Dojo-Info, Nr. 1, 2011 - Shotokan Karate Dojo Münster eV

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Dojo-Info, Nr. 1, 2011 - Shotokan Karate Dojo Münster eV
DOJOINFO
1/2011
22.03.201
.03.2011
.2011
1
Inhalt
Titel………………………………………………………………………………
Inhalt ……………………………………………………………………………
Impressum ………………………………………………………………………
Oss! ……………………………………………………………………….........
Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Die Lage in Japan……………………………………………………………..... Seite 5
Japan – Spendenkonto ………………………………………………………… Seite 6
Termine……………….…..…………………………………............................ Seite 7
Trainingspläne…………………………………………………………………… Seite 8
Lehrgänge……………………….……………………………………………….. Seite 10
Aktionen im Verein – Ausblick ………..………………………………………... Seite 15
Den Winter hatten wir im Griff ……………………….……………………….. Seite 19
Aktionen im Verein - Rückblick
Das Ego stirbt auf dem Kissen….…….……………………………….. Seite 21
Bonsaitrainerausbildung …………..………….……………………….. Seite 25
Bunkailehrgang……………………………….………………………… Seite 27
SV-Workshop …………………..………………………………………. Seite 30
Kangeiko ………………………………………………………………... Seite 32
SV für das Schlaun ………………………………………………………Seite 35
Lehrgangsberichte
Julian Chees in Münster ….…………………………………………….. Seite 37
Bei Risto Kiiskilä in Frankfurt …………………………………………… Seite 42
Goshin-Do mit Shihan Shirai …………………………………………… Seite 46
Prüfungen …………………………………………………………………….
Seite 49
Gelesen: Uchi Deshi und der Meister…………………………………………… Seite 50
Presse …………………………………………………………………………
Seite 52
Mitglieder werben Mitglieder ……………………………………………….
Seite 55
Wir für Euch …………………………………………………………………
Seite 56
2
Impressum
Impressum
Das DOJOINFO ist die Vereinszeitschrift des
Shotokan-Karate-Dojo Münster e.V.
Vereinsanschrift:
ShotokanShotokan-KarateKarate-Dojo Münster e.V.
Manfred-von-Richthofen-Straße 46a
48145 Münster
Tel.: 0251 / 6868580 Fax: 6868582
Email: [email protected]
Internet: www.karate-muenster.de
Redaktion:
Andrea Haeusler
Auf dem Draun 79, 48149 Münster
0251/ 82715
eMail: [email protected]
Bankverbindung:
Sparkasse Münster, BLZ 400 501 50, Konto 570 572.
ACHTUNG! Die im Dojoinfo abgedruckten Artikel spiegeln nicht
unbedingt die Meinung des Vorstandes und der Redaktion wider.
Verantwortlich für die jeweiligen Inhalte ist allein
der unterzeichnende Verfasser.
3
Oss!
Hallo Leute,
das schwere Erdbeben und der Tsunami in Japan beschäftigten
derzeit die Menschen auf der ganzen Welt. Als Verein, der eine
traditionelle japanische Kampfkunst fördert, sind wir den
Menschen in Japan vielleicht besonders verbunden. Daher habe
ich die nächsten zwei Seiten diesem Ereignis gewidmet. Auf
Seite 6 findet Ihr die Daten für ein Spendenkonto unseres
Verbandes. Wer helfen möchte, kann hier tätig werden.
Nach so einer Begrüßung fällt es nicht leicht, einen Bogen zu unseren alltäglichen
Vereinsgeschehnissen zu spannen. Vielleicht fange ich mit einem Naturereignis an,
das unseren Trainingsbetrieb beinahe stillgelegt hätte. Mehr dazu findet Ihr auf Seite
18.
Karate ist für viele von uns durch die Konzentration auf Techniken und Übungen eine
ausgezeichnete Gelegenheit, vom Alltag abzuschalten. Wie schwer es hingegen für
Ungeübte sein kann, bei einer Zen-Meditation einmal alle Gedanken außen vor zu
lassen, das haben die Teilnehmer am Workshop Zen-Meditation erfahren. Lest ab Seite
21, wie es uns dabei ergangen ist.
Qualifizierte Trainer sind ein hohes Gut! Aus diesem Grund besuchen die meisten
unserer Karatetrainer regelmäßig Lehrgänge wie Kata-Spezial oder Gasshuku. Anfang
Februar hatten wir erstmals eine eigene Trainerfortbildung in unserem Dojo
veranstaltet. Was es damit auf sich hatte, lest Ihr ab Seite 25.
Karate ist Selbstverteidigung und diese muss regelmäßig geübt werden. Daher gab es
in diesem Jahr bereits zwei Selbstverteidigungs-Workshops bei uns im Dojo. Eindrücke
davon gibt’s auf Seite 30 und 31.
Tias Kopp hat einen tollen Bericht über das Kangeiko geschrieben (ab Seite 32) und
Torsten Uhlemann berichtet vom Goshin-Do, dem „etwas anderen“ Karateweg von
Shihan Shirai (Seite 46). Volker empfiehlt auf Seite 50 das Kinder- und Jugendbuch
„Uchi Deshi und der Meister“. Na, und auch von meiner Risto-Intensiv-Woche im
Januar gibt’s einen Bericht.
Und welche Karate-Erlebnisse werdet Ihr in den nächsten Wochen machen? Lasst uns
alle teilhaben und schreibt mir ein paar Zeilen für das Dojoinfo ☺
\v~ç
4
Die Lage in Japan
Das Erdbeben und die Folgen
In Japan hat sich am 11.03.2011 ein schreckliches Erdbeben ereignet, dessen Folgen noch
längst nicht abzusehen sind. Als Mitglieder eines Vereins, der eine traditionelle japanische
Kampfkunst betreibt, geht uns dieses Ereignis besonders nahe. Den Menschen in Japan und
auch unseren geschätzten japanischen Karate-Instructoren, deren Angehörige betroffen sein
mögen, ist unser Mitgefühl sicher. Ich verzichte ganz bewusst auf Bilder aus den von Beben
und Tsunami zerstörten Gebieten. Die Medien sind übervoll davon. Stattdessen bin ich auf
einen Zeitungsartikel gestoßen, der mich sehr beeindruckt hat, weil er die Disziplin und die
Ruhe beschreibt, mit der die betroffenen Menschen mit der Situation umgehen.
WN, 15.03.2011
5
Spendenkonto für Japan
Unser Karateverband, der DJKB,
DJKB, hat ein Spendenkonto eingerichtet:
Liebe Mitglieder des Deutschen-JKA-Karate-Bund e.V., liebe Karateka,
wir haben heute in Eurem Namen ein Kondolenzschreiben (jap.
jap. / engl.)
engl. an unsere Freunde in
Japan gesendet.
Das Präsidium bittet Euch um Unterstützung für die Opfer des Tsunami im Heimatland
unseres Karate.
Jeder Euro wird helfen.
Selbstverständlich informieren wir Euch, an welche Institution die Spenden unserer Mitglieder
übergeben werden.
Das Spendenkonto:
Deutscher JKA-Karate Bund e.V.
Volksbank Konstanz
BLZ 692 910 00
KTO 21 444 1705
Betreff: Tsunami
Mit sportlichem Gruß
OSS
Martin Buchstaller
6
Termine
Termin
02.04.2011
03.04.2011
09.04.2011
15.04.2011
16.04.2010
13.05.2011
14. und 15.05.2011
21. und 22.05.2011
28.05.2011
02. – 05.06.2011
18.06.2011
18. und 19.06.2011
29.06. – 01.07.2011
02.07.2011
02. – 06.07.2011
*15. – 16.07.2011
*16.07.2011
01. – 05.08.2011
06.08.2011, 11 Uhr
19. – 21.08.2011
10. – 11.09.2011
04.09.2011
11.09.2011
12.09.2011
14.09.2011
18.09.2011
25.09.2011
*07.- 09.10.2011
08.10.2011
05.11.2011
*19. – 20.11.2011
02.12.2011
*10.12.2011
* = noch unbestätigt
Aktivität
JKA-Europameisterschaft
Pokalturnier
Ort
London
Billerbeck
Schulzentrum
Lehrgang Shihan Ochi
Wolbeck!
Wolbeck!
Prüfungen Anfänger I
Dojo
Filmabend beim SKDM: Karate Kill!
Dojo
Trainertraining bei Sensei Akita
Dojo
Jubiläumslehrgang bei Sensei Akita und Party! Dojo
JKA-EM Jugend
Holland
Hellweg-Cup
Wattenscheid
Kata-Spezial
Groß-Umstadt
DM Jugend
Blumberg
Instructor-Lehrgang
Blumberg
Lehrgang Shihan Sugimura
Münster, Uni
Mauritz-4-tel-Fest
Vor dem Cinema
Czech Gasshuku
Tschechien
Trainingslager Michael Jarchau
Dojo
Sommerparty
Dojo
Gasshuku
Herford
Demo-Team bei den Manga-Tagen
Stadtbücherei
JKA-World-Cup
Thailand
Instructor-Lehrgang
Göttingen
Lehrgang Risto Kiiskilä
Paul-Gerhard-Schule
Tag der offenen Tür
Dojo
Beginn Anfängerkurs II Kids 9 bis 13 Jahre
Dojo
Beginn Anfängerkurs II ab 14 Jahre /Erw.
Dojo
Kloster Bottrop
Workshop Zen-Meditation
Kirchhellen
Shobu-Ippon-Cup
Darmstadt
Trainertraining und Lehrgang bei Jochen Glaß Dojo
Kampfrichterlehrgang
Schwerin
JKA-Cup
Bottrop
Kumite-Lehrgang mit Detlef Krüger
Dojo
Prüfungen AnfängerII
Dojo
Vereinsturnier, Weihnachtsfeier
Dojo
7
Trainingsplän
Trainingspläne – Wöchentlicher Trainingsplan
Uhrzeit Montag
09:00
09:30
10:00
10:30
11:00
11:30
12:00
12:30
13:00
15:00
15:30
16:00
16:30
17:00
17:30 17:00-18:30
Anfänger
Jugend*
18:00 9-13 J
Dienstag
Mittwoch
Freitag
Samstag
Sonntag
09:00-10:30
Demoteam
11:00-13:00
Iaido **
15:30-16:30
Kids*
6- 16:00-17:30
9J
Jugend*
Mittel-/
Oberstufe
16:30-18:00
16:30-18:00
7. bis 4. Kyu
Jugend*
Jugend*
10-16 J
10-16 J
17:30-18:30
Kick'n Shape
18:30
19:00
Donnerstag
18:00-19:45 18:30-19:30
18:30-19:30
Oberstufe ab Mittelstufe
Kick'n Shape
7. bis 4. Kyu
6. Kyu
18:00-19:00
Yoga
15:30-16:30
Kids* 6-9 J
15:00-16:30
Kata (siehe
Kata-Plan)
16:30-18:00
Anfänger
Jugend*
913 J
18:00-19:30
Anfänger
18:00-19:30
Demoteam
19:30
19:45
19:30-21:00
Allgemein
9. Kyu bis
20:15
Dan
19:30-20:30
Anfänger
20:00
20:30
19:45-21:15
Unterstufe
9. bis 7. Kyu
20:30-22:00
21:00
Hobby21:15
gruppe
21:30
9. Kyu - Dan
21:45
22:00
* nicht in den Schulferien; ** nur in den Schulferien
19:00-20:15
Unterstufe
9. bis 7. Kyu
19:30-21:00
Allgemein
9. Kyu bis
Dan
20:15-21:45
Oberstufe
6. Kyu bis
Dan
In 2011 sind je zwei Anfängerkurse für Kids von 9 bis 13 Jahren sowie
Jugendliche ab 14 und Erwachsene vorgesehen. Den Kurs, der gewöhnlich
zwischen den Oster- und Sommerferien läuft, haben wir gestrichen.
8
Trainingspläne - Kataplan
Datum Kata
19.03.
26.03.
02.04.
09.04.
16.04.
Anmerkungen
Heian Katas
Sochin
Hangetsu
Kein Kata Training
Meikyo
Shihan Ochi in Münster
9
Lehrgänge
Achtung –neuer Trainingsort Schulzentrum Wolbeck!
10
Lehrgänge
11
Kata Spezial 2011 in GroßGroß-Umstadt
Weitere Infos gibt’s am Schwarzen Brett im Dojo!
12
Pfingstlehrgang in Braunschweig
Braunschweig
Weitere Infos gibt’s am Schwarzen Brett im Dojo!
13
14
Aktionen im Verein - Ausblick
FILMVORFÜHRUNG
Samstag, 16. 04. 2011
SKDM proudly presents:
KARATE KILL
SÜDAFRIKA 1980, 90 Minuten
ORT: SKDM DOJO
EINLASS: AB 19 Uhr
VORFÜHRUNG: 20 Uhr
(keine Werbung)
!!!!!FSK: Ab 15 Jahren!!!!
Eintritt: Nur mit bester Laune und Humor!!!!!
Sperrsitz, Parkett und Loge kostenlos
Salzletten, Käseigel, Schlaghosen,
Miniröcke etc. und Gäste sind herzlich
willkommen!
15
KARATE KILL
Ex Nazi General Baron von Rudloff, Swakopmund, Süd-afrika,
sucht die 20 weltbesten Karatekas und läßt sie gegen eine
Kampfmannschaft von Mr. Miyagi, Tokyo, antreten.
Für alle Freunde des Trash – und Kampfsportfilmes der 1970 /
80er Jahre nach Bruce Lee ein absolutes Muss! Wer mal wieder
oder zum ersten Mal richtige Männer sehen will, die mit nacktem
Oberkörper, Vokuhila und Oberlippenbart ihr Bestes geben, ist
hier gut aufgehoben. Hier werden endlich wieder ganze
Wohnzimmer mit blanken Gliedmaßen zerlegt, Schreibtische mit
Handkanten zerteilt, fliegende Melonen gehälftet und unwillige
Damen lässig über starke Männerschultern gelegt.
Hinzu kommen eine klassische Tontechnik mit knackigem Kime,
stilechte Kulissen, und die gelegentliche Beschleunigung der
Filmrolle.
Highlights der Filmgeschichte: Der Umbau eines VW-Käfers in
ein wüstentaugliches Segelfahrzeug!!! Und: Der Beginn des
Frauen Karate in bauchfreien Tops!!!
Darsteller: JAMES RYAN, CHARLOTTE MICHELLE
UND:
STAN SCHMIDT - KEITH GEYER etc.
JKA BRANCH SOUTHAFRICA (Choreografie) !!!!
Leider hat dieses kleine Juwel der Filmgeschichte nie die
deutschen Kinos erreicht. Wir geben dieses einmalige Doku-ment
bei unserer deutschlandweiten Erstaufführung in mehr als
leichtverständlichem Englisch.
16
Aktionen im Verein - Ausblick
Eine kleine Sensation:
Jubiläumslehrgang
„10 Jahre eigenes Trainingszentrum“
exklusiv für das Shotokan-Karate-Dojo Münster und Freunde
mit Sensei Shinji Akita
5. Dan Shotokan-Karate
am 14. und 15. Mai 2011
bei uns im Dojo!
Kostenbeitrag pro Person: 10 Euro
SAMSTAGABEND: LEHRGANGSPARTY!
17
Ausblick - Karate in Norwegen
Einladung nach Sommerlehrgang in Norwegen. Bis 4 Leute kann ich von meinem Haus
nach Fredrikstad transportieren. Weitere freunde kann bei mir wohnen, aber ich habe
nur ein Auto zur Verfügung. Es gibt auch Möglichkeiten in Fredrikstad zu übernachten.
Ryan Air fliegen nach Düsseldorf Weeze nach Oslo Rygge für ca. 100 Euro. Ich möchte
gern meine Freunde aus Münster hier in Norwegen sehen. Elchsafari, Spaß am Fjord und
ein wenig Alkohol ist im Paket inkludiert. Sensei Richard Amos und Aidan Trimble sind
Hauptinstrukteure am Lehrgang. Check out Amos CV on Internet, WTKO Honbu Dojo.
Meine freunde aus SKDM sind selbstverständlich immer hier bei mir in Norwegen
willkommen Infos und Anmeldung bei Andreas unter [email protected]
Datum: 29.07. bis 03.07.2011
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Den
Den Winter hatten
hatten wir im Griff
Schneechaos
Schneechaos in Münster – der Trainingsbetrieb ging weiter!
Mitte Dezember 2010 wurde Münster von einem Schneechaos überrascht, das selbst
den städtischen Streu- und Räumdienst an die Grenzen des Machbaren brachte –
zeitweise ging auf Münsters Straßen nichts mehr, der Alltag erfuhr durch den
Wintereinbruch plötzlich eine Art „aufgezwungene Entschleunigung“!
Nach etwa zehn Tagen beruhigten sich die Witterungsverhältnisse dann zunächst, bevor
es – pünktlich für eine Weiße Weihnacht – kurz vor den Feiertagen wieder zu Schneien
begann. Die Schneemassen waren so gewaltig, dass – ausgerechnet am 24.12. - unter
anderem das Hallendach unseres benachbarten Vereins Münster 08 einstürzte!
Die Halle von Münster 08, Foto aus der Online-Redaktion der WN vom 24.12.2010
Die Stadt Münster sperrte daraufhin vorsorglich sämtliche öffentlichen Hallen mit
Flachdach. Da auch unser Dojo ein Flachdach hat, standen wir vom Vorstand über die
Feiertage plötzlich vor der Wahl: Sollten wir auch vorsorglich bis auf weiteres (nämlich
bis der Schnee geschmolzen ist) den Trainingsbetrieb einstellen? Oder einfach unbeirrt
weitermachen? Nein, letzteres kam für uns nicht in Frage. Sicherheit ging vor! Dass wir
dennoch auch „zwischen den Jahren“ nicht auf das Karatetraining verzichten mussten,
ist allerdings allein unserem Hallenwart Albrecht Wacker zu verdanken, der seine
Feiertage opferte, auf das Hallendach kletterte und dieses von den Schneemassen
befreite.
19
Dass es sich bei dem Schnee nicht nur um „weiße Pracht“ handelte, sondern sich
daraus und auch aus dem Schmelzwasser Gefahren ergeben konnten, zeigen die
riesigen Eiszapfen auf dem Foto, die unmittelbar über unserer Eingangstür hingen.
Wenn da mal ein Zapfen abbricht und jemandem auf den Kopf fällt – nicht
auszudenken!
Auch der Parkplatz war zentimeterhoch mit Schnee bedeckt. Mit dem Auto war da kein
Durchkommen und auch zu Fuß war es nicht ungefährlich und schon gar nicht
unbeschwerlich. Auch hier half Albrecht: Er räumte sogar Teile des Parkplatzes, damit
wir ungehindert das Dojo anfahren konnten.
An dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches
WtÇ~xáv{≠≠≠≠Ç
an Albrecht!
20
Aktionen im Verein – Rückblick
Das Ego stirbt auf dem Kissen
ZenZen-Meditation mit dem ShotokanShotokan-KarateKarate-Dojo Münster e. V. am 09.01.2011
von Icky
Das Verb sitzen war für mich bislang immer eher negativ besetzt – sitzen bleiben in der
Schule, im Gefängnis "sitzen" oder auch die Werbung für ein Abführmittel: "Wer soviel
sitzt, sitzt hier (auf dem WC) oft vergeblich." Dennoch begab ich mich Anfang Januar
freiwillig zu einer ganztägigen Veranstaltung, bei der Zen-Meditation praktiziert werden
sollte. Einen ganzen Tag (na gut: in Wahrheit nur von 10 bis 16 Uhr) lang stillsitzen,
nicht reden und sogar: nicht denken. Warum sollte ausgerechnet ich mit meinen
tausend sprühenden Gedanken pro Sekunde mich darauf einlassen?
Auslöser war eine Bahnfahrt vor zwei fast genau zwei Jahren, während der ich Katharina
Gaßmann kennen lernte. Wir fuhren beide Richtung Würzburg und kamen ins Gespräch,
erst im Abteil, dann im Zugrestaurant, schnell waren wir per Du und als ich erfuhr, dass
Katharina Zen-Lehrerin ist, kam mir sofort die Idee, dass wir mal eine gemeinsame
Aktion für den Karateverein starten sollten. Ruckzuck waren die Telefonnummern
ausgetauscht. Wir entschieden, uns nicht in unserem recht hellhörigen Dojo in Münster
zu treffen, sondern in dem auch sonst von ihr genutzten Meditationsraum im
Jugendkloster Bottrop Kirchhellen.
Und dann war es endlich so weit: Mit sage und schreibe 21 Personen reisten wir nach
Bottrop. Dort wurden wir erst einmal von Katharina und sogar auch von dem sehr
netten und recht hemdsärmeligen Pater Benedikt begrüßt.
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Katharina führte uns zunächst in einen Schulungsraum. Dort gab es eine kleine
theoretische Einführung. Ziel der Meditation ist das Erlangen innerer Gelassenheit. Man
soll lernen, (Sorgen, Bedürfnisse, Ängste, Gedanken etc.) loslassen zu können. Auf dem
Weg dorthin ist das eigene Ich, das Ego, das größte Hindernis, so Katharina. Und das
kann man vor allem durch Meditation überwinden, denn: "Das Ego stirbt auf dem
(Meditations-)Kissen."
Anschließend ging es ein Stockwerk höher in den Meditationsraum. Dieser war sehr
stimmungsvoll ausgestattet: Katharina und ihre Assistentin Agnes hatten für uns bereits
Decken und Meditationsbänkchen (statt Kissen) im Kreis ausgelegt. Zudem gab es einen
riesigen Gong und viele weitere klassische "Meditationsutensilien".
Zunächst unterwies uns Katharina in der richtigen Meditationshaltung: Wir setzten uns
hierfür auf die Bänkchen und legten die Füße unter die Bank, so dass wir knien konnten,
ohne dass unser Körpergewicht die Beine belastete. So verharrten wir eine ganze Weile
mit geschlossenen oder halb geöffneten Augen. Katharina unterstützte unsere
Kontemplation, unseren Blick nach innen, wie die Meditation auch genannt wird, durch
das Vorlesen spezieller Texte. Diese hatte sie auf meinen Wunsch hin nicht nur der
christlichen Mythologie entnommen, sondern es gab auch zahlreiche Texte aus Fernost,
die gut zu unserem Karate-Do passten.
Das lange Sitzen fiel uns wohl allen nicht leicht. Irgendwann drückte oder zwickte es
irgendwo oder es schliefen einem die Beine ein. Katharina hatte für uns Anfänger daher
im Wechsel mit den sitzenden Phasen auch Kinhin vorgesehen, eine Meditation im
Schreiten oder Gehen. Wir gingen alle im Kreis, dabei ganz bewusst die Füße
aufsetzend. Die Hände hatten wir in einer speziellen, der Yoi-Haltung aus Bassai Dai,
Jion etc. nicht unähnlichen Haltung vor dem Bauch zu führen. Plötzlich ertönte ein ganz
„gemeines“ Geräusch, verursacht durch das Gegeneinanderschlagen zweier Klanghölzer
22
durch Katharina, das uns alle aus unserer Meditation riss. Nun sollten wir uns wieder auf
unsere Plätze begeben. Beim ersten Mal drehten wir uns alle automatisch herum, um zu
unseren Bänkchen zurück zu gelangen, an denen wir grade erst vorbeigegangen waren.
Aber nein, wies uns unsere Lehrerin an, bei der Zen-Meditation geht man nicht zurück,
es geht immer nur vorwärts!
Kurz vor Mittag wurde uns dann noch eine Entspannungsübung gegönnt, bei der wir
auf dem Rücken lagen. Hier übermannte, den verdächtigen Atemgeräuschen nach zu
urteilen, den ein- oder anderen Teilnehmer doch die Müdigkeit. Einzuschlafen ist aber
natürlich nicht das Ziel der Meditation. Ziel ist vielmehr eine innere Wachsamkeit,
Aufmerksamkeit, Präsenz – wie wir es im Karate als Zanshin kennen.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause, bei der Katharina mich entsetzt ansah, als ich
einen Kaffee trinken wollte (ich bereute es später selber, weil mein Herz den Rest des
Nachmittags furchtbar gegen die Rippen klopfte), ging es noch zwei Stunden weiter.
Dass wir alle kein Satori an diesem Tag erfahren würden, war uns wohl im Vorfeld
bewusst. Für uns, als Meditationsneulinge, war es erst einmal schon gut, wenn wir es
schafften, eine zeitlang an keinem Gedanken kleben zu bleiben. Das war für mich
wirklich nicht einfach! Am Anfang zogen die Gedanken und Eindrücke durch meinen
Kopf wie D-Züge durch einen Bahnhof und stoppten auch gerne mal an meinem
„Aufmerksamkeits-Bahnsteig“! Kurz vor dem Mittagessen hatte ich dann eine Phase, in
der ich tatsächlich mit heiterer Gelassenheit "loslassen" konnte oder, wenn mir das nicht
gelang, ich deshalb zumindest nicht mehr so ärgerlich auf mich war. Als würde
Katharina spüren, wann uns die Konzentration verließ, stellte sie zwischendurch immer
23
wieder die Frage in den Raum: "Seid ihr noch wachsam?" Und sie ermunterte uns immer
wieder: "Ihr sollt denken: Wenn die Aufmerksamkeit nachlässt, setze ich immer wieder
neu an." Hilfestellung war z. B., die Atemzüge zu zählen, immer bis 10, dann wieder von
vorne beginnen.
Nach dem Mittag gab es eine Meditationsphase, in der Katharina uns buddhistische
Mönchsgesänge vorspielte. Spontan hätte ich gedacht, dass ich mich hierbei besser
konZEN-trieren könnte, als in der absoluten Stille und ich war dann recht überrascht,
dass dies nicht der Fall war. Insgesamt war für mich nachmittags auch irgendwie die
Luft raus, was ja auch sehr passend ist, da die Atmung ja ein ganz elementarer
Bestandteil der Meditation ist. Vormittags konnte ich mich auch in Phasen der
Ablenkung durch das Konzentrieren auf meine Atmung meist wieder sammeln. Aber am
Nachmittag spürte ich richtig, wie "Engelchen und Teufelchen" auf meinen Schultern
diskutierten, ob es jetzt nicht genug des Stillsitzens gewesen sei! Offenbar erging es
aber nicht nur mir so. Viel öfter als am Vormittag hörte man jetzt ein durch Bewegung
verursachtes Rascheln der Kleidung, ein Kratzen, ein Schaben. Stillsitzen mochten wir
wohl alle nicht mehr wirklich. Katharina hatte aber auch für so unruhige Geister wie uns
jetzt noch ein Ass im Ärmel: Neben dem meditativen Schreiten, dem Kinhin, gab es vor
der allerletzten Phase des Sitzens noch einige vitalisierende Yogaübungen für uns.
Am Ende trafen wir uns noch einmal alle in dem Raum, in dem wir auch begrüßt
worden waren und tauschten die Eindrücke des Tages aus. Katharina war sehr stolz auf
unser Durchhaltevermögen. Es sei sicher schwierig für uns gewesen, uns so lange auf die
Meditation einzulassen (eine Phase des Stillsitzens hatte heute je 20 bis 25 Minuten
gedauert, Anfänger beginnen meist eher mit 10 Minuten). Es wäre dennoch schön,
wenn wir vielleicht erfahren hätten, was es bedeute, einmal kurz loszulassen und
innerlich leer zu werden. Und einen Rat gab sie uns noch mit: In Zeiten der Trauer, des
Ärgers, der Verzweifelung würde es helfen, nicht im Gestern oder im Morgen zu leben,
sondern kontrolliert zu atmen und sich nur auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.
Katharina, ich werde es ausprobieren - und Dir dann bei unserem nächsten
Meditationstreffen im September berichten!
Zen
24
Aktionen im Verein – Rückblick
Bonsaitrainerausbildung
mit Heero Miketta und Patrick Ehrmann
Am 05.02.2011 veranstalteten wir in unserem Dojo eine ganz spezielle Fortbildung für
unsere Karatetrainer: einen Bonsaitrainerlehrgang. Mit „Bonsai“ werden im Regelfall die
Karatekinder bezeichnet – der Kurs bot aber Ideen und Anregungen, die auch ganz
hervorragend im Training mit Erwachsenen genutzt werden können.
Insgesamt 24 Karateka aus unserem Dojo, aus Billerbeck, Wesel, Dortmund, Krefeld,
Niederkrüchten und Kürten ließen sich von Heero Miketta und Patrick Ehrmann tolle
Tipps (nicht nur) für das Katatetraining mit Kindern geben. Didaktik und Methodik
standen ebenso auf dem Programm wie zahlreiche Spieletipps und ein Theorieteil zum
Thema Gewalt und deren Prävention.
Vertrauensspiele wie „Blinde Kuh“, bei dem ein Partner die Augen verbunden hat und
sich von dem anderen führen lässt oder Spiele mit Konfliktpotenzial wie „Die Halle
brennt“ hielten uns den ganzen Tag lang auf Trab. Bei zuletzt genannten Spiel
überraschte vor allem Ruth Schimmanek, die mit den Worten „Sonst macht das ja gar
keinen Spaß, hier!“, die grade vereinbarten Friedenspakte wieder brach und den
„Kampf“ von neuem beginnen ließ ☺.
25
Es gab auch zahlreiche Bewegungs- und Koordinationsspiele, wie das Laufen über die
Gürtelbahn mit unterschiedlichen Aufgaben. Dieses Spiel und viele andere aus dem
Lehrgang habe ich bereits in meiner Kindergruppe ausprobiert – mit viel Spaß und
überraschenden Ergebnissen!
Insgesamt ließen wir uns rund acht Stunden lang von Heero und Patrick informieren,
instruieren und inspirieren. Die Teilnehmer erhielten neben einer Urkunde, die sie fortan
als Bonsaitrainer ausweist, noch das Buch der beiden Trainer Bonsai Kampfkunst. Zum
Abschluss des anstrengenden Tages begab sich ein Teil der Gruppe noch zum
gemütlichen Pizzaessen, bei dem bereits die ersten Fotos angesehen werden konnten.
26
Aktionen im Verein – Rückblick
Bunkailehrgang
Heero Miketta und Patrick Ehrmann ließen es sich nicht nehmen, am Tag nach dem
Bonsaitrainerlehrgang noch einen Kata-Bunkailehrgang bei uns im Dojo zu geben.
Wir befassten uns mit den Katas Heian I bis IV und der Kurs richtete sich an alle Karateka
ab 9. Kyu.
Für viele von uns ungewohnt: Die üblichen Bunkaiübungen wurden variiert und durch
die von Heero so geliebten „Drills“ (Techniken für die absolute Nahdistanz) ergänzt. Mit
wachsender Intensität, Konsequenz, Härte und Begeisterung führten wir die
vorgeschlagenen Techniken und Kombinationen aus. Manchmal hatte man einen
leichten Knoten in den Armen und ich brachte meinen Trainingspartner einmal dazu, in
schallendes Gelächter auszubrechen, als ich versuchte, meinen eigenen Griff um sein
Handgelenk mit dem anderen Arm zu lösen.
27
Wie man sieht, hatten auch die erfahrenen Karateka kniffelige Bunkai-Aufgaben zu lösen!
28
Ganz offensichtlich hatten alle Teilnehmer trotz recht hämatomlastiger Bunkaiübungen
sehr viel Spaß – auch wenn (oder grade weil) es manchmal im Training einfach drunter
und drüber ging!
29
Aktionen im Verein – Rückblick
SVSV-Workshop im Dojo
Am 12. und 13.02.2011 war es wieder einmal Zeit für einen Selbstverteidigungskurs bei
uns im Dojo. Thorsten Rabeneck und ich waren diesmal vor eine besondere
Herausforderung gestellt, richtete sich der Kurs doch gleichermaßen an Anfänger und
Karateka, Männer und Frauen, Jugendliche und Erwachsene.
Insgesamt fanden sich knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Dojo ein – ein
Großteil davon aus unserem aktuellen Karate-Anfängerkurs. Von der Mischung
Anfänger-Fortgeschrittene profitierten am Ende aber wohl alle und vor allem blieb auch
der Spaß nicht auf der Strecke!
Vermittelt wurden effektive Schlag- und Tritt-Techniken, die an den Schlagkissen auf ihre
Wirksamkeit geprüft wurden. Im zweiten Trainingsteil ging es um die Befreiung aus
verschiedenen Situationen – von dem Lösen des Armes bis hin zum Entkommen aus der
kritischen Bodenlage. Thorsten Rabeneck erläuterte schließlich noch einige rechtliche
Komponenten. Auch die Vermeidung von kritischen Situationen, die Deeskalation und
schließlich auch das selbstsichere Auftreten standen auf dem Programm.
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Aua, aua – oft genug musste ich als Selbstverteidigungs-Opfer herhalten!
Selbstverteidigung gegen Messerangriffe ist nur was für Profis! Dennoch zeigte Thorsten einen kleinen Einblick.
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Aktionen im Verein – Rückblick
Kangeiko 23. – 26.02.2011 - morgens
morgens im ShotokanShotokan-KarateKarate-Dojo Münster
Bericht von Tias Kopp
Diese elegante Kombination der Schriftzeichen kan(kalt) und keiko (Übungsstunde)
ergibt den Begriff kangeiko. (wörtlich: Üben im Kalten). Dieses Trainingslager in der
kältesten Jahrszeit, meist im Februar, ist in Deutschland noch nicht sehr verbreitet,
aber ein unerlässlicher Bestandteil des Universitätstrainings in Japan. Es besteht in
der Regel aus Laufeinheiten in der winterlichen Morgenluft mit anschließendem
Karatetraining. Bei Wortkombinationen wird das harte K von keiko zu einem
weicheren G in geiko.
Quelle: Enzyklopädie des Shotokan-Karate von Schlatt
Ereignisse kehren regelmäßig wieder, keins davon ist wiederholbar. Jörgl und Volker
laden einmal im Jahr zum Kangeiko ein, drei Trainings morgens um 6 Uhr, ein letztes
um 10 Uhr, abschließend Frühschoppen im Calor, heuer zum achten Mal.
Vier Morgenstunden, in diesem Jahr viermal „Heian Yondan“, Kihon, Ablauf, Details,
Bunkai. Viermal aufwärmen, das hinlänglich bekannte Verfahren, mit unterschiedlich
trägen „Knochen“. Vier Morgende, einer kalt, einer mit Schnee, einer mit Wahnsinns
Morgenrot, einer mit Frühstück. Das Foto im Schnee ist eine Konstante, aber in diesem
Jahr sah ich zum ersten Mal einen Dan-Träger in Badelatschen mit der Bemerkung
„Manchmal ist körperliche Abwesenheit besser als geistige Anwesenheit“.
Wer zehn Jahre lang in einem Beruf gearbeitet hat, der kann als Experte gelten. Kann.
Muss aber nicht. Entscheidend ist, ob Erfahrungen gesammelt wurden, ob man aus
Fehlern gelernt hat. Wer zehn Jahre lang dieselben Fehler macht, der darf beharrlich
genannt werden, aber nicht erfahren. Eine Voraussetzung für das Lernen ist, wach zu
sein, „geistig anwesend“.
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Mir scheint, dass es im Karate auch so ist. Im Morgentraining mehr als körperlich
anwesend zu sein, ist wahrscheinlich für niemanden einfach, auch für den Sensei nicht.
Und schon aus Dankbarkeit für die Möglichkeit des Trainings versuche ich, aufmerksam
zu sein. Interessanter Effekt: Am Freitag während der Arbeit kam ich mir irgendwie
„leichter“ und „klarer“ vor als sonst. Vielleicht war das dem Bruch des alltäglichen
Rhythmus' zu verdanken.
Unsere Senseis schneiden gelegentlich das Thema „Symmetrie“ an. Hart und weich,
schnell und langsam, Anspannung und Entspannung, der Wechsel von Gegensätzen,
das Zusammenspiel von Unterschieden. Oft ist die Forderung nach Symmetrie nicht
leicht zu verwirklichen, beispielsweise erst eine knallharte Technik hinzulegen und
danach sofort zu entspannen. Oder in einer aufregenden Situation ein gelassenes
Gemüt zu bewahren. Oder in der ruhigen Stimmung des Morgentrainings einen wachen
Geist zu haben. Vielleicht gehört auch das Paar „erschöpfter Körper“ und „erfrischter
Geist“ dazu, denn so macht es für mich Sinn, was Volker Sensei beim Feudeltraining
sinngemäß erklärte: „Die Kendoka sagen, dass der Gi zum Reinkotzen da ist. Erst kotzen,
dann weiter trainieren.“
Feudeltraining bedient sich eines einfachen Mittels: dem Putzlappen. Übung 1 ist wie
Liegestütze, die Arme kopfbreit auseinander, der Lappen unter den aufgestützten
Händen. Nun den Lappen nach vorne rutschen, Spannung halten, zurückrutschen.
Übung 2 im Stand mit dem Feudel unter dem Fußballen, Hacken und Mittelfuß stehen
fest auf dem Boden.
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Nun den Lappen mit den Zehen unter das Fußgewölbe ziehen. Variante: Bis zum
Fußballen auf dem Feudel stehen. Nun kralle die Zehen auf den Boden und versuche,
nach vorne zu rutschen.
Bei Übung 3 hält ein Partner den gerollten Lappen als Ziel für Techniken, waagerecht
oder senkrecht, an beiden Ende gehalten oder nur an einem. So viel Spaß für kleines
Geld. Man braucht nur ein bisschen Fantasie.
(nicht nur) für die tapferen Kangeikokas: das Essen im Calor am letzten Trainingstag
Die Anzahl der Teilnehmer variierte auch in diesem Jahr wie gewohnt: 20 am ersten
Morgen, 12 am Freitag, und zum Frühschoppen waren dann fast 30 Karateka
anwesend. Ein Lob an die Unterstufe für die rege Teilnahme und das Durchhalten.
In geselliger Runde fand das Training seinen Ausklang im Calor. Ein herzliches
Dankeschön an Familie Greve für den ernorm schmackhaften Obazda! Und ein großes
Dankeschön an Jörgl und Volker für ihre Mühen.
Wenn Du wissen willst, wie es beim Kangeiko ist, dann musst Du das nächste Mal
mitmachen. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Tag zu vertrödeln, aber es gibt keine,
einen Tag zurückzuholen.
tias
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Aktionen
Aktionen im Verein – Rückblick
SVSV-Workshop mit Schülern der Stufe sieben des
SchlaunSchlaun-Gymnasiums am 12.03.2011 im Dojo
Selbstverteidigung, die Zweite – schließlich sind wir ein Karateverein und beschäftigen
uns nicht hauptsächlich mit dem Briefmarkensammeln!
Erstmals hatten wir Schüler einer Gymnasialstufe 7 zu Gast im Dojo. Dieser Workshop
kam auf Anregung von Andrea Termath zustande, die Lehrerin am Schlaun-Gymnasium
in Münster ist.
Insgesamt fanden sich 14 Schülerinnen und Schüler aus zwei Parallelklassen bei uns im
Trainingszentrum ein, um sich von Torsten Uhlemann (2. Dan) und mir in die
Grundlagen der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung einweisen zu lassen. Die Kids
verfügten zum Teil schon über Kampfsporterfahrung aus den Bereichen Judo,
Taekwondo oder auch Karate. Die anfangs geübten Schlag- und Tritt-Techniken fielen
daher keineswegs zaghaft aus – Torsten und ich mussten die Schlagkissen schon
ordentlich festhalten, um den Kids Paroli bieten zu können!
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Neben den Hiza-Geris „am Mann“ und
auch den Faustschlägen auf die Handpratzen gab es natürlich auch wieder
viele Hinweise zur Gewaltprävention
und Gefahrenvermeidung.
Schlichte Tipps wie: „Fahrt im Dunkeln
möglichst nicht alleine und nehmt
lieber den beleuchteten Umweg, als
die dunkle Abkürzung.“ Oder: „Lasst
den mp3-Player aus den Ohren – sonst
sind Eure Sinne nicht wach für die
Umgebung.“ waren uns genauso
wichtig wie möglichst simple Befreiungs- und Verteidigungstechniken.
Der „Brüller“ war wie so oft das
Befreien aus dem Schwitzkasten
durch profanes Kneifen in die Innenseite des „gegnerischen“ Oberschenkels. So muss SV
für Kinder sein – schnörkellos und leicht zu merken!
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Lehrgang in Münster
„Das ist doch nur Kata, kein richtiges Karate!“
Karate-Lehrgang in Münster bei Sensei Julian Chees in der Oberstufe
Bericht von Torsten Uhlemann / Fotos: Bushido Münster
Seit Monaten klingelt mir dieser Spruch unserer Vorsitzenden hinsichtlich meiner KataLeidenschaft in den Ohren! Der gestrige Lehrgang bei Sensei Julian Chees scheint nun,
nach monatelanger harter Überzeugungsarbeit in sonntäglichen Kata-Workshops, auch
bei „Kumite-Icky“ Wirkung gezeigt zu haben! In zwei über zweistündigen Einheiten
„genossen“ die Lehrgangsteilnehmer Kata-Training vom Feinsten!
In der ersten Einheit lag der Schwerpunkt auf den Sentai-Katas. Schon der Beginn der
Einheit forderte uns bis aufs Äußerste: „Yoi! Bassai Dai!“ kam es vom Sensei und dann
ließ er uns die Kata vier-fünfmal ohne Pause laufen. Erst danach kamen die ersten
Erläuterungen zur Eingangstechnik. Von vielen immer wieder falsch gemacht, erklärte
uns der Sensei, dass das Hochreißen des Knies und die gleichzeitige Ausholbewegung
keine separate Technik seien. Er demonstrierte dann eindrucksvoll, wie man sich nach
vorne fallen lassen und sich durch das Hochreißen des Knies abfangen sollte. Das macht
die Technik und den Auftakt der Kata bedeutend dynamischer und kraftvoller: „Die
Festung stürmen“, die Übersetzung von Bassai, erhält ihre wahre Bedeutung!
Anschließend übten wir dies ausführlich. Auch das Überdrehen der Hüfte in GyakuHamni für die Gyaku-Uchi-Uke und Gyaku-Soto-Uke wurden noch einmal besonders
betont. „Extra!“ beschrieb der Sensei immer wieder die Details, die er besonders betont
haben wollte. „Extra“ waren in diesem Fall die Arbeit der Hüfte.
Abwechslung brachte dann eine Bunkai-Übung, wobei wir einen Mae-Geri mit Uchi-Uke
fangen sollten und uns dann in einer eleganten Drehbewegung unter(!) dem Bein des
Gegners hindurchdrehen sollten, um dann mit Chudan-Tsukis zu kontern. Sensei Chees
demonstrierte sehr eindrucksvoll, dass diese Technik auch bei einem deutlich kleineren
Gegner funktionieren kann. Wir mühten uns redlich und auch wenn unsere
Trainingspartner freundlicherweise ihr Bein extrem hoch hielten, war bei den meisten
von uns von Eleganz nicht mehr viel zu erkennen, wenn es denn überhaupt auch nur
ansatzweise gelang! Danach gab es wieder die Kata. Besonderes Gewicht legte Julian
dann auf die letzten beiden Bewegungen. Er wollte die abgedrehte Shuto-Uke-Haltung
vor dem Kiai als „verstecktes Kamae“ interpretiert sehen und deshalb sollten wir die
Ausholbewegung für den abschließenden Shuto-Uke erst im letzten Augenblick machen
und nicht schon vor oder beim Suri-Ashi. Dieses späte Ausholen und die daraus
resultierende Dynamik war wieder ein „Extra“.
Ohne Pause ging es dann weiter mit der Kata Enpi. Auch hier liefen wir die Kata
zunächst zwei-dreimal, bevor einige Aspekte herausgegriffen wurden. Als
außerordentlich gefährlich erwies es sich hier, hinter Icky zu stehen: Voll Übereifer
(gepackt vom Kata-Fieber?) wartete sie das Kommando für den Sprung nicht ab,
sondern sprang – und landete beinahe auf mir! Zum Glück konnte ich gerade noch
ausweichen, ansonsten wär’s wohl ein Ippon geworden!
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Bei der Detailarbeit stand die Startbewegung im Fokus. Das Wegsetzen des linken Beines
aus der Anfangshaltung sollte nur schulterbreit erfolgen. Beim „Abknien“ darf das Knie
nur ca. eine faustbreit von der Ferse des vorderen Beines entfernt sein. Und das Knie darf
nicht aufgesetzt werden, sondern muss knapp über dem Boden „schweben“.
Als nächstes kam das erste „Extra“ der Enpi dran: Hüfteinsatz beim Umsetzen von
Zenkutsu-Dachi in Kiba-Dachi, Hüfteinsatz beim Age-Tsuki. Zur Vertiefung gab es Bunkai
zur typischsten Technik-Kombination der Enpi: Gedan-Barai gegen Mae-Geri, Age-Tsuki
als Block gegen den folgenden Gyaku-Tsuki, dann Soto-Uke gegen einen weiteren Tsuki
mit Eintauchen und Gedan-Tsuki. Interessant war dann, dass wir das Zurückschnellen
mit dem Gedan-Barai nach hinten quasi als Ashi-Barai ausführten, um unseren Partner
zu Fall zu bringen. Der Gedan-Barai diente als Tetsui oberhalb des Knies dazu, den AshiBarai zu unterstützen. Auch diese Übung gestaltete sich in der Umsetzung als deutlich
schwerer, als sie bei der Demonstration durch Sensei Julian ausgesehen hatte.
Zum Abschluss gab es noch ein paarmal die Kata. Während der Ausführungen wurde
uns ein weiteres „Extra“ nahe gebracht: Das kontrollierte Absetzen nach dem ersten Kiai.
Wir sollten die Balance halten und den Fuß sanft und kontrolliert, ohne Geräusch
aufsetzen. Beeindruckt hat uns der Sensei noch mit Demonstration, wie die Techniken
Kokutsu-Dachi/Gedan-Barai und Kiba-Dachi/Bo-Uke aussehen können.
Nach der Enpi stand Kanku Dai auf der Tagesordnung. Diese Kata liefen wir ebenfalls
mehrmals, bevor es in die Detailarbeit ging. Als „Extra“ wurde wiederum besonderer
Wert auf den Hüfteinsatz gelegt. Als zweites „Extra“ sollten wir den Kokutsu-Dachi mit
Gedan-Shuto-Uke nach dem Abtauchen extrem tief und lang machen. Natürlich gab es
auch wieder eine Bunkai-Übung zur Kanku Dai: Block eines Mae-Geris mit Nagashi-Uke
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und Tsuki aufs Knie, dann Jodan-Juji-Uke gegen Tsuki. Den Arm des Gegners fassen,
darunterher drehen und ihn über den blockierten Ellenbogen zu Boden bringen.
Abschließend liefen wir die Kata dann noch einige Male. Zum Doppeltritt am Ende gab
uns Julian zwei Möglichkeiten: Als Nidan-Geri, also ohne Sprung (für diejenigen unter
uns mit Knieproblemen) oder als Mae-Tobi-Geri.
Der ein oder andere unauffällige Blick zur Uhr zeigte: Nur noch wenige Minuten! Und
eigentlich waren die Meisten von uns schon auf Yame und Abgrüßen eingstellt, als
Julian die Jion ansagte. Wie gehabt liefen die Kata zweimal. Als letztes „Extra“ dieser
Einheit wurde uns die Armhaltung bei der „Bogenschuss-Haltung“ am Ende der Kata ans
Herz gelegt. Der zurückziehende Arm sollte mit der Faust an der Brust anliegen.
Zusätzlich sollte der Daumenknöchel heraus gedrückt werden wie in der Hangetsu.
Bunkai machten wir zu dieser Kata keine.
Wer nun dachte, nach der Jion sei die Einheit beendet, hatte sich geschnitten. Als
Abschluss ließ uns der Sensei noch seine spezielle Übung zum Trainingsende
absolvieren: Suri-Ashi vorsteppen mit Kizami-Tsuki. Einmal, zweimal, dreimal, dann
Mawate und zurück. Die letzten zwei Bahnen mit Kiai bei jeder Technik. Dann endlich
Yame!
Erschöpft ging es zum Duschen, die leider kein warmes Wasser mehr versprühten. Die
viel zu lange Pause (3 Stunden) zwischen den Einheiten nutzten Connie, Icky, Holger,
Andy und ich, um uns im Café Pablo ein wenig zu stärken und aufzuwärmen.
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Vor der zweiten Einheit machte ein Gerücht die Runde: Die Oberstufe würde die Kata
Unsu machen! Eine meiner Lieblingskatas und eine große Herausforderung. Ich hatte
bereits das Vergnügen, diese Kata auf zwei Lehrgängen im letzten Herbst ausführlicher
zu trainieren. Doch es fehlten immer noch ein paar „Kleinigkeiten“ und von einem UnsuTraining bei Sensei Julian Chees „träume“ ich seit Jahren!
Nun, in der Trainingseinheit verschwendeten wir keine Zeit mit einem
Aufwärmprogramm. Es ging sofort mit den „ersten“ Techniken der Kata los. Das waren
jedoch keine Ippon-Nukite in Neko-Ashi-Dachi, wie viele bei der Unsu erwartet hätten.
Also doch nicht die Unsu? Tja, wer Lehrgänge bei Julian kennt, weiß, dass er gerne mit
dem Ende der Kata beginnt und später wieder darauf zurückkommt. Wir begannen also
mit Mawashi-Ukes, Age-Uke und Gyaku-Tsuki den vier letzten Techniken der Unsu! Die
Mawashi-Ukes übten wir dann zu dritt partnerweise: blocken, übernehmen,
weiterführen und dann mit Teisho kontern.
Danach ging es Schritt für Schritt oder vielmehr Technik für Technik mit der Kata weiter.
Die ersten „Extras“ waren die Ausführung des Ippon-Nukite senkrecht nach unten und
die Fuß- und Hüftbewegung beim Vorgehen im Neko-Ashi-Dachi. Es folgten weitere,
wie eine spezielle Fußhaltung des am Boden „liegenden Fußes“ bei den Mawashi-Geris
oder auch wiederum die Idee des „versteckten Kamae“ bei den Keito-Uke/Teisho-Uke mit
Wechselschritt. Durch die zahlreichen „Extras“ und seine grandiosen Demonstrationen,
vermittelte uns Sensei Julian die Komplexität dieser außergewöhnlichen Kata. Als wir
schließlich zum Höhepunkt der Kata kamen, dem Sprung, hatten wir schon viel Material
zum Nachdenken und Üben aus dem Training mitgenommen. Zunächst ließ uns Julian
den Mikazuki-Geri in zwei Möglichkeiten trainieren. Als erstes sollten wir den MikazukiGeri treten und uns dann um 360 Grad drehen, um dann abzutauchen und tief
abzusetzen. Die zweite Variante sah vor, zunächst um 180 Grad zu drehen, dann den
Mikazuki-Geri zu treten und weiterzudrehen. Für den Sprung an sich gab der Sensei
dann aber nur den knappen Hinweis, dass man das rechte Bein, also das Schwungbein
hochreißen solle und dann im Sprung das andere Bein ebenfalls hochschlagen solle. Er
machte es vor und es sah mal wieder spielerisch einfach aus und gelang ihm auch mit
tramwandlerischer Sicherheit. Über die meisten unserer Versuche, decken wir lieber den
Mantel des Schweigens. Es wartet noch viel Arbeit auf uns!
Belebt und angereichert wurde das Training durch mehrere Bunkai-Einlagen. Zunächst
nahmen wir die Neko-Ashi-Dachi/Ippon-Nukite Sequenz vom Anfang der Kata vor. Julian
verlangte hier von uns, nach dem Keito-Uke den geblockten Arm des Gegners, ähnlich
wie bei den Mawashi-Ukes, mit den anderen Arm herunterzuführen, um dann den Weg
frei zu haben für den Konter mit Ippon-Nukite zum Kehlkopf. Mit Icky habe ich dann
noch den Ashi-Barai versucht, um den Partner aus dem Gleichgewicht zu bringen, den
Konter noch effektiver zu machen und noch näher an der Kata zu bleiben.
Eigentlich sollte es das dann schon gewesen sein, so dachte zumindest der Sensei
kurzfristig, bis er auf die Uhr gesehen hatte und feststellte, dass er noch gut eine halbe
Stunde Trainingszeit zu füllen hatte. Also ging es flugs an die nächste BunkaiKombination. Diesmal sollten wir die Sequenz unmittelbar vor dem ersten Kiai mit
Partner trainieren. Ein Tsuki-Angriff wurde aus der Wendung mit Tate-Shuto-Uke
geblockt. Dann folgte der Mae-Geri-Kekomi, Gyaku-Tsuki und im Ansetzen Oi-Tsuki. Für
das Absetzen hatte sich Julian aber noch etwas ganz besonders perfides ausgedacht:
Wir sollten unseren rechten Fuß unmittelbar hinter der Ferse des vorderen Beins des
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Partners absetzen und ihn durch das Vorschieben des Knies und Unterschenkel zu Fall
bringen. Der seitliche Druck auf den Unterschenkel des Partners hebelte ihn dann aus.
Als durchaus schwierig gestaltete sich die Fixierung und der korrekte Ansatz für den
Hebel. Aber an sich, erwies sich diese kleine, unscheinbare Bewegung als äußerst
effektive Technik.
Um ein Gefühl für die Techniken zu bekommen, ließ uns Julian als Nächstes den Sprung
am Partner trainieren. Mikazuki-Geri und anschließend Ushiro-Geri mit ständigem
Bodenkontakt erwiesen sich als durchaus machbar. Eingesprungen sah es da schon ganz
anders, obwohl wir im Prinzip nur die Hälfte der Rotation aus der Kata absolvieren
mussten. Nach einigen zaghaften Versuchen gelang dann doch der ein oder andere
eingesprungene Geri ganz passabel. Kontrolle, Zielgenauigkeit und technisch korrekte
Ausführung bieten jedoch jedes für sich noch ein weites Feld für Verbesserungen!
Als letzte Bunkai-Übung beschäftigten wir uns wieder mit den Mawashi-Ukes und dem
Ende der Kata. Der Verteidiger sollte mit Mawashi-Uke blocken, Teisho kontern, dann
einen weiteren Angriff mit Age-Uke blocken und Gyaku-Tsuki kontern, bevor ein
abschließender Mae-Geri mit Ryu-Yoko-Gedan-Barai beim Zurückgehen in die YamePosition abgewehrt werden sollte. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten gelang
uns auch diese Anwendung durch eine kleine Variation nahezu perfekt.
Abschließend liefen noch zweimal die Kata. Beim zweiten Mal ohne Kommando,
getrennt nach Schwarzgurten und Farbgurten.
Wie zuvor in der ersten Einheit hatte Sensei Julian aber noch ein „Schmankerl“ zum
Schluss: Aus einem hohen Kiba-Dachi sollten wir zunächst einmal einen Sprung
rechtsherum um 90 Grad absolvieren, dann linksherum. Anschließend das Ganze jeweils
um 180 Grad. Vermeintlicher Höhepunkt war dann der Sprung um 360 Grad je einmal
links- und rechtsherum. Doch die Krone setzte dem Ganzen erst die letzte Forderung
unseres Senseis auf: Im Sprung eine Drehung um 360 Grad und vor dem Aufsetzen auf
dem Boden einen Rentsuki ausführen! Eigentlich ganz einfach, wenn man vom
Springen, Drehen und Schlagen einmal absieht!
Diese „nette“ Übung setzte den Schlusspunkt unter einen denkwürdigen Lehrgang.
Vielen Dank an Sensei Julian Chees, der uns durch seine freundliche und charismatische
Art die Welt der Kata näher gebracht hat. Für die einen gab es viel Neues zu lernen und
zu erfahren, für andere zahlreiche Details, mal größere, mal kleinere, an denen noch zu
arbeiten ist. Auch unsere „Kumite-Icky“ ließ sich während des Lehrgangs dazu hinreißen,
ihre Faszination für die Demonstrationen des Senseis zum Ausdruck zu bringen. Sie war
von der Eleganz und Ästethik schier hin und weg! Und dass, wo sie mir doch immer
wieder vorhält, dass Karate nur effektiv sein müsse und nicht gut aussehen! Aber
effektiv war der Lehrgang ja auch: Er erwies sich als besonders nachhaltig. Zweimal zwei
Stunden intensives Training zeigten ihre Wirkung. Abends auf dem Sofa war ich kaum
noch in der Lage, auch nur einen Finger zu rühren. Und ich weiß, dass es nicht nur mir
so ging!
Aber, es war ja „nur Kata, kein richtiges
richtiges Karate“!
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Karate unterwegs
Nix für Faule: RistoRisto-Intensivwoche im Januar 2011
Bericht von Icky / Fotos Alexander Eisfeld
Etwa alle zwei Jahre erlaubt es mir meine Familie, dass ich im Januar an einer Woche
Karatefortbildung bei Risto Kiiskilä in Frankfurt teilnehmen darf. Für 2011 hatte ich die
Woche eigentlich abgehakt, da ich um Weihnachten und Neujahr herum nur ein paar
Tage Urlaub bekommen sollte – und der war für den Familienskiurlaub verplant. Umso
größer war die Überraschung, als mir noch eine Woche zusätzlich zugesprochen wurde
– so war doch noch das Training bei Risto möglich!
Nach einer staureichen Rückfahrt aus dem Skiurlaub und nur wenigen Stunden Schlaf
machte ich mich also am Montagmorgen auf den Weg in den Frankfurter Ortsteil
Sossenheim, in dem sich seit zwei Jahren Ristos neues Dojo befindet. Als ich mich – fast
am Dojo angelangt - mit meiner schweren Tasche aus der Straßenbahn quälte, fiel mein
Blick auf ein Hinweisschild „Zum Faulbrunnen“. Was für eine merkwürdige Bezeichnung
für einen Brunnen….ich beschloss sogleich, im Laufe der Woche dem Geheimnis um den
Namen auf den Grund zu gehen.
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Meine Recherchen musste ich aber zunächst auf später verschieben, denn es stand ja
zunächst die erste Trainingseinheit auf dem Programm. Herzlich begrüßte ich zunächst
die Freunde aus ganz Deutschland. Aus Finnland war in dieser Woche Natalia dabei, die
erst am Dienstag aus Rovaniemi einfliegen sollte.
In der ersten Trainingseinheit gab es Risto-Basics rund um den Gyaku-Tsuki. Wir übten
ihn einzeln, mit Partner und zu dritt, wobei der Dritte im Bunde sein Auge schulen und
den anderen beiden Korrekturvorschläge unterbreiten sollte. Am Ende der Einheit sollten
wir wie üblich versuchen, das Gelernte im Randori anzuwenden.
In der zweiten Einheit lag der Fokus zunächst auf dem Jiju-Ippon-Kumite. Zunächst
übten wir die Techniken in zwei mal zwei Reihen. Um beim abwechselnden Rechts- und
Linksvorgehen nicht durcheinander zu kommen und uns gegenseitig anzurempeln,
flüsterten sich die Karatekas in meiner Ecke gegenseitig die entsprechende Seite
augenzwinkernd zu. Schließlich gab es in dieser Einheit noch ganz viel Partnertraining,
bei dem ich zusammen mit meinem Trainingspartner Sven die Grenzen meiner Geberund Nehmerqualitäten testen konnte. Ehrlich gesagt wären die vielen Liegestütze am
Ende der Einheit aber nicht mehr nötig gewesen! Risto kritisierte auch in dieser Einheit
viel und gerne – aber er zog wie immer auch unmittelbar eine passende Übung aus dem
Hut – pardon: aus dem Gi -, die stets ein schnelles Ausmerzen unserer Fehler bewirkte.
Am Dienstagmorgen fiel die erste Trainingsteilnehmerin aus. Wir erfuhren, dass sie sich
mit Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung im Krankenhaus befand. Das war uns
allen wohl eine Mahnung, den grippalen Infekt, der grade grassierte, nicht auf die
leichte Schulter zu nehmen. So setzten im Laufe der Woche immer mehr Karateka aus,
die unter Fieber und Husten litten. Danke dafür, denn die Viren werden ja beim
gemeinsamen Training auch schön weitergereicht. Zudem ist ein falscher Ehrgeiz, wie
man gesehen hatte, fehl am Platz. Insgesamt schrumpfte die Trainingsgemeinschaft
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krankheits- und nicht verletzungsbedingt von anfangs 40 auf am Ende noch gut 20
Teilnehmer.
Dienstag trainierten wir morgens in zwei Gruppen: Die Braungurte hatten zunächst eine
Dan-Vorbereitung. Sie mussten dafür schon um 10 Uhr antreten. Wir Schwarzgurte
durften zwar ausschlafen, mit dem Ausruhen war es dann aber auch sofort vorbei:
Unsere kalten Füße wurden ruckzuck durch Ashi-Barai-Übungen aufgewärmt. Bei den
nachfolgenden Kihon-Übungen wies uns Risto eindringlich darauf hin, worauf es
ankommt: Auf Kleinigkeiten! So hörten die meisten von uns nicht zum ersten Mal, dass
man den Tsuki nicht mit der Faust, sondern mit dem Ellenbogen schlägt, dass die
Schultern unten bleiben sollen, dass man den Gedan Barai nach vorne schlägt, nicht
nach unten. Und auf die Frage, warum beim Mae-Geri nach dem Tritt das Knie oben
bleibt, antworteten wir schon alle im Chor: “Weil wir Shotokan-Karate machen!“ Die
Theorie „sitzt“ offenbar weitgehend, feilen wir also an der Praxis.
Risto ist bekannt für effektives Kumite. Einer seiner Leitsätze lautet: „Man muss
trainieren, worauf es ankommt.“ Und das zeigt sich wohl tatsächlich nirgends besser, als
im „Ernstfall“, im Kumite. Dennoch hat Risto auch für das Kihon-Training eine ganze
Palette an Tipps und Anregungen parat und für mich derzeit besonders wertvoll sind
seine Anmerkungen und Umsetzungen im Bereich Kata. In dieser Intensivwoche übten
wir unter anderem Heian Godan, Bassai Dai, BassaiSho, Kanku Dai und -Sho, Jitte, Jion,
Enpi, Hangetsu und natürlich Ristos Halbfreikampfkata Hokkyokuko. Als ich im ersten
Training daheim versuchte, bei der Bassai Dai Ristos Ratschläge umzusetzen, gabs direkt
ein dickes Lob vom Trainer! Und die Übungshinweise zu den Sprüngen in Kanku Sho
und Heian Godan werden hoffentlich in der nächsten Zeit dafür sorgen, dass ich endlich
etwas höher springen kann.
An den weiteren Tagen quälten wir uns in zwei- bis dreistündigen Trainingseinheiten mit
weiteren zahlreichen Kihon- und Kumiteübungen und vielen Katas. Den
Motivationstiefpunkt hatten wir wohl alle am Mittwochmorgen, als uns mit viel
Muskelkater eine dreistündige Einheit bevorstand. Da war es schon schön, dass uns
anschließend die Sauna der Rhein-Main-Therme lockte. Der erschöpfte Körper konnte
sich erholen und wir stärkten uns abends noch beim gemeinsamen Essen. Donnerstag
konnten wir dann wieder Vollgas geben bei einem detailverliebten Jitte-Training mit
abschließendem Randori und nachmittags mit Kanku Dai, Jitte und Hokkyokuko. Am
letzten Trainingstag wurde unser Durchhaltevermögen noch einmal besonders auf die
Probe gestellt: Bereits um 09.30 Uhr ging es am Freitag los mit der letzten – wieder
dreistündigen – Trainingseinheit. Mäusefüßchen, Schubkarre und co. brachten unseren
Kreislauf schnell auf Trab und wir trainierten anschließend gefühlte vier Stunden (in
Wahrheit war es nur eine) Gyaku- und Kizami-Tsukis, die Risto anschließend zu einer
Kombination zusammenfügte. Die Matten im Dojo waren hier der Maßstab: Wer beim
Kizami-Tsuki mit dem vorderen Bein nicht mindestens eine Mattenlänge vorgleiten
konnte, war „etwas ganz Besonderes“.
Für mich war es auch in diesem Jahr nicht nur wieder eine äußerst lehrreiche KarateWoche, sondern auch täglich eine Herausforderung, an die eigenen körperlichen und
mentalen Grenzen zu gehen. Jetzt geht es daran, die vielen Tipps und Hinweise, die
Risto uns mit auf den Weg gab, zu Hause umzusetzen, um beim nächsten IntensivLehrgang wieder neue Aspekte beachten zu können.
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Ach ja, was es mit dem Faulbrunnen auf sich hatte, konnte ich tatsächlich herausfinden,
auch wenn es gar nicht so leicht war. Am Brunnen selbst war hier außer dem Namen
keine weitere Information zu finden. Auch die Passanten, die ich befragte, zuckten nur
mit den Schultern. Sicher ist, dass Risto sein Dojo nicht in der Nähe eines Brunnens
eröffnen würde, dem Faulheit und Trägheit entspringen! Des Rätsels Lösung fand ich
dann bei Wikipedia und wurde hier aufgeklärt, dass in Sossenheim eine Quelle
entspringt, die schwefelhaltiges Wasser zu Tage fördert. Dies ist zwar sehr bekömmlich,
hat aber leider nicht die erhoffte Heilwirkung, die Sossenheim zu einem Kurort hätte
machen können. Naja, wenn ich es mir recht überlege, wäre Ristos Dojo an einem
Kurort auch wohl fehl am Platze.
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Karate unterwegs
GOSHIN – DO
Der etwas „andere Weg“ des Hiroshi Shirai
Bericht von Torsten Uhlemann
Am 05. März machten Stephan und ich uns auf den Weg nach Hamburg, um an einem
Lehrgang mit Shihan Hiroshi Shirai teilzunehmen. Für mich sollte es der erste Kontakt
mit dem „legendären“ Großmeister sein; Stephan hatte bereits das Vergnügen
Lehrgänge bei ihm besucht zu haben. Im Vorfeld hörten wir, dass es sich nicht um einen
Shotokan-Lehrgang handle, sondern dass Shihan Shirai nach Hamburg gereist sei, um
sein Goshin-Do-System zu lehren. Hiroshi Shirai hat dieses System über mehr als 40
Jahre hinweg entwickelt und ausgearbeitet. Goshin bedeutet im Japanischen
Selbstverteidigung.
Nun, das schreckte uns nicht, sondern im Gegenteil, weckte unser Interesse, wollten wir
doch unbedingt einen Lehrgang erleben, der sich von den „typischen“ ShotokanWochenendlehrgängen unterschied. Ich war äußerst gespannt, was uns dieser Tripp
nach Hamburg so bringen würde.
In Hamburg eingetroffen, stellten wir fest, dass der
Lehrgang, obwohl eher etwas für „Insider“, sehr
gut besucht war. Insgesamt nahmen deutlich über
100 Karatekas teil. Dabei handelte es sich allerdings
vornehmlich um Dan-Träger und höhere Schülergrade. Shihan Shirai war mit drei Assistenten aus
Italien angereist. Diese demonstrierten immer wieder die nachfolgenden Übungen und gingen dann
anschließend auch durch die Reihen und korrigierten.
Gleich zu Beginn ließ uns Shihan Shirai eine Partnerübung zum Aufwärmen machen, die Stephan
und mich, als absolute Neulinge auf dem Gebiet
des Goshin-Do, schon fast zur Verzweiflung
brachte, wollten wir dies denn korrekt ausführen.
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Shihan Shirai leitete diese Phase lapidar so ein: „Twenty-four times! Everybody makes it
twenty-four times, for warming-up!” Wir sollten uns zu viert aufstellen, wobei ein
Verteidiger in der Mitte von drei Seiten angegriffen werden sollte. Die Angreifer sollten
mit Oi-Tsuki – Gyaku-Tsuki angreifen. Abgewehrt wurde mit Soto-Uke bzw. Uchi-Uke,
wobei immer darauf zu achten war, das der Block den Angriff von innen nach außen
wegblockte. Gekontert wurde dann mit Gyaku-Tsuki. Da die Distanz aber sehr kurz war
wurde es in der Regel ein Tate-Tsuki.
Der Stand war die ganze Zeit über eine „Art“ Hangetsu-Dachi; Wendungen mussten
anders eingeleitet und durchgeführt werden als im Shotokan-Karate. Viele komplexe
Details, die uns mit Sicherheit „entgangen“ wären, hätten wir nicht mit Matthias
Beschnidt, 4. Dan, einen erfahrenen „alten Hasen“ in unserer Gruppe gehabt, der uns
geduldig immer wieder die Besonderheiten des Goshin-Do vor Augen führte und
erläuterte. Bei den Wendungen sollte zuerst das dem Gegner abgewandte Bein bewegt
werde, um ihm dann sofort stabiler gegenüber zu stehen. Die Blöcke sollten die Angriffe
an außen ableiten „um die Muschel zu öffnen und dann an das empfindliche Fleisch
heranzukommen“, so erläuterte es unser deutscher Sempai Matthias. Dieses Bild wird
uns wohl immer vor Augen bleiben, deshalb an dieser Stelle noch einmal herzlichen
Dank dafür und Deine Geduld mit uns Dilettanten, Matthias!
Die gesamte erste Trainingseinheit basierte
dann, sehr zu Stephans und meinem Leidwesen, auf den von Shihan Shirai entwickelten
Goshin-Do Katas 1-4. Insgesamt hat er, so ließ
sich vernehmen 9 Goshin-Do Katas entwickelt.
Diese basieren auf einer Rückbesinnung auf okinawaisches Karate und Elementen aus dem
Goju-Ryu Karate. Es kommen viele Kaki-Techniken zur Kontrolle des Gegners vor, aber auch
Stiche in die Augen, Teisho-Angriffe, EmpiAngriffe, Geris in Kniehöhe oder in den Unterleib.
Auffällig ist zudem, dass jede Technikfolge stets
rechts und links trainiert und zwar in gleicher
Häufigkeit. Der grundlegendste Unterschied
zum Shotokan-Kata- Training dürfte jedoch
sein, dass jede Technik und Techniksequenz
immer am Partner trainiert und überprüft wird.
Shihan Shirai(rechts) mit Massimo Abate
Bunkai, also die Anwendung am Partner, steht im Zentrum der Auseinandersetzung
Shihan Shirais mit dem Karate-Do.
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Nun, unsere Unkenntnis der Kata-Abläufe machte es mitunter schwierig, den
Aufgabenstellungen zu folgen. Trotzdem gelang uns das eine oder andere. Wir mussten
jedoch feststellen, dass uns diese Konfrontation mit einem neuen System zu völlig
überforderten Anfängern „degradierte“!
In er zweiten Trainingseinheit lehrte Shihan Shirai uns dann mit Hilfe seiner Assistenten
Massimo Abate, Claudio Ceruti und Angelo Torre, die 6. Kata des Goshin-Do. Wie im
typischen Kata-Training ermöglichte uns das schrittweise Erlernen und Zerlegen der Kata
in „mundgerechte und verdauliche Häppchen“ die Trainingseinheit „erfolgreicher“ zu
gestalten. Auch diese Kata wurde in ihren einzelnen Sequenzen wieder unmittelbar am
Partner ausprobiert und angewendet. Auf die Frage eines Teilnehmers, um welchen
Stand es sich handle, ob das Hangetsu-Dachi sei, antwortete der Großmeister:
„Hangetsu-Dachi, Sochin-Dachi, Sanchin-Dachi, Kokutsu-Dachi, Zenkutsu-Dachi – mix
the best of all of them! Strongest stand!“
Auch wenn Goshin-Do für uns am Ende noch immer ungewohnt und fremdartig war,
hatten wir einen lehrreichen und erkenntnisreichen Tag hinter uns. Auf jeden Fall war es
ein Karate-Lehrgang der ganz anders war, als alles, was ich bisher mitgemacht habe! Ein
etwas anderer Weg, sich mit Karate auseinanderzusetzen. Interessant, weil er eine
weitere Facette des Karate-Do offenbart und uns Perspektiven über das „klassische“
Shotokan-Karate hinaus eröffnet.
Zum Ausgleich für die zum Teil doch geradezu frustrierenden Erfahrungen während des
Trainings, gönnten Stephan und ich uns ein ausgezeichnetes Dinner im Hamburger
Hafen. So fand der Tag dann einen versöhnlichen und entspannten Abschluss!
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Prüfungen
Lehrgang bei Sensei Julien Chees:
Prüfung zum 8. Kyu (Gelbgurt):
Thorben Rixfähren
Prüfung zum 7. Kyu (Orangegurt):
Britta Bockweg
Liga Murniece
Uldis Irmejs
Emanuelle Vanbrabant
Allen Prüflingen
einen herzlichen
Prüfung zum 6.Kyu (Grüngurt):
Marcel Leloup
Marcel Bahnemann
Dieter Thrän
Inga Matztat-Wegener
Prüfung zum 4. Kyu (Violettgurt):
Tim Kossmann
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Glückwunsch!
Gelesen
Uchi Deshi und der Meister von Malcolm PHIPPS - ein Kinder –und Jugendbuch
gelesen von Volker
Ein junges Kind kam früher in Asien zu seinem Lehrer und Meister und lebte in dessen
Haushalt. Es ist begabt und muss vielerlei niedere Hausarbeiten verrichten und bekommt
dafür unentgeltlich Unterricht. Anders gesagt: Es muss sich den Unterricht täglich sehr
hart erarbeiten, aber auch solange üben, bis es sich z. B. im Sitarspiel die Fingerkuppen
blutig spielt. Die asiatischen Lehrmeister sind nicht gerade „zimpferlich“. Harsches und
rüdes Benehmen gehören in der Regel eher dazu.
Zu dieser täglichen Arbeit kommen dann später noch ernste Ansprüche. Der Zögling hat
nicht nur das Privileg des täglichen persönlichen Unterrichts, sondern er hat irgendwann
auch die Pflicht, das Erbe des Meisters in dessen Sinne weiterzugeben.
Im Japanischen bezeichnet man diese Art des Lehrlings als „Uchi Deshi“, als einen
„inneren Schüler“. Im Unterschied zu einem „äußeren Schüler“, „Soto Deshi“, der im
wörtlichen Sinne nicht zum „inneren Hausstand“ gehört, sondern nur gelegentlich zum
Unterricht vorbeikommt.
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Unser Autor mit dem schönen Familiennamen hat nicht diese überholten Lehrer /
Schülerverhältnisse im Sinn. Sein „Uchi Deshi“ ist der „Lieblingsschüler“ des Meisters im
Karate. In den 19 Kapiteln des kleinen Büchleins möchte PHIPPS den jungen Menschen
die Lehre Gichin Funakoshis näher bringen.
Dazu bedient er sich der alten literarischen Figur des jungen 21-jährigen Herrn „Uchi
Deshi“, der gerade seinen Shodan erworben hat und von seinem 80-jährigen Meister
Lehrstunden der Charakterbildung erhält.
Ton und Inhalt der Kapitel des Buches sind schlicht und einfach. Das ist auch gut so. Die
Welt ist kompliziert genug.
Sentenzen, die mir gefallen haben:
„Der Berg lacht nicht über den Fluss, weil er so flach ist, und der Fluss spottet nicht über
den Berg, weil dieser sich nicht bewegen kann.“ (17)
„Im Wettkampf gibt es immer nur einen Gewinner. Im Karate-Do ist jeder ein Gewinner“
(23)
„Der Rückblick ist vorbei, der Zukunftsgedanke ungewiß, die Gegenwart zählt.“ (49 f)
„Shoshin o wasurezu“: „Verliere nie den Geist und die Demut des Anfängers.“
Funakoshi, Ryukyu Kempo Karate (55)
Und das Beste:
„Vor der Erleuchtung: Hacke Holz und trage Wasser. Nach der Erleuchtung: Hacke Holz
und trage Wasser.“ (90)
Malcolm Phipps begann sein Karatetraining in den 1970-er Jahren im Shotokan. Er
ist Träger des 7. Dan in seiner eigenen Organisation.
Eltern und KinderKinder- und Jugendtrainern ist das Heft zu empfehlen. Es hat ein gutes
Glossar auf den Seiten 110 ff und ein schönes Zitat von Funakoshi auf Seite 115:
„So, wie die blanke Oberfläche eines
Spiegels alles wiedergibt, was vor
Ihm steht, und wie ein stilles
Tal selbst den schwächsten Laut
Weiterträgt, soll der Karateka
Sein Inneres leermachen von
Selbstsucht und Bosheit, um in
Allem, was ihm begegnen
Könnte, angemessen zu handeln.
Das ist mit KARA oder LEER
Im KARATE-Do gemeint.“ (p. 115)
51
Presse
WN, 29.01.2011
52
WN, 16.02.2011
WN, 18.02.2011
53
WN, 27.02.2011
54
Mitglieder
Mitglieder werben Mitglieder
Neue DuschDusch- und Saunatücher mit Vereinslogo
Zahlreiche Vereins- und Kursmitglieder haben sie schon gesehen: die neuen Dusch- und
Saunatücher mit Vereinslogo, die im Dojo zur Ansicht ausliegen.
Diese guten Stücke könnt Ihr nun kaufen zum Preis von
Duschtuch:
Saunatuch:
20 Euro
29 Euro
Außerdem bekommt Ihr ein Duschtuch geschenkt (Saunatuch mit 9 Euro Zuzahlung),
wenn Ihr als Vereins- oder Kursmitglied ein weiteres Mitglied für die Mitgliedschaft zum
Verein oder Kurs begeistern könnt! Bitte nutzt hierfür die Karten, die im Dojo zu diesem
Zweck ausgelegt sind.
55
Wir für Euch
Telefon / Fax
eMail
Ansprechpartner
Anschrift
Dojo
Allgemein
0251 / 6868580
Manfred-von-Richthofen-Str. 46a
Fax: 0251 / 6868582
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Andrea Haeusler
Vorsitzende
Pressereferentin
Auf dem Draun 79
48149 Münster
0251 / 82715
Matthias Elzinga
Geschäftsführer
Drachterstraße 18
48153 Münster
0251 / 9871555
Fax: 0251 / 7801640
Heiko Zimmermann Gronowskistraße 73
Sportlicher Leiter
48161 Münster
0251 / 872285
Patrick Müsker
Jugendreferent
Am Wigbold 31
48167 Münster
02506 / 302330
Albrecht Wacker
Hallenwart
In den Eichen 4
48157 Münster
0251 / 328213
Michael Völker
Hogenbergstraße 90
48153 Münster
0251 / 786135
Matthias Kopp
Im Drostebusch 10
48155 Münster
0251 / 20068 90
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