Der offene Ganztag an Bottroper Grundschulen

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Der offene Ganztag an Bottroper Grundschulen
Projekt 2014
OGS - Mehr als nur Hausaufgabenbetreuung!
Individuelle Förderung, vielfältige Angebote
Projekt der Auszubildenden
der Stadt Bottrop und
der Stadt Gladbeck
in Kooperation mit der
Fachhochschule
für öffentliche Verwaltung
in Gelsenkirchen
Betreuender Professor:
Prof. Dr. Andreas Gourmelon
Projektteilnehmer:
Kristin Eihoff
Carina Fuchs
Stefanie Gohe
Stephan Rheinberg
Carolin Sakowski
Marit Schneider
Formale Gestaltung des Handouts:
Stefanie Gohe und Carolin Sakowski
Formale Gestaltung der Präsentation:
Carina Fuchs und Stephan Rheinberg
Formale Gestaltung der Dokumentation:
Kristin Eihoff und Marit Schneider
Vorwort
In Nordrhein-Westfalen ist die Anzahl der Ganztagsschulen seit
der Einführung im Schuljahr 2003/2004 zunehmend gewachsen
und steigt weiterhin an. In Bottrop nehmen inzwischen fast 2/3
der Kinder im Grundschulalter an den außerunterrichtlichen Angeboten der offenen Ganztagsschule teil, aber auch in der Sekundarstufe I gibt es inzwischen fast überall im Land eine erreichbare Ganztagsschule in gebundener Form.
Der Ganztag bietet in allen Schulformen in Nordrhein-Westfalen
ein größeres Zeitfenster für eine veränderte Lernkultur mit zusätzlichen Bildungs- und Freizeitangeboten. Die Schülerinnen und Schüler bleiben
nachmittags nun länger in ihrer Schule und verbringen dort einen deutlich größeren Teil
ihrer Kindheit und Jugend. So nimmt die Bedeutung der Schule als Lebensraum der
Schülerinnen und Schüler immens zu. Tatsächlich ungebundene Zeit für das „freie“ Spielen und das Treffen mit Freunden, für Sport, Musik oder andere kulturelle Angebote wird
reduziert. Dabei ist es unbestritten, dass diese früher alltäglichen Formen des informellen Lernens für die Entwicklung eine große Bedeutung haben.
In der Stadt Bottrop wird zurzeit an den Schulen das Projekt „SportIf“ durchgeführt, mit
dem die sportmotorische Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler erhoben und
gezielte Maßnahmen zur individuellen Förderung angeboten werden.
Aus diesem Grund hat das Regionale Bildungsbüro gemeinsam mit den Verantwortlichen des Sportförderprogramms „SportIf“ und in Absprache mit der Schulverwaltung an
Auszubildende der Stadt Bottrop im dualen Studiengang „Verwaltung“ eine Projektarbeit
mit dem Thema „Der GanzTag an Bottroper Schulen - Eine Analyse und Auswertung der
Ganztagssituation in Bottrop mit Möglichkeiten der Qualitätsentwicklung“ in Auftrag gegeben. Ziel dieser Arbeit ist es, insbesondere eine Übersicht der derzeitigen Sport- und
Bewegungsmöglichkeiten im Ganztagsangebot für Bottrop zu erstellen und Möglichkeiten der weiteren Ausgestaltung in diesem Bereich aufzuzeigen.
(Paul Ketzer)
Erster Beigeordneter
Inhaltsverzeichnis
1
2
Das Projekt ................................................................................................................... 1
1.1
Zielsetzung ............................................................................................................ 1
1.2
Projektmanagement .............................................................................................. 1
1.2.1
Das Projekt..................................................................................................... 1
1.2.2
Projektdefinition ............................................................................................. 2
1.2.3
Projektplanung ............................................................................................... 2
1.2.4
Projektdurchführung....................................................................................... 2
1.2.5
Projektabschluss ............................................................................................ 3
1.3
Vorbereitungen und Vorgehensweise................................................................... 3
1.4
Der Auftraggeber – das Regionale Bildungsbüro der Stadt Bottrop .................... 6
Der Offene Ganztag ..................................................................................................... 8
2.1
Die Offene Ganztagsschule (OGS) – ein Überblick ............................................. 8
2.2
Die Träger der Offenen Ganztagsschulen in Bottrop ......................................... 10
2.2.1
Evangelische Kirchengemeinde Bottrop ..................................................... 10
2.2.2
AWO ............................................................................................................. 10
2.2.3
Deutsches Rotes Kreuz (DRK) .................................................................... 11
2.2.4
AG Soziale Brennpunkte Bottrop e.V. (AGSB) ........................................... 12
2.3
Der Offene Ganztag in Bottrop ........................................................................... 13
2.4
Einzelberichte ...................................................................................................... 14
2.4.1
Albert-Schweitzer-Schule ............................................................................ 15
2.4.2
Albrecht-Dürer-Schule ................................................................................. 16
2.4.3
Albrecht-Dürer-Schule, Teilstandort Welheimer Mark ................................ 16
2.4.4
Astrid-Lindgren Schule ................................................................................ 18
2.4.5
Cyriakusschule ............................................................................................. 20
2.4.6
Droste-Hülshoff-Schule................................................................................ 22
2.4.7
Fichteschule ................................................................................................. 24
2.4.8
Fürstenbergschule ....................................................................................... 26
2.4.9
Fürstenbergschule, Teilstandort Blankenstraße ......................................... 28
2.4.10
Grundschule Grafenwald ............................................................................. 29
2.4.11
Gregorschule................................................................................................ 31
2.4.12
Johannesschule ........................................................................................... 33
3
2.4.13
Konradschule ............................................................................................... 35
2.4.14
Ludgerusschule ............................................................................................ 37
2.4.15
Matthias-Claudius-Grundschule .................................................................. 38
2.4.16
Matthias-Claudius-Grundschule – Teilstandort Feldhausen ....................... 40
2.4.17
Nikolaus-Groß-Schule ................................................................................. 43
2.4.18
Paulschule .................................................................................................... 45
2.4.19
Paul-Gerhardt-Schule .................................................................................. 47
2.4.20
Rheinbabengrundschule .............................................................................. 48
2.4.21
Richard-Wagner-Schule .............................................................................. 50
2.4.22
Schillerschule ............................................................................................... 52
2.4.23
Schillerschule, Teilstandort Ebel ................................................................. 54
2.4.24
Grundschule Vonderort................................................................................ 55
2.4.25
Grundschule Welheim ................................................................................. 58
2.5
Gesamtheit der Angebote ................................................................................... 60
2.6
Zusammenfassung der personellen Situation im Offenen Ganztag .................. 65
SportIf ......................................................................................................................... 67
3.1
SportIf- was ist das? ............................................................................................ 67
3.2
Die Vorgehensweise ........................................................................................... 70
3.3
„SportIf“ im Jahr 2010 – die Ausgangslage ........................................................ 70
3.3.1
Angaben zur Schwimmfähigkeit im Jahr 2010 ............................................ 71
3.3.2
Angaben zur Vereinsmitgliedschaft im Jahr 2010 ....................................... 74
3.3.3
Angaben zum Gewicht im Jahr 2010 .......................................................... 76
3.3.4
Angaben zur motorischen Leistungsfähigkeit im Jahr 2010 ....................... 77
3.3.5
Sportliche Interessensgruppen im Jahr 2010.............................................. 78
3.3.6
Fazit aus dem Jahr 2010 ............................................................................. 79
3.4
„SportIf“ im Jahr 2013 – die Entwicklung ............................................................ 80
3.4.1
Angaben zur Schwimmfähigkeit im Jahr 2013 ............................................ 80
3.4.2
Angaben zur Vereinsmitgliedschaft im Jahr 2013....................................... 82
3.4.3
Angaben zum Gewicht im Jahr 2013 .......................................................... 83
3.4.4
Angaben zur motorischen Leistungsfähigkeit im Jahr 2013 ....................... 83
3.4.5
Sportliche Interessensgruppen im Jahr 2013.............................................. 84
3.5
Fazit ..................................................................................................................... 85
4
Realisierbarkeit von „SportIf“ im Offenen Ganztag .................................................... 86
5
Gegebenheiten in Gladbeck ....................................................................................... 89
5.1
Das Gladbecker Bündnis für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft ................. 89
5.2
Das Gladbecker Modell „Kinder in Bewegung“ .................................................. 91
5.3
Qualitätszirkel „Offene Ganztagsschule“ ............................................................ 93
5.4
Antoniusschule .................................................................................................... 95
5.5
Pestalozzischule Brahmsstraße.......................................................................... 96
5.6
Wilhelmschule Teilstandort Weusters Weg ........................................................ 98
6
Fazit .......................................................................................................................... 101
7
Anhang...................................................................................................................... 103
7.1
Interview-Leitfaden ............................................................................................ 104
7.2
Termine und Interviews ..................................................................................... 104
7.3
Quellenverzeichnis ............................................................................................ 107
7.4
Projektvereinbarung .......................................................................................... 109
Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes:
Zu Gunsten einer leichteren Lesbarkeit wird in der folgenden Dokumentation teilweise auf
geschlechtsspezifische Differenzierungen (z.B. Schüler/Innen) verzichtet. Entsprechende
Bezeichnungen gelten im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes für beide Geschlechter,
soweit es sich nicht um einen expliziten Geschlechtervergleich handelt.
1 Das Projekt
Fuchs
1.1 Zielsetzung
Die Projektgruppe hat in der Projektvereinbarung fünf Ziele festgelegt, die mit Abschluss der
Projektarbeit erreicht sind. Im Vordergrund steht hierbei die Erfassung des Angebots im
Rahmen der Offenen Ganztagsschule. Zusätzlich soll dabei erfasst werden, wie stark einzelne Angebote im Nachmittagsbereich von den Kindern genutzt werden. Diese Ergebnisse
sollen in einem weiteren Schritt im Hinblick auf „SportIf“ beurteilt werden. So kann festgestellt
werden, ob „SportIf“ bezüglich der örtlichen Gegebenheiten sowie der vorhanden Lehrkräfte
im Offenen Ganztag realisierbar ist. Des Weiteren wird ein stichprobenartiger Vergleich der
Ganztagssituation in der Stadt Gladbeck herangezogen.
1.2
Projektmanagement
(Die Vorgehensweise im Rahmen des Projektmanagement basiert auf der Veröffentlichung:
„Management im öffentlichen Sektor“ (Rehm 2011) Kapitel 9 „Projektmanagement“ von Dr.
Andreas Gourmelon, Professor an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NordrheinWestfalen.)
1.2.1
Das Projekt
Gemäß der Deutschen Industrie Norm (DIN) 69901-5 ist ein Projekt ein „Vorhaben, das im
Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist“.
Das Projekt gestaltet sich weiterhin durch seine zeitliche Befristung, sowie seine Neuartigkeit
aus. Diese Aufgaben, die während eines Projektes bearbeitet werden, zeichnen sich zudem
häufig durch Komplexität aus, sodass zur Erledigung der Aufgabe unterschiedliche Kompetenzen aus verschiedenen Fachgebieten benötigt werden. Projekte sind Sonderaufgaben
und sind zu Routineaufgaben abzugrenzen. Zur erfolgreichen Bearbeitung eines solchen
Vorhabens, bedient man sich des organisatorischen Mittels des „Projektmanagement“.
Das „Projektmanagement“ wird gemäß DIN 69901-5 als die „Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken, und –mitteln für die Initiierung, Definition, Planung, Steuerung und den Abschluss von Projekten“ verstanden. Im Rahmen unseres Projektes „Ganztag
in Bottrop“ bedienten wir uns diesem organisatorischen Mittel, um uns bewusst zu machen,
was unsere Ziele sind, wie wir die Aufgabe lösen können, wer in dieses Projekt einbezogen
werden muss und welche Erwartungen an uns gestellt sind. Dazu wurde das Projekt in die
unterschiedlichen Phasen Projektdefinition, Projektplanung, Projektdurchführung und Projektabschluss unterteilt.
1
1.2.2
Projektdefinition
Während der Phase der Projektdefinition legten wir die Ziele des Projektes und die Projektbeteiligten fest. Formal sind unsere Ziele und Aufgaben in der Projektvereinbarung geregelt.
Darin wurde die Aufgabenstellung insoweit präzisiert, sodass die Ziele exakt und unmissverständlich festgelegt wurden. Auf Grund der von uns noch zu interpretierenden Ergebnisse
bezüglich des „SportIf“ Programms wurde ein weiteres konkretes Projektziel abgeleitet. Alle
Ziele wurden so formuliert, dass objektiv für jedermann überprüfbar ist, ob diese Ziele tatsächlich erreicht wurden. In der Projektvereinbarung wurden ebenfalls ansatzweise eine
Vorgehensweise sowie die ersten Zeitplanung für den Projektablauf festgesetzt. Durch Unterzeichnung der Projektteilnehmer sowie des Auftraggebers und des Projektleiters ist diese
Projektvereinbarung für alle Seiten gleichermaßen bindend.
Im Rahmen der Ermittlung der Beteiligten wurde eine Stakeholder-Analyse durchgeführt.
Dabei sind diejenigen zu ermitteln, die Interesse an dem Verlauf oder dem Ergebnis des Projektes begründen könnten. Hierzu wurden mögliche Beteiligten rechtzeitig angeschrieben
und über unser Vorhaben informiert.
1.2.3
Projektplanung
Als nächster Schritt folgte die Projektplanung. In der Projektplanung werden alle erforderlichen Handlungen während der Projektdurchführung gedanklich vorweggenommen.
Die Projektgruppe zerlegte und gliederte in einer Aufgabenanalyse die Gesamtaufgabe in
Teilaufgaben, um einen Überblick zu gewinnen.
Für die durchzuführenden Aufgaben und Tätigkeiten setzten wir Termine und planten den
Personaleinsatz. Dazu nutzen wir einen eigens angefertigten Kalender, in dem die Termine
aller ersichtlich waren, sowie eine graphische Darstellung in der die Meilensteine gesetzt
wurden. Sämtliche Arbeiten, die noch zu erledigen waren oder auch bereits erledigt sind,
hielten wir in Form einer To-do-Liste fest.
Als Methode für die Befragungen der OGS-Leitungen wählten wir vorab das Interview aus.
Diese Methode haben wir deshalb ausgewählt, da uns der persönliche Kontakt zu den OGSLeitungen sehr wichtig war und wir uns somit direkt vor Ort ein genaues Bild über die gegebenen Situationen machen konnten. Des Weiteren war es uns auf diese Weise möglich, unseren Interviewleitfaden eigens auf die jeweilige OGS-Leitung anzupassen und die Gespräche individuell führen zu können. Dies hätte mit einem festen Fragebogen in dieser Form
nicht erreicht werden können.
1.2.4
Projektdurchführung
Im Rahmen der Projektplanung werden realistische Soll-Vorgaben für die Projektdurchführung vorgegeben.
In der Projektdurchführung sollen diese ermittelten Soll-Vorgaben möglichst genau umgesetzt werden und es ist von dem Projektteam festzustellen, ob der Ist-Verlauf des Projektes
2
mit den Plan-Vorgaben übereinstimmen. Es kann jedoch auch zu Abweichungen durch Planungsfehler, falsche Einschätzungen, Ausführungsfehler oder geänderte Rahmenbedingungen kommen.
Um mögliche Störungen und Fehler rechtzeitig zu erkennen, ist es daher besonders wichtig
die zuvor gesetzten Meilensteine und Termine ständig zu überprüfen und den Überblick hinsichtlich des Zeitmanagement bei zu behalten. In der Projektdurchführung wurde festgestellt,
dass es aufgrund der Abhängigkeit von zu befragenden Beteiligten zu terminlichen Irritationen kam. Diese Projektstörungen ließen sich aber durch Verschiebungen im Personaleinsatz
ausgleichen.
1.2.5
Projektabschluss
Der Abschluss des Projektes ist durch einen vorgegeben Zeitpunkt gekennzeichnet. Das
Projekt ist dann erfolgreich beendet, wenn die festgesetzten Ziele erreicht wurden. Während
der Phase des Projektabschlusses wird das Projekt evaluiert. Hierbei werden die Erreichung
der Sachziele oder die Einhaltung der geplanten Termine bewertet. Die Evaluation eines
solchen Projektes ist ein wichtiger Baustein des organisatorischen Lernens. Eine Präsentation für den Auftraggeber, zu der auch alle Projektbeteiligten eingeladen sind, erfolgt im Rahmen einer förmlichen Veranstaltung.
Der Auftraggeber, der Projektleiter sowie weitere Projektbeteiligte sind hierzu schriftlich einzuladen.
Mit dem ausgefertigten Projektbericht wird das gesamte Projekt vollständig dokumentiert.
Gohe
1.3 Vorbereitungen und Vorgehensweise
Für das Erreichen der im vorherigen Kapitel genannten Projektziele aus der Projektvereinbarung war es besonders wichtig die Projektphase zeitlich und inhaltlich zu strukturieren und zu
organisieren. Im Hinblick auf das Projektthema „GanzTag in Bottrop. Eine Auswertung und
Analyse der Ganztagssituation in Bottrop mit Möglichketen der Qualitätsentwicklung.“ stellte
die Zusammenarbeit mit den Offenen Ganztagsgrundschulen und weiteren Institutionen, die
für den Offenen Ganztag an den Grundschulen von Bedeutung sind einen Schwerpunkt dar.
Daher war es im Rahmen der Projektvorbereitungen besonders wichtig die zeitliche Befristung der Projektphase auf insgesamt zehn Wochen sowie die Tatsache, dass in diesem Zeitraum der zehn Wochen auch zwei Wochen Osterferien enthalten sind, in denen eine Zusammenarbeit mit den Schulen kaum möglich ist, zu beachten. Konkret bedeutete dies, dass
der Startzeitpunkt für das Projekt am 07.04.2014 war und die zweiwöchigen Osterferien bereits eine Woche später, am 14.04.2014, begonnen haben, so dass bereits im Vorfeld von
der Projektgruppe Überlegungen angestellt werden mussten, wie sich Zeit und Aufgaben so
einteilen lassen, dass alle relevanten Informationen zeitgerecht beschafft werden können.
3
Die folgenden Ausführungen sollen in Ergänzung zu dem vorherigen Kapitel, in dem bereits
das Projektmanagement vorgestellt wurde, einen Umriss der vorbereitenden Maßnahmen bis
zum Zeitpunkt der Auswertungen der Ergebnisse darstellen.
Bereits vor Projektbeginn fand am 10.02.2014 ein erstes Projekttreffen statt. An diesem Treffen nahmen neben den Mitgliedern der Projektgruppe auch Frau Sommer als Ausbildungsleiterin, Herr Wuwer als Auftraggeber (Regionales Bildungsbüro Bottrop), Herr Schön als Projektleiter SportIf sowie Berater im Schulsport, Herr Schmidt als SportIf-Organisationsleiter
und Herr Prof. Dr. Gourmelon als Projektleiter teil. Inhalt dieses Treffens war die Klärung der
organisatorischen Rahmenbedingungen des Projekts sowie die Darlegung von Vorstellungen
über den konkreten Projektinhalt.
Im weiteren Verlauf traf sich die Projektgruppe in regelmäßigen Abständen. Zum Teil nahmen an diesen Treffen auch der Projektleiter, der Auftraggeber, der Projektleiter von SportIf
oder der Organisationsleiter von SportIf teil, um sich über den aktuellen Stand der Projektarbeit zu informieren und der Projektgruppe unterstützend zur Seite zu stehen. Die Inhalte und
Ergebnisse der einzelnen Treffen wurden von der Projektgruppe in Protokollen schriftlich
festgehalten.
Nachdem die Ziele und die Vorgehensweise des Projekts in der Projektvereinbarung festgelegt wurden, welche von allen Projektteilnehmern, dem Projektleiter, dem Auftraggeber und
der Ausbildungsleitung zu unterschreiben ist, wurden die Träger des Offenen Ganztags in
Bottrop sowie die einzelnen Offenen Ganztagsgrundschulen in Bottrop angeschrieben und
über das Projekt informiert.
Die Projektgruppe verständigte sich im Hinblick auf das erste Projektziel aus der Projektvereinbarung „Es sollen die Angebote für die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Offenen
Ganztagsschule an den einzelnen Grundschulen in Bottrop dokumentiert werden.“ darauf,
sich zunächst anhand von Dokumentenanalysen und persönlichen Gesprächen mit den Trägern, den Leitungen des Offenen Ganztags an den einzelnen Grundschulen und weiteren in
diesem Zusammenhang relevanten Institutionen einen umfassenden Überblick über die bestehende Ganztagssituation in Bottrop zu verschaffen. Dazu verfasste die Projektgruppe
einen eigenen Interviewleitfaden, der sowohl Fragen zu den bestehenden Angeboten im Offenen Ganztag und deren Nutzung, als auch Fragen zur Ausbildung und Qualifikation des
eingesetzten Personals sowie Fragen zu den vorhandenen örtlichen Gegebenheiten an den
Schulen beinhaltet. Folglich sollten die Interviews auch Informationen für das zweite Ziel der
Zielvereinbarung „Die Nutzung und Auslastung der einzelnen Angebote soll unter besonderer Berücksichtigung von Schulstandort aufgezeigt werden.“ und das dritte Ziel der Zielvereinbarung „Ausbildung und Qualifizierung des im OGS tätigen Personals soll ermittelt werden sowie die vorhandenen örtlichen Gegebenheiten (Ressourcen, Sportstätten etc.)“ liefern.
Um Zeit zu sparen legten die Teilnehmer der Projektgruppe fest, die zu führenden Interviews
aufzuteilen und jeweils in Teams bestehend aus zwei Personen zu führen, so dass es möglich war mehrere Interviews zur gleichen Zeit zu führen. Für die Gründe, warum die Methode
des Interviews ausgewählt wurde, wird an dieser Stelle auf die Ausführungen im vorherigen
Kapitel zum Projektmanagement verwiesen.
Bevor jedoch in der Zeit nach den Osterferien telefonisch Kontakt zu den Leitungen des Offenen Ganztags an den Grundschulen aufgenommen werden konnte, um Termine für die
Interviews zu vereinbaren, galt es die Zeit der Osterferien sinnvoll zu nutzen. In dieser Zeit
4
begannen die Teams telefonisch Kontakt zu den Trägern aufzunehmen und Termine für persönliche Gespräche zu vereinbaren und wahrzunehmen. Darüber hinaus wurde die Zeit dafür genutzt, um weitere Gespräche im Rahmen der Informationsbeschaffung zu führen und
anfallende Aufgaben unter anderem in Bezug auf das Verfassen des Projektberichts zu verteilen. Da zum Beispiel zu diesem Zeitpunkt aufgrund vorheriger Recherchen und Dokumentenanalysen bereits eine schriftliche Darstellung des Projekts SportIf, des Auftraggebers oder
des Offenen Ganztags allgemein möglich war. Außerdem konnte bereits mit den Vorbereitungen und der Kontaktaufnahmen mit verschiedenen Personen der Stadt Gladbeck für die
stichprobenartige Darstellung der Ganztagssituation in der Stadt Gladbeck begonnen werden
(vgl. Ziel Nr. 5 der Projektvereinbarung: „Die Ergebnisse der Stadt Bottrop werden stichprobenartig mit der Situation im Offenen Ganztag der Stadt Gladbeck verglichen, um ggf. Hinweise und Alternativen für Veränderungen in Bottrop aufzeigen zu können.“).
Nachdem alle Interviews geführt wurden und die Ergebnisse zusammengetragen wurden
konnte mit der Auswertung der Ganztagssituation an den Schulen und der Auswertung mit
besonderer Berücksichtigung der Übertragbarkeit und Realisierbarkeit von SportIf auf den
Offenen Ganztag (vgl. Ziel Nr. 4 der Projektvereinbarung: „Insbesondere soll das Projekt
SportIf, das bereits im Pflichtunterricht der Grundschulen durchgeführt wird, vorgestellt werden, um anschließend die Übertragbarkeit und Realisierbarkeit auf den offenen Ganztag unter Einbezug der Punkte 1-3 erarbeiten zu können.“) begonnen werden.
5
Gohe
1.4 Der Auftraggeber – das Regionale Bildungsbüro der Stadt Bottrop
Auftraggeber des Projektes „ Der GanzTag an Bottroper Schulen – Eine Analyse und Auswertung der Ganztagssituation in Bottrop mir Möglichkeiten der Qualitätsentwicklung“ ist das
Regionale Bildungsbüro der Stadt Bottrop.
In einem Kooperationsvertrag vom 28.09.2009 mit dem Land Nordrhein-Westfalen hat sich
die Stadt Bottrop verpflichtet, ein Bildungsnetzwerk in Bottrop zu schaffen, um vorhandene
sachliche und personelle Ressourcen optimal nutzen und miteinander vernetzen zu können.
Dabei soll das Hauptaugenmerk auf der Verbesserung der Lebens- und Lernchancen aller
Kinder und Jugendlichen durch eine stetige Weiterentwicklung der Bildungsstrategien in
Bottrop liegen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, ist eine enge Kooperation der Schulen untereinander, aber auch mit anderen bildungsrelevanten, gesellschaftlichen und staatlichen Bereichen aus der Wirtschaft, der Forschung, der Arbeitsverwaltung, der Jugendhilfe
und Kultur notwendig.
Damit eine bestmögliche regionale Kooperation möglich ist, bedarf es einer Organisation, die
alle bildungsrelevanten Prozesse bündelt und koordiniert. Aus diesem Grund wurde in
Bottrop ein Bildungsnetzwerk bestehend aus drei Gremien; dem Lenkungskreis, der Bildungskonferenz und dem Regionalen Bildungsbüro gegründet; das sich unter anderem mit
Themen der Bildungsplanung und Bildungsentwicklung befasst. Dabei unterstützt das Regionale Bildungsbüro als Geschäftsstelle den Lenkungskreis und die Bildungskonferenz bei
ihrer Zielumsetzung. Die Bildungskonferenz tagt einmal im Jahr, in ihr agieren Vertreterinnen
und Vertreter der Schulen, des Schulträgers, der Schulaufsicht, weiterer gesellschaftlicher
Institutionen und Einrichtungen und entwickeln gemeinsam die Bildungsregion Bottrop weiter. Der Lenkungskreis setzt sich aus Verantwortungsträgern der Stadt Bottrop sowie Verantwortungsträgern des Landes Nordrhein-Westfalen zusammen, tauscht sich mit der Bildungskonferenz über Themen der Bildungsentwicklung aus und erteilt Aufträge an das Regionale Bildungsbüro.
Die Aufgaben des Regionalen Bildungsbüros umfassen die Strategieentwicklung und Strategieunterstützung, die Einschätzung und Analyse von Bildungsbedarfen und Lernveränderungen, die Auseinandersetzung mit zukünftigen Herausforderungen; um diese zu systematisieren und Konzepte, Vorlagen und Diskussionspapiere zu entwickeln, die Konzeptentwicklung
von Maßnahmen; entsprechend den Arbeitsaufträgen des Lenkungskreises; die durch die
regionale Bildungskonferenz empfohlen wurden, die Evaluation der Angebote durch adäquate Methoden; bezogen auf deren Effizienz, Effektivität, Wirtschaftlichkeit, Wirkung und Nachhaltigkeit, die Begleitung und den Aufbau systematischer Kooperationen und funktionierender Netzwerke sowie die Geschäftsführung des Lenkungskreises und der Bildungskonferenz.
Somit dient das Regionale Bildungsbüro der Stadt Bottrop als Koordinationsstelle für die
Vernetzung der Schulen miteinander, die Einbindung außerschulischer Partner, die Kooperation von Schulaufsicht und Schulträger sowie die Weiterentwicklung des Bildungsbereichs in
Bottrop.
6
Die Ausführungen beruhen auf Informationen der Internetseite des Ministeriums für Schule
und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (o.J.). Regionale Bildungsnetzwerke
NRW. Regionales Bildungsnetzwerk Stadt Bottrop.
7
2 Der Offene Ganztag
Schneider
2.1 Die Offene Ganztagsschule (OGS) – ein Überblick
Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen hat für den
Primarbereich drei Ziele formuliert:
•
Verbesserung der Bildungsqualität und mehr individuelle Förderung
•
Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
•
Ganztagsangebote aus einer Hand unter dem Dach der Schule
Im Fokus der Umsetzung dieser Ziele steht die Offene Ganztagsschule (kurz: OGS), welche
im Schuljahr 2003/04 als familien- und bildungspolitisches Programm von der Landesregierung eingeführt wurde. Seit ihrer Einführung wurden bisher 90% aller Grundschulen in NRW
erfolgreich zu Ganztagsschulen umgestaltet. Definiert wird die OGS anhand §9 Absatz 3 des
Schulgesetzes NRW als die Vorhaltung außerunterrichtlicher Angebote, die der Schulträger
mit den Trägern der öffentlichen und der freien Jugendhilfe und anderen Einrichtungen, die
Bildung und Erziehung fördern, in weit ergehender Zusammenarbeit vereinbart. Diese „weit
ergehende Zusammenarbeit“ basiert laut Ziffer 6.8 des Runderlasses Gebundene und offene
Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote in Primarbereich und Sekundarstufe I des Ministeriums für Schule und Weiterbildung auf einer Kooperationsvereinbarung. Die Partner dieser Kooperation sind der Schulträger, die jeweilige
Schulleitung und der außerschulische Träger, welcher zuvor als Träger der Jugendhilfe, bzw.
als Einrichtung mit Bildungs- und Erziehungscharakter bezeichnet wurde. Als Träger fungieren meist gemeinnützige Organisationen wie die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das Deutsche
Rote Kreuz oder religiöse Gemeinden. Die Aufgabe des Trägers besteht darin, die praktische
Organisation und Durchführung der einzelnen OGS zu gewährleisten. Gemäß Ziffer 1.3 des
Runderlasses ist eine gewinnorientierte Ausrichtung des möglichen Trägers nicht zulässig.
Der Kommune als Schulträger obliegt die Pflicht der Einrichtung bzw. des Betriebs der Offenen Ganztagsschule. Damit einhergehend sind die Zurverfügungstellung und die Ausstattung
der Räumlichkeiten entsprechend der Bedürfnisse, wie beispielsweise die Mittagsverpflegung oder Spielbereiche, zu betrachten.
Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an der Offenen Ganztagsbetreuung ist nicht
verpflichtend, doch ist die einzelne Anmeldung für jeweils ein Schuljahr verbindlich und
schließt den regelmäßigen Besuch ein. Die Anmeldezahlen steigen von Jahr zu Jahr. Ziffer
5.2 des vorgenannten Erlasses bestimmt, dass sich der Zeitrahmen der OGS unter Einschluss der allgemeinen Unterrichtszeit in der Regel an allen Unterrichtstagen von spätestens 8 Uhr bis 16 Uhr, bei Bedarf auch länger, mindestens aber bis 15 Uhr erstreckt. Die
Einhaltung dieses zeitlichen Rahmens bietet nicht nur den Eltern die Gewährleistung einer
regelmäßigen und verlässlichen Betreuung ihrer Kinder, sie bildet ebenso eine Prämisse für
die finanzielle Förderung durch Landesmittel (Ziffer 4 Lit. a des Runderlasses Zuwendungen
für die Durchführung außerunterrichtlicher Angebote offener Ganztagsschulen im Primarbereich).
8
Die Finanzierung der Offenen Ganztagsschulen basiert auf einer Kombination aus Landesmitteln, kommunalen Geldern und Elternbeiträgen. In der Regel unterstützt das Land die
OGS im Primarbereich mit 700€ je Kind pro Jahr und 0,2 Lehrerstellen je 25 zu betreuender
Kinder (Stand: 2011, andere Regelsätze bei Förderschulen). Die Kommune als Schulträger
steuert 410€ je Kind pro Jahr bei und die Elternbeiträge belaufen sich auf maximal 150€ pro
Monat. Gemäß Ziffer 8.2 des Runderlasses Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie
außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote in Primarbereich und Sekundarstufe I soll im Rahmen der Elternbeiträge die soziale Staffelung beachtet werden. Darüber hinaus kann eine Ermäßigung für Geschwisterkinder, auch für Kinder, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, gewährt werden.
Nicht nur die organisatorischen Rahmenbedingungen, auch die Inhalte und Ziele der OGS
sind in Ziffer 3 des Runderlasses festgeschrieben. So soll sich die nachmittägliche Betreuung unter anderem durch Angebote für heterogene Gruppen auszeichnen, welche auch besonderen sozialen Problemlagen gerecht werden. Anhand eines immer ähnlichen Zeitplanes
und der dadurch erreichten Struktur sollen die Lernzeiten etabliert werden. Dabei sollen Ruhe- und Entspannungsphasen gleichermaßen eingeplant werden. Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedarfen werden Fördermöglichkeiten geboten, zum Beispiel im Bereich
der Sprachförderung, der Naturwissenschaften oder im Hinblick auf Bewegung und Motorik.
Darüber hinaus werden die Interessen der angemeldeten Kinder durch zusätzliche Angebote
gefördert, indem themen- und fachbezogene sowie fächerübergreifende Inhalte in einem
Rahmen über den Klassenverbund hinaus vermittelt werden. Die im regelmäßigen Turnus
stattfindenden AGs sollen durch einzelne Projekte ergänzt werden, in denen bestimmte
Themen gemeinsam erarbeitet werden. Die Offene Ganztagsschule zeichnet sich weiterhin
dadurch aus, dass den Schülerinnen und Schülern Anreize für eine gesunde Lebensgestaltung im Hinblick auf Ernährung und Bewegung geboten werden. Das ganzheitliche Gefüge
der Einrichtung erstreckt sich über die direkte Betreuung der Kinder hinaus auch auf die Einbindung der Eltern und Unterstützungsangebote, beispielsweise in Erziehungsfragen, für
dieselben.
Laut Ziffer 7 richtet sich das Personal hinsichtlich der Qualifikation nach den Betreuungsbedarfen der Kinder. Neben den bereits genannten Lehrern der jeweiligen Schule, welche besonders in der Hausaufgabenbetreuung eingesetzt werden, besteht das feste Kollegium der
Betreuer in der Regel aus ausgebildeten Erziehern. Die Anzahl der betreuenden Personen
richtet sich hierbei nach den Zahlen der angemeldeten Kinder. Gemäß Ziffer 7.4 des Runderlasses kann die Betreuung durch das fachpädagogische Personal von fachlich und pädagogisch erfahrenen beziehungsweise ausgebildeten Personen, besonders im Hinblick auf die
einzelnen Angebote, ergänzt und unterstützt werden.
Diese umfassende Konzeptionierung der Offenen Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen
bietet den Schülerinnen und Schülern einen ausgedehnten Blick und ein umfangreiches
Kennenlernen, beziehungsweise Erlernen der Facetten und Möglichkeiten ihres Lebensraumes, auch über dessen Grenzen hinaus, fernab vom festdeterminierten Schulalltag.
9
Fuchs
2.2 Die Träger der Offenen Ganztagsschulen in Bottrop
2.2.1 Evangelische Kirchengemeinde Bottrop
Der größte Träger der offenen Ganztagsschule ist die evangelische Kirchengemeinde
Bottrop. Diese betreut 14 der insgesamt 25 Grundschulen inklusive der Teilstandorte.
Die Evangelische Kirchengemeinde Bottrop ist in ihrer jetzigen Form hervorgegangen aus
den bis 31. Dezember 2007 selbstständigen sechs Evangelischen Kirchengemeinden Altstadt, Batenbrock, Boy-Welheim, Eigen, Fuhlenbrock, Kirchhellen und dem von ihnen gemeinsam gebildeten Verband der Evangelischen Kirchengemeinden in Bottrop. Seit dem 01.
Januar 2008 gehören diese nun alle auch formal zusammen. Im Mittelpunkt dessen Konzeption steht das Bemühen, den Kindern eine erfüllte Zeit einzuräumen und die Verbesserung
der Bildungsqualität im Sinne der Chancengleichheit für jedes Kind sicherzustellen.
Die evangelische Kirchengemeinde Bottrop stellt eine sozialpädagogische Einrichtung zur
Betreuung, Erziehung und Bildung von Schulkindern dar.
Zu den Angeboten im offenen Ganztag zählen Sozialpädagogische Angebote, die sich an
altersgemäßen emotionalen und sozialen Bedürfnissen der Kinder orientieren, Förderung der
Persönlichkeitsentwicklung sowie Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen musischkünstlerische Bildung, Bewegungen, soziale Bildung, Spiel und individuelle Förderung.
Des Weiteren werden eine Hausaufgabenbetreuung angeboten und christliche Werte und
Kulturen vermittelt. Diese Betreuung bietet eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das
Personal der evangelischen Kirchengemeinde ist stets ein multiprofessionelles Team. Die
OGS-Leitungen nehmen einmal im Jahr alle zusammen an einer Fortbildung teil, welche
über 3 Tage andauert. Die neu resultierenden Ergebnisse werden dann anschließend in den
einzelnen OGS-Teams vorgestellt und gegebenenfalls umgesetzt. Weitere Wünsche bezüglich Fortbildungen können an den Träger gestellt werden und werden soweit möglich verwirklicht.
2.2.2
AWO
Der zweitgrößte Träger in Bottrop ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO Bottrop / Gelsenkirchen).
Von der AWO werden insgesamt neun der 25 Grundschulen inklusive der Teilstandorte betreut.
Das Leitbild der AWO steht für Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität, Freiheit und Gleichheit.
Eine Gruppe im Nachmittagsbereich der „Offenen Ganztagsgrundschule“ soll aus ca. 25
Kindern bestehen. In jeder Gruppe werden die betreuenden Fachkräfte von Ergänzungskräften unterstützt.
Für spezielle Freizeitangebote werden zusätzlich weitere „Fachkräfte“ engagiert. Im Vormittagsbereich findet der alltägliche Schulunterricht statt, wobei den Kindern der Offenen Ganztagsgrundschule eine Betreuung ab acht Uhr, auch bei Unterrichtsausfall, garantiert ist. Im
Nachmittagsbereich kooperieren die Schulen mit freien Jugendhilfeträgern wie der Arbeiterwohlfahrt. Nach dem Schulunterricht ist es zunächst jedem Kind möglich eine warme Mahl10
zeit zu erhalten. Die Kosten hierzu betragen unabhängig vom Einkommen einen Elternbeitrag von 50,- € pro Monat. Empfänger/-innen von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfeempfänger/-innen zahlen einen ermäßigten Beitrag von 20,- € im Monat. Eine einzelne Mahlzeit kostet 2,50€. Empfänger/-innen von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfeempfänger/-innen zahlen
auch hier einen ermäßigten Betrag von 1,-€ pro Mahlzeit.
Im Anschluss an das Mittagsessen werden die Hausaufgaben erledigt. Jedes Kind soll in
einer ruhigen und entspannten Atmosphäre seine Hausaufgaben konzentriert erledigen können.
Die OGS ist jeweils in den 2 Wochen der Oster- und Herbstferien von 8:00 - 16:00 Uhr sowie
in den ersten 3 Wochen der Sommerferien geöffnet. An Brückentagen öffnet die OGS je
nach abgefragtem Bedarf. Für die Mitarbeiter gibt es einen festgeschriebenen Fortbildungsplan, da jeder Mitarbeiter sich ständig weiterbilden soll. Die Mitarbeiter selbst können jedoch
auch nach Bedarf Wünsche für bestimmte Fortbildungsmaßnahmen bis zum Ende eines jeden Jahres einreichen. Daraufhin wird von der AWO erörtert, welche dieser Fortbildungen
durchgeführt werden können und welche Fortbildungsangebote überhaupt gemacht werden.
2.2.3
Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
Das Rote Kreuz in Bottrop und Kirchhellen ist Teil der weltumspannenden Familie der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Seit 1906 arbeitet das Deutsche Rote Kreuz vor Ort
in Bottrop. Das DRK ist Träger der offenen Ganztagsschule an der Gregorgrundschule.
Die Einrichtung ist seit dem August 2007 ein Angebot des DRK in Bottrop.
Das pädagogische Team besteht aus fünf Erzieherinnen, zwei pädagogische Fachkräften
für die Betreuung, zwei pädagogische Fachkräften für Hausaufgabenbetreuung, zwei hauswirtschaftliche Kräften, einem Erzieher im Berufspraktikum und einer Jahrespraktikantin im
Sozialen- und Gesundheitsbereich. Unterstützt wird das Team am Nachmittag durch Kooperationen mit Vereinen und Übungsleitern. Das Betreuungsprogramm des DRK beinhaltet
eine verlässliche Betreuung bis 16 Uhr, Hausaufgabenbetreuung, Nachmittags-AGs in Zusammenarbeit mit der Kulturwerkstatt Bottrop, Vereinen und anderen Anbietern.
Die Kinder, die bis 16.00 Uhr den Offenen Ganztag besuchen, benötigen ein warmes Mittagessen (zusätzliche Kosten pro Mahlzeit von 2,50 Euro). Hierbei nehmen die Kinder in drei
Gruppen, zu festgelegten Zeiten, ihre Mahlzeit ein. Die Erziehungsberechtigten schließen zu
Beginn des Schuljahres einen verbindlichen Vertrag mit der Stadt Bottrop und dem Träger
der Offenen Ganztagsschule ab. Die Dauer des Vertrages gilt für das jeweilige ganze Schuljahr und kann zum Ende hin gekündigt oder verlängert werden.
Die Kosten für die offene Ganztagsbetreuung betragen derzeit 50 Euro.
Die Betreuung findet ebenfalls in 2 Wochen der Osterferien, 3 Wochen der Sommerferien
und 2 Wochen der Herbstferien statt. Auch an den 3 beweglichen Ferientagen, die die Schule wählt, wird Betreuung angeboten. Die Betreuung ist somit auch an diesen Tagen von 8.00
Uhr bis 16.00 Uhr gesichert.
11
2.2.4
AG Soziale Brennpunkte Bottrop e.V. (AGSB)
Die AG Soziale Brennpunkte Bottrop e.V. ist ein anerkannter Träger der freien Jugendhilfe,
der seit 1971 Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut und berät. Die AGSB ist Träger
des Offenen Ganztags der Fürstenbergschule. Der Offene Ganztag ergänzt auch hier das
schulische Angebot und bietet eine verlässliche Betreuung bis 16 Uhr. Es werden ein ausgewogenes Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung sowie Spiel- und Freizeitangebote angeboten. Nach dem Mittagessen bieten die Arbeitsgemeinschaften viele neue Lernerlebnisse
und eine Menge Spaß für die Kinder.
Die Arbeitsgemeinschaften wechseln täglich und die Kinder können ihr Angebot frei auswählen. So wird die Selbstständigkeit und Individualität der Kinder gefördert. Auf der anderen
Seite stärken feste Strukturen und Rituale, z.B. beim Mittagessen oder bei den Hausaufgaben, das Gemeinschaftsgefühl und das soziale Lernen.
Die Betreuungskosten im Schuljahr 2013/14 betragen 50,-€ im Monat für das 1. Kind der
Familie, Geschwisterkinder sind beitragsfrei. Empfänger von Hilfen zum Lebensunterhalt
zahlen 20,-€ pro Monat, weitere Geschwisterkinder sind beitragsfrei.
Die Kosten für das Mittagessen betragen auch hier 2,50 € pro Essen. Für Empfänger von
Sozialleistungen wird ein Betrag von 1,00 € pro Essen erhoben.
Die Betreuung findet auch in den Oster- und Herbstferien sowie drei Wochen in den Sommerferien statt, in welchen die OGS ein abwechslungsreiches Ferienprogramm anbietet.
12
Schneider
2.3 Der Offene Ganztag in Bottrop
Nachdem der Offene Ganztag in Nordrhein-Westfalen im Allgemeinen dargestellt wurde, soll
nun eine Aufstellung der Situation speziell in Bottrop erfolgen. Untersuchungsgegenstand
sind in diesem Zusammenhang lediglich die Offenen Ganztagsschulen der Grundschulen.
Alle Ausführungen beziehen sich hierbei ausschließlich auf die Informationen, die im Rahmen der Ortstermine mit den jeweiligen Leitungen gesammelt wurden. Zunächst werden
Gemeinsamkeiten, besonders in Bezug auf die Organisation, der Bottroper Einrichtungen
aufgeführt, im Anschluss folgen die differenzierten Einzelberichte der jeweiligen Offenen
Ganztage.
Die Organisation der Offenen Ganztagsschulen erfolgt über die bereits vorgestellten Träger
und deren Mitarbeiter. In jeder OGS gibt es ein Team pädagogischer Fachkräfte, welche
zahlenmäßig der gesetzlichen Vorgabe entsprechen. Das Gros der Mitarbeiter arbeitet hier
in Teilzeitarbeit. Zusätzlich werden Ergänzungskräfte und speziell für einzelne Angebote
Fachleute beschäftigt.
Der zeitliche Ablauf gestaltet sich in der Regel in allen Ganztagsschulen auf gleiche Weise.
Nach Schulschluss finden sich die Schüler in den Räumen der jeweiligen OGS ein und melden sich bei dem zuständigen Betreuer an. Der Unterricht der ersten und zweiten Klassen
endet für gewöhnlich eher als jener der dritten und vierten Klassen. Aus diesem Umstand
und der mittlerweile gestiegenen Teilnehmerzahl ergibt sich eine grobe Einteilung in Gruppen für das Mittagessen und die darauffolgende Erledigung der Hausaufgaben. Es wird ca.
eine halbe Stunde für das Mittagessen eingeplant, die Zeit für die Hausaufgaben richtet sich
nach dem Alter der Schülerinnen und Schüler. Für die Kinder der ersten und zweiten Klasse
werden 30 Minuten reine Arbeitszeit veranschlagt, für die dritten und vierten Klassen 45 Minuten. Darüber hinaus werden jeweils ca. 15 Minuten zum „Ankommen und Sammeln“ am
Arbeitsplatz eingeräumt. Im Anschluss ist gewöhnlich von 14 Uhr bis 16 Uhr die Zeit des
Spielens, des Entspannens und der AGs.
AG steht als Abkürzung für Arbeitsgemeinschaft und beinhaltet die verschiedensten geleiteten Angebote für die Schülerinnen und Schüler. Abseits vom Schulalltag kann hier ausprobiert und gelernt werden. In der Regel belegt jedes Kind ein bis zwei AGs, jedoch geschieht
dies auf einer rein freiwilligen Basis. Das Pensum der gewählten AGs wird stetig von den
Mitarbeitern beobachtet und mit den Eltern abgesprochen. Die Vielfalt der AGs erstreckt sich
von wissenschaftlichen Themen über Kreativitätsanregungen bis hin zu Entspannungs- und
Sportprogramm. Die explizite Organisation im Hinblick auf die Ausgestaltung der AGs, bezüglich der Themen und Dauer, liegt in diesem Fall im Verantwortungsbereich der jeweiligen
OGS-Leitungen und ihrer Mitarbeiter. Hier besteht der selbstgesetzte Anspruch, die AGAngebote nach Möglichkeit entsprechend der Wünsche und Neigungen der Kinder auszuwählen. Die einzelnen AGs werden nicht nur von den festen Mitarbeitern betreut, sondern
darüber hinaus auch von Kooperationspartnern und spezialisierten Fachkräften. Auf diese
Weise gibt es in den OGS´en der Bottroper Grundschulen momentan insgesamt rund 90
verschiedene AGs.
13
Zur Durchführung der verschiedenen Angebote stellen sich verschiedene Ansprüche an den
zur Verfügung stehenden Raum. Die Räumlichkeiten vieler OGS´en wurden ursprünglich für
weitaus weniger Schülerinnen und Schüler geplant, als heute angemeldet sind. So ist es
keine Seltenheit, dass ca. 120 Kinder in Räumen betreut werden, die anfänglich für 50 konzipiert wurden. Abhilfe schaffen da Umbauten und Erweiterungen der Räume, Mittagessen in
„Schichten“ und eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen, deren Räume größtenteils für
die Betreuung zur Verfügung stehen. Alle Probleme in Bezug auf den Raum können jedoch
trotzdem nicht vollständig gelöst werden, so ist in einigen Offenen Ganztagen aufgrund
mangelnder Sportstätten nur ein eingeschränktes Sport- und Bewegungsangebot realisierbar. Dieser Punkt wird an späterer Stelle eingehender beleuchtet.
Viele Ganztagsschulen veranstalten in regelmäßigen Abständen Feste und Veranstaltungen
für Eltern und andere Schüler, in deren Rahmen das Erlernte und Erarbeitete vorgestellt
wird. Auch im Hinblick auf schulische und soziale Entwicklung wird mit den Eltern permanent
auf unkompliziertem Wege Kontakt gehalten.
Generell lässt sich sagen, dass die Ausgestaltung der Offenen Ganztagsschulen der Bottroper Grundschulen anhand strikter Organisation praktiziert wird, ohne dabei die individuellen
Bedürfnisse der Kinder aus dem Auge zu verlieren. Der Bedarf und die Qualität dieser Bildungsarbeit am Nachmittag lassen sich wohl anhand der stetig steigenden Anmeldezahlen
der letzten Jahre belegen.
2.4 Einzelberichte
Im Folgenden werden die OGSEinrichtungen der Bottroper Grundschulen einzeln betrachtet. Hierbei
handelt es sich um eine wertfreie
Darstellung des Ist-Zustandes. Die
Berichte orientieren sich an den zuvor gestellten Fragen nach Mitarbeitern, Räumlichkeiten und den einzelnen AGs. Eine genaue Ausführung der Anzahl der teilnehmenden Kinder an den jeweiligen AG-Angeboten ist nicht immer möglich, da diese Zahlen manchmal in gewissem Ausmaß schwanken können. In solchen Fällen ist der Mittelwert
der Teilnehmerzahlen im Rahmen des zugehörigen Diagrammes aufgeführt. Die jeweiligen
Balkendiagramme sollen einen direkten Überblick über die einzelnen AG-Angebote liefern.
Eine Trennung in verschiedene Diagramme von Sport- und sonstigen Angeboten wurde nicht
vorgenommen, sodass auf den ersten Blick ein Eindruck von der Verteilung der Schülerinnen
und Schüler auf die einzelnen AGs gewonnen werden kann.
Die einzelnen Darstellungen sollen die Grundlage für die an späterer Stelle erörterte Frage
nach der Realisierbarkeit des Programmes SportIf im Offenen Ganztag in Bottrop bilden.
14
Gohe
2.4.1
Albert-Schweitzer-Schule
Im laufenden Schuljahr 2013/2014 besuchen rund 100 Kinder den Offenen Ganztag der Albert-Schweitzer-Schule. Neben der Hausaufgabenbetreuung und dem gemeinschaftlichen
Mittagessen werden vielfältige AGs angeboten, an denen die Kinder teilnehmen können. Die
angebotenen AGs finden jeweils für die Dauer eines Schulhalbjahres statt, das bedeutet die
AGs können jeweils zum neuen Schul- bzw. Halbjahr von den Kindern gewählt werden. Zur
Zeit umfasst das Angebot an AGs im Offenen Ganztag der Albert-Schweitzer-Schule eine
Fußball-AG, eine Spiele-AG, eine Koch und Back-AG bestehend aus zwei Gruppen, eine
Kinderturnen-AG, eine Garten-AG, eine Leichtathletik-AG und eine Englisch-AG aufgeteilt in
zwei Gruppen. Die angebotenen AGs finden jeweils wöchentlich statt.
Die Zusammensetzung und die Teilnehmeranzahlen der sieben zur Zeit angebotenen AGs
lassen sich wie folgt farblich getrennt nach Sport-AGs und sonstigen AGs in einem Balkendiagramm darstellen:
Kochen und Backen
Englisch-AG
Leichtathletik-AG
Fußball-AG
sonstige AGs
Sport-AGs
Spiele-AG
Garten-AG
Kinderturnen
0
5
10
15
20
25
Anzahl der Kinder
Abbildung 1 - Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen.
Der prozentuale Anteil der Sport-AGs am Gesamtangebot der AGs beträgt rund 43 %.
Für die Betreuung der Kinder im Offenen Ganztag sind insgesamt 13 Mitarbeiter zuständig.
Sechs Mitarbeiter sind davon für die Betreuung der Gruppe der Erst- und Zweitklässler sowie
vier Mitarbeiter für die Betreuung der Gruppe der Dritt- und Viertklässler zuständig. Die
Gruppenleiter besitzen jeweils eine Erzieherausbildung, während die weiteren Mitarbeiter im
Betreuungsbereich des Offenen Ganztags nicht zwingend eine Erzieherausbildung benötigen, ausreichend sind hier Erfahrungen im Umgang mit Kindern, Fortbildungen im pädagogi15
schen Bereich oder in dem jeweiligen Aufgabengebiet. Im Sportbereich ist jedoch ein
Übungsleiterschein zwingend erforderlich, um eine Sport-AG leiten zu dürfen.
Auch die Weiterbildung der Mitarbeiter ist ein Bestandteil im personellen Bereich des Offenen Ganztags, so ist es jedem Mitarbeiter freigestellt an welchen pädagogischen Fortbildungen oder Weiterbildungen in seinem jeweiligen Aufgabengebiet er teilnimmt. Verpflichtend ist
jedoch alle drei Jahre die Teilnahme aller Mitarbeiter im Offenen Ganztag an einem ErsteHilfe-Kurs.
Dem Offenen Ganztag an der Albert-Schweitzer-Schule stehen an Räumlichkeiten zwei
Gruppenräume, eine Küche und vier Nebenräume zur Verfügung. Für die Hausaufgabenbetreuung dürfen die Klassenräume der Schule genutzt werden. Darüber hinaus steht dem Offenen Ganztag für die Sport-AGs einmal in der Woche die Sporthalle der Schule und einmal
in der Woche die etwa 550 Meter von der Schule entfernte Sporthalle an der Paßstraße zur
Verfügung. Es besteht jedoch bei der Leitung des Offenen Ganztags der Wunsch die Sporthallen öfter nutzen zu können, um ein vielfältigeres Sportangebot für die Kinder anbieten zu
können. Des Weiteren stehen dem Offenen Ganztag an der Albert-Schweitzer-Schule für
sportliche Aktivitäten unter anderem auf dem Schulhof zwei Basketballkörbe, Tischtennisplatten, Fußballtore und ein Klettergerüst zur Verfügung.
Besonders zufrieden ist die Leitung des Offenen Ganztags mit der Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Offenen Ganztag. Es findet regelmäßig ein Austausch zwischen
den Lehrern und der Leitung des Offenen Ganztags statt, so dass die individuelle Förderung
der Kinder sowie Auffälligkeiten im Verhalten der Kinder regelmäßig besprochen werden, um
dementsprechend geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.
Gohe
2.4.2
Albrecht-Dürer-Schule
Der Offene Ganztag der Albrecht-Dürer-Schule ist nicht Bestandteil dieser Dokumentation,
da im Sommer zum Schuljahr 2014/2015 die Auflösung dieser Schule erfolgt. Im Hinblick auf
das Thema dieser Projektarbeit wird an dieser Stelle auf den Offenen Ganztag der AlbertSchweitzer-Schule verwiesen, da die Kinder an diese Schule wechseln werden und die dortigen Angebote wahrnehmen können.
Gohe
2.4.3
Albrecht-Dürer-Schule, Teilstandort Welheimer Mark
Im laufenden Schuljahr 2013/2014 wird der Offene Ganztag des Teilstandorts Welheimer
Mark von rund 33 Kindern besucht. Dementsprechend handelt es sich bei dem Teilstandort
im Vergleich zu anderen Offenen Ganztagsschulen in Bottrop mit über 100 Kindern um einen
kleinen Offenen Ganztagsbereich.
Vor den AGs am Nachmittag finden ein gemeinsames Mittagessen der Kinder und die Hausaufgabenbetreuung statt. Das Angebot an AGs umfasst zurzeit vier AGs. Dabei sollte jedes
Kind an mindestens einer AG teilnehmen, möglich ist jedoch pro Kind die Teilnahme an zwei
AGs pro Woche.
16
Die Zusammensetzung und Nutzung der zurzeit angebotenen AGs lässt sich wie folgt farblich getrennt nach Sport-AGs und sonstigen AGs in einem Balkendiagramm darstellen:
Leseclub
Gestaltung
sonstige AGs
Sport-AGs
Fußball-AG
Tanzen
0
5
10
15
20
25
Anzahl der Kinder
Abbildung 2 - Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten
Zahlen.
Der prozentuale Anteil der Sport-AGs am Gesamtangebot der AGs beträgt 50 %.
Die angebotenen AGs finden jeweils wöchentlich statt, wobei der Leseclub an drei Tagen in
der Woche angeboten wird.
Für die Betreuung der Kinder im Offenen Ganztag des Teilstandortes Welheimer Mark stehen vier Stammmitarbeiter zuzüglich extern eingekaufter AG-Kräfte zur Verfügung. Grundvoraussetzung ist dabei für alle Mitarbeiter im Umgang mit Kindern das regelmäßige Vorlegen
eines aktuellen polizeilichen Führungszeugnisses ohne Einträge. Darüber hinaus müssen
alle Mitarbeiter, die eine Sport-AG leiten einen Übungsleiterschein vorweisen können. Auch
in den sonstigen AGs ist für die jeweiligen AG-Leiter die entsprechende Erfahrung und Qualifikation in dem Aufgabengebiet erforderlich. Personen, die beispielsweise den Bundesfreiwilligendienst im Offenen Ganztag ableisten, können lediglich als Hilfskräfte zur Unterstützung
der AG-Leiter eingesetzt werden.
Um die ständige Weiterbildung des Personals im Offenen Ganztag zu gewährleisten, werden
für die Stammmitarbeiter regelmäßig freiwillige Fortbildungen in den unterschiedlichen Aufgabengebieten sowie im pädagogischen Bereich angeboten.
Des Weiteren stehen dem Offenen Ganztag an Räumlichkeiten alle Räume der Schule zur
Verfügung. Jedoch verfügt die Schule über keine eigene Sporthalle, so dass für die FußballAG an einem Nachmittag in der Woche eine nahegelegene Sporthalle mitbenutzt werden
darf. Weitere sportliche Aktivitäten, wie z.B. die Tanz-AG, müssen auf dem Außengelände
der Schule oder bei schlechterem Wetter soweit dies möglich ist in den Räumen der Schule
17
stattfinden. Für den Freispielbereich, also die freie Zeit in der keine AGs stattfinden, stehen
den Kindern der Schulhof, weitläufige Grünflächen, Bälle sowie ein Schwungtuch für sportliche Aktivitäten zur Verfügung.
Es besteht jedoch bei den Mitarbeitern des Offenen Ganztags der Wunsch an mehr als nur
einem Nachmittag in der Woche eine Sporthalle nutzen zu können, um mehr Sportangebote
für die Kinder auch im Herbst und Winter anbieten zu können, wenn aufgrund des schlechteren Wetters sportliche Aktivitäten draußen nicht mehr möglich sind.
Die Zusammenarbeit mit der Schule wird von der Leitung des Offenen Ganztags als sehr gut
beschrieben, da ein regelmäßiger Austausch erfolgt, bei dem über Erfahrungen, Eindrücke
und Verbesserungsvorschläge gesprochen wird.
Fuchs
2.4.4
Astrid-Lindgren Schule
Im laufenden Schuljahr 2013/2014 besuchen rund 139 Kinder den Offenen Ganztag der Astrid-Lindgren Schule. Die Kinder sind hierbei aufgrund der Platzverhältnisse nicht in Gruppen
aufgeteilt. Lediglich beim Mittagessen findet eine Aufteilung der Kinder in ca. 3 Gruppen
statt. Es gibt eine Vielzahl von AGs aus den unterschiedlichsten Bereichen, die jeweils einmal wöchentlich angeboten werden. Die Kinder können frei wählen, welche AGs sie besuchen wollen und können auch nach individuellen Bedürfnissen an mehr als einer AG teilnehmen. Der Sportanteil beträgt im Vergleich zu dem Gesamtangebot 18,18%. Die Zusammensetzung der 22 verschiedenen AGs lässt sich wie folgt schematisch getrennt nach
Sport-AGs und sonstigen AGs jeweils in einem Balkendiagramm darstellen:
Flöten
Phantasiewelt
Fotografie
Tennis
Experimente
Volleyball
sonstige AGs
Sport-AGs
Förderinsel Lesen
Kreativ
Klang u. Gesang
Bilderbuchland
Hörspiel
0
5
10
15
20
25
30
Anzahl der Kinder
Abbildung 3 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
18
Die Näh-AG, Fotografie-AG, Förderinsel Mathe, Experimente-AG, Erste-Hilfe-AG, Förderinsel Lesen, Sport-AG, Phantasiewelt AG und die Computer-AG finden jeweils in zwei Gruppen statt. Die Kinder werden dabei nicht nach Klassen aufgeteilt, sondern nach Lernanfängern und Lernfortgeschrittenen. Dies hängt mit der flexiblen Einschulungsphase zusammen,
die an der Astrid-Lindgren Schule praktiziert wird. Das bedeutet, dass die Schuleingangsphase jahrgangsübergreifend gestaltet wird. Es gibt 4 Eingangsklassen: eine blaue Klasse,
eine rote, eine gelbe und eine grüne Klasse. Die Eingangsklassen werden zur Hälfte aus
Kindern die neu eingeschult werden und zur anderen Hälfte aus Kindern, die die Grundschule bereits das zweite Jahr besuchen gebildet. Die neu eingeschulten Kinder werden den bereits bestehenden Farbgruppen zugeteilt. Somit bleiben die Kinder mit kleinen Ausnahmen in
den ihnen schon bekannten Farbgruppen. Die Zuteilung der Kinder erfolgt aufgrund der Ergebnisse eines Einschulungsverfahrens sowie den Elternwünschen. Bei der Hausaufgabenbetreuung werden die Kinder ebenfalls nach Lernanfängern und Lernfortgeschrittenen aufgeteilt. Bezüglich der Hausaufgaben muss sich das OGS-Team komplett auf die Aussagen der
Kinder verlassen, da die Kinder nicht einheitlich die gleichen Hausaufgaben zu erledigen
haben, sondern diese auch individuell auf deren Lernstand angepasst sind. Die AGs werden
zu 90% von Leuten, die vom Fach kommen geleitet. Vor allem die offerierten Sportangebote
werden von Vereinen geleitet. Es besteht jedoch keine direkte Zusammenarbeit mit dem
Sportbund. Des Weiteren sind die Fotografie-AG, welche von einer Fotografin angeboten
wird und die Erste-Hilfe-AG, die von den Maltesern durchgeführt wird, hervorzuheben. Diese
Kontakte zu auswärtigen AG-Anbietern sind hauptsächlich durch Mundpropaganda und
durch Absprachen mit der Schulleitung entstanden.
Das Betreuungspersonal im Offenen Ganztag beläuft sich derzeit auf elf Festkräfte. Davon
befinden sich 8 pädagogische Fachkräfte bzw. Erzieher im Team inklusive ein junger Erwachsener im Freiwilligen Sozialen Jahr und drei Kräfte für die Küchenlogistik.
Der einzige Gruppenraum der für die Kinder existiert ist ein Container, der auf dem Schulhof
steht. Dieser Container wird nur als Spielraum genutzt und war ursprünglich für 55 Kinder
ausgelegt. Die Hausaufgabenbetreuung findet in den Klassenräumen statt, welche sich im
Schulgebäude befinden. Auch der Speiseraum und die Küche befinden sich im Schulgebäude. Die Küche liegt jedoch nicht direkt am Speiseraum, sondern ist durch die Jungenumkleidekabine zugänglich. Während der Betreuung steht den Kindern das ganze Schulgebäude
zur Verfügung und die dort gegebenen Kapazitäten können bis 16 Uhr voll ausgeschöpft
werden. Hervorzuheben ist das großzügige Schulhofgelände, welches über einen abgetrennten Fußballbereich verfügt. Zudem ist das Schulungsgelände der Jugendverkehrsschule
Bottrop seit 1998 auf dem Schulgelände der Astrid-Lindgren Schule ansässig. Dieses Schulungsgelände kann auch im Offenen Ganztag mitgenutzt werden. Das Platzproblem in dem
Container wird hier durch eine Vielzahl von AGs, die außerhalb des Containers stattfinden,
kompensiert.
Nicht nur in Bezug auf die Überlassung der Klassenräume und dem sonstigen Schulgelände,
sondern auch in Hinblick auf die Schüler stehen die OGS und die Schule in engem und ständigem Austausch, sodass die Zusammenarbeit zwischen der Schule und der OGS sich als
sehr gut bezeichnen lässt.
19
Fuchs
2.4.5
Cyriakusschule
Die OGS wird von den Kindern der Cyriakusschule und den Kindern der Förderschule am
Stadtgarten besucht. Derzeit werden dort 146 Kinder im offenen Ganztag betreut, wovon ca.
100 Kinder von der Cyriakusschule stammen. Die Cyriakusschule ist bereits seit 8 Jahren
eine offene Ganztagsschule. Die Kinder sind während der Betreuungszeit in drei Gruppen
mit jeweils ungefähr 50 Kindern aufgeteilt. Das Mittagessen nehmen die Kinder in vier bis
fünf Gruppen zu sich, da das Fassungsvermögen des Speiseraum Platz für 36 Kinder bietet.
Die AGs werden halbjährlich von den Kindern gewechselt. Meistens nehmen die Kinder an
mehr als einer AG teil. Jede AG findet einmal wöchentlich statt, außer freitags. Der Freitag
ist ein AG freier Tag an dem die Kinderkonferenz stattfindet. Dadurch wird den Kindern genug
Raum
für
Mitentscheidung,
Mitgestaltung,
Mitverantwortung
geboten.
Die Zusammensetzung und Nutzung der derzeit 15 kontinuierlich angebotenen AGs lässt
sich wie folgt schematisch in einem Balkendiagramm darstellen:
Fußball
Sport und Spiel
Tanz
Theater
Basteln
Musik
künstl. Gestalten
Entspannung
sonstige AGs
Schach
Sport-AGs
Experimente
Trommeln
Kochen
Nähen
Aquarium
Holz
0
5
10
15
20
Anzahl der Kinder
Abbildung 4 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
20
Die offerierten Sportangebote betragen im Vergleich zu dem Gesamtangebot 20%. Die Cyriakusschule verfügt über keinerlei Sportstätten, sodass es schwierig ist Sportangebote zu
ermöglichen. Die Sportangebote, die es gibt finden bei gutem Wetter draußen auf dem
Schulhof oder sogar in den Klassenräumen statt. Positiv hervorzuheben ist die Sport und
Spiel-AG, welche in Kooperation mit dem Stadtsportbund stattfindet, die Tanz-AG, welche
von einer Tanzschule geleitet wird sowie die Kooperation mit der Kulturwerkstatt. Es gibt
AGs, die von Studenten geleitet werden, wie zum Beispiel die Fußball-AG. Zusätzlich werden auch AWO-Referenten zur Leitung von AGs eingesetzt oder auch Pensionäre, die Spaß
an der Arbeit mit Kindern haben.
Das feste Team der OGS umfasst aktuell 15 Kräfte. Dieses
Team besteht aus sechs Erzieher/-innen, zwei Küchenkräften, sechs Ergänzungskräfte und einer Jahrespraktikantin. Dabei betreuen jeweils
zwei Erzieherinnen eine Gruppe. Zwei Mitarbeiter des OGSTeams sowie ein Lehrer beschäftigen sich speziell mit
der Hausaufgabenbetreuung.
In dieser Einrichtung gibt es
insgesamt drei große Haupträume, in denen die Kinder sich aufhalten und spielen können. Dazu gehört eine gut ausgestattete Puppenecke, mehrere Bauteppiche, Mal-/ und Basteltische, ein Kicker und ein kleiner Raum mit einem Bällebad. Es gibt auch zahlreiche Gesellschaftsspiele und Puzzle mit
denen
sich
die
Kinder
beschäftigen
können.
Trotz der zahlreichen Spielemöglichkeiten und gerade aufgrund fehlender Sportstätten würde man sich hier mehr Platz für den Offenen Ganztag wünschen, da die vorhandenen Gegebenheiten ursprünglich für eine viel geringere Anzahl von Kindern geplant waren.
Die Zusammenarbeit zwischen Schule, den Lehrern und der OGS können, so wie man sich
es wünscht als eine Einheit bezeichnet werden.
21
Gohe
2.4.6
Droste-Hülshoff-Schule
Im laufenden Schuljahr 2013/2014 besuchen rund 134 Kinder den Offenen Ganztag der
Droste-Hülshoff-Schule. Neben der Hausaufgabenbetreuung und dem gemeinschaftlichen
Mittagessen werden vielfältige AGs angeboten, an denen die Kinder teilnehmen können. Die
angebotenen AGs finden jeweils für die Dauer eines Schulhalbjahres statt, das bedeutet die
AGs können jeweils zum neuen Schul- bzw. Halbjahr von den Kindern gewählt werden. Zur
Zeit umfasst das Angebot an AGs im Offenen Ganztag der Droste Hülshoff-Schule eine Tennis-AG, eine Koch und Back-AG, eine Trommel-AG, eine Fußball-AG, eine Judo-AG, eine
Kreativ-AG, eine Bewegungs-AG, eine Maskenbildner-AG sowie ein Angebot mit den Kindern zu der ökopädagogischen Kinder- und Jugendeinrichtung „Arche Noah Bottrop“ der
Evangelischen Kirche Bottrop zu gehen. Das Anliegen dieser Einrichtung ist es, den Kindern
das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, unteranderem durch den Umgang mit Tieren,
näher zu bringen. Die angebotenen AGs finden jeweils wöchentlich statt, wobei die Kochund Back-AG aufgrund der besonders hohen Nachfrage fünfmal in der Woche inklusive einer
Gruppe für Kinder von der Warteliste und die Kreativ-AG zweimal in der Woche stattfinden.
Die Zusammensetzung und die Teilnehmeranzahlen der neun zurzeit angebotenen AGs lassen sich wie folgt farblich getrennt nach Sport-AGs und sonstigen AGs in einem Balkendiagramm darstellen:
Kochen und Backen
Trommeln
Kreativ-AG
Arche-Noah
Tennis-AG
sonstige AGs
Fußball-AG
Sport-AGs
Judo-AG
Maskenbildner-AG
Bewegung
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
Anzahl der Kinder
Abbildung 5 - Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen.
22
Der prozentuale Anteil der Sport-AGs am Gesamtangebot der AGs beträgt rund 44 %.
Darüber hinaus gibt es auch ein wöchentliches Förderangebot für Kinder mit Dyskalkulie.
Dyskalkulie bezeichnet eine Rechenstörung, die in der internationalen Klassifikation der
Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Ziffer F81.2 zugeordnet ist. Dort
heißt es: „"Diese Störung bezeichnet eine Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht
allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung
erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden". Außerdem besteht im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung für
Kinder, die Schwierigkeiten bei der Hausaufgabenerledigung haben, die Möglichkeit an einer
täglich stattfindenden zweistündigen Hausaufgabenförderung teilzunehmen.
Betreut werden die Kinder im Bereich des Offenen Ganztags von Erziehern, Kinderpflegern,
pädagogischen Hilfskräften, Studenten und Fachkräften mit Erfahrung in den speziellen Aufgabengebieten der AGs. Dementsprechend wird die Trommel-AG von einer Fachkraft der
Musikschule mit Ausbildung für das Trommeln in Zusammenarbeit mit einem pädagogischen
Mitarbeiter geleitet. Die Betreuung während der Bewegungs-AG erfolgt durch eine Mitarbeiterin des Bottroper Sportbundes, bei den Besuchen der Arche Noah Bottrop durch eine pädagogische Fachkraft und eine Mitarbeiterin der Arche Noah Bottrop. Während die KreativAG von einer studentischen Hilfskraft geleitet wird. Bei den studentischen Hilfskräften handelt es sich in den meisten Fällen um Lehramtsstudenten, die Spaß an dem Umgang mit
Kindern haben und im Rahmen ihres Studiums bereits pädagogische Grundsätze für den
Umgang mit Kindern erlernt haben. Die Betreuung in den weiteren AGs erfolgt durch die entsprechenden Fachkräfte und Mitarbeiter des Offenen Ganztags.
Für die Weiterbildung des im Offenen Ganztag tätigen Personals besteht die Möglichkeit auf
Wunsch an freiwilligen Fortbildungen teilzunehmen. Außerdem erfolgen regelmäßige Teamsitzungen der Mitarbeiter im Bereich des Offenen Ganztags, bei denen über aktuelle Gegebenheiten und Ideen beraten wird.
An Räumlichkeiten stehen dem Offenen Ganztag an der Droste-Hülshoff-Schule drei Gruppenräume, eine Küche mit Speiseraum für das gemeinsame Mittagessen und alle weiteren
Räume der Schule, wie beispielsweise Klassenräume für die Hausaufgabenbetreuung zur
Verfügung. Da die Schule jedoch nicht über eine eigene Sporthalle verfügt, müssen SportAGs soweit sie draußen auf dem Schulhof nicht möglich sind in der ca. 0,7 Kilometer von der
Schule entfernten Sporthalle an der Paßstraße in Bottrop erfolgen. Eine Ausnahme stellt
dabei die Judo-AG dar, die in der ca. 1,6 Kilometer von der Schule entfernten Dieter-RenzHalle in Bottrop stattfindet. Für den Transport der Kinder von der Schule zur Dieter-RenzHalle wurde ein Vertrag mit einem Bottroper Taxiunternehmen geschlossen, in dem geregelt
ist, dass die Kinder jede Woche mit einem Taxi die entsprechende Strecke gefahren werden.
Um den Kindern jedoch ein ausgewogeneres und vielfältigeres Sportangebot bieten zu können, besteht im Offenen Ganztag der Wunsch nach einer schuleigenen Sporthalle, die
nachmittags regelmäßig ohne vorherige Taxifahrt oder einen weiteren Fußmarsch der Kinder
genutzt werden kann.
23
Insgesamt wird die Zusammenarbeit zwischen dem Offenen Ganztag und der Schule von
der Leitung des Offenen Ganztags als sehr gut bezeichnet. Es findet eine Kooperation mit
regelmäßigem kommunikativem Austausch statt, so dass Schule und Offener Ganztag als
eine Einheit angesehen werden.
Fuchs
2.4.7
Fichteschule
Den Offenen Ganztag der Fichte Grundschule besuchen derzeit 145 Kinder. Diese bilden
hierbei keine große Gruppe, sondern sind in vier Gruppen aufgeteilt. Die Kinder melden sich
in ihren Gruppen täglich bei ihrem Betreuungspersonal an. Das Betreuungspersonal der einzelnen Gruppen ist stets an einem festen Platz wiederzufinden, sodass jedes Kind genau
weiß, wo der Betreuer seiner Gruppe zu finden ist. Alle Anmeldungen, welches Kind wann
wohin muss, Essenzeiten und Hausaufgabenzeiten werden in Ordnern festgehalten. Zusätzlich befindet sich im Eingangsbereich ein Whiteboard mit den Namen aller Kinder, um einen
schnellen Überblick gewinnen zu können. Das Mittagessen erfolgt ebenfalls in etwa vier
Gruppen. Die Kinder können im Nachmittagsbereich an AGS teilnehmen. Jedoch nimmt
nicht jedes Kind an einer AG teil, vor allem ein großer Anteil der Viertklässler verzichtet darauf. Das bietet die Möglichkeit, dass andere Kinder je nach Bedarf eine zweite AG belegen
können. Die einzelnen AGs können jeweils zum neuen Schul- bzw. Halbjahr von den Kindern
gewählt werden.
Die Zusammensetzung und Nutzung der 14 zurzeit angebotenen AGs lässt sich wie folgt
schematisch in einem Balkendiagramm darstellen:
Tennis
Fußball
Briefmarken
Malen
Töpfern
Kreativ
Kochen + Backen
sonstige AGs
Spiele
Sport-AGs
Klangentspannung
Theater
Werken m. Holz
Tischtennis
Experimente
Trickfilme
0
5
10
15
20
Anzahl der Kinder
Abbildung 6 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
24
Alle AGs finden einmal wöchentlich statt und werden ungefähr gleich stark besucht. Einige
AGs wie zum Beispiel Kochen und Backen sind auf eine Maximalteilnehmeranzahl begrenzt.
Somit kann es in diesen AGs, aber auch in gleich bevorzugten AGs wie Malen und der Kreativ-AG zu Wartelisten kommen, sodass im Anschluss ausgelost werden
muss, welche Kinder daran letztendlich teilnehmen. Hervorzuheben sind
die Tischtennis-AG sowie die TennisAG, die von Vereinen aus der Umgebung geleitet werden. Die Tennis-AG
ist in zwei Gruppen hinsichtlich des
Alters der teilnehmenden Kinder aufgeteilt. Des Weiteren werden die
Briefmarken-AG von einem Briefmarkenverein und die Klangentspannungs-AG in Verbindung mit dem
Kulturamt geleitet. Ein unregelmäßiges Angebot ist die AG „lebendige Bibliothek“, welche ca.
einmal im Monat stattfindet. Einmal im Monat findet ebenfalls eine Kinderkonferenz statt, in
welcher die Kinder nach ihren Wünschen gefragt werden und selbst die Möglichkeit haben
Anregungen miteinbringen können. Auch die Eltern werden miteingebunden. Dies geschieht
einmal im Monat freitags nachmittags in einem Elterncafé, welches verschiedene Angebote
wie zum Beispiel Basteln oder Klangentspannung für Eltern und Kinder anbietet. Die Angebote für Eltern und Kinder variieren ständig.
Das feste Betreuungspersonal im Offenen Ganztag beläuft sich derzeit auf elf Personen.
Dieses Team besteht aus fünf pädagogischen Fachkräften (vier Erziehern und einer Diplom
Pädagogin) einem Schüler im Anerkennungsjahr, vier geringfügig Beschäftigten und einer
Ergänzungskraft, welche hauptsächlich für die Küchenlogistik verantwortlich ist.
Für die Kinder im Offenen Ganztag steht ein Spielraum zur Verfügung. Dieser Spielraum
verfügt über ein Puppenhaus, eine Schulecke, eine Rückzugsnische mit Barbie Spielsachen,
einen Kicker und einen Malraum bzw. einen Kreativbereich, in dem die Töpfer-AG stattfindet.
Es gibt eine feste Regelung, wie viele Kinder in den einzelnen Nischen/Ecken spielen dürfen.
Neben dem Spielraum im Untergeschoss der Schule stehen die Klassenräume, die Aula, die
Schulbücherei und der PC-Raum mit 16 PC-Arbeitsplätzen im Nachmittagsbereich zur Verfügung. Problematisch ist dabei jedoch, dass der Putzplan der Reinigungsfachkräfte oftmals
mit den OGS Zeiten kollidiert. Aufgrund dessen wäre es wünschenswert, wenn es auch hier
eigens für den Offenen Ganztag mehr Platz für die Kinder zum Spielen und Toben gäbe. Die
Grundschule verfügt über eine eigene Sporthalle, welche auch an 3 Nachmittagen nutzbar
ist.
Die Zusammenarbeit zwischen Schule und OGS kann als gut bezeichnet werden. Die OGSLeitung und die Diplom Pädagogin nehmen an den Lehrerkonferenzen teil, um einen ständigen Austausch zu gewähren. Die gute Zusammenarbeit zeichnet sich auch in der Hausaufgabenbetreuung aus, welche einige Lehrer betreuen. In einem Pilot Projekt sollen die Kinder
so individuell bezüglich mathematischer, sprachlicher und sportlicher Fähigkeiten gefördert
werden.
25
Gohe
2.4.8
Fürstenbergschule
Den offenen Ganztag der Fürstenbergschule besuchen im laufen Schuljahr 2013/2014 rund
128 Kinder. Neben der Hausaufgabenbetreuung und dem gemeinschaftlichen Mittagessen
werden auch vielfältige AGs angeboten, an denen die Kinder teilnehmen können. Dabei sollte jedes Kind an mindestens einer AG teilnehmen, möglich ist jedoch pro Kind die Teilnahme
an zwei AGs pro Woche. Die angebotenen AGs finden jeweils für die Dauer eines Schulhalbjahres statt, das bedeutet die AGs können jeweils zum neuen Schul- bzw. Halbjahr von den
Kindern verbindlich gewählt werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei im Offenen
Ganztag auf die Bewegung der Kinder gelegt. Zurzeit umfasst das Angebot an AGs im Offenen Ganztag der Fürstenbergschule

eine „Fit for Fun“-AG,

eine Tischtennis-AG,

eine Judo-AG,

eine Fußball-AG,

eine Tennis-AG,

eine Tanz-AG,

eine Experimente-AG,

eine Kunsttechnik-AG,

eine Kreativ-AG,

eine Englisch-AG,

eine Töpfer-AG,

eine Trommel-AG,

eine Afrika-AG und

eine Back-AG.
Die angebotenen AGs finden wöchentlich statt, wobei die Fußball-AG, die Back-AG und die
„Fit for Fun“-AG zweimal wöchentlich stattfinden.
Konkrete Teilnehmerzahlen der Kinder an den einzelnen AGs liegen nicht vor, so dass eine
Darstellung der Nutzung der AGs in Form eines Balkendiagramms an dieser Stelle nicht
möglich ist. Anhand von Erfahrungswerten der Mitarbeiter lässt sich jedoch sagen, dass die
Teilnahmezahlen der Kinder an den verschiedenen AGs zwischen 10 und 15 Kindern je AG
liegen. Dabei können an den Sport-AGs jeweils rund 15 Kinder und an den sonstigen AGs
rund 10 Kinder teilnehmen.
Der prozentuale Anteil der Sport-AGs am Gesamtangebot der AGs beträgt rund 43 %.
26
Beabsichtigt ist außerdem demnächst eine Billard-AG anzubieten, da von den Kindern dahingehend Wünsche geäußert wurden.
Darüber hinaus besteht für die Kinder bei Interesse dienstags nachmittags die Möglichkeit
den Spielebus in Bottrop Boy zu besuchen sowie einmal in der Woche für die Dauer von 45
Minuten an einer Vorlesestunde in Kooperation mit der Lebendigen Bibliothek Bottrop teilzunehmen. Bei dem Projekt der Vorlesestunde geht es insbesondere darum, dass die Kinder in
einer kleinen Gruppe Zeit haben zu Entspannen und Ruhe zu finden oder auch im Rahmen
des Projektes selbst ein Buch zu lesen. Während der Ferienzeiten finden weitere verschiedene Projekte zu unterschiedlichen Themen statt, wie z.B. im Rahmen der Gemeindearbeit
die Teilnahme der Kinder an der Kinderbibelwoche.
Eine Einteilung der Kinder in unterschiedliche Gruppen erfolgt im Offenen Ganztag mit Ausnahme beim Mittagessen und der Hausaufgabenbetreuung nicht. Das Mittagessen erfolgt in
drei bis vier Gruppen und die Hausaufgabenbetreuung findet getrennt nach den Schuljahren
eins bis zwei und drei bis vier statt. Wobei die Dauer der Hausaufgabenbetreuung dabei variiert, das bedeutet die Kinder des ersten und zweiten Schuljahres erledigen 30 Minuten lang
ihre Hausaufgaben, während die Kinder des dritten und vierten Schuljahres 45 bis 60 Minuten lang ihre Hausaufgaben erledigen.
Für die Betreuung der Kinder im Offenen Ganztag der Fürstenbergschule stehen elf feste
Mitarbeiter und rund zwölf speziell für die Leitungen der verschiedenen AGs eingekaufte
Personen zur Verfügung. Grundvoraussetzung ist dabei für alle Mitarbeiter im Umgang mit
Kindern das regelmäßige Vorlegen eines aktuellen polizeilichen Führungszeugnisses ohne
Einträge. Darüber hinaus müssen alle Mitarbeiter, die eine Sport-AG leiten einen Übungsleiterschein vorweisen können. Auch in den sonstigen AGs ist für die jeweiligen AG-Leiter die
entsprechende Erfahrung und Qualifikation in dem Aufgabengebiet erforderlich. Erfahrene
Mitarbeiter und Leiter der AGs werden beispielsweise durch die enge Zusammenarbeit mit
Sportvereinen und der Kulturwerkstatt gewonnen. Als Beispiel dafür ist die ausgebildete
Fußballtrainern als Leiterin der Fußball-AG zu nennen.
Um die ständige Weiterbildung des Personals im Offenen Ganztag zu gewährleisten, werden
für die Stammmitarbeiter regelmäßig freiwillige Fortbildungen in den unterschiedlichen Aufgabengebieten sowie im pädagogischen Bereich angeboten. Verpflichtend ist jedoch für alle
Mitarbeiter die Teilnahme an regelmäßigen Erste-Hilfe-Kursen und Hygienebelehrungen.
An Räumlichkeiten stehen dem Offenen Ganztag an der Fürstenbergschule ein eigener Pavillon mit einem Ein-Raum-Konzept, alle Klassenräume der Schule, die Schulaula, die
Schulbücherei und die Sporthalle der Schule sowie die Sporthalle der Schule Boy zur Verfügung. Das Besondere an dem Pavillon mit dem Ein-Raum-Konzept ist dabei, die Möglichkeit
der flexiblen Möblierung und Einteilung des Raumes nach Bedarf sowie der Verbindung unterschiedlicher Aktivitäten mit gleichzeitiger Überwachungsmöglichkeit des gesamten Raumgeschehens. Ebenfalls steht den Kindern für sportliche Aktivitäten der Schulhof mit einem
großflächigen Freispielgelände mit Grünflächen sowie Spiel- und Klettermöglichkeiten zur
Verfügung. Außerdem besteht bei schönem Wetter die Möglichkeit mit den Kindern in den
gegenüber von der Schule gelegenen Park zu gehen und die dortige Natur zu erkunden.
Als Wunsch wird jedoch von der Leitung des Offenen Ganztags ein Entspannungsraum für
die Kinder geäußert, um den Kindern nach einem anstrengenden Schulvormittag Ruhe und
eine Rückzugsmöglichkeit in Form einer Entspannungs-AG anbieten zu können.
27
Die Zusammenarbeit mit der Schule wird von der Leitung des Offenen Ganztags als sehr gut
beschrieben, da ein regelmäßiger Austausch erfolgt, bei dem über Erfahrungen, Verbesserungsvorschläge und individuelle Bedürfnisse der Kinder sowie Fördermöglichkeiten für die
Kinder gesprochen wird.
Gohe
2.4.9
Fürstenbergschule, Teilstandort Blankenstraße
Den Offenen Ganztag des Teilstandortes Blankenstraße der Fürstenbergschule besuchen im
laufenden Schuljahr 2013/2014 rund 30 Kinder. Dementsprechend handelt es sich bei dem
Teilstandort im Vergleich zu anderen Offenen Ganztagsschulen in Bottrop mit über 100 Kindern um einen kleinen Offenen Ganztagsbereich. Aufgrund der insgesamt geringen Anmeldungszahlen für das nächste Schuljahr, wird der Teilstandort voraussichtlich in zwei Jahren
geschlossen. Jedoch wird im Rahmen des Offenen Ganztags versucht den Kindern ein genauso abwechslungsreiches Angebot an Aktivitäten zu bieten, wie es an größeren Offenen
Ganztagsschulen der Fall ist.
Vor den AGs am Nachmittag finden ein gemeinsames Mittagessen der Kinder in zwei Gruppen und die Hausaufgabenbetreuung statt. Das wöchentliche Angebot an AGs umfasst zurzeit:

ein Literaturprojekt in Zusammenarbeit mit der lebendigen Bibliothek Bottrop,

einen Leseclub,

eine Leichtathletik-AG,

eine Computer-AG,

eine Entspannungs-AG,

eine Kreativ-AG,

eine Ballspiele-AG,

eine Tanz-AG und

eine Fußball-AG.
Eine Darstellung der Teilnehmerzahlen an den einzelnen AGs in einem Balkendiagramm ist
an dieser Stelle nach Auffassung der Verfasserin überflüssig, da die Gruppengröße in allen
AGs zwischen 10 und 15 Kindern beträgt. Die Teilnehmerzahlen der Kinder schwanken wöchentlich geringfügig, da nicht jedes Kind jede Woche an den genannten AGs teilnimmt.
Der prozentuale Anteil der Sport-AGs am Gesamtangebot der AGs beträgt rund 44 %.
Betreut werden die Kinder im Offenen Ganztag sowohl von Erziehern als auch von studentischen Hilfskräften, Lehrern und Mitgliedern aus Sportvereinen. Die Begleitung der Kinder
während dem wöchentlich zweistündigen Literaturprojekt erfolgt durch eine Mitarbeiterin der
lebendigen Bibliothek Bottrop. Während die Leichtathletik-AG von der Trainerin eines Leichtathletikvereins geleitet wird. Ebenso wird die Fußball-AG von dem Trainer eines Fußballvereins betreut. Für die Computer-AG sowie für die Tanz-AG sind studentische Hilfskräfte ein28
gesetzt, die über eigene Erfahrungen in dem jeweiligen AG-Bereich verfügen. Darüber hinaus werden die Kinder bei der Erledigung der Hausaufgaben von einer Lehrkraft betreut. Auf
freiwilliger Basis ist es den Mitarbeitern ebenfalls freigestellt an Fortbildungen teilzunehmen.
Ferner stehen dem Offenen Ganztag an Räumlichkeiten und nutzbaren Flächen an dem
Teilstandort der Fürstenbergschule ein Spielraum zum Spielen und Entspannen, ein Speiseraum mit Küche für das Mittagessen, zwei Klassenräume für die Hausaufgabenbetreuung,
ein Computerraum für die Computer-AG, eine Bücherei für den Leseclub, ein Schulgarten,
ein ehemaliger Klassenraum als Gymnastikraum sowie der Schulhof für die Sport-AGs und
ein Bolzplatz zur Verfügung. Da es an der Schule keine eigene Sporthalle gibt, finden die
Sport-AGs draußen auf dem Schulhof oder im Gymnastikraum statt. An weiterer Ausstattung
stehen den Kindern im Offenen Ganztag auf dem Schulhof Tischtennisplatten und ein Klettergerüst für sportliche Aktivitäten zur Verfügung.
Es besteht jedoch bei der Leitung des Offenen Ganztags der Wunsch neben dem vollständig
mit Steinen gepflasterten Schulhof eine Grünfläche für sportliche Aktivitäten, als auch zum
Entspannen für die Kinder zu haben.
Die Zusammenarbeit mit der Schule funktioniert laut der Leitung des Offenen Ganztags sehr
gut, da ein regelmäßiger Austausch stattfindet und die Räume der Schule für den Offenen
Ganztag genutzt werden dürfen.
Gohe
2.4.10 Grundschule Grafenwald
Im Schuljahr 2013/2014 besuchen
rund 111 Kinder den Offenen Ganztag an der Grundschule Grafenwald.
Die Kinder können dabei am Schuljahresbeginn bzw. am Schulhalbjahresbeginn wählen, an welchen AGs
sie während des laufenden Schulhalbjahres teilnehmen möchten. Das
Angebot an AGs umfasst derzeit für
die Sommermonate eine Koch und
Back-AG, eine Lego-Technik-AG,
eine Einrad-AG, eine WaldforscherAG, eine Töpfer-AG, eine 3D-GrafittiAG, eine Computer-AG, eine Fußball-AG und eine Hörspiel-AG. Die Computer-AG sowie die
Waldforscher-AG finden jeweils zweimal in der Woche statt, während die anderen AGs einmal in der Woche angeboten werden. Darüber hinaus wird bei der Einrad-AG eine Gruppentrennung nach den Fähigkeiten der Kinder vorgenommen.
Um ein abwechslungsreiches AG-Angebot zu bieten, das sich auch daran orientiert, dass in
der Winterzeit aufgrund des schlechteren Wetters kaum AGs draußen möglich sind, wurden
in den Wintermonaten des Schuljahres 2013/2014 folgende AGs wöchentlich angeboten:
Tischtennis, Fit-ohne-Fastfood, Nähen, Kreatives Basteln, 3D-Grafitti und Tanzen.
29
Die Zusammensetzung und die Teilnehmeranzahlen des aktuellen Sommerangebots mit
neun AGs lassen sich wie folgt farblich getrennt nach Sport-AGs und sonstigen AGs in einem Balkendiagramm darstellen:
Computer-AG
Waldforscher-AG
Einrad-AG
Fußball-AG
Lego-Technik-AG
sonstige AGs
Sport-AGs
Kochen und Backen
Hörspiele-AG
3D-Grafitti-AG
Töpfern
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
Anzahl der Kinder
Abbildung 7 - Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen.
Der prozentuale Anteil der Sport-AGs am Gesamtangebot der AGs beträgt rund 22 %.
Die Kinder im Offenen Ganztag der Grundschule Grafenwald werden pro Gruppe von einem
Kursleiter betreut. Die Koch- und Back-AG wird von zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern geleitet. Während die Sportangebote (Einrad und Fußball) von Mitarbeitern mit Übungsleiterschein betreut werden. Um als Kursleiter der Sport-AGs tätig sein zu können, ist der Übungsleiterschein zwingend erforderlich. Die Computer-AG wird von studentischen Hilfskräften mit
Erfahrungen und Weiterbildungen in der Arbeit am Computer geleitet. Für das weitere Angebot werden Mitarbeiter mit einer Erzieherausbildung eingesetzt. Insgesamt besucht jeder
Mitarbeiter des Offenen Ganztags der Grundschule Grafenwald mindestens einmal im Jahr
eine Fortbildung zu dem Aufgabenbereich, in dem er tätig ist.
An Räumlichkeiten steht dem Offenen Ganztag an der Grundschule Grafenwald ein eigener
Gebäudetrackt zur Verfügung, in dem es einen Raum mit zwei Tischtennisplatten und zum
Billard spielen, einen Malraum, einen Raum mit Küche für das Mittagessen, einen Computerraum, einen Mehrzweckraum zum Spielen sowie mehrere Klassenräume für die Hausaufgabenbetreuung gibt. Bei der Hausaufgabenbetreuung wird großen Wert auf die individuelle
Förderung der Kinder und eine ruhige Atmosphäre zur Erledigung der Hausaufgaben gelegt,
so dass maximal zehn Kinder je Klassenraum betreut werden. Darüber hinaus steht dem
Offenen Ganztag an zwei Tagen in der Woche die Turnhalle der Schule zur Verfügung. Jedoch besteht bei der Leitung des Offenen Ganztags der Wunsch, die Turnhalle der Schule
30
an mindestens einem weiteren Nachmittag für eine Basketball-AG nutzen zu können. Dies ist
jedoch bisher nicht möglich, da die Turnhalle an den anderen Tagen nachmittags einem
Sportverein zur Verfügung gestellt wird.
Die Zusammenarbeit mit der Schule wird von der Leitung des Offenen Ganztags als sehr gut
bezeichnet.
Rheinberg
2.4.11 Gregorschule
Die Gregorschule in Bottrop-Kirchhellen wird aufgrund von Bergbauschäden zurzeit gehoben, sodass die komplette Schule derzeit in der Nähe in aneinander liegenden Containern
untergebracht ist.
Den Offenen Ganztag der Gregorschule besuchen derzeit 142 der 174 Schüler dieser Schule. Diese Zahl erhöht sich zum Beginn des Schuljahres 2014/15 auf das Höchstmaß von 150
Schülern. Die Einteilung erfolgt in Gruppen von 15-20 Kindern.
Von den im laufenden Schuljahr angebotenen 10 AGs handelt es sich bei dreien um SportAGs. Die Zusammensetzung und Auslastung der AGs ergibt sich wie folgt:
Fußball
Schach
Kochen
Völkerball
Tanzen
sonstige AGs
Acryl 3.+4.Klasse
Sport-AGs
Acryl 1.+2.Klasse
Töpfern
Werken
Entspannung
0
5
10
15
20
25
Anzahl der Kinder
Abbildung 8 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen.
31
In allen AGs herrscht eine volle Auslastung vor. Das heißt, dass jede AG von den Schülern
entsprechend der möglichen Kapazitäten voll in Anspruch genommen wird. Wartelisten gibt
es hierbei nur bei der Acryl-AG und der Werken-AG. Die Tanz-AG wird in Zusammenarbeit
mit der Johannesschule durchgeführt, da an der Gregorschule keine freien Kapazitäten zur
Durchführung einer Tanz-AG vorhanden sind. Jegliche Angebote finden an dieser Schule
einmal wöchentlich statt. Allerdings werden die Schach-AG und die Acryl-AG nach Schuljahrgängen in jeweils in 2 Gruppen aufgeteilt. Ein Großteil der AGs wird vom Personal geleitet. Die Völkerball-AG leitet ein Vater, die Fussball-AG wird durch den Kooperationspartner
VfB Kirchhellen durchgeführt und die Tanz-AG durch die Tanzschule Schermbeck. Diese
Tanz-AG findet in der Sporthalle der Johannesschule statt, da die Gregorschule keine eigene
Sporthalle hat. Hierfür werden Fahrgemeinschaften mit privaten PKWs eingesetzt, um die
Sporthalle zu erreichen.
Der zeitliche Ablauf in der OGS gliedert sich wie folgt:
1) Mittagessen in 3 Schichten:
a. 11:45 Uhr
b. 12:45 Uhr
c. 13:30 Uhr
2) Im Anschluss erfolgt jeweils die Hausaufgabenbetreuung
a. 1. Klasse bis zu 45 Min.
b. Ab. 2 Klasse bis zu 60.Min.
3) In der Zwischenzeit findet Freispiel statt
4) AGs werden von 14-16 Uhr angeboten
Das feste Betreuungspersonal beläuft sich momentan auf 10 Kräfte. Hierbei handelt es sich
um ausgebildete Erzieherinnen. Dies ist eine Auflage des Trägers. Des Weiteren sind im
festen Team zwei Küchenkräfte, zwei Mitarbeiter für die Hausaufgabenbetreuung und eine
von drei möglichen Personen, die den Bundesfreiwilligendienst ableistet.
Für die Betreuung im Offenen Ganztag stehen im Normalfall zwei Werkräume im Pavillon zur
Verfügung. Außerdem dürfen die Klassenräume genutzt werden. Durch die derzeitige Auslagerung in die Container stehen ein Werkraum, eine Mensa und ein Entspannungsraum zur
Verfügung. Die Sporthalle befindet sich an der über 2,5 km entfernten Johannesschule, die
allerdings auch nur dienstags genutzt werden kann. Dies ist gleichbedeutend, dass die
Fussball-AG und auch die Völkerball-AG nur draußen auf dem Schulhof stattfinden können.
Im Freispiel stehen den Kindern viele Möglichkeiten zur Gestaltung zur Verfügung wie z.B.
Einräder, Seilchen, Pedalos, Wippe, Hütchen, Fussbälle, Tore, Slackline u.v.m.
Die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und OGS steht hier in direkter Verbindung.
Besonders stark hervorgehoben wird, dass das Betreuungspersonal morgens in den Schulklassen hospitiert, um sich ein Bild der Kinder und deren Leistungsstand zu machen.
32
Rheinberg
2.4.12 Johannesschule
Die OGS der Johannesschule in Bottrop-Kirchhellen besuchen derzeit 97 von 162 Schülern
dieser Schule. Hier erfolgt eine Einteilung nicht in Gruppen, sondern die Kinder verteilen sich
frei auf die Räumlichkeiten.
Von den derzeit insgesamt sechs festen AGs handelt es sich bei drei AGs um eine SportAG. Die Zusammensetzung und Auslastung der AGs ergibt sich wie folgt:
Tennis
Tanzen
Schwimmen
sonstige AGs
Knobeln
Sport-AGs
Theater
Happy-Hour (Englisch)
0
5
10
15
20
25
30
Anzahl der Kinder
Abbildung 9 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen.
Nebenbei werden aber auch noch Ruhe- oder Entspannungsübungen angeboten und bei
schönem Wetter werden die AGs und auch das Freispiel meistens auf den Schulhof verlegt,
sodass die Kinder viel in Bewegung sind. In den Ferien werden zudem noch eine SkaterSchool und ein Kletterkurs angeboten. Zusammenfassend ist hier zu sagen, dass ganzjährig
in jeder Woche mindestens zwei bis drei Sport-AGs angeboten werden, d.h. dass an drei
Tagen Sport getrieben wird. In allen AGs herrscht eine gute Auslastung vor. Jede AG wird
von den Schülern dementsprechend der möglichen Kapazitäten in Anspruch genommen. Es
gibt für die AGs keinerlei Wartelisten. Die Kinder werden bei großer Nachfrage in Gruppen
aufgeteilt, die entweder parallel oder nach Abschluss einer Gruppe nacheinander angeboten
werden. Der Großteil der AGs wird vom Personal geleitet. Lediglich die Tennis- und die
Schwimm-AG werden von ausgebildeten Trainern durchgeführt. In Kooperation mit der Gregorschule wird hier die Tanz-AG durchgeführt.
33
Die meisten Angebote finden auf dem Schulhof statt, da diese Schule die angrenzende
Sporthalle nur mittwochs nachmittags zur Verfügung hat.
Der zeitliche Ablauf in der OGS gliedert sich wie folgt:
1) Freispiel
a. 8:00 - 9:00 Uhr
b. ab 10:55 Uhr
c. ab 11:45 Uhr
d. 14:00 – 16:00 Uhr
2) Mittagessen (jeweils 20-25 Kinder)
a. 12:00 Uhr
b. 12:40 Uhr
c. 13:30 Uhr
3) Hausaufgaben
a. Teilweise vor dem Mittagessen
b. 14:00 – 16:00 Uhr
4) AGs
a. 14:00 – 16:00 Uhr
Kurz vor dem Ende der Betreuungszeit erhalten die Kinder noch eine Zwischenmahlzeit in
Form von Obst o.ä.
Das feste Betreuungspersonal beläuft sich momentan auf 9 qualifizierte Mitarbeiterinnen mit
verschiedenen Stundenzahlen.
Für die Betreuung im Offenen Ganztag stehen im Normalfall ein großer Gruppenraum, ein
Bastelraum, ein Puppenraum und ein Ruheraum zur Verfügung. Außerdem sind zwei Räume
zur Hausaufgabenbetreuung vorhanden. Die Sporthalle (nur mittwochs), der Schulhof mit
angrenzendem Bolzplatz sowie ein Stück Garten zur Bepflanzung können ebenfalls genutzt
werden. Im Freispiel stehen den Kindern viele Möglichkeiten zur Gestaltung zur Verfügung
wie z.B. Tischtennisplatten, Tischtennisschläger, Fahrzeuge, Federball, Laufdosen, Seilchen,
Gummitwist, Spielplatz, Sandkasten usw.
Insgesamt gesehen legen aber auch viele Kinder Wert auf Entspannung und Ruhepausen,
da viele Kinder nach Ende der OGS auch noch in Sportvereinen angemeldet sind und daher
oft auf AGs verzichten.
Die Kooperation mit der Schule ist positiv zu bewerten.
34
Fuchs
2.4.13 Konradschule
Seit 2004 ist die Konradschule Offene Ganztagsgrundschule und betreut derzeit 139 Kinder
sowie zuzüglich ein „13.30 Uhr Kind“. Die Kinder bilden gemeinsam eine große Gruppe und
sind nicht in Kleingruppen aufgeteilt. Auch beim Mittagessen bilden die Kinder keine einzelnen Gruppen, sondern nehmen klassenweise ihre Mahlzeiten zu sich. Dieses Schema bleibt
bei der Hausaufgabenbetreuung erhalten. Neben der Hausaufgabenbetreuung und dem gemeinschaftlichen Mittagessen wird eine Vielzahl von AGs angeboten. Die AGs werden in
einem halbjährlichen Rhythmus angeboten und können daher auch halbjährlich gewechselt
werden. Die Kinder können bevor sie sich endgültig für eine AG entscheiden an einem
Schnuppertag teilnehmen, damit jedes Kind für sich selbst feststellen kann, ob die jeweilige
AG die richtige ist. Nach diesem Schnuppertag ist die Anmeldung verbindlich. Zu Beginn des
Halbjahres stürzen sich die Kinder auf die verschiedenen AGs. Im Laufe des Halbjahres
nimmt die Auslastung der AGs wieder etwas ab und pendelt sich ein. Die Zusammensetzung
der 17 verschiedenen AGs lässt sich wie folgt in einem Balkendiagramm darstellen:
brasilianischer Tanz
Einrad
Fußball
Tennis
Sport für Kids
Judo
Volleyball
Basteln
Kochen u. Backen
sonstige AGs
Häkeln
Sport-AGs
prog. Muskelentspannung
Trommeln
Mut tut gut
Spanisch
Klangentspannung
Konrads Künstler
Filzen
0
5
10
15
20
25
30
35
Anzahl der Kinder
Abbildung 10 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
35
Alle AGs finden einmal wöchentlich statt und werden ungefähr gleich stark besucht.
Die Zahlen der Filz-AG, Trommel-AG, Kochen und Backen-AG und der Bastel-AG liegen
nicht genau vor, sodass diese nur annähernd im Balkendiagramm wiedergegeben werden
können. Die Sportangebote betragen im Vergleich zu den sonstigen Angeboten einen Anteil
von 41,12% und können hier somit als relativ hoch betrachtet werden. Hierbei ist besonders
auffällig, dass die offerierten Sportangebote auch die höchsten Teilnehmerzahlen aufweisen.
Die Einrad-AG, die brasilianischer Kindertanz-AG, die Tennis-AG und die Fußball-AG finden
jeweils aufgrund der erhöhten Teilnehmerzahlen in zwei Gruppen statt. Die AGs werden von
verschiedenen Leuten aus den verschiedensten Bereichen angeboten. So werden AGs auch
von der Familienbildung der AWO geleitetet. Die Trommel-AG wird von einem Lehrer angeboten. Die Sportangebote wie Tennis, Volleyball und Judo werden von ortsnahen Vereinen
realisiert. Zudem wird die brasilianische Tanz-AG von einer Mutter geleitet, die über einen
Trainerschein verfügt. Falls neue AGs gewünscht werden wie zum Beispiel eine Cheerleader-AG, so wird diese auf der Elternpinnwand als „Wir suchen“ ausgeschrieben, sodass sich
auch Eltern mit in die Planung der AGs einbringen können. Einmal im Quartal findet ein Elterncafé statt, an dem Eltern mit ihren Kindern an verschiedensten Angeboten, welche ständig variieren, teilnehmen können.
Das feste Betreuungspersonal besteht derzeit aus insgesamt 13 Kräften. Dieses Team umfasst fünf pädagogische Fachkräfte inklusive einer Praktikantin, sieben Ergänzungskräfte
und einer Honorarkraft. Es gibt eine feste Hausaufgaben Kraft, die in regelmäßigem Austausch mit den Lehrern steht.
Den Kindern steht während der Nachmittagsbetreuung ein Raum mit separaten Rückzugsmöglichkeiten und Spielmöglichkeiten zur Verfügung.
Darin befinden sich eine Kicker-Ecke, eine Kuschelecke, eine Kinderküche, eine Lego-Ecke, ein
Spiele-Bereich und ein Malbereich. Zusätzlich
können die Kinder den Werkraum nutzen, welcher immer dann geöffnet ist, wenn ein bestimmtes Programm angeboten wird. Auch die Schulräume können im Nachmittagsbereich genutzt
werden. So werden auch hier die Klassenräume
für die Hausaufgabenbetreuung bis 15 Uhr genutzt. Die Einrichtung war ursprünglich für 50
Kinder geplant, somit wäre auch hier mehr Platz
wünschenswert. Die Konradschule verfügt über
eine eigene Sporthalle. Ansässige Vereine nutzen die Sporthalle erst ab 16 Uhr, sodass auch diese auch im Offenen Ganztag nach Absprache genutzt werden kann.
Die Zusammenarbeit zwischen der Schule und der OGS bezüglich der Überlassung der
Räume funktioniert sehr gut. Weiterhin ist ein stetiger Austausch zwischen der Schule und
der OGS allein schon durch den wöchentlichen Besprechungstermin mit der Schulleitung
gegeben.
36
Fuchs
2.4.14 Ludgerusschule
Den Offenen Ganztag der Grundschule Ludgerus besuchen derzeit 105 Kinder. Eine Einteilung der Kinder in einzelne Gruppen findet, mit Ausnahme beim Mittagessen, nicht statt. Den
Kindern ist freigestellt, ob und in wie vielen AGs sie teilnehmen möchten. In diesem Zusammenhang wird vom Personal, in Absprache mit den Eltern, ständig beobachtet, ob die gewählte Anzahl von AGs für das jeweilige Kind auch individuell angemessen ist. Darüber hinaus ist es besonders wichtig, dass den Kindern genügend Möglichkeiten zur freien Gestaltung und Entspannung gegeben sind.
Die AGs können in der Ludgerus-OGS jeweils zum neuen Schul- bzw. Halbjahr von den Kindern gewählt werden. Das derzeitige AG-Angebot umfasst 15 verschiedene AGs:

Fußball-AG

Tanz-AG

Tennis-AG

Computer-AG

Flöten-AG

Kreativ-AG

Lese-AG

Experimente-AG

Spanisch-AG

Werk-AG

Klang-Entspannung-AG

Bücherei-AG

Gitarre-AG

Töpfer-AG

Theater-AG
Konkrete Teilnehmerzahlen der Kinder an den einzelnen AGs liegen nicht vor, dass eine
Darstellung der Nutzung der AGs in Form von Balkendiagrammen an dieser Stelle nicht
möglich ist. Hierbei lässt sich lediglich sagen, dass in der Fußball-AG und der Tanz-AG in
etwa 10-12 Kinder teilnehmen.
Der prozentuale Anteil der Sport-AGs am Gesamtangebot der AGs beträgt 20%.
37
In allen AGs herrscht eine volle Auslastung vor, das heißt, jede AG wird von den Schülern
entsprechend der möglichen Kapazitäten gänzlich in Anspruch genommen. Die Computerund Flöten-AG sind in zwei Gruppen hinsichtlich des Alters der teilnehmenden Kinder aufgeteilt. Jegliche Angebote finden an dieser Schule einmal wöchentlich statt. Ein Großteil der
AGs wird von Studenten, Pensionären und fachlich erfahrenen Kräften geleitet. Hervorzuheben ist hier die Tanz-AG, welche von einer ausgebildeten Tanzlehrerin geleitet wird. Derzeit
besteht keine Kooperation mit dem Bottroper Sportbund. Aufgrund des Projekts „SportIf“ und
dessen Ergebnis wurde freitags mittags eine Sport-Förderstunde speziell für das Erste und
Zweite Schuljahr eingerichtet. Diese Sportstunde findet in der Sporthalle der Grundschule
Vonderort statt.
Das feste Betreuungspersonal beläuft sich momentan auf 13 Kräfte. Hierbei handelt es sich
um ausgebildetes Betreuungs- und Erziehungspersonal, welches teilweise auf die Betreuung
von Kindern mit Handicap spezialisiert ist. Des Weiteren sind im festen Team zwei Kräfte mit
der Essensplanung und dessen Umsetzung betraut.
Für die Betreuung im Offenen Ganztag steht ein Gruppenraum zur Verfügung, welcher nicht
ausreichend groß genug für alle teilnehmenden Kinder ist, sodass oftmals nach draußen
ausgewichen werden muss. Anträge auf Erweiterungen der Räumlichkeiten für den Offenen
Ganztag wurden bereits gestellt. Die Ludgerus-Grundschule verfügt über keine eigene
Sporthalle, sodass die Fußball AG nur draußen praktizierbar ist. Auch die Tanz-AG muss
oftmals in einem großen Klassenraum oder auf dem Flur stattfinden. Die Schule verfügt über
einen extra Werk- und Computerraum, diese können im Rahmen des Offenen Ganztags genutzt werden.
Die Zusammenarbeit zwischen Schule und OGS steht hier in direkter Verbindung. Besonders stark hervorgehoben wird das gute Zusammenspiel zwischen Schule und OGS unter
anderem durch die Teilnahme eines OGS-Vertreters in der Lehrerkonferenz. Darüber hinaus
stehen die Lehrer in ständiger Absprache mit den OGS-Betreuern, um sich in Bezug auf
Hausaufgaben und Verhalten der Kinder auszutauschen.
Rheinberg
2.4.15 Matthias-Claudius-Grundschule
Die Matthias-Claudius-Grundschule in Bottrop-Kirchhellen besuchen derzeit 73 von 91 Schülern dieser Schule. Hier erfolgt eine Einteilung nicht in Gruppen, sondern die Kinder verteilen
sich frei auf die Räumlichkeiten. Es erfolgt lediglich Aufteilung in den AGs bzw. werden die
Kinder bei den Hausaufgaben klassenweise verteilt. Die AGs wechseln zu Beginn eines
Schulhalbjahres und werden auch jeweils neu gewählt. Die Kinder müssen sich dann nach
kurzer „Schnupperzeit“ verbindlich anmelden und der gewählten AG bis zum Ende eines
Schulhalbjahres beiwohnen.
38
Von den derzeit insgesamt elf AGs handelt es sich bei vier AGs um eine Sport-AG. Die Zusammensetzung und Auslastung der AGs ergibt sich wie folgt:
Fussball
Spiel, Sport, Spaß
Gitarre (3x5)
Traumreise
Einrad
Mädchen-Fussball
sonstige AGs
Schach
Sport-AGs
Lese- und Schreibwerkstatt
Backen
Kunst
Bastel-Werkstatt
0
5
10
15
20
25
Anzahl der Kinder
Abbildung 11 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
Je nach Nachfrage wird oft auch eine Judo- oder eine Tennis-AG angeboten. Zusammenfassend ist hier zu sagen, dass ganzjährig in jeder Woche mehrere Sport-AGs offeriert werden.
In allen AGs herrscht eine gute Auslastung vor, das heißt, jede AG wird von den Schülern
entsprechend der möglichen Kapazitäten in Anspruch genommen. Aufgrund kleiner Räume
ist die Teilnehmerzahl in einigen AGs niedrig gehalten. Wartelisten gibt es dennoch nicht,
denn die Schüler, die nicht teilnehmen konnten, sind im Anschluss an diese AG an der Reihe
bzw. werden diese AGs auf 2 Gruppen aufgeteilt.
Die Sportangebote werden größtenteils von Honorarkräften durchgeführt, wovon die EinradAG von zwei Mitgliedern des Einrad-Vereins Grafenwald geleitet werden. Diese Leiterin besitzt zudem einen Übungsleiterschein. Die AG Spiel, Sport und Spaß gestalten zwei Mitarbeiter der Turn-Sport-Gemeinschaft Kirchhellen.
Viele Angebote finden auf dem Schulhof statt, da diese Schule die angrenzende Sporthalle
nur an zwei Nachmittagen zur Verfügung hat (Montag und Freitag). Dies hat zur Folge, dass
beide Fussball-AGs draußen auf dem Bolzplatz stattfinden müssen.
Als besonderes Highlight findet am 1. Freitag eines Monats immer eine OGS-Runde mit besonderen Motto wie z.B. Quiz, Disco, Schnitzeljagd oder auch ein großer Stuhlkreis statt.
39
In der Sommerferienbetreuung werden zudem noch andere Projekte angeboten wie z.B.
Olympische Spiele, Frühsport vor dem Frühstück oder auch einmal pro Woche ein Ausflug
in die nähere Umgebung zum Schloss Beck, Heidhof oder zum Schloss Wittringen nach
Gladbeck. Dies löst bei den Kindern immer besondere Begeisterung aus.
Der zeitliche Ablauf in der OGS gliedert sich wie folgt:
1) Hausaufgaben (Mo-Do) je nach Schulschluss
a. ab 12:00 Uhr 1.+2. Klasse mit einer Lehrerin oder OGS-Kraft
b. ab 14:30 Uhr 3.+4. Klasse mit einer OGS-Kraft
2) Mittagessen (in 2 Essensräumen)
a. 13:30 – 14:15 Uhr
3) AGs
a. ab 14:30 Uhr
b. Einrad ab 14:00 Uhr
Das feste Betreuungspersonal beläuft sich momentan auf sieben Kräfte. Hierbei handelt es
sich durchgehend um qualifizierte Mitarbeiter. Hinzukommen die Honorarkräfte für einzelne
AGs.
Für die Betreuung im Offenen Ganztag stehen im Normalfall ein großer Gruppenraum und
ein Ergänzungsraum zur Verfügung. Der Ergänzungsraum wird meist für die Kunst-AG oder
die Traumreise genutzt. Zudem verfügt die OGS der Matthias-Claudius-Schule über zwei
Essensräume, wo meist die Koch-AG und die Lesewerkstatt angeboten werden sowie eine
kleine Küche und eine Sporthalle. Da allerdings die Sporthalle nur an zwei Nachmittagen
genutzt werden kann, bedeutet dies gleichzeitig, dass viele Sportangebote nur draußen auf
dem Schulhof wahrgenommen werden können. Im Freispiel, welches nach Möglichkeit draußen stattfindet, stehen den Kindern viele Möglichkeiten zur Gestaltung zur Verfügung wie
z.B. Pedalos, Fahrzeuge, Kegel, Slackline, Bälle, Bolzplatz, Spielplatz oder auch eine aufgemalte Torwand
Positiv zu bewerten ist auch die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und OGS, da beide
durch feste Gesprächstermine im ständigen Austausch stehen.
Rheinberg
2.4.16 Matthias-Claudius-Grundschule – Teilstandort Feldhausen
Die OGS der Matthias-Claudius-Grundschule, Teilstandort Feldhausen in BottropFeldhausen besuchen derzeit 72 von 91 Schülern dieser Schule. Hier erfolgt eine Einteilung
nicht in Gruppen, sondern die Kinder verteilen sich frei auf die Räumlichkeiten. Es erfolgt
lediglich eine themenbezogene Aufteilung in den AGs bzw. werden die Kinder bei den Hausaufgaben in Gruppen von bis zu 15 Kindern aufgeteilt.
40
Von den derzeit offerierten Angeboten handelt sich bei drei von zwölf AGs um eine SportAG. Die Zusammensetzung und Auslastung der AGs ergibt sich wie folgt:
Leckerschmecker
Schulhofspiele
Tennis
Einrad
Trommeln
Filzen
sonstige AGs
Entspannung
Sport-AGs
Streitschlichter
Naturforscher
Töpfern
Kreativ
Gitarre
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
Anzahl der Kinder
Abbildung 12 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
Außerdem werden ansonsten noch eine Chor-AG angeboten und alle 2 Jahre eine Golf-AG.
Die Chor-AG kam dieses Jahr aber leider nicht zustande. Zusammenfassend ist hier zu sagen, dass ganzjährig in jeder Woche mindestens eine Sport-AG, eine musikalische AG und
eine Kreativ-AG angeboten werden. In der Regel findet zudem dreimal pro Woche Sport
statt. Allerdings gibt es keine Fussball-AG, da diese in Absprache mit dem örtlichen FussballVerein TSV Feldhausen in den Zeitraum nach der OGS dorthin abgeben wurde. Dies soll im
Verein zur Steigerung der Mitgliederzahlen dienen. In allen AGs herrscht eine gute Auslastung vor, das heißt, jede AG wird von den Schülern entsprechend der möglichen Kapazitäten
in Anspruch genommen. Wartelisten gibt es nur bei der Leckerschmecker-AG. Diese AG
musste aufgrund der großen Nachfrage sogar in zwei Gruppen mit je acht Schülern aufgeteilt
werden. Der Großteil der AGs wird vom Personal geleitet. Lediglich die Tennis- und die GolfAG werden von ausgebildeten Trainern durchgeführt. Zudem wird die Einrad-AG von 2 Vereinsmitgliedern des Einrad-Vereins Grafenwald geleitet. Die meisten Angebote finden auf
dem Schulhof statt, da diese Schule keine eigene Sporthalle hat. Die Schule greift in diesem
Fall auf die Sporthalle an der Johannesschule zurück. Zudem darf die Eingangshalle der
Schule genutzt werden. Der Tennisplatz für die Tennis-AG ist ca. 5 Gehminuten entfernt.
41
Der zeitliche Ablauf in der OGS gliedert sich wie folgt:
1) Mittagessen / Hausaufgaben je nach Schulschluss:
a. 1. + 2. Klasse
i. erst Hausaufgaben 12:00 – 12:30 Uhr dann Mittag von 12:45 – 13:15
Uhr
ii. oder erst Mittag und dann Hausaufgaben von 13:30 – 14:00 Uhr
b. 3. + 4. Klasse
i. Mittag 13:30 – 14:00 Uhr
ii. Hausaufgaben ab 14:00 Uhr
2) Freispiel im Anschluss an die Hausaufgaben
3) AGs ab 14:30 Uhr mit verbindlicher Anmeldung
Das feste Betreuungspersonal beläuft sich momentan auf 3 Kräfte. Hierbei handelt es sich
um 2 pädagogische Fachkräfte (u.a. die Leitung) und eine Erzieherin. Des Weiteren sind im
festen Team eine Küchenkraft und drei geringfügig beschäftigte Mitarbeiter aus anderen Berufsfeldern.
Für die Betreuung im Offenen Ganztag stehen im
Normalfall zwei Räume zur Verfügung. Allerdings wird
in einem davon zunächst Mittag gegessen. Außerdem
stehen dem Betreuungspersonal die Eingangshalle
und für Hausaufgaben die Klassenräume zur Verfügung. Die fehlende Sporthalle an der Grundschule in
Feldhausen ist gleichbedeutend damit, dass sämtliche
Sportangebote nur draußen auf dem Schulhof wahrgenommen werden können. Im Freispiel stehen den
Kindern viele Möglichkeiten zur Gestaltung zur Verfügung wie z.B. Tischtennisplatten, Tischtennisschläger,
Kettcar, Einräder, Seilchen, Bälle, Trommeln, Kickerkasten, Anfängergitarren und zwei Basketballkörbe.
Als Probleme sind anzumerken, dass dem Betreuungspersonal aufgrund der Anzahl der Kinder in der
OGS ein Raum fehlt und der Schulhof leider frei zugänglich ist.
Positiv ist die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung
und OGS zu bewerten, da beide im ständigen Austausch stehen.
42
Gohe
2.4.17 Nikolaus-Groß-Schule
Die Nikolaus-Groß-Schule ist die größte Offene Ganztagsgrundschule in Bottrop. Im laufenden Schuljahr 2013/2014 wird der Offene Ganztag dort von rund 230 Kindern besucht. Es
erfolgt dementsprechend im Offenen Ganztag eine Aufteilung der Kinder in drei Gruppen zu
je ca. 80 Kindern, wobei jede Gruppe gemischt aus Kindern vom ersten bis zum vierten
Schuljahr besteht.
Nach dem Mittagessen der Kinder und der Hausaufgabenbetreuung, die nach Klassen getrennt und mit der Möglichkeit der individuellen Hausaufgabenförderung stattfindet, werden in
der Woche insgesamt 39 AGs für die Kinder angeboten. Dabei ist es den Kindern freigestellt,
ob und in wie vielen AGs sie teilnehmen möchten. Das derzeitige wöchentliche AG-Angebot
umfasst:
zwei Computer-AGs; wovon eine
für die Erst- und Zweitklässler ist
und eine für die Dritt- und Viertklässler,

eine Judo-AG,

eine Kreativ-AG; in der mit Naturmaterialien gearbeitet wird,

drei Back-AGs,

eine Zauber-AG,

zwei Kicker-AGs,

eine „Wollmäuse“-AG,

zwei Kunst-AGs,

eine Theaterzirkus-AG,

zwei AGs im Bereich Nähen,

eine Schmuck-AG,

eine Holzwerkstatt-AG,

eine Fairplay-AG,

eine „kleine Hexen“-AG; in der mit
den Kindern Aktivitäten rund um
das Zeitalter der Hexen stattfinden,

eine Schwimmförder-AG,

eine Streetdance-AG,

eine Sachenmacher-AG,

eine Werken-AG,

eine „süße Früchtchen“-AG,

eine Foto-AG,

eine Kreativwerkstatt-AG,

eine Film-AG,

eine Lese-AG „Leseratten“ sowie

eine Matheförderungs-AG
thepiraten“


eine Kunst-AG,

eine Mosaik-AG,

eine Kletter-AG,

eine Keramik-AG,

eine Tanz-AG,

eine Fußball-AG,

eine Zirkussport-AG,

eine Abenteuer-AG,

eine Pappmaschee-AG
43
„Ma-
Konkrete Teilnehmerzahlen der Kinder an den einzelnen AGs liegen nicht vor, so dass eine
Darstellung der Nutzung der AGs in Form eines Balkendiagramms an dieser Stelle nicht
möglich ist. Anhand von Erfahrungswerten der Mitarbeiter lässt sich jedoch sagen, dass die
Teilnahmezahlen der Kinder an den verschiedenen AGs zwischen 8 und 16 Kindern je AG
liegen.
Der prozentuale Anteil der Sport-AGs am Gesamtangebot der AGs beträgt rund 24 %.
Betreut werden die Kinder im Offenen Ganztag von insgesamt 39 Mitarbeitern. Zwingende
Voraussetzung für alle Mitarbeiter ist bei dem Umgang mit Kindern das Vorliegen eines polizeilichen Führungszeugnisses ohne Einträge.
Besonders hervorzuheben ist, dass für die Betreuung der Judo-AG ein ausgebildeter Judotrainer zuständig ist, ebenso wie für die Betreuung der Fußball-AG ein lizensierter Fußballtrainer vorhanden ist. Die Kletter-AG wird ebenfalls von einer ausgebildeten Klettertrainerin
geleitet. Außerdem wird die Leitung der Schwimmförder-AG von einer Schwimmlehrerin des
Bottroper Sportbundes übernommen. Darüber hinaus besteht für die Mitarbeiter die Möglichkeit regelmäßig an Fortbildungen für ihr jeweiliges Aufgabengebiet teilzunehmen, um eine
ständige Weiterentwicklung des Wissensstandes zu erreichen.
An Räumlichkeiten stehen dem Offenen Ganztag an der Nikolaus-Groß-Schule ein eigener
Pavillon mit drei Gruppenräumen, einer Küche und einem Raum zum Malen und Spielen
sowie im Schulgebäude zwei spezielle Klassenräume für die Hausaufgabenbetreuung und
ein Mehrzweckraum, der mit Computerarbeitsplätzen ausgestattet ist zur Verfügung. Da die
Schule über keine eigene Sporthalle verfügt, werden die Kinder für sportliche Aktivitäten, die
nicht im Mehrzweckraum der Schule oder auf dem Schulhof stattfinden können, mit einem
Fahrzeug der evangelischen
Kirche zu der Sporthalle an
der Prosperstraße in Bottrop
sowie einmal in der Woche
zu der Sporthalle der JanuszKorczak-Gesamtschule
in
Bottrop gefahren. Da das
Maximum an Auslastung der
zur Verfügung stehenden
Sporthallen bereits erreicht
ist, finden beispielsweise die
Tanz-AG und die ZirkussportAG im Mehrzweckraum der
Schule oder auf dem Schulhof statt. Die Kletter-AG hingegen findet in der Kletterhalle in Bottrop und die Abenteuer-AG
auf dem Abenteuerspielplatz in Bottrop statt. Es besteht jedoch bei den Mitarbeitern des Offenen Ganztags der Wunsch, die Sporthallen öfter nutzen zu können, um den Kindern mehr
Sportstunden anbieten zu können.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Offenen Ganztagsbereich und der Schule wird von der
Leitung des Offenen Ganztags als sehr gut bezeichnet, da dem Offenen Ganztag beispielsweise nach Schulschluss alle Räume der Schule zur Verfügung stehen.
44
Schneider
2.4.18 Paulschule
In der Offenen Ganztagsschule der Paulschule werden im Schuljahr 2013/14 97 Kinder betreut. Sie sind anhand der Klassen in drei verschiedene Gruppen aufgeteilt. Die erste Klasse
bildet dabei eine Gruppe, die zweite und dritte Klasse bilden eine gemeinsame Gruppe und
die vierte Klasse bildet wiederum die letzte Gruppe. Innerhalb dieser Gruppen finden auch
das gemeinsame Mittagessen und die Hausaufgabenbetreuung statt. Entsprechend der individuellen Altersstruktur ist das feste Betreuungsteam je Gruppe aufgestellt. So liegt bei der
ersten Klasse ein größeres Augenmerk auf pädagogischer Frühförderung, während in der
vierten Klasse die Betreuung stärker auf die Hausaufgabenbetreuung ausgerichtet ist. Im
Anschluss an das Essen und die Hausaufgabenerledigung wird auch hier den Schülerinnen
und Schülern ein facettenreiches AG-Angebot unterbreitet.
Die Wahl der wöchentlich stattfindenden AGs ist für die Schülerinnen und Schüler immer
zum schulischen Halbjahr möglich. Für diese Dauer sollte auch die gewählte AG beibehalten
werden, doch kann jederzeit auf das individuelle Interesse der einzelnen Kinder eingegangen
werden. Das Gesamtangebot der AGs wird von den Mitarbeitern der OGS jeweils zum Ende
des jeweiligen Schuljahres überdacht und gegebenenfalls anhand der laufenden Beobachtungen angepasst. In der Regel wählen die Kinder eine AG, allerdings ist es durchaus möglich, auch eine zweite oder gar keine zu wählen. Bei den Schülerinnen und Schülern der vierten Klasse kann ein sinkendes Interesse an den unterbreiteten Angeboten ausgemacht werden. Wartelisten sind an dieser OGS nicht erforderlich. Übersteigt das Interesse die vorgesehenen Kapazitäten, so wird ein zweiter Alternativtermin offeriert.
Von den insgesamt zehn verschiedenen AGs der Offenen Ganztagsschule der Paulschule
haben fünf einen auf Sport und Bewegung ausgerichteten Inhalt. Die Zusammensetzung der
Angebote lässt sich wie folgt darstellen:
Fußball
Tanzen
Koch- und Back-AG
Nähen
Keramik-AG
sonstige AGs
Volleryball
Frischluftfanatiker
Sport-AGs
Handarbeit
Computer-AG
Billard-AG
0
5
10
15
20
25
Anzahl der Kinder
Abbildung 13 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
45
Alle AGs sind entsprechend ihrer Kapazitäten voll ausgelastet. Zusätzlich können interessierte Kinder an einzelnen Terminen an einer ursprünglich nicht von ihnen ausgewählten AG
teilnehmen, sofern ein Kind der festen Gruppe vereinzelt, bspw. bei Krankheit, ausfällt. Fußball, Tanzen und die Back-AG werden in doppelter Ausführung angeboten und aufgeteilt
nach dem Alter der Kinder durchgeführt. Volleyball wird hier ausschließlich für die dritte und
vierte Klasse angeboten. Hinter dem Namen „Frischluftfanatiker“ verbirgt sich eine AG, in
welcher verschiedenste Bewegungsspiele an der frischen Luft veranstaltet werden. Freitags
finden an der OGS der Paulschule keinerlei AGs laut Plan statt, sondern die Mitarbeiter bereiten jede Woche den „Aktions-Freitag“ vor. In diesem, für die Kinder freiwilligen, Rahmen
können jede Woche unterschiedliche Aktionen unternommen werden. Bis auf den AktionsFreitag werden alle Angebote von außenstehenden Dozenten durchgeführt, welche die entsprechend erforderlichen Erfahrungen und Qualifikationen besitzen.
Das feste Betreuungsteam der OGS der Paulschule besteht aus zwölf Mitarbeitern multiprofessioneller und altersmäßiger Mischung. Auf diese Weise können verschiedene Situationen
aus verschiedenen Blickwinkeln aufgegriffen und gelöst werden. Drei der festen Mitarbeiter
sind speziell für die Hausaufgabenbetreuung abgestellt, in dessen Zusammenhang sie Unterstützung entsprechend der Vorgaben von Lehrern der Schule erfahren. Zwei Teammitglieder sind eigens für die Organisation der Küche zuständig. Abseits der speziellen Aufgaben nehmen diese Mitarbeiter jedoch jederzeit an der allgemeinen Betreuung der Kinder teil.
Der Betreuung stehen in erster Linie drei Betreuungsräume entsprechend der Gruppen zur
Verfügung. Der Raum der ersten Klasse ist darüber hinaus noch unterteilt, sodass es eine
separate Garderobe und Spielecke gibt. Der Raum der vierten Klasse verfügt über eine kleine „Chillecke“. Die Räume sind durch einen großzügigen Flur miteinander verbunden, welcher zusätzlich für das Spiel genutzt werden kann. Die Küche befindet sich ebenfalls angeschlossen an diesen Flur, das Mittagessen wird in den einzelnen Gruppenräumen eingenommen. Auf diese Weise erfahren die Kinder das Essen in einem privaten Rahmen. Die
Hausaufgaben werden in Klassenräumen der Schule erledigt, oder bei erhöhtem Förderungsbedarf in einem kleineren Raum in der OGS. Da der Offene Ganztag hier in den Räumen eines ehemaligen Jugendtreffs untergebracht ist, stehen außerdem ein Saal mit Bühne
und ein zweiter breiter Flur inklusive Billardtisch zur Verfügung. Hinzukommend kann das
ganze Gelände der Grundschule genutzt werden. Neben den Klassenräumen für die Hausaufgabenbetreuung inkludiert dieses den Schulhof, sowie die schuleigene Turnhalle.
Nicht nur im Rahmen der Nutzung der schulischen Räumlichkeiten findet hier ein ständiger
Austausch zwischen OGS-Mitarbeitern und Lehrern, bzw. Schule statt. Auch in Bezug auf
die Belange der Schüler wird eng zusammengearbeitet. So findet einmal wöchentlich ein
fester Termin statt, welcher jedoch jederzeit um spontane Zusammenkünfte ergänzt werden
kann.
46
Schneider
2.4.19 Paul-Gerhardt-Schule
Im Schuljahr 2013/14 werden in der Offenen Ganztagsschule der Paul-Gerhardt Grundschule 63 Kinder betreut. Eine Einteilung der Kinder findet hier nur für das Mittagessen und die
Hausaufgabenbetreuung statt. Während des Essens findet eine Aufteilung in erste und zweite Klasse einerseits und dritte und vierte Klasse andererseits statt. Die Hausaufgaben werden entsprechend der einzelnen Klassen in den jeweiligen Klassenräumen erledigt und von
einem für die jeweilige Klasse immer gleichen Mitarbeiter betreut. Die unterstützenden Stunden des Lehrerkollegiums werden dabei möglichst bei den ersten und zweiten Klassen eingeplant.
Nach dem Mittagessen und der Erledigung der Hausaufgaben können auch an dieser OGS
die Kinder an einem vielfältigen AG-Angebot teilnehmen. Die Auswahl und Organisation erfolgt hier durch die Schulleitung, welche sich in diesem Zusammenhang an den Wünschen
der Schülerinnen und Schüler orientiert, die in den regelmäßig stattfindenden Kinderkonferenzen geäußert werden.
Von den derzeit sieben verschiedenen Angeboten befassen sich zwei ausschließlich mit
sportlichen Inhalten, was einem Anteil von 29% entspricht. Die Zusammensetzung des Gesamtangebotes lässt sich wie folgt darstellen:
Theater-AG
Sport-AG
brasilianischer Tanz
Computer-AG
sonstige AGs
Sport-AGs
Trommeln
Flöten
Film-AG
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
Anzahl der Kinder
Abbildung 14 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
Jede AG wird entsprechend der vorhandenen Kapazitäten genutzt und ist somit voll ausgelastet. Insbesondere ist hier die Theater-AG zu nennen, welche mit insgesamt 40 Kindern
den größten Zulauf erfährt. Um diese Menge an Teilnehmen bewerkstelligen zu können, gibt
47
es verschiedene Gruppen, deren Aufteilung entsprechend des Alters erfolgt. Die älteren Kinder studieren eigens nach ihrem Interesse geschriebene Stücke ein, die jüngeren erproben
die Darstellung kleinerer Sketche. Am Ende jeden Halbjahres wird das Einstudierte aller Kinder vor den Eltern und zusätzlich für alle Schülerinnen und Schüler in der schuleigenen Aula
aufgeführt. Darüber hinaus finden alle AGs, mit Ausnahme der Film-AG, in doppelter Ausführung statt, um den unterschiedlichen Altersvoraussetzungen gerecht zu werden.
Das feste Betreuungsteam der Paul-Gerhardt-OGS besteht derzeit aus sieben Mitarbeitern,
welche von drei Ergänzungskräften unterstützt werden. Eine dieser Kräfte konzentriert sich
auf die Organisation der Küche, alle anderen erfüllen gleichermaßen die Aufgaben der
Hausaufgabenaufsicht und die der allgemeinen Betreuung. Für die Durchführung der AGs
werden Honorarkräfte beschäftigt, die entsprechend des jeweiligen Inhalts qualifiziert und
erfahren sind.
Für die Arbeit der Offenen Ganztagsschule an der Paul-Gerhardt-Schule stehen zwei große
Betreuungsräume, einer davon mit Kickerecke, und eine Küche mit angeschlossenem Speiseraum zur Verfügung. Im Rahmen der Sport-AG wird die nebenan liegende Turnhalle der
August-Everding-Realschule in Anspruch genommen, was jedoch aufgrund des straffen Hallenplans nur einmal wöchentlich möglich ist. Zusätzlich kann der Werkraum dieser Realschule einmal in der Woche genutzt werden. Für die AGs kann außerdem von jeglichen Räumen
des Schulgebäudes Gebrauch gemacht werden. Neben den Klassenräumen für die Hausaufgabenbetreuung stehen hier ein Computer-Raum, ein Musik-Raum, ein Gymnastik-Raum
und die Schulaula zur Verfügung. Für die Mitarbeiter besteht somit auch die Möglichkeit,
spontane Angebote für die Kinder, abseits des AG-Plans, aus den Räumlichkeiten der OGS
auszulagern, sodass die eigentlichen Betreuungsräume dem freien Spiel vorbehalten werden
können.
Eine enge Zusammenarbeit von Schule und OGS lässt sich an der unkomplizierten Nutzung
aller Schulräume und dem bereits beschriebenen Verfahren bei der AG-Organisation erkennen. Darüber hinaus findet ein permanenter Austausch in Bezug auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler statt, sodass bei gegebenenfalls erforderlichen Gesprächen mit den Eltern ein umfassendes Bild vermittelt und eine individuelle Förderung gewährleistet werden
kann.
Schneider
2.4.20 Rheinbabengrundschule
Für den Offenen Ganztag der Grundschule Rheinbaben sind im Schuljahr
2013/14 68 Kinder angemeldet. Auch
hier findet sich neben der Hausaufgabenbetreuung und dem gemeinschaftlichen Mittagessen eine Vielzahl von
Arbeitsgemeinschaften (AGs) wieder.
Ein großes Augenmerk wird auf die
individuelle Fürsorge während der
Hausaufgabenerledigung gelegt, um
dem jeweiligen Lerntempo der Schüler
gerecht zu werden. Das Mittagessen
48
und die darauffolgende Hausaufgabenbetreuung erfolgt in Gruppen, eine weitere Einteilung
der Kinder in feste Gruppen findet hier nicht statt.
Die Kinder wählen in der Regel ein bis zwei AGs aus, in denen sie teilnehmen möchten. Die
Teilnahme an den AGs ist jedoch nicht verpflichtend. Darüber hinaus ist es besonders wichtig, dass den Kindern genügend Möglichkeiten zur freien Gestaltung und Entspannung gegeben sind. Die Zusammensetzung des AG-Angebots beruht größtenteils auf den Beobachtungen der Mitarbeiter. So wird gewährleistet, dass das Angebot den Vorlieben der Schüler
entspricht. Manche Inhalte werden somit laufend angeboten, manche anderen nach einer
„Test-Phase“ wieder verworfen. An der Rheinbabengrundschule haben alle AGs eine Dauer
von 10 Schulstunden. So ist es möglich, dass eine AG zehn Mal stattfindet, während eine
andere vielleicht nur fünf Mal stattfindet, dafür aber pro Einheit doppelt so viel Zeit zur Verfügung steht. Entsprechend werden die Angebote von den Schülern gewählt. Da es oft eine
sehr große Nachfrage nach einigen Angeboten gibt, wird von den Mitarbeitern organisiert,
dass die Belegung durch die Schüler im gerechten Wechsel stattfindet.
In den derzeit neun AGs findet sich eine Sport und Spiel-AG wieder. Die Zusammensetzung
und Auslastung des Gesamtangebotes ergibt sich wie folgt:
Koch-AG
Computer-AG
Sport und Spiel
Überraschungs-AG
Töpfern
sonstige AGs
Sport-AGs
Lego-AG
Theater-AG
Kreativ-AG
Holz-AG
0
5
10
15
20
25
Anzahl der Kinder
Abbildung 15 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
In allen AGs herrscht eine volle Auslastung vor, das heißt, jede AG wird von den Schülern
entsprechend der möglichen Kapazitäten voll in Anspruch genommen. Die Koch-AG und die
Computer-AG finden aufgrund großer Nachfrage bzw. unterschiedlicher Niveaus der Kenntnisse in zwei Gruppen statt. Jegliche Angebote finden an dieser Schule einmal wöchentlich
statt. Die Leitung der AGs obliegt, je nach Inhalt, dem festen Betreuungspersonal oder fach49
lich qualifizierten Kräften. Hervorzuheben ist hier die Überraschungs-AG, welche den Kindern die Möglichkeit bietet, in verschiedenste Bereiche und Angebote „hineinzuschnuppern“.
Derzeit besteht keine Kooperation mit dem Bottroper Sportbund.
Das Betreuungspersonal beläuft sich momentan auf 7 Festkräfte. Hierbei handelt es sich um
ausgebildetes Betreuungs- und Erziehungspersonal, welches sich aufteilt auf zwei Hausaufgabenbetreuer, vier allgemeine Betreuer und eine Kraft für die Organisation der Küche. Das
Personal nimmt regelmäßig an Fortbildungen zu verschiedenen Themengebieten teil.
Für die Betreuung im Offenen Ganztag stehen ein Spielraum mit Bühne zur Verfügung, ein
Kreativ-Raum mit Brennofen, eine Küche mit angeschlossenem Speiseraum mit Platz für ca.
30 Kinder, sowie kleinere Räume, die als Puppen-, Lego- und Kickerecke genutzt werden.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Nutzung der Klassenräume und des ComputerRaumes. Die Rheinbabenschule verfügt über keine eigene Sporthalle, sodass mögliche
Sportangebote nur draußen auf dem Schulhof oder in Klassenräumen durchgeführt werden
können. Die eigentlichen OGS-Räume wurden ursprünglich für weniger als die derzeit 68
Kinder geplant, jedoch kann mit dem vorhandenen Raum entsprechend der Bedürfnisse
gehaushaltet werden. Eine Umorientierung in dieser Hinsicht wird anfangs die Schließung
der Paulschule bedeuten, da diese eine unmittelbare Erhöhung der Schülerzahlen für die
Rheinbabenschule bedeuten wird. Entsprechende Umbauten sind allerdings bereits geplant.
Nicht nur in Bezug auf die Belegung der Klassenräume, auch in Hinblick auf die zu betreuenden Schüler stehen die OGS und die Schule in engem und ständigem Austausch, sodass
viele Angelegenheiten problemlos über den „kurzen Dienstweg“ besprochen und geklärt
werden können.
Schneider
2.4.21 Richard-Wagner-Schule
Von den derzeit 188 Schülern der Richard-Wagner-Schule sind im Schuljahr 2013/14 139
Kinder im zugehörigen Offenen Ganztag angemeldet. Eine Vielzahl von AGs bietet auch hier
den Schülern eine Abwechslung vom gewöhnlichen Schulalltag. Die Kinder sind in dieser
OGS anhand der Schulklassen in zwei große Gruppen eingeteilt. Die Klassen eins und zwei
bilden die eine Gruppe, die Klassen drei und vier die zweite. Das Mittagessen erfolgt in drei
Gruppen, die Hausaufgabenbetreuung findet entsprechend des jeweiligen Klassenverbandes
statt.
Anhand von Wahlzetteln können die Kinder ihre AGs unter Angabe von Erst-, Zweit- und
Drittwunsch auswählen. Die Teilnahme ist auch hier für die Schülerinnen und Schüler nicht
verpflichtend. So kann bei den Viertklässlern ein sinkendes Interesse für die Angebote beobachtet werden. Die AGs haben jeweils eine Dauer von acht Wochen, sodass den verschiedenen Wünschen der Kinder genüge getan werden kann. Die Zusammensetzung des vielfältigen AG-Angebotes ist hier das Ergebnis aus Beobachtungen und Anregungen der Mitarbeiter, sowie Wunschäußerungen der Kinder.
50
Von den derzeit 14 AG-Angeboten bieten zwei explizit einen Sport- und Bewegungsinhalt,
was einem Anteil von 14,3% entspricht. Die Zusammensetzung und Auslastung des Gesamtangebotes ergibt sich wie folgt:
Koch- und Back-AG
Nähen
Streetdance
Projekt-AG
Trommeln
Natur-AG
Keramik-AG
Papierkünstler
Kunst-AG
Handarbeit
Filzen
Phantasie-AG
Yoga
Computer-AG
sonstige AGs
Sport-AGs
0
5
10
15
20
25
Anzahl der Kinder
Abbildung 16 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
In allen AGs herrscht eine volle Auslastung vor, das heißt, jede AG wird von den Schülern
entsprechend der möglichen Kapazitäten voll in Anspruch genommen. Die Koch-und-BackAG und die Näh-AG finden aufgrund großer Nachfrage bzw. unterschiedlicher Kenntnisniveaus in zwei Gruppen statt. Jegliche Angebote finden an der Richard-Wagner-Schule im
wöchentlichen Rhythmus statt. Die Projekt-AG und das Filzen werden von festen Mitarbeitern veranstaltet, Dozenten von außen mit der jeweils entsprechenden Qualifikation leiten
alle anderen AGs. Als besondere AGs sind hier Fördergruppen zu nennen, welche es den
Kindern ermöglichen, abseits des Unterrichtes die Konzentrationsfähigkeiten zu stärken.
Zwar erscheint das feste Sportangebot auf den ersten Blick relativ knapp bemessen, doch
werden von den Mitarbeitern im AG-freien Ablauf zahlreiche Anregungen in Bezug auf Bewegung und Motorik geboten. Regelmäßig werden auf dem Schulhof spontane Fußballpartien veranstaltet oder Badminton- und Tennismatche ausgetragen. Momentan findet durch
die Mitarbeiter darüber hinaus eine Rückbesinnung auf „alte“ Spiele statt. Dies bedeutet,
dass den Kindern abseits der AGs Spiele wie bspw. Hinkelkästchen, Seilchenspringen, balancieren oder Völkerball näher gebracht werden. In den Ferien bestehen im Rahmen von
zusätzlichen Projekten weitere Sportmöglichkeiten, wie Tennis, eine eigene Olympiade oder
ein „Fahrzeugtag“. Am „Fahrzeugtag“ werden die Kinder dazu angehalten, ihre eigene Ausrüstung wie Waveboards, Roller oder Inline-Skates mitzubringen.
Eine Turnhalle oder ein ähnlich großer Raum ist auf dem Gelände der Richard-WagnerSchule nicht vorhanden. Für den schulischen Sportunterricht werden weiter entfernte Hallen
per Bus angefahren, was jedoch im Rahmen der OGS aus Zeitgründen und mangels Transportmöglichkeit nicht möglich ist.
51
Das feste Team besteht zurzeit aus 11 Kräften. Sechs davon sind Betreuungskräfte, drei
weitere sind für die Hausaufgabenbetreuung zuständig. Eine Person ist für den Küchenbereich eingestellt und wird darüber hinaus von einer ehrenamtlichen Helferin unterstützt. Neben diesen Festkräften werden außerdem laufend Praktikanten beschäftigt, die sich in der
Erzieherausbildung befinden. In der Hausaufgabenbetreuung stehen den OGS-Kräften auch
die Lehrer zur Seite. Zusätzlich wurde von einigen Mitarbeitern beim Institut für Diagnostik
und Lerntraining in Bottrop eine Fortbildung für den Umgang mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche absolviert. Durch den permanenten Austausch zwischen OGS und Lehrern
kann somit eine individuelle Hausaufgabenbetreuung und –förderung gewährleistet werden.
Für die Betreuung im Offenen Ganztag stehen in der Richard-Wagner-Schule ein eigener
Raumcontainer auf dem Schulhof und der ausgebaute Dachboden des Schulgebäudes zur
Verfügung. In dem Container, ausgestattet mit Kicker, Maltischen, Themenecken und Spielhaus, werden die erste und zweite Klasse von drei Mitarbeitern betreut. In dem ausgebauten
Dachboden werden die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen von ebenfalls von drei Mitarbeitern betreut. In den verwinkelten Räumen dort können die Kinder Spiele
spielen, sich verkleiden, einfach nur „chillen“ und Selbstständigkeit erlernen. Die Küche und
Speiseräume finden sich im Schulgebäude. Ebenfalls im Schulgebäude, genauer gesagt in
einzelnen Klassenräumen, bietet sich Platz für die Durchführung der AGs. Die Nutzung der
Klassenräume für die Hausaufgabenbetreuung und die AGs erfordert eine strikte Organisation und Absprache mit dem Lehrpersonal, was beiderseitig gewährleistet wird. Zwei Mal wöchentlich wird von angemieteten Räumen bei St. Pius Gebrauch gemacht, was fußläufig in
ca. 300 Metern erreichbar ist.
Gohe
2.4.22 Schillerschule
Der Offene Ganztag der Schillerschule wird im laufenden Schuljahr 2013/2014 von rund 103
Kindern besucht. Ein besonderer Schwerpunkt im Offenen Ganztag der Schillerschule wird
auf die Hausaufgabenbetreuung gelegt, die nach dem gemeinsamen Mittagessen für alle
Kinder, die am offenen Ganztag teilnehmen, verbindlich stattfindet. Das bedeutet, dass es
den Kindern erst gestattet ist an den angebotenen AGs teilzunehmen, wenn die Hausaufgaben von ihnen vollständig erledigt wurden. Im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung besteht
auch die Möglichkeit, Kinder die Schwierigkeiten bei der Erledigung der Hausaufgaben haben gesondert zu fördern.
Im offenen Ganztag der Schillerschule werden drei AGs kontinuierlich, das heißt regelmäßig
jede Woche jeweils für die Dauer eines Schulhalbjahres angeboten. Dabei handelt es sich
um die Einrad-AG, die an zwei Tagen in der Woche angeboten wird, die Fußball-AG für die
Kinder der dritten und vierten Klassen, die an einem Tag in der Woche aufgeteilt in zwei
Gruppen nach Jungen und Mädchen angeboten wird und die Bewegungsspiele-AG, die einmal in der Woche aufgeteilt in zwei Gruppen angeboten wird.
Des Weiteren werden nebenbei temporär wechselnde AGs angeboten wie beispielsweise
Trommeln, Schminken, Chor, Kreativ, Garten, Reiten oder Klettern. Die temporären AGs, die
jeweils nur für eine Dauer von rund vier bis sechs Wochen stattfinden, sollen den Kindern
die Möglichkeit bieten Einblicke in die verschiedenen Aktivitäten zu erhalten und den Kindern
gleichzeitig ein abwechslungsreiches Programm bieten.
52
An welchen AGs und Aktivitäten die Kinder teilnehmen sollte dabei jedes Kind für sich selbst
entscheiden, ohne dabei von den Interessen der Eltern beeinflusst zu werden. Zusätzlich
wird vom Personal im Offenen Ganztag aber darauf geachtet, dass jedes Kind auch genügend Zeit zur freien Gestaltung hat.
Die Zusammensetzung und Teilnehmeranzahlen der drei kontinuierlich angebotenen AGs
lassen sich wie folgt in einem Balkendiagramm darstellen:
Fußball-AG
Bewegungsspiele
Sport-AGs
Einrad-AG
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
Anzahl der Kinder
Abbildung 17 - Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen.
Im Offenen Ganztag der Schillerschule sind sieben Mitarbeiter und zwei Praktikanten für die
Betreuung der Kinder zuständig. Die Mitarbeiter verfügen dabei entweder über eine Erzieherausbildung oder über langjährige pädagogische Erfahrung sowie im Sportbereich mindestens über den Übungsleiterschein. Unterstützend tätig sind auch studentische Hilfskräfte, wie
beispielsweise bei der Einrad-AG, die von einer Studentin mit eigener langjähriger Erfahrung
im Einrad fahren und Übungsleiterschein geleitet wird. Die Fußball-AG wird ebenfalls von
einem Übungsleiter sowie in der Mädchenfußballgruppe zusätzlich von einer weiblichen
Lehrperson betreut und findet in der Sporthalle der Hauptschule Lehmkuhle statt, da die
Gymnastikhalle der Schillerschule für das Fußballspielen zu klein ist. Die Bewegungsspiele
finden in der schuleigenen Gymnastikhalle statt, wobei aufgrund der geringen Hallengröße
eine Aufteilung der Kinder in zwei Gruppen mit jeweils etwa 17 Kindern erforderlich ist. Geleitet werden die Bewegungsspiele von einer Mitarbeiterin mit Übungsleiterschein.
Des Weiteren stehen für die Betreuung im Offenen Ganztag an Räumlichkeiten ein Speiseraum mit Küche für das Mittagessen, ein Mehrzweckraum, ein Pavillon zum Spielen sowie
Klassenräume für die Hausaufgabenbetreuung zur Verfügung. Darüber hinaus dürfen alle
Sportgeräte der Schule und der Schulhof benutzt werden.
Allerdings besteht im Rahmen des Offenen Ganztages der Wunsch der Mitarbeiter eine Basketball-AG anbieten zu können, was aufgrund der zu niedrigen Deckenhöhe der schuleigenen Gymnastikhalle sowie der bereits vollen Auslastung der nahegelegenen Sporthalle der
Hauptschule Lehmkuhle nicht möglich ist.
53
Die Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Offenen Ganztag wird von den Mitarbeitern als sehr gut bezeichnet, da ein täglicher Kontakt und Austausch stattfindet, pädagogische Fortbildungen zusammen besucht werden und die Schulausstattung im Offenen Ganztag benutzt werden darf.
Sakowski
2.4.23 Schillerschule, Teilstandort Ebel
Der Offene Ganztag an der Schillerschule in Ebel beginnt jeden Tag um 14:00 Uhr und geht
bis 16:00 Uhr.
Die im laufenden Schuljahr 2013/2014 angebotenen AGs dürfen von den Kindern halbjährlich neu gewählt werden. Die AGs dauern jeweils eine Stunde und werden am Tag in zweifacher Ausführung, das heißt einmal von 14:00-15:00 Uhr und einmal von 15:00-16:00 Uhr
angeboten. Derzeit beginnt die Woche mit einer Spiel und Spaß-AG. Am Dienstag wird eine
Schach-AG angeboten. Zudem gibt es ebenfalls am Dienstag eine Bastel-AG, bei welcher
die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Mittwochs findet eine Holzarbeit-AG
statt. Hier werden hauptsächlich schreinerische Tätigkeiten durchgeführt. Letztendlich folgt
noch eine Spiel und Spaß-AG am Donnerstag, sowie eine Werk-AG und Judo-AG am Freitag.
Die Zusammensetzung und Auslastung der sieben zurzeit angebotenen AGs lässt sich wie
folgt schematisch getrennt nach Sport-AGs und sonstigen AGs in einem Balkendiagramm
darstellen:
Spiel und Spaß-AG
Judo
Bastel AG
Sonstige AGs
Schach-AG
Sport-Ags
Holzarbeit-AG
Werk-AG
0
5
10
15
20
25
Anzahl der Kinder
Abbildung 18 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen
Derzeit ist Judo die einzige AG, in der Sport betrieben wird. Sie macht prozentual gesehen
14,28 % vom Gesamtangebot im Offenen Ganztag der Schillerschule in Ebel aus.
54
Das Stammpersonal im Offenen Ganztag umfasst hier fünf Personen, welche alle einen
Übungsleiterschein vorweisen können. Dieses ist auch festgeschriebene Voraussetzung, um
im Offenen Ganztag tätig sein zu können, da dies eine hochqualifizierte Ausbildung und Betreuung der Kinder gewehrleistet. Personal für AGs, wie zum Beispiel die Judo AG, wird zusätzlich eingekauft. Ebenso sind auch Freiwillige im Offenen Ganztag tätig, welche ihr Bestmögliches geben, um das Personal zu entlasten, indem zum Beispiel beim Auf- und Abbau
von Sportgeräten geholfen wird. Neues Personal wird in den ersten Wochen stets vom eingesessenen Personal begleitet, um eine gute Einarbeitung gewehrleisten zu können. Zudem
findet auch ein stetiger Austausch mit Partnerschulen statt, bei welchem vorhandenes Personal empfohlen wird.
Auch die Weiterbildung der Mitarbeiter ist ein fester Bestandteil der Betreuung im Offenen
Ganztag. Neben Pflichtfortbildungen, welche Qualifikationen, wie den Übungsleiterschein,
verlängern, werden dem Personal auch Fortbildungen nach Wunsch angeboten.
Neben den Kursräumen, stehen den Kindern im Nachmittagsbereich auch sämtliche Klassenräume zur Verfügung. Diese können unter anderem für die Hausaufgabenbetreuung genutzt werden. Zudem sind auch noch eine Bücherei, eine Küche und ein PC-Raum vorhanden.
Gerade im Hinblick auf eine sportliche Betätigung, bietet die Schillerschule in Ebel vielfältige
Möglichkeiten. Zwar wird derzeit lediglich eine Sport-AG angeboten, dennoch wird den Kindern mit Tischtennisplatten, Basketballkörben, einem Fußballfeld, sowie dem dazugehörigem
Zubehör, wie Bällen und Schlägern, ausreichend Möglichkeit geboten sich sportlich zu betätigen. Die zur Schule gehörende Sporthalle kann jeden Tag in der Woche ganztägig genutzt
werden. Derzeit findet unter anderem die Judo-AG in der Turnhalle statt.
Die Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Offenen Ganztag wurde besonders gelobt. Es findet ein regelmäßiger Austausch statt, welcher eine optimale Förderung der Kinder
ermöglicht.
Schneider
2.4.24 Grundschule Vonderort
Im Offenen Ganztag der Vonderorter Grundschule werden im Schuljahr 2013/14 110 Kinder
betreut. Nach dem gemeinsamen Mittagessen und der allgemeinen Hausaufgabenerledigung wird auch an dieser Schule eine Vielzahl von verschiedensten AGs angeboten. Aus
Platzgründen gehen die Schülerinnen und Schüler in insgesamt drei Gruppen zum Essen.
Dies wird vom betreuenden Personal allerdings nicht als Nachteil betrachtet, da durch die
Verkleinerung der Gruppe auch eine ruhige Atmosphäre während des Essens möglich ist.
Entsprechend der Zusammensetzung während der Mahlzeiten werden auch die Hausaufgaben erledigt.
Nachdem das Mittagessen eingenommen und die Hausaufgaben fertig gestellt wurden, haben die Kinder auch hier die Möglichkeit, an dem AG-Angebot teilzunehmen. Ob und in welchem Ausmaß die Kinder das bereitgestellte Angebot wahrnehmen, ist ihnen individuell freigestellt. Ist eine AG gewählt, so soll diese auch regelmäßig im gesamten Turnus besucht
werden. Ein Turnus beläuft sich an dieser Schule auf den Zeitraum zwischen zwei Ferienabschnitten. In der Regel besucht jedes Kind eine AG. Möchte ein Kind an mehr als einer AG
55
teilnehmen, so ist dies prinzipiell möglich, doch wird in diesem Fall Rücksprache mit den Eltern gehalten und die Entwicklung des Kindes besonders beobachtet.
Von den insgesamt zwölf AG-Angeboten der OGS Vonderort zeichnen sich sechs Stück
durch ihren sportlichen Inhalt aus, was einem Anteil von 50% entspricht. Die Zusammensetzung und Auslastung des Angebotes lässt sich wie folgt darstellen:
Tanzen
Fußball
Einrad
Basketball
Computer-AG
Taiwan Do
sonstige AGs
Werken
Sport-AGs
Rund um den Ball
Handarbeit
Bücherei-AG
Puppen-AG
Entspannungs-AG
0
5
10
15
20
25
30
35
Anzahl der Kinder
Abbildung 19 – Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten
Zahlen
Jede AG des Offenen Ganztags der Vonderorter Grundschule ist entsprechend der möglichen Kapazitäten voll ausgelastet. Fußball findet sich zwei Mal im Plan, nämlich aufgeteilt in
Anfänger und Fortgeschrittene. Ebenso verhält es sich mit der Einrad-AG, auch hier wird in
Fortgeschrittene und Anfänger aufgeteilt. Neben den sportlichen Fähigkeiten werden in dieser AG gleichermaßen der Umgang und die Wartung mit den Sportgeräten vermittelt. Die
Tanz- und die Computer-AG finden ebenfalls in doppelter Ausführung statt, allerdings findet
dort eine Trennung anhand des Alters der teilnehmenden Kinder statt. Im Zuge der Computer-AG ist zu beachten, dass diese nur für die Klassen zwei bis vier vorgesehen ist.
Die Fußball-AGs und die AG „Rund um den Ball“ werden von der Leiterin der OGS betreut,
die Bücherei-AG von einer weiteren Mitarbeiterin, die Puppen-AG und die Basketball-AG
leitet der derzeitige Jahrespraktikant. Mit der Leitung der restlichen Angebote sind außenstehende Dozenten mit der entsprechenden Qualifikation und Erfahrung betreut. So wird Taiwan Do beispielsweise von einem ausgebildeten Trainer veranstaltet. Die Zusammenarbeit
mit den Trainern der sportlichen Angebote findet unabhängig vom Bottroper Sportbund statt.
56
Das feste Mitarbeiter-Team besteht derzeit aus 12 Personen. Die Leiterin ist eine ausgebildete Sportlehrerin, die Mitarbeiterin, welche für die Bücherei-AG zuständig ist, ist eine ausgebildete Deutschlehrerin. Drei weitere Teammitglieder sind pädagogische Fachkräfte, eines
davon ist ausschließlich auf die Hausaufgabenbetreuung spezialisiert. Im Zuge der Hausaufgabenbetreuung liefern darüber hinaus zwei Lehrer der Schule Unterstützung. Innerhalb des
festen Teams finden sich weiterhin zwei Kräfte, die den Ablauf der Küche koordinieren und
vier weitere Ergänzungskräfte. Komplettiert wird das Kollegium von einem Jahrespraktikanten, der sich momentan im Anerkennungsjahr seiner erzieherischen Ausbildung befindet. Die
Person an sich wechselt zwar von Jahr zu Jahr, doch ist die Stelle permanent vorgesehen
und zu besetzen. Der jeweilige Jahrespraktikant besetzt auch die einzige Vollzeitstelle in der
OGS und gewährleistet somit, dass sich immer eine Ansprechperson vor Ort befindet.
Der Betreuung stehen zwei
Aufenthaltsräume zur Verfügung, in welchen sich die Kinder frei nach ihren Interessen
bewegen können. Hinzukommend kann der Schulhof genutzt werden, wo sich ununterbrochen eine Aufsichtsperson befindet. Im Schulgebäude
findet sich die Küche mit dem
angeschlossen
Speiseraum,
welcher eine Kapazität für 36
Kinder aufweist. Neben der
OGS-Küche kann auch die
Schulküche im Rahmen bestimmter AGs genutzt werden und einmal wöchentlich steht die
schuleigene Bücherei für das Betreuungsprogramm bereit. Im Zusammenhang der Hausaufgabenbetreuung werden Klassenräume herangezogen, sodass die eigentlichen Aufenthaltsräume der OGS dem Spiel allein vorbehalten sind. Die Grundschule Vonderort verfügt über
eine eigene Turnhalle auf dem Schulgelände, welche von der Offenen Ganztagsbetreuung
ebenfalls in Benutzung genommen werden kann.
Die Nutzung der schulischen Räume ist zwar jederzeit möglich, doch erfordert sie eine permanente Absprache zwischen OGS und Schule und einen strikten Zeitplan. Die Erforderlichkeit der Absprache stellt jedoch kein gewichtiges Hindernis dar, da die Schule mit ihren Lehrern und die Mitarbeiter der OGS ohnehin in Bezug auf die Hausaufgaben und die Entwicklung der Schüler im ständigen Austausch miteinander stehen. So ist auch immer ein Lehrer
zugegen, wenn die OGS-Mitarbeiter ein vertrauliches Gespräch mit Eltern führen. Auf diese
Weise kann eine objektive Beobachtung der Schülerinnen und Schüler und damit einhergehend die individuell bestmögliche Förderung gewährleistet werden.
57
Gohe
2.4.25 Grundschule Welheim
Den Offenen Ganztag der Grundschule Welheim besuchen im laufenden Schuljahr
2013/2014 rund 116 Schüler. Neben der Hausaufgabenbetreuung und dem gemeinschaftlichen Mittagessen werden auch vielfältige AGs angeboten, an denen die Kinder teilnehmen
können. Dabei sollte jedes Kind an mindestens einer AG teilnehmen, möglich ist jedoch pro
Kind die Teilnahme an zwei bis drei AGs pro Woche. Zurzeit umfasst das Angebot an AGs
im Offenen Ganztag der Grundschule Welheim elf verschiedene AGs.
Die Zusammensetzung und Nutzung der zurzeit angebotenen AGs lässt sich wie folgt getrennt nach Sport-AGs und sonstigen AGs in einem Balkendiagramm darstellen:
Fußball-AG
Basteln
Bewegung
Backen
Vorlesen
Kooperationsspiele
sonstige AGs
Naturforscher-AG
Sport-AGs
Schwimmen
Cheerleader
Musik mit Bewegung
Einrad-AG
0
10
20
30
40
50
60
70
Anzahl der Kinder
Abbildung 20 - Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen.
Der prozentuale Anteil der Sport-AGs am Gesamtangebot der AGs beträgt rund 55 %.
Dabei finden die AGs im Zeitraum zwischen 14 und 16 Uhr statt, wobei jeweils in den AGs
eine Aufteilung der AG-Teilnehmer in zwei Gruppen erfolgt, so dass die erste Gruppe von 14
bis 15 Uhr stattfindet und die zweite Gruppe von 15 bis 16 Uhr. Pro Gruppe nehmen im
Schnitt 10 Kinder teil, wobei es bei einigen AGs zu Abweichungen bei den Teilnehmerzahlen
kommt. So können beispielsweise an der Einrad-AG in der Anfängergruppe nur fünf Kinder
und in der Fortgeschrittenengruppe acht Kinder teilnehmen, um eine individuelle Förderung
zu gewährleisten. Während bei der Fußball-AG 15 Kinder pro Gruppe und bei der Bewegungs-AG zwölf Kinder pro Gruppe teilnehmen können. Die angebotenen AGs finden jeweils
wöchentlich statt, wobei die Fußball-AG mit jeweils zwei Gruppen an zwei Tagen in der Wo58
che stattfindet. Die Bastel-AG wird ebenfalls an zwei Tagen in der Woche mit zwei Gruppen
angeboten. Eine weitere Besonderheit im wöchentlichen Rhythmus und der Gruppenorganisation stellt die AG „Musik mit Bewegung“ dar, an der grundsätzlich alle Schüler der ersten
Klassen teilnehmen dürfen, da diese auch nur für eine Stunde in der Woche für eine Gruppe
von bis zu 20 Kindern angeboten wird. Dabei ist die Kapazität von 20 Plätzen in der AG bisher entsprechend den AG-Wünschen der Kinder ausreichend gewesen.
Für die Betreuung der Kinder im Offenen Ganztag der Grundschule Welheim stehen elf
Stammmitarbeiter und zehn speziell für die Leitungen der verschiedenen AGs eingekaufte
Personen zur Verfügung. Grundvoraussetzung ist dabei für alle Mitarbeiter im Umgang mit
Kindern das regelmäßige Vorlegen eines aktuellen polizeilichen Führungszeugnisses ohne
Einträge. Darüber hinaus müssen alle Mitarbeiter, die eine Sport-AG leiten einen Übungsleiterschein vorweisen können. Auch in den sonstigen AGs ist für die jeweiligen AG-Leiter die
entsprechende Erfahrung und Qualifikation in dem Aufgabengebiet erforderlich. Personen,
die beispielsweise den Bundesfreiwilligendienst im Offenen Ganztag ableisten, können lediglich als Hilfskräfte zur Unterstützung der AG-Leiter eingesetzt werden, da sie nicht über ausreichendes Fachwissen verfügen.
Um die ständige Weiterbildung des Personals im Offenen Ganztag zu gewährleisten, werden
für die Stammmitarbeiter regelmäßig freiwillige Fortbildungen in den unterschiedlichen Aufgabengebieten sowie im pädagogischen Bereich angeboten.
Des Weiteren stehen dem Offenen Ganztag der Grundschule Welheim an Räumlichkeiten
alle Klassenräume der Schule, eine Bücherei, ein Computerraum, eine Küche sowie spezielle (Gruppen-)räume für die Betreuung im Offenen Ganztag zur Verfügung. Für sportliche
Aktivitäten stehen neben der großen Sporthalle der Schule, die an zwei Nachmittagen in der
Woche genutzt werden darf, eine Gymnastikhalle der Schule, die jeden Nachmittag genutzt
werden kann sowie ein Schwimmbad auf dem Schulgelände, ein Sportplatz und eine Grünfläche neben dem Schulgelände zur Verfügung. Darüber hinaus können die Kinder sich auf
dem Schulhof mit vorhandenen Fußballtoren, einem Klettergerüst, einem Sandbereich und
verschiedenen Fahrzeugen zusätzlich sportlich betätigen.
Die Zusammenarbeit mit der Schule wird von der Leitung des Offenen Ganztags als sehr gut
beschrieben, da ein regelmäßiger Austausch erfolgt, bei dem über Erfahrungen, Eindrücke
und Verbesserungsvorschläge gesprochen wird.
59
Fuchs / Schneider
2.5 Gesamtheit der Angebote
An den Bottroper Grundschulen gibt es
insgesamt eine Vielfalt von 90 AGs, die
sich rund um die verschiedensten Themenbereiche wie zum Beispiel Sport,
Motorik, Kreativität, Ernährung oder auch
Handwerk drehen. Der Gesamtzahl von
2502 in den Offenen Ganztagsschulen
angemeldeten Kindern steht ein Volumen
von ca. 3700 AG-Plätzen gegenüber.
Aufgrund von teilweise schwankenden
Teilnehmerzahlen bei den einzelnen Angeboten, was der Flexibilität in Bezug auf die jeweiligen unterschiedlichen Situationen im
Betreuungsalltag geschuldet ist, kann hier keine exakte Zahl genannt werden.
Von den 90 angeboten AGs beschäftigen sich 24 mit unterschiedlichen Sportarten von brasilianischem Kindertanz über Fußball bis hin zu Volleyball.
Die Gewichtung der Sportangebote stellt sich wie folgt dar:
Sportanteile im Vergleich zu den sonstigen AGs
26,67%
Sport
sonstige Ags
73,33%
Abbildung 21 – Sportanteile im Vergleich zu den sonstigen AGs in %
60
Fußball
Sport und Spiel
Tanzen
Tennis
Einrad
Judo
Volleyball
brasialianscher Tanz
Mädchen Fußball
Leichtathletik
Tischtennis
Völkerball
Kinderturnen
Frischluft
Sport
Streetdance
Zirkussport
Klettern
Schwimmen Förder
Schwimmen
Basketball
Tai Wan Do
Billard
Kicker
Überblick der
Sportangebote
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
Anzahl der
Schulen
Am meisten vertreten ist hierbei die Fußball-AG, die an 18 von 24 Schulen angeboten wird.
Darauf folgt die Sport und Spiel-AG, welche an 14 von 24 Schulen zu belegen ist. Weiterhin
kann an 10 von 24 Schulen an der Tanz-AG teilgenommen werden. An weiteren 8 von 24
Schulen kann eine Tennis-AG besucht werden. 7 von 24 Schulen offerieren eine Einrad-AG.
Eine Volleyball-AG kann an 3 von 24 Schulen besucht werden. Eine Judo-AG steht derzeit in
5 von 24 Schulen zur Auswahl. Brasilianischer Kindertanz, Mädchen-Fußball, Leichtathletik
und Tischtennis finden sich derzeit jeweils an 2 von 24 Schulen im Gesamtangebot wieder.
Im aktuellen Sportangebot finden sich des Weiteren je einmal Tai Wan Do, Basketball, Kinderturnen, Billard, Schwimmen, Schwimmförderung, Klettern, Zirkussport, Streetdance,
Sport, Frischluft, Völkerball und eine Kicker-AG wieder.
61
Neben den sportlichen Angeboten werden auch musische und handwerkliche AGs offeriert,
welche zahlreich besucht werden. Diese können anhand der folgenden Balkendiagramme
schematisch dargestellt werden.
Trommeln
Flöten
Gitarre
musische Ags
Musik
Hörspiel
Klang und Gesang
0
2
4
6
8
Anzahl der
Schulen
Im musischen Bereich bieten 7 von 24 Schulen eine Trommel-AG an. Weiterhin wird von 3
der 24 Schulen eine Flöten-AG angeboten, welche oftmals aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen in zwei Gruppen nach Anfängern und Fortgeschrittene aufgeteilt wird. An weiteren 3
von 24 Schulen werden eine Gitarren-AG und eine reine Musik-AG angeboten. Eine Hörspiel-AG wird in 2 von 24 Schulen zur Wahl gestellt. An einer der 24 Schulen wird eine Klang
und Gesang AG offeriert.
Werken
Töpfern
künstl.
Gestal…
handwerkliche
Ags
Nähen
Häkeln
Filzen
0
2
4
6
8
10
Anzahl der
Schulen
Rund um den handwerklichen Bereich wird an 9 von 24 Schulen eine Werken/Holz AG angeboten. Des Weiteren wird an 7 der 24 Schulen eine Töpfer-AG zur Auswahl gestellt. Auch
eine Näh-AG und eine künstlerische Gestaltungs-AG werden an 4 von 24 Schulen angeboten. An 3 von 24 Schulen wird eine Häkel-AG realisiert. Eine Filz-AG wird an 2 von 24 Schulen offeriert.
62
Weitere beliebte AGs, die von einer großen Anzahl der Schulen angeboten werden, werden
folgend in einem Balkendiagramm dargestellt.
Kochen und Backen
Kreativ
Computer
(Klang)Entspannung
sonstige
Ags
Theater
Experimente
0
5
10
15
Anzahl der
Schulen
Eine der beliebtesten AGs ist die Koch und Back AG, an welcher die Kinder in 14 von 24
Schulen teilnehmen können. Eine weitere beliebte AG ist die Kreativ-AG, welche ebenfalls in
10 von 24 Grundschulen von den Kindern besucht werden kann. Die Computer-AG sowie die
(Klang)-Entspannungs-AG werden in 9 von 24 Grundschulen den Kindern zur Wahl angeboten. Zudem gibt es in 6 von 24 Schulen eine Theater-AG. Weiterhin wird in 5 von 24 Grundschulen eine Experimenten-AG angeboten. Sowohl die Computer-AG als auch die Experimenten-AG werden häufig in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt oftmals gemäß
dem Alter bzw. nach Anfängern und Fortgeschrittenen. Dabei bilden meistens die 1 und 2
Klasse eine Gruppe und die 3 und 4 Klasse eine Gruppe. Auch die Koch und Back AG wird
in den meisten Fällen in zwei oder sogar mehrere Gruppen aufgeteilt, da hierbei eine große
Beteiligung der Kinder stattfindet.
63
Da sich das Angebot im Offenen Ganztag als äußerst facettenreich darstellt, sind nicht alle
AGs eindeutigen Kategorien zuzuordnen. Solche AGs, die an der einen oder anderen Schule
angeboten werden, lassen sich in ihrer Anzahl wie folgt darstellen:
Lesen
Basteln
Naturforscher
Schach
Malen
Förderinsel Mathe
Keramik
Englisch
Bücherei
Fotografie
Lego
Film
Spanisch
Spiele
sonstige
Ags
0
1
2
3
4
5
6
7
8
Anzahl der
Schulen
In 7 von 24 Schulen wird eine Lese-AG in den verschiedensten Variationen wie Leseförderung, Lese-Club und Vorlesen angeboten. In weiteren 5 von 24 Schulen werden eine BastelAG und eine Naturforscher-AG offeriert. An 3 von 24 Schulen können die Kinder eine MalAG, eine Keramik-AG oder auch die Förderinsel Mathe-AG besuchen. Des Weiteren werden
in 2 von 24 Schulen eine Englisch-AG, eine Bücherei-AG, eine Fotografie-AG, eine LegoAG, eine Film-AG, eine Spanisch-AG und eine Spiele-AG zur Auswahl gestellt.
Es gibt eine Vielzahl von außergewöhnlichen AGs, die jeweils von nur einer von 24 Schulen
angeboten werden. Darunter zählen:

Abendteuer-AG

Fairplay-AG

Acrylmalerei-AG

Garten-AG

Afrika-AG

Hausaufgabenförderung

Arche Noah-AG

Kleine Hexen-AG

Aquarium-AG

Knobel-AG

Bilderbuchland-AG

Kreatives Schreiben

Briefmarken

Leckerschmecker-AG

Cheerleader-AG

Maskenbildner-AG

Erste-Hilfe-AG

Mosaik-AG

Essen und Trinken aus aller Welt

Mut-tut-gut-AG
64

Pappmaschee-AG

Trickfilme-AG

Phantasiewelt-AG

Überraschungs-AG

Puppen-AG

Wollmäuse-AG

Sachenmacher-AG

Zauber-AG

Schmuck-AG

3-D Graffiti-AG

Streitschlichter-AG

10-Finger-Schreiben-AG

Süße Früchte-AG
Wenn man nun von der bereits genannten ungefähren Anzahl der zur Verfügung stehenden
3700 AG-Plätzen ausgeht, so kann man sagen, dass jedem der 2502 angemeldeten Kinder
1,5 Plätze im Durchschnitt angeboten werden können. In Hinsicht auf die sportlichen Angebote besteht eine Kapazität von insgesamt rund 1400 Teilnahmemöglichkeiten, was 0,6 Plätzen je Kind entspricht.
Besondere Auffälligkeiten bezüglich der verschiedenen Angebote oder Kapazitäten hinsichtlich der Geografie, beispielsweise ein Nord-Süd-Gefälle oder feste Strukturen der einzelnen
Stadtteile, können nicht ausgemacht werden.
Gohe
2.6 Zusammenfassung der personellen Situation im Offenen Ganztag
Die folgenden Ausführungen sollen einen kurzen Gesamtüberblick über das im Offenen
Ganztag tätige Personal mit besonderer Berücksichtigung von Ausbildung und Qualifizierung
bieten. Dabei ist es wichtig, zu unterscheiden, dass das Personal im Offenen Ganztag nicht
zum Lehrpersonal der jeweiligen Grundschule gehört, sondern von den Trägern des Offenen
Ganztags organisiert wird.
Für die Betreuung der Kinder im Offenen Ganztag stehen vor allem neben den festen Mitarbeitern an den einzelnen Offenen Ganztagsgrundschulen auch von den Trägern engagierte
externe spezialisierte Fachkräfte für AG-Angebote zur Verfügung. Das Stammpersonal im
Offenen Ganztag der Grundschulen setzt sich dabei überwiegend aus pädagogischen Fachkräften, wie zum Beispiel Erziehern, Kinderpflegern, Diplompädagogen, Schulsozialarbeitern
und (Sport-)Lehrern zusammen. Die Anzahl des pädagogischen Stammpersonals je Offenem Ganztag an den Grundschulen richtet sich dabei nach der Anzahl der zu betreuenden
Kinder, so dass sich hier im Rahmen der geführten Interviews im Durschnitt Zahlen zwischen
vier festen Mitarbeitern an kleineren Offenen Ganztagsgrundschulen und 13 Mitarbeitern an
größeren Offenen Ganztagsgrundschulen ergaben. Unterstützend tätig sind neben dem pädagogischen Fachpersonal auch Praktikanten, die beispielsweise im Rahmen ihrer Erzieherausbildung ihr Anerkennungsjahr im Offenen Ganztag absolvieren und Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammeln, freiwillige Hilfskräfte beispielsweise für den Küchenbetrieb, sowie Studenten, die entweder als Lehramtsstudenten Spaß an dem Umgang mit Kindern haben und im Rahmen ihres Studiums bereits pädagogische Grundsätze für den Umgang mit
Kindern erlernt haben oder im Rahmen der AG-Angebote über Erfahrungen und Wissen in
65
dem jeweiligen AG-Angebot verfügen. Demzufolge lässt sich das Personal im Offenen Ganztag nach Angaben der OGS-Leitungen als „multiprofessionell“ bezeichnen.
Zusätzlich findet die Betreuung und Unterstützung der Kinder während der Hausaufgabenerledigung in vielen1 Grundschulen auch durch Lehrkräfte der jeweiligen Schulen statt.
Externe Mitarbeiter für spezielle Themenbereiche im AG-Angebot, wie beispielsweise im
musischen Bereich oder in verschiedenen Sportarten, lassen sich unter anderem durch Kooperationen mit Sportvereinen, dem Stadtsportbund, der Musikschule, der Kulturwerkstatt
und weiteren Institutionen erreichen. Es werden bereits viele der angebotenen Sport-AGs an
den Schulen von ausgebildeten Trainern der Sportvereine für den jeweiligen Sportbereich
oder (ehemaligen) Sportlehrern geleitet. Ebenso wurde in vielen weiteren AGs die Leitung
von fachlich erfahrenen Kräften übernommen, die selbst über Erfahrung in dem jeweiligen
Aufgabengebiet verfügen.
Zwingend erforderlich ist für alle Leiter der Sport-AGs ein Übungsleiterschein, ohne den
Übungsleiterschein kann im Sportbereich lediglich eine unterstützende Tätigkeit neben einem Kursleiter mit Übungsleiterschein wahrgenommen werden. Darüber hinaus wurde in
den Gesprächen mit den Leitungen des Offenen Ganztags an den einzelnen Schulen angegeben, dass es für die Mitarbeiter aufgrund des Umgangs mit den Kindern verpflichtend ist in
regelmäßigen Abständen ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen. Außerdem
gibt es für die Mitarbeiter regelmäßig verpflichtende Fortbildungen im Bereich der ErstenHilfe und der Hygienevorschriften.
Die Arbeit der Mitarbeiter im Offenen Ganztag erfolgt überwiegend in Teilzeit mit etwa 20
Stunden pro Woche, eine Ausnahme bilden lediglich einige Hilfskräfte, wie beispielsweise
Praktikanten, die in Vollzeit arbeiten, um die Betreuung der Kinder zeitlich umfassend zu
gewährleisten.
Als problematisch für den Gewinn neuer Mitarbeiter und AG-Fachkräfte gilt jedoch die Arbeitszeit im Mittags- und Nachmittagsbereich, da viele der angebotenen AGs in der Zeit zwischen 14 und 16 Uhr stattfinden. Für diese Zeit ist es grundsätzlich schwierig (ehrenamtliche) Mitarbeiter oder Trainer zu finden, da viele Menschen zu der Zeit entweder selbst noch
in ihrem Hauptberuf tätig sind oder die Sportvereine in dieser Zeit ihre Trainer für das eigene
Training benötigen. Daher wird in vielen Fällen versucht auf Studenten mit Erfahrung und
Kompetenzen in verschiedenen Aufgabengebieten die im Nachmittagsbereich zeitlich freie
Kapazitäten haben zurückzugreifen.
1
Hinweis: Da nicht von allen Schulen die entsprechenden Informationen zum Personal in gleichem
Umfang vorliegen, können an dieser Stelle keine Angaben über konkrete Zahlen gemacht werden.
66
Sakowski
3 SportIf
„Unsere Kinder werden immer dicker!“. Diese Aussage kann weder wissenschaftlich bestätigt, noch wiederlegt werden. Und doch gibt diese Aussage das wieder, was viele Leute
wahrnehmen. Oftmals sind eine ungesunde Ernährung, sowie Bewegungsmangel die Gründe dafür, dass die Kinder von heute zunehmend an Übergewicht leiden. Doch grade das
Thema Sport bekommt zunehmend eine größere Bedeutung. Die Gründe dafür, dass Kinder
sich schlecht ernähren sind vielfältig. Fast-Food ist zum einen, wie der Name bereits sagt,
schnell und einfach zubereitet und schmeckt zum anderen vielen Kindern und Jugendlichen.
Ebenso gibt es auch viele Gründe, weswegen Kinder und Jugendliche wenig bis gar keinen
Sport machen. Nicht immer sind jene Kinder, die keinen Sport machen, auch gleich „faul“.
Nicht jedem Kind ist es möglich einen Sportverein zu besuchen. Dies kann zum einen an
dem Mitgliedsbeitrag liegen, zum anderen vielleicht auch an einer zu großen Entfernung zur
Sportstätte. Zudem kann es auch der Fall sein, dass die Vielfalt an Sportangeboten vor Ort
eher mangelhaft ist. Außerdem hängt es auch von den örtlichen Gegebenheiten ab, ob es
Kindern und Jugendlichen möglich ist, in ihrer Freizeit auch außerhalb eines Vereins Sport
machen zu können. Jene Städte zum Beispiel, die über Wälder, Parks oder ähnlichen Gegebenheiten verfügen, regen eher zu Laufsportarten wie Joggen oder Radsport an, als beispielsweise Großstädte, in denen sich kein grünes Fleckchen finden lässt. Letztendlich ist es
ebenso auch der Fall, dass viele Kinder nicht ausreichend über Sport und Sportarten informiert sind und somit bis jetzt vielleicht einfach nur nicht die Gelegenheit bestand bei dem
Kind ein Interesse für Sport zu wecken.
3.1 SportIf- was ist das?
An diesem Punkt greift das Projekt „SportIf“. Dieses wurde 2009 in Zusammenarbeit mit dem
Bildungsbüro sowie dem Sport- und Bäderbetrieb der Stadt Bottrop entwickelt und vom damaligen zuständigen Dezernenten für Sport, Herrn Tischler, genehmigt. Projektleiter ist Michael Schön, welcher auch als Berater im Schulsport der Bezirksregierung Münster tätig ist.
„SportIf“ steht für Sportmotorik und individuelle Förderung. Innerhalb des Projekts soll ein
Netzwerk zwischen der Stadt, dem Sport und den Schulen geschaffen werden, welches unterschiedliche Unterstützungsleistungen für verschiedene Akteure (Schulen, Eltern und Kindern, Vereinen etc.) anbietet, sowie Maßnahmen zur Bewegungs- und Gesundheitsförderung von Kindern in und um (Ganztags-)Schulen in Bottrop entwickelt. Das Projekt greift da,
wo es viele Kinder auf einmal anspricht: an den Schulen. Es soll den Kindern ermöglichen
ihre persönlichen Stärken zu erforschen und jedem einzelnen Kind die Möglichkeit geben,
Sport oder genauer seinen Wunschsport ausüben zu können. Grundlage hierfür ist § 1 des
Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen:
67
§1 Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen
Recht auf Bildung, Erziehung und individuelle Förderung
(1) Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung. Dieses Recht wird
nach Maßgabe dieses Gesetzes gewährleistet.
(2) Die Fähigkeiten und Neigungen des jungen Menschen sowie der Wille der Eltern bestimmen seinen Bildungsweg. Der Zugang zur schulischen Bildung steht jeder Schülerin und jedem Schüler nach
Lernbereitschaft und Leistungsfähigkeit offen.
„SportIf“ wird seit 2010 an den Bottroper Schulen umgesetzt. Wir haben jedoch unser Augenmerk auf die 21 Bottroper Grundschulen gerichtet. Jeder Schule ist ein „SportIfBeauftragter“ zugeteilt, welcher für die Umsetzung und Betreuung des Projekts vor Ort zuständig ist. Zu Beginn eines jeden Schuljahres werden auf freiwilliger Basis grundlegende
Daten der Bottroper Grundschüler erfasst. Hierzu gehören unteranderem der Body-MassIndex, Informationen über die Schwimmfähigkeiten des Kindes, sowie eine möglicherweise
bestehende Vereinszugehörigkeit. Außerdem wird geprüft, wie leistungsstark die Kinder in
den Bereichen Koordination, Wahrnehmung, Ausdauer und Haltung sind. Zudem wird ein
Test durchgeführt, welcher Informationen über die sportmotorischen Fähigkeiten der Kinder
liefern soll, um aussagekräftige Ergebnisse erhalten zu können. Folgende acht Übungen
werden von den Kindern im Laufe der Testung durchgeführt.
2
Abbildung 23 - Bestandteile der Testung
Der sportmotorische Test für Nordrhein-Westfalen wurde von Experten an der Universität
Karlsruhe entwickelt und wird vom Sportministerium NRW empfohlen und unterstützt.
Durchgeführt wird der Test von geschulten Studententeams der Universität Duisburg-Essen
unter der Leitung von Dr. Dirk Hoffmann. Der Test sowie die Angabe der Daten zur
Schwimmfähigkeit, Vereinsmitgliedschaft und dem Gewicht sind freiwillig. In den Jahren
2
Folie 12 zur Diagnose und Testung aus der Präsentation „SPORTIF- SPORTmotorik.Individuelle
Förderung“ von Michael Schön und Peter Schmidt
68
2010, 2011, 2012 und 2013 haben jeweils mehr als 96,0% der Bottroper Zweitklässler an
dem Test teilgenommen. Jedes Kind erhält innerhalb dieses Tests ein persönliches StärkenProfil auf welchem seine Leistungsfähigkeit aufgeführt ist. Zudem erhalten die Eltern mit Abschluss des Tests Spiel- und Übungsvorschläge zur außerschulischen Förderung. Diese
Übungsvorschläge könnten zum Beispiel Seilchenspringen oder Hüpfspiele sein, wenn ein
Kind eine „Schwäche“ im Standweitsprung hat. Ein weiterer Vorschlag wäre es, Kletterübungen zu machen, wenn Probleme bei zum Beispiel „Liegestützen“ bestehen. Ziel ist es die
individuelle sportmotorische Fähigkeit des Kindes zu fördern.
Um den Kindern vor Ort die bestmögliche Ausbildung zu gewährleisten, finden regelmäßig
Fortbildungen für das Personal an den Schulen, den SportIf-Beauftragten, sowie den externen Fachkräften statt. Zum einen gibt es Fortbildungen, die für jeden Pflicht sind, wie zum
Beispiel Erste-Hilfe Kurse, zum anderen gibt es Fortbildungen, die sich speziell nach dem
Wunsch des Personals bzw. der Fachkräfte richten. Dadurch soll eine möglichst hohe Qualifizierung des Personals bzw. der Fachkräfte sichergestellt werden.
Eine weitere Maßnahme des Projektes sieht vor, die örtlichen Gegebenheiten mit in den
Sportunterricht einzubeziehen. Befindet sich direkt vor Ort ein Schwimmbad, bietet es sich
an einen Schwimmkurs bzw. eine Schwimm AG an der Schule anzubieten. Zudem sollen
auch „Bewegungsflächen“, wie zum Beispiel Parks, gut erhalten und ausgebaut werden.
Außerdem werden in regelmäßigen Abständen auch spezielle Events, wie zum Beispiel
Tanzfeste, angeboten. Das Tanzfest „Hits für Kids“ ging dieses Jahr bereits in die vierte
Runde und ist jedes Jahr aufs Neue gut besucht.
Um den Kindern auch außerhalb der Schule Sport nahe zu bringen, wird im Rahmen von
„SportIf“ jedes Jahr der „Tag des Erlebnissports“ angeboten. Hier lernen die Kinder Sportarten kennen, wie zum Beispiel Eislaufen, Klettern und Golf. Ziel ist es den Kindern auch einmal ganz andere Sportarten nahezubringen. Der Tag des Erlebnissports umschließt zugleich
das Kooperationsprojekt der Stadt Bottrop und dem Willibald Gebhardt Institut e.V., das den
Namen „Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ (kurz: gkgk) trägt. Ausgewählt wurden
hierfür die Grundschulen Grafenwald und Welheim.
In Verbindung mit „SportIf“ findet jedes Jahr der „Tag der Talente“ statt, bei welchem die
Kinder, bzw. Talente mit den ortsansässigen Sportvereinen zusammen gebracht werden.
Dies soll den Kindern die Chance ermöglichen einen neuen Einblick in die Welt des Sports
zu erlangen und bestenfalls Interesse in einer ihnen bisher weniger bekannten Sportart zu
wecken. Der nächste Schritt ist es dann, Kontakt zwischen den Schulen und Vereinen herzustellen, sodass der Vereinssport auch im normalen Schulalltag umgesetzt werden kann.
Dies hat bereits an diversen Bottroper Schulen erfolgreich funktioniert. So findet zum Beispiel an der Grundschule Grafenwald jede Woche ein Einrad Kurs in Zusammenarbeit mit
dem VfL Grafenwald statt, an dem bis zu 16 Kinder teilnehmen. Dies soll ermöglichen, dass
die Talente der Kinder auch während der Schulzeit gefördert werden. Andersrum soll sowohl
den Kindern, als auch den Eltern ermöglicht werden auch außerhalb der Schule Kontakt zum
Verein aufnehmen zu können. Unterstützung hierbei leistet auch der Bottroper Sportbund,
eine Unterorganisation des Landessportbundes, welcher den „Interessierten“ der 21 Bottroper Grundschulen verschiedenste Sportarten aus den Bereichen Leichtathletik, Turnen sowie
Indoor und Outdoor Ballsportarten, nahe bringen will. Zudem stellt er Kontakt zwischen den
Schulen und Vereinen her.
69
Um den Sport speziell auch Menschen mit Migrationshintergrund näher zu bringen und diese
auch im Schulalltag besser zu integrieren, gibt es in Bottrop das „integrative Sportzentrum
Welheim“. Im Rahmen von „SportIf“ sollen künftig in Zusammenarbeit mit dem Sportzentrum
Angebote speziell für Menschen mit Migrationshintergrund entwickelt werden.
Da „SportIf“ bereits erste Erfolge im normalen Schultag der Bottroper Grundschulen feiern
konnte und der Ganztagsunterricht eine zunehmend größere Bedeutung bekommt, ist es an
dieser Stelle interessant, sich die Ergebnisse der SportIftestungen der letzten Jahre genauer
betrachten, da eine mögliche Entwicklung auf „SportIf“ zurückzuführen sein könnte.
3.2 Die Vorgehensweise
In der folgenden Analyse wird die Entwicklung der sportmotorischen Fähigkeiten der Bottroper Zweitklässler aufgeführt, da diese auf „SportIf“ zurückzuführen sein könnten.
Die Ergebnisse stammen aus den Jahren 2010 und 2013 und werden miteinander verglichen. Die Ergebnisse der Jahre 2011 und 2012 werden hier nicht aufgeführt, da der Vergleich der Ergebnisse der Jahre 2010 und 2013 für das Aufweisen einer Entwicklung ausreichend ist.
Es werden Vergleiche zwischen männlichen und weiblichen Probanden, Probanden mit und
ohne Migrationshintergrund und den Bottroper Stadtteilen aufgeführt und erläutert. Dies dient
dem Zweck mögliche Brennpunkte und Fördergruppen aufzuzeigen und zu erörtern, ob
„SportIf“ diese bis 2013 unterstützen oder gar bereinigen konnte bzw. die Möglichkeit besteht
dies in Zukunft zu können. Verglichen wird in den Kategorien „Schwimmfähigkeit“, „Vereinsmitgliedschaft“, „Gewicht“, „motorische Leistungsfähigkeit“ und „Interessensgruppen“, da
diese auch während der „SportIf-Testung“ jährlich abgefragt bzw. getestet werden. Nicht zu
jedem Vergleich ist eine Grafik oder ein Diagramm aufgeführt, da dies auf Grund von teilweise marginalen Veränderungen nicht zwingend erforderlich erschien.
Mögliche Gründe für eine Verbesserung oder Verschlechterung werden nicht aufgeführt, da
es in dieser Analyse lediglich darum geht eine mögliche Entwicklung aufzuzeigen.
3.3 „SportIf“ im Jahr 2010 – die Ausgangslage
Als „SportIf“ 2010 in die erste Runde ging befanden sich zum Zeitpunkt des ersten Tests
insgesamt 1049 Kinder in den zweiten Klassen der Bottroper Grundschulen. Hier von nahmen insgesamt 982 Kinder an dem Test teil. Dies entspricht einem Anteil von 93,7 %. Es
nahmen 258 Kinder mit Migrationshintergrund teil. Die Vermutung, dass Bottrop im negativen
Trend bezüglich der sportmotorischen Leistungsfähigkeit liegt, wurde durch die Testergebnisse zusätzlich untermauert.
70
3.3.1
Angaben zur Schwimmfähigkeit im Jahr 2010
Indikator für die Schwimmfähigkeit ist das Schwimmabzeichen Seepferdchen. Jenes Abzeichen erhält man, wenn man die Prüfungen für Schwimmanfänger bestanden hat. Diese umfassen für Schwimmanfänger unter 18 Jahren den Sprung vom Beckenrand, sowie 25-MeterSchwimmen und das Heraufholen eines Gegenstandes mit den Händen aus schultertiefem
Wasser. Obwohl nirgendwo festgeschrieben steht, ab wann ein Kind schwimmen können
sollte, können die meisten Kinder in der Regel ab dem sechsten Lebensjahr schwimmen.
Nach der ersten Testung wurde deutlich, dass nur rund jedes zweite Kind der Probanden im
Erhebungszeitraum 2010 das Schwimmabzeichen Seepferdchen besaß.
Angaben zur Schwimmfähigkeit
(Schwimmer: Ja/Nein)
Ja
50,67%
Ja
Nein
keine Angaben
48,47%
Nein
0,86%
0,00%
10,00%
20,00%
30,00%
40,00%
50,00%
60,00%
3
Abbildung 24 - Angaben zur Schwimmfähigkeit im Erhebungszeitraum 2010 in %; Indikator: Seepferdchen
Demnach besaßen 48,47 % der befragten Probanden nicht das Schwimmabzeichen Seepferdchen und konnten demnach nur sehr schlecht bis gar nicht schwimmen.
Der geschlechterspezifische Unterschied war nicht sehr groß, dennoch lässt sich an Hand
der Ergebnisse sagen, dass durchschnittlich mehr Mädchen schwimmen konnten, als Jungen. So gaben 52,03 % der weiblichen Probanden an, dass Schwimmabzeichen Seepferchen zu besitzen. Lediglich 49,21 % der männlichen Probanden besaßen im Erhebungszeitraum 2010 das Schwimmabzeichen Seepferdchen.
3
Die Informationen und Daten stammen aus Folie 16 der Präsentation „SPORTIF- SPORTmotorik.Individuelle Förderung“ von Michael Schön und Peter Schmidt; Testergebnisse bezüglich der
Schwimmfähigkeit im Jahr 2010
71
Angaben zur Schwimmfähigkeit
(nach Geschlecht)
weiblich
männlich
0,00%
20,00%
Ja
Nein
40,00%
60,00%
0,00%
20,00%
40,00%
60,00%
keine Angaben
4
Abbildung 25 - Angaben zur Schwimmfähigkeit im Erhebungszeitraum 2010 nach Geschlecht in %
Auf Grund dieser Ergebnisse lässt sich jedoch nicht sagen, dass grade eine spezielle Gruppe, also Jungen oder Mädchen, besonders förderungsbedürftig waren. Dies ändert sich jedoch, wenn man sich den Vergleich zwischen Probanden ohne bzw. mit Migrationshintergrund ansieht.
4
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 3 unter dem Punkt
Schwimmfähigkeit
72
Angaben zur Schwimmfähigkeit
(Vergleich der Kinder ohne und mit Migrationshintergrund)
mit Migrationshintergrund
Ohne Migrationshintergrund
0,00%
20,00%
Ja
40,00%
Nein
60,00%
80,00%
0,00% 20,00% 40,00% 60,00% 80,00% 100,00%
keine Angaben
5
Abbildung 26 - Vergleich der Ergebnisse der Kinder ohne und mit Migrationshintergrund bezüglich ihrer
Schwimmfähigkeit im Erhebungseitraum 2010 in %
Demnach besaßen im Erhebungszeitraum 2010 lediglich 16,67 % der Probanden mit Migrationshintergrund das Schwimmabzeichen Seepferdchen. Im Vergleich dazu gaben 62,79 %
der Probanden ohne Migrationshintergrund an, schwimmen zu können. Ganze 82,96 % der
Kinder mit Migrationshintergrund besaßen im Erhebungszeitraum 2010 nicht das
Schwimmabzeichen Seepferdchen. Bei den Kindern ohne Migrationshintergrund waren es
lediglich 36,56 %.
Somit kristallisierten sich grade die Kinder mit Migrationshintergrund als besonders förderungsbedürftige Gruppe heraus.
Auch ortsspezifische Unterschiede wurden deutlich. So gaben Kinder, welche im Süden der
Stadt zur Schule gingen häufiger an, nicht das Schwimmabzeichen Seepferdchen zu besitzen, als jene Kinder, welche im Norden der Stadt zur Schule gingen. Brennpunkte waren
damals besonders die Stadtteile Ebel und Welheimermark, in denen weniger als 20,0 % der
befragten Kinder die Frage, ob sie das Schwimmabzeichen Seepferdchen besitzen, mit „Ja“
beantworten konnten. Im Vergleich dazu konnten mehr als 80,0 % Feldhausender und
Kirchhellner Schüler diese Frage mit „Ja“ beantworten.6
5
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 4 unter dem Punkt
Schwimmfähigkeit
6
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 4 unter dem Punkt
Schwimmfähigkeit
73
3.3.2
Angaben zur Vereinsmitgliedschaft im Jahr 2010
Neben den Daten zur Schwimmfähigkeit wurden mit der Testung auch Daten bezüglich einer
Vereinszugehörigkeit gesammelt. Die Probanden wurden hier gefragt, ob sie Mitglied in einem Sportverein seien. Hierbei ergab sich, ähnlich wie bei den Ergebnissen zur Schwimmfähigkeit, dass rund jeder zweite Proband bzw. 53,20 % der Probanden in 2010 in einem Verein Mitglied waren.
Angaben zur Vereinsmitgliedschaft
(in einem Verein Mitglied: Ja/Nein)
Ja
53,20%
Ja
Nein
keine Angaben
45,94%
Nein
0,86%
0,00%
10,00%
20,00%
30,00%
40,00%
50,00%
60,00%
7
Abbildung 27 - Angaben zur Vereinszugehörigkeit im Erhebungszeitraum 2010 in %
Es gab keine nennenswerten Unterschiede zwischen den weiblichen und männlichen Probanden. Jedoch wurde auch hier ein Unterschied zwischen den Probanden mit und ohne
Migrationshintergrund deutlich.
7
Die aufgeführten Daten stammen aus der Präsentation „SPORTIF- SPORTmotorik.Individuelle Förderung“ von Michael Schön und Peter Schmidt; Folie 16 zur Vereinsmitgliedschaft
74
Angaben zur Vereinsmitgliedschaft
(Vergleich der Kinder ohne und mit Migrationshintergrund)
mit Migrationshintergrund
Ohne Migrationshintergrund
0,00%
20,00%
Ja
40,00%
Nein
60,00%
80,00%
0,00%
20,00%
40,00%
60,00%
80,00%
keine Angaben
8
Abbildung 28 - Vergleich der Ergebnisse der Kinder ohne und mit Migrationshintergrund bezüglich ihrer
Vereinszugehörigkeit im Erhebungseitraum 2010 in %
Während 62,35 % der Probanden ohne Migrationshintergrund an gaben in einem Verein Mitglied zu sein, waren es bei den Probanden mit Migrationshintergrund lediglich 27,78 %.
71,11 % der Probanden mit Migrationshintergrund bzw. 37,13 % der Probanden ohne Migrationshintergrund waren 2010 in keinem Verein.
Auch hier wurde an Hand der Ergebnisse ein „Nord-Süd-Gefälle“ erkennbar. Probanden,
welche im Norden der Stadt Bottrop zur Schule gingen, waren häufiger in einem Verein, als
Kinder, welche im Süden der Stadt zur Schule gingen. Brennpunkt war hier der Stadtteil Ebel, in welchem weniger als 20,0 % der dort zur Schule gehenden Probanden angaben, in
einem Verein zu sein. Im Vergleich dazu waren mehr als 80,0 % der Feldhausener Probanden in einem Verein.9
8
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 1 unter dem Punkt Vereinsmitgliedschaft
9
Siehe 8
75
3.3.3
Angaben zum Gewicht im Jahr 2010
Des Weiteren wurden Daten zum Gewicht der Probanden erfasst. Als Maßstab dient hier der
sogenannte „Body-Mass-Index“ oder auch kurz „BMI“. Dieser ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Mit steigendem
BMI gilt man als zunehmend übergewichtig. Im Folgenden wurden die Probanden in Gewichtsklassen eingeteilt, um die Ergebnisse der Testung besser verdeutlichen zu können.
Angaben zum Gewicht im Erhebungszeitraum
2010
(nach Geschlecht)
ADIPÖS
35
Gewichtsklasse
39
52
ÜBERGEWICHTIG
44
387
NORMALGEWICHTIG
367
UNTERGEWICHTIG
30
28
Probanden
weiblich
männlich
10
Abbildung 29 - Vergleich der Ergebnisse der weiblichen und männlichen Probanden in Gewichtsklassen im Erhebungszeitraum 2010 nach Nennungen (insgesamt 982 Angaben)
Gravierende geschlechterspezifische Unterschiede sind hier kaum zu erkennen. Insgesamt
sind die meisten der befragten Kinder normalgewichtig. Jedoch sind 44 der befragten Jungen
und 52 der befragten Mädchen übergewichtig. 39 der befragten Jungen sowie 35 der befragten Mädchen waren sogar im adipösen Bereich. Ganze 17,4 % der Probanden tragen zu viel
Gewicht mit sich rum11.
10
Die aufgeführten Daten stammen aus der Präsentation „SPORTIF- SPORTmotorik.Individuelle Förderung“ von Michael Schön und Peter Schmidt; Testergebnisse bezüglich des Gewichts im Jahr 2010;
Folie 17
11
Die 17,4 % setzen sich aus dem Anteil der übergewichtigen und adipösen Kinder zusammen. 17,4
% aller Probanden im aufgeführten Erhebungszeitraum waren übergewichtig oder adipös
76
Angaben zum Gewicht im Erhebungszeitraum
2010
(getrennt nach Kindern mit und ohne Migrationshintergrund)
38
ADIPÖS
Gewichtsklasse
45
43
ÜBERGEWICHTIG
53
175
NORMALGEWICHTIG
588
UNTERGEWICHTIG
11
47
Probanden
mit Migrationshintergrund
ohne Migrationshintergrund
12
Abbildung 30 - Vergleich der Ergebnisse der Kinder ohne und mit Migrationshintergrund in Gewichtsklassen im
Erhebungseitraum 2010 nach Nennungen
Hieraus wird deutlich, dass die Probanden mit Migrationshintergrund durchschnittlich eher an
Übergewicht und Adipositas leiden, als jene Kinder ohne Migrationshintergrund. So sind
ganze 27,9 % der Probanden mit Migrationshintergrund übergewichtig oder gar adipös. Nur
13,5 % der Probanden ohne Migrationshintergrund leiden an Übergewicht oder Adipositas.
Wie auch schon zuvor ließ sich sagen, dass grade jene Kinder, welche im Süden der Stadt
zur Schule gingen eher an Übergewicht leiden, als jene, die im Norden der Stadt zur Schule
gingen. Brennpunkte waren hier die Stadtteile Ebel und Welheim, in welchen 30,0%-36,0%
der dort zur Schule gehenden Probanden an Übergewicht leiden 13. In Feldhausen litten die
wenigsten Kinder an Übergewicht. Hier litten weniger als 6,0% der dort zur Schule gehenden
Probanden an Übergewicht.
3.3.4
Angaben zur motorischen Leistungsfähigkeit im Jahr 2010
Neben den Ergebnissen zur Schwimmfähigkeit, der Vereinszugehörigkeit sowie dem Gewicht, wurden auch Daten zu den motorischen Leistungsfähigkeiten der Kinder gesammelt.
Diese hatten hierfür die bereits weiter oben aufgeführten Übungen durchzuführen. Dabei
stellte sich heraus, dass besonders im Bereich des „Rückwärts Balancieren“ sowie den
12
Die Daten stammen aus der Präsentation „SPORTIF- SPORTmotorik.Individuelle Förderung“ von
Michael Schön und Peter Schmidt und wurden für diese Grafik neu angeordnet; Testergebnisse bezüglich des Gewichts im Jahr 2010; Folie 17
13
Die genannten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 6 unter dem Punkt Gesundheit
77
„Rumpfbeugen“ Probleme bestanden. Zudem ließ sich nachweisen, dass gerade die männlichen Probanden in Kraft intensiven Bereichen wie „Sit-Ups“, „Ausdauerfähigkeit“, „Schnelligkeit“ und dem „Standweitsprung“ bessere Fähigkeiten vorzuweisen hatten, als die weiblichen
Probanden14. 15
3.3.5
Sportliche Interessensgruppen im Jahr 2010
Bereits im Jahr 2010 war klar zu erkennen, dass sowohl bei den männlichen als auch bei
den weiblichen Probanden gewisse Lieblingssportarten vorherrschten. Schon damals zeichnete sich klar ab, dass grade bei den Jungen, Mannschaftsspiele wie Fußball sehr beliebt
sind. Darauf folgten der Schwimmsport, sowie Kampfsport.
Sportartenprofil der Jungen im Erhebungszeitraum 2010 16
Sportart
Mannschaftsspiele
Schwimmsport
Kampfsport
Rückschlagspiele
Leichtathletik
Turnen
Reitsport
Radsport
Tanzsport
Sportartübergreifend
Nennungen
150
71
60
37
23
9
4
3
0
0
Abbildung 31– Sportartenprofil der männlichen Probanden im Erhebungszeitraum 2010 nach Nennungen.
14
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010-2012; Seite 5 unter dem Punkt Gesundheit
15
Ein Vergleich zwischen den Probanden mit und ohne Migrationshintergrund war an dieser Stelle
nicht möglich, da keine dementsprechenden Informationen bekannt sind.
16
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012;Seite 2 unter dem Punkt Vereinsmitgliedschaft
78
Bei den Mädchen stand ganz klar der Schwimmsport an erster Stelle gefolgt von Tanzsport,
Turnen und Kampfsport. Auch wenn Kampfsport eher geschlechteruntypisch ist, zeigen die
Ergebnisse, dass Mädchen eher geschlechtertypische Sportarten wie Tanzen, Turnen oder
Reitsport bevorzugen.
Sportartenprofil der Mädchen im Erhebungszeitraum 2010 17
Sportart
Schwimmsport
Tanzsport
Turnen
Kampfsport
Leichtathletik
Reitsport
Radsport
Rückschlagspiele
Mannschaftsspiele
Sportartübergreifend
Nennungen
83
54
38
38
34
30
28
10
6
1
Abbildung 32– Sportartenprofil der weiblichen Probanden im Erhebungszeitraum 2010 nach Nennungen.
3.3.6
Fazit aus dem Jahr 2010
Nach der Ersten Testung wurde klar, dass es in Bottrop noch einiges zu tun geben würde.
Das Interesse war jedoch groß. Alle 21 Bottroper Grundschulen hatten an „SportIf“ teilgenommen. 93,7 % der damaligen Zweitklässler nahmen an dem Test teil. Zudem stiegen
mehrere Förderer und Unterstützer des Projekts mit ein. Hierzu zählten auch Vereine, die
seit dem mit den Schulen zusammenarbeiten und entsprechende AGs an den Schulen ermöglichen. Das Interesse war so groß, dass man beschloss im Jahr 2011 einen weiteren
Test durchzuführen. Auch hier ran beteiligten sich erneut alle 21 Bottroper Grundschulen.
Zudem beschlossen auch die weiterführenden Schulen einen „Re-Check“ einzuführen, welcher in der fünften Klasse durchgeführt wird.
17
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 2 unter dem Punkt Vereinsmitgliedschaft
79
3.4 „SportIf“ im Jahr 2013 – die Entwicklung
2013 ging „SportIf“ in die vierte Runde und konnte bereits erste Erfolge verzeichnen. Durch
sportife Maßnahmen konnten die Schüler bereits im Vorfeld gefördert werden, sodass die
Testergebnisse der Zweitklässler in 2013 deutlich besser ausfielen, als noch in 2010.
3.4.1
Angaben zur Schwimmfähigkeit im Jahr 2013
Angefangen mit der Schwimmfähigkeit sind die Veränderungen zwar nur marginal, jedoch
positiv.
Angaben zur Schwimmfähigkeit
(nach Geschlecht)
männlich
0,00%
20,00%
Ja
Nein
weiblich
40,00%
60,00%
0,00%
20,00%
40,00%
60,00%
keine Angaben
18
Abbildung 33 – Angaben der Probanden bezüglich der Schwimmfähigkeit im Ehrhebungszeitraum 2013 nach
Geschlecht in %
Konnten 2010 49,21 % der befragten männlichen Probanden schwimmen, waren es 2013
schon 51,22 %. Bei den weiblichen Probanden stiegen die Werte von 52,03 % aus dem Jahre 2010 auf 53,59 % im Jahr 2013. Weitaus mehr positiv zeigt sich jedoch die Entwicklung im
Kontext der erlangten Schwimmabzeichen. So können im Jahr 2013 35,0 % der Schwimmer
ein Schwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold nachweisen. Im Vergleich dazu waren
es in den Untersuchungsjahren 2010-2012 durchschnittlich nur 9,0 % der Kinder.
Auch bezüglich der Schwimmfähigkeit sind Unterschiede zwischen den Kindern mit und ohne Migrationshintergrund nachweisbar.
18
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 3 unter dem Punkt
Schwimmfähigkeit
80
Angaben zur Schwimmfähigkeit
(Vergleich der Kinder ohne und mit Migrationshintergrund)
mit Migrationshintergrund
ohne Migrationshintergrund
0,00%
20,00%
Ja
40,00%
Nein
60,00%
80,00%
0,00%
20,00%
40,00%
60,00%
80,00%
keine Angaben
19
Abbildung 12– Vergleich der Ergebnisse der Kinder ohne und mit Migrationshintergrund bezüglich der Schwimmfähigkeit
im Erhebungseitraum 2013 in %
Es fällt auf, dass grade bei den Kindern mit Migrationshintergrund eine Veränderung stattgefunden hat. Gaben im Jahr 2010 82,96 % der befragten Probanden mit Migrationshintergrund an nicht schwimmen zu können, so waren es 2013 nur noch 70,81 %. Zwar ist der
Unterschied zwischen jenen Kindern mit Migrationshintergrund, gegenüber jenen ohne Migrationshintergrund (27,52 % gegenüber 62,45 %) bezüglich der Schwimmfähigkeit noch
groß, jedoch nähern sich die Werte allmählich an.
Wie auch schon im Jahr 2010 ist bezüglich der Schwimmfähigkeit im Jahre 2013 ein „NordSüd-Gefälle“ zu erkennen.
Der Stadtteil Ebel ist nach wie vor ein Brennpunkt geblieben, Hier können auch weiterhin
weniger als 20,0% der dort zur Schule gehenden Probanden schwimmen. Jedoch ist im
Stadtteil Welheimer Mark eine Verbesserung zu erwähnen. Hier können rund drei Jahre später durchschnittlich 20,0% mehr Kinder das Schwimmabzeichen Seepferdchen vorweisen,
als noch im Jahr 201020.
19
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 3 unter dem Punkt
Schwimmfähigkeit
20
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 4 unter dem Punkt
Schwimmfähigkeit
81
3.4.2
Angaben zur Vereinsmitgliedschaft im Jahr 2013
Im Hinblick auf die Vereinsmitgliedschaft lässt sich sagen, dass es einen kleinen Fortschritt
aufzuweisen gibt. 2013 waren 57,3 % der Schülerinnen und Schüler zum Erhebungszeitraum
Mitglied in einem Sportverein. Im Vergleich dazu waren es 2010 53,20 % aller befragten Kinder.
Auch wenn das Wachstum als eher gering erscheinen mag, so hat sich doch so einiges getan, wie folgendes Schaubild zeigt:
Angaben zur Vereinsmitgliedschaft
(Vergleich der Kinder ohne und mit Migrationshintergrund)
ohne Migrationshintergrund
0,00%
20,00%
Ja
40,00%
Nein
60,00%
mit Migrationshintergrund
80,00%
0,00%
20,00%
40,00%
60,00%
keine Angaben
21
Abbildung 13- Vergleich der Ergebnisse der Kinder ohne und mit Migrationshintergrund bezüglich der Vereinszugehörigkeit
im Erhebungseitraum 2013 in %
Auch wenn die Vereinszugehörigkeit jener Kinder ohne Migrationshintergrund von 62,35 %
auf 60,82 % abgenommen hat, so hat die Vereinszugehörigkeit jener Kinder mit Migrationszugehörigkeit stark zugenommen. Gaben im Jahr 2010 lediglich 27,78 % der befragten Kinder mit Migrationshintergrund an in einem Verein Mitglied zu sein, waren es 2013 schon
ganze 48,32 %. Nur noch 51,01 % der befragten Kinder mit Migrationshintergrund gaben an,
in keinem Verein Mitglied zu sein. Zwar sind die Kinder der zweiten Klasse mit Migrationshintergrund weiterhin unterrepräsentiert in den Bottroper Sportvereinen, dennoch ist eine deutliche Annäherung der Werte zu beobachten (48,32 % gegenüber 60,82 %).
Wie bereits auch im Jahr 2010 ist bezüglich der Vereinszugehörigkeit auch 2013 noch ein
„Nord-Süd-Gefälle“ zu erkennen. Jedoch ist auch zu erkennen, dass der ehemalige Brennpunkt Ebel nicht mehr als solcher zu betiteln ist. Waren 2010 weniger als 20% der dort zur
Schule gehenden befragten Kinder in einem Verein, so waren 2013 40,0 %-60,0 % der befragten Kinder in einem Verein Mitglied.
21
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“ von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 1 unter dem Punkt
Vereinsmitgliedschaft
82
Auch in den Stadtteilen Boy, Welheim und Welheimer Mark sind Verbesserungen zu erkennen. Auch hier sind 40,0 %-60,0% der dort zur Schule gehenden Probanden in einem Verein. 2010 waren es noch ca. 20,0% weniger.22
3.4.3
Angaben zum Gewicht im Jahr 2013
Die Veränderungen bezüglich des Body-Mass-Index’ ist auch hier eher marginal. Es lässt
sich dennoch sagen, dass wie auch bereits im Jahr 2010 grade Kinder mit Migrationshintergrund zu Übergewicht und Adipositas neigen. So liegt der Anteil der übergewichtigen Kinder
mit Migrationshintergrund mit 22,3 % immer noch deutlich über den Anteil, der Kinder ohne
Migrationshintergrund mit 13,5%. Allerdings ist auch hier ein Rückgang erkennbar. 2010 waren noch 27,9 % der befragten Kinder mit Migrationshintergrund übergewichtig bzw. adipös.
Bei den Kindern ohne Migrationshintergrund lag der Wert bereits im Jahr 2010 bei 13,5%.
Hier war weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung zu verzeichnen.23 Innerhalb
der Gruppe der Kinder mit Migrationshintergrund lassen sich Kultur abhängige Schwankungen aufweisen. So sind Kinder aus dem Vorderen Osten eher von Übergewicht und Adipositas betroffen, als Kinder aus asiatischen Gebieten.24
Wie auch schon bei der Vereinszugehörigkeit und Schwimmfähigkeit, lassen sich auch bezüglich des Gewichts sozialräumliche Disparitäten nachweisen. Insgesamt lässt sich auch
hier sagen, dass die Kinder, die im Süden der Stadt leben eher zu Übergewicht neigen, als
jene, die im Norden leben.
Litten 2010 noch 30,0 % -36,0 % der Probanden aus Ebel und Welheim an Übergewicht
bzw. Adipositas, so konnte man 2013 eine deutliche Verbesserung nachweisen. Im Jahr
2013 litten in Ebel nur noch rund 6,0 % -12,0 % der Probanden an Übergewicht bzw. Adipositas. Hier war die größte positive Entwicklung nachweisbar. Jedoch auch in Welheim sank
der Anteil der übergewichtigen bzw. adipösen Kinder auf 18,0 % -24,0 %. In den Stadtteilen
Eigen, Boy und Welheimer Mark lassen sich jedoch auch negative Entwicklungen feststellen.
Hier verschlechterten sich die Werte von 12,0 %-18,0 % auf 18,0 %-24,0 %.
3.4.4
Angaben zur motorischen Leistungsfähigkeit im Jahr 2013
Bezüglich der mototrischen Leistungsfähigkeit stellte sich 2013 heraus, dass wie bereits
auch schon im Jahr 2010, Probleme im Bereich des „Rückwärts Balancieren“ sowie bei den
„Rumpfbeugen“ bestehen. Desweiteren kann eine leichte Verschlechterung der motorischen
Leistungsfähigkeit im Bereich „Sit-Ups“ und „Standweitsprung“ beobachtet werden. Dies
lässt darauf schließen, dass es in Zukunft notwenig sein könnte, Eltern verstärkt mit ein zu
beziehen.
Zwischen den Geschlechtern sind nach wie vor Unterschiede nach zu weisen. So liegen die
Jungen im Bereich des Kraftsports wie dem „Standweitsprung“ weiterhin vor den Mädchen,
22
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 3 unter dem Punkt Vereinsmitgliedschaft
23
siehe 21
24
Die Informationen gingen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“ von
2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012“ hervor; Seite 6 unter dem Punkt
Gesundheit
83
jedoch haben diese die Jungen in den Bereichen „Liegestützen“, „Sit-Ups“,
„Ausdauerfähigkeiten“ und „Schnelligkeit“ bereits eingeholt bzw. überholt. Insgesamt ist ein
durchweg positiver Trend bei der Entwicklung der motorischen Leistungsfähigkeit zu
erkennen.
3.4.5
Sportliche Interessensgruppen im Jahr 2013
Zu letzt betrachten sind noch die sportlichen Interessen der männlichen und weiblichen
Probandenaus dem Jahr 2013 zu betrachten.
Sportartenprofil der Jungen im Erhebungszeitraum 201325
Sportart
Mannschaftsspiele
Schwimmsport
Kampfsport
Leichtathletik
Rückschlagspiele
Turnen
Rollsport
Tanzsport
Reitsport
Sportartübergreifend
Nennungen
177
80
56
18
17
12
5
4
3
2
Abbildung 34– Sportartenprofil der männlichen Probanden im Erhebungszeitraum 2013 nach Nennungen
Hier wird deutlich, dass bei den Jungen nach wie vor der Mannschaftssport an erster Stelle
steht, wobei Fußball der beliebteste Mannschaftssport bei den Jungen ist. Rund 96,6 % der
Mannschaftssportler spielen Fußball. Die zweitbeliebteste Sportart der Jungen bleibt das
Schwimmen. Sportarten wie der Tanzsport haben von 2010 bis 2013 an Interessenten
gewonnen.
Sportartenprofil der Mädchen im Erhebungszeitraum 201326
Sportart
Schwimmsport
Tanzsport
Leichtathletik
Reitsport
Turnen
Kampfsport
Radsport
Rückschlagspiele
Mannschaftsspiele
Rollsport
Nennungen
111
72
33
27
26
22
21
16
15
2
Abbildung 35– Sportartenprofil der weiblichen Probanden im Erhebungszeitraum 2013 nach Nennungen
25
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012; Seite 2 unter dem Punkt Vereinsmitgliedschaft
26
Die aufgeführten Daten stammen aus der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes „SportIf“
von 2013 und dem Vergleich mit den Ergebnissen aus 2010 und 2012;Seite 2 unter dem Punkt Vereinsmitgliedschaft
84
Bei den Mädchen ist der Schwimmsport nach wie vor die beliebteste Sportart und hat
nochmal deutlich an Interessenten dazugewonnen. Auf Platz zwei steht wie auch bereits im
Jahr 2010 der Tanzsport gefolgt von Leichtathletik, Reitsport und Turnen. Hier wird deutlich,
dass die Mädchen im Vergleich der Erhebungsjahre eine geringere Konstanz in ihrem
Sportartenprofil aufweisen. Jedoch neigen sie weiterhin zu Individualsportarten, welche auf
eine geschlechterspezifische Sozialisation zurück zu führen sind.
3.5 Fazit
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich die sportmotorischen Fähigkeiten der Bottroper
Grundschüler in den Jahren von 2010 bis 2013 verbessert haben. Dies ließ sich an Hand
des Vergleichs der Testergebnisse der Zweitklässler aus den Jahren 2010 und 2013
eindeutig belegen. Als besonders förderbedürftige Gruppe stellten sich 2010 Kinder mit
Migrationshintergrund heraus, welche jedoch bis 2013 gerade in den Bereichen der
Schwimmfähigkeit, Vereinsmitgliedschaft und Gewicht deutliche Fortschritte verzeichnen
konnten. Der Trend für die Zukunft sieht ebenfalls positiv aus. Da diese positiven
Entwicklungen auf „SportIf“ zurückzuführen scheinen, ist es für uns daher empfehlenswert
„SportIf“ auch im Offenen Ganztag der Bottroper Grundschulen umzusetzen, da dies zu einer
noch größeren Entwicklung der sportmotorischen Fähigkeiten der Kinder führen könnte.
Somit könnte es in Zukunft ermöglicht werden Defizite weiterhin zu minimieren oder gar zu
bereinigen.
85
Fuchs / Rheinberg
4 Realisierbarkeit von „SportIf“ im Offenen Ganztag
Das Projekt „SportIf“ wird seit Herbst 2009 in den Bottroper Grundschulen durchgeführt.
Unsere Aufgabe besteht darin festzustellen, ob „SportIf“ im Offenen Ganztag der Bottroper
Grundschulen realisierbar ist. Hierzu gibt es einige Bedingungen, die gegeben sein müssen,
damit dieses Ziel erreicht werden kann:

Vorhandene Sportstätten
o
Sporthalle, Aula, Gymnastikhalle, Sportplatz, Schwimmhalle

Erreichbarkeit der Sportstätten

Qualifiziertes Personal

Motivation der Kinder
Um „SportIf“ in den Offenen Ganztag zu übertragen, sollten insbesondere geeignete Sportstätten vor Ort sein. Ein Sportplatz allein reicht hierbei oftmals nicht aus, da auch in den
Herbst- und Wintermonaten ein ausreichendes Sportangebot ermöglicht werden sollte. Dies
ist jedoch nur möglich, wenn zusätzlich noch überdachte Sportmöglichkeiten zur Verfügung
stehen. Darin inbegriffen sind neben der Sporthalle eine Gymnastikhalle oder eine Aula.
Zudem sollten die Grundschulen,
welche keine eigenen Sportstätten
auf dem Schulgelände haben, auswärtige Sportmöglichkeiten gut erreichen können. Das bedeutet, dass
Sportstätten entweder fußläufig zu
besuchen sind oder andere Beförderungsmöglichkeiten für die Kinder
zur Verfügung stehen.
Des Weiteren sollte ausreichend
qualifiziertes Personal vorhanden
sein. Dabei ist ein Übungsleiterschein, der regelmäßig erneuert
werden muss, das wichtigste Kriterium.
Es spielt nicht nur ausreichende Qualifikation eine Rolle, sondern auch der geschickte Umgang mit den Kindern.
Um die Kinder individuell weiterhin fördern zu können, müssen die Kinder ausreichend motiviert und bei der Sache sein. Nur dann kann ein sportlicher Fortschritt erreicht werden. Hierfür bedarf es eines abwechslungsreichen Sportangebots, welches jedes Kind erreicht.
86
Die Sportmöglichkeiten der Grundschulen lassen sich wie folgt in einem Balkendiagramm
darstellen. Dabei ist zu beachten, dass manche Grundschulen über mehr als eine Sportstätte
verfügen:
eigene Sporthalle
auswärtige Halle
Gymnastikhalle
Schwimmen
Sportplatz
Aula
0
2
4
6
8
10
12
Anzahl der
Schulen
11 von 24 Grundschulen verfügen über eine eigene Sporthalle vor Ort, welche im Nachmittagsbereich genutzt werden können. 5 von diesen 11 Sporthallen können nach Absprache
mit der Schule im Offenen Ganztag täglich genutzt werden. Bei den Übrigen 6 Sporthallen ist
die Nutzung auf 1-3x pro Woche begrenzt.
Der Offene Ganztag kann an 10 von 24 Grundschulen auf eine auswärtige Sporthalle ausweichen. Dies ist im Regelfall jedoch nur 1-2x pro Woche möglich. Des Weiteren ist eine
ständige Absprache nötig, da 3 von 24 Grundschulen im Nachmittagsbereich auf die Sporthalle an der Paßstraße ausweichen können.
Weiterhin können 5 von 24 Grundschulen während des Offenen Ganztags eine Gymnastikhalle nutzen, 3 von 24 ein eigenes bzw. nahegelegenes Schwimmbad besuchen und 2 von
24 Grundschulen können während der Nachmittagsbetreuung einen anliegenden Sportplatz
oder eine Aula in Benutzung nehmen.
Die Grundschulen verfügen im Nachmittagsbereich alle über unterschiedliche Gegebenheiten bezüglich der Sportstätten. 3 von 24 Grundschulen haben während der Nachmittagsbetreuung kaum Gelegenheiten Sportstätten zu nutzen. Darunter fällt unteranderem die Grundschule Rheinbaben. Auf dessen Schulgelände ist jedoch das „Haus Dingsda“ des Jugendamtes ansässig, welches weiteren Platz bieten würde. Optimal wäre es, wenn dieses noch
Kapazitäten aufweisen würde und im Rahmen eines Kooperationsvertrages genutzt werden
könnte.
Um allen Grundschulen während des Offenen Ganztags die gleichen Gegebenheiten zu verschaffen gibt es unterschiedliche Maßnahmen, die dies ermöglichen könnten. Problematisch
ist hierbei für die meisten Grundschulen, die über keinerlei Sportstätten verfügen, die Erreichbarkeit der auswärtigen Sportmöglichkeiten. Dabei sollte beachtet werden, dass diese
Schulen keine weiteren Kosten in Kauf nehmen müssen. Dies würde sonst zu einer Ungleichbehandlung der Schulen führen. Eine Lösung dafür ist eine Ausweitung des Rahmenvertrages mit der Vestischen Straßenbahn GmbH. Dieser Rahmenvertrag gewährleistet derzeit Fahrten der Grundschüler zu den Sportstätten bis 14Uhr. Eine Ausweitung auf mindestens 16Uhr könnte hier einigen Grundschulen aushelfen, um nahe gelegene Sportstätten zu
besuchen.
87
Trotz einer möglichen Ausweitung des Rahmenvertrages und nahe gelegenen Sportkapazitäten spielt der Zeitfaktor im Nachmittag eine bedeutende Rolle. Es ist zu bedenken, dass
die meisten AGs frühestens ab 14.30 Uhr beginnen. Eine zusätzliche Anreise zu den Sportstätten sowie das Umziehen vor Ort nehmen ebenfalls einige Zeit in Anspruch, sodass sich
die Frage stellt, ob anschließend noch genügend Zeit für den Sport übrig bleibt. Hierbei ist zu
überlegen, ob eine Ausweitung des Zeitrahmens der OGS bis 16.30 Uhr eine Lösung bietet.
Damit „SportIf“ im Offenen Ganztag verwirklicht werden kann wird ausreichend Personal benötigt. Die meisten Sportangebote werden nicht von dem festen OGS-Team geleitet. Es
werden zusätzlich Fachkräfte, welche über einen Übungsleiterschein verfügen, engagiert.
Um „SportIf“ im Nachmittagsbereich durchzuführen müssten noch weitere zusätzliche Fachkräfte von außerhalb engagiert werden, da das OGS-Personal oft nicht über ausreichende
Sportqualifikationen verfügt. Problematisch ist hierbei das Zeitfenster von 14.30 Uhr bis 16
Uhr, da sich dieses oftmals mit dem Hauptberuf der Fachkräfte überschneidet. Eine Alternative wäre es das OGS-Personal fortzubilden oder auf Sportstudenten zurückzugreifen. Bei
Sportstudenten besteht der Vorteil, dass diese oftmals flexibel in ihrer zeitlichen Gestaltung
sein können. Mögliche Fortbildungsmaßnahmen um ausreichende Qualifikationen zu erreichen, werden von dem „SportIf“ Programm angeboten. Somit könnte eine Person aus den
jeweiligen festen Teams an der Fortbildung teilnehmen und als „SportIf-Beauftragte“ im
OGS-Bereich fungieren.
Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Motivation der Kinder. Es ist zu bedenken, dass die
Zeiten des Offenen Ganztages in etwa mit einem gewöhnlichen Arbeitstag der Erwachsenen
gleichzusetzen sind und somit für Grundschüler eine hohe Belastung darstellen kann. Es ist
aufgefallen, dass die Kinder daher im Nachmittagsbereich Ruhe und Entspannung bevorzugen. Außerdem sind die Kinder oft durch bereits bestehende private Sportangebote vollkommen ausgelastet. Oftmals kommt es auch zu Überschneidungen des Angebots im Offenen Ganztag mit dem der Sportvereine. Entweder beginnen die privaten Angebote direkt im
Anschluss, sodass die Kinder sich vorher ausruhen wollen oder Angebote in der Schule und
des Sportvereins finden am gleichen Tag statt. Aus diesen sozialen Punkten ist fraglich, ob
die Bereitschaft der Kinder bei weiteren Sportangeboten in gewünschtem Maße vorhanden
ist.
Eine klare Antwort, ob „SportIf“ im Offenen Ganztag realisierbar ist, lässt sich nicht eindeutig
für alle Grundschulen gleichzeitig geben. Eine Antwort darauf ist jedoch dann möglich, wenn
für alle Grundschulen die gleichen Bedingungen bzw. Voraussetzungen geschaffen werden
können und keine Grundschule benachteiligt wird. Das Programm müsste somit auf die jede
Grundschule individuell angepasst werden.
88
Eihoff
5 Gegebenheiten in Gladbeck
Seit Jahren bilden die Bereiche Familie und Bildung den Schwerpunkt der Stadtverwaltung
Gladbeck.
Das Ziel ist es, frühzeitig in die Bildung der Gladbecker Kinder und Jugendlichen zu investieren, sie zu unterstützen und daher die schulische und außerschulische Bildungslandschaft
ressourcenorientiert weiterzuentwickeln.
5.1 Das Gladbecker Bündnis für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft
Um diese Ziele realisieren zu können wurde im Jahr 2005 das Gladbecker Bündnis für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft gegründet. Ein Zusammenschluss aus bürgerschaftlichen
Gruppen, freien Trägern, Verbänden, dem organisierten Sport und der Stadt Gladbeck.
Zu den Bündnispartnern gehören unter anderem alle Gladbecker Schulen, alle Träger der
außerunterrichtlichen Angebote in den Offenen Ganztagsschulen, alle Gladbecker Familienzentren, die gemeinnützige Jugendhilfe in Gladbeck, das Kreisgesundheitsamt Recklinghausen, der Integrationsrat, die Jugendkunstschule, die Musikschule der Stadt Gladbeck, der
Jugendrat der Stadt Gladbeck, der Rat der Stadt Gladbeck, die Polizei Gladbeck, der Stadtsportverband, die Stadtverwaltung Gladbeck (z.B. Allgemeiner sozialer Dienst und Jugendförderung, Amt für Jugend und Familie, Jugendberufshilfe und Schulsozialarbeit, Amt für
Bildung und Erziehung, Amt für Integration und Sport)
Das Gladbecker Bündnis formuliert strategische Ziele und Initiativen, entwickelt Angebote
und begleitet diese zur Abstimmung, Vernetzung und Weiterentwicklung.
Koordiniert wird das Bündnis durch eine Projektleiterin und einer Geschäftsführerin, beide
verortet im Amt für Bildung und Erziehung. Eine ihrer Aufgaben ist es Anträge und Vorlagen
an die Werkstätten, in die Politik und die Verwaltung weiterzuleiten.
Die soeben erwähnten Werkstätten haben die Aufgabe die strategischen Ziele, die das Gladbecker Bündnis mit seinen Bündnispartnern definiert haben, in praktische Angebote, Projekte und Maßnahmen umzusetzen.
Innerhalb des Gladbecker Bündnisses sind derzeit folgende fünf Werkstätten aktiv.
89
Jede dieser Werkstätten hat einen sogenannten Werkstattmoderator der zusammen mit der
Projektleitung und der Geschäftsführung in der „Steuerungsgruppe Bündnis“ zusammen arbeitet. Sie stimmt die Werkstattarbeite aufeinander ab, prüfen die von den Bündnispartnern
entwickelten Projektanträge in einer fachlichen Vorbewertung und empfiehlt diese an die
entsprechenden Werkstätten.
In Anbetracht unseres Projektthemas beschränke ich mich in meinem Beitrag nur auf die
Werkstatt 5 – Bildung, Bewegung und Gesundheit.
Die Werkstatt resultiert aus einem Gedankenaustausch zu den Themen Bildung und Bewegung, die in dem Gladbecker Modell „Kinder in Bewegung“ regelmäßig diskutiert und weiterentwickelt werden.
Aus diesem Modell, welches ich an späterer Stelle kurz vorstelle, entstand eine Interessensgemeinschaft, welche letztlich zu der heutigen Werkstatt – Bildung, Bewegung und Gesundheit führte und im Frühjahr 2013 gegründet wurde.
Die Werkstatt Bildung, Bewegung und Gesundheit ist ein interprofessioneller Zusammenschluss verschiedener Akteure wie der Stadt Gladbeck, Kindertagesstätten, Schulen der
Primar- und Sekundarstufe, Träger der offenen Jugendhilfe und der offenen Ganztagsschulen, das internationale Mädchenzentrum, der Sportverband, Sportvereine, Kreisgesundheitsamt Recklinghausen, die Kinder und Jugendliche in Gladbeck in ihren Lebenswelten stärken
möchten. Die Entwicklung der Kinder wird im hohen Maße von der Schule, der Familie und
auch von den Vereinen im organisierten Sport beeinflusst, weshalb die Vernetzung aller Beteiligten Gruppen notwendig ist.
Durch die Arbeit der Werkstatt sollen Möglichkeiten aufgezeigt und Rahmenbedingungen
geschaffen werden, um Kindern ein bewegtes und gesundes Aufwachsen zu ermöglichen
sowie eine bewegte und gesunde Stadtgesellschaft zu schaffen.
Mit den in der Werkstatt entwickelten Maßnahmen möchte man einen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Primärprävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen leisten.
Es werden Strategien entwickelt, um Bewegung in den Lebenswelten Kita und Schule dauerhaft und in ihrer ganzheitlichen Wirkung zu verankern.
90
Durch regelmäßige Bewegungs- und Sportangebote soll die kognitive, emotionale, soziale
und motorische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen gefördert werden, wobei die Zusammenarbeit mit Sportvereinen auf eine breite Basis gestellt und intensiviert werden soll.
Weiter möchte man die Vernetzung mit anderen Multiplikatoren wie Kinder- und Jugendärzten sowie Musikschulen weiter ausbauen.
Um solche ein Leitbild verwirklichen zu können arbeitet die Werkstatt ressourcen- und bedürfnisorientiert, partizipativ und auf Augenhöhe aller Beteiligten, sowie auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses.
Die Beteiligten der Werkstatt überprüfen im regelmäßigen Dialog die Erwartungen und gesteckten Ziele, um flexibel auf neue Bedingungen reagieren zu können.
Auch wird bei sämtlichen Überlegungen auf die Wünsche und Ideen der Kinder und Erziehungsberechtigten Rücksicht genommen.
5.2 Das Gladbecker Modell „Kinder in Bewegung“
Das Gladbecker Modell „Kinder in Bewegung“ ist ein Projekt des Gladbecker Bündnisses
dessen erarbeitete Maßnahmen auf den Betrachtungsgrundlagen Familie, Verein, Schule
sowie den gesellschaftlichen Dimensionen Gesundheit, Bildung und Bewegung beruhen.
Das Modell umfasst insgesamt folgende sechzehn Handlungsfelder:
Motorische Tests, Gladbecker Talentiade, Gladbeck schwimmt, Schwer mobil, individuelle
Beratung, Übergang Kita/Schule, Bewegungskindergärten, Schulsporthelferausbildung, Testetablierung Mittelstufe, schülerbezogene Bewegungskonzepte, Schulförderunterricht, Stadtteil in Bewegung, Ernährungsberatung, Lehrerqualifizierung und die Werkstatt – Bildung,
Bewegung und Gesundheit.
Ein wichtiges Instrument, zugleich
Bewertungs- und Beurteilungsgrundlage bildet der Motorische
Test NRW. Auf die Inhalte des
Tests werde ich an dieser Stelle
nicht weiter eingehen, da sie anfangs im Rahmen von „SportIf“ bereits dargestellt wurden.
Zusätzlich zu dem motorischen
Test, werden individuelle Vorabinformationen abgefragt wie die
Schwimmfähigkeit, die Vereinszugehörigkeit und das Körpergewicht
in Bezug auf den Migrationshintergrund. Diese Informationen werden ergänzend und weiterführend zu der Schuleingangsuntersuchung benutzt. Dies dient dazu ergebnisorientierte Angebote zu generieren, die ressourcen- und bedarfsorientiert eingesetzt werden. Z.B. Müsste
man keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, wenn bei dem Test festgestellt wird, dass
alle Erstklässler schwimmen können.
Die Durchführung des Tests erfolgt in Gladbeck durch den Stadtsportverband und eignet
sich sowohl zur Messung des aktuellen Leistungsstandes als auch zur Beschreibung von
Leistungsveränderungen, weshalb die Kinder in der ersten Klasse und nochmals in der vierten Klasse getestet werden. Dadurch werden die Übergänge vom Kindergarten zur Grund91
schule und von der Primarstufe zur weiterführenden Schule abgebildet. Dies bildet wiederum
eine Planungsgrundlage für die Sportangebote der Sekundarstufe um eine differenzierte und
individuelle Gestaltung von Bewegungsangeboten im Sportunterricht ermöglichen zu können. Zurzeit finden Überlegungen statt diesen Test auch in die sechste oder siebte Klasse zu
implementieren. Darüber hinaus wird der Test seit ca. 4 Jahren auch an Gladbecker Förderschulen durchgeführt; mit dem Ergebnis, dass im Bereich des Offenen Ganztages die Bewegungsangebote angepasst und in angemessenen Formen angeboten werden.
Generell zeigte das Testergebnis in Gladbeck auf, dass sich in Bezug auf alle motorischen
Fähigkeiten und für den BMI bei den getesteten Kindern ein hohes Maß an individuellem
Förderbedarf ergibt.
Um die Kinder entsprechend fördern zu können, ist die weitere Vorgehensweise mit den Testauswertungen von enormer Bedeutung.
In Gladbeck werden nach der Auswertung des motorischen Testes Gesamtwert- und Einzeltestprofile erstellt, an die Lehrer ausgehändigt und mit ihnen besprochen. Dazu kann auch
gehören, dass methodische und didaktische Hilfestellungen gegeben und situative Bewegungskonzepte für die Klassen erstellt werden. Darüber hinaus erhalten die Schüler zum
einen eine positive Rückmeldung in Form einer individuellen Teilnahmeurkunde, zum anderen wird mit ihnen in einem Reflexionsgespräch besonders über gesunde Ernährung und die
Testinhalte gesprochen.
Die Eltern erhalten ebenfalls eine Urkunde, die ihnen den Leistungsstand ihrer Kinder aufzeigt. Ähnlich wie in Bottrop symbolisieren Smileys neben den entsprechenden Übungsergebnissen den Leistungsstand des Kindes. Darüber hinaus werden innerhalb des Ermessensspielraumes der Lehrkörper persönliche Gespräche mit den Eltern geführt, deren Kinder
in Bezug auf die Talentförderung besonders entwicklungs- oder förderungswürdig sind.
Da wir uns im Rahmen der Projektarbeit im Wesentlichen auf die sportliche Situation an den
Offenen Ganztagsschulen im Primarbereich beschränken, werde ich nicht auf alle sechzehn
Handlungsfelder eingehen.
Trotzdem möchte ich den Aktionstag „Gladbecker Talentiade“ ansprechen, welcher von den
Sportvereinen organisiert wird. Ähnlich wie in Bottrop, dort heißt das Projekt „Tag der Talente“, werden an diesem Tag unterschiedliche Sportarten vorgestellt und die leistungsstärksten
getesteten Kinder im Stationsbetrieb beim Voltigieren, Fechten, Judo, Leichtathletik etc. angeleitet. Dieser Aktionstag soll Spaß an Bewegung und sportlichen Herausforderungen fördern und Kontakte zu den Sportvereinen herstellen.
Neben der Gladbecker Talentiade möchte ich auch gern das Projekt „Gladbeck schwimmt“
vorstellen. Wissenschaftliche Studien und Statistiken haben aufgezeigt, dass immer weniger
Kinder schwimmfähig sind. Dies bestätigen auch die Schuleingangsuntersuchungen und die
Beantwortung der Frage zur Schwimmfähigkeit im Zusammenhang mit dem motorischen
Test.
Aus dieser Erkenntnis wurde „Gladbeck schwimmt“ entwickelt. Das Angebot ist zur Zeit noch
standortbezogen und findet nur in den Stadtteilen Zweckel und Rosenhügel statt, da dort die
örtlichen Gegebenheiten eine Schwimmhalle bieten. Allerdings wird daran gearbeitet, dieses
Projekt zukünftig auch für die anderen Schulen als kostenloses Kursangebot im Hallenbad
92
anbieten zu können. Durch dieses Projekt sollen eingeschulte Kinder durch Honorarkräfte an
das Wasser gewöhnt werden und schwimmen lernen.
Ein weiteres Handlungsfeld ist, wie oben bereits aufgezählt, der Offene Ganztag.
Um den Kindern nicht nur im Rahmen des Schulsportunterrichtes und ggf. in den Unterricht
eingebaute Bewegungspausen anbieten zu können, haben sich die Mitglieder der Werkstatt
Bildung, Bewegung und Gesundheit in ihren regelmäßigen Fachkonferenzen überlegt, wie
man die Schüler auch im Offenen Ganztag situativ und individuell, auf Grundlage des motorischen Testes, fördern kann.
Zu Bedenken ist hierbei, dass Gladbeck 14 Offene Ganztagsschulen, darunter auch drei
Förderschulen hat, die auf vier Träger aufgeteilt sind. Es ist nicht von der Hand zu weisen,
dass es, nicht nur durch die Verteilung auf unterschiedliche Träger, sondern auch auf Grund
der Schulstandorte zu einem Ungleichgewicht der Angebote führen kann.
5.3 Qualitätszirkel „Offene Ganztagsschule“
Um solchen Umständen entgegenzuwirken und gleiche Standards für den offenen Ganztag
zu erarbeiten, wurde aus Interesse der Jugendhilfe, des Schulträgers, der OGS und der Träger der außerunterrichtlichen Angebote im direkten Dialog mit dem Bündnisses der Qualitätszirkel „Offene Ganztagschule“ gegründet. Der Qualitätszirkel setzt sich zusammen aus
VertreterInnen der Schulen, der Träger, der pädagogischen MitarbeiterInnen des außerunterrichtlichen Angebots sowie aus MitarbeiterInnen des Amtes für Jugend und Familie sowie
des Amtes für Bildung und Erziehung und hat sich zum Ziel gesetzt, auf der Grundlage der
Landesvorgaben Maßstäbe für den übergeordneten, fachkräfte-, eltern- und SchülerInnen
orientierten Bereich zu entwickeln, die eine einheitliche Qualität in den außerunterrichtlichen
Angeboten der OGS schaffen. Nachfolgend zeige ich Ihnen ein paar der Maßstäbe auf, auf
die sich auf Basis der unterschiedlichen Erfahrungen der Beteiligten in einem intensiven Prozess geeinigt wurden:
 Unterrichtliche und außerunterrichtliche Bereiche in der Schule werden stärker verzahnt (Solch eine Verzahnung ist ein wesentliches Ziel bei der Gestaltung ganztägiger Angebote an offenen Ganztagsschulen und bildet Brücken zwischen den
unterschiedlichen Lernorten, -formen und –zielen bei der Förderung junger Menschen. Hierzu zählt auch der Einsatz von Lehrkräften im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung. Ziel ist eine hohe Kooperationsfrequenz zwischen Lehrkräften und
pädagogischen Mitarbeitern, um ggf. Kindern mit Förderungsbedarf gezielt im
Rahmen der Hausaufgabenbetreuung zu unterstützen. Zum anderen sind Kooperationen mit außerschulischen Partnern wie z.B. der Jugendhilfe, Jugendförderung, Musikschule, Jugendkunstschule, Kunst- und Sportvereinen etc. wünschenswert, um die Angebotspallette für die Kinder interessant und lehrreich zu
gestalten.)
 Träger erhalten von der Stadt Gladbeck finanzielle Mittel, die so zu bemessen sind,
dass ein qualitativ gutes Angebot vorgehalten werden kann.
 Die OGS deckt unter Berücksichtigung der schulischen Stundentafel an allen Unterrichtstagen eine Kernzeit von in der Regel 8 – 16 Uhr, mindestens aber bis 15
Uhr; wie es im Runderlass vorgeschrieben ist. (Regenbogenschule Sonderfall mit
der Ganztagsklasse)
93


 Die außerschulischen Maßnahmen werden als Gruppenangebot erbracht. Die Größe der Gruppe richtet sich nach dem Inhalt des Angebotes, sowie dem individuellen Förder- und Betreuungsbedarfs. Nach den allgemeinen Richtlinien ist eine
Gruppengröße von 25 Kindern, in Förderschulen eine Gruppengröße von 12 Kindern vertretbar.
 Die außerunterrichtlichen Angebote umfassen neben dem gemeinsamen Mittagstisch sowie den Lernzeiten bedarfsgerechte Förder- und Freizeitangebote. Die altersspezifischen und entwicklungsrelevanten Lebensbedürfnisse der Kinder werden berücksichtigt. Es ist sicherzustellen, dass jedes Kind wöchentlich mindestens zwei Angebote aus den folgenden Bereichen wahrnehmen kann:
o Sprache, Kommunikation
o Bewegung, Spiel und Sport
o Ernährung und Gesundheit
o Kultur
o Natur und Umwelt
o Medienkompetenz
Verabredungen zur Sicherstellung des Wohls der Kinder und Jugendlichen werden
auf Basis eines kooperativen Zusammenwirkens zwischen dem öffentlichen Träger
der Jugendhilfe und der OGS getroffen.
Der Maßnahmenträger ist Anstellungsträger für die pädagogischen MitarbeiterInnen
der außerschulischen Angebote und stellt die geforderte Qualifikationen sicher:
o Pädagogische und sozialpädagogische Fachkräfte
o Geeignete Fachkräfte gemeinwohlorientierter Einrichtungen
o Andere Professionen (z.B. MusikschullehrerInnen, KünstlerInnen, ÜbungsleiterInnen im Sport, HandwerkerInnen usw.)
o Bei pädagogischer Eignung Ergänzungspersonal (ehrenamtlich tätige Personen, SeniorInnen, Eltern, ältere SchülerInnen, PraktikantInnen, Studierende,
Bundesfreiwilligendienst)
Den pädagogischen MitarbeiterInnen wird eine bedarfsgerechte, fachliche Beratung und
Fortbildung gewährleistet.
Die Umsetzung der vorangegangenen Maßstäbe, die im Qualitätszirkel einvernehmlich als
Basis für eine angemessene pädagogische Arbeit gesehen werden, erfolgt sukzessive entsprechend der zur Verfügung stehenden Finanzmittel und Ressourcen. Die Maßstäbe dienen
als Grundlage der Fortschreibung, Konkretisierung und Weiterentwicklung der Arbeit im Qualitätszirkel „offene Ganztagschule“ und werden den offenen Ganztagsschulen und den Trägern als Arbeitshilfe zur Verfügung gestellt.
Dies soll nur ein kleiner Einblick darüber sein, was in dem Qualitätszirkel erarbeitet wurde.
Die Einhaltung bzw. Verwirklichung der erarbeiteten Maßstäbe wäre natürlich wünschenswert, jedoch können einige Maßstäbe zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht verwirklicht
werden. Als Beispiel führe ich den Bereich „Medienkompetenz“ an. Nicht jede Grundschule
verfügt über einen PC- oder Medienraum, geschweige denn über entsprechende Technik,
um den Kindern eine Medien-AG anbieten zu können.
Wir haben drei von den vierzehn Offenen Ganztagsschulen besucht und dabei festgestellt,
dass in Anbetracht der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten die von dem Qualitätszirkel erar94
beiteten Maßstäbe umgesetzt werden und eine abwechslungsreiche Nachmittagsgestaltung
angeboten wird.
Weitere Details dazu können Sie den folgenden Schulberichten entnehmen.
5.4 Antoniusschule
Derzeit nehmen 77 von 280 Kindern an dem offenen Ganztag der Antoniusschule teil. AGs
wie man sie aus anderen offenen Ganztagsschulen kennt, gibt es hier nicht. Die Erfahrung
hat gezeigt, dass ein Großteil der Kinder kein Interesse daran hat, sich für einen längeren
Zeitraum für eine AG zu verpflichten. Überlegungen, AGs nur für zwei bis drei Monate anzubieten oder Trainer in gewissen Abständen rotieren zu lassen können nur schwer umgesetzt
werden, da im Nachmittagsbereich keine oder kaum Trainer zur Verfügung stehen aus
Gründen der eigenen Berufstätigkeit.
Deshalb werden hier an zwei Tagen in der Woche Projektnachmittage angeboten. Dabei
werden die Kinder unabhängig ihres Alters in drei Projektgruppen aufgeteilt. Aufgrund der
hohen Nachfrage für den offenen Ganztag wurde bereits ein Antrag gestellt, eine vierte
Gruppe gründen zu dürfen.
Die Projekte in den jeweiligen Gruppen stammen aus den unterschiedlichsten Bereichen. So
gab es u.a. ein Kniggeprojekt, ein Sprachprojekt und auch eine Olympiade. Das Konzept der
Projektgruppen dient dazu die Kinder abwechslungsreich aber sinnvoll zu beschäftigen.
Die Antoniusschule hat das
große Glück über eine Turnhalle und ein Schwimmbecken
zu verfügen, weshalb die offene Ganztagsschule montags
und donnerstags Sport und
Schwimmen anbietet. Somit
hat jedes Kind, welches am
offenen Ganztag teilnimmt
zusätzlich zum Schulsport
zweimal in der Woche nachmittags Bewegungsangebote
in Form von einmal Sport in
der Turnhalle und einmal
Schwimmen erhält. Für dieses Angebot stehen ein Übungsleiter aus dem Handballbereich
und eine Übungsleiterin aus dem ortsansässigen Schwimmverein zur Verfügung. Beide weisen entsprechende Übungsleiterscheine und Rettungsschwimmer vor. Eine dritte Sportgruppe wird von einer OGS-Mitarbeiterin geleitet.
Wie schon erwähnt sind die Kinder innerhalb der Projektgruppen nicht nach ihrem Alter eingeteilt. Wohingegen beim Sport und gerade beim Schwimmen darauf geachtet wird, dass die
jüngeren Kinder zusammen in einer Gruppe sind. Hinzu kommt, dass die Erstklässler in kleineren Gruppen schwimmen gehen.
Ähnlich verhält es sich bei der Hausaufgabenbetreuung. Um den förderbedürftigen Kindern
gerecht zu werden, gibt es 10-11 Hausaufgabengruppen mit je 8-9 Kindern derselben Jahr95
gangsstufe. Wie schon beim Sport und in den Projektgruppen wird jede Hausaufgabengruppe von einer Fachkraft betreut.
Aufgrund der Tatsache, dass es mit Ausnahme der Sportangebote keine AG´s gibt, wird an
dieser Stelle auf eine grafische Darstellung verzichtet.
Das Betreuungspersonal setzt sich aus 18 Teilzeitfachkräften zusammen. Das Team besteht
aus pädagogischen und sozialpädagogischen Fachkräften, Übungsleitern, Lernbegleitern mit
pädagogischer Eignung und zwei Haushaltshilfen. Dem Personal werden durch den Träger
Pflichtfortbildungen angeboten wie zum Beispiel den Erste-Hilfe-Kurs oder etwas im Hygienebereich. Fortbildungen zum Thema Kreativität z.B. können in Eigeninitiative gesucht und
dem Träger vorgelegt werden. In den meisten Fällen erfolgt eine Genehmigung seitens des
Trägers.
Die Einrichtung verfügt über drei Gruppenräume deren Ausstattung Unterschiede aufweist.
Während es in einem Raum eine Art Hochbett gibt, was dazu dient oben als Leseecke und
unten als Puppenecke mit Einkaufsladen genutzt zu werden, gibt es in einem anderen Gruppenraum nicht mal einheitliches Mobiliar. Diese Tatsache schränkt die OGS jedoch nicht in
ihrer Funktion als solches ein.
Dem Personal steht ein kleiner Allzweckraum zur Verfügung in dem z.B. Gespräche mit einzelnen Eltern stattfinden können oder die Büroarbeit erledigt wird.
Der Speiseraum befindet sich im Hauptgebäude der Schule. Er ist nicht ganz so groß, so
dass im Zweischichtsystem gegessen wird.
Wie bereits erwähnt stehen noch die Turn- und Schwimmhalle zur Verfügung.
Für das Freispielen im auf dem Schulhof steht ein Container mit Spielmaterial zur Verfügung,
welcher zusammen mit der Nachbarsschule am Rosenhügel angeschafft wurde und genutzt
wird. Enthalten ist in dem Container u.a. Sandspielzeug, Bälle, Roller, Seilchen, Pedalos. Für
das freie Spielen innerhalb der Räumlichkeiten besteht u.a. eine große Auswahl an Brettund Gemeinschaftsspielen.
Nach dem Mittagessen wird meistens eine Bewegungspause mit den Kindern gemacht, bevor sie bis 15.30 Uhr in die Hausaufgabenbetreuung gehen. Im Anschluss daran finden dann
bis 16.30 Uhr die Projekte und der Sport statt. In der Vergangenheit konnte man jedoch beobachten, dass viele Kinder nach diesem Programm eine Ruhepause nötig hätten, weshalb
sich die Mitarbeiterinnen der OGS einen zusätzlichen Raum wünschen, den sie als Ruheraum einrichten möchten, um dort mit den Kindern auch Entspannungsübungen machen zu
können.
Ansonsten sind die Mitarbeiterinnen mit der Ausstattung zufrieden und versuchen den Kindern ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
5.5 Pestalozzischule Brahmsstraße
Den Offenen Ganztag der Pestalozzigrundschule besuchen derzeit 105 von 228 Schulkindern. Zusätzlich sind 25 Kinder in der Übermittagsbetreuung bis 13.20 Uhr.
Eine Einteilung der Kinder in einzelne Gruppen findet hier, mit Ausnahme beim Mittagessen
und bei der Hausaufgabenbetreuung, nicht statt. Es wird Gruppenübergreifend gearbeitet.
Den Kindern ist es freigestellt, an AGs teilzunehmen oder frei zu spielen. Die Teilnahme an
96
einer oder mehreren AGs ist jedoch für ein Schulhalbjahr verbindlich. Frei gespielt werden
kann jederzeit.
Die angebotenen AGs überstrecken sich von Sport-Spiel, Experimente, Fußball, über Kunterbunt, Garten, Gitarre, Theater, bis hin zu Filzen und Basteln. Auch die Pestalozzischule
hat eine Turnhalle, die den Kindern im Rahmen des Offenen Ganztages täglich bis 16.00 Uhr
zur Verfügung steht. Deshalb wird in der Sport-Spiel-AG neben Spielen wie Völkerball und
Brennball auch mal Geräteturnen angeboten oder es wird mit den vorhandenen Sportgeräten
ein Parcours aufgebaut. In der Kunterbunt-AG geht es, wie der Name schon sagt kunterbunt
zu. Mal werden Gesellschaftsspiele gespielt, mal ein Obstsalat gemacht oder es wird draußen zusammen gespielt.
Neben der Turnhalle hat die Grundschule auch einen kleinen Garten, weshalb eine GartenAG angeboten werden kann. Dort lernen die Kinder früh etwas über Blumen, Pflanzen, Kräuter und haben kleine Beete, um die sie sich kümmern.
Eine Zeit lang wurden auch Schnupperkurse für Karate oder Badminton angeboten, welche
aber auf Grund von Trainermangel wieder abgesetzt werden mussten.
Die AGs sind alle gut belegt, Wartelisten gibt es eher nicht. Es konnte beobachtet werden,
dass die Kinder eher Interesse am freien spielen zeigen, als an AGs teilzunehmen.
Folgende Grafik verdeutlicht die AG-Teilnahme.
Sport und Spiel
Fußball
Filzen
Basteln
Theater
Sport Ags
Gitarre
Sonstige Ags
Garten
Kunterbunt
Experimente
0
5
10
15
20
25
Anzahl der Kinder
Abbildung 36 - Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen.
Gegessen wird in zwei Schichten um 12.30 Uhr und um 13.20 Uhr, bevor um 14.00Uhr die
Hausaufgabenbetreuung beginnt. Für die Erstklässler besteht dreimal in der Woche die Möglichkeit auch schon vor dem Mittagessen ab 11.45 Uhr die Hausaufgaben zu machen. So
bleibt nach dem Essen mehr Zeit zum Erholen oder zum Freispiel.
Das qualifizierte Betreuungspersonal, bestehend aus dreizehn Kräften, setzt sich zusammen
aus einer Leitung, vier Erzieherinnen, zwei Zusatzkräften, vier Honorarkräften und zwei Kü97
chenkräften. Zu den Honorarkräften zählt u.a. ein Fußballtrainer aus Zweckel mit Übungsleiter- und Jugendleiterschein, der die Fußball-AG leitet. Die Erzieherinnen haben ebenfalls
allesamt einen Übungsleiterschein und bekommen in unregelmäßigen Abständen Fortbildungen angeboten.
Die Offene Ganztagsschule an der Pestalozzischule verfügt über vier Gruppenräume. Alle
Gruppenräume sind mit Spielen, Büchern, Bastelzubehör ausgestattet. Zusätzlich wurden
kleine Leseecken eingerichtet und sogar eine Spielstätte auf zwei Ebenen gestaltet. Zu den
räumlichen Gegebenheiten zählen ebenfalls die Küche, der Speiseraum, die Turnhalle, der
Schulhof und bei Bedarf alle Klassenräume. Der Schulhof bietet eine Vielzahl an Kletter- und
Balancegerüsten. Auf einem Hügel befindet sich ein großes Holzhaus, was erst einmal erklommen werden muss, bevor es über die Rutsche nach unten geht. Zusätzlich hierzu gibt
es noch eine Menge an Fahrzeugen wie Pedalos, Roller, Kettcar, Swing Car, Dreiräder und
Spielzeug wie u.a. Bälle, Seilchen, Gummitwist, Balancierscheibe. Für die Nutzung der Fahrzeuge stehen den Kindern auch Helme zur Verfügung.
Im Keller wurde der ehemalige Werkraum umfunktioniert und dient zurzeit als sogenannter
Toberaum, ausgestattet mit dicken Matten und Kissen. Im Winter wird dieser Raum gemütlich gestaltet, um den Kindern in ruhiger Atmosphäre Adventsgeschichten vorlesen zu können.
Der Leitung steht, ebenfalls im Keller, ein Büroraum zur Verfügung.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die örtlichen Gegebenheiten der Offenen Ganztagsschule eine Menge an abwechslungsreichen Angeboten aus unterschiedlichen Bereichen zulassen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Maßstäbe des Qualitätszirkels
gut umsetzen.
5.6 Wilhelmschule Teilstandort Weusters Weg
An dem Offenen Ganztag der Wilhelmschule Weusters Weg nehmen derzeit 30 von ca. 90
Kindern teil. Die Kinder können wählen, ob sie nach dem Mittagessen und der Hausaufgabenbetreuung an einer AG teilnehmen oder lieber frei spielen möchten.
Als AG wird montags der sogenannte Mädchen-Club angeboten, in dem wie der Name
schon sagt nur Mädchen zusammen spielen. Dienstags können sich die Kinder zwischen
Musizieren, der AG Sport, Spiel, Spaß und dem Freispiel entscheiden. Die Musik-AG ist aufgeteilt in dreißig Minuten Flöten und dreißig Minuten Gitarre spielen.
Da auch diese Grundschule das Glück hat, eine Sporthalle auf dem Schulgelände zu haben,
welche der Offenen Ganztagsschule dienstags und mittwochs zur Verfügung steht, findet die
Sport, Spiel, Spaß-AG je nach Wetterlage in der Turnhalle oder auf dem Schulhof statt.
Wenn eine Hallennutzung stattfindet werden von den Erzieherinnen auch auf die vorhandenen Turngeräte zurückgegriffen. Am Mittwoch wird eine Fußball AG angeboten, die ebenfalls
je nach Wetterlage in der Halle oder draußen stattfindet. Donnerstag können sich die Kinder
in die Koch-AG einschreiben. Früher hielten die Mitarbeiterinnen jeden Freitag eine sogenannte Kinderkonferenz in der die Kinder sagen konnten, was ihnen gefallen oder nicht gefallen hat und was sie sich für die nächste Woche wünschen. Es stellte sich dann aber heraus, dass die Kinder gar keine Lust hatten jede Woche „das Gleiche“ zu sagen,
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weshalb die Mitarbeiterinnen nun anstelle der Konferenz einen Verwöhnnachmittag mit den
Kindern machen. Darunter ist zu verstehen, dass an jedem Freitag eine bis eineinhalb Stunden etwas Besonderes gemacht wird, wie zum Beispiel eine Schnitzeljagd oder ein Picknick.
Alle AGs sind frei wählbar. Die Anzahl der Kinder variiert sehr stark. Mal können es fünf, mal
fünfzehn Kinder sein, wobei ein Schnitt zwischen acht bis zehn Kindern realistisch ist. Daher
habe ich bei der grafischen Darstellung auf den Mittelwert zurückgegriffen.
Teilnehmerzahlen der einzelnen AGs
Sport, Spiel, Spaß
Fußball
Sport Ags
Kochen
Sonstige Ags
Musik
0
2
4
6
8
10
12
Anzahl der Kinder
Abbildung 37 - Teilnehmende Kinder an den angebotenen AGs zum Erhebungszeitpunkt in absoluten Zahlen.
Das Team besteht aus sieben Fachkräften, wovon fünf Fachkräfte auf Honorarbasis angestellt sind. Festangestellt sind zum einen die entsprechend ausgebildete Leiterin und eine
Erzieherin. Zu den Honorarkräften zählen eine Küchenkraft, eine Erzieherin welche zwei
Stunden pro Woche für die Hausaufgabenbetreuung eingesetzt wird, zwei Kräfte im Besitz
des Jugendleiterscheins die jeweils die Koch-AG und Fußball-AG betreuen und eine Fachkraft für die Musik-AG.
Damit sich das Personal fortbilden kann, informiert der Träger rechtzeitig auf Fortbildungsangebote.
Die Räumlichkeiten stellen für die 30 Kinder genügend Platz zur Verfügung. Es sind zwei
Gruppenräume mit Gesellschaftsspielen, Büchern, diversem Spielzeug, eine Küche und ein
Speiseraum vorhanden. Zudem darf, wie schon erwähnt, an zwei Tagen in der Woche die
Turnhalle genutzt werden.
Wenn das Wetter es zulässt dürfen die Kinder auch auf dem Schulhof spielen. Der Schulhof
bietet den Kindern einige Klettergeräte. Zusätzlich steht den Kindern diverses Spielzeug zur
Verfügung, wie z.B. Tischtennis- und Federballschläger, Bälle, Seilchen, Pferdeleinen.
99
Aufgrund der geringen Anzahl der angemeldeten Kinder im Offenen Ganztag sind die angebotenen AGs völlig ausreichend. Auch können sich die Mitarbeiterinnen gut mit den Gegebenheiten arrangieren, wobei Fahrzeuge und mehr Spielzeug für den Außenbereich wünschenswert wären.
100
Eihoff / Fuchs
6 Fazit
Während unserer Projektphase haben wir 24 von 25 der Offenen Ganztagsgrundschulen
kennengelernt und konnten uns so ein umfassendes Bild über die jeweiligen Offenen Ganztagsschulen machen. Besonders durch die persönlichen Gespräche und den damit verbundenen Besichtigungen der örtlichen Gegebenheiten ist uns eine genaue Beschreibung und
Einschätzung der derzeitigen Situation möglich. Die Albrecht-Dürer Grundschule ist nicht
Bestandteil dieser Dokumentation und unserer Auswertungen, da im Sommer zum Schuljahr
2014/2015 die Auflösung dieser Schule erfolgt.
Alle 25 Bottroper Grundschulen nehmen an dem Offenen Ganztag teil. Das entspricht einer
Quote von 100%. In NRW sind mehr als 90% der Grundschulen Ganztagsschulen.
Während unseren Besichtigungen vor Ort ist in den meisten Fällen aufgefallen, dass die
Räumlichkeiten für eine so hohe Anzahl von Kindern oftmals nicht ausreichend sind. Das
liegt daran, dass die Räume vorab für lediglich ca. 50 Kinder geplant waren und nun teilweise das Dreifache an Kindern an der Nachmittagsbetreuung teilnehmen. Die Nachfrage für
die Offenen Ganztagsplätze steigt derzeit weiter an und auch die Bedarfseinschätzung für
das kommende Jahr bestätigt diese Annahme.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es im Nachmittagsbereich ein facettenreiches und vielfältiges Angebot in Form von AGs zur Auswahl gestellt wird.
Derzeit bieten die 24 Grundschulen 90 unterschiedlichen AGs aus den verschiedensten Bereichen an. Jegliches Personal aus dem Offenen Ganztag verfügt über ausreichende Qualifikationen und genügend Fachwissen. Die Sport-AGs werden ausschließlich von Fachkräften
mit Übungsleiterschein angeboten. Ziele des Primarbereichs sind laut Ministerium für Schule
und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen die Verbesserung der Bildungsqualität
und mehr individuelle Förderung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Ganztagsangebote aus einer Hand unter dem Dach der Schule. Jede Offene Ganztagsschule verfolgt eine individuelle Förderung der Kinder je nach Bedarf und eine verlässliche Betreuung
der Kinder bis 16 Uhr. Die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den Offenen Ganztagen lässt sich als sehr gut bezeichnen und alle arbeiten eng verzahnt miteinander. Für die
24 befragten Grundschulen lässt sich somit sagen, dass diese Ziele erreicht worden sind.
Die Frage, ob „SportIf“ im Offenen Ganztag realisiert werden kann, ist nicht eindeutig zu beantworten. Eine Realisierung des „SportIf-Programms“ im Offenen Ganztag hängt von mehreren unterschiedlichen Faktoren ab, welche mit den örtlichen Gegebenheiten und zur Verfügung stehenden Fachkräften in Verbindung steht. Die Grundschulen verfügen alle über
unterschiedliche Rahmenbedingungen innerhalb des Offenen Ganztages. Ziel sollte es sein
allen die gleiche Perspektive bieten zu können.
Die Situation an den Offenen Ganztagsschulen in Gladbeck haben wir, entgegen der anfänglichen Planung, nur stichprobenartig berücksichtigt. Dies resultiert aus der Feststellung, dass
ein direkter Vergleich zwischen Bottrop und Gladbeck nicht praktikabel ist, da viele unterschiedliche Faktoren vorliegen, die eine einheitliche Bewertung nicht möglich machen. Nur
ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung: Bottrop ist eine kreisfreie Stadt, Gladbeck gehört
101
dem Kreis Recklinghausen an. Allein diese Tatsache verursacht schon unterschiedliche Organisationsstrukturen in vielerlei Hinsicht.
Die Stadt Gladbeck hat einige Projekte, Leitbilder und Maßnahmen entwickelt, welche den
dortigen Offenen Ganztag besonders im Hinblick auf die motorische Förderung der Kinder
bereichern. Das Gladbecker Modell „Kinder in Bewegung“ hat viel Potential, wobei auch hier
die Realisierbarkeit einiger Handlungsfelder von unterschiedlichen Faktoren abhängt. Ein
wesentlicher Faktor ist auch in Gladbeck der, dass geeignete Fachkräfte berufstätig sind und
erst nach den Zeiten der Offenen Ganztagsschule zur Verfügung stehen. Das haben uns die
Interviews mit den OGS-Leitungen bestätigt.
Letztlich möchten wir festhalten, dass es in Gladbeck wie in Bottrop verschiedene Überlegungen und Projekte in Bezug auf Sport und Bewegungsförderung gibt, welche bereits etabliert sind, jedoch stetig weiterentwickelt werden, um sich den Ansprüchen der Kinder und
ihrer Lebenswelt anzupassen.
102
7 Anhang
103
7.1 Interview-Leitfaden
1. Welche Angebote gibt es im offenen Ganztag? (allgemein)
2. Welche Spiel-, Sport-, Bewegungsangebote gibt es im offenen Ganztag?
3. Wie ist der Ablauf/Zeitplan im offenen Ganztag?
4. Wie oft in der Woche finden Sportangebote statt? – In welchem Rhythmus?
5. Wie viele Kinder nehmen am Ganztag teil? – Wie groß sind die Gruppen?
6. Gibt es Wartelisten für bestimmte Angebote, weil die Nachfrage so hoch ist?
7. Wie viel Personal gibt es im offenen Ganztag (Lehrer, Erzieher, Koch, Sporttrainer
etc.)?
8. Wie viel Personal steht pro Gruppe zur Verfügung?
9. Welche Ausbildung/Qualifikation hat das Personal? – Insbesondere diejenigen, die
die Sportangebote ausführen!
10. Werden Fortbildungen werden für das Personal angeboten?
11. Wie sehen die räumlichen Gegebenheiten aus?
(Gibt es eine Sporthalle? Ist genügend Platz für die Kinder da? Besteht eine gute
Ausstattung der Räumlichkeiten? Etc.)
7.2 Termine und Interviews
10.02.2014: erster Termin aller Beteiligten
21.03.2014: vorbereitender Termin mit Herrn Wuwer vom Bildungsbüro als Auftraggeber
03.04.2014: Termin mit Herrn Prof. Dr. Gourmelon, begleitender Professor der FHöV
07.04.2014: Seminartag an der FHöV
08.04.2014: Seminartag an der FHöV
09.04.2014: Termin mit Herrn Wuwer
11.04.2014: Seminartag an der FHöV
14.04.2014: Termin der Projektgruppe
Termin mit Herrn Schön, SportIf-Initiator
104
Interview mit Frau Bockholt (Fachbereich Jungend und Schule, Stadt Bottrop)
17.04.2014: Termin mit Herrn Schmidt (Sport- und Bäderbetrieb, Stadt Bottrop)
23.04.2014: Interview mit Frau Luerweg (OGS-Leitung der Cyriakusschule)
Interview mit Frau Komorowski (in Vertretung für die OGS-Leitung der Schule
Vonderort)
24.04.2014: Interview mit Frau Möller (AWO Gelsenkirchen, Bereich Kinderbertreuung)
25.04.2014: Interview mit Frau Ketschau (OGS-Leitung der Ludgerusschule)
30.04.2014: Interview mit Frau Baumgarten (OGS-Leitung der Schillerschule)
Interview mit Frau Spell (OGS-Leitung der Gregorschule)
02.05.2014: Interview mit Frau Blome (OGS-Leitung der Grundschule Grafenwald)
Interview mit Frau Heuser (OGS-Leitung der Rheinbaben Schule)
Interview mit Frau Stephan (OGS-Leitung der Fichteschule)
Interview mit Frau Berger (OGS-Leitung der Matthias-Claudius-Schule, Standort
Feldhausen)
05.05.2014: Interview mit Frau Hermanski (OGS-Leitung der Albert-Schweitzer-Schule)
Interview mit Frau Kupka (OGS-Leitung der Droste-Hülshoff-Schule)
Interview mit Herrn Knappmann (Sportkoordinator Gladbeck)
06.05.2014: Interview mit Frau Güldenberg (OGS-Leitung der Konradschule)
Interview mit Frau Koloch (OGS-Leitung des Teilstandorts Blankenstraße der
Fürstenbergschule)
07.05.2014: Interview mit Frau Fritsche (OGS-Leitung der Paul-Gerhardt-Schule)
Interview mit Frau Bos (OGS-Leitung der Antoniusschule, Gladbeck)
08.05.2014: Interview mit Frau Stabla (OGS-Leitung der Astrid-Lindgren-Schule)
Termin der Projektgruppe
09.05.2014: Termin mit Herrn Prof. Dr. Gourmelon
Interview mit Frau Reich, Fachbereichsleitung OGS, und Frau Houli, Koordination OGS (evangelische Kirchengemeinde Bottrop)
12.05.2014: Interview mit Frau Bantel (Stellv. OGS-Leitung der Wilhelmschule, Standort
Weusters Weg, Gladbeck)
105
Termin der Projektgruppe
14.05.2014: Interview mit Frau Visser (OGS-Leitung der Richard-Wagner-Schule)
Termin der Projektgruppe
15.05.2014: Interview mit Frau Gawenda (OGS-Leitung der Nikolaus-Groß-Schule)
Interview mit Frau Graefe-Berger (OGS-Leitung der Pestalozzischule, Gladbeck)
19.05.2014: Interview mit Frau Houli (OGS-Leitung der Grundschule Welheim) und
Interview mit Herrn Przybilla (OGS-Leitung des Teilstandorts Ebel, Schillerschule)
Interview mit Frau Schnieder (OGS-Leitung der Johannesschule)
Interview mit Frau Kaufmann (OGS-Leitung der Matthias-Claudius-Schule)
Termin der Projektgruppe
Interview mit Frau Hollensen und Frau Scharnowski (Bottroper Sportbund e.V.)
21.05.2014: Interview mit Frau Schulte (OGS-Leitung der Fürstenbergschule)
22.05.2014: Interview mit Herrn Knappmann (Sportkoordinator Gladbeck)
Termin der Projektgruppe
02.06.2014: Termin der Projektgruppe
03.06.2014: Termin der Projektgruppe
04.06.2014: Kolloquium bzw. Generalprobe
13.06.2014: Präsentation
106
7.3 Quellenverzeichnis
Mündliche Quellen
Jegliche, bereits aufgeführte Interviews.
Websites
Der Träger
http://www.agsbbottrop.de/
http://www.awo-gelsenkirchen.de/
http://www.kirchenkreis.org/content/e559/e3019/e2909/index_ger.html
http://www.kv-bottrop.drk.de/
Der Schulen
http://www.albert-schweitzer-grundschule.com/
http://www.albrechtduererschule-bottrop.de/
http://cyriakusschule.wordpress.com/
http://www.fichteschule-bottrop.de/
http://www.gregorschule.de/Gregorschule_Bottrop-Kirchhellen/Willkommen.html
http://schule-grafenwald.de/
http://www.johannesschule-kirchhellen.de/
http://konradschule-bottrop.de/
http://www.ludgerusschule-bottrop.de/
http://matthiasclaudiusschule.de/index.php/home.html
http://www.nikolaus-gross-schule-bottrop.de/
http://www.paulschule.de/
http://paul-gerhardt-schule.info/
http://www.rheinbabenschule-bottrop.de/
http://richard-wagner-schule.de/
http://www.schillerschule-bottrop.de/unsere_schule.html
107
http://www.schule-vonderort.de/
http://www.wagenfeldschule-bottrop.de/
Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen
http://www.schulministerium.nrw.de/docs/bp/index.html
Gladbecker Bündnis
http://www.gladbecker-buendnis.de/aufbau-und-struktur/
Regionale Bildungsnetzwerke NRW
http://www.regionale.bildungsnetzwerke.nrw.de/rbn/frontend/Handlungsfelder/index.a
spx?PageNr=1&TNr=35
[alle Websites eingesehen im Zeitraum vom 07.04.- 26.05.2014]
Selbständige Publikationen
GOURMELON, A.; MROß, M.; SEIDEL, S.:Management im öffentlichen Sektor. Organisationen
steuern – Strukturen schaffen – Prozesse gestalten. (1.Auflage),9.Kapitel, 2011 Heidelberg.
Rechtsnormen
Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW – SchulG).
Runderlasse des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen:
Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags- und
Betreuungsangebote in Primarbereich und Sekundarstufe I
Zuwendungen für die Durchführung außerunterrichtlicher Angebote offener Ganztagsschulen im Primarbereich
Weitere Quellen
SCHMIDT, P.; SCHÖN, M.: SPORTIF- SPORTmotorik.Individuelle Förderung, PowerPointPräsentation.
STADT GLADBECK: Gladbecker Bündnis, Handreichung.
108
7.4 Projektvereinbarung
„Ganztag in Bottrop. Eine Auswertung und Analyse der Ganztagssituation in Bottrop mit
Möglichkeiten der Qualitätsentwicklung“
Projektteilnehmer/innen:






Kristin Eihoff
Carina Fuchs
Stefanie Gohe
Stephan Rheinberg
Carolin Sakowski
Marit Schneider
Projektbetreuung:



Herr Prof. Dr. Andreas Gourmelon, Projektleiter der FHöV Gelsenkirchen
Frau Ursula Sommer, Ausbildungsleiterin Stadt Bottrop
Herr Wolfgang Wuwer, Auftraggeber Bildungsbüro der Stadt Bottrop
Zielsetzung:
Die Projektarbeit hat zum Ziel, die bestehenden Angebote im Rahmen der Offenen Ganztagsschulen an den Bottroper Grundschulen zu dokumentieren. Hierbei steht besonders das
in der OGS vorhandene Angebot zu Spiel, Sport um Bewegung im Fokus, um ggf. weitere
Möglichkeiten der Bewegungs- und Gesundheitsförderung durch das Sportförderprogramm
„SportIf“ in Bottrop aufzeigen zu können.
1. Es sollen die Angebote für die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Offenen
Ganztagsschule an den einzelnen Grundschulen in Bottrop dokumentiert werden.
2. Die Nutzung und Auslastung der einzelnen Angebote soll unter besonderer Berücksichtigung vom Schulstandort aufgezeigt werden.
3. Ausbildung und Qualifizierung des in der OGS tätigen Personals soll ermittelt werden
sowie die vorhandenen örtlichen Gegebenheiten (Ressourcen, Sportstätten etc.).
4. Insbesondere soll das Projekt „SportIf“, das bereits im Pflichtunterricht der Grundschulen durchgeführt wird, vorgestellt werden, um anschließend die Übertragbarkeit
und Realisierbarkeit auf den Offenen Ganztag unter Einbezug der Punkte 1.-3. erarbeiten zu können.
5. Ergebnisse der Stadt Bottrop werden stichprobenartig mit der Situation im Offenen
Ganztag der Stadt Gladbeck verglichen, um ggf. Hinweise und Alternativen für Veränderungen in Bottrop aufzeigen zu können.
Vorgehensweise:



Die einzelnen Träger werden angeschrieben und einem ersten Gespräch über das
Vorhaben informiert.
Nutzung und Auslastung der Angebote werden anhand einer Dokumentenanalyse
und in persönlichen Gesprächen mit den Trägern erfasst.
Auf Basis des Angebots werden Interviews für die offenen Ganztagseinrichtungen erstellt
109




Befragt werden Träger und die OGS-Leitungen
Nach Möglichkeit sollten bis zum 09.05.2014 die Ergebnisse zusammengetragen
werden.
Auswertung im Hinblick auf „SportIf“
Vorbereitung der Präsentation inklusive Dokumentation und Druck
Dokumentation:
Die Projektarbeit besteht aus einem Projektbericht und einer Präsentation.
Die Projektarbeit startet am 07.04.2014 und endet am 14.06.2014. Präsentiert werden soll
sie voraussichtlich am 13.06.2014 um 15 Uhr. Das Teilnehmerfeld wird hierzu noch festgelegt.
Begleitet und koordiniert wird dieses Projekt von Herrn Wuwer (Bildungsbüro).
Die Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer informieren den Auftraggeber in regelmäßigen
Abständen über den jeweiligen Bearbeitungsstand.
Des Weiteren verpflichten sich die Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer den Arbeitsauftrag sach- und zeitgerecht durchzuführen.
110