Ausbau der B27 hat besondere Priorität Zukunft der schriftlichen

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Ausbau der B27 hat besondere Priorität Zukunft der schriftlichen
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23.03.2007
15:25 Uhr
Seite 46
Informationen für die Praxis Verkehr, Transport, Logistik
Oettinger besucht Spedition Barth
Ausbau der B27 hat besondere Priorität
„Der vierstreifige Ausbau der B27 im Kreis Tübingen hat besondere Priorität“: Helmut Barth,
stellvertretender Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses hatte bei einem Besuch von Ministerpräsident Günther Oettinger Gelegenheit, verkehrspolitische Fragen anzusprechen und deutlich zu machen, welche Themen den mittelständischen Fuhrunternehmen auf der Alb auf den
Nägeln brennen.
Eine knappe Stunde nahm sich Ministerpräsident Günther Oettinger Ende Februar Zeit,
um sich die Burladinger Spedition Barth anzusehen. Die Geschäftsführer Helmut und
Berthold Barth nutzten die Gelegenheit, Kritik an der Verkehrsinfrastruktur zu üben. Vor
allem der Ausbau der B27 im Landkreis
Tübingen liegt den Burladinger Spediteuren
am Herzen. Barth, der sich auch im IHK Verkehrsausschuss engagiert, unterstrich die besondere Priorität des Ausbaus: „Die B27 ist
die einzige leistungsfähige Anbindung des
Zollernalbkreises, des Kreises Sigmaringen
und teilweise auch der Kreise Reutlingen und
Tübingen an das Autobahnnetz“. Ohne Widerspruch akzeptierte der Stuttgarter Regierungschef auch den Vorwurf des desolaten
Autobahnniveaus in Baden-Württemberg und
die Versäumnisse beim Ausbau von Fernstraßen, insbesondere in Ost-West-Richtung. Der
„chronisch unterfinanzierte Bundeshaushalt“
sei schuld, dass das Land Baden-Württemberg
in diesem Bereich nicht mehr bewegen könne.
Nur 150 bis 200 Millionen Euro jährlich würden für solche Maßnahmen nach BadenWürttemberg fließen. Um die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern, sieht Oettinger nur
eine Chance: Die PKW-Maut muss schnellstens kommen. Barth setzt sich als Spediteur
besonders für eine dritte Ost-West-Trasse im
Rahmen der A96/A94 von Memmingen über
Biberach, Bad Saulgau, Messkirch, Donaueschingen und Freiburg ein. Eine solche Querspange durch Baden-Württemberg würde
heute im Verkehrsschatten liegende Gebiete
erschließen, stelle ein wichtiges Verbindungsglied im europäischen Autobahnnetz (WienMulhouse) dar und entlaste somit auch die A8.
Kritisch betrachtet Barth auch die LKW-Maut:
circa 300 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen sollten jährlich in den Verkehrshaushalt
fließen. Da dies nicht der Fall ist, fordert Barth
Bürgermeister Harry Ebert, Geschäftsführer Helmut Barth,
Karl-Wilhelm Röhm MdL (CDU), Ministerpräsident Günther
Oettinger, Christoph Ruck (Einkauf), Geschäftsführer Berthold Barth (von links).
Foto: Kraftverkehr Barth GmbH
von der Politik, einen höheren als bislang angesetzten Anteil am Verkehrshaushalt speziell
für den Straßenbau zu bewirken. Vom Unternehmen Barth zeigte sich Oettinger angetan:
die Spedition repräsentiere einen typisch baden-württembergischen Familienbetrieb. „Solche Betriebe machen im Grunde unsere Wirtschaft aus, das gibt es so kaum in anderen
Ländern“, so Oettinger. Er zeigte sich überzeugt, dass die Firma auch in den kommenden Jahren am Aufschwung teilhaben werde
und sich gegen die Großen werde behaupten
können.
Gefahrgut-Tage in Hamburg
Zukunft der schriftlichen Weisungen noch unklar
ERI-Cards (Emergency Response Intervention
Cards) sind kein Ersatz für schriftliche Weisungen (Unfall-Merkblätter). Da waren sich
die Teilnehmer des Storck Symposiums 2007
in Hamburg einig. Die geplante Neuregelung
der schriftlichen Weisungen befindet sich
noch auf europäischer Arbeitsebene. Auf der
Podiumsdiskussion der Gefahrgut-Tage sprachen Teilnehmer und Referenten die Vor- und
Nachteile der jetzigen wie der geplanten Regelung an. Die schriftlichen Weisungen sol-
len sich auf Initiative von CEFIC (European
Chemical Industry Council) künftig nur noch
an den Fahrer richten. Das stieß auf Unverständnis – warum sollten sie in diesem Fall
dennoch in den Sprachen der Transitländer
mitgeführt werden? Einigkeit bestand darin,
dass sowohl Fahrer als auch Einsatzkräfte am
Unfallort die Weisungen verstehen müssen.
Den Vorstoß einer englischen Delegation, die
Unfall-Merkblätter komplett abzuschaffen,
lehnten die Teilnehmer der Gefahrgut-Tage
durchweg ab.
Regelungen in der Türkei noch Mangelware
In der Türkei sind klare Regelungen zum Gefahrguttransport dagegen noch Mangelware.
Cankat Hurmoglu, Inhaber von Unternehmen
für Gefahrgutschulung und -beratung in Nürn-
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Höheres Risikopotenzial bei Tunnelnutzung
Über die Risikobewertung von Straßentunneln
informierte Christoph Zulauf, Leiter des Tätigkeitsfeldes Sicherheit im Straßenverkehr bei
der Ernst Basler & Partner AG in Basel. Zulauf
erläuterte exemplarisch eine Risikoanalyse
zum Rennsteigtunnel der BAB 71 in Thüringen. Bei druckverflüssigten, entzündbaren Gasen sowie bei Explosivstoffen ergab sich für
die Tunnelnutzung ein deutlich höheres Risikopotenzial als für mögliche Umgehungsstrecken.
46 WIRTSCHAFT Neckar-Alb
April 07
Dr. Katherine Rooney informierte über die geplanten Änderungen der Verpackungsvorschriften der ICAO-Technical
Instructions.
Foto: Storck Verlag Hamburg