Erfahrungsbericht über ein Auslandsjahr in Valencia

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Erfahrungsbericht über ein Auslandsjahr in Valencia
Erfahrungsbericht über ein Auslandsjahr in Valencia
(September 2002 - Juli 2003)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Wohnungssuche
Universität
Kontakte knüpfen
Einkaufen
Feiern
Fallas
Noch Fragen?
1. Wohnungssuche
Wer noch nie in Valencia gewesen ist, sollte sich zunächst gleich nach der Ankunft ein
billiges Hostal im Stadtzentrum suchen, um sich überhaupt erstmal einen Überblick zu
verschaffen. Ideal ist zum Beispiel das Hostal „El Rincon“ im Carmen-Viertel, Calle Carda
11, direkt am Mercado Central. Die Nacht kostet nur 12 Euro und ihr wohnt wirklich sehr
zentral. Wenn dort bereits ausgebucht ist, liegt das nächste günstige Hostal schon direkt
gegenüber, also keine Panik. Von dort könnt ihr euch schon mal die schöne Altstadt ansehen
oder auch mit Bus und Metro in die verschiedenen Viertel fahren, um euch zu entscheiden,
wo ihr gerne wohnen würdet.
Um eine vernünftige WG zu finden, empfiehlt es sich in den ersten zwei Septemberwochen zu
kommen, weil es dann noch die meisten Angebote gibt. Wer gerne in einem eher alternativen
Ambiente wohnen möchte, sollte sich um eine Wohnung im Barrio Carmen oder Xerea
bemühen. Dort gibt es viele alte und schöne Häuser, zum Teil allerdings etwas
heruntergekommen. Dort wohnt ihr auch direkt an der besten Ausgeh- und Partymeile der
Stadt. Dafür ist es allerdings etwas schmuddeliger und lauter und die Mieten sind höher.
Höher bedeutet in diesem Fall so an die 150 Euro pro Monat.
Wer lieber in Uninähe wohnen möchte, sollte sich in der Avenida Blascú Ibanez niederlassen.
Dort befinden sich sämtliche Fakultäten der Universität von Valencia. Allerdings ist es recht
laut, weil dort ein reger und nie abbrechender Verkehr herrscht und die Wohnungen befinden
sich überwiegend in großen und häßlichen Betonklötzen. Die Mieten sind dort etwas
günstiger als in der Altstadt.
Wer alte, typisch spanische Häuschen mag zieht am besten in das Strandviertel Cabanal.
Strandbegeisterte haben dort das Wasser gleich vor der Tür und zur Uni ist es auch nicht so
weit. Die Mieten liegen hier wieder etwas höher; so in etwa wie im Barrio Carmen. Ebenfalls
alte Häuschen finden sich in Benimaclet, dem Viertel für den Studenten mit dem kleinen
Geldbeutel. Die Mieten liegen hier zwischen 80 und 120 Euro pro Monat. Zur Uni sind es zu
Fuß ca. 15 Minuten und die Wohngegend ist sehr ruhig und irgendwie urig. Ich selbst habe
dort für 85 Euro im Monat in einer 5-WG gewohnt und das auch nicht bereut.
Wenn ihr euch für eine Wohngegend entschieden habt, so geht ihr am besten genau dort hin,
wo ihr wohnen möchtet und haltet nach Telefonzellen, Laternenpfählen usw. Ausschau, weil
dort die meisten Zettel mit Wohnungsangeboten hängen. Mädchen haben es wesentlich
leichter eine WG zu finden, das ist ein seltsames Phänomen. In der Regel werden „Chicas“ als
Mitbewohnerinnen gesucht. Ein anderer Tipp sind Locutorios, Telefonläden, zum billig ins
Ausland telefonieren. Dort hängen oft weitere Angebote. Am meisten findet sich in und an
der Uni selbst. Im September ist die Blascú Ibanez förmlich vollgekleistert mit
Wohnungsangeboten; draußen auf der Straße, genauso wie innerhalb der einzelnen Fakultäten
an diversen schwarzen Brettern.
Der nächste Schritt ist natürlich ein Telefonat und dann die Wohnungsbesichtigung. Was die
Ausstattungen der Häuser anbelangt, so solltet ihr darauf achten, dass euer Zimmer
Schreibtisch, Bett und Kleiderschrank hat, das gehört auf jeden Fall zum Standard und wenn
das nicht vorhanden ist, laßt euch nicht drauf ein oder fordert die Anschaffung vom
Vermieter. Weiterhin zum Standard gehört ein Fernseher im Wohnzimmer, eine
Waschmaschine und oft auch eine Microwelle. Mietverträge erwartet ihr vergeblich. So etwas
gibt es in Studentenwohnungen so gut wie gar nicht. Das bedeutet natürlich auch, dass ihr
euch nicht in der Stadt zu melden braucht und auch nicht könnt, was aber keine weiteren
Konsequenzen hat. Was schon manchmal vorkommt ist das Hinterlegen einer Kaution, je
nachdem, wie eure Mitbewohner oder der Vermieter so sind.
Wenn euch eine Wohnung gefällt, so wird meistens nicht lange diskutiert und man kann
womöglich schon am gleichen Tag einziehen. Das läuft alles ganz unkompliziert. Seht euch
deswegen ruhig ein paar mehr Wohnungen an und nehmt nicht die erstbeste, Möglichkeiten
gibt es wirklich genug!
Und zum Schluß noch ein letzter Tipp: Wenn es euch irgendwie möglich ist, sucht euch eine
WG mit spanisch sprechenden Mitbewohnern. So verlockend die Möglichkeit auch ist, sich
mit anderen Erasmus-Leuten zusammenzutun, die in der gleichen Situation sind wie ihr – so
lernt ihr einfach besser Spanisch. Vielleicht ist es so zunächst etwas schwieriger, aber es lohnt
sich allemal.
2.Uni
Die Vorlesungen an der Universität beginnen in der Regel schon in der letzten
Septemberwoche. Wenn ihr rechtzeitig genug da seid und bereits eine Wohnung habt, ist der
nächste Schritt ein Gang ins Rektorat (Blascu Ibanez). Dort befindet sich im Untergeschoss
das Erasmusbüro. Dort meldet ihr euch erst einmal und wenn ihr Glück habt, könnt ihr bereits
euren Studentenausweis abholen. Das ist allerdings eher selten, denn dem Großteil aller
Erasmus-Studenten wird gesagt, dass die Einschreibeunterlagen nie eingetroffen sind! Jetzt
nur keine Panik bekommen. Das ist in Valencia völlig normal und so kann man sich schon
mal an die allgemeine Situation gewöhnen. Man füllt also im Erasmus-Büro alle
Einschreibeunterlagen nochmals aus (nehmt also am besten gleich drei Passbilder mit ins
Büro), bekommt einen vorläufigen Studentenausweis und ein kleines Info-Paket zum Thema
Stadt und Uni (Hochschulsport, Besichtigungen,...). Den richtigen Ausweis kann man sich
dann ca. einen Monat später an gleicher Stelle abholen.
Mit eurem Studenausweis geht ihr als nächstes in eure Fakultät, bei mir die Filologia. Dort
meldet ihr euch am Info-Schalter gleich am Eingang, sagt euren Studiengang und erhaltet euer
Vorlesungsverzeichnis, sowie alle wichtigen Einschreibeformulare für die Seminare, die ihr
besuchen wollt. Mit diesem Papierstapel geht ihr dann gleich weiter in das
Studentensekretariart (im Erdgeschoss) und fragt nach Senora Amparo. Die erklärt euch dann
in aller Seelenruhe und mit Engelsgeduld welche Papiere ihr gleich wegschmeißen könnt, und
wie und was ihr in die Unterlagen einzutragen habt. Mit der endgültigen Einschreibung für die
Seminare für euch Erasmus-Studenten hat es Zeit bis Anfang November. Das heißt, in den
ersten 1 ½ Monaten könnt ihr einfach mal in diverse Seminare, bzw. Vorlesungen
hereinschauen, um zu sehen was euch gefällt.
Die Veranstaltungen selbst laufen überwiegend in Form von Frontalunterricht, d.h. der
Dozent redet ohne Unterlass und die Studenten schreiben mit wie die Verrückten. Am Ende
des Semesters gibt es dann eine Klausur. Auf Referate oder Hausarbeiten hofft man leider
meistens vergeblich. Oft kann man aber mit dem jeweiligen Prof. reden, um die Klausur durch
etwas anderes zu ersetzen.
Sämtliche Literatur für die Kurse kann man entweder in Form eines Dossiers in der
„Fotocopiadora“ im zweiten Stock der Filologia abholen, oder wenn es kein Dossier gibt,
natürlich die Bibliothek aufsuchen. Die ist nagelneu und gerade erst eröffnet. Mit eurem
Sudentenausweis (dem richtigen, der zum Übergang reicht nicht) könnt ihr dort die Bücher
entleihen, allerdings nur eine beschränkte Anzahl (3 Stück) und auch nur 10 Tage (!). Wer
überzieht, zahlt keine Strafe, sondern kann so lange keine neuen Bücher ausleihen, wie er
Tage überzogen hat. Unvorstellbar, aber war!
Solltet ihr neben der Uni auch noch einen Sprachkurs besuchen wollen, so gibt es viele
verschiedene Möglichkeiten. Eine ist zum Beispiel die „Escuela de Idiomas de la Universidad
de Valencia“. Dieses Institut arbeitet mit der Uni zusammen. Erasmus-Studenten bekommen
einen Rabatt auf die Schulgebühren. So kostet das erste Semester 180 Euro, das zweite nur
noch 60 Euro. Die Kurse sind relaiv klein (ca.12 Schüler) und der Unterricht wirklich gut. Die
Schule liegt außerdem sehr zentral, direkt am Fußballstadion, neben der Uni. Eine andere
Möglichkeit ist die „Escuela oficial de las idiomas“, die ähnlich wie eine Volkshochschule
strukturiert ist. Dort ist der Unterricht wesentlich billiger, die Kurse jedoch auch wesentlich
größer. Außerdem ist der Ansturm auf die Spanisch-Kurse meist sehr groß, d.h. es wird
ausgelost, wer einen Platz bekommt und wer leer ausgeht. Die Escuela Oficial liegt in der
Nähe des zentralen Busbahnhofs, also außerhalb des Unigeländes. Dann gibt es noch die
„Costa“, eine andere Sprachschule, die auch einen guten Ruf haben soll, die ich aber nicht
kenne. Natürlich gibt es immer auch die Möglichkeit sich einen Privatlehrer zu suchen, es
hängen oft Zettel aus, auf denen der Unterricht angepriesen wird, oder man sucht sich nur ein
„Intercambio“ über das schwarze Brett der Uni, wenn man schon grammatikalisch fit ist und
sich lediglich in der Praxis üben möchte.
3. Kontakte knüpfen
Wenn ihr nun bereits ein Dach über dem Kopf habt und euch auch schon in der Uni auskennt,
wird es nun Zeit Leute kennen zu lernen – solltet ihr das bis dahin noch nicht gemacht haben.
Eine erste und gute Möglichkeit ist natürlich eure WG. Wenn eure Mitbewohner symphatisch
sind, ist das schon mal super und es gibt nichts besseres, als dadurch in ihre Freundeskreise
mit hineinzurutschen. Wenn euch das gelingt, habt ihr schon mal gewonnen und seit dadurch
auch überwiegend mit Spaniern zusammen. Eine andere gute Möglichkeit ist der Sprachkurs.
Dort seid ihr mit Leuten zusammen, die womöglich genauso einsam sind, oder sich noch nicht
auskennen, so dass das Kontakte knüpfen ein Leichtes ist. Auch gut ist das eben schon
erwähnte „Intercambio“ oder „Tandem“ oder auch die Hochschulsport-Kurse von der Uni.
Wenn ihr dort nicht gerade Aerobic belegt und somit mit 40 weiteren Mädels in einen Raum
gepfercht werdet, ist das Kennenlernen dort auch schnell und einfach. Weiterhin gibt es eine
Erasmus-Stammkneipe, wo man Gleichgesinnte kennen lernen kann; da ich jedoch niemals da
war, kann ich dazu nichts weiter sagen. Wer (als Mädchen) Jungs kennen lernen will, geht am
besten in die „Zona Wodys“. Dort herrscht ein heilloses „Herumgebalze“ und man kann pro
Abend so an die 15-20 Mal seine Telefonnummer ausgeben. Meistens ruft dann aber trotzdem
hinterher niemand an. Das ist eine spanische Sitte und Eigenart, an die man sich erst
gewöhnen muss. Alle fragen sofort nach der Handynummer oder geben ihre und laden einen
ständig zu einem Kaffee oder sonstiges ein, aber meistens bleibt es bei den Worten und den
Nummern. Das alles scheint mehr so eine Höflichkeitsfloskel zu sein, die sich einfach gehört
und alle 1 –2 Wochen werden alle „Leichen“ aus dem Telefonspeicher wieder entfernt.
Ebenfalls schwierig ist es an der Uni, bzw. in den Seminaren selbst Kontakte zu knüpfen. Da
das Unisystem sehr verschult ist und die Studenten wie in einem Klassenverband jedes Jahr
bis zum Ende des Studiums die jeweiligen Pflichtseminare zusammenhaben (und fast alles ist
Pflichtvorlesung), müsst ihr euch nicht wundern, wenn an eurem ersten Uni-Tag alle Leute
vor dem Veranstaltungsraum beginnen sich euphorisch zu begrüssen und zu beküssen, das ist
normal und wird sich auch nicht groß ändern. Vielleicht spricht euch mal jemand an, der
Mitleid mit euch hat, aber das ist eher eine Ausnahme. Trotzdem nicht entmutigen lassen, das
wird schon mit der Zeit!
4. Einkaufen
Das Einkaufen in Valencia ist - insgesamt betrachtet - immer noch etwas günstiger als in
Deutschland. Klamotten sind oft wesentlich günstiger, Lebensmittel kosten in etwa das selbe.
Milchprodukte sind allerdings etwas teuerer. Für den Großeinkauf im Supermarkt geht ihr am
Besten erst mal in den „Dia“. Der ist so wie der „Aldi“ in Deutschland. Sehr günstig, aber
man bekommt nicht alles. Die Reste bekommt man im „Mercadona“, oder man geht gleich
dort hin, um alles zu besorgen. Dort ist das Preisniveau etwas höher, aber die Auswahl ist
richtig groß. Obst sollte man jedoch lieber nicht dort, sondern in einer der zahlreichen
Obstgeschäfte kaufen. Die sind einfach unglaublich billig! Im Supermarkt kauft man auch die
5-8 Liter Bomben Mineralwasser. Das Leitungswasser in Valencia ist für Tee, Kaffee und
zum Kochen genießbar, beim puren Trinken hat es jedoch einen ziemlich dominanten
Eigengeschmack nach Chlor. Am besten kauft man Wasser ohne Kohlensäure, zumindest,
wenn man mit Spaniern zusammenwohnt. Sonst fragen sie nämlich bei jedem Glas Sprudel,
das man trinkt, ob man Kopfschmerzen und sich ein Aspirin aufgelöst habe. Das nervt auf
Dauer.
Klamotten kauft man gut im „Nuevo Centro“, das gleich am Busbahnhof liegt, oder zum
Beispiel in der Zone um Colon, wo es viele Geschäfte und eine Fußgängerzone gibt.
Sparfüchse fahren mit dem Bus nach Bon Aire (ca.45 Minuten). Das ist ein Einkaufszentrum
mit diversen Outlet-Stores, zum Beispiel auch von Mango etc. Der Bus nach B.A. fährt vom
„Nuevo Centro“ oder von der Metro-Haltestelle Angel Guimera. Besonders Hosen sind in
Spanien noch wesentlich billiger, Jeans z.B. kosten oft nur zwischen 10 und 30 Euro. Schuhe
sind heute genauso teuer wie bei uns.
5. Feiern
Mit das Tollste in Valencia sind seine diversen Möglichkeiten zum Feiern und Ausgehen.
Normalerweise geht man so um 22-23 Uhr los und zieht erst mal in eine Tapas-Bar oder
Kneipe. Dort wird vorgetrunken und gegessen. Danach geht man zum Beispiel in das Barrio
Carmen oder die Woddys-Zone, wo es Tausende von Kneipen mit Tanzflächen gibt. In der
Regel ist der Eintritt umsonst. So zwischen drei und vier Uhr, wenn die Kneipen schließen,
geht man weiter in eine Disco, die jedoch leider sehr teuer sind. Meist kostet der Eintritt 10
Euro incl. Freigetränk. Das kann man sich also nicht all zu oft leisten. Es lohnt sich auch nicht
immer.
Hier ein paar Tipps:
Kneipen: Die wohl billigste und typischste Kneipe Valencias liegt an der Straße Dr. Manuel
Candela. Sie heißt „La Fila“, ist furchtbar laut, immer rappelvoll, hat Neonbeleuchtung und
hohe Regale und Fässer, die mit Wein gefüllt sind. Spanischer geht es nicht. Dort bestellt man
am besten eine Flasche Rotwein, Käse, Schinken und Brot und bezahlt dafür nie mehr als an
die 4-5 Euro!!
Barrio Carmen: Im Barrio herrscht mehr alternatives Klima. Für meinen Geschmack die
netteste Ausgeh-Meile der Stadt. Hier befinden sich diverse Disco-Kneipen mit freiem
Eintritt. Die Musik ist hauptsächlich gemischt-rockig, es gibt aber auch einen HouseSchuppen und eine ganz schlechte Salsa-Bar dort. Zu empfehlen ist das „Radio-City“.
Gemischte Musik und garantiert kein spanischer Pop!
Zona Wodys: Diese Zone liegt an der Fakultät in den Seitenstraßen der Blascú. Es gibt viel
Charts und spanischen Pop, und wenn man etwas nordisch aussieht, hat man keine ruhige
Minute. Die Anbaggerei ist wirklich nervig, wenn man nicht gerade selbst auf Partner-Fang
oder in Flirtlaune ist. Gefragt wird immer das gleiche: „Wie heißt du? Woher kommst du?
Was studierst du? Wie lange bist du schon hier? Wow, was sprichst du schon gut Spanisch!
Gibst du mir deine Telefonnummer?“
Salsa: Wer Salsa, Bachata, usw. erstmal lernen will, geht am besten in die diversen LatinoDiscos, die wochentags Tanzkurse anbieten. Man bezahlt 3 Euro Eintritt, bekommt dafür ein
Getränk und 1 Stunde Tanzanleitung. Informiert euch vorher wo das angeboten wird. Wer
dann schon was kann, geht zum Beispiel ins Gran Caiman am Plaza de Espana. (10 Euro incl.
Getränk und Garderobe) Dort sind die ganzen Cracks zu finden, leider auch ein paar
aufdringliche Idioten. Spanier befinden sich dort kaum, eine durch und durch
südamerikanische Szene. Auch hier heißt es wieder aufpassen für die nordischen Mädels!
Bloß keinen Drink ausgeben lassen oder zu lange mit dem selben Typen tanzen, sonst wird
man ihn den ganzen Abend nicht mehr los. Tanzen können sie natürlich wirklich und hat man
ein paar gute Tänzer ausgemacht, macht es einen Heiden-Spaß! Das gilt natürlich auch
umgekehrt für euch Jungs; auch die Frauen haben es dort natürlich super drauf!
6. Fallas
Wohl am bekanntesten ist Valencia im Ausland für seine Fallas; ein Fest, das jährlich Mitte
März stattfindet. Die Höhepunkte der Feier dauern ca. eine Woche, aber schon vorher ist
einiges los. Während dieser Zeit steht die ganze Stadt total Kopf! Jedes Viertel hat einen
eigenen Fallas-Verein, das ist so ungefähr wie in Köln beim Karneval. Jedes Jahr wird aus
jedem Verein eine erwachsene und eine junge Fallera gewählt, was eine große Ehre ist. Die
Falleras sind Frauen, die kostbare traditionelle Kleider tragen und die Haare auf eine ganz
bestimmte Weise zusammenknoten. Aus diesen Falleras wird dann natürlich auch noch DIE
Fallera aus ganz Valencia gekürt. Die ganze Zeit über finden irgendwelche Umzüge in der
Stadt statt, wo sie dann in Massen durch die Straßen flanieren. Jeder Verein hat auch seine
eigene Falla. Das ist ein riesengroßes Pappmaschee-Gebilde, das lustig aussieht und oft die
aktuelle politische Lage karikiert. Die werden ganz am Ende der Fallas traditionell
abgebrannt, was ein Riesenspektakel ist. Vorher aber findet 10 Tage lang jeden Mittag um 14
Uhr die Mascleta statt - ein Feuerwerk am hellen Tage. Es ist nur laut und dauert 5 Minuten.
Trotzdem kommen bereits 30 Minuten vorher wahre Menschenmassen, um sich einen guten
Platz zu sichern, um: Nichts zu sehen! Es ist schließlich hell. Dafür wird ein Höllenlärm
gemacht; auf dem Platz steht ein Dezibel-Messer, damit man sehen kann, welche Lautstärke
erreicht wird. Man sollte dabei den Mund öffnen, damit das Trommelfell nicht platzt. Es
werden sogar stets die Scheiben aus den Bushaltestellen entfernt, damit sie nicht platzen.
Abends finden dann an der Alameda-Brücke die spektakulärsten Feuerwerke überhaupt statt.
Sie dauern ca. 30 Minuten und überbieten alles, was ich bisher in meinem Leben gesehen
habe. Totaler Wahnsinn! Danach geht man in die Innenstadt, um bis in den frühen Morgen zu
feiern. Morgens um acht Uhr zieht dann ein Straßenmusik-Orchester durch alle noch so
kleinen Straßen, um die verkaterten Leute zu wecken und zu ärgern. Dabei werden natürlich
auch wieder Böller in Massen gezündet. Am 18. März endet dann der ganze Spuk mit der
Verbrennung der Papp-Fallas. Ein total ungefährliches Spektakel, weil die Dinger alle ganz
sicher gebaut worden sind... Das stimmt natürlich nicht und hier und da muss schon mal die
Feuerwehr anrücken, um Häuserdächer zu retten. Man sollte sich unbedingt eine Mütze oder
einen Schirm mitnehmen, um Kleidung und Haare vor herumfliegenden Glutstückchen zu
retten und das ist jetzt kein Scherz!
7. Noch Fragen?
Wer jetzt noch Fragen hat oder irgendetwas ganz Wichtiges wissen muss, kann sich gerne mit
mir in Verbindung setzen:
Mareike Köhler
0421/790 8668
0160/4236556
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