Strategieänderungen bei Sony

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Strategieänderungen bei Sony
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Strategieänderungen bei Sony
4. Oktober 2004 - Sony steigt in den MP3-Boom ein und will günstige Flachbildschirme anbieten. Sony scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Was eine Sprecherin gegenüber angelsächsischen Medien vor
kurzem noch nicht offiziell bestätigen mochte, scheint nun Tatsache zu werden: Der Kurswechsel beim Musikformat.
Das Prinzip, allein auf das Sony-eigenene ATRAC—Format zu setzen, wird relativiert. Der als iPod-Killer bezeichnete neue Festplatten-Player NW-HD1 erkennt nicht mehr nur das hauseigene
ATRAC-Format, sondern spielt auch MP3 direkt ab. Damit soll die Position der Sony-Player gegenüber Apples iPod
gestärkt werden. Laut Sony werden noch in diesem Jahr weitere Player auf den Markt kommen, die beide Formate
beherrschen. Zudem ist der Launch einer Software geplant, die ältere Sony-Player MP3-tauglich machen soll.
Zwei Seelen in der Brust
Das ist nicht ganz selbstverständlich. In der Brust von Sony wohnen zwei Seelen. Der Konzern besitzt neben der
Abteilung für Unterhaltungselektronik auch ein eigenes Musik-Label. Die beiden Abteilungen vertreten
unterschiedliche Interessen. In der Folge bestand Sony weitgehend auf dem proprietären Format ATRAC, mit dem
Tondaten auch auf Minidiscs geschrieben werden. MP3-Files mussten auf Sony-Geräten erst in dieses Format
konvertiert werden, bevor sie abgespielt werden konnten. Die vom Sony Online-Musikdienst Connect angebotenen
Songs im ATRAC-Format können nur auf Sony-Geräten abgespielt werden. Jetzt denkt man daran, diese in
absehbarer Zeit auch als MP3-Files anzubieten. Es ist zu vermuten, dass Sony damit auf neue Marktprognosen reagiert. IDC etwa sagte für MP3-Geräte bis zum
Jahr 2008 einen weltweiten Umsatz von bis zu 58 Mrd. Dollar voraus. Laut Informa-Media sollen bereits 2004 zehn
Millionen Player über die Ladentische gehen.
Flachbildschirme
Auch in anderen Bereichen denkt Sony offensichtlich um. Sony Europe will, wie Andreas Ditter, Director
TV-Marketing für Sony Europe, gegenüber der deutschen Wirtschaftszeitung Handelsblatt sagte, mit neuen
Flachbildschirmen und aggressiven Preisen in Europa die alte Spitzenposition zurückerobern. Ditter: «2005 werden
wir 30-Zoll-Einsteigergeräte von A-Marken für unter 1000 Euro sehen.» No-Name-Geräte in der 30-Zoll-Klasse
dürften schon im diesjährigen Weihnachtsverkauf unter diese Preisgrenze rutschen. Ausschlaggebend für den
Preisdruck sei, so Ditter, dass es erstmals ein Überangebot an Displays gebe. (fis)
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