KMU Magazins - Gewerbeverband Basel

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KMU Magazins - Gewerbeverband Basel
Offizielles Infomagazin des Gewerbeverbandes Basel-Stadt
an die Basler Bevölkerung
Nr. 2 Oktober 2015
www.gewerbe-basel.ch
BERNHARD HEUSLER
WAHLEN 2015
ARBEITSVERMITTLUNG
Die grosse volkswirtschaftliche
Bedeutung des FCB
Wer für eine wirtschaftsfreundliche Politik sorgt
«integratio» verhilft Langzeitarbeitslosen erfolgreich zu Jobs
ZUM INHALT
Editorial
3
Das Interview
4
Fokus
9
Arbeitsvermittlung – Porträt
10
Nationale Wahlen 2015
12
Dienstleistungen
15
Event Gewerbetagung
16
Politik Spezial
20
Jungunternehmerpreis
21
Berufsbildung
22
Blick zurück
27
Aufgetischt
29
Dienstleistungen
31
Energie und Umwelt
34
Reportage
36
Jubiläum
38
Kurzporträt
39
4
16
22
Impressum
Ein Produkt von
Herausgeber Gewerbeverband Basel-Stadt Projektleitung Dr. Josef Roos,
Public Voice Redaktion David Weber, Dr. Josef Roos, Felix Werner, Martin
Gruber Titelbild Fotolia.com Fotos Gewerbeverband Basel-Stadt (Tobias
Stöcklin), Dr. Josef Roos, Fotolia, Sony Pictures, ZVG Layout Daniel Eicher,
Eicher Design AG Druck Ringier Print Auflage 120‘000 Exemplare
2 Das KMU-Magazin
36
EDITORIAL
Liebe Leserin,
lieber Leser
Wie die Zeit vergeht! Der Herbst ist da und der Wahlherbst bald auch. Das
zeigt: Auch wenn die Kalenderblätter des Jahres 2015 spärlicher werden,
stehen noch wichtig Entscheidungen an. Eben die nationalen Wahlen beispielsweise oder die Strasseninitiative.
Für uns ist klar: Wir brauchen Politikerinnen und Politiker, die den Arbeitsund den Ausbildungsplätzen Sorge tragen. Und wir brauchen Rahmenbedingungen, die es den Unternehmerinnen und Unternehmern ermöglichen, die
Arbeits- und Ausbildungsplätze weiterhin zu gewährleisten. Vor allem auch
in Basel-Stadt.
Praktisch alle können sich wohl hinter diese Anliegen stellen. Und doch wird
in der Praxis längst nicht immer danach gehandelt. Vielleicht, weil man die
Existenz der zahlreichen KMU in Basel-Stadt als selbstverständlich und unveränderlich ansieht.
Die letzten Monate haben uns leider gezeigt, dass dies nicht so ist. Trotz des
grossen Einsatzes der Unternehmerinnen und Unternehmer konnten nicht
alle die zusätzliche Belastung durch die Frankenstärke auffangen. Dies verdeutlicht, dass alle Einschränkungen für KMU an der Substanz zehren. Bis
es zu viel wird.
Dr. Gabriel Barell
Direktor Gewerbeverband
Basel-Stadt
Deshalb dürfen wir die Verkehrssituation in Basel-Stadt nicht massiv verschlechtern, wie dies ein Ja zur Strasseninitiative und zum Gegenvorschlag
mit sich bringen würde. Unternehmerinnen und Unternehmer können sich
den Rahmenbedingungen nicht entziehen. Es sei denn, sie ziehen weg.
Stellen wir uns kurz vor: Was wäre Basel ohne KMU? Wir würden zu einem
Volk von Pendlerinnen und Pendlern werden. Wir würden in andere Kantone
pendeln zu unserer Arbeitsstelle, unserem Ausbildungsplatz, unserem Coiffeur, zum Bäcker. Tagsüber wäre die Stadt ziemlich tot und nachts erst recht.
Und bald würde Basel-Stadt Subventionen von den Bergkantonen erhalten,
da die Steuereinnahmen weggebrochen sind.
Natürlich ist das zum Glück eine Fantasterei. Trotzdem zeigt dieses Gedankenspiel den Wert der KMU, die zwei Drittel aller Arbeitsplätze und 80
Prozent aller Lehrstellen anbieten. Die vielfältigen Leistungen der KMU und
der Mehrwert für die gesamte Bevölkerung sind Thema dieser 2. Ausgabe
des «KMU Magazins», das an alle Haushalte im Kanton Basel-Stadt verteilt
wird. Etwa anhand des KMU «FC Basel», das der Region viel mehr bringt
als «bloss» Fussballmeistertitel. Und auch der Gewerbeverband Basel-Stadt
– selber ein KMU – ist viel mehr als einfach ein Wirtschaftsverband.
Ich wünsche Ihnen, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, eine anregende
Lektüre.
Das KMU-Magazin 3
DAS INTERVIEW
FC Basel-Präsident Bernhard Heusler
«Der FC Basel besitzt eine grosse
volkswirtschaftliche Bedeutung»
Der FC Basel ist das sportliche und wirtschaftliche Aushängeschild des Schweizer Fussballs. Clubpräsident
Bernhard Heusler erklärt im Interview, wie der FCB zu diesem Erfolg gekommen ist, was das Geheimnis
davon ist und welche volkswirtschaftliche Bedeutung der Verein geniesst.
Was macht das Alleinstellungmerkmal des FCB aus?
Bernhard Heusler: Nachdem Gigi
Oeri vor fünf Jahren das Präsidium
abgab, hat der Club auch keine Defizitgarantie mehr von ihr. Man kann
also nicht mehr auf sie zurückgreifen. In der Schweiz ist der entscheidende Unterschied gegenüber anderen Vereinen, dass es dem FCB in
diesen fünf Jahren gelungen ist,
durch Erfolge im internationalen
Fussball und aufsehenerregende Ergebnisse den Club so zu positionieren, dass die Spieler einerseits an
Wert gewannen, und andererseits
durch die regelmässig guten Auftritte ihr Ansehen steigerten und
4 Das KMU-Magazin
Prämien erwirtschafteten. Durch
Spielerverkäufe und Prämien von
internationalen Spielen kann und
konnte der FCB Zusatzeinnahmen
generieren, die ihm erlauben, ein
Spielerkader zu unterhalten, welches für die Schweiz eigentlich zu
teuer ist.
Sie werden also nicht von Mäzenen
unterstützt?
Nein, der Profifussball profitiert nicht
von Mäzenengeldern, deshalb müssen wir neben der nationalen Meisterschaft im internationalen Verhältnis Zusatzverdienste generieren, um
das Kader zu finanzieren. In seiner
sozialen Verantwortung gegenüber
den jungen Nachwuchsspielern profitiert aber der FCB nach wie vor von
der Stiftung Campus, die von Frau
Gigi Oeri gegründet wurde und von
ihr alimentiert wird.
Viele andere Clubs zeichnen sich
durch Querelen in der Führungsetage aus. Weshalb funktioniert es
in Basel?
Ich verfolge aus Überzeugung die
Philosophie, dass Vereinsfunktionäre sich in jeder Beziehung für den
Verein einzusetzen haben. Wenn sie
auf Nebenschauplätzen Machtkämpfe führen, schaden sie dem Club und
der Leistungsfähigkeit der Mannschaft. Zudem haben wir auch gute
DAS INTERVIEW
Nebst der sportlichen Bedeutung
hat sich der FCB auch zu einem
KMU mit volkswirtschaftlicher Bedeutung gemausert. Wieviele Mitarbeiter beschäftigt der FCB?
Wir beschäftigen 200 Personen
beim FCB (140 Vollzeitbeschäftigte). Dies ohne die Security, welche
inzwischen aber auch von uns übernommen wurde.
und bewährte Strukturen, damit alle
wissen, was sie zu tun haben. Ich
schaue deshalb immer darauf, nicht
Menschen zu engagieren, die sich
profilieren wollen, sondern solche,
die ihre erworbene Kompetenz in
den Club hineinfliessen lassen. Deshalb haben wir in unserer Clubleitung auch nie Themen, die auf einen
Machtkampf hindeuten. Jeder hat
diese Philosophie für sich verinnerlicht. Ich muss diese nicht durchsetzen.
Welchen Jahresumsatz erzielt der
FCB? Wie hoch sind die Ausgaben?
Wir budgetieren einen Jahresumsatz
von 55 bis 60 Mio. Franken (Ertragsbudget). Zugleich haben wir ein 10
bis 15 Mio. Franken höheres Aufwandbudget. Wir starten also ins
Jahr mit einem theoretischen Verlust von 10 bis 15 Mio. Franken. Wir
budgetieren dabei nur auf der Basis
«Nationales Geschäft». Das internationale Geschäft mit der Championsleague sowie die Transfererlöse erscheinen nicht im Budget. Wir betrachten das als ausserordentliche
Sondereffekte. Aufgrund dieser
Sondereffekte konnten wir in den
letzten fünf Jahren jeweils Gewinne
erzielen. Aber eben: Immer nur
durch die Sondereffekte wie Spieler,
die uns wegen ihrer Karriereplanung
und in Absprache mit uns verlies-
sen oder durch ChampionsleaguePrämien. Übers Budget hinaus konnten wir deshalb Jahresgesamterträge von 105 Mio. Franken erwirtschaften. Also 40 Mio. Franken Sondereffekte mehr als budgetiert. Eine
eigentlich enorme Summe. Als Endergebnis machten wir in den letzten
Jahren zwischen 10 bis 15 Mio.
Franken Gewinn. So haben wir freie
Kapitalreserven von 30 Mio. Franken plus stille Reserven.
In welchen Bereichen sind diese
Mitarbeitenden beschäftigt?
In der Administration, der Buchhaltung, im Marketing, Ticketing
und Fanartikelverkauf, wir haben
Scouts, viele Trainer in der Nachwuchsabteilung, Mitarbeitende für
die erste Mannschaft, Wäscher,
Greenkeeper, Stadiontechniker, das
Medico-Team, Betreuer und die Profifussballer selber.
Sicher können auch externe Firmen
vom Basler Erfolg profitieren…
Ja, eine Cateringfirma ist bei uns
tätig, zudem viele Firmen, die an
den Spielen Stände haben, eine
Firma, die den Stadionunterhalt
betreibt sowie zahlreiche Unternehmen, die uns ihre Dienstleis-
Eigentlich sind Sie dazu verurteilt,
erfolgreich zu sein!
Ja. Denn ohne diesen Erfolg könnten wir die laufenden Kosten nicht
bewältigen und müssten die erste
Mannschaft redimensionieren. Dieses Schicksal aber teilen wir mit
jedem Fussballclub dieser Welt.
Ist der FCB steuerbefreit?
Wir sind eine Aktiengesellschaft,
werden nicht pauschalbesteuert und
sind auch nicht steuerbefreit. Über
die Mehrwertsteuer generiert der
FCB indirekt bedeutende Summen
für die Staatskasse. Die Spieler bezahlen ganz normal Einkommenssteuern. Eine von der Swiss Football League in Auftrag gegebene
Studie hat eruiert, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten des FCB in
der Schweiz zu Steuereinnahmen
in der Höhe von rund 9 Mio. Franken pro Jahr führen.
Das KMU-Magazin 5
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DAS INTERVIEW
Sie sind Jurist und Präsident des FC
Basel. Welche Verbindung hatten
Sie früher zum FCB?
Bevor ich 2003 zum FC Basel ging
und ein offizielles Mandat des damaligen Präsidiums Werner Edelmann und Gigi Oeri bekam, hatte
ich zum Verein nur eine emotionale
Bindung. Die Liebe zum Club war
schon immer da und ist familiär begründet. Bereits meine Grosseltern
waren grosse Anhänger.
tungen zur Verfügung stellen. Zudem profitieren namentlich der
Tourismus, die Hotellerie und die
Restaurants.
Wie hoch ist das gesamte Arbeitsvolumen, das durch den FCB generiert wird?
Die Aktivitäten des FCB schaffen
im Kanton Basel ein Arbeitsvolumen von 540 Vollzeitstellen. Für
die gesamte Schweiz beträgt das
ausgelöste Arbeitsvolumen rund
790 Vollzeitstellen. Dies laut der
Wertschöpfungsstudie des Schweizer Fussballverbandes.
Welche Bedeutung hat der FCB zudem für den Tourismus und die
Gastronomie?
Über die gesamte Saison 2013/14
sind insgesamt rund 720‘000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet worden. Ausserdem sind
rund 48‘000 Logiernächte im Kanton Basel ausgelöst worden. Der
grösste Teil davon fällt in der Parahotellerie sowie bei Freunden
und Verwandten an.
Welche volkswirtschaftliche Wertschöpfung generiert dabei der FCB?
Die Gesamtaktivitäten des FCB und
seines ökonomischen Umfelds haben in der Saison 2013/14 einen
Umsatz von rund 182 Mio. Franken
im Kanton Basel bzw. 241 Mio. CHF
in der Schweiz ausgelöst.
Wie schätzen Sie persönlich die
volkswirtschaftliche Bedeutung des
FCB ein?
Ohne Zweifel ist die volkswirtschaftliche Bedeutung sehr gross
geworden und für die Region kaum
mehr wegzudenken. Wir generieren Arbeitsplätze, geben externen
Firmen Aufträge, bezahlen Steuern und sind – was auch gesagt
werden muss – der Identifikationsclub für die Region und für viele
Schweizer. Auch ist der FCB ein
internationales Aushängeschild für
die Stadt Basel.
Wohin geht der Weg des FCB?
Wir müssen probieren, national unsere Spitzenposition zu behalten,
was hohe Anstrengung, viel Aufwand und auch Glück erfordern
wird. International wollen wir weiterhin Fussballeuropa überraschen,
was nicht selbstverständlich ist. Das
ist unsere grosse Herausforderung.
Was bewog Sie, Präsident des FCB
zu werden?
2006 wurde ich Vizepräsident. 2009
teilte mir die damalige Präsidentin
Gigi Oeri mit, dass sie nicht mehr
operativ tätig sein wolle und übergab mir diese Aufgaben. Schon damals war es absehbar gewesen,
dass sie auch das Präsidium abgeben möchte. 2012 übergab sie mir
schliesslich das Amt. Eigentlich
war dies nicht mehr ein so grosser
Schritt – der grosse Schritt war
2009, als ich gesehen habe, dass
ich meine ganze Energie für den
Club benötige, um meine Aufgabe
zu erfüllen. 2012 kamen nur noch
repräsentative Aufgaben hinzu und
das Gefühl, dass man in der letzten
Verantwortung für das Gute und
weniger Gute steht.
Was macht dieses besondere Amt
überhaupt aus? Ihre Herausforderungen?
Das Besondere ist, ein Unternehmen
– ein KMU mit gegen 200 Mitarbeitenden – zu führen, das extrem in der
Öffentlichkeit steht und bis zu einem
gewissen Grad das emotionale Wohlbefinden einer ganzen Region mitbestimmt. Besonders ist auch, dass das
Unternehmen in seinem Image und
Wirtschaftlichkeit von der Leistung
einer kleinen Gruppe von Profifussballern abhängig ist. Jeder Mitarbeitende muss deshalb wissen, dass er
nur im Unternehmen ist, um seinen
Beitrag optimal zu leisten, damit das
Team funktioniert. Jeder muss das
verinnerlicht haben. Von zuunterst
bis zuoberst.
Das KMU-Magazin 7
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FOKUS
Die KMU in Basel – ein entscheidender Wirtschaftsfaktor
Zwei Drittel aller Arbeitnehmenden
sind in KMU beschäftigt
Basel ist bekannt für seine global agierenden Grossfirmen. Aber hätten Sie gewusst, dass 99,62 Prozent
aller Firmen KMU sind, die 66,39 Prozent aller Arbeitsplätze anbieten?
Die grosse Stärke der Schweiz sind
ihre kleineren und mittleren Unternehmen. Als KMU gelten offiziell
Firmen von 1 bis 249 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie sind die
Basis für eine konstante und innovative Wirtschaftsentwicklung. Sie
sind die unentbehrlichen Zulieferer
der global tätigen Grossfirmen. In
der Schweiz sind 99,6 Prozent aller
Firmen KMU.
Auch in Basel ist dies nicht anders.
Bekannt durch Global-Player wie
Novartis und Roche hat die Rheinmetropole mit 99,62 Prozent einen
nicht weniger hohen KMU-Anteil
als die gesamte Schweiz. 88,34 Prozent aller Unternehmen in Basel beschäftigen maximal neun Mitarbeitende, 8,91 Prozent 10 bis 49 und
2,37 Prozent 50 bis 249 Mitarbeitende. Interessant in dieser Statistik
ist, dass in Basel bloss 0,38 Prozent
aller Firmen mehr als 250 Angestellte beschäftigen.
KMU bieten 80 Prozent aller Lehrstellen an
Die KMU in Basel stellen zudem mit
66,39 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten den Löwenanteil aller Arbeitsplätze. Bezüglich Anzahl Firmen und
Beschäftigungsanteil existieren Statistiken. Leider gibt es keine exakten
Zahlen was die Anzahl Lernende betrifft. Man geht jedoch davon aus,
dass die KMU mit schätzungsweise
80 Prozent aller Lehrstellen Hauptträger des Berufsbildungssystems sind.
KMU stellen den Grossteil an Arbeits- und Ausbildungsplätzen (im Bild: Peter Riedel, Riedel Metallbau)
Bekannt ist, dass KMU im Verhältnis
zu ihrer Mitarbeiterzahl eine deutlich
höhere Ausbildungsquote haben als
Grossfirmen.
Die KMU sind für die Schweiz ein entscheidender Erfolgsfaktor. Sie haben
auf den Arbeitsmarkt und auf die Be-
rufsbildung einen stabilisierenden Einfluss, weil sie weniger konjunkturanfällig als die grösseren Betriebe sind.
Die KMU sind es, die massgeblich zur
unternehmerischen Kreativität, zum
Wirtschaftswachstum und zum Wohlstand beitragen – in der Region Basel
wie auch in der ganzen Schweiz.
Anzahl Firmen in Basel (2012)*
Firmen
Anteil der Firmen
Anteil KMUGrossfirmen
Anzahl Firmen
99,62 %
16‘563 Firmen
1 – 9 Mitarbeiter
88,43 %
10 – 49 Mitarbeiter
8,91 %
50 – 249 Mitarbeiter
2,37 %
250 – ... Mitarbeiter
0,38 %
0,38 %
64 Firmen
Anteil der Vollzeitbeschäftigten
Anteil Vollzeitbeschäftigte zwischen
KMU-Grossfirmen
Anzahl Vollzeitbeschäftigte
66,39 %
98‘593
33,61 %
49‘913
Firmen
1 – 9 Mitarbeiter
18,63 %
10 – 49 Mitarbeiter
21,18 %
50 – 249 Mitarbeiter
13,48 %
250 – ... Mitarbeiter
33,61 %
* Die Daten wurden vom Bundesamt für Statistik erhoben.
Das KMU-Magazin 9
ARBEITSVERMITTLUNG
Porträt – endlich wieder eine feste Stelle
«integratio hat mir wieder zu
Erfolgserlebnissen verholfen»
Pascal Meier arbeitete 22 Jahre am EuroAirport Basel in verantwortungsvollen Positionen, bis er vor
allem wegen privaten Turbulenzen aus dem Arbeitsprozess fiel. Dank der Hilfe von «integratio», einem
Projekt des Gewerbeverbandes, hat er im Rathaus einen neuen Job gefunden.
nehmen haben.» Die Betreuung sei
ehrlich, kritisch und motivierend
zugleich. Aber was für eine Stelle
wäre passend?
Pascal Meier ist gelernter Luftverkehrsangestellter (EFZ) und hat 22
Jahre am Swissport am EuroAirport
gearbeitet – unter anderem als Abteilungsleiter Ladeplanung und Passagierdienste gearbeitet. Meier verfügt über sehr gute Fremdsprachenkenntnisse, ist kommunikativ und
kann gut mit schwierigen Situation
umgehen.
«Wie ein Fisch im Wasser»: Pascal Meier am Empfang des Basler Rathauses.
Die Erleichterung steht Pascal Meier ins Gesicht geschrieben. Nach
einer schwierigen Zeit hat er im Rathaus einen neuen Job gefunden.
«Ich fühle mich hier wie ein Fisch im
Wasser», sagt Meier. Er sei Basler,
politisch interessiert und habe diese
Stadt gern. Nach einer längeren Phase
der Arbeitslosigkeit hat er nun wieder
neuen Lebensmut geschöpft. «Es ist
schön zu spüren, dass man noch gebraucht wird», sagt der 46-Jährige.
«Ich wollte einfach nur arbeiten»
Zu verdanken hat er dies «integratio», einem Stellenvermittlungsprojekt des Gewerbeverbandes BaselStadt, des Amts für Wirtschaft und
10 Das KMU-Magazin
Arbeit sowie der Sozialhilfe des
Kantons Basel-Stadt. Zu «integratio» kam er im Januar 2015. Knapp
vier Jahre lang hatte Pascal Meier
mithilfe des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV vergeblich
versucht, wieder Fuss zu fassen. Ein
Teilzeiteinsatz folgte auf den nächsten. Meiers Zeugnisse waren stets
tipptopp, eine feste Anstellung erhielt er trotzdem nicht. Auf Bewerbungen erhielt er stets nur Absagen.
«Ich hätte alles gemacht», sagt Meier, «ich wollte einfach nur arbeiten.»
Dann wurde er an «integratio» überwiesen. «Ich merkte sofort, dass sie
hier sehr gute Kontakte zu Unter-
Wieder Selbstvertrauen gegeben
Plötzlich rief ihn sein integratioJob-Coach Sandro Balestra an: «Ich
denke, ich habe da etwas, das auf
Sie zugeschnitten ist.» Eine Stelle
am Empfang des Basler Rathauses.
Und tatsächlich, es klappte. «Auch
dank eines Spezial-Coachings von
integratio vor dem Vorstellungsgespräch», sagt Meier.
Die abwechslungsreiche Arbeit gefällt Pascal Meier sehr. Er empfängt
die Gäste des Rathauses, unterstützt
die anderen Abteilungen, hilft Touristinnen und Touristen, nimmt Anliegen verärgerter Bürger auf und
vieles mehr. «integratio hat mir neues Selbstvertrauen gegeben und mir
geholfen, dass ich wieder Erfolgserlebnisse habe», freut sich Pascal
Meier, der nun positiv in die Zukunft
blicken kann.
ARBEITSVERMITTLUNG
integratio – Chancen schaffen
«Dieses Projekt unterscheidet sich
von anderen Anbietern»
David Hasler (Impact Arbeitsintegration) arbeitet als Zuweiser von stellensuchenden Personen eng mit
«integratio Basel», einem Projekt des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, zusammen. Die Gründe: Die guten
Direktkontakte zu Unternehmen und das ganz spezielle Coaching.
den. Für ihn ist seine Arbeit ein
eigentlicher Traumjob. «Ich kann
mithelfen, bei anderen Menschen
etwas zum Positiven zu verändern.»
Dabei setzt er auch weiterhin auf die
«sehr unkomplizierte» Zusammenarbeit mit «integratio Basel».
David Hasler hat 2013 im Auftrag
der Gemeinde Allschwil die Fachstelle für Arbeitsintegration aufgebaut. So konnte die Betreuung und
die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen bei der Sozialhilfe aus
einer Hand gewährleistet werden.
«Bei der Sozialarbeit der Gemeinde
waren bis dahin zu wenige Ressourcen für die Arbeitsintegration übrig
geblieben», schildert Hasler.
www.impact-ai.ch
David Hasler, Spezialist für Arbeitsintegration.
Durch seine Arbeit stieg die Quote
der erfolgreichen Wiedereingliederungen in die Arbeitswelt auf 60
Prozent, was einem ausserordentlich hohen Wert entspricht. Deshalb
lohnen sich die Investitionen der
Gemeinde in die Arbeitsintegration,
denn durch die Ablöse von der Sozialhilfe können grosse Summen an
Unterstützungsbeiträgen gespart und
das Budget entlastet werden.
«integratio» vermittelt vier von
fünf Personen erfolgreich
«integratio» – ein Arbeitsvermittlungsprojekt des Gewerbeverbandes, des Amts für Wirtschaft und
Arbeit sowie der Sozialhilfe des
Kantons Basel-Stadt – ist ein wichtiger Partner von David Hasler geworden. «integratio unterscheidet
sich von gewissen anderen Anbietern», sagt der ausgebildete Sozialarbeiter. «Dort wird voll auf die Integration in den ersten Arbeitsmarkt
gesetzt und nicht mit Trainingprogrammen gearbeitet.» Das berück-
sichtigt David Hasler, wenn er Personen für jeweils sechs Monate «integratio» zuweist. Die Stellensuchenden dürfen nicht zu weit weg vom ersten Arbeitsmarkt sein. Die Erfolgsquote von «integratio» ist entsprechend hoch: Vier von fünf Personen
haben danach eine unbefristete Stelle.
Viele Direktkontakte zu KMU
Die spezielle Stellenvermittlung
profitiert dabei von der Nähe zum
Gewerbeverband und den umfangreichen Direktkontakten zu Unternehmen mit offenen Stellen. Das
«integratio»-Team weiss genau, was
die Anforderungen für die jeweiligen Jobs sind. So ist es für David
Hasler einfacher, aus seinem Pool
mit Stellensuchenden den passenden Kandidaten oder die passende
Kandidatin für eine Stelle zu finden.
David Hasler unterstützt mittlerweile mit seiner Firma «Impact Arbeitsintegration» auch andere Gemein-
Erfolgreich: «integratio»
Seit 2009 bringt der Verein «integratio» Stellensuchende aus den
Kantonen BS, BL und SO sowie Unternehmen mit offenen Stellen zusammen. Und das sehr erfolgreich,
denn als Projekt beim Gewerbeverband Basel-Stadt verfügt «integratio» über hervorragende Kontakte zu Firmen. Wer es in den
Vermittlungspool schafft, hat eine
hohe Chance, innert kurzer Zeit
über «integratio» in einem entlöhnten Arbeitseinsatz tätig zu sein.
Von den 120 Personen, die im Jahr
2014 im Vermittlungspool waren,
konnten 90 Personen in eine Arbeitsstelle vermittelt werden. Diese generierten mit ihrer Arbeitsleistung im letzten Jahr eine
Bruttolohnsumme von über 1,66
Millionen Franken. Geld, welches
nicht mehr von Sozialhilfe oder
Arbeitslosenversicherung ausgegeben werden muss.
www.integratiobasel.ch
Das KMU-Magazin 11
Der Politologe Prof. Dr. Marc Bühlmann im Interview
«Unternehmer finden
bei wirtschaftlichen Fragen
andere Lösungen»
Am 18. Oktober stehen die National- und Ständeratswahlen an. Der Politologe Marc Bühlmann über die Rolle der beruflichen Herkunft der Gewählten und mögliche Verschiebungen.
Wenn man die berufliche Herkunft anschaut,
wie ist da die Nationalrats- und Ständeratsdeputation aus Basel-Stadt zusammengesetzt?
Marc Bühlmann: Die zwei Vertreterinnen und
die vier Vertreter des Kantons Basel-Stadt passen recht gut ins allgemeine berufliche Bild des
Parlaments: Anita Fetz gibt als Beruf Unternehmensberaterin an, Silvia Schenker ist Sozialarbeiterin, Sebastian Frehner ist als Jurist unter
anderem im Polit-Consulting tätig, Beat Jans
arbeitet als Geschäftsführer bei ecos und ist gelernter Landwirt, Markus Lehmann ist Versicherungsfachmann und Daniel Stolz arbeitet als
Geschäftsleiter bei der Aids-Hilfe beider Basel.
Fehlt eigentlich nur ein Lehrer (lacht).
Was wären die Folgen, wenn es immer weniger
Unternehmer im Nationalrat hätte?
Erhellend ist diesbezüglich eine Analyse zum Abstimmungsverhalten im Parlament, die kurz vor
den Wahlen 2011 im Auftrag des Schweizerischen
Gewerbeverbandes durchgeführt wurde. Als be-
12 Das KMU-Magazin
sonders KMU-freundlich zeigten sich die SVP und
die FDP, die bei rund drei Vierteln der Abstimmungen gemäss der Empfehlung des Gewerbeverbandes stimmten. Auf die BDP entfiel eine Übereinstimmungsrate von rund 63 Prozent, auf die CVP
von 58 Prozent und die GLP von 56 Prozent. LinksGrün stimmte hingegen eher KMU-feindlich:
Während die SP in 29 Prozent aller untersuchten
Abstimmungen mit dem Gewerbeverband übereinstimmte, zeigte sich für die Grüne Partei ein
Wert von 28 Prozent. Selbst wenn es also weniger
Unternehmer im Parlament geben sollte, sorgen
vor allem die bürgerlichen Parteien nach wie vor
für eine unternehmerfreundliche Politik.
Gibt es Sachfragen, bei denen es wichtig wäre,
mehr Unternehmer im Parlament zu wissen?
Es ist davon auszugehen, dass Unternehmer vor
allem bei wirtschaftlichen Fragen andere Lösungsvorschläge finden als beispielsweise Angestellte. Der Graben zwischen Arbeit und Kapital,
um das mal ein bisschen antiquiert zu sagen, ist
NATIONALE WAHLEN 2015
ja einer der bestimmenden Faktoren in der Politik,
der häufig auf Links vs. Rechts reduziert wird.
Wie läuft bei den Parlamentarierinnen und
Parlamentarier unterschiedlicher Berufe die
Entscheidungsfindung ab?
Ein Unternehmer zieht sicherlich häufiger andere Interessenorganisationen zu Rate als ein
Angestellter oder ein Landwirt. Ob ein Parlament unternehmerfreundliche Entscheide fällt
oder nicht, ist nicht so sehr vom Umstand abhängig, wie viele Unternehmer in diesem Parlament sitzen, sondern vielmehr auch von zahlreichen ausserparlamentarischen Akteuren.
Weshalb stellen sich eigentlich nur relativ wenige Unternehmer für eine Nationalratskandidatur zur Verfügung?
Der französische Gelehrte Alexis de Tocqueville
sagte schon im 19. Jahrhundert, es würden sich
Unternehmer kaum für die Politik zur Verfügung stellen, weil die Attraktivität der Politik
gering sei; es lohne sich wesentlich mehr, den
eigenen Reichtum zu verwalten und zu mehren.
Mehr noch: «Oft belädt man sich nur mit der
Leitung der Staatsgeschäfte, wenn man sich unfähig fühlt, die eigenen zu bewältigen.»
Zeichnet sich bei den kommenden Wahlen eine
Veränderung in Richtung mehr Unternehmer ab?
Auch nach den Wahlen 2015 dürfte es wohl
kaum nennenswert mehr Unternehmer geben
im Parlament. Man kann erwarten, dass ein hoher Anteil an bürgerlichen Politikern wohl eher
zu unternehmerfreundlicher Politik führen wird.
Grosse Verschiebungen von Links nach Rechts
(oder umgekehrt) sind aber bei den Wahlen im
Herbst eher nicht zu erwarten.
Und wenn es Verschiebungen innerhalb des
bürgerlichen Lagers gibt?
Die SVP wurde bisher als Vertreterin der KMU
wahrgenommen. In einer im Juli dieses Jahres
durchgeführten Befragung von KMU-Chefs durch
gfs Bern zeigte sich aber, dass die FDP ein höheres Ansehen geniesst als die SVP, was unternehmerfreundliche Politik betrifft. Dies wird
von den Studienleitern auf die Europapolitik der
SVP zurückgeführt, die vor allem grössere Unternehmen behindere. Veränderungen könnten sich
also insbesondere aufgrund von Verschiebungen im Bürgerblock ergeben.
Zur Person:
Prof. Dr. Marc Bühlmann ist seit 2011 Direktor
von Année Politique Suisse am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Bern. In seiner Habilitationsschrift hat er den Einfluss institutioneller Kontexte auf individuelles politisches Verhalten untersucht.
Gruppe 23
Mehr Unternehmergeist in die Politik
Wer die Frage stellt, was Unternehmertum bedeutet,
wird ab und zu die Antwort erhalten: «Chef oder Chefin sein, gut verdienen und andere für sich arbeiten
lassen.» Dieses Klischee hat mit der Realität wenig
zu tun. Unternehmerinnen und Unternehmer investieren namhafte finanzielle Mittel in ihre Firma und
sind bereit, das unternehmerische Risiko sowie die
Verantwortung für ihre Mitarbeitenden zu tragen.
Ob Wechselkursproblematik, Online-Konkurrenz
oder neue gesetzliche Regelungen: Sie stehen laufend vor neuen Herausforderungen, die sie annehmen müssen, um weiterhin erfolgreich zu sein. Wer
nur klagt und fordert, andere müssten mehr Rücksicht nehmen, wird auf die Dauer nicht erfolgreich
sein. Die Fähigkeit, Herausforderungen anzugehen, praktikable und bezahlbare Lösungen zu finden und dafür zu sorgen, dass diese auch umgesetzt werden, ist eine unternehmerische Qualität,
die auch in der Politik verstärkt Platz finden sollte.
Diese Meinung vertritt die «Gruppe23», die als Vereinigung zur Förderung des Unternehmertums aufzeigen will, welch fundamentale Bedeutung das
Unternehmertum für die Gesellschaft und den Wohlstand in unserem Land hat. Darum empfiehlt die
«Gruppe23» Persönlichkeiten zur Wahl, die als Unternehmerinnen und Unternehmer bewiesen haben,
dass sie über die nötigen Fähigkeiten verfügen.
www.gruppe23.ch
Das KMU-Magazin 13
PUBLIREPORTAGE
Berufsausbildung Fachfrau / Fachmann Gesundheit (FaGe)
UKBB: 45 Auszubildende auf dem
Weg zum Berufsabschluss
Jennifer Heidolf ist Fachfrau Gesundheit (FaGe) mit Leib und Seele. Ihr Alltag besteht einerseits aus pflegerischen Aufgaben wie Blutdruck messen, waschen oder auch einfach mal ein
Spiel spielen. Andererseits organisiert sie eine Röntgenaufnahme oder betreut das Stationstelefon. Im Interview erzählt sie, weshalb dieser Job wie für sie gemacht ist.
Frau Heidolf, wieso sind Sie FaGe geworden?
Jennifer Heidolf (JH): Meine Oma war lange im
Altersheim. Niemand hatte dort so richtig Zeit für
sie. Ich wollte das unbedingt besser machen und
entschloss mich, FaGe zu werden. Zudem reizte
mich die Mischung aus der Arbeit am Patienten und
administrativen Aufgaben. Das macht den Job so
abwechslungsreich.
Wie war Ihre Zeit als Auszubildende im UKBB?
JH: Ich wurde super betreut und konnte extrem viel
profitieren. Während Klassenkameraden einmal pro
Monat eine Aufgabe zur Lösung erhielten, konnte
ich täglich mit meinen Berufsbildnerinnen zusammensitzen. Auch auf die wiederkehrenden Tests
wurde ich mit einer Checkliste perfekt vorbereitet.
Ein Jahr nach Ihrem Abschluss. Wie sieht Ihre Zukunft aus?
JH: Ich möchte unbedingt FaGe bleiben, weil ich
meine Arbeit liebe. Deshalb habe ich mich auch
gegen eine Weiterbildung als Pflegefachfrau HF
entschieden. Jedoch würde ich sehr gerne mein
Wissen und Gelerntes an Auszubildende weitergeben. Bereits begleiten mich FaGes in Ausbildung bei der täglichen Arbeit. ‹Richtige› Berufsbildnerin zu werden und gleichzeitig meinen Job
zu machen, das wäre für mich perfekt.
Pflege Aus- und Weiterbildung am UKBB
– Fachfrau / Fachmann Gesundheit:
45, davon je 15 pro Lehrjahr
– Pflegefachperson Höhere Fachschule: 37 - 38
– Nachdiplomstudium Intensiv-, Notfall- /
Anästhesie: 10 pro Jahr
– Nachdiplomkurs NDK Neonatologie: 4 pro Jahr
– Bachelor / Master in Pflegewissenschaften: 2 - 3
14 Das KMU-Magazin
Jennifer Heidolf: «FaGe ist für mich der perfekte Beruf»
FaGe Ausbildung: Motivation ist das Wichtigste
Pflegekräfte mit Erfahrung im Kinder- und Jugendbereich zu finden, ist nicht einfach. Deshalb liegt
es Caroline Stade, Leiterin Pflegedienst am Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), am Herzen,
die ausgebildeten Pflegefachpersonen und Fachpersonen Gesundheit (FaGe) im Spital behalten zu können. Das war anfangs besonders bei den FaGes
schwierig: «Wir hatten so viele Bewerbungen für die
Ausbildungsplätze zur FaGe erhalten, dass wir uns
auf diejenigen konzentrierten, die den besten Notendurchschnitt mitbrachten. Doch die waren so gut,
dass sie sich alle zur Pflegefachperson HF weiterbilden wollten und somit das UKBB oft wieder verlassen haben.» Unterdessen legt das UKBB den Fokus
bei der Rekrutierung der Auszubildenden vor allem
auf die Motivation, der Notendurchschnitt ist
zweitrangig. «Dank dieser Strategie bleiben uns
mehr FaGes nach ihrem Abschluss erhalten.»
DIENSTLEISTUNGEN
PEGEBA – Die Pensionskasse für KMU
«Vorsorge muss nicht
kompliziert sein. Nur sicher.»
Die Pensionskasse Gewerbe Basel (PEGEBA) kennt die Bedürfnisse der KMU-Wirtschaft.
Und deshalb kann sie seit vielen Jahren ideale Vorsorgelösungen für Unternehmen jeder
Grösse anbieten. Wie das konkret aussieht, erklärt Philipp Spichty, Stiftungsratspräsident der
PEGEBA.
Herr Spichy, warum ist eine gute Vorsorge überhaupt wichtig für KMU?
Philipp Spichty: Weil eine ideale Pensionskassenlösung diverse Vorteile bietet. Einerseits werden
die Pensionskassenleistungen für gut qualifizierte
Arbeitnehmende in der Stellenauswahl immer
wichtiger. Ein Unternehmen kann sich so einen
Vorteil gegenüber Mitkonkurrenten verschaffen.
Andererseits ist für KMU auch bei der Pensionskasse das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig. In
beiden Bereichen kann die PEGEBA punkten.
Wie konkret?
Die PEGEBA ermöglicht mit sechs unterschiedlichen und auf die Bedürfnisse der Unternehmen
zugeschnittenen Leistungsplänen eine individuelle Gestaltung der Vorsorge. Konkret: Wer für seine
Mitarbeitenden oder für das Kader mehr machen
will, hat diverse Möglichkeiten. Eine Plafonierung
der Lohnsumme gegen oben gibt es nicht. Auf der
anderen Seite bleibt die PEGEBA auch für Kleinstfirmen die ideale Pensionskasse. Bei uns gibt es
weder eine Minimalprämie noch Einschränkungen bei der Betriebsgrösse. Jeder bezahlt so viel,
wie es für die jeweilige Leistung angemessen ist.
Seit 2014 wird jede Firma als selbstständiges Vorsorgewerk geführt. Warum?
Auch das zeigt die Flexibilität der PEGEBA. Jede
Firma hat ihren individuellen Deckungsgrad. Für
neue Kunden hat das den Vorteil, dass das Unternehmen mit dem aktuellen Vorsorgegrad aufgenommen werden kann. Und bereits bestehende
Kunden werden in ihren Leistungen nicht tangiert,
wenn eine Firma mit einer Unter- oder Überdeckung in die PEGEBA eintritt.
Philipp Spichty, Stiftungspräsident der PEGEBA.
ziert sein. Nur sicher.» Die PEGEBA ist sich der
Verantwortung bewusst und macht keine Experimente mit den Vorsorgeguthaben ihrer Kunden.
Dass man trotz einer verantwortungsvollen Anlagestrategie erfolgreich sein kann, zeigt die PEGEBA seit 30 Jahren. Die Sicherheit ist zu jedem
Zeitpunkt das oberste Gebot bei den Anlagen,
weshalb auf komplizierte und undurchsichtige
Anlagevehikel verzichtet wird.
www.pegeba.ch
Welche Anlagestrategie verfolgt die PEGEBA?
Unser Motto lautet: «Vorsorge muss nicht kompli-
Das KMU-Magazin 15
Moderator Dani von Wattenwyl im Gespräch mit den fünf Finalteilnehmern des Publikumspreises des IWB KMU Awards.
Gewerbeverbandsanlass mit über 500 Gästen
Wirtschaft, Politik und Verwaltung
trafen sich zur Gewerbetagung
Es ist der zweitgrösste Netzwerkanlass des Gewerbeverbandes Basel-Stadt. Die Gewerbetagung von Anfang September. Auch dieses Jahr trafen sich am 10. September über 500 Mitglieder sowie Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik in der Messe Basel. Neben optimistischen Voten, politischen Forderungen (siehe Text rechts) standen unter anderem
musikalische Highlights, Informationen über die «Werkarena Basel» sowie die Verleihung
des IWB KMU Awards 2015 auf dem Programm. Mehr zur Gewerbetagung finden Sie unter
www.gewerbe-basel.ch.
Die Stimmung ist ausgezeichnet.
Die Gewerbetagung beginnt mit einem gemütlichen Apéro.
Später sorgten die «Männerstimmen Basel» für die Musik.
Das Projekt «Werkarena Basel» stellt sich vor.
16 Das KMU-Magazin
GEWERBETAGUNG
Bessere Erreichbarkeit und Transparenz bei Gebühren
Frankenstärke: Weitere Schritte zur
Verbesserung der Rahmenbedingungen
Der Gewerbeverband Basel-Stadt setzt sich weiterhin dafür ein, dass KMU angesichts der
Herausforderung «Frankenstärke» möglichst gute Rahmenbedingungen haben. So soll das
Parkplatzproblem entschärft, die Gebührenbelastung transparent gemacht und der Spielraum
der Beizer bei der Veranstaltung von Feierabendkonzerten ausgeweitet werden.
Gewerbedirektor Gabriel Barell betonte in seiner
Ansprache der Gewerbetagung vom 10. September die Herausforderungen für die regionale
KMU-Wirtschaft. Diese spüren seit der Frankenstärke die Überregulierung und alle anderen Fesseln noch stärker als zuvor. Leider führt dies auch
vermehrt zu Geschäftsschliessungen und Arbeitsplatzabbau, wie regelmässig in den Medien zu
lesen ist.
Viel Handlungsbedarf
Um die Belastungen für KMU etwas zu lindern, hat
der Gewerbeverband Basel-Stadt im April zusammen mit dem Arbeitgeberverband und anderen ein
«Entfesselungspaket lanciert». Einige Forderungen
daraus hat die Regierung erfreulicherweise bereits
umgesetzt, wie gewisse Lockerungen beim Zufahrtsregime in die Innenstadt, betonte Gabriel Barell.
In anderen Bereichen gibt es aber noch viel Handlungsbedarf. Deshalb haben zehn Grossrätinnen
und Grossräte zehn Vorstösse eingereicht. «Zum
Beispiel, um die kundenfreundliche Erreichbarkeit der Basler KMU zu verbessern. Hier zeigt sich,
dass der nicht kleine Teil der autofahrenden Kundschaft gerade im grenznahen Ausland bessere Bedingungen vorfindet», erklärte Gabriel Barell.
Ein weiterer Schritt
Zu den konkreten Forderungen gehören eine Erneuerung des veralteten Parkleitsystems, das Verhindern des weiteren Parkplatzabbaus, eine Vergünstigung der Parkgebühren in den öffentlichen
Parkhäusern während der ersten drei Stunden und
die Publikation eines öffentlich einsehbaren Gebührenkatalogs. Weiter soll es im Sinne einer lebendigeren Stadt Restaurants endlich möglich
sein, unbürokratisch kleine Feierabendkonzerte
veranstalten zu können.
Gewerbedirektor Gabriel Barell während seiner Rede.
«Beim Verkehrskonzept Innenstadt haben wir am
Verhandlungstisch Erfolg gehabt und zusammen
mit den Behörden viele Probleme beseitigt», sagte
Gewerbedirektor Barell. «Das stimmt uns zuversichtlich, dass dieses Vorstosspaket ein weiterer
Schritt hin zu besseren Rahmenbedingungen für
die KMU-Wirtschaft darstellt.»
Das KMU-Magazin 17
REHAB Basel
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Das REHAB Basel ist spezialisiert für
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1
GEWERBETAGUNG
Energieeffizienz zahlt sich aus
Alabor Gartenbau und Kurierzentrale
gewinnen den IWB KMU Award 2015
IWB und der Gewerbeverband Basel-Stadt verliehen bereits zum dritten Mal den IWB KMU
Award für Energieeffizienz, Innovation und Engagement. Der Jurypreis geht 2015 an die Alabor
Gartenbau AG. Der erstmals lancierte Public Award holte sich die Kurierzentrale GmbH.
In diesem Jahr schafften es 15 Unternehmen mit
ihren spannenden Projekten in die letzte Auswahl:
vom Glasbeisser in Altglascontainern über eine intelligente Heizungssteuerung, die das Wetter von
morgen einkalkuliert, bis zu einem europaweit einzigartigen Schiebefenstersystem.
Das sind die Gewinner
Public Award für Innovation & Engagement: In
einem Online-Voting wählte die Bevölkerung fünf
Finalisten für die Endrunde aus. Das Interesse war
gross, das zeigen die 26‘000 Seitenaufrufe der
Website. Die fünf Firmen Endress+Hauser, Flowtec
AG, Gerber-Vogt AG, die Tic Beleuchtungen AG,
MeteoViva Schweiz und die Kurierzentrale GmbH
wurden ins Finale gewählt.
In einem spannenden Live-Voting überzeugte die
Firma Kurierzentrale GmbH das Publikum der Gewerbetagung des Gewerbeverbandes Basel-Stadt
mit einer eindrucksvollen CO2-Bilanz: Mit der Verlagerung von Transporten vom Auto aufs Velo sparen die Fahrer der Kurierzentrale jährlich 113‘256
Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid ein.
Die strahlenden Preisträger: (v.l.) Thomas Jundt, Vorsitzender
Geschäftsleitung Alabor Gartenbau AG mit Astrid Narud und
Geschäftsleiter Jérôme Thiriet (beide Kurierzentrale GmbH).
Immer mehr regionale Unternehmen setzen Energie effizient ein oder entwickeln innovative Produkte, weil sie darin einen Wettbewerbsvorteil sehen
oder neue Geschäftsfelder erschliessen. Genau
dieses Engagement wollen der Gewerbeverband
Basel-Stadt und IWB mit dem IWB KMU Award belohnen und weiter fördern. Den Preisträgern winkt
ein Gewinnerpaket im Wert von insgesamt 45‘000
Franken.
Jurypreis: Eine Fachjury beurteilte alle 15 Firmenprojekte. Die Alabor Gartenbau AG überzeugte die
Jury mit ihren kontinuierlichen, konsequenten Investitionen in Energieeffizienz und Ökologie. Die
Alabor Gartenbau AG hat nicht nur in eine hocheffiziente Wärmepumpe, eine Photovoltaik-Anlage
und in die Gebäudeisolierung investiert. Das Unternehmen verbesserte zudem die Zulieferkette von
Pflanzen und ersetzt konsequent seine benzinbetriebenen Gartengeräte durch akkubetriebene Maschinen, die mit Sonnenstrom geladen werden. Zu
den Baustellen fährt die Bauleitung von Alabor mit
dem E-Bike.
Das KMU-Magazin 19
POLITIK
«Es braucht alle Verkehrsträger»
Ein Plädoyer für mehr Vernunft
in der Verkehrspolitik
Gewerbedirektor Gabriel Barell betont die Wichtigkeit eines attraktiven und funktionalen Angebots
für ÖV-Nutzer, Velofahrerinnen und Fussgänger. Es braucht aber auch eine leistungsfähige Infrastruktur für jene, die auf Auto, den Liefer- oder Lastwagen angewiesen sind.
Die Verkehrsinfrastruktur muss auf
die vielfältigen Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung ausgerichtet
sein. Dass der Öffentliche Verkehr
und der Langsamverkehr gefördert
werden, ist richtig und für einen attraktiven Standort wichtig. Die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung
gehen aber weit über den ÖV und das
Velo hinaus. Während der typisch
schweizerische Kompromiss in anderen Politikbereichen das Mass aller Dinge ist, werden beim Verkehr
die verschiedenen Mobilitätsarten
gegeneinander ausgespielt. Die Rollen sind verteilt: Öffentlicher Verkehr, Velo- und Fussverkehr sind gut,
Autoverkehr böse.
Auf die Realität abstützen
Solche Schwarz-Weiss-Gemälde taugen aber nicht viel als Zukunftsbilder. Denn sie werden der Realität
nicht gerecht und führen zu einer
Radikalisierung der Haltungen. So
wird die Vorgabe «Priorisierung
des ÖV und Langsamverkehr» immer
häufiger als Auftrag aufgefasst, den
motorisierten Verkehr zu drangsalieren.
Diese Einseitigkeit steht im Widerspruch zu den vielseitigen Nutzungsansprüchen der Bevölkerung. Und
sie führt dazu, dass auch radikale
Forderungen salonfähig werden. Ein
Beispiel ist die Strasseninitiative und
der Gegenvorschlag dazu, über die
am 15. November abgestimmt wird.
20 Das KMU-Magazin
Alle Verkehrsträger müssen berücksichtig werden
Um was geht es? Sowohl die Initiative als auch der Gegenvorschlag verlangen eine systematische und umfassende Bevorteilung des Fuss-,
Velo- und Öffentlichen Verkehrs gegenüber dem motorisierten Individualverkehr auf sämtlichen verkehrsorientierten Strassen im Kanton Basel-Stadt. Eine Forderung nach dem
Giesskannenprinzip, bei der die realen Situationen der jeweiligen Strassenzüge zweitrangig werden.
rücksichtigt und die sich an der Realität orientiert. Die Strasseninitiative und der Gegenvorschlag stehen
für das Gegenteil. Einseitige Forderungen bringen uns nicht weiter,
sondern eine ausgleichende, moderne und offene Verkehrsplanung.
Ein Kapazitätsabbau auf dem Strassennetz, mehr Stau, Ausweichverkehr auf die Quartierstrassen wären
die Folgen. Dies schwächt eigentlich
alle – insbesondere auch die Velofahrer, die auf verkehrsreiche Strassen
gezwängt würden.
Es braucht eine vernünftige Verkehrspolitik, die alle Verkehrsträger be-
Dr. Gabriel Barell, Direktor Gewerbeverband Basel-Stadt
WETTBEWERB
Gesucht: die erfolgreichsten Jungunternehmen
Wer gewinnt den Jungunternehmerpreis Nordwestschweiz 2016?
Zum fünften Mal schreiben der Gewerbeverband Basel-Stadt und die Junior Chamber International Basel
(JCI Basel) den Jungunternehmerpreis Nordwestschweiz aus. Mit dem Preis werden alle zwei Jahre junge
und innovative Unternehmen ausgezeichnet. Die Bewerbungsphase startet am 2. November.
Die fünf besten Empfehlungen werden von einer Fachjury beurteilt und
anlässlich der Preisverleihung vom
18. November 2016 im Congress
Center Basel vorgestellt.
Melden Sie spannende Unternehmen
Möchten Sie diese Plattform – alleine an der Preisverleihung sind jeweils mehrere hundert Gäste dabei
– für ein Sponsoring nutzen? Kontaktieren Sie uns, wir stellen Ihnen
gerne die Möglichkeiten vor.
Die grosse Bühne: Bild vom letztjährigen Preisverleihungsevent 2014.
Auf innovative Unternehmerinnen
und Unternehmer ist jede Wirtschaftsregion angewiesen. Sie tragen mit ihrem Engagement zur Steigerung der Standortattraktivität der
gesamten Region bei. Sie schaffen
neue Arbeitsplätze und leisten damit
einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft
und Gesellschaft.
Am 2. November 2015 startet die
Bewerbungsphase für den 5. Jungunternehmerpreis Nordwestschweiz.
Teilnahmeberechtigt sind Firmen
aller Branchen, die nach dem 1. Januar 2011 in der Nordwestschweiz
gegründet wurden oder seit diesem
Datum substantielle neue Geschäftsfelder erschlossen haben. Zudem soll-
ten deren Inhaberinnen oder Inhaber massgeblich finanziell am Unternehmen beteiligt sein.
Das sind die entscheidenden Kriterien
Jede und jeder hat die Möglichkeit,
junge Unternehmen vorzuschlagen.
Der Vorschlag kann auch von der
Unternehmung selbst kommen. Alle
Empfehlungen werden nach folgenden Kriterien bewertet:
•Innovationsgrad
•Potenzial zur Schaffung von Arbeitsplätzen
•Mehrwert für Kundschaft
•Finanzsituation
• Soziale und gesellschaftliche Verantwortung
•Ökologische Nachhaltigkeit
Fühlen Sie sich als Unternehmerin
oder Unternehmer angesprochen
oder kennen Sie einen innovativen
neuen Handwerksbetrieb, ein Detailhandelsunternehmen mit einem
spannenden Sortiment, ein junges
Unternehmen mit einem interessanten Dienstleistungsangebot oder ein
Life-Sciences-Startup? Dann freuen
wir uns auf Ihre Anmeldung.
Die Unterlagen finden Sie ab dem
2. November 2015 online unter:
www.jungunternehmerpreis.ch.
Matthias Frey & Felix Werner
Das KMU-Magazin 21
Grosse Freude: Endlich den Fähigkeitsausweis in der Hand.
Engagement für eine starke Berufsbildung
Die Lehrabschlussprüfung – seit 1906
Sache des Gewerbeverbandes
Geschafft! Auch diesen Sommer feierten knapp 1400 Personen der Branchen Detailhandel,
Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen ihren erfolgreichen Lehrabschluss. Seit über 100
Jahren setzt sich der Gewerbeverband für die Sicherung des Berufsnachwuchses ein.
Freude, schicke Kleider, viele Selfies, Stolz – die
Stimmung an den Lehrabschluss-Feiern ist jedes Jahr eine ganz besondere. Es ist ein Meilenstein im Leben der überwiegend jungen Menschen. Endlich halten sie ihr Fähigkeitszeugnis
in den Händen – und diese Grundlage bietet
ihnen einen soliden Start in die Berufswelt.
Auch für den Gewerbeverband Basel-Stadt sind
die LAP-Feiern ganz spezielle Ereignisse. Denn
seit mehr als 100 Jahren führt er im Auftrag des
Kantons Basel-Stadt die Lehrabschlussprüfungen in den Berufsgruppen Detailhandel, Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen durch – inklusive der jeweiligen Abschlussfeiern in der
neuen Eventhalle der Messe Basel und in der
Eishalle St. Jakob mit insgesamt über 5000 Teilnehmenden.
22 Das KMU-Magazin
Verantwortlich ist das Team von Reto Baumgartner, Bereichsleiter Berufsbildung beim Gewerbeverband Basel-Stadt. Das «KMU Magazin» fragte bei Reto Baumgartner nach:
Herr Baumgartner, welche Erinnerungen haben
Sie an Ihre eigene LAP?
Reto Baumgartner: Das liegt schon eine Weile
zurück, 1986 habe ich die kaufmännische Lehre
in einem KMU der Industrie abgeschlossen. Ich
erinnere mich an die grosse Nervosität vor den
Prüfungen. Danach hatte ich ein eher schlechtes
Gefühl. Die Durchschnittsnote von 5,2 war für
mich daher ein überraschend gutes Ergebnis.
Warum hat der Kanton Basel-Stadt gerade den
Gewerbeverband mit der Durchführung der Lehrabschlussprüfungen beauftragt?
BERUFSBILDUNG
hohe Engagement der Wirtschaft und der Prüfungsexperten bei der Durchführung der Lehrabschlussprüfungen.
Was motiviert Sie?
Das duale Bildungssystem ist ein Erfolgsmodell.
Dank der praxisorientierten Berufsbildung ist
die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz im internationalen Vergleich sehr tief. Viele Länder
beneiden uns um unser duales Bildungssystem.
Wir bilden jene Fachkräfte aus, die die Wirtschaft
braucht. Dieses Modell versuchen nun diverse
Länder zu kopieren. Ausserdem bietet eine Berufslehre im Zusammenhang mit der Berufsmatur und anderen Weiterbildungsmöglichkeiten
sehr gute Karriereaussichten.
Reto Baumgartner, Bereichsleiter Berufsbildung
beim Gewerbeverband Basel-Stadt.
Aufgrund der ausserordentlich guten Vernetzung des Gewerbeverbandes Basel-Stadt mit
den Ausbildungsbetrieben und den Berufsverbänden ist eine effiziente und qualitativ hochstehende Durchführung der Lehrabschlussprüfungen garantiert. Das ist seit jeher so. Auch
wenn sich natürlich vieles verändert hat. Bei
den ersten Lehrabschlussprüfungen 1877 nahmen gerade mal 14 Lernende teil.
Trotzdem besteht in vielen Branchen ein Lehrlingsmangel.
Ja, deshalb engagieren wir uns an vorderster
Front dafür, dass die Attraktivität der Berufslehre
noch breiter wahrgenommen wird. Zum Beispiel
mit dem Wettbewerb «Lehrling des Jahres», der
Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse oder
dem Projekt «Campus Unternehmertum».
Ein Blick zurück: Basels Vorreiterrolle
Und heute?
2015 traten in den Bereichen Detailhandel, Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen rund
1500 Lernende zu den Abschlussprüfungen an.
Im Vorfeld der Prüfungen gehen über 8000 Dokumente über unsere Tische. Jährlich stehen
rund 2000 Prüfungsexperten im Einsatz. Das
bedeutet viel Arbeit, die wir aber sehr gerne
machen. Besonders erwähnen möchte ich das
1877: Der Gewerbeverband Basel-Stadt führte
im Stadtcasino schweizweit die ersten Lehrabschlussprüfungen durch. Dies als Reaktion auf
die schlechten Zustände im Lehrlingswesen.
1879: der neu gegründete Schweizerische Gewerbeverein empfahl seinen Mitgliedern die
Übernahme des Basler Modells.
1894 wurden die ersten Lehrtöchter zu den Prüfungen zugelassen.
1906-1910: Mit dem kantonalen Lehrlingsgesetz und seinen Reglementen wurden in Basel-Stadt die Lehrabschlussprüfungen für obligatorisch erklärt und die Durchführung dem
Gewerbeverband übertragen.
1925: Nach Widerstand des Kaufmännischen
Vereins gilt das Obligatorium auch für die Kaufmännischen Lehrlinge.
Gewerbepräsident Marcel Schweizer gratuliert den
Absolventinnen und Absolventen.
1930: Erste einheitliche Regelung des Lehrlingswesens auf Bundesebene tritt in Kraft.
Das KMU-Magazin 23
Die Kunden der Generalagentur
Basel freuen sich wieder. Sie
erhalten 3 Millionen.
Dank Genossenschaft erhalten unsere Kunden auch dieses Jahr
eine millionschwere Überraschung. Gesamtschweizerisch fliessen
144 Millionen Franken zurück. Und zwar in Form einer Prämien­
reduktion auf der MobiCasa Haushalt­ und Gebäudeversicherung.
Generalagentur Basel, Beat Herzog
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Begeisterung?
«Umfassender Schutz
für Unternehmer rentiert sich.»
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Beat Herzog
Generalagent seit 1995
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Branchenübergreifende Austauschplattform
Das Netzwerk für Ausbildungsprof is
Die Ausbildungsverantwortlichen betreuen Lernende und leisten so einen zentralen Beitrag in der Entwicklung dieser jungen Menschen. Mit dem neuen Netzwerk BERUFSBILDNERiNNEN ist eine branchenübergreifende Austauschplattform für sie gegründet worden.
Lernende und somit für gut qualifizierte Nachwuchskräfte der KMUWirtschaft. Sie üben eine verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe
aus.»
Die Lobby der Ausbildner
Eine weitere Aufgabe des Netzwerks
BERUFSBILDNERiNNEN Region
Basel ist die Wahrung der Interessen dieser Berufsgruppe gegenüber Politik, Öffentlichkeit, den Kantonen und den Berufsfachschulen.
Der Verein ist also sozusagen die
Lobby der mit der Lehrlingsausbildung beauftragten Personen.
www.nwbb.ch
Auftritt der Gärtnermeister beider Basel an der Giardina 2003.
Website: Alles Wissenswerte über das Netzwerk auf einen Blick.
In der Schweiz stehen circa 200000
Personen in direkter oder indirekter
Berufsbildungsverantwortung in unserer dualen Ausbildung. Allein in
der Nordwestschweiz sind es rund
20000. Die Lehrlingsbetreuerinnen
und -betreuer sind eine ebenso
grosse wie heterogene Berufsgruppe. Bis vor kurzem noch fehlte ein
Angebot, das den Ausbildungsverantwortlichen einen branchenübergreifenden Austausch ermöglicht.
Basis für guten Berufsnachwuchs
Deshalb gründete der Gewerbeverband Basel-Stadt 2013 den Verein
«Netzwerk BERUFSBILDNERiNNEN
Region Basel». Er ermöglicht den
Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern den Austausch über die Berufsgrenzen hinweg und setzt sich
für ihre Bedürfnisse ein.
«Das Netzwerk verbindet und bietet
unter anderem auch Weiterbildungen für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und Lernende an», schildert Reto Baumgartner, Präsident
des Vereins und Leiter Berufsbildung des Gewerbeverbandes Basel-Stadt. «Die Ausbildnerinnen und
Ausbildner sind die Basis für gute
Mitglied werden
Das sind die Vorteile und Konditionen:
Alle Berufsbildnerinnen und Berufsbildner aus der Nordwestschweiz können Mitglied werden. Ausbildungsbetriebe können
ebenfalls dem Verein beitreten.
Die Mitgliedschaftsbeiträge pro
Jahr betragen 50 Franken für eine
Einzelmitgliedschaft und 300
Franken für eine Firmenmitgliedschaft. Mitglieder profitieren unter anderem von neuen Kontakten,
spannenden Veranstaltungen und
Rabatten auf Weiterbildungsangeboten.
Das KMU-Magazin 25
PUBLIREPORTAGE
Die Mobiliar
Hand in Hand:
Fortschritt und Kontinuität
Sicherheit und Verlässlichkeit sind die Grundpfeiler einer Versicherung. So legt die Mobiliar trotz rasanter Entwicklung grossen Wert auf Kontinuität. Das zeigt sich auch an der Spitze in Basel: Beat Herzog ist
seit 20 Jahren Generalagent der Mobiliar.
Die Mobiliar verspürt Rückenwind
und wächst seit Jahren deutlich über
dem Markt. In Basel erhöhte sich der
Prämienbestand in sechs Jahren über
einen Drittel. Was die Kundinnen und
Kunden bei der Mobiliar besonders
schätzen:
Kontinuität
Man kann sich darauf verlassen,
dass die Werte auch morgen noch
Gültigkeit haben. Kontinuität setzt
die Mobiliar nicht mit Stillstand und
Traditionen gleich, im Sinne von
«das haben wir schon immer so gemacht». Die Herausforderung besteht darin, Beständigkeit und Fortschritt zu verbinden. Dies zeigt sich
auch in der Firmentreue der Mitarbeitenden. Trotz deutlichem Personalausbau arbeitet mehr als die Hälfte des Teams seit über 10 Jahren bei
der Mobiliar.
Nähe schafft Vertrauen
Entgegen dem allgemeinen Trend ist
die Mobiliar dezentral organisiert. Die
Beratung, Schadenabwicklung und
26 Das KMU-Magazin
Verwaltung findet ganz nah bei den
rund 40’000 Kundinnen und Kunden
der Generalagentur Basel statt.
Hohe Servicequalität
Kompetent, rasch und unkompliziert
– dies ist das Serviceversprechen der
Mobiliar. Sei es bei Fragen zu Versicherungen und Vorsorge, oder im
Schadenfall.
Innovative Produkte
Als Marktleader in der Sach- und
Risikolebensversicherung sowie als
bedeutender Anbieter im Fahrzeuggeschäft, versteht sich die Mobiliar
bezüglich Produkteerneuerungen als
Trendsetter.
Lokaler Schadendienst
95% der rund 12‘000 Schadenfälle
pro Jahr werden von Oliver Kuert und
seinem Team direkt vor Ort, in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmungen, reguliert. Der Bezug zur
Generalagentur bleibt so auch über
den Vertragsabschluss hinaus bestehen.
Nachhaltigkeit
Die Mobiliar setzt sich seit Jahren für
Umwelt und Gesellschaft ein. So unterstützt sie regelmässig Präventionsprojekte mit finanziellen Beiträgen und
hilft KMU‘s im Innovationsprozess.
Geteilter Erfolg
Dank der genossenschaftlichen Verankerung ist die Mobiliar nicht Aktionären, sondern ihren Versicherten
verpflichtet. Regelmässig kommen
die Kundinnen und Kunden in den
Genuss von Auszahlungen aus dem
Überschussfonds.
Nehmen Sie die persönlichste Versicherung beim Wort und stellen Sie die
Generalagentur Basel auf die Probe.
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BLICK ZURÜCK
Vor 75 Jahren
Der Zweite Weltkrieg und
der Arbeitsrappen
Einschränkungen, fehlende Patrons und Mitarbeiter, Wehrsteuer, sinkende Exporte, weniger Arbeitslose – dies sind nur einige Stichworte, die das Kriegswirtschaftsjahr 1940 prägten. Es war auch die Zeit,
als der Arbeitsrappen langsam Wirkung zeigte.
Der Arbeitsrappenbrunnen steht im Gellertquartier vor der Wirtschaftsmittelschule. Diese wurde 1943 mit Hilfe des Arbeitsrappens gebaut.
«Wenn wir heute Rückschau halten,
so geschieht es in erster Linie mit
einem grossen Gefühl der Dankbarkeit» – so beginnt der Jahresbericht
des Gewerbeverbandes Basel-Stadt
für die Jahre 1940/41. Und weiter:
«Der Dankbarkeit gegenüber einem
gütigen Geschick, das uns wie ein
Wunder bis heute von allen Kriegswirren fernhielt.»
Stark verminderte Belegschaften
Trotzdem hatte der grosse Krieg in
Europa natürlich einschneidende
Folgen für die Menschen und die
Wirtschaft der Region. So sank beispielsweise die Zahl der Arbeitslosen in Basel-Stadt von 6321 im Jahr
1936 auf 2514 im Jahr 1940. Grund
dafür war die allgemeine Kriegsmobilmachung. Diese stellte natürlich
auch die KMU vor Herausforderungen, da manches Geschäft mit stark
verminderter Belegschaft und zeit-
weise ohne Leitung auskommen
musste.
Bauprojekte halbierten sich
Die Exporte und die Umsätze im
«Kleinhandel» sanken und die Zurückhaltung in der Erteilung von
Aufträgen machte vor allem der
Baubranche zu schaffen. Die Zahl
der Bauprojekte in Basel-Stadt betrug 1940 noch 149. Halb so viele
wie ein Jahr zuvor. Gleiches gilt natürlich für die Übernachtungszahlen der Hotellerie. Auch die Zahl der
«in Basel abgestiegenen Fremden»
halbierte sich auf 67582.
Hilfreicher Arbeitsrappen
Unterstützung erhielt die Baubranche durch den sogenannten
Arbeitsrappen. So heisst es im Geschäftsbericht 1940: «Wenn nicht
einige grössere staatliche Bauobjekte vorhanden gewesen wären
und der Arbeitsrappen, da wo nötig,
hätte eingesetzt werden können,
wäre die Lage im Baugewerbe eine
sehr prekäre geworden.»
Der Arbeitsrappen war Teil eines
Konjunkturprogramms des Staates,
des Gewerbes und der Gewerkschaften als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre.
Die Idee war, dass von jedem Franken
Lohn ein Rappen an das Konjunkturprogramm geht. Damit wurden Bauvorhaben gefördert und die Arbeitslosenzahl konnte reduziert werden.
Die Stimmbevölkerung war übrigens nur wenig begeistert, sagte
1936 aber trotzdem – und gegen den
Widerstand der Kommunisten –
knapp Ja zum Arbeitsrappen. 1946
wurde die Erhebung des Arbeitsrappens aufgehoben – der Fonds wurde
allerdings erst 1984 liquidiert.
Das KMU-Magazin 27
PUBLIREPORTAGE
Gezielte Vorbereitung für ambitionierte Berufsleute
Höhere Fachschule für Wirtschaft am
NSH Bildungszentrum
Das NSH Bildungszentrum Basel bereitet ambitionierte Berufsleute gezielt auf anerkannte Abschlüsse
in den Bereichen Kader, Handel und Sprachen vor.
zu beurteilen und einen Businessplan zu erstellen. Diese Vertiefungsrichtung ist auch für Studierende
geeignet, die sich selbstständig machen möchten.
NSH Bildungszentrum am Bahnhof SBB
NSH Schulleiterin und Bildungsberaterin HF
Diplomierte Betriebswirtschafterinnen und Betriebswirtschafter HF arbeiten in ganz unterschiedlichen
Kaderpositionen. Nach dem generalistisch ausgerichteten Studium sind
sie fit für wichtige Führungsaufgaben in KMU und Grossunternehmen.
Ihre Kernkompetenzen liegen in Projektmanagement, Marketing, Organisations- und IT-Management sowie in der Mitarbeiterführung.
sich der Weg zum Diplom um ein
Drittel. Dank Unterricht am Freitag
und Samstag erreichen Berufstätige
den Abschluss in kompakter Form,
und Studierende mit Familien sind
weniger lang abwesend.
Ab 2016:
HFW am NSH Bildungszentrum
Das NSH Bildungszentrum in Basel
bietet voraussichtlich ab Frühjahr
2016 neu den Studiengang Diplomierte Betriebswirtschafterinnen und
Betriebswirtschafter HF an. Die höhere Berufsbildung ist eidg. anerkannt und wird von den Kantonen
finanziell unterstützt.
Anders als andere
An der HFW des NSH Bildungszentrums dauert die Weiterbildung 2
Jahre. Im Vergleich mit der andernorts angebotenen, berufsbegleitend
3 Jahre dauernden Variante verkürzt
28 Das KMU-Magazin
Attraktive Vertiefungsrichtungen
Unsere Vertiefungsrichtungen sind
einzigartig: In der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Wirtschaftspsychologie lernen die Studierenden Theorien und Methoden der
Wirtschafts-, Arbeits- und Konsumpsychologie sowie die Wirkung der
Finanzmärkte kennen. Diese Vertiefungsrichtung ist besonders für Studierende mit grossem Interesse an
Psychologie und Marketing geeignet.
Die Vertiefungsrichtung Unternehmensgründung und Unternehmensführung beschäftigt sich mit Chancen- und Risikoanalyse, formalen
und rechtlichen Aspekten von Unternehmen sowie Unternehmensstrategie. Die Studierenden lernen, Perspektiven der Unternehmensführung
Mehr über diese spannende Ausbildung erzählen Schulleiterin Antje
Oeschger und Bildungsberaterin
Alexandra Sägert an den regelmässig stattfindenden Infoveranstaltungen. Es lohnt sich, vorbeizuschauen.
Informationsveranstaltungen
Mittwoch,
30. September 2015, 18.30 Uhr
Donnerstag,
29. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Montag,
30. November 2015, 18.30 Uhr
Donnerstag,
14. Januar 2016, 18.30 Uhr
Samstag,
27. Februar 2016, 10.30 Uhr
Donnerstag,
7. April 2016, 18.30 Uhr
Studienbeginn
Freitag, 8. April 2016
Ende des Studiums
Freitag, 30. März 2018
NSH Bildungszentrum Basel
Elisabethenanlage 9, CH-4051 Basel
Tel. +41 61 202 12 02, [email protected]
www.nsh.ch
AUFGETISCHT
Wenn das Frankophone in Basel durchschlägt
Entrecôte «Café de Paris» –
ein bisschen Genf in Basel
Basel ist mehr als eine Deutschschweizer Stadt. Basel ist ein Schmelztiegel, wo die frankophone Kultur
auf Schritt und Tritt spürbar ist. Besonders bei den Speisen erkennt man diesen Einfluss. Im Basler
Traditions-Restaurant «Zur Harmonie» wird dies mit dem Entrecôte «Cafe de Paris» zelebriert.
Meister beherrscht. Er arbeitet seit 25
Jahren bei uns und ist einer der besten Köche, die ich kenne.»
Die «Restauration zur Harmonie» ist
eines der altehrwürdigsten Basler
Gasthäuser und wurde bereits 1807
als Gasthaus erwähnt. Die Holzverkleidung der Wände stammt aus dem
Jahr 1909 und wurde bei der Renovation originalgetreu restauriert.
Das Interieur hat man mit viel Liebe
mit einer Bar, Lampen und einer
Bleiglasscheibe von Auguste Matisse (1922) aus dem Paris der Belle
Epoque vervollständigt.
für die Harmonie», meint die gebürtige Schwedin.
Seit neun Jahren führt Anna Götenstedt die «Harmonie» als Pächterin
und Gastgeberin. «Damals habe ich
das Lokal von meinem Ex-Mann
übernommen, der zuvor 18 Jahre
das Restaurant führte. Und das Besondere: Seit diesen 27 Jahren wurde das Konzept der Harmonie nie
verändert.» Hier trifft man Jung und
Alt, Studenten, Handwerker und Geschäftsleute. «Ganz einfach typisch
Das ausgezeichnete 200-Gramm-BioEntrecôte wird dabei nach Genfer
Tradition nach dem Braten in Tranchen geschnitten und auf der Platte
mit heissem Kräuterbutter serviert.
«Unsere geheime Rezeptur der Kräuterbutter – der ‹Café de Paris› – macht
das Besondere dieses Gerichts aus»,
ist die Harmonie-Gastgeberin überzeugt. «Eine Rezeptur, welche unser
Chefkoch Frédéric Lignon wie ein
Stadtbekannter Wurstsalat
Bekannt ist die Harmonie vorab für
den Wurstsalat mit Klöpfer. Aber auch
das Entrecôte «Café de Paris» mit
Pommes allumettes ist ein Renner,
für das Geschäftsleute von weither
zur Harmonie kommen. Die Spezialität, welche auf der Platte serviert
wird, kommt ursprünglich aus Genf.
Zutaten für 1 Person
200 Gramm Entrecôte, Herkunft nach
eigenem Gusto.
Für die Kräuterbutter:
Kochbutter
Gehackte Zwiebeln
Knoblauch
Gehackte Kräuter
Peterli
Mayoran
Thymian
Rosmarin
Estragon
Paprika
Salz & Pfeffer
Zitronensaft
Worchester
Und einige geheime Zutaten…
Zubereitung
Kräuterbutter im Voraus zubereiten.
Kochbutter schmelzen, alle Zutaten
mischen und in eine tiefkühlfähige
Form füllen. Im Tiefkühler hart werden lassen. Sie kann auch im Tiefkühler über längere Zeit aufbewahrt
werden. Kräuterbutter in der Pfanne
schmelzen und auf Wunsch mit etwas Rahm verfeinern. Nicht kochen
lassen, da sie dann scheidet! Fleisch
auf gewünschte Garstufe braten, in
Streifen schneiden und auf der Platte mit Kräuterbutter servieren. Pommes allumettes frittieren und separat dazu servieren.
Das KMU-Magazin 29
PUBLIREPORTAGE
IWB baut das Glasfasernetz in Basel auf
Highspeed für KMU
Viele KMU kommen mit ihrem Datenvolumen an die Grenzen ihrer IT- und Netzwerkkapazität.
Mit Glasfasern lässt sich die Kapazität langfristig abdecken. Das darauf basierende HighspeedNetz bietet flexible Angebote für IT-Infrastruktur und Netzdienstleistungen.
gang und Vernetzung. Als seine Kunden- und
Messdaten immer mehr zunahmen, beschloss er
vor einiger Zeit die Auslagerung seiner EDV.
Verglichen mit einer Cloud-Lösung überzeugte
ihn die Rackbox aufgrund der Datensicherung
im nahen IWB Datacenter, den kompetenten
Serviceleistungen von IWB und der einfachen
Erweiterungsmöglichkeit bezüglich Bandbreite
und Speicherplatz.
Die Rackbox ist eine preislich attraktive KMU-Lösung. Sie kann durch die Vielzahl an Konfigurationen speziell auf die jeweiligen Bedürfnisse
zugeschnitten werden sowie einfach und schnell
bestellt und bereitgestellt werden.
Zukunftssichere Vernetzung
IWB baut gemeinsam mit Swisscom das flächendeckende Basler Glasfasernetz kontinuierlich
aus. Inzwischen sind über 85 000 Wohn- und
Geschäftseinheiten angeschlossen.
Über Glasfasern können mehrere Terabyte pro
Sekunde übertragen werden. Die Übertragung
per Lichtweg ist somit mehrere 1000 Mal schneller als sie es mit den heutigen Kupferleitungen
(für Telefonie, ADSL, VDSL) oder Fernsehkabeln
(für TV und Internet) ist. Mit diesem Vielfachen
an Bandbreite ist das Glasfasernetz ideal für datenintensive Anwendungen. Zudem ist es im
Vergleich zu anderen Technologien deutlich weniger störanfällig und weist selbst bei grösseren
Distanzen zum Ursprung nahezu keinen Leistungsabfall auf. Die dünnen, flexiblen Glasfasern, gebündelt zu einem Kabel, sind deshalb
für den Telefon-, TV- und Computeranschluss
die Infrastruktur der Zukunft.
Angebot Rackbox – basierend auf Glasfasern
Kaminfegermeister Fred Senn nutzt mit seiner
Firma die Rackbox von IWB – ein Komplettpaket
aus Datacenter-Dienstleistungen, Internetzu-
30 Das KMU-Magazin
Das Glasfasernetz ermöglicht Unternehmen den
Zugang zu flexiblen Angeboten für IT-Infrastruktur und Netzdienstleistungen von IWB und
somit einen effizienteren Datenaustausch mit
Geschäftspartnern und Kunden. Die Server sind
in einem sicheren Datencenter in der Nordwestschweiz zentralisiert. Es können aber auch mehrere Standorte zu einem ultraschnellen und sicheren Netzwerk verbunden werden.
Profitieren Sie von unserem umfassenden Knowhow im Bereich Telekom. Wir beraten Sie gerne.
Kontaktieren Sie uns telefonisch unter +41 275
51 11 oder unter [email protected]
Können Sie in Ihrer Liegenschaft oder Ihrer
Wohnung zur Privatnutzung das Glasfasernetz
bereits nutzen? Machen Sie den VerfügbarkeitsCheck unter glasfasernetz-basel.ch
DIENSTLEISTUNGEN
Unterstützung bei Gründung und Nachfolgeplanung
Mehr als «nur» eine
emotionale Angelegenheit
Die Gründung einer Unternehmung und die Regelung der Nachfolge sind für jede Unternehmerin und
jeden Unternehmer eine nicht nur aus emotionaler Sicht besondere Situationen. Oft geht es um vielfältige unternehmerische und rechtliche Fragen, meistens um viel Geld und immer darum, mit richtigen
Entscheiden die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen.
Mit dem «Zentrum für Gründungsberatung & Nachfolgeregelung (ZGN)»
verfügt der Gewerbeverband BaselStadt über eine neutrale Plattform,
die Unternehmerinnen und Unternehmern in diesen entscheidenden
Situationen Know-how vermittelt und
praktische Unterstützung bietet.
Von der Idee bis zur erfolgreichen
Gründung
Beratungs- und Unterstützungsangebote für Jungunternehmerinnen und
-unternehmer gibt es so viele, dass es
schwer fällt, den Überblick zu behalten und das passende Angebot zu finden. Die Gründungsberatung des
Gewerbeverbandes Basel-Stadt unterstützt Interessierte dabei. Zurückgreifen kann das ZGN dabei unter
anderem auf feste Partnerschaften
mit Institutionen wie der Startup-Academy oder dem business parc und auf
das eigene KMU-Beratungsnetzwerk.
Die Nachfolge erfolgreich regeln
Neben der Gründung ist die Regelung der Nachfolge wohl eine der
wichtigsten Phasen in jeder unternehmerischen Karriere. Mehrere tausend Firmen stehen in der Schweiz
vor dieser Herausforderung. Es gibt
eine unüberschaubare Anzahl von
Beratungsfirmen und -angeboten.
Auch hier hilft das ZGN mit seinem
breiten Netzwerk dabei, das richtige
Angebot zu finden.
Alles andere als eine einfache Sache: die ideale Nachfolge finden. (Foto: Fotolia)
Der Unternehmenstreff
Der regelmässig stattfindende Unternehmenstreff des Gewerbeverbandes Basel-Stadt steht aktiven Unternehmerinnen und Unternehmern,
potenziellen Käuferinnen und Verkäufern sowie kommerziellen und
privaten Investoren offen. Verschiedene Aspekte des Kaufs und Ver-
kaufs von Unternehmungen werden
in Referaten und Podiumsdiskussionen thematisiert und persönliche
Gespräche ermöglichen erfolgversprechende Kontakte.
Aktuelle Daten:
www.gewerbe-basel.ch/
veranstaltungen
Das KMU-Magazin 31
MONTAG, 2. NOVEMBER 2015
09 – 10 Uhr
11 – 12 Uhr
13 – 14 Uhr
15 – 16 Uhr
Vom 2. bis 4. November 2015
Steht Ihr Berufswunsch fest? Bringen Sie die
Voraussetzungen für Ihren Wunschberuf mit?
Bereiten Sie Ihr Bewerbungsdossier mit
Eignungstest vor und bewerben Sie sich!
Alle weiteren Informationen im Internet per
QR-Code oder unter www.gewerbe-basel.ch
DIENSTAG, 3. NOVEMBER 2015
09 – 10 Uhr
11 – 12 Uhr
13 – 14 Uhr
15 – 16 Uhr
09 – 10 Uhr
11 – 12 Uhr
13 – 14 Uhr
15 – 16 Uhr
Innerhalb der Schutzzone (hellblauer Rahmen) darf
kein anderes Element platziert werden!
Ebenso darf der Abstand zu Format- resp. Papierrand
die Schutzzone nicht verletzen!
Hellblauen Rahmen der Schutzzone nie drucken!
Siehe auch Handbuch
„Corporate Design der Schweizerischen Bundesverwaltung“
Kapitel „Grundlagen“, 1.5 / Schutzzone
www. cdbund.admin.ch
Schweizerische Eidgenossenschaft
Confédération suisse
Confederazione Svizzera
Confederaziun svizra
Reinacherstrasse 105, 4053 Basel
RE/MAX Markthalle Basel
Immobilien-Kompetenz-Shop
Steinentorberg 18
4051 Basel
Eidgenössisches Departement für
W irtschaft, Bildung und Forschung WBF
Staatssekretariat für Bildung,
Forschung und Innovation SBFI
T +41 61 201 24 00
F +41 61 201 24 09
[email protected]
www.remax.ch
Detailhandelsfachmann/-frau EFZ
Detailhandelsassistent/-in EBA
Maler/-in EFZ
Elektroinstallateur/-in EFZ
Restaurationsfachmann/-frau EFZ
MITTWOCH, 4. NOVEMBER 2015
Wichtiger HINWEIS !
VERANSTALTUNGSORT:
Kaufmann/-frau B- und E-Profil
Fachmann/-frau Gesundheit EFZ
Assistent/-in Gesundheit und Soziales
Coiffeur/Coiffeuse EFZ
Polymechaniker/-in EFZ
Kaufmann/-frau B- und E-Profil
Sanitärinstallateur/-in EFZ
Gebäudetechnikplaner/-in EFZ
Detailhandelsfachmann/-frau EFZ
Detailhandelsassistent/-in EBA
DIENSTLEISTUNGEN
Werben bei «Bond» und vieles mehr
Die vielfältige
Dienstleistungspalette für KMU
Der Gewerbeverband wird als wichtige politische Interessenvertretung des regionalen Gewerbes
wahrgenommen. Darüber hinaus bietet er seinen Mitgliedern und allen Unternehmen in der Region
eine breite Palette an Dienstleistungen an. Eine Auswahl.
Experten helfen weiter
Dem KMU-Beratungsnetzwerk gehören 16 Spezialistinnen und Spezialisten an, die Unternehmungen
bei Bedarf kompetente Unterstützung in allen betrieblichen Fragen
anbieten. Eine maximal 45-minütige Erstberatung ist für Mitglieder
des Gewerbeverbandes Basel-Stadt
im Rahmen einer KMU-Sprechstunde kostenlos. Das thematische
Spektrum der Fachleute reicht von
Rechts- und Unternehmensberatung über Finanzen, Marketing, IT,
Immobilien bis zu Fragen der Import- und Exporttätigkeit oder der
Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.
Eine weitergehende Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten und
den Unternehmungen ist im Rahmen
der KMU-Dienstleistungen möglich.
© Sony Pictures
«Spectre» lautet der Titel des neuen
James Bond-Abenteuers. Kinostart ist
am 5. November. In Zusammenarbeit
mit Publicitas bietet der Gewerbeverband Basel-Stadt bei James Bond &
Co. eine attraktive und preisgünstige
Werbemöglichkeit in Basler Kinos an:
Ab November werden Basler Unternehmen dem Publikum ein spannendes Kinoerlebnis wünschen – während
jeweils zwei Monaten in acht Kinosälen und 1‘950 Vorstellungen im Pathé
Küchlin, Pathé Plaza und im kult.kino.
Diverse Veranstaltungen
Praxisseminare, Informationsveranstaltungen und weitere Anlässe für
Mitglieder und – gegen einen Aufpreis auch für Nichtmitglieder – zu
einer Vielzahl betrieblicher Themen
wie Finanzen, Steuern, Marketing,
Personalrekrutierung, Arbeitsschutz
und Energieeffizienz sind ein weiteres Angebot. Das aktuelle Programm
ist online, und Anmeldungen können elektronisch, telefonisch oder
schriftlich erfolgen.
Einladungen zu Anlässen
Neujahrsempfang, Sommerfest, Verleihung des Jungunternehmerpreises und weitere Anlässe sind interessante Möglichkeiten, sein berufliches Netzwerk zu pflegen und gute
Gründe, um Mitglied beim Gewerbeverband Basel-Stadt zu werden.
Eine vollständige Übersicht über alle
Leistungen und Angebote finden
Sie online:
www.gewerbe-basel.ch/
dienstleistungen
Das KMU-Magazin 33
ENERGIE UND UMWELT
Die Umsetzungsplattform für KMU
ENERGIE IMPULSE Region Basel
erfolgreich gestartet
Der rasant wachsende Markt rund um Energieeffizienz und Ressourcenschonung bietet grosse Chancen
für KMU. Der Gewerbeverband Basel-Stadt gründete deshalb mit den Trägern IWB und dem Kanton Basel-Stadt gemeinsam die Umsetzungsplattform ENERGIE IMPULSE Region Basel. Die Bilanz fällt positiv
aus. Die ersten Projekte sind gestartet.
Christoph Brutschin, Regierungsrat BaselStadt:
Marcel Schweizer, Präsident Gewerbeverband Basel-Stadt:
«Nachhaltigkeit erreichen wir durch
die enge Zusammenarbeit von Gewerbe und öffentlicher Hand.»
«Energieeffizienz ist eine Chance für
das Gewerbe und schafft Wertschöpfung für die ganze Region.»
Cleantech – also alle Technologien,
welche die Umwelt schonen – ist ein
weltweit rasch wachsender Markt.
Bis 2020 wird ein globales Marktvolumen von rund 2200 Milliarden
Euro prognostiziert. Dieses Marktfeld ist auch eine Chance für Schweizer Firmen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind flexibel,
nahe am Kunden und oft sehr innovativ. Deshalb sind KMU prädestiniert, neue umweltfreundliche Businessideen zu kreieren und dann in
die Praxis umzusetzen.
es fehlte eine regional verankerte
Umsetzungsplattform, eine, die auch
wirklich konkrete Projekte mit KMU
realisiert. Dank der Anschubfinanzierung durch die Träger Gewerbeverband Basel-Stadt, Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt und IWB konnte ENERGIE
IMPULSE Region Basel starten. Das
sind die Aktivitäten:
Konkrete Projekte mit KMU realisieren
Bisher waren zwar nationale Networking-Plattformen vorhanden, aber
34 Das KMU-Magazin
1. Pilotprojekte realisieren, wie zum
Beispiel neue Designs für Solar panels testen.
2. Unternehmen helfen, weniger Res sourcen wie Strom, Gas, Wasser,
Papier, Fahrzeuge, Materialien
etc. zu verbrauchen. Wer weniger
braucht, spart auch Geld.
Dr. David Thiel, CEO IWB:
«Eine solche Umsetzungsplattform ist
einzigartig in der Schweiz – Gewerbe
und Energieversorger arbeiten Hand
in Hand.»
3. Vorzeigeprojekte bekannt machen.
Regionale KMU haben oft vorbild liche Konzepte umgesetzt oder
bieten tolle Produkte an. Wir helfen
ihnen, diese bekannter zu machen.
Die Geschäftsstelle hat in zahlreichen Gesprächen mit Unternehmen
und Institutionen Projektideen zusammengetragen und erste Abschätzungen zu deren Markttauglichkeit vorgenommen. Bereits gibt
es konkrete Ergebnisse: Im August
startete ein erfolgversprechendes
Pilotprojekt für ein neues Design
von Photovoltaik-Modulen (siehe
Artikel Seite 35). Gewerbepräsident
Marcel Schweizer ist sehr zufrieden:
«Die erste Bilanz fällt positiv aus.»
ENERGIE UND UMWELT
Vielversprechendes Projekt
Neues Design für Solarfassaden
Lassen Solarfassaden auch individuelles Design zu? Drei Basler KMU, die FHNW und der Gewerbeverband Basel-Stadt lancieren dazu ein Pilotprojekt. Das Bundesamt für Energie BFE unterstützt das
Projekt im Rahmen seines Pilot- und Demonstrationsprogramms.
chen Vorarbeiten (technische Vorstudie, Gestaltung, Akzeptanz, Risiko und
Garantien, Wirkungsgradmessung
und Tests zur Materialbelastung) stellen sicher, dass die Standards für eine
individualisierte Oberflächenbehandlung auch für eine breite Anwendung
zur Verfügung stehen.
Auskunft
Martin Gruber
Leiter ENERGIE IMPULSE Region Basel
Telefon 061 227 50 50
So individuell können Solarpanels in Zukunft aussehen (Projektbeteiligte v.l.: Marc Weidmann,
Dominik Müller, Marcel Schweizer, Markus Bloch, Martin Gruber, Achim Geissler).
Architekten und Bauherren bezeichnen die limitierten Gestaltungsmöglichkeiten von Solarpanels als ihr
grösstes Hindernis, mehr Photovoltaik-Anlagen in Baukörper von Wohnund Geschäftshäusern integrieren zu
können. Alle derzeit auf dem Markt
angebotenen Solarzellen – egal ob
auf neutralem oder farbigem Glas –
haben dieselbe stets uniform erscheinende Oberfläche. Das wollen
wir ändern. Denn die Technologie
der Glasbearbeitung bietet bereits
heute ein breites Spielfeld der Formen und optischen Erscheinungen.
Zwei etablierte Verfahren kombinieren
Dieses Pilotprojekt führt zwei etab-
lierte Verfahren – die Produktion von
Standard-Solarpanels und die GlasOberflächenbehandlung – zusammen.
Das ist neu. Dabei steht nicht die Steigerung des Solarertrages zur Diskussion, sondern einzig die Erweiterung
des Designs, um den Anforderungen
von Architekten, Bauherren und Investoren gerecht zu werden. Damit
wird eine für jedes Gebäude individualisierte Oberflächengestaltung ermöglicht, was bisher so noch nie an einem
grösseren Gebäude realisiert wurde.
Für eine breite Anwendung
Drei Basler KMU, die Fachhochschule Nordwestschweiz und der Gewerbeverband Basel-Stadt wagen sich an
dieses Pilotprojekt. Die umfangrei-
Die Projektpartner
Architekturbüro:
raumweg GmbH, Markus Bloch
Solarspezialist:
Solvatec AG, Dominik Müller
Glasbehandlung:
Atelier Weidmann GmbH,
Marc Weidmann
FHNW Institut für Energie
am Bau:
Prof. Dr. Achim Geissler
Koordination:
ENERGIE IMPULSE Region
Basel, Martin Gruber
Das KMU-Magazin 35
Wieder am Tageslicht: die historische Steinbrücke in Court.
Steinmetzverband Nordwestschweiz
Versteckte historische Brücke über
die Birs wieder freigelegt
Es ist ein einmaliger Auftrag für den Steinmetzverband Nordwestschweiz. Als Verbandsarbeit
restaurierten und verkleinerten die Spezialisten eine Jurakalk-Brücke aus dem 19. Jahrhundert bei Moutier.
Am Ende der Schlucht von Court befand sich
diesen Sommer eine ganz besondere Baustelle.
Nur wenige Meter über der Birs standen ein Kran,
zwei Bagger und kleine Baubaracken. Überall lagen kleine und grosse Steinbrocken herum, die
meisten nummeriert, nur wenige Meter neben der
Kantonsstrasse. Weiter oben wird die Autobahn
über eine Brücke geführt.
An einem Betonpfeiler dieser Autobahnbrücke
machte ein Banner mit der Aufschrift «www.
steinmetzverband.ch» deutlich: Hier sind Steinmetze und Steinbildhauer aus dem Nordwestschweizer Verband am Werk. Sie legten eine
historische Brücke wieder frei, die unter der
Betonbrücke der alten Kantonsstrasse versteckt
war.
36 Das KMU-Magazin
Auf drei Meter verkleinert
Entdeckt wurde die Steinbrücke, die vermutlich
gut 150 Jahre alt ist, als wegen des Autobahnneubaus der A16 ein Stück der Kantonsstrasse
versetzt werden musste. Alain Chevrolet vom
Ingenieurbüro ATB SA, das die Bauarbeiten ausführt, ist Projektleiter des Abschnitts A16 Moutier-Loveresse. «Wir hatten mehrere Möglichkeiten», schildert Chevrolet: «Beispielsweise
beide Brücken sanieren, aber die historische
Steinbrücke versteckt lassen, oder beide abbrechen und neu aufbauen.»
Aber man hat sich für eine dritte Variante entschieden. Beide Brücken wurden getrennt; über
die Betonbrücke rollt zukünftig der Verkehr der
Kantonsstrasse, und die freigelegte Steinbrücke
REPORTAGE
wird zur Fussgängerbrücke. Also musste die
historische Brücke, die ursprünglich neun Meter breit war, zuerst wieder ans Licht gebracht
und dann auf gut drei Meter verkleinert werden.
wasserdicht verschweisste Baudokumentation
in die Brücke eingemauert. Das entspricht einer
Tradition der Steinmetz-Branche.
«Macht man nur einmal im Leben»
«Wir haben uns gefragt, wer das Know-how für
ein solches Projekt hat», erzählt Chevrolet. «Von
der Stiftung für Verkehrsgeschichte ViaStoria wurde uns der Steinmetzverband Nordwestschweiz
empfohlen.» Dessen Mitgliedern ist der verwendete Jurakalk bestens vertraut, und der Verband
hat bereits einmal in Reigoldswil eine alte Steinbrücke ab- und wieder neu aufgebaut, wie Alban
Imhof erzählt. Er hatte zusammen mit Markus
Böhmer und Stefan Moser auf Seiten des Steinmetzverbandes die Projektleitung inne.
«Die Arbeit an dieser Brücke war eine sehr schöne und eine grosse Aufgabe», sagt Imhof. «Ein
solches Projekt macht man vermutlich nur einmal im Leben.» Da der Auftrag für eine einzelne
Firma viel zu gross gewesen wäre, sei er als Verbandsarbeit erledigt worden.
Täglich waren acht bis neun Personen im Einsatz und an die zehn verschiedene SteinmetzFirmen waren während der wenige Monate dauernden Bauzeit involviert. «Wir wollten auch
möglichst vielen Lernenden die einmalige Chance geben, an einem solchen Projekt mitzuarbeiten», schildert Imhof. Auch für die Jungen sei es
enorm spannend, die Konstruktion einer Steinbrücke, die sie aus der Theorie kennen, in der
Praxis zu erleben.
Von der Kantonsstrasse verdeckt: So hat die Brücke zuvor
ausgesehen.
Die Arbeit ist anspruchsvoll. «Jeder Stein, den
wir weggenommen haben, wurde nummeriert»,
erklärt Imhof. So sei zum Beispiel die Sichtseite
nach der Verkürzung mit den gleichen Steinen
wieder rekonstruiert worden. Wie bei einem
Puzzle. Einzelne Steine wogen bis zu 1,5 Tonnen. Während der Bauzeit wurde die Brücke mit
einem Lehrgerüst gestützt.
Baudokumentation eingemauert
Mittlerweile sind die Arbeiten abgeschlossen
und die Brücke erstrahlt in neuem respektive
altem Glanz. Von der historischen Brücke, die
vor 55 Jahren mit der Betonstrasse zugedeckt
worden ist, weiss man übrigens nur wenig. Auch
das Baudatum (ca. 1850) ist eine Schätzung. Damit jene, die in ferner Zukunft vielleicht wieder
einmal an dieser Brücke arbeiten, nicht das gleiche Problem haben, wurde zum Schluss eine
Projektleitung: v.l. Markus Böhmer, Alban Imhof, Alain Chevrolet
und Stefan Moser.
Das KMU-Magazin 37
JUBILÄUM
100 Jahre VBEI
Eine Branche hat Grund zum Feiern
Der Verband der Basler Elektro-Installationsfirmen (VBEI) feierte Mitte Jahr sein 100-jähriges Bestehen.
Im Interview spricht Geschäftsführer Roger Graf über die Geschichte und die Zukunft der Elektro-Branche.
Jahr konnten wir mit total 136 Lehrbeginnern
einen neuen Rekord verzeichnen. Auch dieses
Jahr sieht es gut aus. So entscheiden sich viele
junge Menschen nach der Schulzeit für einen
der spannenden Elektroberufe Elektroinstallateur-/in EFZ, Montage-Elektriker-/in EFZ,
Elektroplaner-/in EFZ, Telematiker-/in EFZ. Die
Weiterbildungsmöglichkeiten und die Zukunftsperspektiven dieser Fachleute sind sehr gut.
Ehemalige und aktuelle Präsidenten: (v.l.) René Schmidlin
(1995-2001), Hans Gebhardt (1991-1995), Roland Hunkeler
(2013-heute), Hansjörg Wilde (2007-2013), Freddy Loewenguth (2001-2007) und Geschäftsführer Roger Graf (2001-heute).
Wie hat sich Ihre Branche in den letzten 100
Jahren verändert?
Roger Graf: Wagen wir einen Blick in die Vergangenheit. Die Gründung des Elektrizitätswerkes
Basel fiel in das Jahr 1899. Im November jenes
Jahres nahm die Kraftstation an der Voltastrasse
mit drei Gasmotoren von je 300 PS den Betrieb
auf. Damit war der Startschuss zur öffentlichen
Elektrizitätsversorgung in Basel gefallen. Bereits
nach einem Jahr verzeichnete die Stadtverwaltung
etwas mehr als 400 Abonnenten mit rund 15 000
Glühlampen und etwa 300 privaten Bogenlampen,
100 Elektromotoren mit zusammen 250 PS. Bereits 1922 verfügten 98 Prozent der Basler Haushalte über einen Elektroanschluss. Heute, über
100 Jahre später und nach unzähligen Innovationen, geht fast gar nichts mehr ohne Elektrizität.
Wie steht es um den Berufsnachwuchs in der
Elektrobranche?
Wir stellen sehr erfreut fest, dass die Zahl der
Lernenden stets zunimmt – wieder. Im letzten
38 Das KMU-Magazin
Was ist Ihrer Meinung nach zukünftig die grösste
Herausforderung?
Die Grenzlage, der starke Franken und der Fachkräftemangel sind nur einige der Faktoren, die
für einen harten Wettbewerb sorgen. Der Druck
von ausserhalb der Region auf lokale Aufträge
durch in- und ausländische Konkurrenten ist
spürbar gestiegen, und auch die Vergabepolitik
sorgt dafür, dass die Preisgestaltung bei einer
vernünftigen wirtschaftlichen Betrachtung zum
Schädlichen tendiert. Dies animiert ausländische
und bedauerlicherweise auch einheimische Unternehmen, sich grenzwertig und darüber hinaus
zu bewegen. Somit stehen wir als solide Branche
alle in einer übergeordneten Verantwortung, für
die Reputation, das Image und die Glaubwürdigkeit gegenüber unserem Handwerk, unseren Mitarbeitenden, aber auch gegenüber unseren Kunden und Sozialpartnern einzustehen.
www.vbei.ch
Feierlicher Jubiläumsanlass am 30. Mai 2015.
KURZPORTRÄT
Gewerbeverband Basel-Stadt
Seit 1834 setzen wir uns für
die KMU der Region ein
Der Gewerbeverband Basel-Stadt ist die Stimme der Basler KMU-Wirtschaft. Er kämpft für eine Stärkung
der Berufsbildung und unterstützt Unternehmen mit einer breiten Dienstleistungspalette. Und das seit
über 180 Jahren.
Die Stärkung der Berufslehre und
der dazugehörenden Weiterbil dungsmöglichkeiten ist ein zent rales Anliegen des Gewerbever bandes Basel-Stadt. Denn für Un ternehmen sind gut qualifizierte
Berufsnachwuchskräfte überlebenswichtig.
•Dienstleistungszentrum: Der Ge werbeverband Basel-Stadt ist das
zentrale Kompetenz- und Dienst leistungszentrum der regionalen
Unternehmen. Von der Familien ausgleichskasse Basler KMU über
die Pensionskasse Gewerbe Basel
zur KMU-Sprechstunde bis hin zu
Praxisseminaren und der KMU Kollektivlösung Arbeitsschutz unterstützt der Gewerbeverband
Unternehmen mit massgeschnei derten Dienstleistungen.
Der Gewerbeverband Basel-Stadt ist
die traditionsreichste und grösste
Arbeitgeberorganisation im Kanton
Basel-Stadt. Seit 1834 vertritt er die
Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Region
Basel. Getreu dem Motto «Unsere
Unternehmen – gemeinsam besser»
engagiert sich der Gewerbeverband
Basel-Stadt für das Wohl der KMUWirtschaft und der gesamten Region.
Drei Bereiche stehen im Fokus
•Schaltstelle zwischen Wirtschaft und Politik: Der Gewerbeverband setzt sich vor und hinter den Ku-
lissen unermüdlich für möglichst
wirtschaftsfreundliche Rahmen bedingungen für die KMU-Wirt schaft ein – dazu gehören eine
Senkung der bürokratischen Be lastung, möglichst tiefe Abgaben
und Steuern sowie eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur.
Der Gewerbeverband Basel-Stadt
sorgt dafür, dass die Bedürfnisse
der Wirtschaft in der Politik und
der Verwaltung gehört werden.
•Erste Adresse in Sachen Berufsbildung: Der Gewerbeverband Ba sel-Stadt ist die erste Adresse für
Fragen rund um die Berufsbildung.
Über 50 Mitarbeitende beschäftigt
der Gewerbeverband Basel-Stadt in
der Geschäftsstelle. Das Gewerbehaus befindet sich direkt vis-à-vis
der Elisabethenkirche.
Kontakt
Gewerbeverband Basel-Stadt
Elisabethenstrasse 23
Postfach 332
CH-4010 Basel
Telefon 061 227 50 50
E-Mail [email protected]
> www.gewerbe-basel.ch
Das KMU-Magazin 39
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Unser lagelösung.
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Vermö n ab CHF 10
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www.bkb.ch

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