu
treffen, die Schwierigkeiten einer
Filmproduktion, die Begrenzung der
finanziellen Mittel führen ohnehin
stets zu Einschränkungen und Kürzungen.
Bin ich mein eigener Produzent,
kann ich inhaltlich entscheiden, wie
mit dem Budget verfahren wird, wo
und wofür welche Gelder eingesetzt
werden. Als Angestellter bei einer
fremden Produktion erleben Sie oft
nur, wie von den Produktionsleitern
festgefahrene Schablonen kalkuliert
und befolgt werden – es gibt keinen
kreativen Umgang mit dem Budget.
So haben wir bisher sehr erfolgreich
einige meiner TV-Spielfilme produziert, wie eben der „Anwalt und sein
Gast“ mit Heino Ferch und Götz
George, „Mr. und Mrs. Right“ und
kürzlich erst den Spielfilm „Vier sind
einer zuviel“ mit Barbara Auer und
Matthias Brandt. – Zudem bereite
ich in meiner Firma Kinoprojekte
vor, wir sichern uns die Optionen an
Stoffen, engagieren Drehbuchautoren – ich muss also nicht länger in
diesem frühen Stadium „Klinken
putzen“ gehen, um Produzenten
von einer Idee zu überzeugen. So
bereiten wir jetzt gerade ein Kinoprojekt über die Tänzerin Anita Ber-
ber vor, die ein intensives, verschwenderisch kurzes Leben in den
20er Jahren in Berlin führte; geschrieben wird das Drehbuch von
Christoph Fromm, der gerade noch
mit dem Deutschen Drehbuchpreis
2007 ausgezeichnet wurde.
AM: Sie sind Autor, Regisseur, Produzent und haben seit 2006 eine
Professur für Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Wie bekommen Sie diese
vielen Aktivitäten übereinander?
Fischer: Durch viel Disziplin.
Regie führen hat viel mit Selbstdisziplin zu tun, sie haben enorme
Verantwortung allein wegen der Millionenbudgets. Die einzelnen Berufe
zu koordinieren, ist sicherlich oft
eine Kunst für sich, aber es gelingt
noch – und bietet eben auch enorme Abwechslung, ein Besuch in
Ludwigsburg an der Filmhochschule
kann auch sehr befreiend und kraftspendend wirken, wenn Sie mit
neuen Ideen konfrontiert werden
und die unbedingte Kraft der jungen
Leute spüren, kompromisslos und
fern vom Markt zu produzieren.
AM: Gibt es bei einer solchen enormen Belastung noch den privaten
Torsten Fischer?
Fischer: Der Beruf ist das
Leben, er macht mich glücklich, ich
habe da nie groß zwischen Privatund Berufsleben unterschieden, die
Grenzen sind fließend. Der „private“
Torsten Fischer ist also gar nicht
aufzufinden.
GEISTLICHES WORT
Quelle: wikipedia
Wie ein kluger Mann, der sein Haus
auf Fels baute
Eines der beliebtesten Fotomotive in der Bretagne: Das „Haus zwischen den Felsen“ bei Plougrescant.
D
Mein Leben läuft nicht einfach nach einem Plan ab, den ich nicht beeinflussen könnte. Mein Leben wächst
nicht nach einem Naturgesetz ohne mein Tun, mein Leben gestalte ich selbst in Freiheit. Es ist mir in die
Hand gegeben, mein Leben zu gestalten und mich selbst zu entfalten. Ich baue das Haus meines Lebens
- mein Leben lang.
ie entscheidende Frage,
der ich mich stellen muss,
ist die nach dem Fundament, auf dem ich bauen
will. Ich habe die Wahl zwischen sehr
unterschiedlichen Fundamenten, die
mir angeboten werden und Tragfähigkeit versprechen: ein gut gefülltes
Bankkonto, das für materielle Sicherheit steht, eine gute Bildung, die es
mir ermöglicht, Leistung im Beruf zu
erbringen und eine gute Karriere vor
mir zu haben, Kontakte und Beziehungen, die mich tragen, .... Für eine
gewisse Zeit sind diese Fundamente
vielleicht tragfähig und schenken mir
das Gefühl der Sicherheit, wenn jedoch die bedrohliche Erfahrung der
Vergänglichkeit an meine Haustür
klopft, dann kann ein Fundament,
das selber vergänglich ist, nicht tragen. Mein noch so schöner Hausbau
des Lebens bricht wie ein Kartenhaus
zusammen.
Wie kann das Haus des Lebens
Bestand haben? Welches Fundament
ist tragfähig, wenn die Vergänglichkeit an meinem Lebenshaus nagt?
Das einzige Fundament ist Gott selber, weshalb ihn unsere Väter im
Glauben „Fels“ nannten: „Er heißt:
Der Fels! Vollkommen ist sein Tun,
denn recht sind alle seine Wege. Gott
ist treu, ohne jeden Frevel, gerecht
und redlich ist er“ (Dtn 32:4). Das
Bild vom Felsen steht für Stärke,
Standfestigkeit und Zuverlässigkeit.
Der Fels bietet Sicherheit. „Ich will
dich lieben, Herr, meine Stärke. Herr,
du mein Fels, meine Burg, mein Retter“ (Ps 18:2.3).
Dieses Fundament meines Lebenshauses steht ganz am Anfang
meines Daseins. Gott ist „der Fels,
der dich erzeugt hat“ (Dtn 32:18).
Im Neuen Testament hat Paulus
das Bild vom Felsen auf Jesus Christus übertragen: „Ich will euch nicht
in Unkenntnis darüber lassen, Brüder,
dass unsere Väter alle unter der
Wolke waren und alle durch das Meer
zogen und alle auf Mose getauft
wurden in der Wolke und im Meer
und alle dieselbe geistige Speise
aßen und alle denselben geistigen
Trank tranken. Sie tranken nämlich
aus dem geistigen Felsen, der sie begleitete. Der Fels aber war Christus“
(1 Kor 10:1-4).
Das Haus meines Lebens kann nur
Bestand haben, wenn Christus der
Fels, auf dem ich baue, wenn er mein
Fundament ist und bleibt und ich auf
diesem Grund weiterbaue. Als Baumaterial habe ich das Wort Gottes; es
kommt entscheidend darauf an, dass
ich das Wort Gottes nicht nur unverbindlich höre, sondern dass ich an
ihm mein Handeln ausrichte. Das
Haus meines Lebens hat Bestand,
wenn die Bausteine des Wortes Gottes durch mein hörendes Tun fest
miteinander verbunden werden.
„Wer diese meine Worte hört und danach handelt,
ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Als nun ein Wolkenbruch kam
und die Wassermassen heranfluteten,
als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da
stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut“
(Mt 7:24.25).
Hans-Joachim Leciejewski (Cher)
155 AM
AUS DEM KV
Mit dem KV Steuern sparen
Eine Betrachtung zum Gesetz zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements
Dass sich Engagement im KV lohnt, hat sich hinlänglich rumgesprochen. Neu hingegen ist, dass nun auch
handfeste finanzielle Vorteile dabei rausspringen. Zu verdanken haben wir dies dem Gesetz zur weiteren
Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements.
Für manchen ist es das politische Bonbon des letzten Jahres, denn: Es gilt rückwirkend für das gesamte
Jahr 2007! Wer also über seiner Steuererklärung brütet, kann vielleicht noch den ein oder anderen Euro
in die eigene Tasche zurückholen oder seine Aktiven damit (bei voller Abzugsfähigkeit) unterstützen.
Neuer Freibetrag von 500 €
für nebenberufliche ehrenamtliche Betätigungen
Für entgeltliche ehrenamtliche Betätigungen, die nebenberuflich ausgeübt werden und nicht unter die
Begünstigung der Übungsleiterpauschale fallen, zum Beispiel Tätigkeit
als Organisationsleiter, Platzwart o.ä.,
gibt es einen neuen Freibetrag von
jährlich 500 €.
Voraussetzung ist nebenberufliche
Tätigkeit:
Wer höhere Aufwendungen in Form
von Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend machen möchte, muss diese allerdings detailliert
ausweisen (Tipp: zum Beipiel Tankund Portoquittungen sammeln).
Spenden
Die Höchstgrenze für den steuerlichen Abzug von Spenden wurde generell auf 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte angehoben. Bei
einem angenommenen Monatsgehalt
von 3.000 € ergäbe sich so ein abzugsfähiger Betrag von 7.200 € p.a.
Kleinspenden
Eine gute Nachricht für alle Quästoren: Statt der bisherigen 100 €
Quelle: wikipedia
- im Dienst einer juristischen Person
des öffentlichen Rechts oder einer
gemeinnützigen Körperschaft
- für Tätigkeiten, die nicht unter die
Übungsleiterpauschale fallen.
Ganz wichtig: Die Gewährung der
Übungsleiterpauschale und der
neuen 500 €-Pauschale setzen entsprechende Einnahmen aus der jeweiligen Tätigkeit voraus.
Ohne Formulare scheint diese Welt unregierbar.
AM 156
können nun Spenden bis zu einer
Höhe von 200 € mit einem Bareinzahlungsbeleg der Bank oder dem
Beleg vom Überweisungsformular
bzw. dem Kontoauszug nachgewiesen werden. Eine Zuwendungsbestätigung (Spendenquittung) ist für
Spenden bis einschließlich 200 €
nicht mehr erforderlich.
Stiftungen
Interessant wird es auch für die
Verbindungen, die sich mit dem Gedanken der Gründung einer Stiftung
(beispielsweise zur Finanzierung
eines Hausbaus) auseinandergesetzt haben. Stifter, die ein bedeutendes Vermögen in eine gemeinnützige Stiftung einbringen, können im
ersten Jahr nach Anerkennung der
Stiftung getätigte Zuwendungen bis
zu 1 Millionen € steuerlich absetzen.
Dabei kann der zu stiftende Betrag
auf das Jahr der Zuwendung und die
folgenden neun Jahre verteilt werden. Er darf allerdings nur einmal innerhalb eines Jahrzehnts angerechnet werden.
Beispiel: R. hat geerbt. In Erinnerung
seiner heiteren Studentenzeit möchte
er seiner Verbindung eine größere
Summe zuwenden, ohne dabei das
eigene Vermögen erheblich zu
schmälern. Er gründet eine Stiftung
zur Unterstützung der studentischen
Brauchtumspflege. Die Anerkennung
als gemeinnützige Stiftung vorausgesetzt, kann er nun im ersten Jahr
nach erfolgter Anerkennung steuerlich voll abzugsfähig bis zu einer Million stiften. Weil R. die Summe aus
den laufenden Mieteinnahmen seiner
Immobilien bestreiten will, verteilt er
die Zahlung des zu stiftenden Gesamtbetrags auf die nächsten zehn
Jahre. Da R. aber erst in zwei Jahren
Partner einer Großkanzlei werden
AUS DEM KV
Quelle: fotolia c Jörg Vollmer
soll, was neben einem erheblichen
Einkommenssprung auch eine erhebliche Erhöhung seiner Einkommenssteuerlast nach sich zieht, bietet es
sich an, den Steuervorteil erst im
entsprechenden Jahr wahrzunehmen.
Interessant ist dies also besonders
für Personen, die in einem Zeitraum
von zehn Jahren jedenfalls einmal
über eine herausragende Steuerlast
verfügen, wohingegen der zu stiftende Betrag nicht einmalig zur Verfügung steht, sondern über einen
Zeitraum von bis zu zehn Jahren erwirtschaftet wird (zum Beispiel Mieteinnahmen aus Immobilienvermögen).
Vereinseinnahmen
Erfreulich ist auch die Anhebung
der Besteuerungsgrenze für die wirtschaftliche Betätigung von gemeinnützigen Körperschaften (zum Beispiel von Vereinen mit gemeinnütziger Anerkennung) auf
35.000 €
(vormals 30.678 €). Dies ist ein Bruttobetrag inklusive Mehrwertsteuer
und gilt auch für Einnahmen aus Veranstaltungen.
Beispiel: Der Hausbauverein HBV e.V.
vermietet wochentags die Veranstaltungsräume an ein juristisches Repetitorium. Die Einnahmen sind nun bis
zu einer Höhe von 35.000 € steuerfrei. Diese ganz legalen „Steuer-
tricks” gelten natürlich auch für das
ehrenamtliche Engagement in der
Kirchengemeinde, im Sportverein
oder bei anderen als gemeinnützig
anerkannten Organisationen. Wer
also (noch) kein Ehrenamt in einem
gemeinnützigen verbindungsnahen
Verein bekleidet, kann dennoch mit
den andernorts erlangten Steuerboni
seine Verbindung dank staatlicher
Hilfe kostenneutral finanziell unterstützen. Vielleicht tun sich auch ei-
nige Alte Herren (es bedarf derer sieben) zusammen und gründen weitere
gemeinnützige Fördervereine. Die
vom Staat rückvergüteten Aufwendungen für die zu besetzenden Vorstandsämter sind als Spende bei den
Aktivitates und dem Alten Herrn XX
sicher sehr willkommen - und für ein
Abendessen mit der besseren Hälfte
dürfte es auch noch reichen.
Moritz Strate (Wf, Pal)
ZUR PERSON
Hier unbekannt:
S
Ein Germane, Grotenburger und Ravensberger, den sogar der Papst kennt
ein Name ist Prof. Dr. Dr. Heinrich Kühle. 1895 in Duderstadt/Eichsfeld geboren, starb er 1966 in
Münster/Westfalen. Er studierte in Münster Philosophie und Theologie, trat dort dem KStV Germania bei und wurde 1919 Mitgründer des KStV Ravensberg, der damals dem Gedankengut der Jugendbewegung verpflichtet war. Kühle war in dieser Reformverbindung Senior und wurde dort
auch A-Philister. Von Münster wechselte er zum Studium nach München und an die deutsche Universität
in Prag und wurde 1922 zum Priester des Bistums Hildesheim geweiht. 1923/24 war Kühle Kaplan in
Hannover. Dort trat er als B-Philister dem AV Grotenburg bei.
1925 studierte er aber erneut in
Münster und promovierte 1926 dort
bei dem Philosophen Max Ettlinger
zum Dr. phil. („Der Ethische Güterbegriff im System des Aristoteles und
Kant. Eine Voruntersuchung zur Begründung der Ethik“). Er stellte die
120-Seiten-Dissertation unter das
Motto „Summo Bono Sacrum“ – im
höchsten Gut liegt das Heilige. Diese
Thematik sollte ihn noch einige Jahre
wissenschaftlich beschäftigen: 1931
promovierte er, wiederum in Münster,
über „Die Entfaltung des Gottesbegriffs zum Begriff des höchsten Gutes
nach Albert dem Großen“ auch zum
Dr. theol. 1933 wurde er in Münster
über eine moraltheologische Beurteilung der Todesstrafe für Moraltheologie habilitiert (Habil.-Schr.:
„Staat und Todesstrafe“).
Noch 1933, also sehr schnell, erhielt der Privatdozent einen Lehr-
157 AM
ZUR PERSON
auftrag für Fundamentaltheologie an
der Staatlichen Akademie in Braunsberg/Ostpreußen. „Hunc illum fatis
externa ab sede profectum“ (Auch
ihn hat das Geschick aus fernen Landen hierher geleitet). Diesen VergilVers gab Lothar Ploetz (Ta, Lgm)
Kühle zur Charakterisierung bei in
seinem Buch „Fato profugi. Vom
Schicksal ermländischer Priester“. Im
fernen Osten Deutschlands, zwischen
Danzig und Königsberg, mag er damals den Kontakt zum KV gelockert
haben. Ohnehin gingen Verbindungen und Verband gerade der Gleichschaltung und dann der Auflösung
entgegen (Das KV-Jahrbuch 1965/66
verzeichnet den Ravensberger aber
noch mit seinen B-Philisterschafte
bei Germania und Grotenburg).
Die Braunsberger Staatliche Akademie (Philosophisch-Theologische
Hochschule) galt mit ihren zwei Fakultäten als Hochburg des akademischen Nationalsozialismus. Ihr Rektor, Kb Prof. Dr. Dr. Karl Eschweiler
(Süd), der Kühle aus Münster nach
Braunsberg geholt hatte, soll – einem
Ondit zufolge – nicht im Priesterkleid
sondern in SA- oder Parteiuniform
beigesetzt worden sein. Kühle jedoch
war nie Mitglied der NSDAP und
wurde dennoch 1936, inzwischen
zu bewegen.
Staatliche Akademie Braunsberg: das Steinhaus der vormaligen Jesuitenhochschule
Professor für Dogmatik, Pro-Dekan
der Theologischen Fakultät. Als es
um eine gewisse Zusammenarbeit
zwischen Hochschule, Staat und Partei ging, wagte es Kühle 1938, die
Kollegen zum Boykott der Absichten
Im Zweiten Weltkrieg geriet der
Professor, der als junger Mann schon
im Ersten Weltkrieg als Frontkämpfer
gedient hatte, als Wehrmachtspfarrer
in eine harte, fast neunjährige
Gefangenschaft in Lagern und Gefängnissen in Moskau, Stalingrad und
in Sibirien.
Er war in der Sowjetunion zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden,
weil er in Gefangenenlagern verbotenerweise seelsorgerische Tätigkeit
ausgeübt hatte.
Erst im Oktober 1953 kehrte er zurück. Von der innerdeutschen Grenze musste er in einem Krankenwagen
abgeholt werden. Erst 1955 wurde er
in Münster wieder ordentlicher Professor, diesmal für Theologie und Philosophie, besonders des Mittelalters.
Der Papst erhob ihn 1963 zum Päpstlichen Hausprälat.
Prof. Dr. Dr. Heinrich Kühle starb
nach langem Leiden. Das Totenamt
zelebrierte der Dekan der Münsteraner Theologischen Fakultät, der Alttestamentler Hermann Eising; die
Predigt hielt Kühles Fakultätskollege
– Prof. Dr. Joseph Ratzinger.
S.K.
Baumeister der neuen Stadt Ellwangen
A
Kb Josef Merz im Alter von 85 Jahren verstorben
m 15. Mai 2008 starb Ellwangens Ehrenbürger Kb
Josef Merz (Al) im Alter von
85 Jahren in seiner Heimatstadt. Dort hatte er sich 1956 als Anwalt niedergelassen. Im gleichen Jahr
war er in den Stadtrat gewählt und
zum Stellvertretenden Bürgermeister
bestellt worden. Als Fraktionsvorsitzender der CDU wirkte er von 1963
bis 1989, also mehr als ein Vierteljahrhundert lang. In diese Zeit fällt
die Verwaltungsreform und die kommunale Neuordnung 1972/73. Da der
damalige Bürgermeister erkrankt
war, führte Kb Merz die Verhandlungen mit den vier Nachbargemeinden
und schloss sie erfolgreich ab. Deshalb bezeichnete ihn der Ellwanger
Landtagsabgeordnete Winfried Mack
(CDU) beim Empfang anlässlich des
80. Geburtstags des Jubilars 2003 als
AM 158
den „Baumeister der neuen Stadt Ellwangen”. 1997 hatte Ellwangen Kb
Merz bereits zum Ehrenbürger ernannt. In seine Zeit im Rat fallen
neben der „Zusammensiedlung“ die
Stadtsanierung, der Bau von Autobahn, Schulen und Sportstätten, der
Umbau des Krankenhauses zum
neuen Rathaus und die Partnerschaft
mit der französischen Stadt Langres.
Kb Merz galt als überzeugter KVer
und treuer Alamanne, als der er
einen Ehrenzipfel erhielt. Das war
eine Auszeichnung, die zuvor nur
noch dem ehemaligen Präsidenten
des Bundesverfassungsgerichts, Kb
Dr. Gebhard Müller, zuteil geworden
ist. Der Bundespräsident hatte Kb
Merz das Bundesverdienstkreuz verliehen.
L. G.
KV-AKADEMIE
Von der Reformation
zur Revolution –
Wittenberg
ZUM THEMA:
Die Studienreise führt uns vom Beginn der Neuzeit im 16. Jahrhundert bis zur
Friedlichen Revolution im Herbst 1989. Wir werden bedeutende historische Stätten besuchen wie die Schlosskirche zu Wittenberg und das sächsisch-kurfürstliche Residenzschloss in Torgau. Den Bogen zur Zeitgeschichte schlägt die Elbe in
Torgau, wo sich im April 1945 amerikanische und sowjetische Streitkräfte trafen.
Die alte Handels- und Universitätsstadt Leipzig steht mit ihrer Nikolaikirche für
den Untergang der DDR und den Beginn der Wiedervereinigung. In Vorträgen
und Führungen werden die jeweiligen Epochen und Schauplätze erläutert.
Donnerstag, 02.Oktober 2008
15:00 Uhr
15:30 Uhr
17:30 Uhr
19:30 Uhr
Begrüßung und Programmvorstellung
Sachsen im Zeitalter der Reformation , Einführung
Auf Luthers Spuren , historischer Stadtbummel
Abendessen in Wittenberg
Freitag, 03. Oktober 2008
- Tag der deutschen Einheit -
09:00 Uhr
11:00 Uhr
12:15 Uhr
13:30 Uhr
15:30 Uhr
16:30 Uhr
18:30 Uhr
20:30 Uhr
Abfahrt ins Stadtzentrum:
Die Schlosskirche zu Wittenberg
Abfahrt nach Torgau (Reisebus)
Mittagessen in Torgau
Torgau als Erinnerungsort zweier Diktaturen ,
Besuch im Dokumentations- und Informationszentrum Torgau
Kaffeepause
Von Friedrich dem Weisen bis zu Herrn Käthe ,
historischerRundgang durch die Residenzstadt Torgau
Rückfahrt zum Hotel
Abendessen im Hotel
Samstag, 04. Oktober 2008
09:00 Uhr
10:30 Uhr
12:30 Uhr
14:00 Uhr
16:30 Uhr
18:30 Uhr
20:00 Uhr
Abfahrt nach Leipzig (Reisebus)
Organisation der Unterdrückung: Die Staatssicherheit der
DDR , Führung mit Vortrag im Museum in der Runden Ecke
Mittagessen in Leipzig
Die Stätten der Friedlichen Revolution ,
thematische Stadtführung
zur freien Verfügung
Abendessen in Leipzig
Rückfahrt nach Wittenberg
Sonntag, 05. Juli 2008
09:30 Uhr
10:00 Uhr
10:30 Uhr
12:00 Uhr
13:00 Uhr
Abschlussbesprechung
Abfahrt zur katholischen Kirche in die Mauerstraße 14
Hl. Messe in Sankt Marien/Wittenberg
Mittagessen
Verabschiedung
HINWEISE
Tagungsor t/Unterbringung:
Hotel Grüne Tanne, Am Teich 1,
06896 Wittenberg, www.gruenetanne.de
Veranstalter:
KV-Akademie e.V. - c/o KV-Sekretariat
Postfach 20 01 31, 45757 Marl
Tel.: 02365/5729010, Fax: 02365/5729051
email: [email protected]
Tagungsleiter:
Kb Werner Rellecke M.A., Dresden
Anmeldung:
Interessenten werden gebeten, sich möglichst umgehend
schriftlich über das Anmeldeformular bei der KV-Akademie
anzumelden. E-Mail: [email protected]
Telefon: 0 23 65 / 5 72 90 40
Konto: Pax-Bank Essen
Konto: 2 001 904 011
BLZ: 370 601 93
IBAN DE 57 370 601 932 001 904 011
BIC GENODED1PAX
Anmeldeschluss:
18. August 2008
Tagungsbeitrag:
Alte Herren/Damen/Gäste
Studierende
Einzelzimmerzuschlag
210,00 Euro*
170,00 Euro*
16,00 Euro
*: Reiserücktrittskostenversicherung inklusive.
Eine Preiserhöhung aufgrund zu geringer Teilnehmerzahl ist möglich.
Leistungen:
- Organisation
- Übernachtung mit Frühstück
- Mittagessen und Abendessen
- Programmpunkte wie angegeben
Fahr tkosten:
Werden nur an studierende KVer erstattet:
0,10 Euro/Bahn-km, max. 75,00 Euro/Person.
Bitte benutzen Sie zur Seminaranmeldung das neue KV-Akademie-Anmeldeformular.
Sie erhalten es auf Anfrage im KV-Sekretariat oder unter: www.kartellverband.de.
TAGUNGSPROGRAMM
159 AM
ZUR PERSON
KV - Grass Roots in Braunschweig
vor 60 Jahren Wolfgang Tschirschwitz wurde 85 Jahre alt -
Die Cheruscer aus Braunschweig gratulieren!
lar mit seinen Beiträgen die Geschichte der Cheruscia mit festgehalten hat. Zur Reaktivierung der
Cheruscia nach 1945 hält unser Bb
Wolfgang Tschirschwitz in der Chronik ´50 Jahre Cheruscia´ in seinem
Beitrag „Der Wiederaufbau nach dem
Zweiten Weltkrieg“ die für uns heute
spannenden und bedeutungsvollen
Ereignisse fest:
Wolfgang Tschirschwitz als Präside des Inoffiziums der Nikolauskneipe 1988 anläßlich der
Wiedergründung 40 Jahre zuvor.
Am 4. Dezember 1948, also vor
fast 60 Jahren, feierten 13 Studenten
mit einem Publikationsfest die Wiederbegründung des Katholischen Studentenvereins Cheruscia in Braunschweig. Die bereits 1921 gegründete Cheruscia war wieder da.
Geschichte wird durch Personen
geschrieben. Und da trifft es sich gut,
dass der damalige Gründungssenior
Dipl.-Ing. Architekt Wolfgang Tschirschwitz am 10. August 2008 seinen
85. Geburtstag feiern konnte. Zum
Geburtstag gratulieren die Cheruscer
sehr herzlich und in großer Dankbarkeit für die überaus vielen Jahre aktiven Wirkens für die, ja, lassen wir es
uns so sagen: für seine Cheruscia.
Aus der Katholischen Studentengemeinde (KSG) heraus wurde eine
KV-Gruppe in Braunschweig durch
die Reaktivierung des K.St.V. Cheruscia wieder begründet. Die KSG war
für die katholischen Studenten geistige Heimat geworden. Erste behutsame Kontakte zu der verstreuten
Altherrenschaft wurden geknüpft. Es
mussten nochmals vier Semester
vergehen, um die offizielle Genehmigung beim Senat der Hochschule beantragen zu dürfen, nachdem das
Verbot von Traditionsverbänden aufgehoben worden war.
Die Cheruscia verfügt mittlerweile
über vier Chroniken, die jeweils zum
50., 60., 70. und 80. Stiftungsfest
aufgelegt wurden, in denen der JubiAM 160
„… Braunschweig war die erste Technische Hochschule, die nach dem
Kriege ihren Lehrbetrieb wieder aufnahm. … am 1. November 1945
konnten damals 1200 Studenten beginnen. … Der erste Rektor Gassner
rief in einer bemerkenswerten Rede
am 14.01.1946 die Studenten auf, …
eine akademische Gemeinschaft aufzubauen. Er sagte, und das sei sein
besonderer Wunsch, die Studierenden mögen sich wieder zu Vereinen
und Vereinigungen zusammenschließen. … Auch im Verbindungswesen
erwarte er, dass die Studentenschaft
von sich aus neue und eigene Wege
gehe. …
Aus der KSG heraus entwickelten sich
3 Leitlinien so schon im Wintersemester 1945/46:
1. Religiöse Lebensgestaltung
2. Wissenschaftliche Lebensgestaltung und
3. Gesellschaftliche Lebensgestaltung.
… Diese Grundgedanken wurden …
am Ende des WS 1945/46 in einer
´Satzung der KSG-Braunschweig´
zusammengestellt, …Die KSG … hatte
1948 etwa 80 Mitglieder. … die Frage
einer festen Gruppenbildung innerhalb der KSG trat immer mehr in den
Vordergrund. Dazu boten sich die
alten traditionsreichen Verbände wie
KV, CV und UV an. So kam es, dass
im SS 1948 zum ersten Male der Gedanke auftauchte, die CHERUSCIA
wieder zu gründen. Am 15. Juni 1948
fand eine erste Versammlung statt…
Protokollbuch … 1. B.C. der KV-
Gruppe der KSG ´Albertus Magnus´
… 13 Mitglieder, eine verheißungsvolle Zahl. … Zum ersten Vorstand
wurden gewählt: als Senior W.
Tschirschwitz, als Consenior W. Wilbers, als Schriftführer W. Kiwit. … Am
4. Dezember 1948 fand dort (Ergänzung des Verfassers in einem von
drei von der KSG notdürftig wiederhergestellten Kellerräumen in der
Nähe der TU, vom Rektor zur Verfügung gestellt) das Publikationsfest
der CHERUSCIA statt. 27 Jahre nach
der Gründung wurde … die CHERUSCIA wieder ins Leben gerufen. Drei
Füchse wurden rezipiert. Die Mitgliederliste … weist 10 Burschen, vier
Inaktive e.l., zwei Inaktive i.l. und
sechs Füchse aus, also insgesamt 22 Mitglieder. … Auf dem Publikationsfest trafen auch zum ersten
Mal die AHAH mit dem neu gegründeten Aktiven-Verein wieder zusammen. … Ende 1950 weist die Liste der
Aktivitas bereits 39 Mitglieder aus. …
Die ersten fünf Jahre nach dem
Kriege sind ein wichtiger Abschnitt
unserer Vereinsgeschichte. Sie haben
sicherlich noch ihre Auswirkung bis in
das Jahr 1971, wenn die heutige Aktivitas bereit ist, Tradition und Gegenwart lebendig miteinander zu
verbinden. Die Form kann sich wandeln, der Geist bleibt derselbe.“
Die letzten drei Sätze in dem Beitrag von 1971 lassen sich im Sinne
des Jubilars Wolfgang Tschirschwitz
von der einen auf die nachfolgende
Studentengeneration immer wieder
fortentwickeln. Ausdrucksformen sind
ständig Änderungen unterworfen, die
Geisteshaltung, basierend auf den
drei Prinzipien religio, scientia und
amicitia, trägt uns als ein Continuum
durch Jahrzehnte hindurch.
Von den ersten besonderen fünf
Aufbaujahren ausgehend, prägte
unser
Bundesbruder
Wolfgang
Tschirschwitz die folgenden 25 Jahre
der Cheruscia nachhaltig. Innerhalb
einer Dekade stieg die Zahl der Aktiven und Inaktiven auf über 70. Gut
zehn Jahre nach der Wiedergründung
konnte 1959 die Tochterverbindung
Hercynia gegründet werden.
ZUR PERSON
Jahre bereits von 1961 bis 1991 war
Bb Wolfgang Tschirschwitz Vorsitzender des Cheruscia–Heimvereins, der
am 13. Juni 1961 unter seiner vorausschauenden Mitwirkung gegründet wurde und seit 1965 in
Betriebsträgerschaft das eigene
Präsidium des Inoffiziums anlässlich der 40-jährigen Wiedergründung, von links: Stefan Rolf,
Wolfgang Tschirschwitz, Willy
Wilbers
Als AHV–Vorsitzender führte er
seine Cheruscia über zehn Jahre von
1967 bis 1978 auch durch stürmische
Zeiten, dann nochmals als 2. Vorsitzender zwölf Jahre von 1978 bis
1990, insgesamt also 23 Jahre Verantwortung im Vorstand des AHV
Cherusciae. Fast parallel über 30
von Kb und Bb Wolfgang Tschirschwitz für die Cheruscia und damit auch
für den KV zu würdigen, so bleiben es
nur ein paar Worte, die jedoch aus
vollem Herzen aus der Mitte der Cheruscia heraus kommen.
Der Katholische Studentenverein
Cheruscia im KV zu Braunschweig
gratuliert dem Kartell- und Bundesbruder Wolfgang Tschirschwitz und
seiner lieben Frau Traute herzlich und
wünscht weiterhin Gottes Segen. –
Danke für all das, was Ihr uns gegeben habt.
Haus unterhält, wodurch bis heute
eine wesentliche Grundlage für viele
Studentengenerationen gelegt worden ist. Auch hier legte er wichtige
Wurzeln – grass roots, damit die Cheruscia weiter wachsen und gedeihen
möge. Wenn wir hier mit wenigen
Worten versucht haben, das Wirken
Wolfgang Lordieck (Cher) und
Josef Pongratz (Cher)
linghausen, ehe er in Beckum, wo damals das Sekretariat in einer alten
Villa untergebracht war, in den Dienst
des Verbands trat. Stets bemüht, die
bürokratischen Abläufe in der Geschäftsstelle zu verbessern, sorgte er
bald für eine völlige Umstellung auf
EDV und fand eine bessere Unterkunft in Beckum, die nach den Bedürfnissen des Verbands eingerichtet
werden konnte. Auf ihn ging schließlich der Umzug nach Marl zurück, wo
der KV eine Bleibe auf dem Hof Feuler fand, eine gemeinnützige Einrichtung für therapeutisches Reiten. Um
Synergieeffekte zu nutzen, übernahm
das Sekretariat auf Herrn Laus Vorschlag hin dort gegen Erstattung der
Kosten Dienstleistungen für den Hof
und andere Institutionen.
Erich G. Lau war ein Mensch, der
Neuerungen gegenüber immer aufgeschlossen blieb. Die moderne Technik wusste er zu nutzen und zugunsten des Verbands einzusetzen.
Als in den 80/90-er Jahren, der KV
begann, sein äußeres Erscheinungsbild zu verbessern, trat er mit anregenden Ideen hervor. Für eine
„Modernisierung“ setzte er sich entschieden ein und wusste zu überzeugen. Für den KV hielt er keinen Weg
für zu weit und zu schwierig. Seine
Präsenz bei KV-Veranstaltungen galt
als selbstverständlich. Viele tausend
Kilometer legte er jährlich für den KV
zurück und knüpfte enge Bande zwischen dem Verband, seinen Gliede-
rungen und
den Mitgliedern. Über
seine Loyalität brauchte
sich niemand
zu beklagen.
Er arbeitete
der
Verbandsspitze
zu, machte
aber nie einen Hehl daraus, wenn
er Entscheidungen für problematisch
hielt. Er wog sein Urteil ab und hütete
sich vor emotionalen Ausbrüchen.
Auf seinen Rat konnte man sich verlassen. Er galt zu Recht als eine der
tragenden Säulen des Verbands.
Eine tragende Säule des Verbands
N
Erich G. Lau gestorben
ach schwerer Krankheit ist
der langjährige KV-Geschäftsführer Erich Gerhard
Lau am 22. Juni 2008 gestorben. Am 1. November 1978 übernahm er die Leitung des KVSekretariats, das nach dem Zweiten
Weltkrieg stets von einem Kartellbruder nebenberuflich geführt worden
war, als Nicht-KVer hauptamtlich. Er
wurde mit der ausdrücklichen Absicht
eingestellt, die Leistungsfähigkeit der
Geschäftsstelle zu verbessern. Der
KV-Rat, der sich unter Kb Wolfgang
Kamper (Rh-D, Rh-I) zu dieser strukturellen Veränderung, die nicht unumstritten blieb, entschloss, wurde
nicht enttäuscht: Herr Lau erwies
sich als tatkräftiger und ideenreicher
Organisator, der die Arbeit des KVSekretariats schnell verbesserte. Eine
der ersten Maßnahmen war die Einziehung des KV-Beitrags durch das
Sekretariat und nicht mehr durch den
Postzustelldienst. Damit war zugleich
eine Sanierung des KV-Haushalts
verbunden.
Erich G. Lau stammte aus Recklinghausen, wo er am 14. Juni 1951
geboren worden war. Er besuchte die
Handelsschule und eine Wirtschaftsfachschule, die er mit dem Titel eines
staatlich geprüften Betriebswirts abschloss. Danach war er einige Jahre
als Versicherungskaufmann und bei
verschiedenen Firmen tätig. Zuletzt
arbeitete er beim Arbeitsamt in Reck-
Trotz der Sorge um seinen schwer
behinderten Sohn blieb er ein fröhlicher Mensch. Mit seinem Lachen
konnte er andere Menschen anstecken und mitreißen. Wo er im KV auftrat, wurde seine Kompetenz bewundert. Im KV-Etat kannte er sich
ebenso aus wie im Beziehungsgeflecht der KVer untereinander.
Der KV trauert mit seiner Familie
um einen bemerkenswerten Menschen. Er möge im Frieden Gottes
ruhen.
Wolfgang Löhr
161 AM
ZUR PERSON
Ein guter Mensch und ein priesterlicher
Freund
P. Norbert Reus SAC (Bv, E d Moe-Stg, E d Arm, E d Al) ist gestorben
Am 03. Mai 2008
verstarb
unerwartet unser Kb
P. Norbert Reus
SAC. Er wurde 79
Jahre alt, war 58
Jahre Pallottiner,
55 Jahre Priester
und von 1968 bis
1998 Verbandsseelsorger im KV.
Dazu schreibt der
Provinzial der Pallottiner P. HansPeter Becker:
„P. Reus war gerne als Lehrer tätig,
aber er war gleichzeitig immer auch
von Herzen Seelsorger. So war er in
der Nachfolge unseres Mitbruders P.
DDDr. Gustav Vogel SAC seit April
1968 Seelsorger im Kartellverband
katholischer deutscher Studentenvereine (KV) und Beauftragter für religiöse Bildung. Dem KV war er immer
sehr verbunden, dort hatte er neben
der pallottinischen Gemeinschaft und
seiner Familie wirklich eine Heimat
gefunden, die ihm sehr viel gab.“
1986 wurde ich als weiterer Verbandsseelsorger berufen und konnte
bis 1998 mit P. Norbert die Fragen
zum Glauben und Kirchsein in unserem Verband einbringen. Und ich
muss sagen, diese Partnerschaft mit
P. Norbert war auch für mich eine
schöne und wertvolle Zeit. Bei allen
hitzigen Debatten um Katholischsein
oder um die immer wieder geforderte
Zulassung von Frauen in unseren
Verband blieb Norbert ruhig, aber bestimmt. Seine Argumente waren klar
und überzeugend, und er war zugleich immer liebenswürdig und brüderlich. Ich habe oft gestaunt, wie
viele Termine Norbert angenommen
hat und mit welcher Begeisterung er
von den vielen Begegnungen er berichten konnte. Die Rom-Seminare
sind dabei für uns jeweils besondere
Höhepunkte gewesen.
So sind wir gute Freunde gewor-
den und haben diesen Kontakt über
unsere offizielle Tätigkeit hinaus auch
weiter gepflegt. Nun kann man sagen: Mit unserem Norbert ist ein
guter Mensch und treuer Freund von
uns gegangen, ja, er ist vielen ein
guter Wegbegleiter zu Christus gewesen.
Deshalb gilt nun, was der Heilige Hieronymus geschrieben hat:
„Nicht wollen wir trauern, dass
wir ihn verloren haben,
sondern wir wollen dankbar sein
dafür,
dass wir ihn gehabt haben, ja,
noch besitzen,
denn alles lebt für Gott,
und was auch immer heimkehrt
zum Herrn,
wird noch zur Familie gerechnet.“
Prälat Siegfried Schindele
(Ott, Lu. Ru-Ke, AR)
AUS DEM KV
Der Vorsitzende des KV-Rats, Kb Karl Kautzsch, hat seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI., unserem Kartellbruder, zu seinem
Geburtstag gratuliert. In einem Antwortschreiben vom 21. Mai
2008 erteilt der Papst den KVern seinen apostolischen Segen.
Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI schließt Sie und Ihre persönlichen Anliegen gerne in
sein Gebet ein und erteilt Ihnen und allen Mitgliedern des Kartellverbands Katholischer Deutscher
Studentenvereine von Herzen den Apostolischen Segen.
AM 162
IN MEMORIAM:
E
ZUR PERSON
Prof. Dr. Dr. hc. Ernst-Bernd Blümle (Car-F, Frk, Gm-Ho)
ine große Trauergemeinde,
darunter Bundesbrüder und
Korporierte anderer Verbindungen, hatte sich Anfang
April in der Franziskanerkirche zu Fribourg in der Schweiz eingefunden,
um von Ernst-Bernd Blümle Abschied
zu nehmen, der im Alter von 75 Jahren in Frieden entschlafen durfte.
Ernst-Bernd Blümle, von seinen
Freunden Ebe genannt, wurde am 6.
August 1932 in Achern/Baden als
Sohn eines Gymnasiallehrers geboren. Sein Vater machte die ersten
pädagogischen Erfahrungen an der
Schlossschule Salem am Bodensee,
zu dem Ebe zeit seines Lebens eine
besondere Liebe empfand. Der Vater
wurde nach Karlsruhe versetzt, wo
Ebe auch eingeschult wurde. Als der
Vater während des Zweiten Weltkrieges an den Lehrerbildungsanstalten
in Straßburg und Colmar tätig war,
zog die Mutter mit den Söhnen nach
Sasbach. Hier verbrachte Ebe seine
Jugend. Als Oberministrant offenbarte er schon zu jener Zeit sein
hervorragendes Organisations- und
Führungstalent. Nach der Mittleren
Reife am humanistischen Zweig
des Gymnasiums der Heimatschule
wechselte er an die Wirtschaftsoberschule in Freiburg/Breisgau, wo er
1952 das Abitur ablegte. Hier studierte er die ersten zwei Semester
Volkswirtschaftslehre und wurde bei
Germania-Hohentwiel aktiv, wechselte aber dann nach Frankfurt zum
Studium der Betriebswirtschaftslehre
und trat in die Frankonia-Straßburg
zu Frankfurt ein. Schon mit seiner Diplomarbeit wandte er sich dem
Genossenschaftswesen zu, und entsprechend folgte in Frankfurt eine
praktische Tätigkeit als Diplomvolkswirt. Von einem verwandten Unternehmer auf die Notwendigkeit
sprachlicher Qualifikationen hingewiesen, bot sich gerade die Universität Fribourg an, dies um so mehr, da
die Reaktivierung der Germania-Helvetia als Carolingia bevorstand. So
traf Ebe die für sein späteres Leben
zentrale Entscheidung, hier zu promovieren. Dank der in Fribourg erworbenen Sprachkenntnisse wurde er
am Insead in Fontainebleau/Frankreich für ein Jahr als Unterrichtender
eingestellt und erhielt von dort aus
ein Stipendium an der Harvard Business School, auch für ein Jahr. Wei-
tere wichtige Stationen seiner beruf- semester
lichen Tätigkeit waren seine Berufung 1956/1957
zum Rektor des Genossenschaftli- zu erwähnen
chen Seminars in Muttenz/ Schweiz und zu wür(1963),
Habilitation
(1967), ausserordentliche Professur (1968)
sowie die Ernennung
zum Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an
der Universität Fribourg
(1970).
Bei seiner Forschung
stand zuerst die Handelsbetriebslehre
im
Vordergrund.
Später
wandte er sich verstärkt
auch dem Genossenschaftswesen und zuletzt Vereinen, Verbänden, Stiftungen und weiteren Nonprofit-Organisationen zu. Im VerDie Altstadt von Fribourg
gleich zu Massenuniversitäten ließ sich an
der Universität Fribourg
digen, ist unmöglich. In einer multinoch Forschungsarbeit leisten, was kulturellen Verbindung wie der unseeiner der Gründe gewesen sein mag, ren mit Aktiven aus der Schweiz,
dass Ebe Rufe an die Universitäten Südtirol, Österreich, Ungarn, DeutHamburg und Linz ablehnte. In Aner- schland, Vietnam und Indonesien war
kennung seines wissenschaftlichen es Ebe mit seinem ausgeglichenen
Werkes verlieh ihm die Johannes- Wesen und seinem Sensorium für anKepler-Universität Linz 1990 die Eh- dere Kulturen und Lebenserfahrunrendoktorwürde.
gen gelungen, ein Klima zu schaffen,
in dem sich alle respektiert und anerWichtig waren Ebe stets die Be- kannt fühlten. Ebe besaß, was die
ziehungen zu seinen Assistenten, alten Römer „fides“ nannten, in
Doktoranden und Habilitanden, mit hohem Maße: Glaubwürdigkeit, Zudenen er freundschaftlich verbunden verlässigkeit und Treue, dazu kam
war und blieb. Für seine Studenten seine Bescheidenheit. Sein Gehatte er stets ein persönliches Wort. sprächspartner war ihm wichtig, nicht
Er sah eine wesentliche Aufgabe er. Wo er helfen konnte, tat er es mit
darin, junge Menschen in ihrer Ent- Engagement. Er gehörte zu den Bunwicklung zu fördern und ihnen Orien- desbrüdern, auf die man sich verlastierungshilfe zu geben. Bei denjeni- sen konnte und die immer für den
gen allerdings, die ihn mit Schwatzen Rat- und Hilfesuchenden da waren.
bei der Vorlesung störten, zeigte er
Nulltoleranz: Sie hatten den Raum zu
Mit Ebe verliert unsere Verbindung
verlassen. Was ihm in den letzten ihren „pater familias“, er hinterlässt
Jahren besonders am Herzen lag, war eine schmerzliche Lücke. Bei all unals Bevollmächtigter Botschafter der serer Trauer sind wir dankbar, mit
Universität Fribourg die frühere uni- ihm einen Teil unseres Lebensweges
versitäre Verbindung zum Baltikum gegangen zu sein. Unser Dank und
zu erneuern. Für seine Verdienste als Mitgefühl gilt seinen beiden Töchtern,
Brückenbauer wurde ihm deshalb der vor allem jedoch seiner lieben Frau
„Swiss Baltic Net Prize 2006“ verlie- Elisabeth, die ihn umhegt und umhen.
sorgt und ihm in mancher dunklen
Stunde Mut zugesprochen hat.
Alle Verdienste Ebes als Philister- Requiescat in pace.
senior und Ehrenphilister seit der Reaktivierung der Carolingia im Winter- Dr. phil. Gert Heckner (Car-F)
E
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163 AM
FORUM
Jesus und Maria Magdalena
(nach dem Roman ‚Sakrileg’ von Dan Brown)
Vorbemerkung: Auf dem Markt von „money & more” ist die Thematik Jesus und
Maria Magdalena gerade „in”. Sicher ist es gut, sich auf das Gebiet der Spekulation zu wagen und Fragen zu stellen: „Was wäre, wenn ....?” Solches - vor
allem vorurteilslose - Fragen kann zu neuen Einsichten führen, jedoch darf auch
im nachfolgenden Beitrag die Tatsache des Hypothetischen und damit Fragwürdigen nicht übersehen werden.
H.-J. Leciejewski
Im Roman ‚Sakrileg’ von Dan Brown wird Maria Magdalena als Liebespartnerin von Jesus dargestellt. Dazu ist von vornherein zu bemerken,
dass diese These a) nur einen marginalen Aspekt des Gesamtromans
betrifft und b) lediglich von einer literarisch fixierten Gruppe innerhalb
des Romans vertreten wird, nämlich vor allem von der Oppositionspartei gegenüber dem Protagonisten Langdon. Der Roman ist zudem von
seiner literarischen Gattung her zunächst eine Verbindung von Kriminalroman (= Aufdeckung eines Mordes) und Schlüsselroman (daher im englischen Original der treffendere Titel „The da Vinci Code“, ‚Code’
= Schlüssel zur Übertragung verschlüsselter Texte). Leider wurde dieser englische Originaltitel in der
deutschen Übertragung in den reißerischen und daher verkaufsversprechenderen Titel ‚Sakrileg’ umgeändert – ganz gegen die Intention von Browns literarischer Intention und gegen die inhaltliche und strukturelle Ausrichtung des Romans.
D
ie Maria-Magdalena-These
bildet darin zwar eine breitere
Hintergrundschicht
des Textes, impliziert aber
keine Hauptbotschaft des Buches. Sie
gehört zu jener durchgehenden Romanebene, die - ganz im Zuge der
Postmoderne - gewichtige Sachinformation in das Geschehen integriert,
teils verschlüsselt, teils virtuell, teils
aber auch realistisch analog. In diesem Netz von gegenseitig aufeinander abgestimmten Textinformationen
und in ihrer adäquaten Zuordnung
zur Haupthandlung durch den intelligenten Leser besteht gerade der literarische Reiz des Werkes. Von seiner
Anlage her jedoch bleibt der Roman
immer noch ein Produkt der Fiktion.
Er darf daher nicht aus der Sicht
theologischer Wissenschaft, ja, nicht
einmal aus der einer rein religiösen
Beurteilung gelesen werden.
Auch ist die Maria-MagdalenaThese nicht originär dem Autor Dan
Brown zu eigen. Sie findet sich bereits lange vorher, nämlich schon im
18./19. Jahrhundert, als eine damals
häretische Lehre einer kleinen Sekte
in Südfrankreich, vorangetrieben im
19. Jahrhundert durch die Schrift
eines katholischen Geistlichen dort.
Danach soll Maria Magdalena nach
Jesu Tod mit einer mehrköpfigen Begleitung nach Spanien und von dort
AM 164
nach Südfrankreich geflohen sein.
Hier habe sie den Sohn von Jesus geboren. Dieser war dann – nach dem
Glauben jener Sekte – der Urvater
einer geheimen und später sich weiter ausbreitenden ritterlichen Christengruppe bis hin zu den Merowingern und deren Nachfahren. Jene
Nachfahren bilden nach dem Roman
entale auch mit erhöhter sexueller
Leidenschaft begabt. Nur kurz über
dreißig Jahre alt, also im besten Mannesalter. Und dann ohne Umgang mit
einer Frau? Ist es da für unser Verständnis moralisch lauterer, wenn er
masturbiert hätte oder homosexuell
gewesen wäre? Das Natürlichste und
von Gott so Gegebene ist doch die
gerade auch im Judentum angemahnte Verbindung des Mannes mit
Um zum entscheidenden
einer
Frau. Und warum sollte aus diePunkt zu kommen, an dem
ser Verbindung nicht ein Sohn entwohl die meisten gut gläustanden sein? Was wäre daran so
bigen Christen scharfen An- verwerflich, wie es sich offenbar im
entrüsteten Aufschrei besonders funstoß nehmen werden –
damentalistisch verklemmter ChrisJesus zusammen mit einer
ten artikuliert? Das Gegenteil müsste
Frau, erotisch! Dagegen die eigentlich erwartet werden: Jesus ist
vorurteilslose Frage: Was
zu loben aufgrund einer von der göttlichen Schöpfung so eingerichteten
würde es dem Charakter
Verbindung mit einer Frau. Auch dass
des historischen Menschen
er nicht der Promiskuität verfallen
Jesus schaden, wenn er
war, sondern offenbar eine treue Zueine Geliebte gehabt hätte? neigung zu nur einer Frau gepflegt
hat, eben zu der neutestamentliches
von Dan Brown heute noch einen für ihn einzig belegten Maria Magdastreng geheimen esoterischen Bund. lena, ist in diesem Zusammenhang
Er war eine charismatische, faszinie- bedeutsam.
rende Persönlichkeit von großer geis- Diese Frau wird nicht eine wie jede
tiger und physischer Kraft (von letz- andere gewesen sein, sondern als
terer zeugen seine Wander-Strapa- Gefährtin Jesu eine herausragende
zen und sein gesamtes neutestament- Persönlichkeit. In allen vier Evangeliches Erscheinungsbild). Ist es da lien ist sie bei der Kreuzigung dabei,
vorstellbar, dass er ganz ohne eine und in allen ist sie es, der Jesus am
Frau gelebt haben soll? Dazu als Ori- dritten Tag nach seinem Tod als der
FORUM
schung. Weiteres zu dieser derzeit so
viel diskutierten Gefährtin Jesu im
Ökumenischen Heiligenlexikon unter
‚Maria Magdalena (Marlene)’.
Die theologisch-kirchliche
Position zu dieser Frage
wird sich auf die folgende
Gegenargumentation zurückziehen: Gott ist der
Einzige.
Maria Magdalena als Thema der
Zeitschrift „Welt der Bibel”,
Heft 48 (2/2008)
ersten erscheint und der er die Botschaft an seine Jünger aufträgt (Joh.
20, 11-18).
Aufschlußreich auch, dass sie nie, wie
sonst üblich in der ganzen Bibel, über
den Namen eines Mannes identifiziert
wird (Maria, die Frau, die Tochter
des...), sondern immer als „die Frau
aus Magdala“, was für eine unverheiratete, eigenständige Frau spricht.
Ob sie identisch mit der Sünderin ist,
die nach Lk 7,36-50 im Haus von
Simon dem Pharisäer Jesus die Füße
salbt, oder auch mit jener Maria von
Bethanien, der Schwester des Lazarus und der Martha, ist umstritten
und wird von der katholischen Kirche
(1969) offiziell abgewiesen. Auch von
der Mehrheit der heutigen Bibelfor-
Er bedarf daher keiner Sexualität zur
Fortpflanzung, wie sie für die Fortpflanzung irdischer Lebewesen notwendig ist. Als Gottes Sohn wird
Jesus im traditionellen christlichen
Glaubensverständnis ebenfalls als
Gott angesehen. Folglich muss auch
er asexuell sein und darf daher keine
Gattin oder Geliebte haben.
Dagegen: Auf Erden war Jesus zuerst einmal nur Mensch. Konstitutiv
für menschliches Wesen ist nach dem
Geist der Körper. Beide Essentiale bilden eine Einheit. Zum menschlichen
Körper gehört aber Sexualität und,
sofern sie vom Geist gesteuert wird,
der beide verbindende Eros. So ist es
offenbar von der göttlichen Schöpfung her gewollt und angelegt. Schon
deswegen ist eine erotische Neigung
Jesu zu Maria Magdalena nicht zu
verurteilen, sondern vielmehr gutzuheißen.
Der Zeugungsakt als solcher ist
auch nach christlicher Lehre nicht nur
ein von der Natur, das heißt von Gott
her so gewolltes menschliches Tun,
sondern darüber hinaus sogar
für Jesus Christus als dem Akt-Ergebnis einer ‚Zeugung’, obschon
einer nicht sexuellen, auch ausdrücklich dogmatisiert. Heißt es doch im
Apostolischen Glaubensbekenntnis
der christlichen Kirchen: „.. und an
Jesus Christus, seinen eingeborenen
(!) Sohn, g e z e u g t, nicht geschaffen.“
Die schroffe Ablehnung des Liebesverhältnisses Jesu zu Maria Magdalena im Raum der christlichen
Kirchen dürfte in der neueren Zeit
wohl auch zurückgehen auf jene
Richtung prüder Moralauffassung des
standesbürgerlichen, wilhelminischviktorianischen Gesellschafts-Codes,
wonach jedwede Sexualität als ein
Tabu, ja als ein notwendiges Übel
diskreditiert war. Diese Auffassung
spukt in bestimmten, keineswegs nur
konservativen Kreisen bis heute
nach. Haben wir den Mut, in Jesus
den v o l l e n Menschen zu sehen,
und das heißt: den großen, auch erotisch Liebenden.
Prof. Dr. Ferdinand Urbanek Ph.D.
(Arm)
Es ist sehr zu begrüßen, dass sich
die AM jetzt auch dem sensiblen
Thema „Kunst und Kirche” zuwenden. So sind jedenfalls die Interviews
zu verstehen, die Kb Michael Kotulla
mit gleich so namhaften Experten geführt hat wie mit der Kölner Dombaumeisterin Frau Prof. Barbara
Schock-Werner (AM 01/2008) und
mit Herrn Prof. Thomas Sternberg
(AM 02/2008). In diese Reihe hätte
auch Prof. Ewald Mataré gehört, der
nicht nur der vielleicht bekannteste
deutsche religiöse bildende Künstler
des 20. Jahrhunderts gewesen ist,
sondern auch KVer und zwar von
1963 bis zu seinem Tod 1965 als Ehrenmitglied des KStV Suevia zu Koln.
Wie es 2003 im Klever Katalog zur
Ausstellung „Ewald Mataré - Das Bild
des Menschen” heißt, wurden seine
„Arbeiten für die katholische Kirche in
der Nachkriegszeit in ihrer Verbindung von Modernität und neu empfundener Religiosität geradezu als
sensationell erfahren und weckten
die Hoffnung auf eine neue Zukunft
kirchlicher Kunst”.
Zwar lässt sich mit Mataré kein
Interview mehr führen, aber es bietet sich jetzt noch einmal der Anlass,
auf die AM 06/2005 hinzuweisen, in
Quelle: wikipedia
Leserbrief zumThema „Kunst und Kirche”
(Interviews in den AM 120-1, Jan./Febr. und 120-2, März 2008)
Ewald Mataré: Engel am
Bischofswohnhaus in Essen
165 AM
KV-AKADEMIE
Rhetorik-Training
– Marl
ZUM THEMA:
Die gekonnte Selbstdarstellung gehört zum Wichtigsten im beruflichen und privaten Alltag. Nur Übungsmöglichkeiten werden zu selten geboten. Dieses Training wendet sich an Studierende sowie Akademikerinnen und
Akademiker und gibt auf unterhaltsame Weise Impulse, um das eigene Vortragsverhalten zu verbessern. Du erprobst und erweiterst das Potenzial Deines
persönlichen Auftritts. Dabei gibt es viel zu entdecken: Stimme, Gestik, Mimik
und Proxemik! Auf PowerPoint und Videokamera verzichten wir dabei. Du
lernst, Deine Vorträge besser vorzubereiten und Deine Auftritte als Selbstmarketing zu nutzen. Wenn Du viel einbringst, kannst Du auch auch viel mitnehmen
– so wirst Du an der Hochschule, bei Bewerbungsgesprächen und privat erfolgreicher kommunizieren. Konstruktive Teilnehmer- und Trainer-Rückmeldungen
fördern Deinen langfristigen Trainings-Erfolg.
Freitag, 10. Oktober 2008
Bis 17.00 Uhr
17.00 Uhr
17.30 - 19.00 Uhr
19.00 - 20.00 Uhr
anschließend
Anreise
Organisatorisches, Zielsetzung
Kennenlernen und Erwartungsklärung im teamdynamischenTM Kreis nach
Prof. Dr. Armin Poggendorf
Praktische Übungen:
Struktur, Stimme, Körpersprache
Abendessen
Samstag, 11. Oktober 2008
08.00 - 08.30 Uhr
09.00 Uhr
11.30 Uhr
13:00 Uhr
14.00 Uhr
17.30 - 18.00 Uhr
18.30 Uhr
anschließend
Frühstück
Pentimento-Muster nach Michael Grinder
Nutzung von NLP-Raumankern
Mittagspause
Ritter- und Zeitlupenmethode nach Matthias Pöhm
Lampenfieber vermeiden und Gruppenkontakt
herstellen
Bühnen-Training
Auswertung
Hl. Messe in der Herz-Jesu Kirche in Marl
Abendessen
HINWEISE
Tagungsor t/Unterbringung:
Landhaus Scherrer,
Bockholter Str. 385, 45659 Recklinghausen,
Tel.: 02361/10330,
Veranstalter:
KV-Akademie e.V. - c/o KV-Sekretariat
Postfach 20 01 31, 45757 Marl
Tel.: 02365/5729010, Fax: 02365/5729051
email: [email protected]
Tagungsleiter:
Dipl.-Päd. Michael Kramer, M.A. Personalentwicklung
Anmeldung:
Interessenten werden gebeten, sich möglichst umgehend
schriftlich über das Anmeldeformular bei der KV-Akademie
anzumelden. E-Mail: [email protected]
Telefon: 0 23 65 / 5 72 90 40
Konto: Pax-Bank Essen
Konto: 2 001 904 011
BLZ: 370 601 93
IBAN DE 57 370 601 932 001 904 011
BIC GENODED1PAX
Sonntag, 12. Oktober 2008
08.00 - 08.30 Uhr
09.00 Uhr
13.00 Uhr
Frühstück
Fortsetzung nach Teilnehmerwunsch
Ende mit Beginn des Mittagessens
Anmeldeschluss:
01. September 2008
Tagungsbeitrag:
Alte Herren/Gäste
Studierende
160,00 Euro*
80,00 Euro**
*: Eine Reiserücktrittskostenversicherung (RRV) ist im Reisepreis enthalten.
**: Eine Reiserücktrittskostenversicherung (RRV)kann optional gebucht werden.
Inhalte
Eisbrecher und Herzöffner wie man Zuhörer gewinnt
Präsentieren verlernen, Überzeugungen erlernen
Karrierekiller Bescheidenheit
Anfang und Schluss meistern
AM 166
Leistungen:
- Organisation
- Beiträge
- Unterbringung
- Mahlzeiten
Fahr tkosten:
Werden nur an studierende KVer erstattet:
0,10 Euro/Bahn-km, max. 40,00 Euro/Person.
Bitte benutzen Sie zur Seminaranmeldung das neue KV-Akademie-Anmeldeformular.
Sie erhalten es auf Anfrage im KV-Sekretariat oder unter: www.kartellverband.de.
TAGUNGSPROGRAMM
FORUM
denen er auf S. 18-21 als Künstler
und Kartellbruder vorgestellt wurde.
In den beiden bisherigen Beiträgen
dieses Jahres sind jeweils kunstkritische Äußerungen des Kölner Kardinals Joachim Meisner angesprochen.
Auch zwischen Mataré und dem damaligen Kardinal Kb Joseph Frings
war das Verhältnis nicht ohne Span-
AM
nungen. So durfte der für die Kirche
St. Elisabeth in Köln-Hohenlind geschaffene „Triumphierende Christus”
nicht aufgehängt werden. Heute ist
St. Rochus in Düsseldorf-Pempelfort
stolzer Besitzer dieser Figur. Frings
soll aber bei einer dortigen Visitation
seine frühere Ablehnung bereut
haben. Hohenlind hat seit kurzem
aber wenigstens eine Kopie des Triumphierenden Christus. - Für das
schwierige
Verhältnis
zwischen
Kunst/Künstler und Kirche gibt es
aber erheblich bekanntere Beispiele
in der ganzen Kulturgeschichte.
Siegfried Scharbert (Sv)
08
MÄRZ 20
Zum Leserbrief von Kb Luis Huber zu
Prof. Dr. Sternberg (AM 120-2, März 2008)
AKADEMISCHER
MONATSBLÄTTE
Kartellverbandes Zeitschrift des
Studenten
katholischer deutscher
• Nr. 2
120. Jahrgang
vereine KV •
Wer war da wohl „auf dem Holzweg”?
Was weiß Huber selbst von dem, worüber er sich erregt?
Seite 36
TITELTHEMA
DAS INTERVIEW
Kunstraub
Seite
AUS DEM KV
Seite 40
47
Kb Huber greift Prof. Sternberg vehement an, weil dieser sich erlaubt
habe, sich kritisch zu Kardinal Meisner zu der Art zu äußern, „wie er zum
Beispiel mit den Katholiken umgeht,
die sich bei ´Donum Vitae` für den
Lebensschutz engagieren“. Dabei
greift er selbst zu der diskriminierenden Wortverdrehung mit „den Donum
Vitae – Katholiken“, welche wie „ihr
(?) ZdK“ und Sternberg auf dem
„Holzweg“ seien.
Zur Glosse von Kb Klemens Weilandt
(AM 120-4, Mai 2008)
Die regelmäßige Sprachglosse von
Kb Klemens Weilandt wird immer
wieder - und dann meist negativ - in
Leserbriefen kommentiert, so auch
im neuen Mai-Heft 2008 der AM.
Ich begrüße diese Reihe, weil ich
feststellen muß, daß vor allem in der
jüngeren Generation nicht nur die Fähigkeit zu präzisem Ausdruck schwindet, sondern auch der Wortschatz
immer kleiner wird. Immer öfter
drückt man sich mit „Allerwelts-Worten” aus, die eine Fülle von Ausdrucksmöglichkeiten abdecken, die
man nicht genau bezeichnen will oder
kann: „Cool” etwa kann gelassen,
beherrscht, kühl, gleichgültig, kaltblütig, lässig, ruhig, imponierend
ausdrücken, um nur einige Bedeutungen zu nennen. Ich meine, man
sollte diese Sprachverarmung und
überhaupt Sprachsünden immer wieder aufspießen, und das auch in den
Akademischen Monatsblättern in
einer Sprach-Glosse! Die Glosse “Abgehangen” ist in ihrem Vorwurf berechtigt, aber zu lang und weitschweifig formuliert. Vor allem fehlt
die „Auf-Lösung” des erwähnten
Sprachproblems: Es geht um die
Konjugation eines Verbums, das sowohl transitiv (also mit AkkusativObjekt) als auch intransitiv benutzt
wird, sich aber für beide Formen im
Infinitiv nicht unterscheidet. Also: Infinitiv „hängen”. Transitive Beugung:
ich hänge etwas an die Wand, ich
AM
MAI 2008
Unsinn
Der BAMArche
Kunst und Ki
Abtreibung rechtswidrig ist. Kardinal Meisner ließ durch seinen
Pressechef in seiner Kirchenzei1. Donum Vitae ist eine von katholitung (Nr.38/07 S.5), unwahr beschen Christen gegründete freie
haupten, diese Gesetzgebung
Vereinigung für Schwangerführe „Jahr für Jahr in Deutschschaftsberatungen im Einklang
land zur hunderttausendfachen …
mit dem rechtsstaatlichen Gesetz,
Tötung von Kindern“. Das war
und zwar mit dem ausdrücklichen
üble, einer wahren Kirchenzeitung
Ziel für, nicht gegen das werdende
nicht würdige Rabulistik!
Leben zu werben – wie dies ur3. Das ZdK ist das „Zentralkomitee
sprünglich einem einstimmigen
der Deutschen Katholiken“. Es
Beschluss der Deutschen Biist u.a. Veranstalter der Deutschofskonferenz entsprach – von
schen Katholikentage, und ist
dem sich nachträglich Kardinal
keine Einrichtung eines einzelnen
Meisner distanzierte.
Verbandes.
2. Die durchaus von bekennenden
Katholiken mitgeprägte EntscheiDr. Bernd Petermann (Mk)
dung des Bundesverfassungsgerichts, welcher der Gesetzgeber
gefolgt ist, hat den Grundsatz hervorgehoben, dass jede
AKADEMISCHE
MONATSBLÄTTER
Zeitschrift des
Kartellverb
katholischer deutscher andes
Studentenvereine KV •
120. Jahrgang
• Nr. 4
Der Religio
nsmonitor
Ruprecht Po
lenz
Abgehangen
TITELTHEMA
Seite 92
DAS INTERVIEW
GLOSSE Seite
Seite 96
110
hängte
es an die Wand, ich habe es an die
Wand gehängt. Intransitive Beugung:
ich hänge (selbst), ich hing, ich bin
gehangen. Darum ist ein Stück
Fleisch abgehangen, einen Mitläufer
aber habe ich abgehängt!
Dr. Diether Steppuhn (Rh-F)
167 AM
GLOSSE/EX LIBRIS
Sorge um´s Image
W
Klemens Weilandt
enn man eine solche Überschrift liest, muss
man sich wirklich Sorgen machen. Diese
gelten selbstverständlich, kennt man nur die
Überschrift, ganz abstrakt (oder doch konkret?) der deutschen Sprache.
An „Image“ nimmt kaum noch jemand Anstoß. Jeder und
jede ist um nichts mehr als um sein oder ihr Image besorgt. Das darf nie und nimmer Schaden nehmen, schon
gar nicht, wenn man sich das seinige mühsam erworben
hat. Imagepflege ist ständig das Erfordernis der Stunde,
des Tages, der Woche ....
Früher waren Menschen um ein gutes Ansehen bemüht,
wenn es besonders anspruchsvoll ausgedrückt werden
sollte, um eine gute Reputation, ganz schlicht um einen
guten Ruf.
Aber „Image“ – das klingt eindrucks- und bedeutungsvoll, vor allem dann, wenn es gequetscht ausgesprochen
wird, etwa „immitsch“. Geschenkt!
Denn was ist schon „Image“ neben „um’s“? Das trifft
den Leser oder die Leserin wie ein Bums, ein Keulenschlag: Apostrophitis* im Fieberwahn!
In einer Überschrift bereitet die Schreibweise besonderes
Vergnügen, sie lässt taumeln und lädt zum Veitstanz ein.
Warum dann aber sich Sorgen machen?
Gemaltes Licht
Das Münster zu Mönchengladbach, das zu den Bauwerken von
europäischem Rang im Rheinland
gehört, ist Kunsthistorikern nicht zuletzt durch seinen von dem Kölner
Dombaumeister Gerhard entworfenen hochgotischen Chor und sein um
Sie sind Ausdruck der Fürsorge! Die stellt sich wie von
selbst ein, wenn man sich erinnert, wo diese Überschrift
zu lesen war. Es war, man mag es bezweifeln, aber das
hilft nicht an der Tatsache vorbei, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) am 03.01.2008 auf Seite 29.
Richtig, in ihrem Feuilleton! In dem Teil, der von Dr. Frank
Schirrmacher geleitet wird. Und der wurde erst im Herbst
2007 mit einem Sprachpreis ausgezeichnet, der wiederum seine Redaktion jubilieren ließ, die ihm und sich
prompt mit der Überschrift „Stilsicher“ ein sprachliches
Denkmal setzte (FAZ, 29.10.2007).
Die Logik des Zusammenhangs leuchtet ein, sie leuchtet
wie Venus am wolkenlosen Abendhimmel. Stilsicher!
Gelegentlich ertappt man sich bei der Frage, ob Stil nicht
besser Stiel geschrieben werden sollte, damit man ein
schlagkräftiges Instrument zur Hand hat, mit dem man
dem Feuilleton der FAZ, Herrn Dr. Frank Schirrmacher inbegriffen, Beine machen kann. Zurück zu den Quellen
guten Stils müsste man sie treiben, die Schreiberlinge.
Wenn sie sich nicht selbst Sorgen um ihr Image machen,
müssen es andere für sie tun. Schließlich haben auch die
FAZ-Leser ein Image zu verlieren.
Von Schirrmachers Laudator, dem Vorsitzenden des Deutschen Germanistenverbandes, Prof. Dr. Anz, wüsste man
gern, wie er auf diesen Beitrag zur Fortentwicklung der
deutschen Sprache im Feuilleton der FAZ reagiert. Oder
ist das alles viel zu profan, um einen Germanisten aufzuschrecken, wo er doch nur an dem interessiert zu sein
scheint, was Schirrmacher „in ein historisches Ereignis
oder in einen literarischen Erfolg“ verwandelt?
Apostrophitis ist eine polemische Bezeichnung von Sprachkritikern und
Sprachpflegern für die normwidrige Verwendung des Apostrophs.
*
1270 entstandenes Bibelfenster bekannt. Dem einen oder anderen
mögen auch die Fenster des Marienzyklus von Georg Meistermann, die
zwischen 1984 und 1986 entstanden
sind, vertraut sein. Aber die anderen
43 Fenster der Gladbacher Basilika
waren bisher so gut wie unbeachtet
geblieben. Das war Kb Dr. Wolfgang
Johann (Rh-P) aufgefallen. Deshalb
machte er sich zusammen mit seinem Freund Dr. Paul Krieger daran,
alle Fenster zu fotografieren, zu dokumentieren und das Ergebnis zu
veröffentlichen. Es entstand ein 70
Seiten umfassendes ansehnliches
Werk, womit eine Lücke geschlossen
wird. Es ist eine Augenfreude, die Publikation zu betrachten und sich von
dem Zauber der Farben einfangen zu
lassen. Kb Johann hat den Erlös aus
dieser Veröffentlichung dem Münsterbauverein geschenkt, der das Geld
zur Finanzierung der Wiederaufstellung der Orgel verwendet, die während der jetzt abgeschlossenen Renovierungsarbeiten hatte ausgebaut
werden müssen.
Wer an dem Buch interessiert ist und
AM 168
es erwerben will, kann sich an Kb Johann, Schürenweg 27, 41061 Mönchengladbach (Tel.: 02161/89 62 43)
wenden.
L. G.
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In unserem vor kurzem renovierten
Vereinshaus in unmittelbarer Nähe zu
den Kliniken und zur Veterinärmedizin sind zum Sommersemester noch
drei Zimmer (16-26m2, teilweise möbliert) frei. Alle anderen Fachbereiche
sind nicht weiter als 1,5 km entfernt.
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beträgt 110 bis 150 € warm.
Interessenten wenden sich bitte an:
Marco Schumacher,
Tel.: 0179/2358118,
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KREUZWORTRÄTSEL
Unser Rätsel
Siegfried Koß
Viele halten es für sinnvoll, Kreuzworträtsel zu lösen; wir freuen uns über jeden, der unser Rätsel löst und
losen einen Satz KV-Lexikon unter den richtigen Einsendungen aus. Schickt Eure Lösungen an das KV-Sekretariat in Marl. Einsendeschluss ist der 1. Oktober 2008.
1) Reimt sich auf KVer und war einer. – 2) Menschen trinken es. – 3) Oxford hat 21 solcher Kollegen, Cambridge 18.
– 4) Dort ist die Luft wärmer. – 5) Bedroht er die Menschheit? – 6) Dt. f. am. B-Z-B. – 7) Eine seiner Nächte wurde
gefilmt. – 8) Nach Blick auf Nr. 2: und die übrigen Wesen? – 9) El caballo de un caballero. – 10) Größter Hörsaal und
größtes Lesevergnügen. – 11) Nachname einer gewissen Alma. – 12) Für dt. Theologen eine Ehre, dort in Rom zu
sein. – 13) Dem Ort am Rhein fehlt die Brücke und ein A. – 14) Abk. f. einen Major im Tierreich. – 15) Herkunftsland
eines Münsteraner Germanen. – 16) Das Testament hat kein gläubiger Jude. – 17) Sie kann fatal sein. – 18) Bis
1989 soll es viele gegeben haben. – 19) Unerlässlich f. einen Berufsphotographen. – 20) Vogel m. sehr schwierig zu
bestimmendem Geschlecht. – 21) Nr. 1 war keiner von dort. – 22) Kürzel einer Würzburger KV-Korporation. – 23)
Information verstümmelt. – 24) Kurzform v. zusammengesetzten Namen m. d. althochdeutschen Wortteil wolf. – 25)
Teil einer Kneipe. – 26) Notwendig in Bosnien-Herzegowina. – 27) Ist m. Nr. 5 befaßt. – 28) Es ist nicht dasselbe wie
dies bei Erniedrigung/Erhöhung v. Stammtönen. – 29) Das Heilige an span. Städtenamen. – 30) Das gilt auch für Rätselfreunde:„Many a toil must we bear ere we find it.“ Mit welchen zwei Wörtern hat Charles Kingsley hier „eine Mühsal“ ausgedrückt? – 31) Kürzel einer päpstlichen Verbindung. – 32) Manch Großer ist ganz ... – 33) Mixture of smoke
and fog. – 34) Heißt so, weil dort Bewegung ist. – 35) Dt. Universitätsstadt. – 36) Mancher glaubt, er würde es nicht,
weil er Kreuzworträtsel löst. – 37) Vorname d. Cover-Lady d. AM 7/2007. – 38) Röm. Göttin d. Getreides. – 39)
Griech. f. 10. – 40) Vorname einer dt. Schriftstellerin, die 1945 in Jerusalem starb. – 41) Very small room, e.g. for a
monk in a monastery. – 42) Erster Buchstabe d. griech. Alphabets. – 43) Letzter Buchstabe d. griech. Alphabets. –
44) Fälschlich verwendeter Nachname d. Kaiserl. Hofhistorienmalers F.C. Remp (+ Wien, 1718). – 45) Frz. Abk. f. Pädagogische Hochschule. – 46) Schlechter als der Hl. Firminus (4-). – 47) Schluß.
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169 AM
FORUM
Neuer Auftrag für Europa?
„Mut zur Nachhaltigkeit” macht eine Buchreihe – und entwirft fast nebenbei eine Idee
für ein neues europäisches Selbstbewusstsein
Mit gleich zwölf Büchern zur
Zukunft der Erde hat die ASKO Europa-Stiftung auf das herrschende
Stimmungsgemisch zwischen Aufbruch und Resignation reagiert. Die
im Saarland ansässige Stiftung des
früheren Einzelhandels-Konzerneigners Arno Krause initiiert eigentlich
Projekte zur Völkerverständigung.
Jetzt hat sie sich zusätzlich der vielen
Facetten des Problems angenommen,
das oft auf das Schlagwort vom Klimawandel reduziert wird: Bevölkerungswachstum und Migration, Epidemien, Nachhaltigkeit, Ernährung,
Balance zwischen Natur und Kultur,
Klimawandel, Energie, Wasser, Lebensraum Ozean, globale Wirtschaft,
neue Weltordnung, Artenvielfalt. Für
jeden der lesenswerten Bände hat die
Stiftung einen renommierten Wissenschaftler der jeweiligen Disziplin als
Autor gewonnen; herausgegeben hat
sie die Reihe in Zusammenarbeit mit
ihren Partnerorganisationen „Stiftung
Forum für Verantwortung“ und der
Europäischen Akademie Otzenhausen. Seit Beginn 2007 hat der Fischer-Verlag die Bücher verlegt; mit
AM 170
Handeln“ fordert darum die ASKO
Europa-Stiftung und formuliert über
die Buchreihe hinaus „Bausteine für
nachhaltige Entwicklung“. Sie sollen
die Bildungsarbeit der stiftungseigenen Akademie Otzenhausen, die dem
einen oder anderen durch Kb Prof. Dr.
Heiner Timmermann (Rbg, Wf-K) bekannt ist, zukünftig leiten. Fast nebenbei entwirft sie damit eine neue
Vision für Europa: 60 Jahre lang
waren Frieden und Aussöhnung das
bestimmende europäische Projekt –
diese Fokussierung „scheint ihre Bindekraft verloren zu haben und kann
als alleinige Begründung für die Integration den Bürgern nicht mehr überzeugend vermittelt werden“, heißt es
im Beiheft zur Buchreihe. Als neuen
Auftrag schlägt die ASKO EuropaStiftung vor: Europa übernimmt die
weltweite Entwicklungs-Führerschaft
zum Thema Nachhaltigkeit.
cc
Quelle: thm
Dass irgendwas passieren muss,
ist spätestens seit dem UN-Klimabericht jedem klar: Selten hat eine politische Diskussion so schnell an Fahrt
gewonnen, hat innerhalb weniger
Monate Gesetzesänderungen, Feinstaubplaketten und internationales
Umdenken auf den Weg gebracht.
Die UN-Studie mit dem Nachweis,
dass die Klimaveränderungen seit der
Industrialisierung kein natürlicher
Vorgang mehr sind, sondern von
Menschen gemacht, fiel auf den
fruchtbaren Boden einer seit den
80er Jahren vom Umweltgedanken
geprägten Politikergeneration. Darum
geht jetzt alles schnell. Bloß: Was
müssen wir tun? Wie können wir so
leben, dass die Erde eine Chance hat,
auch morgen noch Menschen zu beherbergen? Wo ist jeder Einzelne gefragt, wo Politik und Wirtschaft? Und
ist die ganze europäische Diskussion
nicht sowieso nur einer der bekannten Tropfen auf den heißen Stein –
angesichts
der
vorhersehbaren
gigantischen Umweltprobleme in den
rasch wachsenden und wirtschaftlich
prosperierenden Milliardenstaaten
Asiens?
dem Band zur Artenvielfalt ist die
Reihe nun vollständig. Die Bücher
sind auf hohem wissenschaftlichen
Niveau und doch für Nicht-Fachleute
verständlich geschrieben – wichtiges
Merkmal einer Reihe, die in derart
unterschiedlichen Disziplinen arbeitet.
Was der Buchreihe noch fehlt, ist
die didaktische Klammer: Die weltweiten Probleme der Menschheit im
21. Jahrhundert lassen sich ebensowenig mit der einen oder anderen
wissenschaftlichen Einzeldisziplin lösen wie an dem einen oder anderen
Ort, an dem sie auftreten. Mut zur
Komplexität ist gefragt, selbst auf die
Gefahr hin, sie lange Zeit nicht
durchschauen zu können. Denn am
Gesamtsystem Erde hat das herkömmliche Ursache-Wirkung-Denken versagt. „Vom Wissen zum
ZIMMER FREI
Der K.St.V. Wiking im KV zu Aachen
hat zum WS 08/09 fünf Zimmer frei.
Wir bieten helle Zimmer zum Teil mit
eigenem Balkon zwischen 14 und 17
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auf der Aachener Hörn. Des Weiteren
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nur wenige Meter entfernt.
Bei Interesse bitte eine Mail senden
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FORUM
Hurra, wir leben noch
Der BDKJ bleibt stabil, aber seine Quellen versiegen
„Uns schickt der Himmel – Katholische Jugendverbände
machen Zukunft“,
diese Parole hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)
vor einem Jahr ausgegeben. Seitdem
hat er mit Mühe und nur dank einiger
Neuakquisitionen seine Stärke auf
dem beachtlichen Stand von 650.000
Mitgliedern konstant gehalten. Sowohl in den Bistümern als auch auf
Bundesebene wurden neue Gruppen,
etwa der Bund der St. SebastianusSchützenjugend in den BDKJ aufgenommen. Der Bundesvorsitzende
Dirk Tänzler wertet das als Erfolg –
das Ziel der Aktion sei schließlich gar
nicht in erster Linie die Mitgliederwerbung gewesen.
spricht. Denn Jugendliche orientieren
sich vor allem an Milieus, in denen
die Kirche nicht mehr viel zu melden
hat. „Moderne Performer“ und „Experimentalisten“ nennt die Sinus-Studie
jene gesellschaftlichen Kreise, die die
Intelligenz von morgen bilden: Gutsituierte Menschen unter 30 Jahren,
meist Studenten oder Akademiker,
beruflich erfolgsbewusst und zielstrebig, kulturell kreativ-avantgardistisch, viele von ihnen bereits wirtschaftlich selbstständig. Religion
spielt wenn überhaupt, dann ganz
am Rand eine Rolle, an die Stelle des
Gottesbildes tritt ein diffuser Humanismus.
„Katholische Jugendverbände machen Zukunft“? Die Überlebensfrage
des Dachverbandes BDKJ liegt, betrachtet man das vergangene Jahr,
im Umkehrschluss: Macht die Zukunft noch katholische Jugendverbände? Das ist übrigens eine Frage,
die wir uns auch als KVer stellen
müssen, wenn wir auf die Ergebnisse
der Sinusstudie blicken.
cc/L
Die dürfte auch nicht ganz einfach werden: Lediglich in drei von
zehn gesellschaftlichen Lebenswelten, die die vom BDKJ und Misereor
beauftragte Sinus-Studie beschreibt,
ist christliche Jugendarbeit noch relevant. Aus dem „traditionellen“,
dem „bürgerlichen“ und dem „postmateriellen“ Milieu stammen der
Studie zufolge die Mitglieder der
christlichen Jugendverbände, die im
BDKJ organisiert sind. Das sind solide, wertkonservative Verhältnisse,
in denen man jahrzehntelang recht
sorglos wachsen konnte. Jetzt jedoch steht der BDKJ vor zwei Problemen: Zum einen kommen geburtenschwache Jahrgänge auf ihn
zu – damit gehen die Mitgliederzahlen selbst dann zurück, wenn niemand austritt. Zum anderen dürften
Neugewinne schwierig werden: Jugendtrends werden nicht mehr dort
gesetzt, wo die katholische Jugendarbeit noch Erlebnisfähigkeit ver-
HINWEISE
Festschrift
Unter: http://www.ask-bg.de/Festschrift_Ask-Bg_1853-2003.pdf kann
die von Kb Michael Feldkamp verfasste Festschrift zum 150-jährigen
Jubiläum der Askania-Burgundia heruntergeladen werden.
SEMINAR
Laufen
Wo Deutschland am schönsten ist
Natur und Landschaftschutz in den Alpen,
Kultur im Salzburger Land
noch freie Plätze! ...
noch freie Plätze! ...
Bitte benutzen Sie zur Seminar-Anmeldung das neue Anmeldeformular,
welches Sie auf der KV-Homepage
unter: http://www.kartellverband.
net/index.php?id=11 finden oder auf
Anfrage im KV-Sekretariat.
17. bis 21. September 2008
171 AM
KV-AKADEMIE
In die Pfalz – nicht nur
des Weines wegen –
Speyer S
ZUM THEMA:
Die Pfalz – Ein Kernland des mittelalterlichen Kaiserreiches: mit dem romanischen Dom in Speyer und der Grablege der Salier-Kaiser. Ein Garten Eden: Die
Pfalz mit der Weinstraße gehört zu den wärmsten Gegenden in Deutschland,
überreich wachsen hier Wein, Mandeln, Feigen, Esskastanien und viele Arten
Obst und Gemüse. Von daher war die Pfalz immer begehrt: mit Krieg und Zerstörung im Gefolge, dem Dom zu Speyer, im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört,
wurde er erst im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. Menschen unterschiedlichster Herkunft vermischten sich hier. Auch religiös war die Kurpfalz ein umstrittenes Land: ein Kernland des Calvinismus, das dann aber ein katholisches
Herrscherhaus bekam. So werden die politische Kultur der Pfalz, ihre religiösen
Prägungen, aber auch der Wein im Mittelpunkt dieses Seminars stehen.
Freitag, 10. Oktober 2008
bis 17:00 Uhr Anreise nach Speyer, Hotel Domhof
18:00 Uhr
Abendessen im Restaurant Domhof (Hausbrauerei)
19:30 Uhr
Historisches Rathaus Speyer (Historischer Trausaal),
Empfang durch Kb Oberbürgermeister Werner Schineller
mit Vortrag Rosemarie Wehling: Was hat die Pfalz geprägt?
Anmerkungen zur politischen Kultur
Samstag, 11. Oktober 2008
08:.00 Uhr
09:15 Uhr
11:00 Uhr
13:30 Uhr
15:00 Uhr
17:00 Uhr
18:30 Uhr
Frühstück
Konfessionelle Gegensätze prägen das Land.
Fahrt nach Neustadt an der Weinstraße,
Besichtigung der Stiftskirche mit der Mauer zwischen
Katholiken und Protestanten
Der Weinbau prägt das Land.
Fahrt nach Bad Dürkheim, Weinprobe in der Winzergenossenschaft Vier Jahreszeiten
Wo Helmut Kohl seine Gäste bewirtete:
Gemeinsames Mittagessen im Deidesheimer Hof mit
Pfälzer Spezialitäten
Zeugen von Freiheitsbewegung und Bayernzeit.
Fahrt zum Hambacher Schloss und zur Villa Ludwigshöhe
Fahrt zum St. Annaberg
Abendessen in der Gutsweinschänke (nicht im Reisepreis
enthalten)
Sonntag, 12. Oktober 2008
08:00 Uhr
10:00 Uhr
11:30 Uhr
13:00 Uhr
Frühstück
Messe im Dom
Stadtbesichtigung
Abschluss der Tagung mit dem Mittagessen im Domhof
(Hausbrauerei)
HINWEISE
Tagungsor t/Unterbringung:
Hotel Domhof, Bauhof 3, 67346 Speyer,
Tel.: 06232/13290
www.domhof.de
Veranstalter:
KV-Akademie e.V. - c/o KV-Sekretariat
Postfach 101680, 45746 Marl
Tel.: 02365/5729010, Fax: 02365/5729051
email: [email protected]
Tagungsleiter:
Prof. Dr. Hans-Georg Wehling
Anmeldung:
Interessenten werden gebeten, sich möglichst umgehend
schriftlich über das Anmeldeformular bei der KV-Akademie
anzumelden. E-Mail: [email protected]
Telefon: 0 23 65 / 5 72 90 40
Konto: Pax-Bank Essen
Konto: 2 001 904 011
BLZ: 370 601 93
IBAN DE 57 370 601 932 001 904 011
BIC GENODED1PAX
Anmeldeschluss:
29. August 2008
Tagungsbeitrag:
Alte Herren/Damen/Gäste
Studierende
Einzelzimmerzuschlag
390,00 Euro*
250,00 Euro*
20,00 Euro
*: Eine Reiserücktrittskostenversicherung (RRV) ist im Reisepreis enthalten
Leistungen:
- Organisation
- Beiträge
- Unterbringung im Hotel Domhof (DZ bzw. EZ mit Dusche/WC)
- Mahlzeiten (außer Gutsweinschänke Annaberg)
- Transfers
Fahr tkosten:
Werden nur an studierende KVer erstattet:
0,10 Euro/Bahn-km, max. 80,00 Euro/Person.
AM 172
Bitte benutzen Sie zur Seminaranmeldung das neue KV-Akademie-Anmeldeformular.
Sie erhalten es auf Anfrage im KV-Sekretariat oder unter: www.kartellverband.de.
TAGUNGSPROGRAMM
NACHRICHTEN
Quelle: wikipedia
Die meisten Münchner Korporationsstudenten gehören den folgenden
Verbänden an (geordnet nach Mitgliederstärke): Cartellverband der
Katholischen Deutschen Studentenverbindungen (CV), Kartellverband
Katholischer Deutscher Studentenvereine (KV), Kösener Senioren
Convent Verband (KSCV),
Deutsche
Burschenschaft
(DB), Coburger Convent (CC),
Weinheimer Senioren Convent
(WSC) und Verband der wissenschaftlichen katholischen
Studentenvereine Unitas (UV).
Der wesentliche Unterschied
zwischen den einzelnen Verbänden ist folgender: Die Burschenschaften sind politisch
engagiert und fakultativ schlagend. Die Corps dagegen sind
unpolitisch und haben die Bestimmungsmensur, d.h. Mensur zur Plicht. Die drei Verbände CV,
KV und UV sind katholische Verbände
und sind unpolitisch und nicht schlagend. Diese drei Verbände haben in
München und Umgebung ca. 7.000
Mitglieder und stellen ca. 40 Prozent
der korporierten Studenten.
Selbstverständlich führt der KKM
über das Jahr eine Anzahl von gemeinsamen Veranstaltungen durch.
Zum Semesterbeginn findet der Antrittsgottesdienst in St. Ludwig mit
anschließendem gemütlichem Ausklang im Alemannenhaus statt. Im
Februar wird der Festball „Gaudeamus” im Deutschen Theater mit ca.
1.100 Besuchern gefeiert. Im Juli findet das KKM-Konzert „Musicus” im
Hubertussaal des Nymphenburger
Die Vielfalt des Korporationslebens verlangt zwangsläufig, dass
gleichartige Verbände, das will heißen, Verbände mit gleichen Interessen, sich auch gemeinsam repräsentieren. So sind die katholischen
Korporationen Münchens zu der Auffassung gelangt, dass die Vielfalt der
verschiedenen Korporationen und die
damit verbundene unterschiedliche
Darstellung der einzelnen Verbindungen in der Öffentlichkeit nicht durch
einen einzigen Arbeitskreis darstellbar ist. Dazu sind ihre Interessen zu
unterschiedlich. Weiterhin ist ein verallgemeinerndes Bild über die Verbindungen in der Öffentlichkeit nicht
nützlich. Bei einer Gesamtvertretung
müssen wir nicht nur die positiven,
sondern leider auch die negativen
Aussagen in Kauf nehmen. Es ist
somit kaum sinnvoll, wenn wir uns
mit Corps und Burschenschaften gemeinsam präsentieren. Dies geschah
früher im AMC (Arbeitskreis Münchner Corporationen).
So wurde schon 1993 ein erster
Kontakt zwischen dem CV und dem
KV aufgenommen. Dieser Kontakt
führte dazu, dass 2001 der Verein
„Katholischer Korporationen Münchens” (KKM) ins Leben gerufen
wurde, der 2005 ins Vereinsregister
eintragen wurde.
Schlosses mit ca. 300 Besuchern und
im November der „Akademische
Empfang” im Kardinal-Wendel-Haus
statt. Die früher regelmäßigen gemeinsamen Kommerse sind momentan auf Eis gelegt und finden
nur noch aus besonderem
Anlass statt.
Damit Wunden schneller
heilen
Joseph-von-Fraunhofer-Preis an
Kb Dr. Jörn Probst (Nm-W)
Der Philistersenior der Normannia-Würzburg Kb Jörn Probst ist zusammen mit Walter Glaubitt mit dem
Joseph-von-Fraunhofer-Preis ausgezeichnet worden. Der KV gratuliert
herzlich. Der Preis ist mit 20.000 €
dotiert und geht an die beiden Forscher, die im Würzburger FraunhoferInstitut für Silicatforschung arbeiten. Gewürdigt wurde die Lösung
eines alten Problems bei bettlägrigen
oder an Diabetes erkrankten Menschen mit großen, chronischen Wunden. Kb Probst und sein Kollege
entwickelten eine Wundauflage, die
neu wachsenden Hautzellen zunächst
als Gerüst dient und vom Körper im
Zuge der Heilung völlig abgebaut
wird. Die Behandlung von Wunden
muss absolut steril erfolgen, um Infektionen zu vermeiden. „Da jetzt nur
noch der äußere Verband gewechselt
werden muss“, so Kb Probst, „ist die
Gefahr, die Wunde zu verunreinigen
Zum KKM gehören die folgenden Verbindungen.
MCV (Münchner Verbindungen des CV):
Aenania, Agilolfia-Freising,
Burgundia, Moenania, Radaspona, Rheno-Franconia, Trifels, Tuiskonia, Vandalia,
Vindelicia
MKV (Münchner Verbindungen des KV):
Albertia, Alemannia, Erwinia,
Isaria-Freising, Ottonia, Rheno-Bavaria, Rupertia Kempten, Saxonia, Südmark
Dipl.-Ing. Walter Glaubitt und Dr. rer.
nat. Jörn Probst mit frisch gesponnenen Kieselgelfasern.
MUV (Münchner Verbindung des
UV):
Unitas
Die Vorstandschaft setzt sich augenblicklich wie folgt zusammen:
Vorsitzender: Bernd Gondro (MKV),
stellv. Vorsitzender: Michael Reinfelder (MCV), Kassier: Alfred Huber
(MUV)
Bernd Gondro (Moe-Stg, Ale, EPh
Nm-W)
Quelle: c 5/2008, Fraunhofer-Gesellschaft
Katholische Korporationen Münchens e.V. (KKM)
gering“. Weil das Vlies den neuen
Zellen als „Klettergerüst“ diene,
seien die Chancen gut, dass die
Wunde nicht vernarbe. Eine Firma,
welche die neue Wundauflage, die
etwa DIN A4 groß ist, vermarktet,
hat das Würzburger Institut schon
gefunden. Das neue Produkt soll
2011 in die Krankenhäuser kommen.
Die Würzburger Forscher planen weiter, Antibiotika oder Schmerzmittel in
die Wundauflage zu integrieren, um
den Heilungsprozess zu verbessern
und zu beschleunigen.
L.
173 AM
TERMINKALENDER
08.09.2008:
Veranstaltung/Priesterausbildung
aktuelle Fragen und Perspektiven
-
Kontakt/Informationen: Bund katholischer
deutscher Akademikerinnen, Monika PelzBrambrink, Kirchfeld 25, 48163 Münster
[email protected]
13.9.-14.09.2008:
Hauptausschuss 2008 Seligenstadt
Kontakt: KV-Sekretariat,
Postfach 20 01 31,
45757 Marl, Tel.: 02365/5729010,
[email protected]
13.-14.09.2008:
125 Jahre Ortszirkel : „Kämmerlein“
zu Düsseldorf
Kontakt: OZ Düsseldorf „Kämmerlein“
Dr.rer.nat. Peter Christophliemk
Rudolf-Breitscheid-Str. 61
40595 Düsseldorf, Tel.: 0211/7052529,
[email protected]
12.-14.09.2008:
Seminar: „Bernward von Hildesheim“
– Hildesheim
Kontakt: KV-Akademie,
c/o KV-Sekretariat, Postfach 20 01 31,
45757 Marl, Tel.: 02365/5729010,
[email protected]
17.-21.09.2008:
Seminar: „Wo die Welt am schönsten
ist“ – Laufen
Kontakt: KV-Akademie,
c/o KV-Sekretariat, Postfach 20 01 31,
45757 Marl, Tel.: 02365/5729010,
[email protected]
02.-05.10.2008:
Seminar: „Von der Reformation zur
Revolution“ – Wittenberg
Kontakt: KV-Akademie,
c/o KV-Sekretariat, Postfach 20 01 31,
45757 Marl, Tel.: 02365/5729010,
[email protected]
10.-12.10.2008:
Rhetorik-Training – Marl
Kontakt: KV-Akademie,
c/o KV-Sekretariat, Postfach 20 01 31,
45757 Marl, Tel.: 02365/5729010,
[email protected]
10.-12.10.2008:
Seminar: „In die Pfalz - nicht nur des
Weines wegen“ – Speyer
Kontakt: KV-Akademie,
c/o KV-Sekretariat, Postfach 20 01 31,
45757 Marl, Tel.: 02365/5729010,
[email protected]
09.-11.11.2008:
47. Stiftungsfest K.St.V. Egbert im
KV zu Trier
Kontakt: K.St.V. Egbert,
Thyrsusstr. 164, 54292 Trier,
[email protected]
15.11.2008:
95. Stiftungsfest K.St.V. Winfridia im
KV zu Köln
Kontakt: AHV Winfridia-Köln:
Bernd-Wolfram Vierkotten, Holbeinstr. 43,
50226 Frechen, Tel.: 02234/62321,
[email protected] oder
Aktivitas Winfridia-Köln:
Marco Tiskens, Lindenburger Allee 7,
50931 Köln, Tel.: 0178/8129120,
[email protected]
22.11.2008:
Unitastag der K.St.V. Unitas-Breslau
im KV zu Köln
Kontakt: K.St.V. Unitas-Breslau,
Leibl-platz 1, 50931 Köln, Dr. Wolfgang
Welter, Tel.: 02232/44064/65,
[email protected]
75 Jahre ÖKV
Freitag, 19.9.2008:
Ab 19 Uhr: Begrüßungsabend im Gasthof Kirchenwirt.
Quelle: wikipedia
Programm für das Mondseetreffen 2008
19.-21. September 2008
Samstag, 20.9.2008:
9h30-12h: Tagungssaal Schloss Mondsee: Cantica nova.
Wir lernen Studentenlieder des 20. Jahrhunderts.
Beschränkter Teilnehmerkreis, Anmeldung unter
[email protected] erforderlich.
Für die übrigen Teilnehmer besteht die Möglichkeit zu einer Führung: “Die Geschichte 5000 Jahre
Mondseeland”.
ab 14h:
Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Gasthof Hütter am unteren Ende des Marktplatzes,
kleine Wanderung zum Riesner-Mondseeberg.
19h30 s.t.: Festkommers im Schloss Mondsee 75 Jahre ÖKV Festredner Kb Univ. Prof. Dr. Dieter Binder (Win, Arm)
Sonntag, 21.9.2008
10h:
Besuch der Messe, anschließend Bootsfahrt, Mittagessen und individuelle Abreise.
Quartierwünsche sind per E-Mail an Kb Otto Mierl unter [email protected] zu richten.
AM 174
KV-MEHRWERT
Bücher/CDs
Titel
Preis
Stückzahl
KV-Orchester 1996, Saarbrücken
9,00 €
KV-Orchester 1998, Lippstadt
9,00 €
KV-Orchester 1999, Frankfurt
9,00 €
KV-Orchester 2000, Mainz
9,00 €
KV-Orchester 2001, Speyer
9,00 €
KV-Orchester 2002, Lippstadt
9,00 €
Alle 6 CDs erhalten Sie zum einmaligen Sonderpreis von 50,00 €.
Wegmarken südwestdeutscher Geschichte
Hrsg. von Hans-Georg und Rosemarie Wehling,
336 Seiten mit 248 meist farbigen Abbildungen, in deutscher Sprache.
Preis: 14,80 €
Stückzahl
Baden-Württemberg, Vielfalt und Stärke der Regionen
Geleitwort von Erwin Teufel. Im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Hrsg. von Hans-Georg Wehling, Angelika Hauser-Hauswirth und Fred L. Sepaintner,
399 Seiten mit zahlreichen meist farbigen Abbildungen, in deutscher Sprache.
Preis: 44,80 €
Stückzahl
Rückbesinnung und Ausblick
Gebunden, 150 Jahre KV.
Hrsg. von Wolfgang Löhr Revocatio Historiae Bd.8,
222 Seiten mit 14 zum Teil farbigen Abbildungen, in deutscher Sprache.
Preis: 17,80 €
Stückzahl
KV-Sekretariat
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45757 Marl
Tel.: 02365/
57290-10
Fax: 02365/
57290-51
Damian Kaiser
Geschäftsführer
02365/57290-11
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Annette Seiffert
Biographische Lexika des KV Teile 1-6
Biographisches
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Biographisches
Biographisches
Biographisches
Biographisches
Lexikon
Lexikon
Lexikon
Lexikon
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Lexikon
des
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des
des
KV,
KV,
KV,
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Teil
Teil
Teil
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2
3
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5
6
Stellvertr. Geschäftsführerin
Preis pro
Band: 16,60 €
02365/57290-15
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Digitale Registratur
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Christian Maspfuhl
Homepage
02365/57290-12
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Nicole Eichendorf
Koordination AM
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Akademische Monatsblätter K 1061 E
Verband alter KVer e.V.
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KV-Sekretariat, Postfach 20 01 31, 45757 Marl
PVSt, Deutsche Post AG, „Entgelt bezahlt“
§4 Abs. 3 PD-SVD: s. Impressum