Pir Vilayat Inayat Khan

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Pir Vilayat Inayat Khan
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Pir Vilayat Inayat Khan
1916 ­ 2004
Im Dezember 2003 hielt Pir Vilayat sein letztes Weihnachtsretreat in Bad Überkingen/Deutschland ­ trotz seiner 87 Jahre sprühend, hellwach, mit einer geistigen Kraft, die den ganzen Saal erfüllte. Am meiste beeindruckte er durch die Unmittelbarkeit und Wahrhaftigkeit seines Auftretens. Er war ganz authentisch. Kein Schatten, der versteckt, kein Selbstzweifel, der unterdrückt werden musste. Pir Vilayat war in seinem langen Leben (19. Juni 1916 bis 17. Juni 2004) durch großen Schmerz, durch Ablehnung und Kritik gegangen und trotzdem oder gerade deshalb für alles offen geblieben. Er selbst sagt:
"Anyone volunteering to embody the archetype representing people's higher self will have to choose between artfully concealing one's shadow and, when discovered, justifying it hypocritically, or alternatively, exposing oneself to scrutiny and criticism by all. Should one have the honesty and courage to confront one's shortcomings, one will better understand people's problems through seeing oneself in others and others in oneself, thus affording real help to those who also need to transmute their shadow elements."
(Elixir 1/05, p. 35)
Und Pir Zia ergänzt über seinen Vater: "He wanted to stimulate what was real and true in each person." (Heart & Wings Memorial Issue 2004, p. 15)
Kurz darauf, Ende Jänner 2004, erlitt Pir Vilayat einen schweren Schlaganfall. Und wenige Monate später, am 17. Juni 2004 verstarb er in Fazal Manzil, dem Wohnsitz der Familie Khan in Suresnes/Paris. Pir Zia beschreibt dieses Ereignis folgendermaßen:
"We all stood and said prayers and held him in our hearts, and his breathing changed and then stopped, his breath left the body and filled the room. In that moment I can very honestly say that I felt not a loss, not impoverishment but just the opposite, enrichment. I felt the release and liberation of his spirit, which had been confined in the agony of that ailing body, the spirit was as it was released and returned to its true element saturating the cosmos, filling the room with a golden hue of peace and joy." (Heart & Wings p. 3)
Pir Vilayats Körper wurde nach seinem Tod nach Indien überstellt. Seine Dargah befindet sich in Delhi nahe der Dargah seines Vaters Hazrat Inayat Khan.
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Vilayat Inayat Khan wurde am 19. Juni 1916 in London geboren, als zweites von insgesamt vier Kindern des indischen Sufimeisters Hazrat Inayat Khan und seiner amerikanischen Frau Ora Ray Baker. Sein Vater, auch Pir­o­
Murshid genannt, hatte 1907 von seinem eigenen Lehrer Khwaja Abu Hashim Madani den Auftrag erhalten, die Sufilehre im Westen zu verbreiten. Und das tat er auch. Im September 1910 fuhr der damals 28jährige gemeinsam mit seinen Brüdern Maheboob Khan und Musheraff Khan und seinem Cousin Ali Khan zunächst in die USA, wo er Vilayats Mutter kennenlernte, und zwei Jahre später nach Europa. Noor, Vilayats ältere Schwester, wurde 1914 in Russland geboren, sein Bruder Hidayat war ein Jahr und seine zweite Schwester Khair drei Jahre jünger als Vilayat.
Die Familie ist stolz auf ihre Abstammung von einem indischen Machthaber namens Tipo Sultan, auch 'The Tiger of Mysore' genannt (1749­1799). So berichtet Jean Overton Fuller, Autorin einer akribisch recherchierten Biographie über Noor­un­nisa, von Hazrat Inayat Khan und seinen Kindern:
"He told them whilst very young of their descent from 'The Tiger of Mysore', though he said they should not speak of this outside the family. "You are royal", he said, "and have that in your veins which nothing in the world can take away. You need not be afraid to hold up your heads in any court in the world." Though he stressed very much, after the Oriental manner, the spiritual responsibilities which nobility conferred."
Jean Overton Fuller: Noor­un­nisa Inayat Khan (Madeleine), East­West Publications, London 1988
Von Pir Vilayat selbst erfahren wir, dass auch seine Mutter Ora Ray Baker keine einfache Frau war, sondern der US­Oberschicht entstammte:
"Sie war eine entfernte Cousine von Mrs. Mary Baker Eddy, der Gründerin der Christlichen Wissenschaft, und ihr Großvater Baker war Richter des Obersten Gerichtshofs." Sifat p. 34
Mag sein, dass dieses Standesbewusstsein vom indischen Kastenwesen geprägt ist. Vielleicht war es auch eine Art Selbstschutz, um so fern der Heimat, in einem Leben voller Armut und in finanzieller Abhängigkeit von reichen, adeligen Murids, den Kopf oben zu behalten. Murshid selbst berichtet in seiner Autobiographie (Biography of Pir­o­Murshid Inayat Khan, East­West Publications, London and The Hague 1979, p. 185), dass Armut sein "bittersten Feind" war und ihn wiederholt in Situationen brachte, die seinen Stolz sehr verletzten. Letztlich ging es Murshid bei diesem Thema allerdings immer um die innere Haltung und die Selbstachtung. So berichtet Pir Vilayat von einem Kindheitserlebnis:
"Ich erinnere mich an meine Schulzeit in Suresnes. Ich sprach kein Wort Französisch. Die Kinder, die noch nie einen Jungen mit gebräunter Haut gesehen hatten, der noch dazu ziemlich verträumt war, fielen über mich her 3
und verprügelten mich, und ich kehrte tränenüberströmt nach Hause zurück. Murshid sagte: "Zeig ihnen, dass du stärker bist. Dein Selbstrespekt macht dich stark. Schnapp dir den aggressivsten Jungen und halte ihn so lange am Boden fest, bis er nachgibt." So machte ich es tatsächlich, und daraufhin hoben sie mich hoch und trugen mich im Triumph. Von dem Tage an war ich der beliebteste Junge in der Klasse." Sifat, p. 34f Pir Vilayat hatte stets etwas vornehm Zurückhaltendes an sich. Gleichzeitig zeigte er jedoch große Bescheidenheit. Pir Zia erzählt über ihn:
"He lived like an ascetic even when he was surrounded by luxury. And toward the end of his life he had hoped to make a final pilgrimage to India, and he even prepared a little collection of items that included a walking stick, a beggar's bowl, and a little assortment of cooking dishes, little copper tins. That was all he felt that he needed, just some of those old unstitched pieces of cloth that he wore ­ what my brother called a sadhu kit. He was most at home in nature, especially in high places in nature. The Alps camps are the legacy of that tendency in him." Heart & Wings, p.7
Pir Vilayat wehrte sich auch stets dagegen, von seinen Murids auf ein Podest gestellt zu werden. Einmal verneigten sich die Murids im Schweizer Alpencamp bei Vilayats Ankunft in seine Richtung. Woraufhin er sich umdrehte, in dieselbe Richtung wie die Murids verneigte und gemeinsam mit ihnen Gott seine Ehrerbietung darbrachte.
"Pir Vilayat rejected the role of guru. He would not become a substitute for the inner guidance of each mureed but rather always pointed students back to the source of guidance within themselves. (...) He preferred ultimately to be a friend, and never claimed perfection." Pir Zia, Hearts & Wings p. 13f.
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Pir Vilayats Mutter war eine bemerkenswerte Frau. Sie schien sehr genau zu wissen, was sie wollte. "From a child Ora showed great strength of will", heißt es in Murshids Autobiographie (p. 183). Als ihre Familie, insbesondere ihr Halbbruder Dr. Bernard, die Zustimmung zu einer Heirat Oras mit Hazrat Inayat Khan verweigerte und auch dessen Briefe abfing, machte sie über Inayats Familie in Indien seinen Aufenthaltsort ausfindig, packte kurzerhand ihre Sachen und folgte dem Geliebten nach England, wo sie ihn am 20. März 1913 heiratete.
Gleichzeitig wird Ora Ray oder 'Amina Begum', wie sie nun genannt wurde, als sehr scheu, zart und beinahe hilflos beschrieben. So unternahm sie Fullers Berichten zufolge nichts dagegen, als das russische Kindermädchen begann, dem Baby Noor­un­nisa ähnlich der aus China bekannten Methode die Füße abzubinden ­ was dazu führte, dass Vilayats Schwester Noor Zeit ihres Lebens Probleme mit den Füßen hatte. Und bei der Nachricht vom Tod ihres Mannes im Jahr 1927 brach Ora Ray zusammen und erholte sich nie wieder davon. Pir Vilayat erinnert sich:
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"Sie war total zerrüttet, untröstlich und handlungsunfähig aus schierer Verzweiflung, litt an Herzinsuffizienz und wurde praktisch zwölf Jahre lang bettlägerig, bis sie bei Kriegsausbruch gezwungen war aufzustehen. Noor, zwölf Jahre alt, erwies sich als unsere kleine Mutter und führte den Haushalt weiter. Sie war ganz wunderbar! Ich versuchte, der große Bruder zu sein, aber ich war erst zehn." Sifat p. 37
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Murshid scheint eine sehr prägende Rolle im Leben seiner Kinder gespielt zu haben. Da erinnert sich Pir Vilayat, wie ihn sein Vater als Baby auf den Armen trug und in den Schlaf sang. Oder wie er auf seinem Schoß saß und in seinem Bart zupfte. Gleichzeitig war Murshid so etwas wie ein Übervater für alle Kinder, die sich während der Sommerschule in Suresnes ­ jenem Haus in Paris, das Murshida Fazal Mai der Familie gekauft hatte ­ im Garten tummelten. Pir Vilayat zufolge erzählte Hazrat Inayat Khan den Kindern Geschichten über das Leben der Propheten aus allen Religionen und hielt auch Gerichtssitzungen für Kinder ab, in denen er sie lehrte "zu gestehen, anstatt andere zu verraten und die Schuld auf sie abzuwälzen. Interessanterweise mussten wir, sofern wir für schuldig befunden wurden, selbst entscheiden, welche Strafe uns zuteil werden sollte" (Sifat, p.36).
Noor trug den Spitznamen Babuli, das ist "Papas Liebling", ihre Schwester Khair wurde Mamuli, "Mamas Liebling", genannt. Fuller bringt in ihrem Buch (p.38) eine handschriftliche Notiz Murshids, in der die vier Kinder verschiedene Titel tragen: Noor ist demzufolge Pir­zadi, Vilayat Pir­zade, Hidayat Murshid­zade und Khair Murshid­zadi. Was hatte Murshid mit diesen Titeln gemeint? Wollte er Noor und Vilayat dadurch als potentielle Nachfolger für das Amt des Pirs oder Scheichs bezeichnen? Oder war es eher eine Art Erziehungsinstrument, das die Kinder dazu bringen sollte, sich wirklich wie der Sohn oder die Tochter eines Pirs zu benehmen, wie Hidayat das beschreibt (Hidayat Inayat Khan: Es war einmal. Erinnerungen aus frühen Tagen an meine geliebten Eltern. Verlag Heilbronn, 1998, p. 9)?
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Obwohl es im indischen Sufismus keine automatische Erbfolge für das Amt des Pir vom Vater auf den Sohn gibt, bestimmte Murshid bereits bei der Geburt seines älteren Sohnes, dass dieser einmal sein Nachfolger werden sollte. Pir Vilayat:
"When I was born, in London in 1916, Hazrat Inayat Khan told my mother "My successor is born", and dictated to Miss Williams, then Secretary General of the Sufi Order, stating that in case of his death, Vilayat will be my successor, and until he is of age, Maheboob Khan (his younger brother, my uncle) would take charge. Now that document disappeared. But there's a testimonial by Miss Williams to say that's what happened. In the years that lapsed, Hazrat Inayat Khan occasionally intimated to his mureeds, or made 5
them understand, that he ment me, his eldest son, to be his successor."
Heart & Wings p. 24
Diese Designierung sollte später noch zu manchem Streit führen. Die eine oder andere dieser Rivalitäten zeichnete sich bereits in Vilayats Kindheit ab. Pir Vilayat erzählt:
"Eines Tages rief er (Murshid, Anm.) mich zu sich, um mir zu sagen, dass er mir eine Medaille geben würde. Meine Mutter winkte mich unter Tränen herbei und sagte: "Frag Abba, warum er nicht auch Hidayat eine gibt. Er ist doch ebenso gut in der Schule." Als ich ihm die Frage stellte, antwortete er: "Nein, diese ist für dich." Sifat, p. 36
Hatte die Begum hier das Gefühl, dass Hidayat zu kurz kam? Oder wollte sie einfach nur, dass Vilayat die Bodenhaftung nicht verlor?
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Es ist aufschlussreich, an dieser Stelle in Hidayats Kindheitserinnerungen: "Es war einmal..." zu blättern.
In diesem Buch gibt es auf Seite 26 ein Foto, das symbolisch für das ganze Buch stehen könnte. Auf diesem Bild sieht man Murshid und ­ offensichtlich nachträglich hineinkopiert ­ den kleinen Hidayat. Die beiden Fotos sind sehr sorgfältig ausgewählt. Denn beide Gesichter weisen in dieselbe Richtung, die Augen blicken (fast) in dieselbe Richtung. Als ob damit dokumentiert werden sollte, dass Hidayat ein würdiger Sohn seines berühmten Vaters ist.
Antworten über das Verhältnis der Geschwister zueinander liefert dieses Buch bestenfalls indirekt. Denn seltsamerweise kommt kein einziges der Geschwister im Text vor ­ eine Ausnahme bilden nur die Bildunterschriften, die Faksimiles von Murshid und Ora Rays Gedichte. Hidayats Beschreibung wirkt beklemmend. Der übergroße Vater, der unerreichbar auf dem Podest steht. Die großen moralischen Ansprüche, mit denen sich die Kinder konfrontiert sehen. Aber nicht nur für Hidayat, auch für Noor und Vilayat dürfte es nicht ganz einfach gewesen sein, sich von ihrem Vater zu emanzipieren. Fuller beschreibt in ihrem Buch, wie Noor lange Zeit jeden Hinweis auf den spirituellen Hintergrund ihres Vaters vermied. Noch wichtiger als diese Abnabelung dürfte es für Noor (und vermutlich auch Vilayat) jedoch gewesen sein, sich von jenen Erwartungen zu distanzieren, die Murshids Murids von den Kindern Hazrat Inayat Khans hatten.
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Vieles deutet darauf hin, dass das Verhältnis zwischen den beiden ältesten Geschwistern ­ Noor und Vilayat ­ am engsten gewesen ist. Natürlich war es Noor, die nach Murshids Tod den größten Teil der Verantwortung für die 6
Familie trug. Doch aus Fullers Bericht geht hervor, dass Noor dabei von Vilayat sehr liebevoll unterstützt wurde. Gemeinsam trafen die beiden älteren Geschwister die Entscheidung, während des Zweiten Weltkriegs nach England zu gehen und am Widerstand gegen das Naziregime teilzunehmen. Gemeinsam kümmerten sie sich in England um ihre Mutter, gemeinsam sparten sie sich alles vom Mund ab, um ihrer Schwester Khair das Medizinstudium in Edinburgh zu ermöglichen (Hidayat blieb damals mit seiner Frau und den Kindern in Südfrankreich). Und wenn Noor einen Wunsch äußerte, zögerte Vilayat keinen Augenblick, sich in Schulden zu stürzen, nur um ihn erfüllen zu können (Fuller, p. 102 f.)
Noor wurde Funkerin und kehrte dann unter dem Decknamen Madeleine nach Paris zurück, wo sie eine führende Rolle in der französischen Widerstandsbewegung spielte. Noors mutigem Einsatz war es zu verdanken, dass die Verbindung zwischen der Resistance und derem Headquarter in England nie abriss. Schließlich wurde sie jedoch von der Schwester eines Mitkämpfers um 100.000 Francs verraten und von den Nazis im Konzentrationslager Dachau gefoltert und ermordet.
Doch davon erfuhr Vilayat erst später. Er hatte in der Zwischenzeit eine Ausbildung als Pilot bei der Royal Airforce gemacht. Und das Fliegen machte ihm Spaß:
"My joy was making a half loop, then turning off the engine and drifting in the wind amongst the clouds upside down, hanging on my straps in an open cockpit. Here I was at home, set free in the vastness. My dearest wish would have been to live up there permanently. I would exult in the many splendoured array of colors in the clouds, and their evanescent formations, and I would turn my plane into the sun, drinking in its sheer effulgence as I glided upon thin air." Pir Vilayat, Elixir 1/05, p. 31
Fliegen war für ihn etwas Besonderes. Bereits als Kind träumte er davon, wie Nils Holgerson in der Erzählung von Selma Lagerlöf auf dem Rücken einer Wildgans zu fliegen. Und nicht zufällig war ausgerechnet die Falknerei sein Lieblingshobby. Es muss deshalb ein ziemlicher Tiefschlag für ihn gewesen sein, als nach einigen Monaten Ausbildung in einem Test festgestellt wurde, dass seine Augen nicht gut genug für einen Kampfpiloten seien (Fuller p. 99). Also entschloss er sich, zur Navy zu wechseln, wurde Offizier auf einem Minenräumboot und war bei der Landung der Alliierten in der Normandie für die Räumung des Fahrwassers zuständig.
Der eigentliche Schock kam jedoch, als Vilayat vom grausamen Tod seiner Schwester erfuhr. Ihm brach das Herz. Und es gibt wohl kaum einen Menschen, der ihm mehr bedeutete als Noor ­ bis zu seinem Tod. In seinem Buch "Erwachen" beschreibt Pir Vilayat auf Seite 210 ff., was Noor nach dem Verrat bei den Nazis durchmachen musste. Ihre letzten Worte, sagt er, waren: "Vive la liberté!"
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Und dann berichtet er vom Gespräch mit einer Französin, die während des Krieges mit Noor in der Resistance zusammengearbeitet hatte:
"Sie erzählte mir, dass sie so schwer misshandelt wurde, dass sie nichts mehr sehen konnte, und man warf die vermeintlich Tote in eine Zelle. Doch selbst da, erzählte sie mir, lächelte sie noch. Warum? Weil, wie sie erklärte, "die Nazis ihren Spaß daran hatten, uns schreien zu hören; deshalb hatten wir beschlossen, nicht zu schreien. Wenn der Schmerz jedoch unerträglich wurde, verließ der Geist den besinnungslosen Körper. Aus der höheren Warte und Perspektive konnten wir unsere Unterdrücker ignorieren und erkannten, dass sie wohl unseren Körper quälten, dabei aber keine Gewalt über unsere Seele hatten." Erwachen, p. 213
1997 führte Pir Vilayat gemeinsam mit seinen Murids zu Ehren Noors und der anderen Naziopfern im Konzentrationslager von Dachau die Messe in h­
Moll von Johann Sebastian Bach auf.
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Doch zurück zum Jahr 1947. Ein Unglück folgte damals dem anderen. Zuerst der unerwartete Tod seines Vaters im Jahr 1927 auf dessen Indienreise, 1944 der Tod der geliebten Schwester in Dachau. Und 1947 ein Motorradunfall, bei dem wegen einer Blockade des Hinterrads Vilayats Verlobte auf die Straße geschleudert wurde und wenig später an ihren Verletzungen starb. Er selbst schreibt darüber:
"Das Leid war zu groß. Ich konnte den Menschen nicht mehr ins Gesicht sehen, besonders solchen, die ich kannte. Dieser Vorfall ereignete sich genau zu der Zeit, als mein lieber Onkel Sheikh­ul­Masheik Maheboob Khan mich zur Vorbereitung auf meinen zukünftigen Auftrag stärker in die Arbeit der Sufi­Bewegung einbeziehen wollte. Mit gebrochenem Herzen musste ich Abstand davon nehmen." Sifat, p. 41
Vilayat bewarb sich als Offizier der British Navy für eine Stationierung in Indien. Und er heilte sich nach eigener Aussage selbst, indem er sich jeden Abend die gesamte h­moll­Messe von Johann Sebastian Bach auf einer 78er Schallplatte vorspielte.
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Es würde Pir Vilayat freuen, wenn er hörte, dass sich im Mozartjahr 2006 ein internationaler Kongress in Baden/Österreich ausgerechnet mit der Wirkung von Musik bei Heilungs­ und Lernprozessen befasst. Denn er war stets sehr an der gegenseitigen Befruchtung von Wissenschaft und Spiritualität interessiert. In seiner Jugend hatte er Philosophie, Psychologie und Physik studiert. Seine Diplomarbeit schrieb er in Psychologie über psychologische Faktoren in der neurologischen Zeitreaktion. Und auch später suchte er immer wieder die Nähe zu großen Wissenschaftern seiner Zeit wie David Bohm, Frithof Capra, Itzak Bentoff und anderen.
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Zur Musik hatte er jedoch ein ganz besonderes Verhältnis. Kein Wunder, schließlich war auch sein Vater ein großer Musiker, der diese Kunst schweren Herzens aufgegeben hatte, um dem Auftrag seines Lehrers nachzukommen, den Sufismus in den Westen zu bringen. Alle vier Kinder Murshids spielten Instrumente und studierten Musik. Vilayats Wahl fiel auf das Cello. Er lernte bei Maurice Eisenberg, erhielt Kompositionsunterricht bei Nadia Boulanger an der Ecole Normale de Musique in Paris, die damals eine der führenden Musikschulen war. Und seine Mutter förderte dieses Interesse, froh, weil sie ihn dadurch einem Schicksal ähnlich dem seines Vaters zu entziehen glaubte.
Diese Hoffnung der Begum verwirklichte sich nicht. Doch Pir Vilayats besondere Einsicht ins Wesen der Musik spielte später in seiner Lehre eine wesentliche Rolle. Nicht nur, dass Lieder und Instrumentalstücke wichtige Bestandteile seiner Retreats und vor allem der Universellen Gottesdienste waren. Pir Vilayat hatte die seltene Gabe, genau zu spüren, in welche der spirituellen Ebenen ein bestimmtes Musikstück den Hörer zu entrücken vermochte. Die Idee einer Analogie der verschiedenen spirituellen Ebenen mit einzelnen Musikstücken begegnet übrigens auch in der Kabbala (Heinrich Elijah Benedikt, Die Kabbala als jüdisch­christlicher Einweihungsweg, Freiburg im Breisgau 1985, Bd.1, S. 292 ff.)
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Es war kein Wunder, dass die Begum ihrem Sohn ein Schicksal ähnlich dem seines Vaters ersparen wollte. Denn sie hatte die Murids nicht nur von ihrer besten Seite erlebt. Pir Vilayat erzählt:
"Meine Erinnerungen an meine Mutter lösen tiefe Gefühle bei mir aus. Sie war so schön, so zart, voller Selbstaufgabe ­ ein wunderbares Wesen. Wenn ich zurückschaue, sehe ich deutlich Szenen vor meinen Augen, wo Murids sie beiseite schoben, um in Murshids Nähe zu gelangen. Da sie von sanftem und zurückhaltendem Naturell war, zog sie sich mit verwundetem Herzen still zurück." Sifat, p. 33
Auch Murshid selbst scheint es nicht immer leicht mit seinen Murids gehabt zu haben. Denn kurz vor seiner letzten Reise nach Indien sagte er zu Pir Vilayat:
"Wenn ich nur meine Lehre vermittelt hätte, wäre es so einfach gewesen. Die Schwierigkeit lag in der Organisation ­ den Egos, mit denen ich umgehen musste." Sifat, p. 36
Eher bedrückend hingegen mutet jenes Ereignis unmittelbar vor Murshids Heimreise nach Indien im Herbst 1926 an. Es gibt einige Indizien dafür, dass Murshid selbst und seine engste Familie ahnten, dass er von dieser Reise nie zurückkehren würde. Tatsächlich erlag er in Indien am 5. Februar 1927 einer Lungenentzündung. 9
Bevor er abreiste, legte er jedoch am 13. September 1926 in einer feierlichen Zeremonie in der Nähe von Fazal Manzil den Grundstein für den Universel ­ jenen Tempel, der zum Symbol des religionsübergreifenden Universellen Gottesdienstes werden sollte, den Hazrat Inayat Khan in einem Augenblick göttlicher Eingebung kreierte. Und bei diesem Anlass segnete Murshid auch seinen zehnjährigen Sohn Vilayat und machte ihn zum Leiter der Confraternity of the Message. Doch noch ein weiteres Ereignis fand damals statt: um die Feier besonders würdevoll zu gestalten, zeichneten die Murids einen Kreidekreis am Boden und kennzeichneten in der Mitte dieses Kreises jenen Platz, den sie Murshid zudachten. Was sie nicht wussten ­ in der Symbolik vieler mystischer und religiöser Traditionen bedeutet der Kreis die Unendlichkeit, derjenige im Mittelpunkt des Kreises wird damit in die Unendlichkeit eingeschlossen, sprich: tritt ins Jenseits ein. Murshid soll sich anfangs gewehrt haben, in den Kreis seiner Schüler zu treten, fügte sich dann aber in sein Schicksal. ­­­­­­­­­­
Anfangs bezweifelte kaum jemand ­ weder Murids noch Familienmitglieder ­ die Tatsache, dass Pir Vilayat von seinem Vater zum Nachfolger designiert worden war. Doch das änderte sich. Mag sein, dass es damit zu tun hat, dass Pir Vilayat diese Rolle nicht gleich annahm, sondern erst, als er sich wirklich reif dazu fühlte. Pir Vilayat erzählt, dass er nach dem Schmerz der Kriegs­ und Nachkriegsjahre zunächst einmal bürgerlichen Berufen nachging. Zwar half er seinem geliebten Onkel Maheboob Khan bei der Arbeit im Londoner Zentrum der Sufi­Bewegung. Daneben arbeitete er jedoch als Conference Officer in der pakistanischen Botschaft, war persönlicher Assistent des pakistanischen Delegierten für die Abteilung der Vereinten Nationen in Paris 1948 und danach Privatsekretär für Ghulam Mohammed, den Premierminister von Pakistan, während seines Europabesuchs wegen der Sterling­Gespräche. Auch als Journalist machte sich Pir Vilayat einen Namen. Er verdingte sich als westeuropäischer Korrespondent für die Zeitung "Dawn" in Karachi und berichtete über die Gräuel im Zusammenhang mit den nordafrikanischen Unabhängigkeitskämpfen.
Diese Brotberufe hatten auch den Zweck der Geldbeschaffung. Denn reich war die Familie trotz diverser Zuwendungen einzelner Mureeds nie. Vilayats Mutter war damals schwer krank und starb schließlich im Jahr 1949 an einem Darmverschluss.
Während all dieser Jahre ­ konkret von 1947 bis '57 ­ hatte Vilayat auch einige Reisen nach Indien zu den Rishis im Himalaya und zu anderen heiligen Stätten unternommen, um sich auf seine Rolle als Pir vorzubereiten. Er meditierte in der Nähe des Bodhi­Baums in Bodh Gaya, 10
machte ein Retreat im Kloster von Montserrat, besuchte den Berg Athos, meditierte am Ölberg in Jerusalem, hielt Retreats mit den Sufis in Ajmer (wo Khwaja Moin ud­Din Chishti, der berühmteste Heilige des Sufiordens der Chishtiyya in Indien, lebte, meditierte und starb) und suchte schließlich auch Kontakt zum Sohn des Murshids seines Vaters in Hyderabad/Indien. Diese Begegnung blieb ihm zwar verwehrt (der Betreffende starb in der Zwischenzeit). Dafür traf Pir Vilayat auf den Sohn von Kalimi Delvini, der wiederum der Pir­o­Murshid von Abu Hashim Madani, dem Lehrer seines Vaters, war. Hier erhielt Pir Vilayat den entscheidenden letzten Schliff. Eines der bewegendsten Erlebnisse, die er selbst aus dieser Zeit erzählt, war der Auftrag, den Dhikr nicht im eigenen Bewusstsein, sondern mit dem Bewusstsein seines Vaters zu praktizieren:
"And the extraordinary thing was that he used to call me for prayer five times a day and getting into my father's consciousness, I got into the consciousness of Abu Hashim Madani and getting into the consciousness of Abu Hashim Madani, I got into the consciousness of his father and I was sitting there at the tomb of his father. And so he came in to call me for prayer. And he said, "Vilayat" and I thought, the name is familiar but I... And then he looked at me and he said, "You've seen my father." So he saw the expression of his father, so it shows that it really works." Heart & Wings, p. 30
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1957 beanspruchte Pir Vilayat dann die ihm zustehende Rolle im Sufi Movement, wie der Sufi Orden damals hieß ­ und sie wurde ihm verweigert. Sein Onkel Maheboob Khan war in der Zwischenzeit verstorben. Nun leitete Ali Khan, ein Cousin Murshids, das Sufi Movement. Und der wollte die Leitung offenbar nicht abgeben. Pir Vilayat über diese Zeit:
"I wished that my other uncle (Ali Khan), who was really a cousin of my father, would have given me support that my first uncle gave me and the kind of support that I'm giving my son. But it was the other way around. My second uncle felt that he needed to give me training to be the successor of Pir­
o­Murshid Inayat Khan. He exposed me to a most drastic test, which was to give up my claim to be my father's successor. It was probabely his way of destroying my ego to the utmost. And I would have respected that if that was the only question. The reason why I couldn't do it was because I would be foregoing my father's wish and so I couldn't go counter to my father's wish and make its application subject to my uncle's decision. I don't want to be judgemental. Looking back, well I was nominated by my father and I was intent on honoring my father's wish; it wasn't mine to give (away). But it is possible one needed more maturity. I had to go through life. So I see sense there. One would tend to be judgmental and say well it was usurping a position. And so I'm a little more mild in my judgment about that whole 11
situation." Heart & Wings, p. 28 f.
Als Pir Vilayat keine Chance mehr auf eine Einigung mit seinem Onkel und den damaligen Repräsentanten des Sufi Movement sah, gründete er am 17. August 1957 eine Parallelorganisation ­ die Sufi Order International. Dieser Konflikt zwischen Sufi Order und Sufi Movement (dem mittlerweile Hidayat vorsteht), konnte trotz Pir Vilayats Bemühungen zu seinen Lebzeiten nicht beigelegt werden.
Dabei schien es im Jahr 2000 ­ bei der Weihe von Pir Vilayats Sohn Zia zum Pir auf dem Urs von Hazrat Inayat Khan ­ bereits eine Lösung zu geben:
"Der Durchbruch kam, als die Shayks die Shajara aufsetzten, das ist die Liste der Nachfolge in der Silsila, der Kette der Weitergabe des Zweiges des Chishti­Ordens, mit dem Hazrat Inayat Khan verbunden war. Murshid Karimbakhsh warf ein, dass Murshid Ali Khan und seine Nachfolger in der Aufzählung nicht vorkamen. Mir fiel ein, dass nach dem Rechtsverständnis der Sufis die Silsila sich im Laufe der Erfahrung als Zweige eines Baumes erwiesen hat ­ man könnte es durch einen auf den Kopf gestellten Baum illustrieren ­ obwohl die Pioniere sich gewünscht hatten, dass es eine einzige Linie sei. Die Leiter der Sufibewegung wären demnach ein Zweig, die des Sufiordens ein anderer. Durch diese Betrachtungsweise ist die Wurzel unserer Uneinigkeit entfernt; was bleibt, ist eine Unterschiedlichkeit im Stil und Verfahren, die mit Behutsamkeit und Respekt abgeglichen werden kann." Pir Vilayat, Urs 2000 (www.centrum­universel.com/Urs2000.htm)
Doch die Freude war verfrüht. Denn im Frühsommer 2005, ein knappes Jahr nach dem Tod von Pir Vilayat, gingen Hidayat und Karimbaksh Witteveen zu Gericht und beanspruchten das Vermögen von Murshida Fazal Mai Egeling Stichting, das diese seinerzeit ­ noch vor diesem Nachfolgestreit ­ dem Sufi Movement gewidmet hatte. Dabei hatte Murshida Fazal Mai in Artikel 3 der Stiftungsurkunde sehr klar ausgedrückt, dass sie Pir Vilayat als legitimen Nachfolger seines Vaters und damit als Herr über das Stiftungsvermögen ansah:
"Whenever the title "Leader of the Sufi Movement" appears in these articles, this shall refer first to Vilayat Inayat Khan, even if he is not yet or no longer acting in said capacity; next, to the person chosen by Vilayat Inayat Khan as his successor; and then, to those persons appointed in the same manner by their designated predecessors." (Quelle: ein e­mail von Zahir Roehrs, Generalsekretärs der Sufi Order International, vom 10. Juni 2005)
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Bei den Nachforschungen über das Verhältnis der beiden Brüder fällt auf, dass Hidayat erst sehr spät ­ nämlich 1988, zu einem Zeitpunkt also, zu dem Pir Vilayat längst seine Sufi Order etabliert hatte ­ die spirituelle Leitung des Sufi Movement übernommen hat. Es soll sogar so gewesen sein, dass Pir 12
Vilayat ihm dabei geholfen hat, indem er ihn zum Pir weihte. Das weist eher darauf hin, dass Hidayat seinen Bruder nicht aktiv bekämpft hat. Und welches Verhältnis hatte Pir Vilayat zu seinem Neffen Fazal, Hidayats Sohn? Fazal selbst, der 1990 starb, beschreibt auf der Website des von ihm 1985 gegründeten Sufi Way, dass er ein sehr gutes Verhältnis zu seinem Onkel Vilayat gehabt habe. Aber wie passt dazu jene Geschichte, die man sich in der Sufi Order erzählt, dass nämlich Fazal seinen Onkel aus der Dargah von Hazrat Inayat Khan regelrecht hinausgeschmissen habe, und zwar so grob, dass Pir Vilayat dabei ernsthafte Verletzungen im Schulterbereich erlitt?
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Nicht einmal in der "Answer to Elisabeth", einem e­mail, das Pir Vilayat am 13. Jänner 2004 in Fazal Manzil verfasste und in Copy an einen breiten Teilnehmerkreis ­ unter anderen Pir Zia, Hidayat und Karimbakhsh Witteveen ­ schickte, findet sich Näheres über diese alten Konflikte.
Auf die Frage "Why are you not united?" schreibt Pir Vilayat in diesem e­
mail nur:
"I do not know why you think that there is an inharmonious relationship between my brother Hindayat and me.
My relationship with Murshid Karimbakhsh is a deep friendship based upon mutual respect, the Representatives of the Sufi Movement and Sufi Order are getting on fine, cooperating harmoniously in Europe and America. To agree to disagree, we turn the blind eye to belong to different sections of a whole that should never have been split, while recognizing our oneness.
I painfully regret that the Organization created by Hazrat Inayat Khan under the name Sufi­Movement should be split. This split is due to the failure by those who have assumed control the International Headquarters of the Sufi Movement to recognize Hazrat Inayat Khan's nomination of me as his successor despite all the evidence which is logically indisputable."
Was folgt, ist eine Aufzählung von Belegen, die diesen Anspruch untermauern ­ inklusive historisch interessanter eingescannter Originaldokumente wie zum Beispiel der Anerkennung als Pir durch die indischen Vertreter der Chishtiyya. ­­­­­­­­­­
Doch zurück zur Gründung der Sufi Order im Jahr 1957. Für Pir Vilayat war dieser Schritt alles andere als einfach:
"Zu Beginn begegnete mir nichts als Opposition und Kritik. Nach all diesen Jahren kann ich sehen, wie reif man sein muss, um diese Funktion auszufüllen. Einige beschuldigten mich, dass ich meinen Vater imitierte. Andere wiederum warfen mir vor, dass ich nicht das machte, was mein Vater 13
machte. Gleichgültig, welchen Weg ich einschlug, ich konnte nicht gewinnen." Pir Vilayat, Sifat p. 44
Pir Vilayat berichtet auch, dass er lange um die richtige Struktur seiner Organisation rang. Seinem persönlichen Wesen lag das demokratische Prinzip nahe:
"Aber mein Retreat in Indien überzeugte mich, dass mein Vater es als Verrat an der Struktur empfunden hätte, die er so sorgsam aufgebaut hat. (...) In der Tat hat sich seine Konzeption über die Jahre hinweg als richtig erwiesen trotz meiner Bemühungen um Demokratisierung."
Pir Vilayat, Sifat p. 45 f.
Doch trotz dieser Erkenntnis stellte Pir Vilayat auch später immer wieder sämtliche Hierarchien, Einweihungsstufen und sogar den Titel Pir in Frage. Er hatte beide Seiten in sich ­ war der Tradition verbunden und drängte gleichzeitig über sie hinaus, um aus dieser neugewonnenen Freiheit heraus gewisse Formen, die ihm nützlich schienen, wieder aufzugreifen.
So wie er sich selbst immer wieder in Frage stellte, stellte er aber auch andere in Frage ­ vor allem wenn er merkte, dass sich jemand in Positionen des Sufiordens breit machte und Kraft seiner Position andere zu dominieren suchte.
Pir Vilayat gelang es schließlich auch, die Kränkungen durch die Nachfolgequerelen mit dem Sufi Movement zu überwinden und der ganzen Causa etwas Positives anzugewinnen. Seinem Sohn und Nachfolger Pir Zia erklärte er:
"At times that had been a source of frustration for him, but eventually he came to a sense of peace and in fact appreciation, and I remember him telling me that it was for the best, that it was part of the Devine plan, because if he had not had to establish himself on his own terms he might have just become like an office holder in an institution. He often quoted the words of Goethe, "That which you inherit from your ancestors, if you would claim it, you must earn ist." His whole life was a path of fulfillment on which he proved himself to be the one who was to receive the mantle of his father."
Pir Zia, Hearts & Wings, p. 6 f.
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Und dann tauchte eines Tages die Frage auf: Sind Mary und Taj ein und dieselbe Person?
Nein. Mit Mary war Pir Vilayat verheiratet, mit Taj zeugte er seine beiden Söhne. Die schriftlichen Berichte über dieses Dreiecksverhältnis sind dürftig und lückenhaft. Meist wird es gar nicht erwähnt oder nur indirekt angesprochen. So erwähnt Pir Vilayat in seinen eigenen Notizen nur:
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"Kurz danach (nach diversen spirituellen Erfahrungen an heiligen Orten in Ost und West, Anm.) begegnete ich Mary Constance Walls, der Enkelin eines Priesters, der in der St. Pauls Kathedrale amtierte, und heiratete sie. Sie war schwer krank und hatte über ein Jahr im Krankenhaus gelegen, und sie glaubt, ich habe sie geheilt." Pir Vilayat (Sifat, p. 43)
und:
"Ich bin gesegnet mit einer erwachsenen Tochter (Maria, Anm.) und ­ zusammen mit Taj ­ zwei Söhnen (Zia und Mirza, Anm.), deren Wesen ich sehr schätze. Sie aufwachsen zu sehen, gibt mir Sicherheit, dass die Zukunft in guten Händen ist." Pir Vilayat (Sifat, p. 46)
Pir Vilayat lebte mit seiner Frau Mary in Suresnes. Taj lernte er später in den USA kennen. In welcher Atmosphäre, zeigt der Film "Sunseed": Pir Vilayat als vergleichsweise junger Mann, hager, ohne Bart, umgeben von jungen Hippies, die in entrückter Begeisterung seinen Meditationen folgen und zwischendurch nackt ihre Yogaübungen machen.
Es war eine Zeit der Experimente.
"There was a sudden cultural efflorescence, a 'dropout' culture of those who rejected the establishment and wanted to seek new modes of understanding and new epistemological frameworks. Pir Vilayat was very well placed to offer a path that could serve the needs of the young people who were dissatisfied with the stifling forms of the past. There was something in him that could appreciate the revolutionary spirit in the young people of that time, although sharing absolutely nothing in terms of his cultural background, which came from an old world European background."
Pir Zia (Heart & Wings, p. 8)
Taj war eine Schülerin von Murshid Samuel Lewis, einem Schüler von Hazrat Inayat Khan, der seine eigene Sufi­Organisation Ruhaniat gegründet hatte. Als Pir Vilayat 1968 mit ihm zusammentraf, schlug Samuel Lewis Pir Vilayat vor, die Murids der Ruhaniat gemeinsam zu unterrichten. Die zwei arbeiteten gut zusammen, obwohl sie völlig gegensätzliche Stile im Umgang mit den Murids entwickelt hatten. Mit den Worten von Pir Zia:
"Murshid Sam subsequently used to describe the Dances of Universal Peace ­ which he developped near the end of his life ­ by saying that Pir Vilayat was the father and Murshid Sam was the mother of those dances. Wether Pir Vilayat recognized his child is a question, I suppose." (Heart & Wings, p. 8)
Probleme tauchten auf, als Murshid Samuel Lewis 1971 starb. Pir Vilayat zufolge ging es dabei um unterschiedliche Standpunkte zum Gebrauch von Drogen, welche er in einer Deklaration von 1977 offen ablehnte. Allerdings sagte Taj in einem persönlichen Interview mit der Autorin, dass die Dinge doch etwas komplexer waren. Die Drogen­Causa machte sichtbar, dass 15
einige Murids von Samuel Lewis Pir Vilayat nicht wirklich als ihren Pir zu akzeptieren bereit waren. Das war für beide Seiten schwierig, auch für Pir Vilayat. Es war sein wunder Punkt, denn seit den Erfahrungen mit dem Sufi­Movement fühlte er sich leicht in seiner Autorität bedroht. Taj: "He was the most complex personality besides his genius."
Die meisten Leiter der Ruhaniat verließen die Sufi Order 1977 und gingen ihren eigenen Weg. Sie entwickelten die Tänze des Friedens weiter und pflegten ihre musikalischen Fertigkeiten. Pir Vilayat hingegen fand neue Murids. Er erzählt über den Konflikt mit der Ruhaniat und die Zeit danach:
„From a certain point things seemed to flow. I was invited for seminars in flats of the upper middleclass in California. When the New Age Floerpeople joined us, the bourgeois people stayed away. Years after ­ alarmed by the information that drugs could have a bad influence on the subtler bodies of the mureeds who seeked my spiritual guidance ­ I issued a drug prohibition which ended up in the exclusion of a great part of the New Age Group. Today these mureeds are back in the civil life, dedicated to the teachings of Murshid." (Sifat, p. 46)
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Es dauerte beinahe drei Jahrzehnte, bis Sufi Order und Ruhaniat ein Harmonie­Komitee gründeten, das im Juli 2006 folgendes Statement verlautbarte:
Toward the One
United with All
Beloved Ones of God,
The Sufi Order International and the Sufi Ruhaniat International are united in our common dedication to the Sufi Message of Hazrat Inayat Khan. The Sufi Message affirms the unity of spirit and the multiplicity of form. History has challenged us in our capacity not merely to proclaim this Message, but to embody it. In our human limitation, we have struggled, and sometimes failed, to properly align our interpersonal and institutional relationships with our ideal of unity in multiplicity. The experience of misalignment has been a source of much pain. The Spirit of Guidance is now calling us to witness the pain of our disunity and to reach out to each other open hearts and open minds. The open letters that follow are offeres as sincere gestures of this kind.
Pir Shabda Khan
Pir Zia Inayat­Khan
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(e­mail from Hassan Suhrawardi Gebel, 9 july 2006):
Pir Zia fügte diesem Statement hinzu, dass Pir Vilayat selbst die Drogendeklaration von 1977 wenige Monate vor seinem Tod wiederrufen hatte, um so die Versöhnung zwischen den beiden Orden vorzubereiten.
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Aber zurück zu den Siebzigern. 1975 gründete Pir Vilayat die Abode of the Message im US­Bundesstaat New York ­ in einem ehemaligen Shaker Village mit alten Holzhäusern, traditionellem Kräutergarten, inmitten eines ursprünglich belassenen Mischwaldes, der in gewisser Hinsicht an die Wiener Donauauen erinnert. Hier wollte er mit Taj und den beiden Söhnen leben und gemeinsam mit einer kleinen Gruppe engagierter Mureeds den Traum einer Kommune verwirklichen, in der die Sufi­Ideale wirklich gelebt werden konnten.
Und weil Pir Vilayat in seinem tiefsten Wesen immer Einsiedler war, errichtete er nahe der Abode ­ mitten im Wald, mit Blick übers weite Land ­ seinen 'Pod', ein kugelartiges Refugium, das Schlichtheit mit dem Touch eines Raumschiffes verband. Pir Vilayat war nun auf zwei Kontinenten zu Hause. Alljährlich leitete er in Europa ein Sommercamp in den Schweizer Alpen, und ein weiteres Camp in den USA.
Was Taj und Mary betrifft, so heiratete Taj irgendwann einen anderen Mann ­ den Rechtsanwalt Richard Glantz. Und in den letzten Lebensmonaten von Pir Vilayat entstand sogar so etwas wie eine Freundschaft zwischen Taj und Mary.
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Es gibt ein Dokument, das sehr viel aussagt über die tiefe Seelenverwandtschaft zwischen Pir und Taj: das Keeping in Touch Nr. 137, den letzten jener Lehrbriefe, die Pir Vilayat in regelmäßigen Abständen an seine Mureeds verschickt hatte.
Dieses Keeping in Touch war in den letzten Lebensmonaten zustande gekommen, als Pir Vilayat sich wegen seines Schlaganfalls nur noch mit Mühe mit der Außenwelt verständigen konnte. Auf seinen Wunsch erarbeitete Taj diesen Lehrbrief gemeinsam mit ihm, und in der Einleitung dazu schreibt sie:
"I remember that time now with so much tenderness. I feel grateful in those last days, even under such difficult circumstances, to have had the joy of sharing deeply our inner thoughts and experiences as we had for over 35 years. In some way, this Keeping in touch is a testament to our ongoing dialogue: the conversation we started when we first met and which continued until he was not longer able to speak."
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Keeping in touch Nr. 137, October 2004
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Wie sein Vater war Pir Vilayat stets offen für den Dialog mit anderen mystischen Traditionen und Glaubensrichtungen. Der Chishti­Orden hatte in Indien bereits sehr früh Elemente aus der Schule des Yoga und des Buddhismus aufggenommen. Hazrat Inayat Khan und Pir Vilayat integrierten auch viele jüdische und christliche Elemente in ihre Lehren. Eines der zentralen Rituale des Sufi­Ordens ist der Unvierselle Gottesdienst, der ganz bewusst alle Religionen in die Zeremonie mit einbezieht ­ was in dieser aktiven, nicht nur tolerierenden Form meines Wissens einzigartig ist.
Pir Vilayat unterhielt auch rege Kontakte zu vielen spirituellen Zeitgenossen ­ unter anderen Swami Rama, Swami Satchitananda, Reb Schlomo Carlebach, Reb Zalman Schachter, Bruder David Stendl Rast und David Spangler. Von 1965 bis 1986 berief Pir Vilayat in jedem Frühling in der Nähe von Paris einen Kongress der Religionen ein. Er engagierte sich für den Frieden und leitete für Amnesty International eine Kampagne zur Befreiung politischer Gefangener. 1975 gründete er den Children's Ashram Fund zur Finanzierung des Hope Projects in Delhi ­ eine Einrichtung, die ursprünglich als Programm gegen die Mangelernährung in Form einer täglichen Tasse Milch für Kinder begonnen hatte und sich mittlerweile zu einem Vorzeigeprojekt für Säuglings­, Kinder­, Jugendlichen­ und Mütterbetreuung entwickelt hat. Heute verfügt das Hope Project, für das Pir Vilayat stets persönlich mit seiner Bettlerschale sammeln ging, auch über ein Gesundheits­ und ein Schulzentrum. Ziel ist es, den Betroffenen Selbstvertrauen zu vermitteln und sie dazu zu befähigen, sich selbst eine menschenwürdige Lebensgrundlage zu schaffen und unabhängig von Transferleistungen leben zu können.
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Auch im Umgang mit seinen Mureeds ging es Pir Vilayat nicht darum, die Leute zu belehren. Er wollte sie vielmehr dazu befähigen, Zugang zu ihrer eigenen Intuition zu finden. Pir Zia über seinen Vater:
"His primary purpose as a teacher was to cultivate each person's own inner guidance and not to tell people what to do, and more and more he committed himself to that approach. He was very, very careful never to give advice to people, but rather to give people the tools and the inner capacity to realize what was right." Heart & Wings, p. 13
Pir Vilayat war auch stets offen dafür, sich selbst weiterzuentwickeln. Anfangs, wird erzählt, sei er viel fordernder gewesen, sich selbst und seinen Murids gegenüber. So hielt er etwa Camps im Hochgebirge bei eisigen Temperaturen ab. 1980 wurde er sogar von einem Schneesturm in einer Höhle in den Alpen eingeschlossen, verrät der tabellarische Lebenslauf in 18
Heart & Wings (p. 45).
Zu diesen asketische Neigungen passt auch jenes Zitat von Pir Vilayat aus Heart & Wings:
"The only way to help people is to help them see that in fact they can meet the stress (of life). Of course, first of all the stress has to be there. I can think of a case in my own personal life; I was climbing in the mountains near Chamonix, very high, and the rocks were falling underneath my grip, becoming pulverized. They would get very brittle and break down while I was holding them, and collapse under my handor feet. I was with somebody else, and we both realized that we would never be able to go back down the same way we came up. There was a wall of ice there, absolutely vertical, and the only way to come down ­ we didn't have any ropes ­ was to kick a hole in the side of the wall and then place and then let go of the foot in the first hole and put a hand in that hole and kick another hole lower down. Now, no way in the world would I have ever believed I could have done that. It gives one a great sense of self­confidence when one realizes that one has capacities in one that one didn't believe in before. There are resourcefulnesses that only break through when the system is stressed beyond a certain point."
Heart & Wings, p. 32
Später fand diese Grenzüberschreitung zunehmend auf spiritueller und weniger auf physischer Ebene statt. Pir Vilayat stellte nicht nur sich selbst, sondern auch die Inhalte seiner Lehre ständig in Frage. Sogar den Titel Pir. Und den Sufismus. Alles. Um alle Grenzen überschreiten zu können. Und um zu ihnen zurückkehren zu können ­ spielerisch, wählerisch.
Mit den alten Traditionen ging Pir Vilayat sehr sorgfältig um. Er lehrte seine Mureeds nur das, womit er sich selbst intensiv auseinandergesetzt hatte. Ein gutes Beispiel dafür ist die Arbeit mit Wazaif (Mantren oder Gottesnamen), einer alte Sufitradition. Es war nicht so, dass er von Anfang an alle Wazaif verwendete. Mureeds erzählen, dass er mit einigen wenigen begann. Von Zeit zu Zeit kam wieder eines dazu, offenbar weil er sich gerade intensiv damit beschäftigt hatte. Manchmal änderte er auch seine Meinung über die Bedeutung eines Wazifas. Nun gab es aber Murids, denen das gar nicht auffiel, weil sie nicht so genau hinhörten. Was ihn auf einem Leitertreffen dazu veranlasst haben soll zu sagen, er wünsche sich, dass sich seine Murids mit ihm weiterentwickeln und nicht das verbreiten würden, was er vor Jahren gesagt habe.
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Zentrale Übungen waren für ihn die Arbeit mit Atem und Licht. Insbesondere die aus der Yogatradition übernommene Übung des Qasab hatte es ihm angetan, die beides verband und laut Pir Vilayat auch die Heilung der Vergangenheit durch die Zukunft und umgekehrt ermöglicht (zu einer genauen Beschreibung des Qasab siehe "Das, was durchscheint 19
durch das, was erscheint, p. 189 ff). Beim Qasab wird abwechselnd durch das linke und das rechte Nasenloch eingeatmet. Dazwischen hält man den Atem an. Und genau dieser Augenblick begünstigt die Erfahrung dessen, was die Sufis den "Augenblick der Zeit" nennen. Hier zitierte Pir Vilayat regelmäßig einen Satz von Hujwiri, einem Sufi, der sich lange vor Khwaja Moinuddin Chishti in Indien niedergelassen hatte: "Der Augenblick der Zeit ist ein scharfes Schwert, das die Schuld der Vergangenheit und die Begierde der Zukunft abtrennt." In diesem Moment, so Pir Vilayat, ist der Mensch frei von Vorherbestimmung, kann Entscheidungen treffen, die nicht durch Altlasten geprägt sind. Meist fügte er diesen Ausführungen auch noch einen Satz des Mathematikers Leonhard Euler (1707­1783) hinzu: "Die Anziehungskraft der Zukunft ist stärker als der Druck der Vergangenheit."
Daneben arbeitete Pir Vilayat mit traditionellen Sufi­Praktiken wie dem Dhikr, den Wazaif und der Übung Tasawwur­i Murshid, die nichts anderes ist als das Eintreten in das Bewusstsein eines spirituell höher entwickelten Wesens, wie es Pir Vilayat selbst so intensiv während seiner Ausbildung in Hyderabad praktiziert hatte (siehe oben). Neben seinem Vater waren es vor allem zwei Sufimeister, zu denen er eine besondere Beziehung hatte: zu al­
Hallaj, mit dem er bereits während seiner Studienzeit über Professor Massignon, der damals an der Ecole des Hautes Etudes in Paris Vergleichende Religionswissenschaften unterrichtete, in Berührung gekommen war. Und zu Ibn Arabi, dem Shaykh al­Akbar, auf den er sich immer wieder bezog. Dass gerade diese beiden, die übrigens nicht zur selben Zeit lebten, nicht immer einer Meinung waren, störte ihn dabei wenig. Sufismus ist keine Einbahnstraße, sondern ein Weg der Vielseitigkeit, des Paradoxen, des Vereinbarens scheinbar unvereinbarer Standpunkte. In seinem letzten Buch "In Search of the Hidden Treasure" hatte Pir Vilayat die großartige Idee, die Auseinandersetzung mit verschiedenen Sufilehren in Form einer fiktiven Konferenz der einzelnen Sufimeister zu bestimmten Themen zu bringen (siehe Bibliographie unten).
Vor allem aber verfeinerte Pir Vilayat im Lauf der Zeit seine Lichtmeditationen immer mehr. In den Worten seines Sohnes Pir Zia:
"In the last years of his life he really perfected a theme that was a subject of his teaching over the years, one of his great joys, the contemplation of light in its multiple levels. He spoke eventually of seven levels of light. Toward the end he spoke very much of the consciousness of the galaxies."
Heart & Wings, p. 17
Kurz vor seinem Tod sagte Pir Vilayat auch:
"I will not be able to give seminars anymore, but I am working on seven levels of light, and I will be with our mureeds that way."
Heart & Wings, p. 1
20
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Und weil Humor ein ganz wesentlicher Bestandteil von Pir Vilayats Wesen war, möchte ich diese Ausführung mit jener Geschichte vom Elefanten beenden, die Pir Vilayat immer wieder auf seinen Retreats zum Besten gab (frei nacherzählt):
Eines Tages wird ein Elefant verrückt, bedroht die Menschen, und keiner kann ihn unter Kontrolle bringen. Nur einem Derwisch, der in dieser Stadt lebt, traut man diese Aufgabe zu. Also lässt der König nach dem Derwisch rufen. Der will zuerst nicht, und die Gesandten des Königs müssen ihn an den Schultern packen und vor den Elefanten zerren. Dort angekommen, spricht der Derwisch nur einen einzigen Satz: "Setz dich!"
Und der Elefant setzt sich.
Wie kann das sein? Ganz einfach: der Derwisch ist überzeugt, Gott zu sein. Und der Elefant glaubt ihm das.
Ingrid Dengg, Wien 2006
__________________________________________________________________
Quellen:
Heart & Wings Memorial Issue: Pir Vilayat Inayat Khan, 19. Juni 1916 ­ 17. Juni 2004
Sifat, Zeitschrift für universalen Sufismus, Thema: Heimgang der Seele, 32. Jahrgang, Heft 2, Juli 2004
Shams Kayris: Invincible Spirit. Pir Vilayat Inayat Khan, 1916 ­ 2004. In: Elixir, Nr 1, Autumn 2005, p. 31­40.
Pir Vilayat Inayat universel.com/Urs2000.htm)
Khan:
Urs
2000
(www.centrum­
Jean Overton Fuller: Noor­un­nisa Inayat Khan (Madeleine). East­West Publications, reprint with revisions, London and The Hague 1988
Biography of Pir­o­Murshid Inayat Khan, East­West Publications 1979
Hidayat Inayat Khan: Es war einmal. Erinnerungen aus frühen Tagen an meine geliebten Eltern. Verlag Heilbronn 1998.
Bücher und Schriften Pir Vilayats:
Toward the One, 1974
A Message in Our Time, 1978
21
The Call of the Dervish, 1981
Introducing Spirituality into Counselling and Psychotherapy, 1982
That Which Transpires Behind That Which Appears, 1994
Awakening, 1999
In Search of the Hidden Treasure, 2003
Keeping in Touch (1 ­ 137)
Sufi Family Tree
Hazrat Inayat Khan
((1882 ­ 1927)
founder of the Sufi Movement in 1910
Sufi Movement
1927
Maheboob Khan
(1887 ­ 1948)
brother of HIK
Sufi Way
Sufi Order
International
Ruhaniat
Sufism Reoriented
1927
Murshida
Rabia 22
Martin
(xx ­ 1947)
took Meher
Baba as new
spiritual
guide
1948
Ali Khan
(1881 ­ 1958)
cousin of HIK
1957
Pir Vilayat
Inayat Khan
(1916 ­ 2004)
1958
Duce
Musharaff Khan
(1895 ­ 1967)
brother of HIK
1967
Mahamood Khan
son of Maheboob K.
1982
Mackie
Karimbakhsh
Witteveen
1988
1967
Sitara Brutnell
2004
Hidayat Inayat Khan
Conner
(1917 ­ *)
Elias Amidon
& Witteveen
1952
Samuel Lewis
Ivy eldest son of HIK;
(1896 ­ 1971)
founded the Sufifounded
founded
Order International
Ruhaniat
on 17 August 1957
(1895 ­ 1981)
1968
Fazal Inayat Khan
(xx ­ 1990)
son of Hidayat;
Inayat Khan
founder of the
Sufi Way in 1985
1990
1966
Pir Vilayat &
Samuel Lewis
work together
for a while
2000
Sufism
Reoriented
on instruction
of Meher Baba
1981
James 1971
(1932 ­ 2001)
Moineddin Jablonski
2001
Pir Zia Inayat Khan
(1971 ­ *)
Carol son of Pir Vilayat;
2001
Weyland consecrated a Pir in 2000
Shabda Khan
(1942 ­ *)

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