Programmheftes - Festspielhaus St. Pölten

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Programmheftes - Festspielhaus St. Pölten
Moderner Tanz aus London:
HENRI OGUIKE
DANCE COMPANY
Sa 12. Mai 2007, 19.30 Uhr
Großer Saal | Anschließend Party «Tiger Dancing» im Haydn-Saal
[email protected]
02742/90 80 80-222
www.festspielhaus.at
Die nächsten Veranstaltungen im Festspielhaus St. Pölten
ARTISTIK.JONGLAGE
Sa 24. März, 19.30 Uhr
Großer Saal
So 25. März, 16 Uhr
Großer Saal
Poetischer Zirkus:
Compagnie Jérôme Thomas
Jérôme Thomas Inszenierung
Max Nagl Musik
Emmanuelle Grobet Kostüme
Franck Ténot Ausstattung
Empfohlen ab 8 Jahren
Bernard Revel Licht
Karten: Einheitspreis ¤ 22
Ivan Roussel Ton
Kinder von 6 – 14 Jahren: ¤ 6
Karen Bourre, Virginie Carbonnier,
23. März, Sternensaal
Kim Huynh, Sabrina Martinez, Hélène
Jonglage-Workshops für
Lopez de la Torre, Simon
8 – 12Jährige und 14 – 18Jährige Anxolabéhère, Camille Chalain, Jive
Informationen unter
Faury, Christophe Pilven, Jérôme
T (02742) 90 80 80-206
Thomas Artist/inn/en
«Rain/Bow. Arc après la pluie». Ein
Ballett der Jonglage für 10 Artisten
MUSIK.KLASSIK
Mo 26. März, 19.30 Uhr
Großer Saal
18.30 Uhr, Haydn-Saal
Einführungsgespräch mit
Rainer Lepuschitz
Karten:
¤ 32 | ¤ 28 | ¤ 23 | ¤ 16 | ¤ 8
Er tanzt, mimt und jongliert gleichzeitig und
kreiert mit allen möglichen Objekten improvisierend seine einzigartige Theaterwelt. «Ich
bin ein zeitgenössischer Gaukler aus dem
Mittelalter», sagt Jérôme Thomas über sich
selbst, «wie jene, die einst die Bälle warfen,
aber gleichzeitig Poeten und Tänzer waren.
Denn man kann nur aus der Tradition heraus
innovativ sein.»
Tonkünstler-Orchester:
Märchenhaft
Tonkünstler-Orchester
Niederösterreich
Vahid Khadem-Missagh Violine
Natela Nicoli Sopran, Felipe Rojas
Velozo Tenor, Manfred Hemm Bass
Michail Jurowski Dirigent
IGOR STRAWINSKI Suite aus der
Ballettmusik «Le baiser de la fée»
PJOTR ILJITSCH TSCHAIKOWSKI Konzert
für Violine und Orchester D-Dur op. 35
IGOR STRAWINSKI Pulcinella.
Ballettmusik in einem Akt nach Pergolesi
für Soli und Orchester
Igor Strawinski unterwegs im Märchenland:
Der Kuss der Fee inspirierte ihn zu einem zauberhaften Ballett im Stile Tschaikowskis, die
Abenteuer der Commedia dell’Arte-Figur
Pulcinella führten ihn noch weiter zurück in
die Vergangenheit zu barocken Klängen.
Märchenhaft auch die Melodien von Tschaikowskis Violinkonzert, das in jungen Tonkünstlerhänden von Konzertmeister Vahid
Khadem-Missagh liegt.
Unter der Schirmherrschaft
I.K.H. der Prinzessin von Hannover
LES BALLETS DE MONTE-CARLO
Chefchoreograf & Direktor: Jean-Christophe Maillot
ROMEO UND JULIA
Samstag, 17. März 2007, 19.30 Uhr
Sonntag, 18. März 2007, 16 Uhr
Festspielhaus St. Pölten
Großer Saal
Intendanz: Prof. Michael Birkmeyer
ROMEO UND JULIA
Ballett in drei Akten nach William Shakespeare
Les Ballets de Monte-Carlo
Choreografie: Jean-Christophe Maillot
Musik: Sergej Prokofjew*
Ausstattung: Ernest Pignon-Ernest
Kostüme: Jérôme Kaplan
Lichtdesign: Dominique Drillot
Premiere: 23. Dezember 1996, Opéra de Monte-Carlo
Dauer: ca. 135 Minuten
Eine Pause nach dem 1. Akt
Mit Unterstützung der Fürstlichen Regierung
* mit freundlicher Genehmigung von Universal Edition AG, Wien
Festspielhaus St. Pölten
Karin Prinz Produktion
Reinhard Hagen Technischer Direktor
Ferdinand Mikscha Bühneninspektor
Jürgen Westermayr Bühnenmeister
Herbert Baireder Beleuchtungsinspektor
Norbert Blahous Beleuchtungsmeister
Martin Kreienbühl Beleuchter
Andreas Dröscher Tonmeister
Maria Janker Garderobiere
In seiner Version von «Romeo und Julia» hat sich Jean-Christophe
Maillot vom episodischen Charakter der Musik Prokofjews inspirieren lassen und die Handlung wie eine Filmgeschichte strukturiert. Statt sich auf Themen der gesellschaftlichen und politischen
Gegensätzlichkeiten zwischen den beiden sich befehdenden Clans
zu konzentrieren, stellt die Choreografie die Zweideutigkeit des
Heranwachsens in den Brennpunkt. Zwischen sich widersprechenden Impulsen, Zärtlichkeit und Gewalttätigkeit, Angst und Stolz,
hin und her gerissen, geraten die Liebenden in eine Tragödie, die
beispielhaft ist für ihre Jugend und die extremen Gefühle und
internen Konflikte, die diesen Lebensabschnitt charakterisieren.
Eine Zeit im Leben, wenn das Schicksal – stärker als in jedem
anderen Moment – sich der bewussten Kontrolle zu entziehen
scheint, und wenn der innere Aufruhr, von Leidenschaften und
Idealen ausgelöst, manchmal unverhältnismäßige, ja fatale
Folgen haben kann. Der Künstler Ernest Pignon-Ernest hat ein
transparentes und helles Dekor geschaffen, das diesen zerbrechlichen und flüchtigen Seinszustand evoziert: ein Spiel aus einfachen Formen, die die eigentliche, komplexe Bedeutung ans Licht
bringt.
INHALT
Vor langer Zeit lebten in Verona zwei reiche und
mächtige Familien – die Montagues und die
Capulets – die einander mit heftiger Abscheu
hassten. Für die jungen Leute jedes Clans war es
üblich einander mit starkem Misstrauen zu begegnen und die geringste Gelegenheit für eine Konfrontation zu suchen. Das Drama beginnt also
dann, wenn eine plötzliche und tiefe Leidenschaft
zwischen Romeo und Julia, die den Familien
Montague bzw. Capulet entstammen, entsteht.
Von da an scheint es einer logischen und unausweichlichen Entwicklung zu folgen. Denn die
Quelle für das tragische Schicksal der Liebenden
ist nicht so sehr der Hass zwischen den beiden
Familien, sondern vielmehr das Gesetz des Zufalls
und gefährlicher Umstände. Das Instrument
des Schicksals ist Vater Lorenzo, eine seltsame
Erscheinung, die Gutes tun will und erlaubt,
dass das Schlimmste eintritt. Daher beginnt die
Geschichte für Jean-Christophe Maillot mit der
Präsenz dieses aufdringlichen, aber machtlosen
Strategen, der von zwei Ministranten flankiert
wird, die in Shakespeares Stück nicht vorkommen, aber hier zwei Seiten einer Person symbolisieren: das hybride Selbst in uns, das handeln
möchte und das dennoch manipuliert wird.
Die Handlung beginnt mit einer Kampfszene,
die um die wichtigsten Protagonisten des Dramas
herum organisiert ist: Mercutio und Benvolio für
die Montagues, Tybalt für die Capulets.
Julia, die Tochter der Capulets, wurde von
ihren Eltern Paris versprochen. Sie erscheint auf
einem Ball, den ihre Eltern geben. Romeo folgt
Rosalind, die auf sein Werben nicht reagiert.
Zusammen mit seinen Freunden schleicht er sich
auf dem Ball ein und findet völlig unerwartet Julia.
Sie verlieben sich sofort ineinander, ein Kuss vollendet ihre erste Begegnung, und das Schicksalsrad wird in Bewegung gesetzt. In derselben Nacht
erklären sie einander ihre Liebe, die sie am nächsten Tag besiegeln werden.
Auf dem großen Platz in Verona ist ein Festtag
im Gange. Julias Amme gibt Romeo einen Brief,
der ihn darüber informiert, seine Geliebte im
Kloster zu treffen, wo Vater Lorenzo sie heimlich
verheiraten wird. Aber das Zufallsgesetz verhindert, dass die Sache damit erledigt ist. Romeo, der
nicht kämpfen will, fühlt sich verpflichtet, seinen
Freund Mercutio zu rächen. Dieser wurde von
Tybalt, der diesen Konflikt mit den Montagues
herausforderte, tödlich verwundet. Romeo tötet
Tybalt, Julias Cousin. Er flüchtet zu seiner angebeteten Julia und sie verbringen eine Liebesnacht.
Danach muss Romeo gehen. Vater Lorenzo, der
Ermöglicher dieser verrückten Leidenschaft,
schlägt Julia eine Idee vor, die sowohl brillant als
auch fatal ist: ein Trank, der sie wie tot aussehen
lassen wird, sie aber tatsächlich in einen tiefen
Schlaf versetzen wird. Doch die Illusion des Todes
trügt auch Romeo, denn Vater Lorenzo kann ihn
nicht rechtzeitig über die List aufklären. Außer
sich vor Verzweiflung tötet sich Romeo ohne zu
wissen, dass er eine verzweifelte Julia hinterlässt,
die sich ebenfalls das Leben nimmt, als sie aufwacht und ihn tot neben sich findet.
Was danach geschah, erzählt Shakespeare
nicht …
Bernice Coppieters und Chris Roelandt © Marie-Laure Briane
SZENENFOLGE
Ouvertüre
I. AKT
1. Szene
3. Szene
Die Straße (1)
Vater Lorenzo und seine beiden Freunde – der Clan der
Montagues: Mercutio, Romeo, Benvolio – Auftritt von
Tybalt, Rosalind und den Capulets – der Kampf –Vater
Lorenzo und seine beiden Freunde
Vater Lorenzo, eine seltsam gequälte Person, ist der
vitale Faden, der die Ereignisse des Dramas verbindet.
Er verkörpert eine Dreieinigkeit, die zwischen Gut und
Böse gefangen ist und zwischen Zufall und
Notwendigkeit hin und her gerissen wird. Er ist ein
Manipulator, der manipuliert wird, und der
Hauptanstifter der Geschichte, durch den die Tragödie
in Gang kommt, obwohl er glaubt, dass er den Schlüssel zum Glück übergeben hat. Daher erscheint er am
Anfang des ersten Aktes und zeigt, wie sehr die
Geschichte von Romeo und Julia – ihr Tod ebenso wie
ihre Begegnung und sogar ihre Liebe – vom Zufall
bestimmt ist. Er ist der Agent des Dramas, das wie
folgt beginnt: In einer Straße in Verona entwickelt
sich ein Streit zwischen Mercutio, Benvolio und Tybalt
in einen Kampf, als Romeo vorbeikommt.
– Romeo
– Die Straße erwacht
– Morgentanz
– Der Streit
– Der Kampf
– Der Auftritt des Prinzen
Die Masken
Die Masken – Auftritt von Romeo, Mercutio, Benvolio,
Rosalinde
– Auftritt der Gäste
– Die Masken
2. Szene
Julias Schlafzimmer (1)
Die Amme – Auftritt von Julia – Auftritt von Lady Capulet
Während Julia in ihrem Zimmer mit ihrer Amme spielt,
tritt die Mutter des Mädchens – ein Symbol der
Autorität beider Eltern – ein und sagt ihr, dass Graf
Paris um ihre Hand angehalten hat. Sie versucht das
Mädchen, das rebelliert und die Idee ablehnt, zur
Vernunft zu bringen.
– Bei den Capulets (Vorbereitung des Balls)
– Julia und ihre Amme
4. Szene
Der Ball
Paartanz – Pas de six: Julia / Paris, Romeo / Rosalind,
Lady Capulet / Tybalt – Variation Julia – Variation
Mercutio – Julia trifft Romeo – Tybalt erkennt Romeo –
die Gäste verlassen den Ball
Der Ball ist in vollem Gange in Capulets großem Haus.
Romeo versucht, die Aufmerksamkeit der schönen
Rosalind zu erregen, die vor seinen Avancen zurückscheut. Julia sieht als erste den gut aussehenden jungen Mann, der bald ebenso gefangen ist. Aber Tybalt
entdeckt die Eindringlinge und unterbricht diese
erste und entscheidende Begegnung.
– Tanz der Kavaliere
– Variation Julia
– Mercutio
– Madrigal
– Tybalt erkennt Romeo
– Gavotte
5. Szene
Der Balkon
Romeo sieht Julia auf dem Balkon – Mercutio und
Benvolio suchen Romeo und werden von Tybalt beobachtet – Variation Romeo – Julia sieht Romeo – Pas de deux
Auf dem Balkon vor ihrem Zimmer träumt Julia von
dem Abend. Romeo, dessen beide Freunde ihn überall
suchen, erscheint im Garten, um ihr seine Liebe zu
gestehen.
– Die Balkonszene
– Variation Romeo
– Liebesduett
II. AKT
III. AKT
6. Szene
9. Szene
Die Straße (2)
Romeo trifft Benvolio inmitten der Feierlichkeiten –
Tänze, Maskeraden und Puppenspiele beleben die
Straße. Die Amme erscheint mit einem Brief von Julia,
in dem sie Romeo mitteilt, dass er sie in der Zelle von
Vater Lorenzo treffen soll, wo der Priester ihre
Verbindung segnen wird.
– Romeo und Mercutio
– Tanz der fünf Paare
– Tanz mit Mandoline
– Die Amme
– Romeo und die Amme
Julias Schlafzimmer (2)
Julia und Romeo – Auftritt der Amme – Lady Capulet und
Paris – Julia und die Amme – Julia weigert sich, Paris zu
heiraten – Julia alleine – Vater Lorenzo und seine beiden
Freunde – Julia, Vater Lorenzo und seine beiden Freunde
Bevor er nach Mantua flieht, um dem Zorn der
Capulets zu entgehen, verabschiedet sich Romeo von
Julia. Der Abschied ist schmerzvoll. Julia kann nicht
akzeptieren, was passiert ist. Aber noch weniger kann
sie Paris als Ehemann akzeptieren. Ihre Mutter hat
gerade die bevorstehende Hochzeit verkündet, indem
sie den Freier in das Schlafzimmer mitgebracht hat.
Voll Abscheu und gedemütigt sucht Julia Vater
Lorenzos Rat.
– Einleitung
– Romeo verabschiedet sich von Julia
– Die Amme
– Julia weigert sich, Paris zu heiraten
– Julia allein
– Julias Zimmer
– Julia allein
7. Szene
Die Zelle
Die Hochzeit
Vater Lorenzo, der durch diesen Akt die beiden verfeindeten Familien zu versöhnen hofft, hat sich einverstanden erklärt, Romeo und Julia zu trauen. Die
Hochzeit findet unter dem Zeichen des Möbius-Rings
statt, einem Zeichen unauflösbarer Einheit, ein
Symbol von Ewigkeit und immerwährender Rückkehr,
denn auch der Tod wird diese Liebe nicht beenden.
– Julia in der Zelle von Vater Lorenzo
– Straßenfest
8. Szene
Die Straße (3)
Tybalts Tod
Tybalt fordert einen Streit mit Mercutio und Benvolio
heraus. Romeo versucht die Situation zu beruhigen,
aber Tybalt tötet schließlich Mercutio. Romeo, ein
Pazifist, aber ein Mann der Ehre, ist verpflichtet, den
Tod seines Freundes zu rächen. Er duelliert sich mit
dem Feind der Montagues und tötet ihn.
– Begegnung von Mercutio und Tybalt
– Tod von Mercutio
– Romeo beschließt, Mercutio zu rächen
– Finale
10. Szene
Julias Schlafzimmer (3)
Das Grab
Vater Lorenzos Strategie ist es, Julia ein Getränk zu
geben, das sie wie tot aussehen lässt, aber von dem
sie nach den Begräbnisfeierlichkeiten aufwachen und
dann zu Romeo gehen wird. Vater Lorenzo verspricht,
Romeo zu informieren, aber er kann seine Nachricht
nicht übermitteln. Romeo ist wahnsinnig vor Trauer,
als er von Julias Tod erfährt und begeht Selbstmord.
Als Julia danach erwacht, wird ihr klar, was passiert
ist und sie beschließt, mit ihrem Geliebten im Tod für
immer verbunden zu sein.
– Julias Begräbnis
– Julias Tod
AUF EWIG IM TANZ VEREINT
«Romeo und Julia» im Ballett-Theater
Von Horst Koegler
«Tanzest du, so wünsch’ ich, du seist ’ne
Meereswell, und tätest nichts als dies, stets in
Bewegung immerdar.»
Florizel zu seiner geliebten Perdita im
«Wintermärchen»
Er scheint ein leidenschaftlicher Tänzer gewesen zu sein, dieser William Shakespeare aus
Stratford-upon-Avon. Überall wird bei ihm
getanzt – nicht nur in seinen Komödien, sondern auch in seinen Tragödien und erst recht
in seinen Historien. Knapp fünfhundert Verweise auf den Tanz finden sich in seinem Gesamtwerk. Gar zu gern wüssten wir, wie er
denn selbst getanzt hat, denn sein «Merry Old
England» war ja ein ausgesprochenes «Dancing Old England», mit Heinrich VIII. und seiner Tochter Elisabeth an der Spitze. Aber darüber ist leider nichts bekannt – und auch
nicht viel mehr über die frühen, auf seinen
Stücken basierenden Ballette. Immerhin
lesen wir bei keinem Geringeren als Stendhal
im Jahr 1818: «Die Tragödien meines Gottes
Shakespeare sind tatsächlich vorgefertigte
Ballette... Doch Shakespeares beste Tragödien
beeindrucken mich nicht halb so stark wie
Viganòs Ballette.» Das bezog sich auf Salvatore Viganòs «Otello» an der Mailänder Scala.
Auch vom berühmten Ballettreformator
Jean Georges Noverre wird bereits aus
London im Jahr 1785 ein «Macbeth»-Ballett
erwähnt, das jedenfalls nur eine einzige
Aufführung erlebte und im Gelächter des
Publikums untergegangen zu sein scheint,
das sich königlich darüber amüsierte, dass
Banquos Geist immer zur falschen Zeit
erschien und der Mord an Duncan partout
nicht klappen wollte.
Im gleichen Jahr wurde in Venedig ein
erstes «Giulietta e Romeo»-Ballett von
Eusebio Luzzi gegeben, und 1811 choreografierte Vincenzo Galeotti, der Vorgänger des
berühmten August Bournonville, in
Kopenhagen ein Ballett «Romeo og Julie» –
einen ausgewachsenen Fünfakter mit viel
Pantomime, vom Dänen Claus Schall für
Orchester und Chor komponiert.
Das 19. Jahrhundert hatte auf dem BallettTheater mit Shakespeare im Allgemeinen
freilich nicht viel im Sinn, es befasste sich
lieber mit Sylphiden, Wilis, Schwänen und
Puppen. Also müssen wir bis 1926 warten auf
das erste Auftauchen eines seriösen «Roméo
et Juliette»-Balletts von dem Engländer
Constant Lambert bei Diaghilews Ballets
Russes. Lambert war allerdings bass erstaunt,
als er zu einer Probe erschien und feststellte,
dass seine Musik, die er eigentlich für ein
«Adam and Eve»-Ballett komponiert hatte,
von Diaghilew kurzentschlossen zu einem
Stück über zwei Tänzer umfunktioniert worden war, die als Liebespaar am Ende im Pilotendress mit einem Flugzeug durchbrennen:
ein typisches Produkt aus Diaghilews «Cocktail Period», über dessen Seriosität man sich
so seine eigenen Gedanken macht, getanzt
immerhin von Tamara Karsavina und Serge
Lifar und choreografiert von der berühmten
Bronislawa Nijinska.
In den folgenden Jahrzehnten hat es dann
immer mal wieder «Romeo und Julia»-Ballette gegeben – häufig zu Berlioz’ Dramatischer Sinfonie (auch von Béjart mit dem
Motto «Make Love, not War») oder zu
Tschaikowskis Fantasie-Ouvertüre (George
Skibine in «Tragédie à Vérone») – sie alle sind
von Serge Prokofjews «Romeo i Dschuljetta»
überrundet worden, das als «Ballett in drei
Akten und 13 Bildern mit Prolog und Epilog»
in seinem Werkkatalog als Opus 64 aus dem
Jahr 1936 registriert wird und zum meistaufgeführten Handlungsballett des 20. Jahrhunderts avancierte.
Es hat eine sehr komplizierte Entstehungsgeschichte. Erste Gespräche mit Ballettexperten fanden 1934 in Leningrad statt (Prokofjew
war damals 43 Jahre alt und hatte bereits
mehrere Ballette – auch für Diaghilew – komponiert). Ständige Änderungs- und Ergänzungswünsche der zuerst in Leningrad, dann
in Moskau, dann wieder in Leningrad vorgesehenen Choreografen und Zensureingriffe
der Parteibonzen bei konzertanten Probeaufführungen zogen die Vorbereitungen end-
Bernice Coppieters und Chris Roelandt © Marie-Laure Briane
los hin – auch hielt sich die Begeisterung der
Ballettleute in engen Grenzen und Galina
Ulanowa, die vorgesehene Julia, stöhnte
«Nichts Schlimm’res gibt es, möcht’ ich wetten, als die Musik Prokofjews in Balletten!»
Schließlich verlor Prokofjew die Geduld
und vergab die Uraufführung nach Brünn, wo
sie Ende 1938 denn auch stattfand, choreografiert von Ivo Vana Psota – ein nur mässiger
Erfolg, mit wenig Vorstellungen. Das wiederum passte den sowjetischen Kulturfunktionären überhaupt nicht in den Kram, so dass
sie sie einfach ignorierten und in allen Veröf-
fentlichungen bis weit in die fünfziger Jahre
behaupteten, dass die Uraufführung am 11.
Januar 1940 am Leningrader Kirow-Theater
in der Choreografie von Leonid Lawrowsky
mit Ulanowa und Juri Schdanow in den
Hauptrollen stattgefunden habe. Die allerdings wurde ein großer Erfolg, und der bestätigte sich dann auch bei der Übernahme der
Produktion 1946 am Moskauer BolschoiTheater. So wurde «Romeo und Julia» zum
Paradebeispiel dessen, was man damals den
Sozialistischen Ballettrealismus nannte, von
den ideologisch indoktrinierten Historikern
Bernice Coppieters und Chris Roelandt © Marie-Laure Briane
als «Symbol der Renaissance» und als eine
«neue Lebenseinstellung vor dem Hintergrund einer Familienfehde als Verkörperung
des finsteren Mittelalters» interpretiert.
Beschleunigt wurde der weltweite Erfolg
durch die Mitte der fünfziger Jahre einsetzenden großen Auslandsgastspiele der Compagnien aus Moskau und Leningrad, namentlich
in Paris, London und New York. Erste herausragende westliche Eigenproduktionen gab es
dann von Frederick Ashton (Kopenhagen,
1955), John Cranko (Mailänder Scala in
Venedig, 1958 – dann auch Stuttgart, 1962),
Kenneth MacMillan (London, 1965), John
Neumeier (Frankfurt, 1971), Rudolf Nurejew
(London, 1977) und Juri Grigorowitsch
(Moskau, 1979 – inzwischen wieder durch das
Lawrowsky-Original ersetzt). Heute vergeht
kaum noch ein Monat, in dem es nicht eine
Neuinszenierung von Prokofjews «Romeo
und Julia» irgendwo auf der Welt gibt.
Eine große Schwierigkeit bei der Erarbeitung alternativer Versionen ergibt sich durch
die enge Verbindung, ja die Verschmelzung
der Musik mit der Dramaturgie. Da die Musik
einen so außerordentlich starken illustrativen
Charakter hat, gerät jeder Choreograf, der
sich ihr widersetzt, in einen unausweichlichen Konflikt. Als erster dieser Provokateure
hat sich Angelin Preljocaj 1990 an der Oper
von Lyon dieser Herausforderung gestellt. Bei
ihm ist Shakespeares Verona ein Orwellscher
Polizeistaat, beherrscht von der roboterhaften
Militärdiktatur der Capulets, während die
Montagues Berber sind, die in einer verrotteten Fabrik hausen. Am Ende triumphiert
Tybalt in denkmalhafter Pose über den Leichen
der beiden Liebenden.
Jean-Christophe Maillot, der bei Neumeier
in Hamburg als Tänzer seine erste Begegnung
mit dem Romeo hatte, wurde dann bei seiner
Einstudierung für seine eigene Compagnie,
Les Ballets de Monte-Carlo, 1996 von der Kritik
ob seiner filmischen Dramaturgie mit ihren
Ein- und Überblendungen gerühmt. Ihm geht
es weniger um den politisch-sozialen Gegensatz zweier verfeindeter Clans, sondern um die
Konzentration auf den Zusammenstoß extremer Emotionen und innerer Konflikte, die sich
jeglicher rationalen Kontrolle entziehen.
Eine der jüngsten Produktionen ist die von
Mauro Bigonzetti, die im Mai 2006 in Reggio
Emilia Premiere hatte (mit zusätzlichen elektronischen Musikarrangements von Bruno
Moretti). Sie ist vielleicht die radikalste – nicht
nur weil sie sich rigorose Eingriffe in den
musikalischen Ablauf erlaubt, sondern auch
ihrer eigenwilligen Dramaturgie wegen, als
bestünde die Aktion aus Legosteinen, «um
sich auf das ‹Paar› zu konzentrieren, Symbol
der umwälzenden Kraft der Jugend und der
verzehnfachten Liebe, zehn Mal Romeo,
zehn Mal Julia. Ein hyper-energetischer Tanz,
aufgeführt mit Knieschonern und Motorradhelmen, die den Körper schützen, aber die
Seele nicht …» (Francesca Pedroni in
«Il Manifesto»).
SERGEJ PROKOFJEW
Bereits der junge Prokofjew zeigte ein außergewöhnliches musikalisches Talent. Mit 13
begann er am Konservatorium in St. Petersburg zu studieren. Zu seinen Lehrern zählten
Ljadov, Rimsky-Korsakow und Tscherepnin.
Mit seinen ersten öffentlichen Auftritten
(1908 bis 1910) machte er vor allem als hervorragender Pianist auf sich aufmerksam. Zur
selben Zeit fand er, dass sein Unterricht zu
restriktiv sei, und er wurde Mitglied der
Avantgarde-Bewegung «Monde de l’art», der
auch Diaghilew, Benois und Bakst angehörten. Die Modernisten fanden seine experimentellen Klavierstücke sowohl frisch als
auch innovativ, doch die Aufführung seines 2.
Klavierkonzerts verursachte 1913 einen Skandal, im selben Jahr, in dem auch Strawinskis
«Frühlingsopfer» in Paris einen Aufstand auslöste.
Von da an begann er, Reisen außerhalb
Russlands zu unternehmen. Aus einem
Treffen mit Diaghilew 1914 in London entstand eine enge Zusammenarbeit mit dem
Direktor der Ballets Russes, für die er die
Musik für «Chout» (1914), «Le Pas d’acier»
(1927, Choreografie von Léonide Massine),
«Der verlorene Sohn» (1929, Choreogafie:
George Balanchine) ebenso wie für Serge
Lifars Choreografie «Sur le Borsythène» an
der Pariser Oper (1932) schrieb.
1918 floh er vor dem Blutvergießen in seinem Geburtsland und ließ sich in den Vereinigten Staaten nieder, 1923 übersiedelte er
nach Frankreich. In Paris, seiner Heimat
außerhalb seiner Heimat, war er Teil des pulsierenden künstlerischen Zirkels, in dem auch
die russischen Emigranten Rachmaninow,
Strawinski, Diaghilew und Balanchine verkehrten. Dank seiner ausgedehnten Reisen in
Deutschland, den USA, Italien, der Sowjetunion, Kanada und Kuba wurde er bald ein
kosmopolitischer Russe. Die Stücke, die er
während dieser Zeit im Westen komponierte,
wurden als grotesk beschrieben, er selbst zog
die Bezeichnung scherzo-artig vor. Ein Paradebeispiel für den burlesken Charakter seiner
Musik ist die Oper «Die Liebe zu den drei
Orangen» (Chicago, 1921).
Ende 1932 übersiedelte Prokofjew wieder
in die Sowjetunion. Er wurde dort mit Werken
wie «Leutnant Kische» (1934) und Schlüsselwerken seines Oeuvres schnell erfolgreich,
darunter die Ballettmusik «Romeo und Julia»
(1935–36, Premiere 1938 in Brünn, 1940 beim
Kirow-Ballett), die populäre Kindergeschichte
«Peter und der Wolf» (1936) sowie seine
Opern «Krieg und Frieden» (1941, rev. 1952)
und «Die Geschichte vom wahren Menschen»
(1946). Zwei seiner berühmtesten Ballette
«Aschenbrödel» und «Die steinerne Blume»
kamen 1945 in der Choreografie von Leonid
Lawrowsky im Bolschoi Theater Moskau zur
Uraufführung. In Zusammenarbeit mit dem
Filmregisseur Eisenstein produzierte er die
Musik für «Alexander Newski» (1939) und
«Iwan der Schreckliche» (1945).
Zahlreiche seiner nicht für das Ballett
komponierten Werke sind von Choreografen
wie Michail Fokine, Aurel von Milloss,
Kenneth MacMillan, David Lichine, Jerome
Robbins und Juri Grigorowitsch verwendet
worden.
© Hans Gerritsen
LES BALLETS DE MONTE-CARLO
Die Geschichte der Ballets de Monte-Carlo begann 1909
in Paris, als Serge Diaghilew eine Ballettcompagnie mit
einigen der besten Tänzer aus St. Petersburg und Moskau
präsentierte. Nach diesem erfolgreichen Start stellte sich
die Compagnie 1911 unter dem Namen Les Ballets Russes
de Serge Diaghilew in Paris und London vor. Sitz des
Ensembles wurde Monte-Carlo, wo es sich auf die jährliche Saison in Paris und auf Tourneen vorbereitete, unter
anderem auf das legendäre Gastspiel in den USA 1916 bis
1917. 20 Jahre lang gaben Diaghilew und sein sensationeller Mitarbeiterstab, der aus den wichtigsten Schriftstellern, Komponisten, Malern, Choreografen und Tänzern
seiner Zeit bestand, den Ton in der internationalen Ballettwelt und darüber hinaus in der Kunst- und Modewelt
an. Bis zu seinem Tod 1929 hat Diaghilew mit seiner
Ästhetik, die alle Kunstformen perfekt integrierte, das
Ballett grundlegend reformiert.
1932 entstand eine neue Compagnie aus der Vereinigung des Opernballetts von Monte-Carlo mit dem
Russischen Opernballett in Paris. Direktor der neuen
Ballets Russes de Monte-Carlo war Colonel de Basil, als
künstlerischer Leiter fungierte René Blum. Nach einem
offenen Streit der Beiden gründete de Basil eine Compagnie mit dem Namen Ballets Russes du Colonel de Basil,
Blum rief 1936 Les Ballets de Monte-Carlo ins Leben, die
1938, als Léonid Massine Direktor wurde, in Ballet Russe
de Monte-Carlo umbenannt wurde. Massine versuchte bis
1945 das Konzept der ursprünglichen Ballets Russes zu
realisieren und hatte damit auch beachtlichen Erfolg,
etwa mit De Milles «Rodeo» (1942), Balanchines «Danses
Concertantes» und «Le Bourgeois Gentilhomme» (1944).
In den frühen 1950er Jahren wurde die Compagnie aufgelöst, 1954 wieder gegründet, verschwand jedoch nach und
nach von der Bildfläche bis zu ihrem endgültigen Aus 1963.
1985 wurden Les Ballets de Monte-Carlo als offizielle
Ballettcompagnie des Fürstentums von Monaco von Ihrer
Königlichen Hoheit, Prinzessin von Hannover (Caroline
von Monaco), auf Wunsch ihrer Mutter, der Fürstin Gracia
Patricia von Monaco, gegründet. Die erste Aufführung
fand am 21. September 1985 statt, bei der einige Stars
der Pariser Oper mitwirkten. Unter der Leitung von
Ghislaine Thesmar und Pierre Lacotte probte die
Compagnie im Diaghilew-Studio, trat auf der Bühne der
Salle Garnier in der Oper von Monte-Carlo auf und nahm
sofort ihre Tourneetätigkeit auf. Das Repertoire umfasste
Arbeiten der Ballets Russes, zeitgenössische Stücke von
Choreografen wie Kevin Haigen, John Clifford, JeanChristophe Maillot, Dieter Amman und Uwe Scholz. 1989
übernahm Jean Yves Esquerre die Direktion.
1992 kam Jean-Christophe Maillot zuerst als künstlerischer Berater zur Compagnie und wurde im September
1993 zum Direktor und Chefchoreografen ernannt.
Dank der Vision und der Energie des neuen Direktors
verließ die Compagnie vier Jahre später ihr historisches
Zuhause, das mittlerweile zu klein geworden war und
übersiedelte in ihr eigenes Tanzzentrum, L’ATELIER. Im
Dezember 2000 gab sie ihre erste Ballettsaison auf der
riesigen Bühne der Salle des Princes im brandneuen
Kongresszentrum von Monaco, dem Grimaldi Forum.
Das Hauptaugenmerk der Compagnie liegt in der Kreation neuer Werke, die in Monaco zur Premiere kommen und
danach auf Tourneen gezeigt werden, die sich unter der
Leitung von Jean-Christophe Maillot noch weiter ausgedehnt haben. London, Seoul, Rom, Kairo, Lissabon, Madrid,
Paris, New York, Hongkong, Manila, Brisbane, Rio de Janeiro,
Sao Paulo, Athen, Amsterdam, Brüssel, Tokio, Mexiko,
Peking, Shanghai, Wien und Montreal sind nur einige der
wichtigsten Städte, in denen das Ballett von Publikum und
Presse uneingeschränkte Begeisterung erntete.
Jean-Christophe Maillot, © Marie-Laure Briane
Das Repertoire beruht auf Kreationen und Neuaufnahmen von Werken zeitgenössischer Gastchoreografinnen und -choreografen wie zum Beispiel Karole
Armitage, Lucinda Childs, William Forsythe, Jiři Kylían,
Twyla Tharp, Jacopo Godani und Sidi Larbi Cherkaoui
sowie auf Stücken von Jean Christophe-Maillot wie
«Dov’è la Luna», «Vers un Pays Sage», «Romeo und
Julia», «Recto Verso», «Cendrillon», «Casse-Noisette
Circus», «Opus 40», «Entrelacs», «Oeil pour oeil», «La
Belle», «Men’s Dance», «D’une rive à l’autre», «Noces»,
«Miniatures», «Le Songe»und «Altro Canto».
Die Vielfalt, die für Maillot so wichtig ist, ist
zweifellos ein Ass im künstlerischen Reichtum dieser
Compagnie, die gleichzeitig kontinuierlich das Potenzial
der klassischen Tanztechnik und ihr Vokabular verstärkt
und erforscht und der Zusammenarbeit mit Künstlerinnen
und Künstlern anderer Disziplinen, Komponisten und
Designern breiten Raum gibt.
JEAN-CHRISTOPHE MAILLOT, 1960 in Tours,
Frankreich, geboren, studierte Jean-Christophe Maillot
Tanz und Klavier am staatlichen Konservatorium und
anschließend an Rosella Hightowers Internationaler
Paola Cantalupo © Laurent Philippe
Tanzschule in Cannes. 1977 gewann er den Prix de
Lausanne, 1978 wurde er Tänzer beim Hamburg Ballett,
wo John Neumeier für ihn Hauptrollen in vielen seiner
Choreografien schuf. 1983 wurde Jean-Christophe Maillot
als Choreograf und Direktor zum Ballett des Grand
Théâtre in Tours, aus dem später ein Choreografisches
Zentrum hervorging, berufen. Er schuf etwa 20 Choreografien für die Compagnie und gründete 1985 das Tanzfestival «Le Chorégraphique».
Als Gastchoreograf schuf er für Les Ballets de MonteCarlo «Les Adieux», eine erfolgreiche Version von
Bartóks «Le Mandarin Merveilleux» sowie «L’enfant et les
sortilèges», bevor er 1992 als künstlerischer Berater zur
Compagnie berufen wurde.
1993 lud Prinzessin von Hannover Jean-Christophe
Maillot ein, Direktor der Ballets de Monte-Carlo zu werden. Durch seine überlegte Repertoirebildung mit Werken
berühmter und weniger bekannter zeitgenössischer Choreografen sowie aus dem klassischen Erbe und vor allem
durch seine eigenen Arbeiten als Hauschoreograf gab er
dem 50-köpfigen Ensemble ein unverwechselbares
Profil.
Seine persönliche Suche ist die Grundlage einer
neuen Tanzsprache, die es ihm ermöglicht sowohl die großen klassischen Ballette neu zu interpretieren als auch
abstrakte Werke zu kreieren. Durch die Vielfältigkeit seines künstlerischen Schaffens ist er zweifellos einer der
bedeutendsten Choreografen unserer Zeit.
Jean-Christophe Maillot hat seine Ballette mit Ensembles auf der ganzen Welt einstudiert, und seine Arbeiten
wurden auf den wichtigsten Tanzbühnen Europas, in New
York sowie in verschiedenen Metropolen Südamerikas
und Asiens aufgeführt.
1992 wurde Jean-Christophe Maillot der Titel «Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres» vom französischen
Kulturminister Jack Lang und 1999 der Titel «Officier de
l’Ordre du Mérite Culturel» des Fürstentums Monaco verliehen. 2002 wurde er vom französischen Präsidenten
Jacques Chirac in den Rang des «Chevalier de la Légion
d’Honneur» erhoben.
Maillot ist Gründer und Präsident des MONACO DANCE
FORUM, des ersten internationalen Tanzkongresses, der
erstmals im Dezember 2000 stattfand und nunmehr alle
zwei Jahre im Monaco Grimaldi Forum veranstaltet wird.
ERNEST PIGNON-ERNEST, 1942 geboren, machte
sich einen Namen, als er Silkscreen-Drucke einer
berühmten Fotografie von Rimbaud auf Wände heftete –
eine Ausstellung fand dazu 1984 im Jardin des Plantes in
Paris statt – und durch seine 28 «arbrorigènes»,
Gemüseskulpturen, die er mit dem Wissenschaftler
Claude Gudin und dem Forschungszentrum von Cadarache
realisierte. Er ist auch bekannt für seine verschnörkelten
Zeichnungen, mit denen er die Wände und Straßen von
Neapel von 1988 bis 1995 dekorierte, wobei er nach langer Vorbereitungszeit einem präzisen Plan folgte.
«Ernest Pignon-Ernest konzipiert sein Werk aus einer
doppelten Perspektive, der Perspektive von Referenzen
(Caravaggio, Ribera, etc.) und des Ortes, in dem das Bild
gezeigt wird. Man könnte sagen, dass die Location die
entscheidende Rolle spielt … Ernest Pignon-Ernest ist ein
virtuoser Zeichner, er ist weder wirklich ein ‹Maler› noch
ein ‹Bildhauer›, sondern ein Künstler, der seine
Ausdrucksmittel so meisterhaft beherrscht, dass ‹das
kein Problem mehr ist›. Er ist an diesem Punkt angelangt,
dass sein zutiefst origineller künstlerischer Prozess in
seinem ganzen Reichtum zur Entfaltung kommt.» (JeanLuc Chalumeau im Katalog Corps et Ame, Monaco, Juli
1995)
DOMINIQUE DRILLOT, 1959 in Tours geboren, studierte der Bildhauer und grafische Künstler Dominique
Drillot Bildende Kunst in Tours, während er als RegieAssistent und Bühnenbildner an der Oper in Tours arbeitete. 1987 schuf er sein erstes Bühnenbild für JeanChristophe Maillot («Thème et 4 Variations»), seither
arbeitet er regelmäßig mit Maillot zusammen. Außerdem
kooperierte er mit Choreografen wie Ramon Oller, Bruno
Jacquin, Graham Lustig und Conny Jansen, mit Ensembles
wie dem Ballet du Nord, dem Opernballett in Rom, dem
Lyon Opéra Ballet, dem Stuttgart Ballett, dem Ballet
British Columbia, Introdans. Bei den Ballets de Monte
Carlo ist Dominique Drillot regelmäßig als Ausstatter,
Kostüm- und Lichtdesigner für viele von Jean-Christophe
Maillots Choreografien tätig. Als Licht-Designer arbeitete
er auch mit Bertrand d’At, Renato Zanella, Ed Wubbe, Ton
Wiggers, Heinz Spoerli, Nils Christie, Miriam Dietrich, Ted
Brandsen und Josette Baiz und vielen anderen. Seit 2004
unterrichtet er Bühnenbild an der Ecole supérieure des
Beaux-Arts in Monaco.
JÉRÔME KAPLAN, 1964 in Paris geboren, begann sich
Jérôme Kaplan schon sehr früh für Bildende Kunst zu
begeistern und nahm an der Ecole de la Rue Blanche in
der Abteilung Ausstatter-Bühnenbildner Unterricht. Seit
1987 entwarf er die Kostüme für mehrere Opern unter der
Regie von Ariel Garcia Valdès und Charlotte Nessi an der
Opéra de la Bastille. Seit 1991 schuf er die Ausstattung
und Kostüme für mehrere Stücke von Jean-Christophe
Maillot für Les Ballets de Monte-Carlo, darunter «Romeo
und Julia», «Cendrillon» und «Casse-Noisette Circus»
sowie für Stücke von J. F. Duroure und Robyn Orlin für das
Ballet de Lorraine. 2001 kreierte er die Kostüme für eine
Ballettadaption des Films «Epouses et Concubines» in
der Choreografie von Xin Peng Wang für das Chinesische
Nationalballett in Peking. Außerdem arbeitete er mit den
Choreografen Bertrand D’At, Karole Armitage und JeanCharles Gil zusammen. Er schuf zahlreiche Ausstattungen
und Kostüme für das Ballet du Rhin, die Opéra du Strasbourg, das Finnische Nationalballett, das Koreanische
Nationalballett und für Theatercompagnien, darunter die
Comédie Française.
Unter der Schirmherrschaft
I.K.H. der Prinzessin von Hannover
LES BALLETS DE MONTE-CARLO
Chefchoreograf & Direktor Jean-Christophe Maillot
Saison 2006/07
Paola Cantalupo, Bernice Coppieters; Gaëtan
Morlotti, Chris Roelandt, Asier Uriagereka
April Ball, Gioia Masala, Aurélia Schaefer, Agalie
Vandame; Julien Bancillon, Ramon Gomes Reis,
Jérôme Marchand, Francesco Nappa
Samantha Allen, Francesca Dolci, Klara Houdet,
Lisa Jones, Mimoza Koike, Julie Strandberg;
Rodolphe Lucas, Olivier Lucea, George Oliveira,
Bruno Roque, Jeroen Verbruggen, Jens Weber
Sivan Blitzova, Karyn Benquet, Marie-Laure Briane,
Jennifer Brie, Leanne Codrington, Sang-Yi Han, Ana
Lucia Souza, Léa Petruzzi, Elodie Puna, Maude
Sabourin; Raphaël Bouchard, Stephan Bourgon,
Cyril Breant, Piotr Czubovicz, Alexis Dupuis-Le
Blanc, Leart Duraku, Claude Gamba, Ché McMahon,
Emmanuel Puons-Bloch, Manuel Renard, Evgueni
Slepov
Giovanna Lorenzoni Künstlerische Assistentin des
Direktors
Gerard Le Bours, Gaby Baars, Glen Tuggle
Ballettmeister
Dominique Drillot Lichtdesigner und Ausstatter
Elzbieta Ziomek, Imelda Hamilton Cartwright
Pianistinnen
Nicolas Brochot Gastdirigent und musikalischer Berater
William Forsythe Gastchoreograf
Christiane Anthony, Stephany Arndt, Lucia Geppi, Yoko
Ichino, Piotr Nardelli, Patricia Neary, Giselle Roberge
Gastlehrer
Jean-Marie Genestie Verwaltungsleiter
Jean-Marie Sosso Verwaltungsassistent
Muriel Corradi Provenzani Sekretariat des Direktors
Muriel Rousseau-Capra Sekretariat des
Verwaltungsleiters
Maurice Gozzellino, Fatima Boubguira Buchhaltung
Katharine Plaistowe Auditions
Jean-Baptiste Bello-Portu Gastspielakquisition
Muriel Loncle Gastspielverwaltung
Didier Lambelet Tournee-Manager
Isabelle Ricard Kommunikationsdirektorin
Karine Sategna Assistentin
Sophie Verdure Pressereferentin
François Thiolat Öffentlichkeitsarbeit
Nick van der Heyden, Antoine van de Wiele Technische
Berater
Maryam Ghorbanifar Technische Assistentin
Bertrand Grandguillot Technischer Manager
Gilles Gianton, Annabelle Salmon Bühneninspizienten
Bruno Schembri Lichtinspizient
Patrick Vereecken Ballettinspizient
Oliver Dumoulin Ton
Jacques Roques, Gregory Sottimano Bühne und
Requisite
Jean-Michel Lainé Kostüme
Paula Veloso Kostüm-Assistentin
Christiane Lemoine Garderobenmeisterin
Christophe Mathis, Eric Beauchamp Beleuchtung
(Gäste)
Henri Veran, Gilles Papain Video-Regisseure (Gäste)
Julie Jacquet, Natalie Grimault Garderobe (Gäste)
Jean-Jacques Diard, Ying Hong Deng Physiotherapie
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TANZ 4 YOU zu Gast b
Das Festival ÖSTERREICH TANZT 2007 steht von 18.
Im Rahmen des renommierten österreichischen
Festivals für zeitgenössischen Tanz werden auch in
diesem Jahr bedeutende Akzente für das Tanzvermittlungsprogramm TANZ4YOU gesetzt.
TANZFILM MIT JUGENDLICHEN
So wird MTV-Regisseur Max Biskup mit ca. zehn jugendlichen Darsteller/inne/n den 21. Jahrhundert-NoirMusicalfilm «alphabet soup» drehen. Für diesen Film
gibt es ein Casting am Sa, 14. April 2007, 14 Uhr im
Schönbergsaal des Festspielhauses St. Pölten.
SYMPOSIUM TANZVERMITTLUNG
Bei diesem Symposium geht es um die Praxis. Erfahrene
Tänzer/innen und Tanzpädagog/inn/en sprechen darüber,
wie sie ihre Arbeit in unterschiedlichen gesellschaftlichen Settings ausüben, über ihre Zielsetzungen und
darüber, wie sie Kinder und Jugendliche für den Tanz
begeistern und motivieren.
SCHULVORSTELLUNGEN
In der Reihe «Schools4 Schools» bieten wir Schüler/
inne/n die Möglichkeit, Tanzvorstellungen auf die Bühne
ei ÖSTERREICH TANZT
bis 23. Juni ganz im Zeichen der Tanzvermittlung.
zu bringen. Drei österreichische Schulen präsentieren an
einem Abend eigene Tanzstücke für ein junges Publikum.
Im Anschluss gibt es eine öffentliche Premierenfeier mit
DJ-Line.
Interessierten ab 4 Jahren das Passende dabei.
Detailierte Kursinformationen zu Zeiten, Orten und
Preisen entnehmen Sie bitte unserer Homepage
www.festspielhaus.at oder dem Festival-Folder.
WORKSHOPS
Das Motto des diesjährigen Festivals ist «EMBODY DANCE
– TANz VERKÖRPERN». Dazu hat auch unser Publikum von
Montag bis Freitag (18. bis 23. Juni 2007) ganztägig
Gelegenheit. Von Breakdance und HipHop bis American
Square Dance, von Modern Dance bis Ballett ist für alle
ANMELDUNG UND KONTAKT:
Susanne Hofer
[email protected]
V I E N N A I N T E R N AT I O N A L DA N C E F E S T I VA L
5. + 6. + 8. Juni 2007 | Theater an der Wien
Les Ballets C. de la B. / Alain Platel & Fabrizio Cassol
VSPRS
13. + 15. + 16. Juni | Theater an der Wien
Motiv: Rosas © Herman Sorgeloos
Anne Teresa De Keersmaeker & Rosas
Nacht Choreografien inspiriert von der Musik von Bartók, Beethoven, Schönberg
www.ImPulsTanz.com
TICKETS: (01) 58885
|
INFO: (01) 523 55 2158
2007
DATUM
VERANSTALTUNG
Sa
24. März
Compagnie Jérôme Thomas
So 25. März
Compagnie Jérôme Thomas
Mo 26. März
Märchenhaft
Do 29. März
Vermeer Quartet
So
Johannes-Passion
Collegium Vocale Gent, Herreweghe
Welt der Klassik, Im Originalklang
Do 12. April
Sonatenabend
Khadem-Missagh, Vavić
Kammertonkünstler, Kammermusik kombiniert
Fr
Wiener Philharmoniker
Georges Prêtre
Welt der Klassik
Mo 16. April
Nordlichter 2
Kroumata Percussion Ensemble, Rasilainen
Tonkünstler-Orchester
So 22. April
Hollywood in Music 2
Hattinger, Nistler
Tonkünstler Spezial
Fr
27. April
Shelter
MusikFabrik
HörGut Neue Musik
Mo
7. Mai
Zigeunerweisen
Järvi, Lakatos
Tonkünstler-Orchester
Sa
12. Mai
Henri Oguike Dance Company
Mi
16. Mai
Musical Landscapes
Antonsen
Tonkünstler Spezial
Do 31. Mai
Blaubart
Tonkünstler, André
Cocktail, Tonkünstler Spezial
Sa
Blaubart
Tonkünstler, André
Musik bewegt, Musik.Theater St. Pölten
Mo 11. Juni
Mozart und seine Kinder
Delfs, Haefliger
Tonkünstler-Orchester
Do 14. Juni
Great Britain
Egon Schiele Quartett
Kammertonkünstler, Kammermusik kombiniert
Sa
16. Juni
Spanish Harlem Orchestra
Di
19. – Sa 23. Juni Österreich tanzt (Festival)
1. April
13. April
2. Juni
MITWIRKENDE
ABONNEMENT(S)
Für die Familie
Jurowski, Khadem-Missagh
Tonkünstler-Orchester
Kammermusik International & kombiniert
Tanz International
Musik Unlimited
Impressum: Herausgeber, Verleger, Medieninhaber: Niederösterreichische Kulturszene Betriebsges.m.b.H., Kulturbezirk 2, 3109 St. Pölten, T (02742) 90 80 80 F 90 80 81,
www.festspielhaus.at. Für den Inhalt verantwortlich: Prof. Michael Birkmeyer. Redaktion: Rainer Lepuschitz, Edith Wolf Perez. Visuelles Konzept: fuhrer. Gesamtproduktion:
WallaDruck Wien. Termin-, Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten. Fotografieren, Ton– und Videoaufzeichnungen nicht gestattet.
Preis des Programmheftes: ¤ 2,10

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