Informationen zur Aufbissschienentherapie (COPA)

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Informationen zur Aufbissschienentherapie (COPA)
Praxis Dr. med. Hans Garten und Kollegen
Nederlinger Str. 35, D-80638 München
Tel: 089/1595951, Fax: 089/1596161
email: [email protected]• www.DrGarten.de
Informationen zur Aufbissschienentherapie (COPA)
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
Sie haben von Ihrem Therapeuten den
Gebrauch einer Aufbissschiene nach
zahnärztlichen und orthopädischen Gesichtspunkten (Craniomandibulär Repositioning Appliance, COPA) empfohlen bekommen.
Kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Der Kauapparat ist Teil einer geschlossenen Funktionskette, was bedeutet, dass
bei nicht optimaler Bisssituation (besonders Tiefbiss, Rückbiss und andere mehr)
in vielen Fällen fernab Beschwerden auftreten können.
Im Einzelnen sind dies neben den typischen Kiefergelenksbeschwerden wie
Schmerz, Klicken und Knacken:
• Wirbelsäulenbeschwerden und
Schmerzen in anderen Bereichen des
Bewegungssystems
• Kopf- und Gesichtsschmerzen
• Ohrbeschwerden inkl. Tinnitus
• Konzentrationsstörungen und
Lernstörungen
• hormonelle Regulationsstörungen
Aufbissschiene: COPA
In unserer Praxis wurde nach orthopädischen Kriterien zunächst provisorisch mit Hilfe von Watterollen eine verbesserte Unterkieferposition festgestellt, die sich positiv auf
den Bewegungsapparat auswirkt.
Der in unserer Praxis oder in der Zahnarztpraxis hergestellte Konstruktionsbiss wird dann in eine Kunststoffschiene umgesetzt, die in der Regel auf dem Unterkiefer
getragen wird und herausnehmbar ist. Wenn in unserer
Praxis dieser Konstruktionsbiss (Wachsbiss) ausgeführt
wurde, so handelt es sich hierbei ausschließlich um einen
Vorschlag an den weiterbehandelnden Zahnarzt oder Kieferorthopäden, der von diesem nach zahnmedizinischen
Gesichtspunkten korrigiert werden kann.
Zur Herstellung sind Bissmodelle notwendig, die dann in
einen sog. Artikulator eingespannt werden. Die Position
des Ober- und Unterkieferbissmodells im Artikulator wird
durch den Konstruktions-Wachsbiss bestimmt. Nach Entfernung des Wachsbisses aus der Artikulator-Modell-Einheit wird mit Hilfe der Bissmodelle eine von der Funktion
her exakte Kopie des Konstruktionsbisses hergestellt.
Die Aufbissschiene, welche auf dem Unterkiefer getragen
wird, lässt auf der Zunge ausreichend Platz, so dass in aller
Regel fast ohne Veränderung der Sprache gesprochen werden kann.
Abb. aus Garten, Applied Kinesiology, Elsevier, 2004.
Die Position des Unterkiefers kann relativ stark von Ihrer
gewohnheitsmäßigen differieren, beispielsweise können
die Seitenzähne um mehrere Millimeter gesperrt werden,
der Unterkiefer etwas weiter nach vorne bewegt werden.
Es wird sich dann innerhalb kürzester Zeit eine neue Ruhelage einstellen, dabei kommt es zu der gewünschten
leichten Dehnung der Kaumuskulatur, welche zur Entspannung derselben beiträgt.
Tragezeiten und Begleittherapie
Zur wirkungsvollen Anwendung der Schiene ist es notwendig, dass die Schiene möglichst ganztags getragen
wird, in jedem Falle nachts. In schweren Fällen wird sogar
empfohlen werden, beim Essen die Schiene zu tragen. Dies
geschieht in Absprache mit Ihrem Zahnarzt.
Kiefergelenks- bzw. Bissstörungen und orthopädische
Störungen sind untrennbar miteinander verbunden, d. h.
die Schienenbehandlung muss durch eine physikalische
Therapie begleitet werden. Diese kann in
chiropraktisch/osteopathischen Techniken, krankengymnastischen Techniken oder auch Akupunktur bestehen. In regelmäßigen Abständen muss die Funktion der Schiene
überprüft werden. Dazu bestellt Sie Ihr Zahnarzt oder Arzt
ein. Achten Sie bitte auch selbst auf diese regelmäßigen
Behandlungen und Kontrollen.
Was kommt nach der Schiene?
Die vorgeplante Tragezeit beträgt normalerweise ca. 3 Monate. Während dieser Zeit sollten sich Ihre Beschwerden
verringern oder sogar völlig verschwinden. Wenn ein optimaler Zustand erreicht worden ist, wird die Kieferposition
soweit wie möglich ihrer ursprünglichen Kieferposition
angenähert, ohne dass es zum Verlust der therapeutischenWirkung der Schiene kommt. Dann wird ein Entwöhnungsversuch gemacht, d.h., Sie tragen die Schiene
nur noch z. B. nachts. Wenn dies ohne Wiederauftreten der
Beschwerden möglich ist, kann versucht werden, die
Schiene ganz wegzulassen.
Wenn dies nicht möglich ist, gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. Sie tragen die Aufbissschiene in besonderen Belastungssituationen (beruflicher Stress etc.) und zur Entspannung nachts.
2. Die Schienenposition wird durch prothetische, zahnärztliche Arbeit (Überkronungen etc.) definitiv umgesetzt.
3. Besonders bei jüngeren Patienten, aber auch bei Erwachsenen können kieferorthopädische Maßnahmen,
bei denen die Position der Zähne mittels herausnehmbarer bzw. auch fixer Apparate verändert wird, durchwerden.
Sollten Sie weiter Fragen haben, wenden Sie sich bitte an
uns bzw Ihren Zahnarzt.
Dr. med. Hans Garten