antrittsbesuch bei der

Transcrição

antrittsbesuch bei der
05/2011
neo-referees
... für Österreichs Fußball
Futsal-kurs
... am Nationalfeiertag
Die Schiedsrichterzeitung
aufreger
... fachlich betrachtet
pfiff
Mit
Regeltest
antrittsbesuch bei der
elitegruppe
Robert sedlacek als
Gast beim Eliteseminar
„La Liga“ des Weltmeisters als LIVE-Video:
Messi(as) schiebt Gurkerl‘n!
www.laola1.tv
SP IRIT O F S POR TS
Editorial / Inhalt
Liebe Leserinnen,
liebe Leser!
W
03
Fussball- und Fanartikel
er in den letzten Wochen den nationalen, aber auch internationalen
Fußball aktiv verfolgt hat, konnte
feststellen, dass das Thema „Fairplay“ immer wieder Anlass für Diskussionen bietet. Ob in Österreich
oder auch in Deutschland. Trainer kritisieren Schiedsrichterentscheidungen in einer Form, die nicht akzeptiert werden kann. Neuerdings fühlen sich auch
vermehrt Mitarbeiter des Trainerstabes und Funktionäre dazu befugt, übertriebene Kritik gegenüber den
Schiedsrichtern üben zu müssen. Spieler sind sehr
Wolfgang Sowa
bemüht, durch geschickt ausgeführte UnsportlichMitglied der ÖFBSchiedsrichterkeiten den Schiedsrichter zu täuschen. Gemeint sind
Kommission
„Schwalben“, selbst herbeigeführter Körperkontakt,
Simulieren von Verletzungen, obwohl kein Kontakt
stattgefunden hat. Damit Schiedsrichter Unsportlichkeiten dieser und ähnlicher Art
erkennen können, gehören ein geschultes Auge, aber auch sehr viel Glück. Um
eine Situation richtig beurteilen zu können, muss der Blickwinkel stimmen, die freie
Sicht gegeben sein, die Distanz zum Spielgeschehen passen. Jede Kleinigkeit kann
sich negativ auswirken und der Täter hat gewonnen. Nur was? Vielleicht Punkte
und Geld, wenn die Unsportlichkeit für einen Sieg ausschlaggebend war. Aber er
betrügt den Schiedsrichter. Er betrügt den Gegenspieler und die gegnerische Elf.
Und nicht zu vergessen: Er betrügt die Zuschauer im Stadion und an den TV-Schirmen. Einige wenige Aktive dürfte das nicht stören, denn sonst würden sie es nicht
tun. Was die Trainer dazu sagen, wird in der Öffentlichkeit nicht kommuniziert.
Für die Schiedsrichter bedeutet das, noch mehr Aufmerksamkeit auf Unsportlichkeiten zu richten. In der Aus- und Weiterbildung wird gezielt darauf hingewiesen.
Auch die UEFA hat zuletzt ihre Referees angewiesen, konsequent gegen Simulation und Kritik vorzugehen.
Im Endeffekt sollte der Fußball gewinnen. Das Produkt, das von allen Beteiligten
so gut als nur möglich verkauft werden sollte.
SchiedsrichterTrikot
Pfeiferl
SchiedsrichterMappe
inhalt
04 die aufreger
strittige szenen
fachlich betrachtet
06 schiedsrichter-elite in linz
Anfang Oktober trafen sich die
Schiedsrichter und Assistenten
der Bundesliga zu einem Seminartag
Schiedsrichter-Set
klein
07 futsal boomt
Österreichs schiedsrichter rüsten
sich für die hallensaison
07 kurse in den Landesverbänden
Neue Schiedsrichter bekommt das land
08 der pfiff-regeltest
fragen und antworten:
hätten sie es gewusst?
1080 Wien, Strozzigasse 22
Tel: +43 1 406 06 18
Internet: www.fan-shop.co.at
04 fachlich betrachtet
Aufreger
Richtig oder falsch
Wie jeder weiß, gibt es während eines Spieles eine Vielzahl von Situationen, die von SchiedsrichterInnen beurteilt werden müssen. In allen
Schwierigkeitsgraden. Egal, ob auf dem Feld oder auch an der Linie.
N
icht jede Entscheidung
ist aber gleichbedeutend mit einem strafbaren Vergehen. Wissenschaftliche
Tests haben sogar ergeben, dass nicht
alle Situationen vom menschlichen
Auge erfasst werden können. Zu den
spielbedingten Situationen kommen
noch Unsportlichkeiten der Spieler
hinzu, die den SchiedsrichterInnen
die Spielleitungen zusätzlich erschweren. In den letzten Wochen gab es solche, aber auch andere Situationen,
die wir in unserer Serie von fachlicher
Seite dokumentieren möchten.
SZENE 1)
Auf der Hohen Warte kam es im Spiel
Vienna gegen Grödig zu einem Zweikampf im Mittelfeld, bei dem Cabrera
von Grödig den Gegenspieler Djokic
mit einem gekonnten Bodycheck zu
Fall brachte. Eine klare Angelegenheit. Doch Djokic hatte seinen Emotionen nicht im Griff, sprang auf und
stieß mit der Brust heftig gegen die
Brust des Gegners, der theatralisch zu
Boden ging. Hinzu kam, dass sich Cabrera sofort das Gesicht hielt. Trotz
mehrmaliger Betrachtung der TV-Bilder kann dafür kein Grund erkannt
werden. Was bedeutet, dass es sich
um eine grobe Unsportlichkeit handelte, die unbedingt mit einer Verwarnung zu bestrafen gewesen wäre. Die
Schwierigkeit für den Schiedsrichter
war, dass er realistisch gesehen nicht
genau erkennen konnte, ob nicht auch
das Gesicht getroffen wurde. Hätte er
die Unsportlichkeit erkannt, dann hätte es für Cabrera die Ampelkarte bedeutet. Damit wäre nicht nur er gerecht bestraft worden, sondern auch
sein Team.
SZENE 2)
Eine Unsportlichkeit anderer Art ist
der Versuch, mit einer „Schwalbe“
einen Strafstoß zugesprochen zu
bekommen. So passiert beim Spiel
Austria
Wien
gegen
Sturm
Graz. Jun von
Austria spielt im
Strafraum des
Gegners
den
Ball am Verteidiger
vorbei
und sucht mit
dem zur Seite
gestreckten
Bein den Kontakt mit dem
Gegner. Dieser
zieht jedoch sein seitlich weggestrecktes linkes Bein rechtzeitig zurück, sodass es zu keinem durch den
Verteidiger verschuldeten Kontakt
kam. Jun flog jedoch trotzdem gekonnt durch die Luft und reklamierte
dezent beim Schiedsrichter, der optimal positioniert war und die Situation zweifelsfrei beurteilt hatte. Was
sich für Jun mit einer Verwarnung
und einer Spielunterbrechung auswirkte. Wodurch ein guter Angriff
abrupt beendet wurde.
SZENE 3)
Es stellt sich immer wieder die Frage,
warum Spieler in manchen Situationen unter Missachtung von jeglichem
fachlich betrachtet 05
Fairplay grobe Unsportlichkeiten in
betrügerischer Absicht begehen.
Ganz einfach: Weil diese sehr professionell begangen, daher nicht immer richtig erkannt und dann zum
gewünschten Erfolg führen. Wie
zum Beispiel im Bundesliga-Spiel
Ried gegen Austria, als Carill von
Ried im Strafraum der Austria mit
seinem rechten Bein am Bein des
gegnerischen Verteidigers bewusst
einhakt und brutal wirkend zu Fall
kommt. Und das im vollen Lauf.
Obwohl der Schiedsrichter in dieser
Situation durchaus gut postiert war,
entschied er auf Strafstoß für Ried.
Diese Szene zeigt ganz deutlich,
welche nicht entscheidend wirkenden Faktoren den Schiedsrichter in
seiner Entscheidungsfindung beeinflussen bzw. unsicher werden lassen.
SZENE 4)
Im selben Spiel kam es zu einer Szene, die in jedem Spiel vorkommen
kann und auch für unterschiedliche
Meinungen sorgt. Dabei handelte es
sich um eine Attacke eines Feldspielers am gegnerischen Tormann.
Gorgon von Austria springt hoch
und erzielt mit dem Kopf einen Treffer, der vom Schiedsrichter nicht
anerkannt wird. Wie der Bildausschnitt zeigt, drückt Gorgon mit
dem zur Seite ausgestreckten Arm
gegen den gegnerischen Tormann.
Dabei ist es überhaupt nicht entscheidend, ob es sich um einen Tormann oder einen Feldspieler handelt. Auch der Ort des Vergehens ist
nicht entscheidend. Gorgon hat mit
seinem regelwidrigem Armeinsatz
verhindert, dass der Gegenspieler
an den Ball kommen kann. Die Regelwidrigkeit ist damit begründet,
dass es sich um keine natürliche
Armhaltung handelte. Was durch
den Schiedsrichter auch richtig bewertet wurde.
SZENE 5)
Aber nicht in jedem Zweikampf mit
dem Tormann ist der Feldspieler
auch der Schuldige. Was die Tormänner nicht gerne zur Kenntnis
nehmen möchten.
Wie zum Beispiel im Spiel der „Heute für morgen“-Liga zwischen BW
Linz gegen FC Lustenau. Der Angreifer der Lustenauer steht im
Strafraum der Linzer, mit dem Rücken zum Tormann und den Blick
auf den Ball gerichtet, der in den
Strafraum der Linzer geflankt wurde. Der Tormann rennt in den Rücken des Angreifers und faustet den
Ball zu einem Mitspieler des Lustenauers, der ein Tor erzielt. Das
Tor wird vom Schiedsrichter berechtigt anerkannt, da kein Vergehen des Angreifers vorlag. Dass der
Tormann, der sich bei dem Zusammenstoß ein wenig verletzte, die
Sachlage im ersten Augenblick anders bewertet, kann nachvollzogen
werden. Jedoch sollten sich Profis
soweit im Griff haben, dass ihnen
Beleidigungen von Schiedsrichtern
und auch Spielern nicht „passieren“.
INTERNATIONALE SPIELBESETZUNGEN
06.10.11, Trelleborg / Swe: Schweden - Slowenien, U-21 EM
2013, Mag. H. Lechner, Chr. Trunner, A. Wandl, Chr. Dintar
07.10.11, Yerevan / Arm: Armenien - Mazedonien, EURO 2012,
R. Schörgenhofer, Mag. (FH) A. Hoxha, R. Brandner, Ing. G. Grobelnik
27.10.11, Edinburgh / Sco: Schottland - Wales, Frauen-EURO
2013, T. Schett, C. Zeferino de Oliveira, Mag. A. Sirkka Prammer
01.11.11, Prag / Cze: FC Viktoria Plzen - FC Barcelona, UCL
2011/2012, R. Schörgenhofer, Mag. (FH) A. Hoxha, N. Schwab,
R. Eisner, Mag. O. Drachta, T. Gangl
04.11.11, Póvoa do Varzim / Por: Portugal - Färöer-Inseln,
U-19 EM 2012, Mag. H. Lechner, J. Weinberger
06.11.11, Fáo / Por: Portugal - Ungarn, U-19 EM 2012, Mag.
H. Lechner, J. Weinberger
06
Mixed Zone
Schiedsrichterelite in Linz
Anfang Oktober 2011 trafen
sich die Schiedsrichter und
Assistenten der Bundesliga
zu einem gemeinsamen
Seminartag in Linz.
N
achdem der Vorsitzende des
Schiedsrichterkomitees,
RR
Johann Hantschk die Aktiven und
anwesenden Gäste begrüßte und
sein einleitendes Referat gehalten
hatte, übergab er das Wort an Robert
Sedlacek, Vorsitzender der ÖFBSchiedsrichterkommission, der es
sich nicht nehmen ließ, gleich am
erste Zusammentreffen „seiner“
Schiedsrichter
und
Assistenten
teilzunehmen. Seine Ausführungen
beinhalteten seine Vergangenheit als
Ex-FIFA-Schiedsrichter, seine Ansichten über die augenblickliche Situation
des österreichischen Schiedsrichterwesens im In- und Ausland, sowie
seine persönlichen Überlegungen
über seine zukünftige Arbeit.
Die Schwerpunkte an diesem Tag
lagen in der Aufarbeitung der ersten
Neben der üblichen Überprüfung
der theoretischen Regelkenntnisse
durch Gerhard Gerstenmayer referierte Mag. Werner Steinwendner,
Steuerberater und Experte für Steuerfragen im ÖFB, über die Steuer- und
Abgabenpflicht von Sportlern. Auch
Physiotherapeut Roman Jahoda war
Gastreferent und gab praktische
Tipps, wie gegen Sportverletzungen
vorgebeugt werden kann und welche
erste wichtige Maßnahmen zu treffen
sind.
Antrittsbesuch:
Robert Sedlacek
Gastgeber RR
Johann Hantschk
Fitness-Coach
Roman Jahoda
Steuerexperte Werner
Steinwendner
Hälfte der Herbstmeisterschaft, sowie
im Bereich des „Teamworks“, welches
in der Vergangenheit in der einen
oder anderen Szene wirkungsvoller
funktionieren hätte können. Unter den
Aktiven entwickelte sich eine intensive und sehr konstruktive Diskussion,
wie eine aktivere Zusammenarbeit zu
einer weiteren Fehler­minimierung
beitragen könnte.
Fortbildung der Stützpunkttrainer
Die vom ÖFB engagierten
Trainer der sieben Trainingsstützpunkte der BL-Schiedsrichter und Assistenten trafen
sich auf Einladung des ÖFB zu
einem gemeinsamen Fortbildungsseminar Ende September 2011 in Salzburg.
N
eben einem theoretischen Vortrag über trainingstherapeutische Maßnahmen nach Verletzungen
von Roman Jahoda, Physiotherapeut
und „Chef-Trainer“ der BL-Schiedsrichter, war das Programm fast
ausschließlich praxisorientiert. Ein
gemeinsamer Spielbesuch bei SV
Grödig gegen TSV Hartberg wurde
dafür genutzt, das Laufverhalten bzw.
die Laufleistung eines Schiedsrichters
zu beobachten. Die aus der gemeinsamen Analyse gewonnen Erkenntnisse
gilt es auf die Trainingsprogramme
„umzulegen“.
AuSSer schiedsrichterspezifischen Übungsformen (Aufwärmen,
Koordination) wurde auch ein „integriertes Training“ vorgeführt. Dabei
werden konditionelle Anforderungen
(z.B. Schnellkraft-Übungen oder ein
Intervall-Training) mit der anschließenden Beurteilung einer Situation
„gemixt“ und so Situationen wie auf
dem Spielfeld simuliert. Das bedeutet, dass der Schiedsrichter und auch
sein
Assistent
zunächst
einer
hohen körperlichen Belastung ausgesetzt wird, bevor er eine Entscheidung in einer Situation treffen muss,
Neben
Theorie
stand auch
Praxis auf
dem KursProgramm
die von einer Gruppe von Spieler
herbeigeführt wird (z.B. Foul innerhalb oder außerhalb des Strafraumes).
Schiedsrichter-Manager Fritz
Stuchlik: „Sowohl in der körperlichen als auch der regeltechnischen
Ausbildung versuchen wir stets neue
Reize zu setzen. Das Zusammentreffen mit den Stützpunkttrainern dient
dem wichtigen Erfahrungsaustausch
und dem ständigen Streben nach positiver Weiterentwicklung!“. Mixed Zone
07
VORBEREITUNG AUF DIE HALLENSAISON
Der Nationalfeiertag wurde
heuer ausgewählt, um die
Schiedsrichter auf die kommende Saison in der ÖFB-Futsal-Liga (ÖFL) vorzubereiten.
A
uf Einladung von Gerhard Gerstenmayer, Mitglied der ÖFBSchiedsrichterkommission und Regelrefent der ÖFL, nahmen heuer 35
Schiedsrichter und 10 Beobachter am
diesjährigen Futsal-Lehrgang teil. Bei
besten Bedingungen im „Hotel Sommerhaus“ erhielten die Teilnehmern
eine Auffrischung Ihrer Kenntnisse,
die über viele Monate, in denen in
Österreich kein Futsal gespielt wird,
nicht angewandt werden konnten.
Nach ein paar grundlegenden
Worten von Gerhard Gerstenmayer
wurde von den Teilnehmern der von
Willi Hudei (Regelinstruktor) ausgearbeitete und verpflichtende Regeltest positiv absolviert. Danach folgten einige praxisbezogene Vorträge.
Berthold Neunteufel referierte über
die Spielbeobachtung aus Sicht des
Beobachters. Dr. Peter Truzla, Vorsitzender des Strafsenates, berichtete
aus dem Strafsenat und gab wichtige Hinweise, welche Fakten bei der
Verfassung eines Berichtes von großer Wichtigkeit sind. Selbstverständlich wurden auch die Schwerpunkte für die heurige Saison
ausgegeben, worauf die Aktiven besonders achten müssen. Diese Aufgabe übernahm Norbert Schwab
(Regelinstruktor), der die Theorie
mittels Videobeispielen hervorragend vermitteln konnte.
ÖFL-Regelreferent
Gerhard Gestenmayer
Dass Futsal an Popularität zunimmt zeigt auch, dass heuer bereits
der zweite FIFA-Workshop in Steinbrunn abgehalten wurde, in dem die
Futsal-Trainer über neueste Methoden informiert wurden.
NEUE SCHIEDSRICHTER FÜR DEN FUSSBALL
In den letzten Wochen wurden in drei Landeskollegien
Schiedsrichterkurse abgeschlossen. Die Anzahl der
neuen Schiedsrichter ist sehr
erfreulich.
I
n der Steiermark, in Tirol und in
Wien wurden seit September 2011
neue Schiedsrichterkurse im Sinne
der ÖFB-Ausbildungsrichtlinien abgehalten. Der persönliche Einsatz der
verantwortlichen Funktionäre sowie
den freiwilligen Mitarbeitern, die viele
Stunden Ihrer Freizeit zur Verfügung
gestellt haben, um die Abhaltung der
Kurse zu ermöglichen, wurde durch
Neue Referees:
Die Absolventen aus Tirol und Wien
die Anzahl der abgelegten Prüfungen
belohnt.
Wenn auch nicht alle Kursteilnehmer die intensive Ausbildungsphase abgeschlossen bzw. die Prüfung
abgelegt haben, so konnte das
Schiedsrichterwappen immerhin an
insgesamt 79 neue Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter übergeben
werden (Stmk. 34 / Tirol 13 / Wien 33).
Die „Schiedsrichterfamilie“ begrüßt die neuen KollegInnen und
wünscht Ihnen viel Glück und Spaß
bei der Ausübung Ihres Hobbys.
08
Regelfragen
Regeltest
Umstrittene Szenen, diskussionswürdige Entscheidungen – das
tägliche Brot der Schiedsrichter. Wie würden Sie entscheiden?
2
Der Einwurf wird vom Spieler etwa 10 Meter vom richtigen Ort entfernt ausgeführt. Der Schiedsrichter,
der zuvor dem Spieler keinen Hinweis
gab, wo eingeworfen werden muss,
unterbricht das Spiel und lässt den
Einwurf von derselben Mannschaft
von der korrekten Stelle wiederholen.
Hat der SR richtig gehandelt?
3
Ein Spieler führt im Bereich
des Anstoßkreises einen indirekten Freistoß aus. Das
seitliche Zuspiel zum Mitspieler fällt allerdings zu kurz aus. Um
zu verhindern, dass ein Gegenspieler
Beitrag von
Gerhard
Gerstenmayer
Lösungen
an den Ball kommt, wirft er sich nach
dem Ball und spielt diesen mit der
Hand zu einem Mitspieler. Der Schiedsrichter trifft welche Entscheidung?
4
Der Schiedsrichter entscheidet nach einem Zweikampf zwischen dem Tormann und einem bereits
verwarnten Angreifer auf Strafstoß.
Der Schiedsrichterassistent erkennt jedoch, dass der Angreifer ein Foulspiel
vortäuschte. Wie haben sich die
Schiedsrichter zu verhalten?
5
Ein Verteidiger hat den Ball
im Strafraum unbedrängt
gestoppt. Er läuft nun seitlich weg und überlässt dem
Tormann den Ball. Dieser läuft mit
dem Ball am Fuß zunächst einige
Schritte und nimmt ihn dann noch im
Strafraum mit den Händen auf, um ihn
auszuschießen. Muss der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen?
6
Der Schiedsrichter hat auf
Freistoß entschieden. Ein
Abwehrspieler stellt sich
vor den Ball, um eine
schnelle Ausführung des Gegenspie-
lers zu verhindern. Wie hat sich der
Schiedsrichter zu verhalten?
7
Ein Spieler beleidigt nach
dem
Schlusspfiff
den
Schiedsrichterassistenten,
der sich genauso wie der
Spieler bereits auf der Laufbahn befindet. Der Schiedsrichter befindet sich in
diesem Augenblick noch auf dem
Spielfeld und hört die Beleidigung.
Wie entscheidet der Schiedsrichter
und wie geht er vor?
8
Ein Spieler ist über seinen
Tormann verärgert und verlässt, ohne sich beim
Schiedsrichter abzumelden,
das Spielfeld. Nach ca. 15 Min. meldet
er sich während einer Unterbrechung
beim Schiedsrichter an und möchte
wieder spielen. Ist das möglich?
9
Ein Ersatzspieler, der nach
Anpfiff der 2. Spielhälfte
ohne Erlaubnis des Schiedsrichters das Spielfeld betreten haben muss, erzielt ein Tor. Der
Schiedsrichter bemerkt dies, noch bevor der Anstoß durchgeführt wird. Welche Entscheidungen sind zu treffen?
1.Die zeitverzögerte Spielunterbrechung („Nachpfeifen“) ist nicht mehr möglich.
Das Spiel muss mit einem Einwurf für die Heimmannschaft fortgesetzt werden.
2.Der Schiedsrichter hat nicht richtig gehandelt. Er ist grundsätzlich nicht
verpflichtet, auf den Ort des Einwurfes hinzuweisen. Der Einwurf hätte
durch die gegnerische Mannschaft erfolgen müssen.
3.Da es ich um ein absichtliches Handspiel handelt, muss das Spiel mit einem
direkten Freistoß ausgeführt werden. Außerdem muss der Spieler verwarnt
werden, da es sich um eine Unsportlichkeit handelte.
4.Der Assistent hat mit der Fahne („dringende Mitteilung“) zu signalisieren, dass
er dem Schiedsrichter seine Wahrnehmung mitteilen möchte. Worauf sich der
Schiedsrichter zum Assistenten begeben muss. Es kommt zu einer Aussprache
der Beiden – ohne Zuhörer! Der Schiedsrichter nimmt seine Entscheidung
zurück. Der Angreifer wird für seine Unsportlichkeit verwarnt und deshalb mit
der Ampelkarte ausgeschlossen. Die richtige Spielfortsetzung lautet: indirekter
Freistoß, wo die Unsportlichkeit („Schwalbe“) begangen wurde.
5.Ja. Der Tormann hat gegen die Zuspielbestimmung verstoßen. Das kontrollierte „Überlassen“ des Balles ist wie ein Zuspiel zu bewerten. Das Spiel
muss mit einem indirekten Freistoß fortgesetzt werden, wo der Tormann den
Ball mit seinen Händen aufgenommen hat. Sollte das im Torraum gewesen
1
Ein Spieler des Gastvereins
wird nahe der Seitenoutlinie gefoult, bleibt aber am
Ball. Der Schiedsrichter entscheidet sich, die Vorteilsbestimmungen anzuwenden und zeigt dies auch
deutlich mittels Handzeichen an. Der
Ball gelangt unmittelbar danach ins
Seitenout. Kann hier der verzögerte
Pfiff noch praktiziert werden?
sein, dann ist der Ort der Freistoßausführung die Torraumlinie, die parallel
zur Torlinie verläuft.
6.Der Schiedsrichter stoppt das Spiel sofort, nach dem er erkennt, dass
der Abwehrspieler die schnelle Freistoßausführung verhindern will, was
eine Unsportlichkeit ist, die mit einer Verwarnung geahndet werden muss.
Gegenspieler müssen sich automatisch auf die vorgeschriebene Distanz
von 9,15 Meter begeben.
7.Der Spieler ist auszuschließen. Da sich der Schiedsrichter noch auf dem
Spielfeld befindet, muss die Rote Karte gezeigt werden. Die Position des
Schiedsrichters ist entscheidend.
8.Ja, das ist möglich. Der Spieler hat nur wegen unerlaubten Verlassens des
Spielfeldes gegen die Meldebestimmung verstoßen, wofür er nach dem
Wiedereintritt verwarnt werden muss.
9.Das erzielte Tor darf nicht anerkannt werden. Da sich der Ersatzspieler unbemerkt auf das Spielfeld begeben hat, gilt er noch als Ersatzspieler, und kann
kein gültiges Tor erzielen. Der Spieler muss für das unberechtigte Betreten
des Feldes verwarnt werden und muss das Spielfeld verlassen. Danach kann
der Spielerwechsel korrekt ausgeführt werden, bevor das Spiel mit einem indirekten Freistoß aus dem Torraum des verteidigenden Teams erfolgen kann.