Das 14 Tage Ayurveda-Programm

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Das 14 Tage Ayurveda-Programm
Der Körper als Tempel
Das 14 Tage Ayurveda-Programm
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Wenn sich die ersten Blätter herbstlich bunt färben, ist die richtige Zeit, sich dem Thema Ayurveda zu widmen.
Im Wechsel der Jahreszeiten passt sich auch der menschliche Organismus der veränderten Situation an und
sollte uns veranlassen, mehr nach innen zu lauschen und auf unserer Ernährungsweise und Tagesroutine zu
achten. Auch die Weisen in den jahrtausendealten vedischen Schriften empfehlen nun eine intensive Unterstützung
des Körpers.
Mit einer sanften Entgiftung entlastet man das System und fühlt sich in seiner Haut wieder wirklich wohl.
Unser Ayurveda-Spezialist Dr. med Ulrich Bauhofer hat ein 14 Tage Kompaktprogramm entworfen, das eine
alltagstaugliche, einfach durchzuführende Variante einer ayurvedischen Entgiftungstherapie ist.
Probieren Sie‘s aus...
Der Alltags Break:
Wir haben für Sie ein ayurvedisches 14 Tage Kompaktprogramm entwickelt. Die einzige Voraussetzung dafür:
Sie müssen bereit sein, Ihren Körper (zunächst) nur 14 Tage wie einen Tempel zu behandeln.
Doch keine Angst, hier geht es nicht nur ums Essen. Der Ayurveda – das Wissen vom Leben – schließt alle
Aspekte ein, die zu einem Wohlgefühl führen. Doch dazu mehr in den nächsten Tagen. Lassen Sie sich
überraschen.
Sie brauchen für diese 14 Tage
> viel zu Trinken (Wasser, Tee, Carpe Diem)
> ein Bett, in dem Sie wirklich gut schlafen (ihr Bett)
> frische, köstliche (biologische) Nahrung
> Sesamöl
> Leichte Kleidung für Yoga/Spaziergänge/maßvollen Sport
Sie brauchen für die 14 Tage NICHT
> Fisch/Fleisch/tierische Eiweiße
> Alkohol
> Abendeinladungen
Sie können sich für diese 14 Tage ganz frei nehmen, müssen das aber nicht. Dieses Programm soll alltagstauglich
sein – d.h. Sie können es auch durchführen, wenn Sie arbeiten müssen.
Nur abends sollten Sie einzig und allein an die wichtigste Person in Ihrem Leben denken
– an sich selbst.
Lesen Sie bitte das ganze Programm einmal durch, bevor Sie beginnen!
01
TAG 1
Morgen
Die Kapha-Zeit
Starten Sie in den Tag mit einem heißen Zitronen-Honigwasser. So schlagen Sie viele Fliegen mit einer Klappe:
Sie lassen Ihr System zu der so genannten Kapha-Zeit (Kapha die ayurvedische Qualität für irdische Schwere
und Struktur) noch in Ruhe aufwachen. Die Kapha-Zeit geht bis 10 Uhr - vorher also nichts essen, nur trinken.
Das warme Getränk regt die Peristaltik des Darms an, bringt Ihr System langsam auf Touren und entgiftet
dabei, denn Zitrone ist ein guter Ama-Killer [>Glossar]
Gönnen Sie sich statt einem Frühstück lieber vor der Dusche eine kleine Ölmassage. Verwenden Sie dazu
gereiftes Sesamöl, das sie kurz erwärmen. Massieren Sie, wenn Sie Zeit haben, den ganzen Körper (Sie beginnen
bei den Füßen in intensiven Kreisen und arbeiten sich langsam nach oben).
Öl hat eine wunderbare Qualität.
Es frisst Stress. Es ist warm und schwer, beruhigt und streichelt die Seele. Die Haut, das größte Entgiftungsorgan,
das wir haben, wird so sanft angeregt, Ama auszuscheiden. Stellen Sie sich dazu auf ein großes Handtuch,
machen Sie sich ein wenig leise Musik und massieren Sie ruhig und kräftig. Duschen Sie sich danach nicht zu
heiß ab.
Verzichten Sie heute am 1. Tag einmal heroisch auf das Frühstück! In den nächsten Tagen können Sie frische
Früchte oder ein gekochtes Müsli essen. Es ist am Anfang eine kleine Überwindung. Bis Mittag aber ganz viel
trinken – ist ein wunderbarer Weg, den Körper zu entgiften, ihm Raum zu geben, alles sorgfältig zu verdauen
und zu verstoffwechseln.
Rezept: Zitronen-Honig-Wasser
Lassen Sie das Wasser kochen und danach ca. 10 Minuten abkühlen.
Geben Sie auf einen Liter Wasser den Saft einer halben Zitrone und einen Teelöffel Honig dazu. Sie können,
wenn Sie es süßer mögen, auch mehr Honig nehmen.
WICHTIG: Geben Sie Honig nie auf kochendes Wasser! Das Wasser muss abgekühlt sein, denn sonst verwandelt
sich „Nektar in Gift”, wie es in den alten Schriften heißt.
Mittag
Die Pitta-Zeit
Pitta ist die ayurvedische Qualität für Feuer und Energie. Die Pita-Zeit ist der ideale Zeitpunkt um sich so richtig
satt zu essen. Der Organismus kann jetzt alles gut verarbeiten und umsetzen.
Essen Sie eine große Portion Gemüse mit Reis oder Nudeln.
Ein kleiner Tipp:
Sie bekommen bei jedem Italiener Nudeln mit Gemüse. Verzichten Sie (nur diese 14 Tage ) auf zuviel Zwiebeln
und Knoblauch.
Trinken Sie zum Essen zimmerwarmes Kombucha oder heißes Wasser. Trinken Sie ab jetzt jede Stunde eine
kleine Tasse heißes Wasser oder Tee.
Abend
Essen Sie abends leicht.
Eine Suppe, eine kleine Portion warmen Milchreis oder frisches gedämpftes Gemüse.
Gehen Sie zwischen 9 Uhr und 10 Uhr ins Bett. Wenn Sie schlecht einschlafen können, trinken Sie eine Tasse
Gewürzmilch (Rezept siehe Tag 5) oder machen Sie sich eine Fußmassage mit warmen Sesamöl (siehe Tag 6).
02
Der wahre Luxus ist Ruhe.
Sicherlich müssen Sie jetzt nicht 14 Tage jeden Abend um 9 Uhr ins Bett gehen. Doch die meisten Menschen
schlafen zu wenig. Aus ayurvedischer Sicht ist Schlafmangel Stress, und Stress erzeugt Unordnung.
Die Unordung in unserem Geist erzeugt wiederum ein ungeordnetes Umfeld, das wieder mehr Unordnung
in unserem Geist hervorbringt. Ein Teufelskreis.
Tiefe Ruhe und Entspannung, erholsamer Schlaf ist das beste und das billigste Anti-Stressmittel schlechthin.
Machen Sie sich Ihr Schlafzimmer so gemütlich wie möglich. Lüften Sie gut, zünden Sie ein Duftlämpchen
mit beruhigenden Düften (Rose, Jasmin, Vataöl) an , hören Sie ruhige entspannende Musik und meiden Sie
aufregende Lektüre, spannende Fernsehfilme oder nervtötende Telefongespräche.
Entschleunigen Sie einmal konsequent (nur 14 Tage lang) Ihr Leben.
Dazu bedarf es natürlich konkreter Planung, denn oft denkt man einfach nicht daran, dass man wirklich müde
und ausgebrannt ist, wenn ein Freund anruft und fragt, ob man sich um 21 Uhr noch auf ein schnelles
Abendessen treffen kann. Selbstverständlich sind solche Abende schön und wichtig. Doch wenn Sie nur mal
14 Tage lang konsequent abends die Ruhezone betreten, wird sich Ihre Lebensqualität erheblich verbessern.
03
TAG 2
Morgen
Trinken Sie Ihr Zitronenwasser und machen Sie danach 15 Minuten leichte Yoga-Asanas. Sie können sich aber
je nach Lust und Laune auch an die wunderbaren Yoga-Tipps von Patrick Broome halten.
Wichtig ist nur: wenn Sie ungeübt sind – beginnen Sie leichte sportliche Übungen stets auf Ihrem Niveau und
steigern Sie sich dann langsam.
Seien Sie maßvoll und überanstrengen Sie Ihren Körper nicht.
Ganz besonders nicht während dieser 14 Tage. Hören Sie nach innen, spüren Sie Ihren Körpersignalen wirklich
nach. Ist er müde - geben Sie ihm Schlaf. Ist er steif - gewöhnen Sie ihn langsam und behutsam an einfache
Yogaübungen. Zwingen Sie ihn nicht und gehen Sie nie gegen Blockaden an, die er vorgibt.
Mittag
Wenn Sie die Möglichkeit haben, sich etwas zu kochen, bereiten Sie sich ein traditionelles indisches
Dal zu.
Wenn Sie arbeiten müssen – gehen Sie konsequent eine Stunde zum Mittagessen. Schalten Sie das Handy ab,
essen Sie in Ruhe, trinken Sie warme Getränke dazu und essen Sie sich richtig satt.
Mung-Dal Gelbe Linsen
Die Zubereitungszeit ist das längste „Element” dieser indischen Köstlichkeit. Sie brauchen etwa
40 Minuten. Die gute Nachricht: die meiste Zeit köchelt es brav vor sich hin.
Die Mungbohnen müssen gut gewaschen werden. Leichter verdaulich sind sie, wenn man sie den
Abend vorher – oder mindestens zwei Stunden – in kaltem Wasser einweicht.
Nehmen Sie einen grossen Topf geben Sie 1 EL Ghee oder Sonnenblumenöl dazu und braten Sie
darin alle folgenden Gewürze an: ½ TL Senfsaat schwarz, ½ TL Gelbwurz, ¼ TL Ingwerpulver,
½ TL Meersalz , ¼ TL milden Curry, ¼ TL (grünen) gestoßenen Pfeffer (nicht für Pitta).
Springt die Senfsaat, geben Sie frischen Ingwer und Tomate dazu.
Wenn Sie Ingwer mögen schneiden Sie einfach eine Ingwerknolle in kleine Stückchen und kochen
Sie sie mit, wenn Sie nicht daraufbeissen wollen pressen Sie kleine Ingwerstückchen einfach durch
die Knoblauchpresse.
Enthäuten Sie eine große Fleischtomate und schneiden Sie sie in kleine Stücken.
Vermischen Sie alles gut und geben Sie dann pro Person 75 Gramm Mungbohnen dazu, einen Liter
heißes (!) Wasser und lassen Sie alles ca. 40 Minuten kochen oder solange bis ein dickflüssiger Brei
entstanden ist.
Sie können mit etwas Sojasauce würzen (dann aber weniger Meersalz verwenden) und mit Sahne
oder Frischkäse abrunden. Dazu servieren Sie Basmati-Duftreis und Mango Chutney.
Die Fühlübung
Heiße Getränke unterstützen den Organsimus. Die Enzymatik in Magen und Darm arbeitet bei 37 Grad
Körpertemperatur am besten. Kalte Getränke schrecken das Milieu in Magen und Darm ab und die
Verdauungsleistung wird deutlich gesenkt. Das kühle Bier zum Essen oder die Portion Eis danach – erschweren
es Ihrem Körper seine Arbeit zu tun. Machen Sie sich das klar – und probieren Sie es aus. Legen Sie nach dem
Essen die Hand auf den Magen und spüren Sie einfach nur einmal – wie Sie sich fühlen.
Fülle Deinen Magen nie ganz!
Es gibt im Ayurveda eigentlich nicht viele Essensregeln – eine sehr wichtige aber besagt: Fülle Deinen Magen
nie ganz. Sie sollten den Magen zu drei Viertel füllen, aber ein Viertel sollte für die Verdauungsarbeit frei bleiben.
04
Auch dafür eignet sich die Fühlübung. Essen Sie langsam und legen zwischendurch immer wieder die Hand
auf den Magen. Sind Sie nicht vielleicht schon satt? Oft isst man zuviel, weil man mit den Gedanken gar nicht
beim Essen ist. Essen Sie ruhig und konzentriert und achten Sie einmal (Sie erraten es: nur 14 Tage lang) bei
jedem Essen auf Ihr Hungergefühl. Lernen Sie Ihren natürlichen Hungerpunkt wieder kennen und essen Sie
nicht darüber hinaus.
Abend
Essen Sie leicht und bekömmlich!
Trinken Sie warm, meiden sie Alkohol und schwer verdauliche Speisen und vor allem: Essen Sie nicht zu spät.
Goldblättchen sammeln
Gehen Sie zwischen 21 und 22 Uhr ins Bett und machen Sie vor dem Einschlafen die wunderschöne Technik
des Goldblättchen Sammelns: Dazu vergegenwärtigen Sie sich alle schönen, intensiven und glücklichen Momente
des Tages. Diese Goldblättchen erleben Sie dann noch einmal nach. Eine exzellente Technik, um positiv in den
Schlaf zu gehen.
05
TAG 3
Morgen
Trinken Sie Ihr Zitronenwasser oder bereiten Sie sich Ingwerwasser zu.
Ingwerwasser
Dazu kochen Sie das Wasser 10 - 20 Minuten lang mit einer daumendicken Scheibe Ingwer. Trinken
Sie das Ingwerwasser auch gerne über den Tag verteilt, aber nicht mehr nach 17 Uhr.
Verwöhnen Sie sich mit einer Ölmassage oder machen Sie eine konzentrierte kleine Yogasession.
Genießen in Ruhe
Mittag
Gehen Sie in Ruhe Mittagessen oder kochen Sie sich frisches, knackiges Gemüse, das seine bunte Farbe nicht
verloren hat, bissfest ist und die wichtigen Vitamine noch enthält. Im Laufe des Programms werden Sie sehen,
dass Gemüse nicht langweilig und fleischlose Kost nicht geschmacklos sind.
Ein kleiner Geheimtipp
Der aus gedämpftem Gemüse sofort ein perfektes Essen macht: kochen Sie sich eine exquisite Sauce dazu.
Orangensauce
Erhitzen Sie 2 EL Ghee in einer hohen Pfanne und geben Sie klein geschnittenen Ingwer (je nach
Geschmack ein bis drei daumendicke Scheiben), ½ TL frischen gehobelten Estragon und klein
geschnittene rote Paprika bei (pro Person eine halbe).
Besser verdaulich wird die Paprika, wenn sie mit dem Spargelschäler geschält wird. Bestäuben Sie
die Masse leicht mit Kichererbsenmehl und rühren Sie gut um, löschen Sie danach mit Orangensaft
und dem Fond Ihres gekochten Gemüses ab.
Geben Sie noch etwas vegetarische Brühe bei und würzen Sie mit Meersalz oder Sojasauce und
Pfeffer. Lassen Sie die Sauce etwas eindicken und geben Sie sie dann über das warme Gemüse.
Am besten passt Spargel, Blumenkohl, Romanescu, Kohlrabi o.ä.
Abend
Nutzen Sie Ihre Chance
Essen Sie eine schöne Suppe. Abends eine warme Suppe zu essen, ist Balsam für Ihren Körper. Suppen sind
leichtverdaulich und beschweren nicht, Ihr System kann in Ruhe schlafen ohne mit schwerem Essen
zu „kämpfen”.
Es gibt beispielsweise Fleischsorten, die bis zu 6 Tagen im Körper bleiben, weil sie so schwer aufspaltbar sind.
Geben Sie Ihrem Organismus (14 Tage lang) die Chance abends einmal NICHT Höchstleistung vollbringen
zu müssen – zu einer Zeit, in der er sich naturgemäß auf den Schlaf vorbereitet.
Wussten Sie, wenn Sie abends viel essen, verdaut ihr Körper nicht langsamer, sondern z.T. gar nicht. Das erklärt
auch, weshalb man oft morgens Hunger hat, wenn man abends zuviel gegessen hat. Das System fährt langsam
wieder hoch und setzt den Verdauungsprozess vom Vorabend in Gang, das fühlt sich dann an wie „ich habe
Hunger”. Tatsächlich aber ist es jetzt genau das Falsche, etwas zu essen, denn man füttert sozusagen den im
Verdauungsprozess befindlichen Organismus und überlastet ihn.
Ideal: ein heißes Zitronenwasser.
06
Karotten-Ingwer-Suppe
Dazu geben Sie etwas ayurvedische Ghee in einen großen Topf – fügen ¼ TL schwarze Senfsaat,
¼ TL Meersalz, ¼ TL Ingwerpulver, ¼ TL Gelbwurz, etwas Curry und frische Ingwerscheiben
(Sie können die Ingwerscheiben auch durch die Knoblauchpresse hineinpressen oder den Ingwer
ganz klein schneiden) bei, erhitzen Sie alles und warten Sie bis die Senfsaat springt.
Fügen Sie dann kleingeschnittene Karotten dazu, braten Sie alles unter kräftigem Rühren an und
füllen Sie den Topf dann mit zwei Drittel der Menge Gemüsebrühe auf.
Lassen Sie alles kochen, bis die Karotten weich genug sind, um Sie zu pürieren. Danach schmecken
Sie die Suppe mit einem kleinen Gläschen Apfelsaft, Pfeffer und wenn gewünscht mit etwas
Kokosmilch ab. Sie können statt Kokosmilch auch ein bis zwei Esslöffel Frischkäse, Sahne oder
Crème fraîche unterrühren.
Gehen Sie zwischen 21 Uhr und 22 Uhr ins Bett und vermeiden Sie aufregende Inhalte vor der Schlafenszeit.
Nützen Sie die beruhigende Kraft der Kapha-Zeit (Sie klingt gegen 22 Uhr aus), um in Ruhe den Tag ausklingen
zu lassen.
07
TAG 4
Morgen
Trinken Sie Ihr warmes Zitronenwasser, führen Sie Ihre Massage oder Yoga Routine durch, lesen Sie ein paar
Minuten ein schönes Buch oder setzen Sie sich ein paar Minuten in die warme Sonne.
Unser Geist-Körper-System – eine elastische Feder.
Entspannen Sie sich bewusst! Nehmen Sie sich vor, auch in Ihrem Tag kleine Pauseinseln einzubauen. Nur
durch Ruhe kann sich ein System erholen und neu ordnen. Stellen Sie sich das menschliche Geist-KörperSystem einmal wie eine elastische Feder vor. Wenn Sie ein Gewicht daran hängen, wird die Kraft der Feder es
auffangen und kompensieren. Ähnlich verhält sich unser Organismus: Belasten Sie ihn, gleichen seine äußerst
komplexen Regulationssysteme dies aus. Wenn wir aber immer schwerere Lasten daran hängen, verliert die
Feder irgendwann ihre Elastizität. Soweit dürfen Sie es nicht kommen lassen. Gewinnen Sie das innere Gespür
für die leisen Botschaften, die Ihr Körper aussendet.
Trinken Sie jede Stunde eine Tasse heißes Wasser.
Das heiße Wasser gilt im Ayurveda als Lebenselixier. Es baut Ama ab, entgiftet also den Körper und regt den
Stoffwechsel an. Das ist ganz besonders für die Menschen wichtig, die abnehmen wollen. Denn wenn man die
Kalorienzufuhr reduziert, reduziert sich auch automatisch die Stoffwechselrate, d.h. man nimmt langsamer ab.
Durch das heiße Wasser wird der Stoffwechsel angeregt, statt sich zu verlangsamen.
Mittag
Essen Sie warmes Gemüse mit Nudeln oder gebratenen Reis beim Thailänder.
Wenn Sie selbst kochen können, probieren Sie Reis mit Zucchini-Tofu.
Duftreis mit Zucchini-Tofu-Ragout
Kochen Sie sich Reis (am besten Basmati Reis). Bevor Sie servieren, können Sie Mandelstifte,
Sesamsaat oder andere Nüsse, die Sie mögen darüberstreuen. Mandeln gelten im Ayurveda als
satwische Nahrung, das bedeutet, sie ist besonders rein.
Nehmen Sie ein Pfanne, erhitzen Sie geröstetes Sesamöl und braten Sie daran kleingeschnittenen,
gewürfelten Tofu. Pro Person eine halbe Tofuschnitte. In den Biosupermärkten gibt es auch fertigen
Sesam-Mandel Tofu; schmeckt sogar kalt und zu Salaten köstlich.
Braten Sie den Tofu von beiden Seiten goldbraun und löschen Sie ihn dann mit etwas Sojasauce
ab.
Geben Sie nun die klein geschnittenen Zucchini (pro Person eine kleine Zucchini) dazu und garen
alles noch eine kleine Weile unter vorsichtigem Rühren.
Fügen Sie danach ein bis zwei Tassen Wasser dazu und lassen Sie alles leicht köcheln. Würzen Sie
mit Salz, Pfeffer und binden Sie die Sauce mit Frischkäse oder Kokosmilch.
Salzen Sie nicht zu stark, Sojasauce ist salzig genug.
Abend
Essen Sie leicht und nicht zu spät. Bevorzugen Sie Gemüse und Suppen.
Gehen Sie zwischen 21 und 22 Uhr zu Bett und nützen Sie diese Rückzugsphase für sich selbst.
Gönnen Sie sich eine ausführliche Fußmassage.
Massieren Sie die Fußsohlen ruhig, aber mindestens 10 Minuten lang mit warmem Sesam- oder Mandelöl.
08
TAG 5
Morgen
Trinken Sie Ihr bevorzugtes Morgengetränk (Tee, Zitronenwasser, Ingwerwasser). Bitte beachten Sie, das Tee
nicht dieselbe Wirkung wie heißes Wasser hat.
Achten Sie im Sommer auf Ihr Pitta.
Hitze führt dem Organismus zu viel Pitta zu. Das bedeutet, er wird ausgetrocknet und seinen Energien beraubt.
Um die körperlichen Folgen einzudämmen, drosselt der Körper sein körpereigenes Pitta, d.h. beispielsweise
seine Verdauungskraft Agni [>Glossar] wird schwächer, der Appetit lässt nach. Deshalb ist es wichtig, besonders
wenn es heiß ist, seine Verdauungskraft nicht zu überlasten.
Gut sind kühlende Speisen, wie etwa süßes Obst, Weizen, Gerste, Reis, süße und bittere Gemüse wie Zucchini,
Chicoree, Gurken und rote Linsen, Milch und süßes Lassi.
Lassi
Nehmen Sie einen grossen Mixer und mixen Sie sich Ihre bevorzugten Früchte z.B. Mangos. Geben
Sie pro Person einen kleinen Becher Yoghurt dazu und mixen Sie erneut. Mischen Sie alles mit
einem halben Liter warmem (nicht heißem!) Wasser. Sie können nach Geschmack süßen – mit
Honig, Ahornsirup oder weißem, fein geriebenen, roh belassenen Kandiszucker.
Auch das Vata (die ayurvedische Qualität für Bewegung) zu besänftigen, ist im Sommer wichtig, weil austrocknende
Hitze Vata noch weiter anregt. Vata steht natürlich auch für Stress und davon haben die modernen
Großstadtmenschen meistens mehr als genug.
Ruhepause sind ein billiger, schneller und effizienter Stresskiller.
Deshalb: Kleine Ruhepausen konsequent und regelmäßig in den Tag einbauen – denn auch Kreativität braucht
Pausen.
Mittag
Essen Sie nie bevor die vorangegangene Mahlzeit verdaut ist!
Dies besagt einer weitere, sehr wichtige ayurvedische Essensregel. Sie müssen also mindestens zwei Stunden
bei sehr leichten (Obst, Gemüse) und vier Stunden bei schwereren Speisen warten, bevor Sie erneut essen.
Sehen Sie diese Pausen als Ernährungsmanagement für Ihren Körper an.
Machen Sie sich einmal ganz klar, wie feinsinnig alle Körperfunktionen, die den hochkomplexen Verdauungstrakt
bedienen, aufeinander abgestimmt sind. Lassen Sie die vielschichtigen, hochsensiblen Abläufe in Ihrem Körper
sich einfach ganz in Ruhe vollziehen. Stören Sie ihn nicht. Die Körperintelligenz weiß genau, was sie tun muss
– sie muss nur auch die Zeit haben, sich zu entfalten.
Streichen Sie die kleinen Snacks zwischendurch.
Das gilt für den Schokoriegel (den Sie nur essen, weil Sie gerade nicht wissen, wie Sie einen Brief beginnen
sollen), das Müsli (im Volksmund zweites Frühstück genannt) oder die Nusshörchen (die die Kollegin immer
mitbringt).
Essen Sie ein richtiges schönes Mittagessen.
Geniessen Sie jede Gabel, essen Sie nicht zu schnell und fühlen Sie zwischendurch Ihren Hungerpunkt. Verzichten
Sie aber auf unkontrollierte, zum grossen Teil nährstoffarme kleine Zwischenmahlzeiten.
Die Vanille-&-mehr-Milch.
Abend
Es gibt ein kleines ayurvedische Ritual, dass eine Vielzahl von Vorteilen birgt:
Die Vanille-&-mehr-Milch. Zelebrieren Sie solche kleine Gewohnheiten, das muss natürlich nicht jeden
Tag sein.
09
Aber es gibt Stresstage, die sich mit einer Tasse warmer Milch, die hinreissend nach Vanille und/oder Zimt
und/oder Kardamom und/oder Safran duftet, beruhigend abschließen lassen.
Setzen Sie sich an Ihren Lieblingsplatz, trinken Sie Ihre Milch in kleinen Schlücken und streifen Sie den
Tag ab.
Warme Vanillemilch
Erwärmen Sie ein Glas frische Milch – pasteurisiert, aber nicht homogenisiert – und fügen Sie eine
Prise gemahlene Vanille oder grünen Kardamom, einige Fäden Safran und einen ¼ TL Zimt bei
und kochen Sie alle Gewürze mit. Sie können mit der Zeit Ihre ganz persönliche Lieblingsmischung
herausfinden. süßen Sie mit Ahornsirup, Honig (abkühlen lassen) oder Rohrzucker je nach Geschmack.
10
TAG 6
Morgen
Trinken Sie Ihre ayurvedischen Lieblingsgetränke, aber wenn Sie etwas essen wollen, bereiten Sie sich ein warmes
Müsli zu.
Warmes ayurvedisches Morgenmüsli
Dazu geben Sie so viele grobe Dinkel- oder Haferflocken in einen kleinen Topf, wie Sie essen
möchten, füllen etwa die doppelte Menge Wasser dazu, schneiden kleine Apfelstückchen oder
anderes Obst hinein (Beeren, Aprikosen, Birnen, Bananen), würzen mit Vanille, Zimt und ein
bisschen Ahornsirup und lassen das ganze solange kochen, bis die Flocken das Wasser aufgesogen
haben und ein sämiger Brei entstanden ist. Sie können auf den warmen köstlichen Porridge ein
bisschen Joghurt oder Sahne geben.
Mische nie Obst mit Milch!
Eine weitere ayurvedische Regel. Milch wird als Nahrungsmittel angesehen wird, das man ganz pur genießen
soll, um es besser verdauen zu können.
Mein Tipp:
Mittag
Nachtisch vor dem Hauptgericht essen
Um die Verdauungskraft anzuregen gibt es im Ayurveda eine Fülle von Maßnahmen, die vor dem Essen
empfehlenswert sind. Dazu gehört auch – berühmt für die vedische Küche – den Nachtisch zuerst zu essen.
Der Sinn dahinter: Süßspeisen sind sehr oft schwerer verdaulich, als gekochte, warme Gerichte. Der
Verdauungsapparat spürt „Aha! Jetzt kommen schwere Geschütze...” und fährt das Agni (die Verdauungskraft)
hoch. Essen wir danach die leichter zu verdauenden Speisen, läuft das System schon auf Hochtouren und
verarbeitet alles nachkommende natürlich sehr viel besser.
Probieren Sie es doch mal aus!
Abend
Ayurvedische Fußmassage
Nach dem leichten Abendessen sollten Sie sich eine ayurvedische Fußmassage gönnen. Diese Massage ist eine
traditionelle Methode um überzogenes Vata zu beruhigen, man schläft danach viel ruhiger und entspannter.
Erwärmen Sie dafür gereiftes Sesamöl leicht (in jedem guten Reformhaus und in Bioläden) und füllen Sie es
in eine kleine Schale.
Setzen Sie sich dazu auf ein grosses Handtuch und beginnen Sie Ihre Füße mit dem warmen Öl zu massieren.
Nehmen Sie einen Fuss zwischen beide Hände und massieren Sie kreisförmig von der Fußspitze zur Ferse und
zum Sprunggelenk.
Massieren Sie mit leichtem Druck und wiederholen Sie diesen Vorgang je Fuß mindestens 5 mal – oder solange
es Ihnen angenehm ist. Waschen Sie die Füße danach nicht sofort, sondern wickeln Sie sie in ein angewärmtes
Handtuch ein und ruhen sie noch einige Minuten.
11
TAG 7
Morgen
Gandusha
Probieren Sie diesen Morgen einmal ein Gandusha. Dafür gurgeln Sie ca. 5 bis 7 Minuten mit gereiftem Sesamöl.
Massieren Sie danach das Zahnfleisch ebenfalls mit Sesamöl, denn es hat nicht nur eine entgiftende, sondern
auch eine desinfizierende Qualität.
Die Zunge wird im Ayurveda jeden Morgen mit einem Zungenschaber gereinigt. Denn über die Zunge scheidet
der Körper über Nacht Giftstoffe aus, die sich in einem weißlichen Belag niederschlagen.
Sie werden feststellen, wenn Sie regelmäßig – vor dem Zähneputzen – die Zunge reinigen, wird der Körper
das als Signal sehen, diesen Entgiftungsweg intensiver zu wählen und besser darüber zu entgiften.
Wenn Sie keinen Zungenschaber haben, können Sie auch einen Teelöffel nehmen, um die Zunge zu säubern.
Mittag
Gebratener Broccoli mit Mandelsauce
Gemüse zu essen muss nicht langweilig sein. Ein wirklich köstliches Mittagessen ist gebratener Broccoli mit
Mandelsauce. Versuchen Sie einmal diese Kombination mit Kartoffeln, Reis oder Cous Cous.
Gebratener Broccoli mit Mandelsauce
Den gewaschenen Broccoli (pro Person etwa einen halben mittelgroßen Broccoli verwenden) in
etwa 1 cm große Stücke schneiden.
3 EL Ghee in einem mittelgroßen Topf erhitzen, ¼ TL Senfsamen schwarz, ¼ TL Kreuzkümmel,
1/8 TL Hing, ½ TL Gelbwurz, 1 TL Korianderpulver, ½ TL Meersalz darin anbraten, bis die
Senfsaat springt.
Danach den Broccoli einrühren und etwas Wasser zugeben. Ca. 10- 15 Minuten bei geöffnetem
Deckel garen und gelegentlich umrühren bis der Broccoli bissfest ist. Er darf sein sattes Grün nicht
verlieren.
Das Wasser darf noch nicht ganz verkocht sein, sonst ein bisschen warmes Wasser zugeben. Im
Mixer eine Handvoll geschälte Mandeln zu einem Mandelmehl zermahlen und unter den Broccoli
rühren, so dass eine sämige Sauce entsteht. Mit Zitronensaft und Sojasauce abschmecken.
Für dieses Gericht eignet sich auch Romanesco (s. Abb. oben) oder Blumenkohl.
Abend
Essen Sie leicht, gönnen Sie sich eine kleine Fußmassage oder ein warmes Fußbad mit einigen Tropfen Mandelöl
und gehen Sie so früh wie möglich zu Bett.
12
TAG 8
Morgen
Über das Essen haben wir nun schon öfter gesprochen – doch beispielsweise auch das Hören wirkt auf die
Bioprinzipien.
Alles, was unsere Sinne aufnehmen, übersetzt der Körper in die Sprache von den Doshas [>Glossar] Vata
(Bewegungsprinzip) Pitta (Energieprinzip) und Kapha (strukturgebendes Prinzip). Was immer wir sehen, hören,
riechen, schmecken, essen usw. regt die Doshas an, dämpft oder harmonisiert sie.
Starten Sie mit Ihrer Musik
Das Wissen über die Klänge ist in den alten Texten der Gandharva-Veden zusammengefasst. Finden Sie eine
Musik – ganz gleich welcher Richtung – die Sie entspannt. Die gesundheitliche Wirkung von Musik wurde in
den letzten Jahrzehnten intensiv erforscht und neuere Studien belegen, dass Musik die Durchblutung, die
Herzfrequenz und den Blutdruck verändert.
Auch Stoffwechsel, Verdauungstätigkeit und die Schmerzempfindlichkeit wird nachweislich durch Klänge
beeinflusst. Es gibt sogar eine Untersuchung, die zeigt, dass man die Dosierung von Schmerz- und
Beruhigungsmitteln durch Musik bis zu 30% senken kann.
Suchen Sie sich also zu Beginn des Programms ein Musikstück, das Sie 14 Tage lang begleiten kann. Es soll
Ihnen gefallen, Sie beruhigen und keine dröhnenden Bässe enthalten. Spielen Sie Ihre Musik am Morgen, wenn
der Tag noch jung ist, und starten Sie mit diesem Signal der Entspannung in den Alltag
Mittag
Abwechslung auf italienisch
Probieren Sie mal verschiedene italienische Restaurants aus. Sie werden feststellen, dass man Ihnen Spaghetti
mit Gemüse überall anders serviert: Mit oder ohne Tomatensauce, mit Aurorasauce (Tomaten-Sahne), mit reiner
Sahnesauce, ganz ohne Sauce...
Auch die Tageskarte gibt jeden Tag andere Gemüsesorten her. Testen Sie, bei welchem Italiener Ihnen die
Spaghetti am besten schmecken. Versuchen Sie vor der Mahlzeit zwei dünne Ingwerscheiben mit Salz zu essen
– das regt die Agni an und hilft Ama auszuscheiden.
Abend
Beruhigende Bettlektüre
Essen Sie leicht, gehen Sie früh schlafen, lesen Sie erhebende, beruhigende Bettlektüre, statt aggressive Krimis
im Fernsehen anzuschauen (nur 14 Tage lang – was Sie danach beibehalten wollen, können Sie nach Ihrem ganz
persönlichen Wohlbefinden entscheiden).
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TAG 9
Morgen
Trinken Sie warmes Zitronenwasser mit Honig, machen Sie Ihre Lieblings-Yoga-Übungen und hören Sie Musik,
die den Körper aufbaut und stärkt.
Mittag
Essen Sie viel, aber überessen Sie sich nicht.
Agni – das Verdauungsfeuer – arbeitet unermüdlich für Sie. Wenn Sie ihm Zeit lassen – dankt es Ihnen Ihr
Körper mit geringerem Ama-Aufbau.
Vergessen Sie nicht, jede Stunde eine Tasse heißes Wasser zu trinken.
Eine billigere und effizientere Entgiftung gibt es nicht. Selbstverständlich kann es durch konsequente Entgiftung
zu körperlichen Reaktionen kommen. Sie könnten sich müde und schwer fühlen, Glieder-, Kopf- oder
Rückenschmerzen können auftreten. Oft handelt es sich hierbei um Kaffeeentzug. Eine halbe Tasse Kaffe kann
da Wunder wirken. Generell sollten Sie diese Signale Ihres Organismus als heilsam einstufen.
Warmer Milchreis
Abend
Warmer Milchreis ist ein vatareduzierendes, wirklich wohlschmeckendes Abendessen. Kochen Sie dafür Milchreis
wie Sie ihn kennen, aber fügen Sie Zimtstangen und Vanille bei.
14
TAG 1 0
Morgen, Mittag, Abend
Reduzieren Sie in diesen zwei Wochen konsequent Ihr Ama.
In der uralten vedischen Medizin wird auf die Reinerhaltung des Körpers, also auf den konsequenten AmaAbbau sehr großen Wert gelegt. Die weisen alten Ärzte empfehlen, einmal im Monat einen Tag einzulegen, der
das Magen-Darm-System entlastet und zur Reinigung der „Srotas (Kommunikationswege des Körpers) dient.
Das tun Sie, wenn Sie beispielsweise einen Tag – den Sie in unseren 14 Tagen sich ganz frei wählen sollen –
nur trinken. Nehmen Sie keine feste Nahrung zu sich, trinken Sie morgens bis Mittag Ihr Zitronenwasser und
danach zimmerwarmes, stilles Wasser oder Carpe Diem Kombucha, Kefir oder Ginkgo, Lassis und Tees.
Selbstverständlich können Sie sich mittags und abends auch eine Gemüsesuppe kochen, aber nehmen Sie kein
Brot dazu und pürieren Sie das Gemüse zu einer nicht zu dickflüssigen Suppe.
15
TAG 1 1
Morgen
Heute Morgen – oder an dem Morgen nach dem Flüssigkeitstag – können Sie sich ein schönes Müsli (Rezept
siehe Tag 6) kochen. Nehmen Sie aber gleich nach Ihrem „Trink-Tag” kein rohes Obst zu sich.
Mittag
Die ayurvedische Heilkunst betrachtet Ernährung als Medizin.
Medikamente werden erst dann verordnet, wenn Störungen mit richtig zusammengestelltem Essen nicht mehr
zu beheben sind. Aber auch eine medikamentöse Therapie muss – nach ayurvedischem Verständnis – von einer
geeigneten Diät begleitet sein, um ihre volle Wirkung entfalten zu können.
Am besten findet man die Nahrung, die wirklich zu Konstitutionstypus und momentaner Situation passt, indem
man einen erfahrenen ayurvedischen Arzt aufsucht und sich durch eine ausführliche Pulsdiagnose den Stand
der Dinge erläutern lässt.
Eine Ernährungsberatung ist für den vedischen Vaidja eine Selbstverständlichkeit.
Gut ausgebildete ayurvedische Mediziner finden Sie im Internet der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda.
Denken Sie einmal darüber nach, für sich eine Ernährung zu finden, die ihrem Körper-Geist-Seele-System
wirklich entspricht.
Dazu ist es wichtig, dass Sie lernen, in Ihrem Körper hineinzuhorchen.
Wie fühlt es sich an, wenn man ein Glas eisgekühlten frisch gepressten Orangensaft trinkt?
Für den Pitta Typ etwa kann es sich nicht wirklich gut anfühlen, denn frischer Orangensaft heizt Pitta zusätzlich
an. Man fühlt sich vielleicht angespannter, mehr unter Druck oder reagiert schneller gereizt.
Im normalen hektischen Alltag achtet man auf solche Feinheiten selten – tatsächlich aber schwächt sich die
Wirkung von frischem O-Saft sofort ab, wenn er gesüßt wird (z.B. mit Honig).
Nehmen Sie sich heute vor, nach dem Mittagessen fünf Minuten nur ruhig dazusitzen und immer wieder
nachzuspüren, ob es Ihnen wirklich gut geht. Versuchen Sie sich an diese kleine Übung zu gewöhnen. Und
finden Sie heraus, welche Nahrung Ihnen ganz und gar nicht gut tut.
Abend
Kochen Sie sich eine frische Erbsensuppe und nehmen Sie nur wenig Brot dazu und wenn, dann toasten
Sie es.
Erbsensuppe
½ Tasse Erbsen pro Person gut waschen. Erhitzen Sie in einem großen Topf 3 EL Ghee und geben
Sie je ¼ Tl Anis, gemahlenen Ingwer, Senfsaat und je nach Geschmack frischen Pfeffer dazu. Wenn
die Senfsaat springt, fügen Sie die Erben bei und schwitzen alles gut an. Füllen Sie dann mit reichlich
Wasser auf (je nach Personenzahl) und lassen Sie alles ca. 1 Stunde köcheln.
Pürieren Sie die Suppe und schmecken Sie mit Sojasauce oder Meersalz und Sahne ab.
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TAG 1 2
Morgen
Genießen Sie Ihr Morgengetränk und machen Sie leichte Yogaübungen.
Mittag
Erfahren Sie mehr über die phantastische Wirkung von Gewürzen und Kräutern.
Es gibt eine Fülle wirklich guter Ayurveda Bücher. Und viele Speisen, die eigentlich für einen bestimmten Typ
ungeeignet sind, werden durch richtiges Würzen doshagerecht. In den alten Volksküchen ist dieses Wissen seit
Jahrtausenden bekannt und wird auch angewendet. In Bayern z.B. wird Sauerkraut traditionell mit Kümmel
zubereitet, denn der Kümmel bricht das schwer verdauliche Weißkraut auf.
Besonders vatareduzierende Gewürze sind:
Ingwer (frisch), Senfsaat, Nelken, Kardamom, Zimt. Kreuzkümmel (Cumin), Kümmel, Muskat, Piment,
Gelbwurz, Safran, Steinsalz, wenig schwarzer Pfeffer, Hing, Anis, Fenchel.
Besonders pittareduzierende Gewürze sind:
Koriander, Kardamom, Fenchel, Safran, Kreuzkümmel in kleinen Mengen.
Besonders kaphareduzierende Gewürze sind:
Alle Gewürze, die besonders scharf sind. Ingwer, schwarzer Pfeffer, Gelbwurz, Koriander, Nelken, Zimt.
Abend
Essen Sie abends leicht.
Verzichten Sie auf fetten schweren Käse, Fleisch, Rohkost, Joghurt. Wenn Sie Brot essen wollen, dann toasten
Sie es – es wird dadurch bekömmlicher.
Frischkäse ist besser als Hartkäse, es gibt im Bioladen eine große Auswahl Brotaufstriche auf Tofu- oder
Sonnenblumenkernbasis, die Wurst gut ersetzen können.
Verziert mit sauer eingelegten Gemüsen (Gurken, Kürbis usw.) lassen sich so delikate kleine Leckerbissen
zaubern, die nicht belasten. Auch Getreide (das vorher eingelegt wurde) kombiniert mit gedämpftem Gemüse
ist ein leicht verdauliches Dinner.
Cremige Avocado-Sauce
Jede Gemüsesorte lässt sich mit einer Sauce aufpeppen. Probieren Sie einfach mal folgende Variante
aus:
Für 2-3 Portionen nehmen Sie eine große weiche Avocado, entkernen sie und zerdrücken das
entnommene Fruchtfleisch mit einer Gabel.
Mischen Sie 4 EL Zitronen- oder Limonensaft, 1/8 Tl frisch gemalener Pfeffer, 1 EL gehackte
frische Korianderblätter unter und geben Sie ein paar Tropfen Basamico-Essig bei. Salzen Sie nach
Belieben.
Nun rühren Sie mindestens 4 EL Wasser darunter – wenn Sie es flüssiger haben möchten auch
noch mehr. Mit Sahne wird die Sauce etwas schwerer.
Geben Sie die kalte Sauce über das frische warme Gemüse und sofort servieren.
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TAG 1 3
Morgen
Trinken Sie morgens direkt nach dem Aufwachen ein ganzes großes Glas stilles Wasser. Sie können auch morgens
gleich einen ganzen Liter trinken, dann ist ein Großteil der empfohlenen Tagesmenge (2,5- 3 Liter Wasser)
schon getrunken.
Morgens direkt nach dem Aufstehen Wasser zu trinken, regt die Peristaltik des Darms an – bringt das System
in Schwung und belebt.
Die alten ayurvedischen Weisen raten stets zu warmen bis zimmerwarmen Getränken, denn Kaltes
vernichtet das Agni-Prinzip.
Interessant ist, dass das jahrtausende alte Wissen den Erkenntnissen der modernen Schulmedizin standhält: Am
wirkungsvollsten arbeitet die Enzymatik im Magen bei 37 Grad Celsius Körpertemperatur. Bei Temperaturabfall
sinkt die Leistungsfähigkeit der Enzyme drastisch.
So eine Atmosphäre schaffen wir in unserem Verdauungstrakt, wenn wir ein ein kaltes Bier oder Wasser zum
Essen trinken. Durch den Kältereiz nimmt die Ausschüttung der Enzyme ab, die rhythmische Beweglichkeit
von Magen und Darm wird gebremst. Alle drei für die Verdauung entscheidenden Prozesse werden durch kalte
Getränke zum Essen beeinträchtigt:
> Die Enzymtätigkeit
> Die Enzymausschüttung
> Die Beweglichkeit des Magen-Darm-Traktes
Mittag
Essen Sie warm und ausführlich, bevorzugen Sie Gemüse, Reis und Tofu.
Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und finden Sie Ihren Sättigungspunkt. Trinken Sie warmes Wasser bzw. ein
zimmerwarmes Getränk.
Abend
Keine Aufregung vorm Schlafengehen
Gehen Sie so früh wie möglich ins Bett, ruhen Sie sich wirklich aus und vergessen Sie nicht, sie wollten sich
14 Tage lang (heute ist erst der 13.Abend) eben NICHT mit aufregenden Telefonaten direkt vor dem Einschlafen,
mit hektischen und erregenden Fernsehfilmen oder mit einem aufwühlenden Roman belasten.
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TAG 1 4
Morgen
Trinken Sie Ihr liebstes Morgengetränk und ziehen Sie kurz Resümee:
Was hat Ihnen an diesen 14 Tagen ganz besonders gut getan? Welche neuen Erkenntnisse haben Sie
über sich und Ihren Organismus gewonnen?
Welche kleinen, Schritt-für-Schritt-Verbesserungen nehmen Sie in Ihr normales Alltagsleben mit: „Die späten
Abendessen überlasse Deinen Feinden” (Laotse) oder „Alles ist Medizin” (Nagachun)?
Mittag
Auf dem Pfad zu sich selbst, kommt man an viele Wegbiegungen und Abzweigungen – ich stelle Ihnen
nur ein paar kleine Fragen, die aber eine große Wirkung haben können:
Wann entscheiden Sie sich selbst zu Ihrem Besten, welchen Weg Sie gehen sollen? Wann entscheiden andere
für Sie und wann entscheiden Sie gar nicht, weil alte Gewohnheiten „es besser wissen“, obwohl die Auswirkungen
dieser Entscheidungen Ihren Körper schwächen oder gar schaden?
Überdenken Sie Gewohnheiten, aber führen Sie neue nur Schritt für Schritt, und ohne Druck ein.
Lassen Sie sich von Ihrem Wohlgefühl leiten und organisieren Sie sich Ihren Alltag an aufbauenden und
stärkenden Gewohnheiten „entlang”.
Setzen Sie den zehrenden, energieraubenden Anforderungen des 12-Stunden Tages konsequent kleine Ruheund Erholungsinseln entgegen.
Essen Sie in Stresszeiten besonders sorgfältig (warme Speisen sind besser bekömmlich und belasten weniger),
trinken Sie keine eiskalten Getränke zum Essen und nehmen Sie sich mittags lieber eine Viertelstunde wirkliche
Ruhe, statt eine ganze Stunde mit einem Arbeitsessen zu verbinden.
Abend
Sich vorzunehmen, zu „entschleunigen”, ist ein Patentrezept, das Sie mit in Ihren normalen Alltag
nehmen sollten.
Wenn Sie merken, Ihr System überdreht, Sie werden unkonzentriert, fahrig oder vergessen wichtige Termine,
fühlen sich ausgelaugt und hektisch, wenn schöne Erlebnisse mit Ihren Kindern oder Freunden nicht mehr
echten Genuss bringen, dann packen Sie Ihren Terminkalender und streichen nach 19 Uhr einfach alle Termine,
beispielsweise Freitag, Samstag, Sonntag.
Denken Sie konsequent an sich und gehen Sie früh ins Bett. Am Montag sind Sie bereits ein „neuer”
Mensch. Billiger und effektiver kann kein Stressmanagement sein.
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Kleines Glossar des Ayurveda
Agni | Ama | Doshas (Vata, Pitta & Kapha)
Agni
Agni bedeutet Feuer. Und vom Feuer in unserem Körper hängt das Leben ab. Deshalb ist Agni überall in
unserem Organismus vorhanden.
Wir können Agni mit dem gleichsetzen, was die moderne Biochemie Enzyme nennt. Enzyme sind hochkomplexe
Eiweissmoleküle, die alle Stoffwechselprozesse in unserem Körper steuern. Ohne Enzyme können wir unser
Essen nicht verdauen, kann der Magen-Darm-Trakt die aufgeschlüsselten Nahrungsbausteine nicht aufnehmen,
ohne Enzyme können die Nährstoffe nicht transportiert werden und gelangen nicht in die Zellen.
Mittags brennt das Agni im menschlichen Körper am besten. Deshalb empfehlen die weisen ayurvedischen
Vadjas seit Jahrtausenden die Hauptmahlzeit mittags einzunehmen.
Agni anzuregen und vor allem nicht zu überlasten ist ein zentraler Dreh-und Angelspunkt in der vedischen
Medizin.
Wir bringen unser Agni durcheinander, wenn wir...
> uns überessen
> unreglmäßig essen
> fasten
> essen, bevor die vorhergehende Mahlzeit verdaut ist
> zu kalt essen
> zu den Mahlzeiten kalt trinken.
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Kleines Glossar des Ayurveda
Agni | Ama | Doshas (Vata, Pitta & Kapha)
Ama
Ama hat einen sehr hohen Stellenwert in der ayurvedischen Medizin. Unter Ama versteht man alles, was der
Körper nicht vollständig verdaut und verstoffwechselt hat. Dazu gehören nicht nur unverdaute Nahrungsbestandteile,
sondern auch alles, was im Zwischenstoffwechsel anfällt und sich anhäuft. Als Ama gelten auch Abwehrstoffe,
die das Immunsystem irrtümlich gegen den eigenen Körper bildet und sogar unverarbeitete seelische Erfahrungen.
Wenn Ama den Körper blockiert, gibt es Probleme mit der Verständigung innerhalb des Organismus.
Woran erkennt man, dass sich Ama im Körper angesammelt hat?
Man fühlt sich müde und energielos, man hat keinen Appetit, es kann Blähungen nach dem Essen geben, man
kann zu Verstopfung neigen, manche Menschen bekommen Sodbrennen, andere haben einen sauren, bitteren
oder salzigen Geschmack im Mund, Schweregefühl im Brustbereich, Glieder- und Gelenkschmerzen.
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Kleines Glossar des Ayurveda
Agni | Ama | Doshas (Vata, Pitta & Kapha)
Die drei Doshas: Vata, Pitta & Kapha
Es ist zum besseren Verständnis ganz interessant, kurz die drei Bioprinzipien, wonach im Ayurveda alles geregelt
wird, zu erklären.
Eigentlich finden sich Vata, Pitta und Kapha, die drei Doshas, in allen Lebensaspekten wieder – anhand der
Konstitutionstypen erklären sie sich aber schnell und leicht verständlich.
Das Gleichgewicht der Doshas ist nicht für jeden Menschen dasselbe. Vielmehr verfügt jeder über eine ideale
Konstellation dieser drei Regelsysteme, die seine Grundkonstitution, seine Veranlagung oder Natur festlegt.
Der Vata-Typ
Ein Mensch, der vornehmlich von Vata geprägt ist, besitzt einen leichten, zierlichen Körperbau mit einer schwach
ausgeprägten Muskulatur, deutlich sichtbaren Sehnen und Venen, trockener Haut und geringer Behaarung. Sein
Appetit ist wechselhaft und seine Verdauung eher unregelmässig. Er ist agil, geistig rege, besitzt eine sehr rasche
Auffassungsgabe und benötigt wenig Schlaf.
Der Pitta-Typ
Dieser Typ ist mittelgross mit einem athletischen Körperbau. Sein Teint ist rötlich, seine Haut gut durchblutet,
er schwitzt schnell, Appetit und Verdauung sind sehr gut. Er ist präzise, intelligent, perfektionistisch und ein
überzeugender Redner.
Der Kapha-Typ
Wer der Anlage nach von Kapha dominiert wird, verfügt über einen wohlproportionierten, soliden Körper mit
kräftiger Muskulatur und gut entwickeltem Fettgewebe. Er besitzt volles Haar und neigt zu trägem Stoffwechsel
und Verdauung.
Der Kapha-Typ ist entspannt, tolerant, hat einen gesunden, langen Schlaf, ein ausgezeichnetes Gedächtnis,
starkes Durchhaltevermögen und ist methodisch in seiner Arbeitsweise.
Die meisten Menschen werden nicht nur von einem Dosha charakterisiert, sondern von mehreren und sind
deshalb Mischtypen
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