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Polnische Flughäfen investieren trotz Förderungsstopps
10.11.2014
Nachholbedarf bei Technik groß / Kleinstflughäfen benötigen Kapital / Von Michal Wozniak
Warschau (gtai) - Dank der Vorbereitungen auf die Fußball-Europameisterschaft 2012 sowie EU-Fördermitteln
verplanten polnische Flughäfen seit 2007 Investitionsmittel in Höhe von fast 2 Mrd. Euro. In der neuen Finanz­
perspektive haben sie aber kaum Chancen auf neue Gelder aus Brüssel. Die Budgets werden kleiner, für Techni­
klieferanten bieten sich dennoch Chancen. Derweil wachsen die Passagierzahlen 2014 deutlich.
Nach einem schwachen Jahr 2013 konnten sich polnische Flughäfen über einen guten Start in das Jahr 2014 freu­
en: Die Passagierzahlen nahmen im 1. Halbjahr im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um fast
7% auf über zwölf Millionen zu. Das polnische Zivilluftfahrtamt (http://www.ulc.gov.pl ) geht in seinen Pro­
gnosen davon aus, dass bis 2030 die Anzahl der abgefertigten Fluggäste jährlich um etwa 2 Mio zunehmen wird
und bis dahin ein Niveau von 59 Mio. erreicht.
Im Hinblick auf die steigenden Passagierzahlen wurde in den letzten Jahren die Kapazität der polnischen Flug­
häfen stark ausgebaut. Nicht nur bestehende Flugplätze konnten sich über Modernisierungen freuen, auch ganz
neue Anflugziele wurden geschaffen. Beispiele sind die Flughäfen in Modlin (http://www.modlinairport.pl ),
der eine günstigere Alternative für Billigfluglinien bei Reisen in die Hauptstadt bieten soll, oder in Radom
(http://www.lotnisko-radom.eu ). Besonders der Letztere ist aber umstritten: Seit Sommer 2014 aktiv, konnte
noch keine Linienverbindung gewonnen werden.
Ein ähnliches Schicksal könnte laut Experten einem weiteren Neubau winken. Inmitten der Masurischen Seen­
platte, in Allenstein (Olsztyn), soll bis 2015 ein Regionalflughafen (http://www.szymanyairport.pl ) für knapp
50 Mio. Euro entstehen. Zurzeit dauern dort Arbeiten am Passagierterminal an, das die Baufirma Mostostal
Warszawa (http://www.mostostal.waw.pl ) errichtet.
Technik wird gefördert, Bau nicht
Insgesamt belief sich die Investitionshöhe in der Luftfahrt von 2007 bis 2013 auf fast 2 Mrd. Euro, wovon der
Großteil aus Brüsseler Fördermitteln gedeckt wurde. In der neuen EU-Finanzperiode können Flughäfen nicht
mehr auf Bezuschussung von Bauarbeiten hoffen. Lediglich im Rahmen des Transeuropäischen Transportnetz­
werks TEN-T werden Gelder für die Modernisierung der bestehenden Flugsicherheitstechnik und den Ausbau
der Flugkontrolle zur Verfügung stehen. "Das ist ein guter Schritt Richtung Modernisierung der Flugnavigations­
systeme in Polen", erklärte bei der Bekanntgabe der Möglichkeiten EU-Kommissar Johannes Hahn.
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POLNISCHE FLUGHÄFEN INVESTIEREN TROTZ FÖRDERUNGSSTOPPS
Passagierabfertigungen der polnischen Flughäfen (in Tsd.)
Flughafen
2012
2013
Veränderung 1. Halbjahr 2014/1. Halbjahr 2013 (in %)
Warschau - F. Chopin
9.567,1
10.669,9
-4,4
Krakau - Balice
3.409,0
3.636,8
7,7
Gdansk - L. Walesa
2.861,8
2.826,4
7,3
Kattowitz - Pyrzowice
2.518,4
2.506,7
2,2
Breslau - Strachowice
1.942,0
1.873,2
4,6
Posen - Lawica
1.560,3
1.329,3
2,0
Rzeszow - Jasionka
562,9
588,1
9,5
Lodsch - Lublinek
463,5
353,6
-38,8
Warschau - Modlin
857,5
344,6
k.A.
Bromberg - Szwederowo
328,1
330,7
-19,1
Stettin - Goleniow
347,1
322,3
-12,1
Grünberg - Babimost
12,3
12,2
-10,9
Lublin
5,7
188,7
-2,6
Gesamt
24.435,6
24.982,6
6,6
Quelle: Zivilluftfahrtamt
Damit traf Hahn auf Zustimmung der Fluggesellschaften: "Polnische Flughäfen brauchen Investitionen in fortge­
schrittene Landehilfen. Investitionen in die Navigationsinfrastruktur sind genauso wichtig wie der Autobahnbau
und sollten entsprechend priorisiert werden", forderte in der Tageszeitung Puls Biznesu (http://www.pb.pl )
Juliusz Komorek von Ryanair (http://www.ryanair.com ).
Anders als in Deutschland, wo die meisten internationalen Flughäfen über Instrumentenlandesysteme (ILS) der
dritten Kategorie verfügen, konnte in Polen bis vor Kurzem nur der Warschauer Chopin-Flughafen (http://
www.lotnisko-chopina.pl ) mit einem ILS der Kategorie II auftrumpfen. In der Zwischenzeit wurden Arbeiten
an einem solchen System auch in Modlin abgeschlossen. In Danzig (http://www.airport.gdansk.pl ), Krakau
(http://www.krakowairport.pl ) und Rzeszow (http://www.rzeszowairport.pl ) sind die Vorbereitungen zu­
mindest teilweise abgeschlossen, die Systeme aber noch nicht vollständig einsatzbereit. Derweil wagt sich der
größte polnische Flughafen in Warschau bereits an die Implementierung des ILS der Klasse IIIC.
Damit sind die Vorhaben des Chopin-Airports aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen. "Wir führen unsere In­
vestitionen fort. Das größte Projekt ist die Fertigstellung des Hotels, der Bau von Aprons sowie der Aufbau ei­
nes Treibstoffliefersystems", erklärt Michal Kaczmarczyk, Geschäftsführer des Flughafenverwalters PPL (http://
www.polish-airports.com ). Längerfristig ist der Ausbau der Passagierkapazitäten auf bis zu 22 Mio. pro Jahr
geplant. Laut Analysen sollen dafür Investitionsauflagen in Höhe von etwa 60 Mio. Euro ausreichend sein. Die
Projektvorbereitung soll 2015 vergeben werden, die Bauarbeiten selbst ein Jahr darauf beginnen.
Auf den Verkehrszuwachs wollen sich auch die Flugzeuginstandhalter vorbereiten. Zu den großen gehört in Po­
len neben der staatlichen LOT AMS (http://www.lotams.com ) der Privatbetrieb Linetech (http://
www.linetech.pl ). Die Firma verfügt erst über einen Hangar, der größere Reparaturen ermöglicht. Zum Stand­
ort in Kattowitz soll ab dem 2. Quartal 2015 ein weiterer in Rzeszow hinzukommen. Dort sollen auch Großraum­
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POLNISCHE FLUGHÄFEN INVESTIEREN TROTZ FÖRDERUNGSSTOPPS
flugzeuge Platz finden und die gesamte Servicepalette angeboten werden, bis hin zum Austausch des Kielbal­
kens.
Kleinstflughäfen brauchen Modernisierung
"In den letzten Jahren hatten wir mit einem regelrechten Investitionsboom auf den Flughäfen zu tun. Fast alle
Elemente der Flughafeninfrastruktur wurden ausgebaut", resümiert Sebastian Gosciniarek, Gründer und Eigen­
tümer der Beratungsfirma BBSG Baca Gosciniarek i Wspolnicy (http://www.bbsg.pl ), die sich in der Luftfahrt­
branche spezialisiert, gegenüber dem Portal http://www.newseria.pl . "Die geschaffenen Kapazitäten reichen
für die nächste Zukunft. Voraussichtlich erst in den Jahren 2020 bis 2022 werden sie an ihre Grenzen stoßen und
damit einen erneuten Investitionssprung notwendig machen", fügt er hinzu. Seiner Meinung nach werden bis
dahin die Passagierzahlen um etwa 6 bis 7% jährlich steigen.
So lange wollen sich die fast fünf Dutzend lokalen Flughäfen nicht gedulden. "Sie passen nicht zur zeitgenössi­
schen Luftfahrt, zu zeitgenössischen Flugzeugen. Die große Mehrheit von ihnen ist infrastrukturtechnisch veral­
tet und nach einem halben Jahrhundert ohne Investitionen in schlechtem Zustand", bemängelte Wlodzimierz
Skalik, Vorsitzender des Polnischen Aeroklubs (http://www.aeroklub-polski.pl ), gegenüber der Polnischen
Presseagentur PAP (http://www.pap.pl ). Der Aeroklub verwaltet 31 Kleinstflughäfen (Liste unter: http://
www.aeroklub-polski.pl/dzialalnosc-lotnicza/lotniska2/ ) und buhlt im Ministerium für Infrastruktur und Ent­
wicklung (http://www.mir.gov.pl ) um Zuschussmöglichkeiten für deren Erneuerung. "Wir sprechen über die
nötigen Mindestvoraussetzungen, die Basismodernisierung: Härtung und Beleuchtung der Startbahnen, Bau von
Tankstellen sowie Niedrigkosten-Landesysteme unter Nutzung der Satellitennavigation", unterstreicht Skalik.
Mindestens einige Dutzend der Flugplätze haben seiner Einschätzung nach bereits eine entsprechende Doku­
mentation vorbereitet, darunter die in Suwalken (Suwalki), Hirschberg (Jelenia Gora), Gleiwitz (Gliwice), Krosno
und Kielce.
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