Produktion - SolarWorld

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Produktion - SolarWorld
ECHTE
WERTE
QUALITÄT VOM SILIZIUM BIS ZUM SYSTEM
Produktion
www.solarworld.de
Vorwort I 3
Echte Werte zahlen sich aus.
Das versprechen wir unseren Kunden.
Solar ist spürbar auf dem Vormarsch und hat sich weltweit an die Spitze der Erneuerbaren gesetzt. Eine Entwicklung, die glücklicherweise nicht mehr aufzuhalten ist – hin zu sauberer, sicherer und fairer Energieerzeugung.
Doch Solar ist nicht gleich Solar! Dort, wo andere stehenbleiben oder stehengeblieben sind, geht SolarWorld den
entscheidenden Schritt weiter, entwickelt Qualitätsstandards über die Anforderungen der Normen hinaus, treibt
die Entwicklung neuester Technologien voran. Über 40 Jahre Produktionsreife und Technologie-Know-how stecken
mittlerweile in all unseren Prozessen weltweit.
Unsere Produkte müssen das halten, was sie versprechen. Und zwar unter den realen Belastungen, denen die
Module über mindestens 25 Jahre ausgesetzt sind. Dieser Anspruch an die Verlässlichkeit unserer Produkte ist
festgeschrieben und wird an allen Produktionsstandorten global gleichermaßen umgesetzt. Für unsere Kunden
bedeutet das weltweit: ‚Quality made by SolarWorld‘.
Echte Werte, die sich langfristig auszahlen – das ist unser besonderes Versprechen an unsere Kunden.
Mit sonnigen Grüßen
Dr.-Ing. E. h. Frank Asbeck
CEO SolarWorld AG
4 I Firmengeschichte
Bill Yerkes gründet Solar Technology
International mit der Vision, Solarzellen
für die Nutzung auf der Erde herzustellen
Gründung von
ARCO Solar
in Camarillo,
Californien
1975
1977
1980
ARCO Solar installiert
die erste 1 Megawatt
große Solaranlage
der Welt und wird
zum weltweiten
Marktführer
1982
ARCO Solar
stellt als erstes
Unternehmen in
einem Jahr mehr
als 1 Megawatt an
Solarmodulen her
1990
Produktionsstart
der Solarzellenfertigung
in Freiberg
Siemens Solar feiert
100 Megawatt
installierter Module
made in Camarillo
1994
1996
1997
1998
Gründung Bayer
Solar GmbH in
Freiberg
Siemens
übernimmt
ARCO Solar, das zu
Siemens Solar wird
Produktionsstart
der weltweit ersten
vollautomatisierten
Solarmodulfertigung
in Freiberg
Frank Asbeck gründet
die SolarWorld AG als
Start-Up-Unternehmen
2000
2001
2002
2003
2004
Gründung ASi Industries
GmbH in Arnstadt
Siemens Solar
bietet als erster
Hersteller
eine 25-jährige
Garantie an
Eröffnung
Logistikzentrum
in Freiberg
SolarWorld übernimmt
die Solarwaferfertigung der
Bayer Solar GmbH in Freiberg
Akquisition der ersol Solar Energy AG
durch die Robert Bosch GmbH und Beginn
des Ausbaus des Standortes Arnstadt
Übernahme der Bosch Solar Energy in Arnstadt
(700 MW Solarzell- und 200 MW Modulfertigung,
Solarzellentwicklung)
Hochlauf der Cell Fab 3 und der
Modulfertigung in Arnstadt
Erweiterung der Modulproduktion
in Hillsboro um 150 MW
Übernahme der
Shell Solar (ehemals
Siemens Solar) durch
die SolarWorld AG
Übernahme der ASi
Industries GmbH durch
die ersol Solar Energy AG
2006
2007
Wiederaufnahme der
Mono-Kristallzucht in Arnstadt
Produktionsstart der dritten
Solarmodulfertigung in Freiberg
2008
Start PERC-Produktion in Arnstadt
und Hillsboro
2010
SolarWorld eröffnet
die Fertigungsstätte
in Hillsboro, USA
Produktionsstart der
Cell Fab 2 in Arnstadt
Produktionsstart der
zweiten Solarmodulfertigung
in Freiberg, Verdopplung der
Modulproduktion
2011
2012
2013
Erweiterung der PERCKapazitäten in Arnstadt,
Freiberg und Hillsboro
2014
2015
Die Waferfertigung der SolarWorld
Freiberg erhält als erstes
Unternehmen der Solarbranche
den „Award for Operational
Excellence“ in Silber
Komplettierung des Gesamtkomplexes mit Zell-,
Wafer- und Modulfertigung, Forschungs- und Entwicklungszentrum, technisch-gewerblichem Ausbildungszentrum und der neuen Zentrale in Arnstadt
2016
Start der Massenfertigung des bifacialen
Sunmodule Bisun
Wiederaufnahme
der Mono-Kristallzucht
in Hillsboro
6 I Kristallisation
1
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A) MULTIKRISTALLINE FERTIGUNG
LEGENDE
1
BEFÜLLEN DER KOKILLEN: Das halbleiter-reine Silizium
wird in eine beschichtete Kokille aus hochreinem
Quarzgut gegeben. Dem Material wird auch Bor als
Dotierstoff hinzugefügt – die positive Dotierung
der Solarzelle. In allen Kristallisationsprozessen ist
absolute Sauberkeit unverzichtbar.
2
BELADUNG DES OFENS: Das Silizium wird bei über
1.410 Grad Celsius aufgeschmolzen.
3
FERTIGER BLOCK: Die Siliziumschmelze lässt man
zielgerichtet erstarren. Am Ende, nach etwa drei
Tagen, ist ein quadratischer Block aus multikristallinem Silizium entstanden.
KRISTALLISATION
Die SolarWorld AG ist der größte und älteste Hersteller
von Siliziumwafern in Europa. Am Standort Freiberg,
(Sachsen), werden bereits seit 1994 multikristalline
Wafer für die Photovoltaik-Industrie hergestellt. Auch
einige der heute gängigen Produktionsverfahren und
-anlagen wurden hier entwickelt. Der Ausgangsstoff,
hochreines Silizium, wird in Öfen aufgeschmolzen und
durch gerichtetes Abkühlen kristallisiert. Das Silizium
wird mit dem Element Bor dotiert; dieses Silizium stellt
den Pluspol der späteren Solarzelle dar.
1
2
5
3
4
B) MONOKRISTALLINE FERTIGUNG
LEGENDE
1 B EFÜLLUNG SCHMELZTIEGEL:
Der Schmelztiegel wird mit hochreinem
Silizium befüllt. Die Dotierung erfolgt mit Bor.
In Arnstadt (Thüringen) und in Hillsboro (Oregon)
werden monokristalline Siliziumkristalle nach den
Czochralski-Verfahren gezüchtet. Dabei wird das aufgeschmolzene Silizium mittels eines Impfkristalles in
Form eines runden Monokristalles kristallisiert. Arnstadt
ist der größte SolarWorld-Produktionsstandort für
Monokristalle.
QUALITÄT:
2
SCHMELZE: Das Silizium wird bei mehr als 1.410 Grad
Celsius aufgeschmolzen.
3
KEIM: In die Oberfläche der Schmelze wird ein
Keim, ein kleiner, hochreiner Einkristall aus Silizium,
eingetaucht und teilweise aufgeschmolzen.
4
DREHENDE TIEGEL: Durch gezielte Abkühlung, gegenläufige Rotation von Kristall und Tiegel wächst der
Kristall monokristallin kontinuierlich aus der Schmelze.
5
FERTIGER MONOKRISTALL: Nach knapp drei Tagen ist ein
mehr als zwei Meter langer Monokristall mit regelmäßiger Kristallstruktur entstanden.
Die Kristallisation ist ein Prozessschritt, der entscheidend für die Effizienz der späteren Solarzelle
ist. Je sauberer, gleichmäßiger und zielgerichteter die Kristallisation verläuft, desto besser können durch das
einfallende Licht Ladungsträger erzeugt werden und an den Kontakten der Zellen zur Verrichtung elektrischer
Arbeit genutzt werden.
5
8 I Waferherstellung
1
WAFERHERSTELLUNG
Nach dem Abkühlen wird der Siliziumblock oder der
Einkristall in Säulen geschnitten. Diese werden im
nächsten Prozessschritt in Wafer zerteilt. Diese haben
als Rohlinge bereits die Abmessungen der späteren
Solarzelle.
GEPRÜFTE QUALITÄT:
Die SolarWorld AG hat ihre globalen Sägeaktivitäten
für Solarwafer in Freiberg konzentriert, wo die Mitarbeiter über langjährige Erfahrungen verfügen. Moderne
Technologien wie das Sägen mit Diamantdraht werden
von den SolarWorld-Ingenieuren vorangetrieben.
Jeder einzelne Wafer wird vollautomatisch vermessen und bezüglich Dicke, Oberflächenqualität und eventueller Beschädigungen sortiert. Jede Waferbox wird außerdem durch Mitarbeiter
kontrolliert und mit einem Qualitätsstempel versehen.
2
LEGENDE
1
DRAHTSÄGEN: Hauchdünne Drähte zerschneiden den Block
oder Monokristall zunächst in (quasi) quadratische Säulen.
Diese Säulen werden im nächsten Schritt in einer zweiten
Säge in Wafer zerteilt.
2
ENDFERTIGUNG: In Reinigungsbädern werden die Rückstände
aus dem Sägeprozess sorgfältig entfernt. Anschließend werden die Wafer kontrolliert, verpackt, nach Qualitätsgruppe
etikettiert und an die Solarzellenfertigung versandt.
GELEBTE NACHHALTIGKEIT: Die mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ ausgezeichnete Waferfertigung
der SolarWorld in Freiberg ist hocheffizient hinsichtlich des Verbrauchs von Wasser, Energie und Betriebsstoffen.
Beiprodukte der Produktion werden recycelt und wieder in den Produktionsprozess eingeführt. Alle Abwässer
und Emissionen werden selbstverständlich professionell gefiltert. Die Abwärme der Öfen heizt das Gebäude, auf
dessen Dach eine Photovoltaikanlage sauberen Strom liefert.
10 I Zellfertigung
1
ZELLFERTIGUNG
Ein entscheidender Faktor für die Qualität und
Leistungsfähigkeit der Solarzellen ist die Reinheit der
Produktionsräume und -anlagen. Deshalb werden an
allen SolarWorld-Standorten in Deutschland und in den
USA die Wafer in Reinräumen zu Solarzellen weiterverar-
GELEBTE NACHHALTIGKEIT:
beitet. Dafür werden Vorder- und Rückseite des Siliziumwafers mit elektrischen und optischen Schichten
versehen, wodurch er elektrisch aktiv wird. Anschließend
werden sie nach sehr engen Spezifikationen und mit
präzisen Messmethoden gemessen und klassiert.
Alle in der Produktion eingesetzten Hilfsstoffe werden regelmäßig qualitativ
und quantitativ bewertet. Jährlich werden neue Ziele und Maßnahmen gesetzt, um die Chemikalienverwendung
in der Zellfertigung zu senken. Die gesetzlichen Anforderungen für die jeweiligen Gefahrstoffe werden an allen
SolarWorld-Standorten strengstens genau erfüllt. Trotz der Erhöhung der Produktionszahlen und des damit einhergehenden Materialverbrauchs konnte 2015 der Einsatz von Gefahrstoffen stark reduziert werden.
2
3
LEGENDE
1
REINIGUNG: In mehreren Reinigungsbädern werden die im Drahtsägeprozess
entstandenen Schäden entfernt und die Oberfläche der Wafer texturiert.
2
DIFFUSION: Mittels Phosphordiffusion wird der pn-Übergang geschaffen,
welcher für die Trennung der Elektron-Loch-Paare verantwortlich ist. Aus
dem Wafer ist nun eine Solarzelle geworden. Die bei der Diffusion entstandene Phosphorglasschicht wird durch Oxidätze entfernt.
3
LASER: Mit einem Laser wird die Zelloberfläche in den Bereichen lokal aufgeheizt, die anschließend mit Silberpaste kontaktiert werden sollen. Dadurch
entsteht ein selektiver Emitter mit hohem Schichtwiderstand zwischen
den Kontaktfingern und einem geringem Schichtwiderstand unter ihnen.
Dies senkt elektrische Verluste.
GEPRÜFTE QUALITÄT: Vollautomatisierte Anlagen, die lückenlose Prozess- und Materialüberwachung sowie
permanente Qualitätskontrollen in allen Prozessschritten sichern den einzigartigen Qualitätsstandard von
SolarWorld. Die Solarzellenfertigungen stehen in ständiger enger Abstimmung mit der Solarmodulfertigung,
um die Leistung des Modules zu steigern.
12 I Zellfertigung
4
5
CLEVERE ZELLTECHNOLOGIE FÜR HOCHLEISTUNGSMODULE
PERC-Solarzellen können durch
eine dielektrische und eine metallische Schicht sowie lokale
Kontakte an der Rückseite mehr
Licht in Strom umwandeln.
Frontseitenkontakte
Antireflexschicht
Emitter
Selektiver Emitter
Rückseitenpassivierschicht
Lokale Aluminium-Rückseitenkontakte
Aluminium-Rückseitenbeschichtung
FÜHRENDE LÖSUNG: Die PERC-Technologie kombiniert geringe Herstellungskosten mit hohen Wirkungsgraden und einem besseren Jahresenergieertrag. In der Produktion werden mittlere Zell-Wirkungsgrade von mehr als
21 Prozent erreicht, die zu Modulleistungen von etwa 300 Watt bei 60-Zell-Modulen und 350 Watt bei 72-ZellModulen führen. Die SolarWorld hat die PERC-Technologie bereits 2012 als Hersteller in die Massenfertigung
überführt und inzwischen zum Standard in ihren Fertigungsstätten weltweit gemacht.
7
6
7
LEGENDE
4
OBERFLÄCHENVERGÜTUNG: Eine blaue Antireflexschicht
wird durch eine Gasphasenabscheidung aufgebracht. Sie
reduziert optische Verluste und sorgt für die elektrische
Oberflächenpassivierung.
6
KANTENISOLATION: Um die Vorder- und Rückseite elektrisch
zu trennen, wird entweder auf der Vorderseite am Rand der
Solarzelle mittels Laser ein Graben erzeugt oder die Rückseite wird geätzt.
5
METALLISIERUNG: Die Vorder- und Rückseitenkontakte entstehen im Siebdruckverfahren. Vor jedem der Druckgänge wird
die Lage der Zellen genau vermessen, um die Druckmasken
auszurichten. Anschließend werden die Pasten in einem
Sinter-Ofen eingebrannt.
7
KLASSIERUNG: Die Solarzellen werden zu 100 Prozent automatisch elektrisch und optisch vermessen – insgesamt über
150 Parameter – und nach Leistung und optischen Kriterien
sortiert. Anschließend wird jede einzelne Zelle von unseren
Qualitätsexperten final überprüft und verpackt.
14 I Modulfertigung
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1
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MODULFERTIGUNG
In einem vollautomatischen Produktionsprozess
werden die mono- oder multikristallinen Solarzellen
zunächst zu einer Matrix verschaltet und anschließend
wetterfest in einen Verbund aus Solarglas und Folien
eingebettet. Auch die Montage von Anschlussdose
und Rahmen geschieht in vollautomatischen Statio-
nen. Die modernen Produktionsanlagen, eine kontinuierliche Materialüberwachung und Qualitätskontrollen nach allen Fertigungsschritten sorgen für die
gleichbleibend hohe Qualität der SolarWorld-Module.
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6
5
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LEGENDE
1
V ERSCHALTUNG DER SOLARZELLEN ZU STRINGS: Die Verlötung der
Solarzellen zu einer Reihenschaltung (String) erfolgt durch
die Verschaltung der Frontseite der einen mit der Rückseite
der nächsten Zelle.
2
VERBINDEN DER STRINGS ZU EINER MATRIX: Die Strings werden an
den Enden zu einer Matrix verschaltet. Im weiteren Verlauf
entsteht ein Schichtsystem aus Solarglas, Einbettungsfolien
und Solarzellen.
3
LAMINIEREN: Ein großer Vakuumofen – der Laminator – laminiert Solarglas, Folien und Solarzellen bei etwa 150 Grad Celsius zu einer wetterfesten, wasserdichten Einheit. Vor und
nach dem Laminieren wird jedes Lay-Up streng kontrolliert.
4
MONTAGE DER ANSCHLUSSDOSE: Roboter montieren die Anschlussdose auf der Rückseite des Laminats. Die Anschlussdose besteht aus einem Guss, mit geschweißten statt
GEPRÜFTE QUALITÄT:
verlöteten Verbindungen – für maximale Sicherheit auch bei
höchsten Belastungen.
5
RAHMUNG: Die vollautomatisierte Rahmungsstation
verpresst das Laminat mit Aluminiumrahmen und den
passenden Eckwinkeln. Um das Solarmodul noch wetterbeständiger zu machen und das Eindringen von Wasser zu
verhindern, wird der Rahmen mit einem Zweikomponentensilikon gefüllt.
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LEISTUNGSBESTIMMUNG UND QUALITÄTSKONTROLLE: Die Leistung
jedes einzelnen Solarmoduls wird zum Schluss in einem
kalibrierten Flasher unter Standard-Testbedingungen (STC)
gemessen. Neben Leistung und elektrischer Isolation wird
außerdem die optische Qualität jedes Moduls kontrolliert.
Das Rückseitenlabel vermerkt Typ, Leistung und Produktionsort der Produkte. Die optische Qualität jedes einzelnen
Moduls wird von unseren Experten überprüft.
Während des Produktionsprozesses werden alle Zwischenschritte elektrisch
und optisch vermessen und kontrolliert. Das fertige Solarmodul wird vor der versandfertigen Verpackung
auf seine Leistung getestet und auf optische Qualität kontrolliert. Auch hier setzt SolarWorld Maßstäbe: Im Programm „Power Controlled“ unterzieht der TÜV regelmäßig Module in seinem unabhängigen Labor einer Leistungsmessung, um die Korrektheit der SolarWorld-Messdaten zu überprüfen.
16 I Forschung und Entwicklung
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Im Mittelpunkt der Forschung in Freiberg stehen die
praxisnahe Weiterentwicklung und Optimierung der
Produktionsverfahren mit den Zielen Senkung der Produktionskosten, Steigerung der Wirkungsgrade, Qualitätsverbesserung und Prozesssicherheit. Im hochmodernen Forschungs- und Entwicklungszentrum werden
in der konzerneigenen Pilotlinie neue Technologien und
Produktionsverfahren entwickelt, getestet und zeitnah
in die Massenfertigung überführt.
Hinzu kommen Labore für die Entwicklung, Zuverlässigkeitsprüfung und Qualitätssicherung, die permanent die Materialien, Halbzeuge, Prototypen und
Produkte aus der Fertigung überwachen. Erfolge der
Forschung sind auf allen Stufen der Wertschöpfungs-
kette abzulesen: So war die SolarWorld der erste Hersteller, der die PERC-Technologie in die Massenfertigung
überführte und mehrere Wirkungsgrad-Weltrekorde
aufstellte.
2015 wurde der Rohstoffeinsatz bei der Waferherstellung verringert, die Effizienz der Solarzellen erhöht
und die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit der
Solarmodule kontinuierlich verbessert. 2015 wurden
von Mitarbeitern der SolarWorld 77 Erfindungen angemeldet, und 273 Patentanmeldungen waren aktiv. Die
Arbeit der Forscher wird ergänzt durch die mehr als 500
Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern im Rahmen
unseres Vorschlagswesens.
Nachhaltigkeit I 17
1
LEGENDE
1
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NACHHALTIGKEIT
Nachhaltigkeit ist von Beginn an eines der Leitbilder
der Solarworld AG. Trotz des harten Wettbewerbs und
des hohen Kostendrucks auf dem Solarmarkt hält
die SolarWorld AG an der Nachhaltigkeit als Kern der
Marke fest.
Als produzierendes Unternehmen adressiert die
SolarWorld vier zentrale Umweltthemen: Energie, Emissionen, Wasser und Abfall. SolarWorld hat sich konkrete
Umweltziele für das Jahr 2020 gesetzt und berichtet
jährlich über ihre Fortschritte. Der konzernweite Energieverbrauch pro Watt Peak konnte beispielsweise 2015
gegenüber dem Basisjahr 2012 um 17 Prozent gesenkt
werden. Ziel ist eine Reduzierung um 25 Prozent bis 2020.
GELEBTE NACHHALTIGKEIT:
ABWASSERAUFBEREITUNG: Das anfallende Abwasser
wird je nach Herkunft und Inhaltsstoffen an den
verschiedenen Standorten erfasst und behandelt,
bevor es direkt (Gewässer) oder indirekt (kommunales Abwassersystem) eingeleitet wird. Die
spezifische Abwassermenge bezogen auf Watt
Peak konnte 2015 weiter reduziert werden.
2
INTERNER RECYCLINGKREISLAUF: Silizium aus eigener
Produktion wird einem internen Recyclingkreislauf zugeführt und zur Wiederverwertung in der
Waferherstellung aufbereitet.
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SOLARSTROMNUTZUNG: Die SolarWorld hat an allen
Produktionsstandorten Solarstromanlagen installiert, deren Strom teilweise zum Eigenverbrauch
genutzt wird, insgesamt 19 Megawatt.
Dank verstärkter eigener Wasseraufbereitung konnte
der spezifische Wasserverbrauch 2015 gegenüber 2012
um 27 Prozent reduziert werden. Über die Lebenszyklusanalyse werden die Umwelteigenschaften der
SolarWorld-Produkte ermittelt und im jährlichen
Bericht an das Carbon Disclosure Project (CDP) detailliert
und transparent offengelegt.
Die Produkte der SolarWorld AG erzeugen über ihren Lebenszyklus weitaus mehr Energie, als für ihre Herstellung zuvor aufgewendet wurde, und sparen entsprechend Treibhausemissionen ein. So erzielen die 2015 verkauften Module in 30 Jahren Lebenszeit
einen Energieüberschuss von 43.548 Gigawattstunden und sparen damit 20,18 Millionen Tonnen
CO₂-Äquivalente. Die vermiedenen CO₂-Emissionen übersteigen die bei der gesamten Herstellung
verursachten um das 24-Fache. (Den Berechnungen liegt eine standardisierte Installation in Deutschland zugrunde.)
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18 I Photovoltaik
Reflexion
Vorderseitenkontakt
negativ leitende Schicht
positiv leitende Schicht
Ladungstrennung
Ladungstrennung
Rückseitenkontakt
WIE WIRD AUS SONNE STROM?
Die Strahlungsenergie, die uns die Sonne täglich im
Überfluss liefert, kann durch den photoelektrischen
Effekt in Strom verwandelt werden. Solarzellen aus
Silizium absorbieren Licht (Photonen) und generieren
angeregte Ladungsträger. Das heißt, bei der Absorption
werden negativ geladene Elektronen durch die Energie
des Lichts von ihren Atomen getrennt und können sich
nun im angeregten Zustand im ganzen Festkörper frei
bewegen. Gleichzeitig entstehen dabei positiv geladene „Löcher“, die ebenfalls frei beweglich sind. Diese
Ladungsträger können nun an den Kontakten selektiv in
den externen Stromkreis übergehen: Elektronen fließen
zum Vorderseitenkontakt, die Löcher zum Rückseitenkontakt der Solarzelle.
Dies funktioniert, weil bei der Herstellung von Solarwafern und -zellen in das Halbleitermaterial Silizium
gezielt kleine Mengen von Fremdstoffen eingebracht
ÜBRIGENS:
werden, die positiv und negativ leitende Schichten
bilden. Typisch sind Phosphor (negative Schicht) und
Bor (positive Schicht). Am Übergang von der positiv
zur negativ leitenden Schicht werden in der Solarzelle
die freien Elektronen und die positiven „Löcher“ voneinander getrennt. Damit die Elektronen und die Löcher
nicht während ihres Transportes rekombinieren, also
sich gegenseitig neutralisieren, muss die Lebensdauer
der Ladungsträger hoch genug sein. Dies ist die Zeit, in
der sich Elektronen frei bewegen können, was ein empfindliches Maß für die Qualität und die Reinheit der
Wafer ist und im Bereich von nahezu einer Millisekunde
liegt. Der Ladungsträgerfluss aus den Kontakten wird
als Gleichstrom durch die Anschlussdose an der Modulrückseite abgeführt. Ein Wechselrichter wandelt den
Gleichstrom in netzkompatiblen Wechselstrom um, der
entweder ins öffentliche Stromnetz eingespeist oder
direkt im Haus gespeichert und genutzt werden kann.
Bereits im Jahr 1839 stieß der Franzose Alexandre Edmond Becquerel (1820–1891) bei Experimenten
auf den photoelektrischen Effekt. Allerdings lieferte erst Albert Einstein 1905 eine theoretische Erklärung des
Effekts. Dafür erhielt er 1921 den Nobelpreis für Physik.
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