Therapeutikum WestFehmarn Qualitätshandbuch Klinikkonzept

Сomentários

Transcrição

Therapeutikum WestFehmarn Qualitätshandbuch Klinikkonzept
Therapeutikum WestFehmarn
Qualitätshandbuch
Klinikkonzept
Kapitel 1.2.3
1.2.3 Klinikkonzept
Das Therapeutikum WestFehmarn ist Teil der COR-Gruppe, deren Aktivitäten in den
Bereichen Immobilien und Serviceleistungen liegen. Die Klinik umfasst 70 Wohneinheiten
für bis zu 200 Personen.
Die Aufnahme im Therapeutikum WestFehmarn, Abteilung Mutter-/Vater-Kind, erfolgt für
vorsorgebedürftige Mütter und Väter in Begleitung ihrer erkrankten Kinder entsprechend
unserem Indikationsspektrum. Die Mitaufnahme weiterer gesunder Begleitpersonen
(Kinder ab einem Jahr sowie Erwachsener) ist ebenfalls möglich.
Das Therapeutikum WestFehmarn liegt im Westen der Ostseeinsel Fehmarn am Rande
des idyllischen Ortes Petersdorf. Die Klinikanlage ist geprägt von typisch norddeutschen
Backsteinhäuschen,
in
denen
die
Funktionsabteilungen
und
die
PatientInnen
untergebracht sind. Dadurch entsteht ein einzigartiger Dorfcharakter. Je vier Familien sind
in einem Appartementhaus untergebracht. Jede Wohnung verfügt über einen Wohnraum,
mindestens zwei Schlafräumen, Küche, Bad und Terrasse oder Balkon.
Die Ostseeinsel Fehmarn ist von der Fläche hinter Rügen die zweit größte Ostseeinsel
und hat rund 13000 Einwohner. Sie ist mit dem Festland über die „Fehmarnsundbrücke“
fest verbunden. Fehmarn ist mit seinem großen Fährhafen Teil der „Vogelfluglinie“, die
Skandinavien mit dem mitteleuropäischen Kontinent verbindet.
Das milde Ostseeklima stellt einen wesentlichen Heilfaktor in der Behandlung atopischer
Erkrankungen dar. Dieser Effekt wird durch die Binnenlage (ca. 4 km zum Strand) noch
verstärkt.
Die Einrichtung ist Mitglied im Forschungsverbund Familiengesundheit der Medizinischen
Hochschule Hannover und in diesem Rahmen an praxisbezogenen Projekten beteiligt.
Aktuelle Forschungsergebnisse werden im externen Qualitätszirkel für die therapeutische
Praxis aufgearbeitet.
Bearbeiter/in
F.-M. Borke
Freigabe
Version
Freigabe-Datum
Seite
06
26.03.2012
Seite 1 von 9
Therapeutikum WestFehmarn
Qualitätshandbuch
Klinikkonzept
Kapitel 1.2.3
Das Konzept und das Leitbild des Therapeutikum WestFehmarn ist die Grundlage der
Arbeit und für alle MitarbeiterInnen verbindlich. Es wird regelmäßig, spätestens alle fünf
Jahre überprüft und überarbeitet.
Unsere Konzeption stimmt mit den Rahmenvorgaben der Leistungsträger überein,
insbesondere mit der Rehabilitationsrichtlinie, den Anforderungsprofilen für Mutter-VaterKind-Einrichtungen und den Versorgungsverträgen nach § 111a.
Die Konzeption ist im Qualitätshandbuch allen Mitarbeitern zugänglich und wird im
Rahmen der Einarbeitung neuer Mitarbeiter erläutert. Nach Aktualisierung wird die
Konzeption allen Mitarbeitern im Rahmen einer Klinik-Konferenz vorgestellt. Kernpunkte
der Konzeption sind für Dritte auf unserer Homepage dargestellt. Leistungsträger und
andere Kooperationspartner erhalten die Konzeption auf Anforderung.
Bearbeiter/in
F.-M. Borke
Freigabe
Version
Freigabe-Datum
Seite
06
26.03.2012
Seite 2 von 9
Therapeutikum WestFehmarn
Qualitätshandbuch
Klinikkonzept
Kapitel 1.2.3
Mütterspezifische Indikationen (auch Väter)
Das Behandlungskonzept des THERAPEUTIKUM W ESTFEHMARN orientiert sich an dem
Mütterspezifischen
Leitsyndrom.
Dies
umfasst
funktionelle
Störungen
und
Beeinträchtigungen, dem Gefühl der inneren Überforderung und die Einschränkung der
Teilnahme an befriedigenden und sinnstiftenden Aktivitäten.
Die entsprechenden Indikationen werden von den einweisenden Ärzten gestellt und im
Hause auf ihre Gültigkeit hin überprüft. Nach Abschluss der Befunderhebung wird die
Therapie
leitende
Indikation
gestellt.
Jeder
Indikation
ist
ein
umfangreiches
Behandlungskonzept zugeordnet, dass individuell angepasst wird.
Die Indikationsstellung und Therapie richtet sich nach den „Begutachtungsrichtlinien
Vorsorge und Rehabilitation“ des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der
Krankenkassen, Stand 2005.
Erwachsene
Vorsorge
Erkrankung der Atemwege
J40, J45.1, J98.9
Erkrankung der Haut
L20,L23, L50,L98.9
Allergien
T78.4
Erkrankung der Wirbelsäule
M40.0, M41, M53.9, M54
Psychovegetative Erschöpfung
R53.0
Adipositas
E66
Tabelle 1: Mutter-/Vaterspezifische Indikationen für Vorsorge im Therapeutikum
WestFehmarn (nach ICD 10)
Bearbeiter/in
F.-M. Borke
Freigabe
Version
Freigabe-Datum
Seite
06
26.03.2012
Seite 3 von 9
Therapeutikum WestFehmarn
Qualitätshandbuch
Klinikkonzept
Kapitel 1.2.3
Erwachsene
Rehabilitation
Depression, mittelgradige
Episode
Anpassungsstörung
Neurasthenie
F32.1, F33.1
F43.2
F48.0
Tabelle 2: Mutter-/Vaterspezifische Indikationen für Rehabilitation im
Therapeutikum WestFehmarn (nach ICD 10)
Kinderspezifische Indikationen
Kinder
Erkrankung der Atemwege
ICD 10: J30, J42, J. 44.8, J45
Erkrankung der Haut
ICD 10: L20.9, L23.9, L40.0, L40.8, L98.9
Chronische Infektanfälligkeit
ICD 10: J98.8
Allergien
ICD 10: T78.4, L23.3, J30.3
Adipositas
ICD 10: E66
Tabelle 3: Kinderspezifische Indikationen im Therapeutikum WestFehmarn
(nach ICD 10)
Weiter werden Sonderkuren, sogenannte „Top-Team-Kuren“, zu spezifischen
Indikationsstellungen angeboten: 2011 / 2012 sind dies Maßnahmen zu den Themen
•
Familien mit autistischen Kindern
•
Familien in Trauer
•
Frühkindliche Regulationsstörungen
•
“Winter-Blues“ – Saisonale Depressionen
•
Familien mit von AD(H)S betroffenen Kindern
•
Trennung
•
Familien mit Mehrlingsgeburten
Bearbeiter/in
F.-M. Borke
Freigabe
Version
Freigabe-Datum
Seite
06
26.03.2012
Seite 4 von 9
Therapeutikum WestFehmarn
Qualitätshandbuch
Klinikkonzept
Kapitel 1.2.3
Interdisziplinäre multifokale Therapie
Hinsichtlich der genannten Erkrankungen gehen wir von einer multifaktoriellen Genese
aus. Daher erfolgt die Behandlung von einem interdisziplinären Team aus den Bereichen
Medizin, Psychologie, Ernährungswissenschaft und Physiotherapie. Durch ein nach
mehrjähriger
Erfahrung
konsequent
abgestimmtes
Therapieprogramm
wird
in
regelmäßigen Teamkontakten ein individueller Behandlungsplan erarbeitet und umgesetzt.
Neben konsequenter Anwendung gesicherter medizinischer Standards werden ergänzend
ausgewählte komplementärmedizinische Verfahren - insbesondere Naturheilmedizin,
Homöopathie und Akupunktur - eingesetzt.
Die
psychologische
Betreuung
verhaltensmedizinischen
umfasst
Prinzipien
Gruppen-
unter
und
besonderer
Einzeltherapien
nach
Berücksichtigung
von
altersgerechten Schulungen (z.B. für an Asthma oder Neurodermitis Erkrankte und deren
Familienmitglieder) sowie Anleitung zu Entspannungstechniken.
Aufgrund des Einflusses von Ernährungsfaktoren, besonders auf atopische Erkrankungen
im Kleinkindalter, erfolgt eine oecotrophologische Beratung bis hin zu praktischen
Übungen in unserer Lehrküche mit Zubereitung vollwertiger bzw. hypoallergener
Mahlzeiten.
Den
funktionellen
Störungen
des
Bewegungsapparates
stehen
umfangreiche
physiotherapeutische Verfahren mit Schwerpunkt auf der aktiven Mitarbeit unserer
Patienten
zur
Verfügung.
Entsprechend
werden
diese
ergänzt
durch
verhaltensmedizinische Intervention.
Auch für die zu behandelnden Kinder selbst wird neben den notwendigen medizinischen
Maßnahmen eine aktive Einbeziehung in unser gesundheitspräventives Programm
angestrebt. Dies ist abhängig vom Alter in steigendem Umfang ab 5-6 Jahren möglich.
Bearbeiter/in
F.-M. Borke
Freigabe
Version
Freigabe-Datum
Seite
06
26.03.2012
Seite 5 von 9
Therapeutikum WestFehmarn
Qualitätshandbuch
Klinikkonzept
Kapitel 1.2.3
Therapieverlauf
Nach einem obligatorischem ärztlichen und psychosozialen, sowie bei Bedarf einem
oecotrophologischem Aufnahmegespräch mit Erhebung der Anamnese, körperlicher und
psychischer Befunde und dem Stellen einer / mehrerer Diagnose(n) wird mit der Patientin /
dem Patienten bzw. den Angehörigen eine oder mehrere Schwerpunktindikationen und
Ziele für die Maßnahme vereinbart. Die Schwerpunktindikationen sind Therapie leitend
und werden im Verlauf der Maßnahme auf Erfolg geprüft und gegebenenfalls dynamisch
angepasst. Für jede Schwerpunktindikation bestehen exakt abgestimmte
Behandlungspläne, die auf die individuellen Bedürfnisse der PatientInnen angepasst
werden. (Siehe Kap 6)
Kontraindikationen
1. ICD 10: Z25.8
Akute Infektionskrankheiten (Windpocken);
2. ICD 10: K53.9
Akute Erkrankungen, welche einen stationären Aufenthalt erfordern;
3. ICD 10: F23.9
Psychosen
4. ICD 10: G40.9 Anfallsleiden;
5. ICD 10: G80.9, G83.9, O66.9 Schwere körperliche und geistige Behinderung
Bearbeiter/in
F.-M. Borke
Freigabe
Version
Freigabe-Datum
Seite
06
26.03.2012
Seite 6 von 9
Therapeutikum WestFehmarn
Qualitätshandbuch
Klinikkonzept
Kapitel 1.2.3
„Wir sind für Sie da ...“
Auch während der Vorsorge-Maßnahme geht das „normale“ Leben weiter. Unser Ziel ist
es, dass sich unsere PatientInnen und Familien wohl fühlen. Wir unterstützen sie in ihren
täglichen Routinen, so dass Raum und Zeit entstehen kann zur Genesung und Erholung.
In den grundlegenden Lebensbereichen „Kind, Küche, Kegel“ sind wir für unsere
PatientInnen da.
Pädagogik
Die Kinderbetreuung erfolgt in unserem Spielhaus durch qualifizierte ErzieherInnen und
PädagogInnen.
Kinder
Begleitkinder
können
und
jugendliche
während
des
PatientInnen
Aufenthaltes
sowie
die
kindergartenfähige
vielseitigen
Spiel-
und
Förderangebote des Spielhauses nutzen. In fünf nach Alter getrennten Gruppen werden
sie zu Aktivitäten angeleitet, und es gibt die Möglichkeit, im freien Spiel neue Freunde zu
gewinnen. Gleichzeitig wird den Eltern eine ungestörte Teilnahme am Vortrags- und
Seminarprogramm ermöglicht. Bei Bedarf können schulpflichtige Kinder und Jugendliche
mit Hilfe unserer hauseigenen LehrerInnen den durch den Aufenthalt ausfallenden
Unterrichtsstoff
anhand
mitgebrachter
Arbeitsmaterialien
im
Rahmen
eines
Stützunterrichtes erarbeiten.
Unterbringung
Die Unterbringung im dezentral angelegten THERAPEUTIKUM WESTFEHMARN erfolgt in
komplett eingerichteten, geräumigen, ca. 60 - 100 m² großen Wohnungen, welche sich in
unmittelbarer
Nähe
der
Versorgungseinheiten
befinden.
Getrennte
Wohn-
und
Schlafzimmer mit eigener Küche und Duschbad sowie Terrasse oder Balkon sind
Standard. Die Einrichtung der Unterkünfte für AllergikerInnen erfolgt nach hypoallergenen
Gesichtspunkten ohne Teppichböden, mit Ledergarnituren und nach ärztlichem Attest mit
milbendichten Bett- und Matratzenbezügen. Alle Wohnungen sind mit Telefon sowie
Farbfernseher (auf Wunsch) ausgestattet. Für alle Räumlichkeiten des Therapeutikum
WestFehmarns besteht ein Rauchverbot.
Bearbeiter/in
F.-M. Borke
Freigabe
Version
Freigabe-Datum
Seite
06
26.03.2012
Seite 7 von 9
Therapeutikum WestFehmarn
Qualitätshandbuch
Klinikkonzept
Kapitel 1.2.3
Küche und Ernährung
Zum Frühstück und Abendbrot erfolgt die Vollverpflegung in Form eines vielseitigen
Büffets unter Einbeziehung allergikergerechter Alternativen. Beim Mittagessen werden vier
Gerichte inklusive einer Vollwertkost, einer fettreduzierten Kost, eines vegetarischen und
eines Gerichtes ohne Milch und Ei gereicht. Unsere kleinen PatientInnen unter zwei
Jahren
erhalten
in
der
Speisenzusammensetzungen.
Kleinkindkost
Bei
Vorliegen
speziell
von
auf
sie
abgestimmte
Nahrungsmittelallergien
oder
–
unverträglichkeiten oder auch der Notwendigkeit anderer Diäten erfolgt die Zubereitung
der Speisen individuell nach ärztlicher Verordnung.
Bei starken Nahrungsmittelallergien stehen unsere Oecotrophologinnen für Fragen der
(Einübung der) Selbstzubereitung der Kostformen zur Verfügung und bieten praktische
Unterstützung in Form von allergikergerechten Kochkursen an.
Räumliche Ausstattung:
Wir verfügen über 6 Funktionshäuser, die sich folgendermaßen Aufteilen:
1. Ärztehaus
3 Arztzimmer
Wartezimmer
Anmeldung
Diagnostikraum
Apotheke
3 Psychologenbüros
Entspannungsraum
2. Physiotherapie
7 Therapieräume
Wartezimmer
Bewegungsscheune
Fitnessraum + Aromatherapie
Bearbeiter/in
F.-M. Borke
Freigabe
Version
Freigabe-Datum
Seite
06
26.03.2012
Seite 8 von 9
3.
Therapeutikum WestFehmarn
Qualitätshandbuch
Klinikkonzept
Kapitel 1.2.3
Service Center
„Rezeption“
Verwaltungsbüro
Wäscheausgabe
Lager mit Küchenzeile
Abrechnungsraum
Büro Hausdame
Büro Objektleiter für Haustechnik und Hauswirtschaft
Weiteres Büro Hauswirtschaft
Aufenthaltstraum Hausmeister auf dem Beckerhof + Lager
Büro Geschäftsführer
Besprechungsraum
4. Küchengebäude
„Großküche“
Kalte Küche, Salatküche
Tiefkühler
Trockenlager
Milchkühlhaus
Gemüsekühlhaus
Trockenlager ausgelagert auf Beckerhof
5 Speiseräume
1 Multifunktionsraum ( Frühstücksraum und Schulraum)
1 Schulraum unterm Dach
Büro Küchenleitung
Büro Oecotrophologin
Toilettenräume
5. „Oecohaus“
Lehrküche
In Vorbereitung: „Raum der Stille“ und Aromatherapie
6. Kinderland
Kinderland 1
2 Kindergruppenräume
Schlafraum
Ruheraum
Garderobe
Toilettenräume
Kinderland 2
3 große Gruppenräume
Personalraum mit Küche
Materiallager
Toilettenräume
Essensausgabe
Garderobe
Schwienekuhle
Spielplatz
Bearbeiter/in
F.-M. Borke
Freigabe
Version
Freigabe-Datum
Seite
06
26.03.2012
Seite 9 von 9