Praxisbeispiele für die Organisationsstruktur

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Praxisbeispiele für die Organisationsstruktur
Finanzierung und Organisation des Tourismus auf Ortsebene
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Praxisbeispiele zum Thema Organisationsstruktur:
Tabarz: Tourismusentwicklung mit klarer Aufgabenverteilung
Tabarz ist der einzige staatlich anerkannte Kneippkurort in Thüringen. Einen touristischen Schwerpunkt vor Ort
bilden zwei Kliniken. Der gesamte Tourismusbereich wurde auf die „TWG mbH Kurverwaltung Tabarz“ (25.500
Euro Stammkapital, 100 Prozent Gemeinde) übertragen. Die TWG mbH ist für die touristische Infrastruktur, das
Marketing und die Kurverwaltung zuständig. Sie erhielt hierfür 2010 einen Geschäftsbesorgungserlös in Höhe
von 246.236 Euro. Die tourismusbedingten Erträge liegen bei insgesamt 3,9 Millionen Euro, die entsprechenden
Aufwendungen bei 4,4 Millionen Euro. In dieser Summe ist auch die Eigenanteilsfinanzierung für den ersten
Bauabschnitt des örtlichen Kur- und Familienbades enthalten.
Weiskirchen: Ausgezeichneter Tourismusort und ÖPP im Blick
Die Gemeinde Weiskirchen als Heilklimatischer Kurort der Premium Class und Kneippkurort hat den Tourismusbereich in die „HTG – Hochwald-Touristik GmbH Weiskirchen“ (100 Prozent Gemeinde) ausgegliedert. Aufgrund
einer zehnjährigen Rahmenvereinbarung bis 2018 wurden alle touristischen Aktivitäten der Gemeinde gebündelt und an die HTG delegiert. 2010 wurde die HTG vom Wirtschaftsministerium als beste Tourist-Information
des Saarlandes ausgezeichnet. Die Gemeindeverwaltung firmiert als „Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum“
(doppischer Haushaltsplan). Die tourismusbedingten Einnahmen im Haushalt belaufen sich auf rund 0,45 Millionen Euro, die entsprechenden Ausgaben auf 0,5 Millionen Euro. Hinzu kommen Einnahmen in Höhe von 0,1
Millionen Euro und Ausgaben in Höhe von 0,7 Millionen Euro der HTG. In einem ÖPP-Modell wird das öffentliche
Bäderzentrum „Vitalis“ mit privater Reha-Einrichtung und dem Parkhotel Weiskirchen betrieben.
Timmendorfer Strand: Investitionen in die Zukunft
Die Gemeinde Timmendorfer Strand/Niendorf nimmt eine Spitzenstellung im Schleswig-Holstein-Tourismus ein.
Tourismus ist fast ausschließlich ausgegliedert in den eigenbetrieblichen „Kurbetrieb Timmendorfer StrandNiendorf/Ostsee“ (1,2 Millionen Euro Stammkapital; 100 Prozent Eigenbetrieb der Gemeinde) und die „TSNT –
Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH“. Zwischen der Gemeinde und den beiden Gesellschaften findet
eine sehr gute, geschickte Zusammenarbeit und Aufgabenteilung mit entsprechender Kostenverrechnung statt.
Den tourismusbedingten Einnahmen in Höhe von 12,8 Millionen Euro (Gemeindehaushalt: 5,7; Kurbetrieb Timmendorfer Strand-Niendorf: 5,1; TSNT GmbH: 2,0) stehen tourismusbedingte Aufwendungen in Höhe von 15,5
Millionen Euro gegenüber (Gemeindehaushalt: 4,0; Kurbetrieb Timmendorfer Strand-Niendorf: 9,5; TSNT GmbH:
2,0). Während der kommunale Haushalt damit sogar positiv abschließt, entsteht der Fehlbetrag insbesondere
investitionsbedingt beim Kurbetrieb Timmendorfer Strand/Niendorf (zum Beispiel Strandpromenade und Seebrücke). Zum Großteil wurden die Investitionen aus dem laufenden Betrieb heraus finanziert, was in den kommenden Jahren wiederum positiv zu Buche schlagen sollte. Mit 154,8 Millionen Euro touristischem Bruttoumsatz und 21,7 Millionen Euro touristisch bedingtem Steueraufkommen wird gleichzeitig das große wirtschaftliche Gewicht des Tourismus – und damit auch die Notwendigkeit der Investitionen im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit – überdeutlich.
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Dieser Anhang dient als weiterführende Information zur Veröffentlichung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes „Wer
soll das bezahlen? Leitfaden zur Finanzierung und Organisation des Tourismus auf Ortsebene“
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Finanzierung und Organisation des Tourismus auf Ortsebene
Daun: Arbeitsteilung zwischen Orts- und Verbandsgemeinde über Umlagefinanzierung
Die Stadt Daun als Heilklimatischer Kurort, Kneippkurort und Kreisstadt gehört der Verbandsgemeinde Daun an.
Im touristischen Bereich bedeutet dies eine Aufgabenteilung zwischen Ortsgemeinde (Stadt Daun) und Verbandsgemeinde. Während sich die Stadt mit einem eigenem Kur- und Verkehrsamt um die kurörtlichen Aufgaben kümmert, ist die Verbandsgemeinde mit ihrer Tourist-Information insbesondere auch bei regional bedeutsamen Veranstaltungen und Einrichtungen aktiv und engagiert sich im Regionalmarketing. Die touristisch bedingten Einnahmen im kommunalen Haushalt beliefen sich auf 1,9 Millionen Euro, die entsprechenden Ausgaben auf 2,1 Millionen Euro. Im Aufwandsbereich liegen Eigenanteilsfinanzierungen beim Freibad, bei Parkplätzen und bei der Neupositionierung der Gesundheitslandschaft Vulkaneifel.
Quelle:
dwif 2011
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