TIPP 2/2004

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TIPP 2/2004
LANDESKUNDE IM DEUTSCHUNTERRICHT
TIPP
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Absender:
www.juma.de
2/04
E 0,75
Redaktion JUMA
Frankfurter Str. 40
51065 Köln
Deutschland
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
JUMA mit seinen Vorgängerheften Jugendscala und
Jugendmagazin feiert in
diesem Jahr 30-jähriges
Jubiläum – und auch TIPP
bzw. TIP ist fast 30 Jahre alt:
Schon wenige Ausgaben
nach der Gründung eines Magazins für junge
Deutschlerner
bekamen deren
Lehrer mit TIP
zusätzliches
Material und methodischdidaktische Anregungen für
die Deutschstunde an die
Hand, zunächst auf 8 Seiten.
TIP (ab 1989 die Abkürzung
für „Theorie, Information,
Praxis“) setzte diese Tradition
ebenso wie TIPP (nach der
Rechtschreibreform mit
Doppel-P) fort und wurde mit
40 bzw. 48 Seiten genauso
umfangreich wie JUMA. Die
Unterrichtsvorschläge in TIPP
ermöglichen lockere, kommunikative, spielerische und
schülerorientierte Deutschstunden. Sie passen heute
wie damals alle zu konkreten
JUMA-Artikeln. Viel Spaß mit
dem vorliegenden Jubiläumsheft wünscht Ihnen
Jörg-Manfred Unger
2 TIPP 2/2004
TIPP – das Lehrerheft zum JUMA
I
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Moment mal!
Tipps für die Deutschstunde
4
Information: Fremde Augen
sehen schärfer
9
„Alles ist käuflich – Blut nicht!“ 10
e
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n
i
s
30
Zauberzunge
Ergänzender Text:
Großes Abenteuer
32
Information: Die
Schriftstellerin Cornelia Funke 33
Rubriken
12
Projekt
Die Entführung aus dem Serail 34
13
Jubeljahr 2004
Ergänzender Text: Vor 30 Jahren 14
Praxis: Auf den Spuren
der Vergangenheit
15
Große Jubiläumsparty
Tipps für die Deutschstunde
z
Bücher für alle
Tipps für die Deutschstunde
JUMA 2/2004 im Unterricht
Fünf gute Gründe sprechen
für Leipzig
Ergänzender Text: Warum soll
Olympia nach Leipzig?
Praxis: Warum soll Olympia
nach …?
r
16
Gute Argumente
Tipps für die Deutschstunde
20
Information: Jugend debattiert 22
Studieren in Deutschland
Von Studierenden für
Studierende
40
JUMA bei uns
Wie es uns gefällt
41
Mach mit!
Zeitschriften auf Deutsch
Geschichen aus Luzies Welt
42
43
Nachlese
Aus O mach Ö
44
Zu Hause in deutschen
Regalen
Tipps für die Deutschstunde
24
Vorschau
Themen in Vorbereitung
45
Schuften und lernen
Tipps für die Deutschstunde
26
Leserbriefe,
Cartoon, Impressum
46
Das Sommer-Abc
Ergänzender Text:
Sommer-Abc
Deutsche Kultur International 47
28
Köpfe aus aller Welt
48
Mach m
it!
Theate
Foto-S r, Seite 4
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Wimme fari, Seite 6
lbild, S
eite 17
Somm
erOpernp Abc, Seite 29
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Aus O m jekt, Seite 38
ach Ö,
Seite 4
4
Foto: Dorothea Weinell
Lesekompetenz
Rhetorik
Foto: Jörg-Manfred Unger
Literarische Mutprobe: Die Schüler üben
bei Vorlesewettbewerben in der Klasse
Aussprache, Lesetempo und Betonung von
Wörtern, Satzteilen und Sätzen vorgegebener oder selbst gewählter Texte.
4
Schreiben nach Vorgabe
Gute Argumente: Das Dogma „Nicht
diskutieren, akzeptieren!“ ist in der
modernen Methodik-Didaktik längst
Vergangenheit. Heutzutage ist die
Debatte gefragt – und wird daher
in TIPP nach allen Regeln der Kunst
geübt!
20
Das Sommer-Abc in JUMA ist
unvollständig: Es fehlen zehn
Buchstaben. Sie stehen mit den
dazugehörigen Texten in TIPP –
zusammen mit einer Mach-MitAktion, bei der es darum geht,
ein eigenes Sommer-Abc zu
schreiben.
28
Foto: Bärbel Kosanke-Teiger
Foto: Dieter Klein
Musiktheater
Die Entführung aus dem Serail: In der Berliner Staatsoper Unter den Linden testete
eine internationale Deutschlehrergruppe
Möglichkeiten der szenischen Interpretation
von Musiktheater im Deutschunterricht.
TIPP war dabei.
34
TIPP 2/2004
3
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE
MIT DEN JUMA-SEITEN 4–7
Moment mal!
Ein ganzes Dorf spielt Theater
Mach mit: Theater im Deutschunterricht
JUMA berichtet über Theateraufführungen in Heersum. Lassen Sie Ihre
Schüler eine Theaterszene oder einen Einakter schreiben und in der
Klasse aufführen – natürlich auf Deutsch! Schicken Sie den Text (Dialoge, Regieanweisungen usw.) in Kurzform sowie Fotos der Aufführung
an folgende Adresse:
Redaktion JUMA/TIPP
Stichwort: Theater
Frankfurter Straße 40
D-51065 Köln
TIPP veröffentlicht die besten Einsendungen in Auszügen. Einsendeschluss ist der 31.12.2004. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Literarische Mutprobe
Vorlesewettbewerb in der Klasse
Foto: Andreas Hartmann
Jeweils 2–3 Schüler entscheiden sich gemeinsam für ihren Lieblingsartikel aus dem aktuellen JUMA und wählen einen kurzen Auszug
daraus. Sie lesen ihn nacheinander jeweils einmal vor der ganzen
Klasse laut vor. Die Klasse wählt den besten Vorleser.
Freilicht-Theater in Heersum
4 TIPP 2/2004
Nach dieser Vorrunde treten die besten Vorleser gegeneinander an
(bei vielen Schülern in mehreren Runden) – mit einem oder mehreren
JUMA-Texten, die eine Schüler-Jury auswählt. Die Klasse ermittelt nach
der Endrunde per Abstimmung den Gesamtsieger des Vorlesewettbewerbs.
Varianten:
1. Je nach Alter können die Schüler Beurteilungskriterien für gutes
Vorlesen festlegen, z.B. Aussprache, Lesetempo, Betonung usw.
2. Die Mitschüler machen jeweils beim zweiten Vorlesen Notizen
zum Inhalt des Textes. 2–3 Zuhörer geben ihn anschließend
wieder.
3. Autorenlesung: Die Schüler lesen ihre eigenen Texte vor.
Abc des Kochens
Speisekarte auf Deutsch
In Kleingruppen schreiben die Schüler die Speisekarte eines Restaurants mit leckeren Vorspeisen, Hauptgerichten, Nachspeisen und
Getränken.
Beispiel für ein Hauptgericht:
Zander mit Balsamico-Risotto
Fremde Augen sehen anders
Arbeit mit Fotos
Die Schüler bilden Kleingruppen. Jede Gruppe bekommt eine Kopie der
Kopiervorlagen 1 und 2 (TIPP-Seiten 7 und 8). Der Lehrer schreibt einige
Themen des Imagine-Fotoprojekts (siehe JUMA-Seite 9) an die Tafel:
Foto: Dorothea Weinell
Auch die Preise dürfen nicht fehlen. Die fertigen Karten werden bis zur
nächsten Stunde für jeden Schüler der Gruppe kopiert. Nacheinander
stellt jeder Schüler sie einer anderen Gruppe vor und nimmt Bestellungen an – solange, bis alle Gruppen alle Karten kennen.
Öffentliche Lesung
• Menschen in Deutschland
• Kindheit
• Verkehr
• Schule
• Architektur
• Sport
• Kinder von 0–10
• Natur
• Essen
• Die Deutschen
Gemeinsam überlegen und begründen die Gruppen, zu welchem
Thema jedes einzelne Foto auf den beiden TIPP-Kopiervorlagen gehört,
geben jedem Foto einen Titel und schreiben zu jedem Foto einen kurzen
Text.
Alle Ergebnisse werden im Klassenzimmer aufgehängt, so dass sich die
Schüler wie in einer Ausstellung darüber informieren können.
TIPP 2/2004
5
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
Die Titel, Themen und Begleittexte der jungen Fotografen:
Kopiervorlage 1:
1. Foto („Ohne Titel“, von Denis, 16, Russland):
Menschen in Deutschland (ohne Text)
2. Foto („Stadtrand“, von Pascal, 15, Ruanda): Architektur
„Mich beeindruckt die Lage des Hauses in der Stille,
am Rande der Stadt.“
3. Foto („Unschuld“, von Jaqueline, 15, Dominikanische Republik):
Kindheit
„Der kleine Junge ist einfach süß, weil er mich mit seinem
kleinen Schokomund ganz unschuldig anlächelt.“
4. Foto („Bus-Kids“, von Evelyn, 25, Uganda): Verkehr
„Dies ist ein Schulbus, der die Kinder sicher zur Schule bringt und
abholt. Ich finde, der Bus verbindet die Kinder, weil sie Zeit haben,
sich kennen zu lernen.“
Kopiervorlage 2:
5. Foto („Traumhafte Schule“, von Kristin, 17, Deutschland): Schule
„Schule kann auch Spaß machen.“
6. Foto („Jeder braucht mal eine Pause“, von Anja, 16, Deutschland):
Sport
„Am Abend war ich fix und fertig und legte die Beine hoch –
und das ist alles, was von mir übrig blieb.“
7. Foto („Guter Hoffnung sein“, von Ksenia, 18, Russland):
Kinder von 0–10
„Man kann den zukünftigen Eltern das Glück von den Augen
ablesen, deswegen mag ich dieses Foto besonders.“
8. Foto („Ohne Titel“, von Noelia, 14, Dominikanische Republik):
Natur
„Fuß = Leben; Fluss = Wasser; Sonne = Licht – diese drei Dinge
sind Bestandteile des Lebens.“
9. Foto („Gesundheitstipp“, von Milly, 16, Uganda): Essen
„Die Vitamine der Früchte helfen uns, gesund und fit zu bleiben.“
10. Foto („Die Deutschen ... manchmal intim“, von Marleen, 18,
Deutschland): Die Deutschen
„Gespräch von Freund zu Freundin zwischen Kaffee und Straße.“
Mach mit!
Foto: © gtz
Projekt: Die Schüler machen zu eigenen Themen Fotos in ihrer Stadt
und erläutern bzw. betexten sie. Der Lehrer schickt die besten Fotos mit
Texten an die Redaktion JUMA/TIPP, Stichwort: Fotos, Frankfurter
Straße 40, D-51065 Köln. TIPP veröffentlicht eine Auswahl und bedankt
sich mit Fotos aus Deutschland dafür. Einsendeschluss ist der
31.12.2004. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ein Foto zum Thema „Verkehr“
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Gebt jedem Foto einen Titel; notiert, zu welchem Thema jedes einzelne Foto passt; schreibt
zu jedem Foto einen kurzen Text!
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FREMDE AUGEN SEHEN ANDERS
Fotos: © gtz
KOPIERVORLAGE 1
Aufgaben
TIPP 2/2004
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Gebt jedem Foto einen Titel; notiert, zu welchem Thema jedes einzelne Foto passt; schreibt
zu jedem Foto einen kurzen Text!
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8 TIPP 2/2004
Fotos: © gtz
KOPIERVORLAGE 2
FREMDE AUGEN SEHEN ANDERS
Aufgaben
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INFORMATION
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Fremde Augen sehen schärfer
Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) über ihr Foto-Projekt „Imagine“
Foto-Safari durch
Deutschland
Was ist typisch deutsch?
Was springt Kids aus anderen
Kontinenten und Kulturkreisen
in Deutschland ins Auge?
Welches Spiegelbild halten sie
Gleichaltrigen vor? Und welche
Klischees werden sie sprengen?
15 Jugendliche aus acht
Ländern nahmen im September
2003 an einer Foto-Safari durch
die Bundesrepublik teil. Drei
Wochen lang durchquerten die
14- bis 16-jährigen Jungen und
Mädchen Deutschland mit
einem alten Bücher-Bus. Die
Aufschrift: „Imagine Germany!“
(Stell dir Deutschland vor!).
Dabei fotografierten sie, was sie
in unserem Land für auffällig und
nachdenkenswert hielten und
sammelten ihre Denkanstöße
in einem Foto-Tagebuch. Die
Safari-Teilnehmer richteten ihr
Augenmerk auf den Alltag eines
Landes, das sie allenfalls vom
Hörensagen kannten und zum
ersten Mal besuchten –
Deutschland.
Im Duett mit Deutschen
Fotografiert werden durfte alles,
was den Jugendlichen unterwegs auffiel oder was sie gerne
kreativ ins Licht setzen wollten –
in Farbe oder Schwarzweiß.
Am Ende trafen sie eine schwierige Wahl. Jeder Teilnehmer
musste sich für sechs Aufnahmen entscheiden, die ihm am
wichtigsten erschienen – und
begründen, warum.
Stationen der Foto-Safari 2003
Vorbereitung in der Heimat
Mit 15 Partnerschülern aus Berlin veranstalteten sie dabei ein
Foto-Duett. Die jungen Berliner
suchten zur gleichen Zeit nach
Themen und Motiven, die ihre
ausländischen Gäste ihrer Meinung nach fotografieren würden.
Foto: gtz
Der Foto-SafariBus war
ein ehemaliger
Bücherbus.
Die Vorbereitung auf die FotoTour fand bereits in den Heimatländern statt. Dazu zählen: China, Russland, Israel, Paraguay,
die Dominikanische Republik,
Uganda, Ruanda und Ägypten.
Zu Hause sollten sich die Teilnehmer damit auseinandersetzen, was sie von ihrer Reise erwarten und ihre Assoziationen zu
Deutschland dokumentieren.
Ihre Erlebnisse und die entstandenen Fotos haben die Jugendlichen abschließend im Berliner
Museum für Kommunikation vorgestellt. Die Bilder der FotoSafari werden außerdem im
Internet zur Diskussion gestellt –
unter www.imagine.gtz.de.
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JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
Kein Blut für Dracula
Kreatives Schreiben nach Vorgabe
Die Schüler bilden Kleingruppen. Jede Gruppe bekommt eine Kopie der
TIPP-Seite 11 (Kopiervorlage) mit Anzeigenmotiven der Blutspendekampagne des Deutschen Roten Kreuzes aus dem Jahr 2003 (siehe
Information unten).
Die Schüler betexten das Motiv in der Mitte wie im Beispiel auf der
Kopiervorlage links. Lösung: Büroklammern gibt’s im Laden. Blut nicht.
Danach fügen sie mittels der rechten Vorlage auf der Kopiervorlage
weitere Motive von Konsumgütern mit eigenen Texten hinzu (zeichnen
oder Fotos aus Zeitschriften ausschneiden!). Hinweis für den Lehrer:
Die rechte Anzeige ohne Motiv und Text bitte mehrmals kopieren!
I
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Das Deutsche Rote Kreuz (DRK)
startete mit Beginn des Jahres
2003 eine neue Blutspendekampagne und gab dazu die
folgenden Informationen:
„Unter dem Motto ,Alles ist
käuflich – Blut nicht!‘ machen
wir aufmerksam auf die besondere Bedeutung der Blutspende. Wir zeigen, Blut ist ein wertvolles Gut, das durch nichts zu
ersetzen ist. Auf einfachen, klar
gestalteten Anzeigenmotiven
werden Dinge des alltäglichen
Lebens abgebildet, Konsumgüter, die ohne Aufwand neu zu
beschaffen sind. Diese Beispiele machen deutlich, dass
es mit Blut gerade so nicht ist.
Ein Anzeigenmotiv der
Blutspendekampagne des
Deutschen Roten Kreuzes.
Motto: „Alles ist käuflich –
Blut nicht!“
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INFORMATION
„Alles ist käuflich – Blut nicht!“
Denn: Blut ist keine Ware, Blut
kann man eben nicht kaufen.
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Um den notwendigen Bedarf an
lebensrettenden Blutkonserven
sicher zu stellen, sind wir auf
viele Millionen freiwillige Blutspender angewiesen – und
auf die Mithilfe von Redaktionen
und von Anzeigenabteilungen,
diese Menschen zum Blutspenden zu motivieren.
Appellieren Sie gemeinsam mit
uns an das Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen, sich mit
einer Blutspende für das Leben
seiner Mitmenschen einzusetzen!
Denn nur der Mensch allein ist
in der Lage, anderen Menschen
durch seine Blutspende zu
helfen.“
Internet:
www.DRK.de
HER
KOPIERVORLAGE
KEIN BLUT FÜR DRACULA
Aufgaben
Schreibt zu dem Motiv in der Mitte wie im Beispiel links einen Text und gestaltet eigene Anzeigen
nach diesem Vorbild. Nehmt dazu die Anzeigen-Vorlage rechts!
Vollständig ist nur das linke Motiv der Blutspendekampagne des Deutschen Roten Kreuzes.
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S 12-13 Olympia, Korr. 2
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13:36 Uhr
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JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
FÜNF GUTE GRÜNDE SPRECHEN FÜR LEIPZIG: ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 8–13
Warum soll Olympia nach Leipzig?
Das Bewerbungskomitee Leipzig 2012 über die
Kandidatur der Stadt für die Olympischen und Paralympischen
Sommerspiele 2012
Das Logo für Leipzig
Warum sollen die Olympischen
Spiele nach Leipzig? Hat die
Musik- und Kulturstadt, die Handels- und Messestadt, die Verlags- und Buchstadt, die Sportstadt nicht genügend Attribute?
Was also spricht für Leipzig als
Austragungsort der Olympischen
und Paralympischen Sommerspiele?
Leipziger Kirchen Ausgangspunkt einer machtvollen Montagsdemonstration. 70 000 Menschen schweigend. Kerzen in den
Händen. Option „Kerze“ heißt
Option „Gewaltlosigkeit“. Die
Staatsmacht weicht vor den Massen zurück. Es fällt kein Schuss.
Dieser Tag markiert den Durchbruch der friedlichen Revolution
im Osten Deutschlands und leitete den Sturz des SED-Regimes
ein. Einen Monat später wird die
Berliner Mauer geöffnet.
Deutschland nutzt die Chance
auf Vereinigung, nach Jahrzehnten der Teilung und Trennung.
Diese Ereignisse haben sich tief
in die Erinnerung der Menschen
eingegraben. Daraus leiten die
Leipzigerinnen und Leipziger ihr
hohes Selbstbewusstsein ab und
halten die Idee der Völkerverständigung, der Internationalität und
des Friedens wach. Leipzig bewirbt sich gerade deshalb um die
Olympischen Spiele. Hier werden
1989 leiteten die Menschen Leipzigs friedlich die entscheidende
Veränderung in Deutschland ein:
die Wende zu einem wiedervereinigten demokratischen Deutschland. Seit 1982 traf sich in der
Nikolaikirche zu Leipzig eine
zunächst kleine Schar von Menschen zum Friedensgebet. Hier
wurden zum ersten Mal Demokratisierung und das Recht auf
freie Meinungsäußerung kontinuierlich eingefordert. Die Kirche ist
offen für alle. Sieben Jahre später, am 9.Oktober 1989, sind die
Nikolaikirche und drei weitere
12 TIPP 2/2004
Foto: Leipzig 2012
Wir meinen, mit unserer fast 850jährigen Geschichte in besonderer Weise der Geschichte der
olympischen Idee Gestalt geben
zu können. Leipzig hat immer von
sich reden gemacht. Die Stadt
war Ausgangspunkt von Bürgerbewegungen für Demokratisierung und freie Meinungsäußerung, ganz besonders in der
jüngeren Geschichte.
Der ehemalige deutsche
Außenminister Hans
Dietrich Genscher ist Vorsitzender des
Kuratoriums
des Bewerbungskomitees von
Leipzig.
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die Ideale Pierre de Coubertins
greifbar.
Aber ist die Stadt nicht zu klein
für solch ein Weltereignis? Wir
meinen, dass gerade in der überschaubaren Größe Leipzigs eine
Stärke liegt. In einer Halbmillionenstadt mit Wettkampfstätten,
die fußläufig vom Bahnhof zu erreichen sind, werden Olympische
Spiele die ganze Stadt prägen,
verändern und in den Dienst der
Spiele stellen. Ganz Leipzig wird
somit Olympisches Dorf. Wir
wollen und können die Olympischen Spiele nach Leipzig holen,
wir haben ideale Bedingungen –
und wir haben eine Geschichte
zu erzählen.
Prominenten-Stimmen
„Obwohl ich in der nationalen
Phase Botschafterin für Düsseldorf war, fand ich die Entscheidung für Leipzig eine tolle Sache.
Ich als Sportlerin sehe Leipzig als
Bewerbung für Deutschland, die
ich persönlich gut vertreten kann.
Leipzig ist eine attraktive Stadt,
die Olympia viel zu bieten hat.“
Heike Henkel, HochsprungOlympiasiegerin, Barcelona 1992
„Von den Fakten her bin ich sehr
überzeugt von Leipzig. Ich hoffe,
dass Leipzig den Sprung in die
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Candidate City-Phase im nächsten Jahr schafft und erfolgreich
auf die Entscheidung 2005 in
Singapur zusteuert.“
„Leipzig ist geprägt von tiefer
Liebe zum Sport. Ich bin maßlos
glücklich für Leipzig. Wenn ich
mir die Entwicklung der letzten
14 Jahre anschaue, gibt mir das
ein glückliches Gefühl, wenn in
Leipzig wieder ein Geist erwacht
ist, den ich von der Zeit vor 1989
kenne.“
Kurt Masur, Dirigent, Leipzig,
New York, Paris, London
„Ich freue mich wirklich sehr. Um
mich den Worten des Oberbürgermeisters Tiefensee anzuschließen: Ganz Leipzig wird
zum Olympischen Dorf. Leipzig
kommt als ganz neue Chance
und ganz neue Art von Olympischen Spielen zum Zug. Ich freue
mich auf die Aussicht einer Innovation in der Geschichte der
Olympischen Spiele.“
Richard von Weizsäcker,
Alt-Bundespräsident
„Ich kann es noch gar nicht
fassen, mir persönlich ging es
während der Entscheidung wie
bei einem großen Wettkampf:
man ist voll konzentriert, funktioniert nur noch mechanisch und
nach dem Sieg ist das Gefühl
unbeschreiblich.“
Catherine Bader-Bille,
Goldmedaillengewinnerin der
Paralympics 2000 in Sydney
Foto: Marko Mädge/Westend
Florian Schwarthoff, mehrfacher
Deutscher Meister über 110 Meter Hürden und Bronzemedaillengewinner von Atlanta
Die Delegation
der Olympiaregion Leipzig in
München, wo die
Entscheidung über
den deutschen
Bewerber fiel.
„Vom Gefühl her bin ich völlig
überwältigt. Es ist großartig, was
wir erreicht haben. Die Bedeutung dieses Tages kann ich
momentan noch nicht so ganz
fassen, ich finde es wunderbar,
hier dabei zu sein.“
Sylke Otto, Olympiasiegerin im
Rennrodeln 2002 in Salt Lake City
„Der Zuschlag des NOK für Leipzig 2012 ist für mich das Größte,
was ich bisher erlebt habe. Für
mich war das einer der wenigen
Momente in meinem Leben, die
mich aus der Fassung gebracht
haben. Ich kann mir nur zwei
Ereignisse vorstellen, die das
noch toppen könnten: der internationale Zuschlag 2005 und
die Olympischen Spiele 2012
selbst.“
Jens Lehmann, Rad-Olympiasieger 1992 in Barcelona und
2000 in Sydney
„Ich habe mir so sehr gewünscht,
dass wir den Zuschlag bekommen. Die Spannung in München
war enorm. Jetzt bin ich einfach
nur glücklich. Ein toller Erfolg für
die Sportstadt Leipzig!“
Alexandra Uhlig, Nationalspielerin des Handballclubs Leipzig
und Nachwuchstalent für 2012
P
PRAXIS
Warum soll Olympia nach …?
Nach der Lektüre des JUMA-Artikels „Fünf gute Gründe
sprechen für Leipzig“ und der TIPP-Seiten 12–13 sammeln
die Schüler in Kleingruppen Gründe für die Bewerbung ihrer
eigenen Stadt oder ihres eigenen Landes. Oder: Jede Gruppe sucht Gründe für die Bewerbung einer anderen Stadt
ihres Landes. Nach dem Austausch von Argumenten wird in
der Klasse über die nationale Bewerberstadt abgestimmt.
TIPP 2/2004
13
Texte: © Bewerbungskommitee Leipzig 2012; www.leipzig2012.de
S 12-13 Olympia, Korr. 2
S 14-15 30 Jahre, Korr. 1
25.02.2004
15:42 Uhr
Seite 14
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
JUBELJAHR 2004: ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 21–23
Vor 30 Jahren
Eine Auswahl von Ereignissen im Gründungsjahr von JUMA und seinen Vorgängern – in der
Bundesrepublik Deutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)
Die Bundesrepublik Deutschland 1974
01.01. Die Preisbindung für
Markenartikel wird aufgehoben. Die Hersteller
gehen zu unverbindlichen
Preisempfehlungen über.
09.01. Die Bundesregierung
beschließt das „Rahmenprogramm Energieforschung“ zur besseren
und sparsameren
Verwendung von Energie.
05.03. Premiere des Films
„Angst essen Seele auf“
von Rainer Werner
Fassbinder.
22.03. Die Volljährigkeit wird von
21 auf 18 Jahre herabgesetzt; die Ehemündigkeit der Frauen wird von
16 auf 18 Jahre heraufgesetzt.
24.04. Günter Guillaume,
persönlicher Referent von
Bundeskanzler Willy
Der Schriftsteller Erich
Kästner stirbt
am 29.7.1974
in München.
Brandt, wird wegen
Spionage für die DDR
verhaftet.
01.05. Ab diesem Tag bekommen Verkehrssünder
im Flensburger Kraftfahrtbundesamt Strafpunkte.
Ab einer bestimmten Zahl
führen sie zum Verlust des
Führerscheins.
09.05. Auf Vorschlag von Willy
Brandt nominiert die SPD
Helmut Schmidt zum
Kandidaten für die Wahl
des neuen Bundeskanzlers am 16.5.1974
15.05. Walter Scheel wird
vierter deutscher
Bundespräsident.
18.06. Die Reform des Lebensmittelrechtes verbietet
unter anderem Rundfunkund Fernsehwerbung für
Tabakwaren.
29.07. Der Schriftsteller Erich
Kästner stirbt 75-jährig
in München.
Foto: dpa
12.12. Das neue Hochschulrahmengesetz sieht
u.a. Regelstudienzeiten
vor und regelt den Hochschulzugang neu.
12.12. In Hamburg wird der neue
Elbtunnel eröffnet.
14 TIPP 2/2004
S 14-15 30 Jahre, Korr. 1
25.02.2004
15:42 Uhr
Seite 15
Bundeskanzler Willy
Brandt (links)
mit seinem
persönlichen
Referenten
Günter
Guillaume
(rechts), der
1974 wegen
Spionage für
die DDR verhaftet wird.
17.11. Die katholischen Bischöfe
in der DDR kritisieren in
einem Hirtenbrief das
staatliche Erziehungsmonopol.
22.11. Die Nachrichtenagenturen ADN (DDR) und dpa
(Bundesrepublik) vereinbaren den Austausch von
Nachrichten.
Die Deutsche Demokratische
Republik 1974
01.01. Das Kfz-Länderzeichen
„D“ wird durch „DDR“
ersetzt.
03.05. Der Nationale Verteidigungsrat (NVR) bestätigt
den „Schusswaffeneinsatz gegen Grenzverletzer“.
02.05. Die „Ständigen Vertretungen“ der beiden deutschen Staaten werden in
Bonn und Ostberlin
eröffnet.
04.09. Die USA nehmen diplomatische Beziehungen
zur DDR auf.
14.09. Auf den neuen Banknoten
der DDR steht die
Währungsbezeichnung
„Mark der DDR“ anstatt
der alten Bezeichnung
„Mark der Deutschen
Notenbank“
26.10. Die am 5. November 1973
verdoppelten Mindestumtauschsätze für
Besucher aus dem
Westen werden auf
6 Mark 50 bzw. 13 Mark
(für Erwachsene) gesenkt.
20.12. Rentner aus dem Westen
werden bei DDRBesuchen vom Mindestumtausch befreit.
Literatur
Thomas Fischer,
Rainer Wirtz
100 Deutsche Jahre
Chronik Verlag
Im Wissen Media Verlag
Avenwedder Straße 55
D-33311 Gütersloh
www.chronikverlag.de
P
PRAXIS
Schüler auf den Spuren der Vergangenheit
Die Schüler recherchieren einzeln, zu zweit oder in Gruppen
z.B. beim Deutschen Historischen Museum (im Internet:
www.dhm.de), was 1975, 1976, 1977 usw. in Deutschland
(im eigenen Land, in anderen Ländern, weltweit) geschah. Die
Auswahl der Ereignisse wird unter vorgegebenen Gesichtspunkten vorgenommen: Ereignisse, die Deutschland und ihr Land
gemeinsam betrafen; Berücksichtigung der Bereiche Politik,
Wirtschaft, Gesellschaft etc., so dass ihre persönliche Chronik
für einen bestimmten Zeitraum entsteht.
TIPP 2/2004
15
Quelle: Deutsches Historisches Museum im Internet: www.dhm.de
Foto: dpa
11.12. Abkommen über den
Transport von Westberliner Hausmüll in
die DDR.
S 16-19 Wimmelbild, Korr. 2
25.02.2004
13:54 Uhr
Seite 16
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE
MIT DEN JUMA-SEITEN 24–25
Große Jubiläumsparty
1. Schritt
Der Lehrer bereitet ein Puzzle-Spiel vor
Der Lehrer unterteilt das „Wimmelbild“ auf den JUMA-Seiten 24–25 mit
einem schwarzen Stift in etwa 40 Puzzle-Teile. Auf jedem Teil sind
jeweils mehrere Gäste der großen Jubiläumsparty zu sehen (siehe
Beispiel links).
Danach kopiert er das Bild mehrmals in Farbe oder Schwarzweiß, klebt
es auf Pappe oder Karton und schneidet alle Teile aus. In der Klasse
bilden die Schüler Gruppen. Jede Gruppe bekommt einen kompletten
Satz Puzzle-Teile. Nur bei einer Gruppe ist das Bild nicht zerlegt; zu
sehen sind aber die schwarzen Unterteilungen. Diese Gruppe übernimmt die Spielleitung.
2. Schritt
Der Lehrer unterteilt das Wimmelbild
in Puzzle-Teile.
Die Schüler spielen Puzzle in der Klasse
Zeichnungen: Niels Schröder
Die Spielleiter-Gruppe darf den anderen Gruppen das komplette Bild
nicht zeigen. Das Puzzle-Spiel beginnt mit einem Eckteil, das ein
Schüler der Spielleiter-Gruppe beschreibt (siehe Beispiel links).
Nun beschreibt einer der Spielleiter, was auf dem Anschlussstück zu sehen ist. Die anderen Gruppen dürfen Fragen stellen.
Das Puzzle-Spiel beginnt mit einem
Eckteil, zum Beispiel diesem.
16 TIPP 2/2004
Beispiele:
Fünf Personen sitzen an einem Tisch.
– Ist auch ein Indianer dabei?
– Liest ein Junge mit Baseball-Kappe JUMA?
S 16-19 Wimmelbild, Korr. 2
25.02.2004
13:54 Uhr
Seite 17
Jede Gruppe setzt das Puzzle nach den Beschreibungen der Spielleiter
auf ihrem Tisch zusammen.
3. Schritt
Personenbeschreibung und -suche
Jede Gruppe sucht einen Party-Gast und beschreibt ihn zum Beispiel
mit Hilfe folgender Angaben:
• Name
• Nationalität
• Alter
• Kleidung
• Besondere Kennzeichen
Kann der mich
nicht in Ruhe JUMA
lesen lassen?
Jeweils ein Schüler liest sie der Klasse vor. Alle anderen Gruppen
suchen diese Person nun und dürfen Fragen dazu stellen. Beispiel:
„Wer hat die gesuchte Person zuletzt gesehen?“ Wer sie zuerst findet,
hat gewonnen.
4. Schritt
Die Schüler erweitern das Puzzle mit Denk- und Sprechblasen
Die Gruppen nehmen sich einzelne, verschiedene Puzzleteile vor. Sie
kleben jedes Teil auf ein Blatt Papier und fügen Denk- oder Sprechblasen hinzu (siehe Beispiel rechts).
Die Schüler
erweitern
einzelne PuzzleTeile mit Denkoder Sprechblasen.
Darf ich mal
um Aufmerksamkeit bitten?
Variante:
Jede Gruppe schneidet einzelne Figuren aus und gestaltet einen
Comic damit.
(Vgl. Wo ist Walter, TIP 2/93, Seiten 32–33, und TIP 1/94, Seite 44.)
Mach mit!
Machen Sie mit ihren Schülern Unterrichtsvorschläge für das
„Wimmelbild“ in JUMA, testen Sie sie in der Klasse und schicken
Sie alle Vorschläge bis zum 30.11.2004 an die
Redaktion JUMA/TIPP
Stichwort: „Wimmelbild“
Frankfurter Straße 40
D-51065 Köln
TIPP verlost unter allen Einsendern 10 Pakete mit Materialien für
den Deutschunterricht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
TIPP 2/2004
17
S 16-19 Wimmelbild, Korr. 2
25.02.2004
13:54 Uhr
Seite 18
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
FÜNF WEITERE UNTERRICHTSVORSCHLÄGE
1. Unterrichtsvorschlag
Bildbeschreibung und Hörverstehen
Der Lehrer deckt 10 Personen, Tiere, Gegenstände, Gebäude usw. auf
dem Bild ab und macht Fotokopien von dem Bild mit weißen Stellen
(siehe Beispiel links).
In der Klasse sitzen sich jeweils zwei Schüler gegenüber. Schüler 1 hat
die JUMA- (oder TIPP-) Seiten 24–25 vorliegen; Schüler 2 bekommt die
Fotokopie mit weißen Stellen davon. Er fragt Schüler 1 nach den fehlenden Bildteilen.
Der Lehrer deckt zum Beispiel einzelne Personen ab. Die Schüler befragen
sich gegenseitig nach den fehlenden
Bildteilen.
Beispiel:
Was befindet sich rechts von dem Mädchen, das neben den JUMAStapeln steht?
Schüler 2 antwortet zum Beispiel: „Da sitzt ein Mann mit Hut auf einem
Stuhl und trinkt eine Tasse Kaffee.“
Schüler 2 trägt alle Antworten in Stichworten auf der Kopie ein. Sobald
er 5 weiße Stellen mit Worten gefüllt hat, prüft er, ob die Beschreibungen
mit den Bildern übereinstimmen. Bei falschen oder unvollständigen
Beschreibungen korrigiert er Schüler 1 oder er vervollständigt die
Angaben.
Beispiel:
Aus dem Mund des Mannes kommt eine Flamme!
Danach tauschen Schüler 1 und 2 die Rollen.
2. Unterrichtsvorschlag
Tauschbörse
Jeder Schüler bekommt ein Blatt Papier und 10–15 Zettel. Alle Schüler
sehen sich 3 Minuten das „Wimmelbild“ genau an und versuchen möglichst viele Details zu behalten (vgl. „Kim-Spiel“). Danach sammelt der
Lehrer alle JUMA-Hefte ein und stellt den Schülern folgende Aufgabe:
„Schreibt auf das Blatt Papier möglichst viele Personen, Tiere und
Gegenstände, die auf dem Bild zu sehen sind!“
Beispiele:
ein Eskimo, eine Maus, eine Harfe
Jeder Schüler schreibt seine Wörter einzeln auf je ein Kärtchen, die er
Mitschülern in Einzelgesprächen zum Tausch anbietet.
18 TIPP 2/2004
S 16-19 Wimmelbild, Korr. 2
25.02.2004
13:54 Uhr
Seite 19
Beispiel:
– Ich habe einen Luftballon. Was gibst du mir dafür?
– Ich kann dir einen Lampion geben.
– Einen Lampion habe ich schon. Hast du nichts anderes?
– Doch, eine Kerze!
Ziel ist, möglichst viele Zettel mit Wörtern zu bekommen, die man nicht
hat. Die Schüler schreiben alle neuen Wörter auf ihre Listen. Getauscht
wird im Verhältnis 1:1 – oder zu einem ungünstigeren Kurs, wenn man
zum Beispiel schon viele Wörter hat.
Nach etwa 10 Minuten werden die Wörter auf der Liste gezählt. Der
Schüler mit den meisten Wörtern auf seiner Liste schreibt sie an die
Tafel (bei gleicher Anzahl Wörter entscheidet das Los). Die anderen
Schüler ergänzen die Liste an der Tafel und die eigene.
Als Hausaufgabe macht jeder Schüler um die Personen, Tiere und
Gegenstände, die auf seiner Liste stehen, einen Kreis, und er erweitert
seine Liste um weitere Wörter.
3. Unterrichtsvorschlag
Textproduktion und Hörverständnisübung
Jeder Schüler wählt eine Person auf dem Bild in JUMA und schreibt eine
kurze Geschichte dazu. Einige Geschichten werden anschließend
vorgelesen. Die Klasse muss raten, um welche Person es sich handelt.
4. Unterrichtsvorschlag
Geschichten erzählen
Die Schüler bilden Kleingruppen. Der Reihe nach schließt jeweils ein
Schüler die Augen und zeigt mit einem Stift auf einen Punkt des Bildes.
Dann öffnet er die Augen und erzählt zu dem gezeigten Bildausschnitt
spontan eine Geschichte. Wenn ein Schüler nichts Sinnvolles trifft,
versucht er es noch einmal.
5. Unterrichtsvorschlag
Beispiel für eine
Wortkette:
KocH – HarfenspieleR –
Rhinozeros
Wortkette
Gruppenarbeit: Ein Schüler nennt eine Person, ein Tier oder einen
Gegenstand auf dem Bild. Der nächste Schüler fährt mit dem letzten
Buchstaben des Wortes fort, indem er eine weitere Person, ein weiteres
Tier oder einen weiteren Gegenstand auf dem Bild nennt. So entsteht
eine Wortkette (siehe Beispiel rechts).
(Vgl. Gesucht? Gefunden! TIP 1/93, Seite 30, und TIP 2/94, Seiten
38–39.)
TIPP 2/2004
19
S 20-23 Debatte, Korr. 2
25.02.2004
14:00 Uhr
Seite 20
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE
MIT DER JUMA-SEITE 27
Gute Argumente
Oberstufe
Vorbereitung
Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Gute Argumente“. Um selbst eine
Debatte zu führen, bilden sie Gruppen mit jeweils 5 Teilnehmern.
Ein Schüler übernimmt mit Hilfe der Kopiervorlage 2, TIPP-Seite 23, die
Auswertung der Debatte, und er misst die Zeit. Gemeinsam einigt sich
jede Gruppe auf eine aktuelle Streitfrage, bei der zwei Schüler dafür und
zwei Schüler dagegen sind.
Beispiele:
• Sollen Gerichtsverhandlungen im Fernsehen übertragen werden?
• Soll man Innenstädte mit Kameras überwachen?
Fotos: Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Durchführung
Bei einer Debatte zählen nicht
nur Argumente, sondern auch, wie
sie vorgetragen werden.
20 TIPP 2/2004
Die Debatte wird nach den Regeln auf der Kopiervorlage 1, TIPP-Seite
21, geführt. Sie liegt allen Gruppen vor. Der Schüler, der die Auswertung
übernimmt, macht sich Notizen über den Verlauf der Debatte, bewertet
die Sachkenntnis, das Ausdrucksvermögen, die Gesprächsfähigkeit
und die Überzeugungskraft jedes Redners (siehe TIPP-Seite 23) – und
er entscheidet abschließend über die Platzierung der Schüler.
In weiteren Runden ändern sich die Zusammensetzung der Gruppen
sowie die Themen der Streitgespräche.
Varianten:
Die Debatten umfassen mehrere Runden; die Sieger kommen
jeweils eine Runde weiter. Die letzte Runde wird als Streitgespräch
vor der Klasse geführt. Dabei werden der oder die Gesamtsieger
ermittelt.
KOPIERVORLAGE 1
S 20-23 Debatte, Korr. 2
25.02.2004
14:00 Uhr
Seite 21
Regeln für „Jugend debattiert“Übungsdebatten
1. Debattiert wird eine aktuelle politische Streifrage. Die Frage ist so zu stellen,
dass sie nach einer konkreten Maßnahme fragt und nur mit „Ja“ oder „Nein“
beantwortet werden kann.
2. Debattiert wird zu jeweils vier Personen, zwei pro, zwei contra.
Einen Gesprächsleiter gibt es nicht.
3. Jede Debatte gliedert sich in drei Teile: Eröffnungsrunde, freie Aussprache
und Schlussrunde. In der Eröffnungsrunde hat jeder Teilnehmer die Streitfrage
aus seiner Sicht zu beantworten, dann wird die Aussprache in freiem Wechsel
fortgesetzt.
4. Nach Ende der freien Aussprache erhält jeder Teilnehmer die Möglichkeit zu
einer abschließenden Äußerung (Schlussrunde).
5. In der Eröffnungsrunde beginnt, wer die Änderung des bestehenden Zustands
wünscht. In der Schlussrunde reden die Teilnehmer, auch wenn es zu MeinungsJugend debattiert 2004, Lehrer-Begleitheft; @ Gemeinnützige Hertie-Stiftung
wechseln gekommen ist, in gleicher Reihenfolge wie in der Eröffnungsrunde.
GUTE ARGUMENTE
6. In der Eröffnungsrunde darf der einzelne Teilnehmer ohne Unterbrechung nicht
länger als eine Minute sprechen. Die freie Aussprache dauert insgesamt sechs
Minuten. In der Schlussrunde ist die Redezeit jedes Teilnehmers auf eine halbe
Minute begrenzt. Zwischenrufe gelten nicht als Unterbrechung.
7. Über die Einhaltung der Redezeiten wacht ein Zeitnehmer. Fünfzehn Sekunden
vor Ablauf der Redezeit wird ihr nahes Ende durch einmaliges Klingelzeichen angezeigt. Das Überschreiten der Redezeit wird durch zweimaliges Klingelzeichen
angezeigt und anschließend durch dauerndes Klingelzeichen unterbunden.
TIPP 2/2004
21
S 20-23 Debatte, Korr. 2
25.02.2004
14:00 Uhr
Seite 22
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
I
INFORMATION
Jugend debattiert
Der Bundeswettbewerb
„Jugend debattiert“ ist ein
Projekt der Gemeinnützigen
Hertie-Stiftung auf Initiative
und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten – in Kooperation mit der
Stiftung Mercator, der Heinz
Nixdorf Stiftung, der Robert
Bosch Stiftung und der
Kultusministerkonferenz
sowie den Kultusministerien
der Länder.
Dominic (links) und Jakob Michael,
Sieger des Wettbewerbs 2003, mit
Bundespräsident Johannes Rau (Mitte)
„Jugend debattiert“ soll dazu beitragen, die Bereitschaft und
Fähigkeit junger Menschen zu fördern, sich gesellschaftlich und
politisch zu engagieren, das bedeutet u.a. Position zu beziehen,
Gründe dafür zu nennen, Kritik vorzutragen.
Der Bundeswettbewerb 2004 findet in zwei Altersgruppen statt:
als Wettbewerb für die Klassen 8–10 an Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien, als Wettbewerb für die Jahrgangsstufen
11–13 an Gymnasien und berufsbildenden Schulen. Die Schulen
nehmen nicht einzeln, sondern in Verbünden teil. Jeder Schulverbund besteht in der Regel aus drei Schulen. Der Wettbewerb
beginnt als Wettbewerb im Kurs oder in der Klasse und endet im
Bundesentscheid.
Die Aufgabe ist immer gleich: Jeweils vier Teilnehmer debattieren
eine aktuelle politische Streitfrage vor Juroren. Kurse und Klassen
bestimmen ihre Streitfragen selber. Die Streitfragen der Schulund Landeswettbewerbe werden vom Kuratorium „Jugend
debattiert“ festgelegt und in Abstimmung mit den Kultusministerien bekannt gegeben. Vor dem Wettbewerb steht das Training.
Hierfür gibt es umfangreiches Material, das man ebenso wie weitere Informationen über die Gemeinnützige Hertie Stiftung erhält:
Franziska und Clemens Martin bei
der Eröffnungsdebatte des Wettbewerbs 2002 im Schloss Bellevue,
dem Sitz des Bundespräsidenten.
22 TIPP 2/2004
Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Grüneburgweg 105
D-60323 Frankfurt am Main
www.jugend-debattiert.ghst.de
KOPIERVORLAGE 2
S 20-23 Debatte, Korr. 2
25.02.2004
14:00 Uhr
Seite 23
Bewertungsbogen
Name des Redners:
Sachkenntnis
Kenntnis des Sachverhalts (Tatsachen, Probleme, bisherige Regelung)
Kenntnis von Wertungsgesichtspunkten (moralisch, politisch, rechtlich)
Richtigkeit und Aktualität eigener Angaben
Bestimmung der in der Streitfrage gefragten Maßnahmen (oder Bestätigung
oder Kritik der von anderer Seite vorgetragenen Bestimmung)
Ausdrucksvermögen
Lebendige Gestik, Mimik, Stimme
Deutliche Aussprache
Flüssiger Vortrag (Eröffnungs- und Schlussrunde)
Klare Gliederung, Zielsatz entsprechend der Streitfrage
Verständlicher Satzbau, angemessene Wortwahl
Zuhören und ausreden lassen (keine unpassenden Unterbrechungen)
Anknüpfen an die Vorredner (ausdrücklich, präzise, korrekt)
Auch die Anderen zu Wort kommen lassen (Freie Aussprache)
Angreifen gegnerischer Schwachstellen (konsequent, aber fair)
Bereitschaft, bei besseren Argumenten einzulenken
Jugend debattiert 2004, Lehrer-Begleitheft; © Gemeinnützige Hertie-Stiftung
GUTE ARGUMENTE
Gesprächsfähigkeit
Überzeugungskraft
Passendes Auftreten (ernsthaft, vernünftig, wohlwollend)
Begründung der eigenen Position (nicht bloß Behauptung)
Wichtigkeit und Gewichtung der vorgetragenen Argumente
Blick für das Wesentliche – im Fortschritt der Debatte
TIPP 2/2004
23
S 24-25 Antje, Korr. 2
25.02.2004
14:05 Uhr
Seite 24
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE
MIT DEN JUMA-SEITEN 28–29
Zu Hause in
deutschen Regalen
1. Schritt
Textverständnis-Übung
Zeichnungen: Ulf Marckwort
Partnerarbeit: Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Zu Hause in
deutschen Regalen“. Gemeinsam schreiben sie auf, welche Figuren aus
welchen Ländern bzw. Regionen für welche Produkte werben.
Mit einer Biene kann man für Honig
werben, denn sie produziert ihn.
24 TIPP 2/2004
Lösungen für den Lehrer: Frau Antje aus Holland für holländische Milchprodukte; Ilja Rogoff vom Balkan für Knoblauchpillen; Uncle Ben aus
Texas für Reis; Fisherman’s Friend (Fischers Freund) aus Nordengland
für Pastillen gegen Husten und Heiserkeit; „Monsieur Jacques“ aus
Frankreich für typisch französische Produkte, z.B. für Baguettes; Maja
aus Spanien für Seife; ein Gondoliere aus Italien für Cappuccino; ein
Hirte aus Griechenland für Feta-Käse; der Cowboy aus Texas für Taccos.
2. Schritt
Thematische Auseinandersetzung mit dem Text
Kleingruppenarbeit: Der Lehrer verteilt an alle Gruppen eine Kopie der
TIPP-Seite 25. Jede Gruppe überlegt, mit welchem Tier man für welches
Supermarkt-Produkt werben kann und warum (siehe Beispiel links).
Gemeinsam entwerfen die Schüler 2–3 „Packungen“ für „ihre Produkte“, auf denen auch Produktinformationen stehen, z.B. 250 Gramm (die
jeweilige Tierzeichnung ausschneiden und auf ein Blatt Papier kleben;
das Blatt so knicken, dass es steht!). Die Schüler dürfen auch selbst Tiere zeichnen. Alle „Produkte“ werden in der Klasse in ein Regal gestellt.
25.02.2004
14:05 Uhr
Seite 25
Aufgabe
Sucht euch 2–3 Tiere auf dieser Seite aus. Überlegt, für welche Produkte sie werben können.
Entwerft eine Packung dafür, auf der auch Produktinformationen stehen.
ZU HAUSE IN DEUTSCHEN REGALEN
KOPIERVORLAGE
S 24-25 Antje, Korr. 2
TIPP 2/2004
25
S 26-27 Denkmal, Korr. 2
25.02.2004
14:15 Uhr
Seite 26
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE
MIT DEN JUMA-SEITEN 30–33
Schuften und lernen
1. Schritt
Textlektüre und -auswertung
Kopiervorlage: Lösungen
Michael Schumacher: der
Kerpener, der Formel-1Pilot, der 6-malige Formel-1Weltmeister, der 34-Jährige
Joseph Beuys: der Künstler,
der gebürtige Krefelder, der
Professor für monumentale
Bildhauerei, der FilzhutTräger
Gerhard Schröder: der
Bundeskanzler, der VollblutPolitiker, der ehemalige
Ministerpräsident von Niedersachsen, der Exparteichef
Till Eulenspiegel: der Bauernsohn, der bekannteste Narr
der Welt, der Streichespieler,
die historische Figur
Florian Sump: Flo (kurz für
Florian), das Mitglied der
Popgruppe „Echt“, der JungMusiker, der Schlagzeuger
und Texter
26 TIPP 2/2004
Die Schüler lesen die JUMA-Reportage „Schuften und lernen“ zu zweit.
Jedesmal, wenn von Personen die Rede ist, unterstreichen sie den Namen oder das jeweilige Synonym (das den Text weniger eintönig macht).
Beispiele:
Nicole Rosentreter, Nicole, sie, die 20-Jährige
2. Schritt
Zuordnung von Synonymen
In Kleingruppen ordnen die Schüler nun die passenden Synonyme auf
der Kopiervorlage den jeweiligen Namen zu (siehe TIPP-Seite 27).
Varianten:
1. Sie fügen Synonyme hinzu.
2. Sie suchen Synonyme für andere Namen im aktuellen JUMA.
3. Schritt
Anwendung von Synonymen
Jeder Schüler schreibt abschließend einen kurzen Text, in der eine Person mehrmals mit Vor- und Nachnamen genannt wird (keine Personen
der Kopiervorlage; auch der Öffentlichkeit Unbekannte, z.B. ein Klassenkamerad). Ein Mitschüler ersetzt den Namen jeweils durch ein anderes Synonym, nachdem er einmal genannt wurde.
KOPIERVORLAGE
S 26-27 Denkmal, Korr. 2
25.02.2004
14:15 Uhr
Aufgabe
Zu jeder Person auf den ersten 4 Fotos unten und zu Florian Sump passen 4 Synonyme. Welche?
der 5-malige Formel1-Weltmeister
der Künstler
der gebürtige Krefelder
der Exparteichef
der Professor für
monumentale Bildhauerei
der Bauernsohn
der Streichespieler
der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachsen
die historische Figur
der Formel-1-Pilot
der Jung-Musiker
der Bundeskanzler
der Schlagzeuger und Texter
Foto: dpa
Foto: Stiftung Schloss Moyland
der Kerpener
der Filzhut-Träger
der bekannteste Narr der Welt
Flo
der 34-Jährige
der Vollblut-Politiker
das Mitglied der Popgruppe
„Echt“
Joseph Beuys
Foto: dpa
Foto: dpa
Michael Schumacher
Till Eulenspiegel
Foto: Olaf Heine
Gerhard Schröder
SCHUFTEN UND LERNEN
Seite 27
Die Gruppe „Echt“ mit Florian Sump (rechts)
TIPP 2/2004
27
S 28-29 Sommer, Korr. 2
25.02.2004
14:19 Uhr
Seite 28
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
DAS SOMMER-ABC: ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 34–37
Sommer-Abc
D
F
Danke
Was heißt „Danke!“ auf italienisch? Gut, man kann auch ohne
Fremdsprachenkenntnisse an
den Gardasee fahren. Ich wollte
aber wenigstens die wichtigsten
Wörter und Sätze auf Italienisch
wissen. Mit einer Computer-CD
habe ich mich vorbereitet. „Danke“ heißt auf Italienisch „Grazie“ –
das wusste ich danach, und noch
ein paar andere Wörter. Dann
kam der Urlaub. Ein Ausflug nach
Verona. Dichtes Gedränge in den
Straßen. Endlich ein freier Platz
im Eiscafé. Auf der Karte waren
die Eisbecher abgebildet. Als der
Kellner das Eis brachte, sagte ich
spontan: „Merci!“ Der Kellner
schaute mich verständnislos an.
Oh nein, das war doch Französisch. „Grazie“ fiel mir in diesem
Moment nicht mehr ein. Ich glaube, nächstes Jahr gehe ich in den
Italienisch-Kurs in der Volkshochschule.
Lisa, 17 Jahre
Arbeiten, wenn die anderen
Urlaub machen. Aufstehen, wenn
die anderen noch im Bett liegen.
Im Supermarkt Regale einräumen, wenn draußen die Sonne
scheint. Das Leben kann grausam sein! Doch ich brauche den
Ferienjob. Das verdiente Geld ist
schon fest eingeplant: für den
Autoführerschein. Darum beiße
ich jeden Morgen die Zähne
zusammen. Wenn es draußen
richtig schön warm ist, sage ich
mir: Du hast es gut, der Markt hat
eine Klimaanlage. Wovor ich mich
ein bisschen fürchte? Wenn am
ersten Schultag alle von ihren
tollen Ferienerlebnissen erzählen.
Markus, 18 Jahre
L
Foto: Dieter Klein
Wie sagt man auf Italienisch
„Danke“, wenn der Kellner in Italien
einen Eisbecher serviert?
28 TIPP 2/2004
Ferienjob
Last-Minute-Urlaub
Wir sind die fünf besten Freundinnen – normalerweise! Unseren
gemeinsamen Sommerurlaub
hatten wir schon im Winter geplant. Leider zerstritten wir uns
kurz vor den Ferien. Plötzlich
hatte keine mehr Lust gemeinsam zu verreisen. Gebucht und
bezahlt hatten wir schon. Jede
von uns war natürlich ziemlich
sauer, weil das Geld weg war.
Doch einen Tag vor der Reise
standen zwei meiner Freundinnen vor der Tür und sagten: „Wir
fahren, kommst du mit?“ Ich
packte meinen Koffer. Wir sagten
den anderen Bescheid, und die
packten ebenfalls. Am nächsten
Tag standen alle pünktlich am
Bahnhof: Ein echter Last-minuteUrlaub! Nach einer Stunde im
Zug war der Streit vergessen.
Katharina, 18 Jahre
N
Nachprüfung
Alles war bis ins kleinste Detail
geplant. Der Urlaub sollte direkt
nach Ferienbeginn losgehen.
Doch mein Zeugnis machte mir
einen Strich durch die Rechnung.
Dort stand: Sie wird nicht in die
Klasse 10 versetzt. Ein Schock
für mich, denn das bedeutete
Nachprüfung. Mein Urlaub war
also gestorben. Ich musste sechs
Wochen den Nachprüfungskurs
besuchen! Am Ende hatte ich
doch ein Erfolgserlebnis. Ich
bestand die Nachprüfung. Als
Belohnung durfte ich in den
Herbstferien verreisen.
Christiane, 15 Jahre
P
Piercing
Meine Eltern mögen kein Piercing. Ich schon. Ich wollte immer
schon ein Bauchnabel-Piercing
haben. Das sieht bei den bauchfreien T-Shirts so süß aus! Beim
Urlaub in Spanien bin ich einfach
in einen Piercing-Laden gegangen. Ich stellte fest, dass es viel
billiger war als in Deutschland.
Und: Man brauchte keine Einverständniserklärung der Eltern!
Darum ließ ich das Piercing machen. Zu Hause konnte ich es ein
S 28-29 Sommer, Korr. 2
25.02.2004
14:19 Uhr
Seite 29
Ein paar Spritzen halfen ihr
schnell. Ich hoffe, dass sie bald
wieder aufs Rad steigt!
Daniel, 15 Jahre
Foto: dpa
T
Auf Radtour
paar Wochen verheimlichen.
Irgendwann bemerkten es meine
Eltern. Ich bekam einen Riesenärger. Heute allerdings findet es
meine Mutter schön.
Angela, 17 Jahre
R
Radtour
Rad fahren ist unser Familiensport. Jedes Wochenende im
Sommer lädt mein Vater die Räder aufs Autodach und fährt mit
uns ins Münsterland. Dort kann
man stundenlang ohne Mühe und
ohne viel Verkehr radeln. Leider
hat meine Mutter nicht mehr so
viel Spaß daran. Bei unserer letzten Tour hielt sie an und fing an zu
husten. Sie konnte nicht mehr
sprechen. Man merkte, dass sie
Schmerzen hatte. Ihr war eine
Biene in den Mund geflogen und
hatte sie in die Zunge gestochen.
Sofort riefen wir mit dem Handy
den Notarzt. Der kam auch sofort
und brachte sie ins Krankenhaus.
T-Shirt
Sommer ist, wenn man endlich
wieder im T-Shirt rumlaufen kann.
Jedes Frühjahr gehe ich in die
Stadt, um mir neue T-Shirts zu
kaufen. Die vom letzten Jahr sind
meistens „out“. Bis jetzt habe ich
allerdings keine gefunden, die
mir gefielen. Darum habe ich beschlossen, wieder die alten anzuziehen. Meine Freunde finden die
Idee total gut. Sie ziehen auch
ihre T-Shirts vom letzten Jahr
wieder an.
Jan, 14 Jahre
V
Vögel
Er saß ganz allein in unserem
Garten: ein kleiner Vogel, rund
wie eine kleine Kugel und fürchterlich ängstlich. Er flog nicht
weg. Ich holte meinen Vater. „Ein
typischer Nestflüchter“, meinte
der, „das ist jetzt die Zeit dafür.“
Die kleinen Vögel verlassen das
Nest und versuchen zu fliegen.
Das klappt am Anfang noch nicht
so gut. Sie hocken dann am
Boden und piepen. So kann die
Vogelmutter sie finden und füttern. So etwas weiß mein Vater.
Barbara, 13 Jahre
X
X-ray
So heißt die Jugendseite in unserer Zeitung. Während der Schulzeit komme ich nur selten zum
Lesen. Doch in den Sommer-
ferien nehme ich mir richtig viel
Zeit dafür. Die X-ray-Seite finde
ich – neben dem Sportteil – am
interessantesten. Die verlosen
Karten für Konzerte, berichten
über alle möglichen Jugendthemen und veröffentlichen
Grüße. Ich habe schon jede Menge Namen von Bekannten dort
gelesen. Ist doch stark, oder?
Ben, 14 Jahre
Y
Yacht
Im Sommer kommen viele Touristen zu uns an den Starnberger
See. Dann ist hier jede Menge
los. Der See ist voller Segelyachten. Mit ihren bunten Vorsegeln
und den weißen Rümpfen erobern sie das Wasser. Wenn der
Sommer zu Ende geht, fallen sie
in den Winterschlaf. Dann liegen
sie zugedeckt in den Häfen. Die
Drähte am Mast klappern leise im
Wind. Ich liebe diese Stimmung –
und freue mich auf den nächsten
Sommer, wenn die Yachten
wieder aufwachen.
Silvia, 17 Jahre
Mach mit!
Welches Sommer- (Frühlings-,
Herbst-, Winter-) Abc schreiben
Ihre Schüler und welche Texte
und Fotos fügen sie hinzu?
Schicken Sie das Sommer-Abc
Ihrer Schüler an die Redaktion
JUMA/TIPP, Stichwort: SommerAbc, Frankfurter Straße 40,
D-51065 Köln. Unter allen Einsendern verlost TIPP 10 Jugendbücher für die Sommerferien
2005. Einsendeschluss ist daher
der 31.3.2005. Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen.
TIPP 2/2004
29
S 30-31 Bücher, Korr.2
25.02.2004
14:23 Uhr
Seite 30
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE
MIT DER JUMA-SEITE 41
Bücher für alle
Ein Spiel zur Übung des mündlichen Ausdrucks und
des Hörverstehens
1. Schritt
Die Schüler stellen Bücher vor
onis
Kirst
en
•M
Boie
n
Dude
Funke
Cornelia
• Tintenh
Jahr
erz
Vor der Lektüre des JUMA-Artikels „Bücher für alle“ bilden die Schüler
Kleingruppen. Der Lehrer gibt allen Gruppen eine Kopie der TIPP-Seite
31. Ein Schüler in jeder Gruppe ist Bücherschrank-Pate. Ihm nennen
alle anderen Schüler nacheinander Titel und Autoren von Büchern, die
sie in den Bücherschrank stellen wollen (siehe Illustration links unten).
Die Schüler beschriften Buchrücken
und tauschen sie.
30 TIPP 2/2004
Außerdem geben sie eine kurze Inhaltsangabe des jeweiligen Buches.
Nach und nach beschriftet der Bücherschrank-Pate nach den Angaben
seiner Mitschüler die Buchrücken mit Autorennamen und Buchtitel –
solange, bis der Bücherschrank voll ist. Dann schneidet er die Buchrücken aus (Scheren mitbringen!) und gibt jedem Schüler einen davon.
Die restlichen Buchrücken reiht er wieder aneinander.
2. Schritt
Die Schüler lernen andere Bücher kennen
Alle Bücherschrank-Paten bleiben auf ihren Plätzen. Die anderen
Schüler begeben sich mehrmals zu einem neuen BücherschrankPaten. Sie bieten ihm ihre Bücher zum Tausch gegen andere an. Beide
Tauschpartner geben nicht nur den Autor und Titel des jeweiligen
Buches an, sondern loben auch seinen Inhalt. Sobald sich beide
Tauschpartner einig sind, wechseln die Buchrücken den Besitzer. Zum
Schluss der Stunde wird der interessanteste Bücherschrank gewählt.
25.02.2004
14:23 Uhr
Seite 31
Aufgabe
Buchrücken bitte mit Autorennamen und Buchtitel beschriften und ausschneiden!
Illustration: Ofczarek
BÜCHER FÜR ALLE
KOPIERVORLAGE
S 30-31 Bücher, Korr.2
TIPP 2/2004
31
S 32-33 Funke, korr. 2
25.02.2004
14:51 Uhr
Seite 32
JUMA 2/2004 IM UNTERRICHT
ZAUBERZUNGE: ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 40–41
Großes Abenteuer
Frauke Wedler vom Cecilie
Dressler Verlag im Interview
mit „Tintenherz“-Autorin
Cornelia Funke
Ihr erstes Buch ist 1988
erschienen. Vorher haben Sie
Texte anderer Autorinnen und
Autoren illustriert. Was war
der Auslöser dafür, dass Sie
selbst angefangen haben
zu schreiben?
Der Auslöser war, dass ich als
Illustratorin Texte bekam, mit denen ich nichts anfangen konnte.
Als begeisterte Vorleserin hatte
ich Erfahrungen gesammelt, welche Dinge für Kinder ganz wichtig
sind. Diese Dinge vermisste ich
häufig in den vorgegebenen Texten. Außerdem gab es viele Geschichten, die sich nicht zum Vorlesen eigneten. Deshalb habe ich
mich eines Tages hingesetzt und
mein erstes Buch geschrieben.
Woher wissen Sie so gut, was
Kinder mögen oder nicht?
Ich bin einfach gerne mit Kindern
zusammen. Ich finde sie sehr
bereichernd und aufregend. Sie
haben viele ungewöhnliche
Ideen und unbelastete Köpfe,
sie sind noch ganz offen für
alles und sehen vieles, was wir
Erwachsenen nicht mehr sehen.
Testen Sie Ihre Bücher
während des Schreibens an
Kindern?
32 TIPP 2/2004
Ja, inzwischen lese ich sie
meinen eigenen Kindern vor. Ich
finde das sehr hilfreich, weil ich
dadurch merke, welche Stellen
eventuell unverständlich sind,
was zu schnell geht etc. Ich mag
es auch nicht, wenn in Kinderbüchern Begriffe benutzt werden,
die Kinder überhaupt nicht verstehen können. Man muss ihnen
den richtigen „Schlüssel“ für das
Geschehen in die Hand geben,
ohne dass die Sprache deswegen kindisch oder zu
einfach wird.
Was macht Ihrer Meinung nach
ein gutes Kinderbuch aus? Was
sollte es enthalten?
Ich bin der Meinung, dass Kinderbücher auf sehr unterschiedliche
Weise gut sein können. Meine Art
ist es, entweder phantastische
Geschichten zu erzählen – was
ich sehr gerne mache – oder
realistische, in denen dann das
Alltagsabenteuer lauert. Ich hoffe
immer, dass die Realität in meinen Geschichten nicht zu kurz
kommt, aber ich bin eigentlich
keine Autorin, die sich zuerst ein
Problem aussucht und drum herum die Geschichte spinnt, sondern stolpere eher über eine
Geschichtenidee, die ich dann
weiterentwickele. Auf alle Fälle
glaube ich, dass man mit der
richtigen Geschichte jedes Kind
zum Lesen bekommt. Ganz
bestimmt!
Wie kommen Ihnen die Ideen?
Brauchen Sie einen Anlass,
oder fallen Ihnen die Geschich-
ten zum Beispiel beim Spaziergang ein?
Ja, Letzteres trifft es schon ganz
gut. Ich stolpere darüber. Oft
weiß ich gar nicht genau, woher
die Ideen kommen. Sie sind
plötzlich einfach da. Manchmal
werden sie durch irgendetwas
ausgelöst, was ich gesehen
habe, manchmal aber auch wirklich nur durch seltsame, oft klitzekleine Assoziationen.
Wie gehen Sie beim Schreiben
vor? Erstellen Sie zunächst
einen roten Faden, an dem Sie
sich dann entlang hangeln,
oder fangen Sie erst einmal an,
spontan die Szenen niederzuschreiben, die Ihnen in den
Sinn kommen?
Das Schreiben hat sich bei mir
sehr verändert. Das erste Buch
habe ich genau so geschrieben:
Am Anfang holterdiepolter und
schließlich endet man irgendwo
im Wald und weiß nicht weiter
(lacht). Das merkt man dem Buch
dann auch meistens an, weil die
Hänger in der Mitte kommen und
die Lösung oft sehr willkürlich ist.
Inzwischen erstelle ich ganz ausführliche Exposés, auch Charakterisierungen der Figuren und
Gliederungen, die allerdings
hoffnungslos oft umgeschmissen
werden. (...) Bei „Tintenherz“
habe ich mehr als ein halbes
Jahr Bücher über Bücher
gelesen, über das Binden und
25.02.2004
14:51 Uhr
restaurieren, berühmte Bibliotheken, besessene Sammler,
Bücherdiebe und Büchermörder
... und parallel den Plot entwickelt. Aber wie schon gesagt,
meist nehmen meine Figuren ab
Seite 100 die Handlung selbst in
die Hand, und ich habe festgestellt, dass es besser ist, sie vom
Zügel zu lassen, weil die Geschichte, die sie selbst erzählen,
immer ungewöhnlicher ist als die,
die ich geplant habe. Zur Zeit
arbeite ich am zweiten Teil von
„Tintenherz“, und die Figuren
treiben es schlimmer als je zuvor.
Diesmal haben sie schon auf der
ersten Seite damit begonnen,
mich zu überrumpeln. Sie sehen
anders aus, als ich geplant habe,
reden anders, sind glücklich,
wenn ich dachte, sie würden in
Tränen zerfließen usw. usw. Es ist
ein großes Abenteuer.
Erhalten Sie viele Leserreaktionen auf Ihre Bücher?
Ja. ich bekomme bergeweise
Kinderpost. Mit den Briefen fülle
ich eine Schatzkiste nach der
anderen. Die Kinder schicken
Lesezeichen, Porzellanschneemänner, Hühnerfedern
und viele, viele Fotos und selbst
gemalte Bilder.
Literatur
Cornelia Funke
Tintenherz
Cecilie Dressler Verlag
Poppenbütteler Chaussee 53
D-22397 Hamburg
www.cecilie-dressler.de
Seite 33
I
INFORMATION
Die Schriftstellerin Cornelia Funke
Cornelia Funke ist eine der international erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Kinderbuchautorinnen; sie nimmt derzeit Platz 3 auf
der Liste der beliebtesten Autorinnen ein, die der Börsenverein des
Deutschen Buchhandels jedes Jahr bei einer
Umfrage unter Schülern ermittelt.
1958 in Dorsten/Westfalen geboren, zog
Cornelia Funke nach dem Abitur nach
Hamburg und absolvierte eine Ausbildung als
Diplompädagogin. Drei Jahre lang arbeitete
sie als Erzieherin auf einem Bauspielplatz und
studierte parallel dazu Buchillustration an der
Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg.
Nach Abschluss des Studiums war Cornelia
Funke zunächst ausschließlich als Illustratorin Cornelia Funke
für Kinderbücher tätig – eine Arbeit, die sie
dazu anregte, selbst Geschichten für junge Leserinnen und Leser zu
schreiben. So wurde sie mit 28 Jahren frei schaffende Autorin und
Illustratorin. Inzwischen hat sie über 40 Bücher geschrieben, darunter
„Tintenherz“, „Drachenreiter“, „Herr der Diebe“, „Potilla und der Mützendieb“, „Die wilden Hühner auf Klassenfahrt“, „Lilli, Flosse und der Seeteufel“, „Kein Keks für Kobolde“ u.v.a.m. Ihr Spektrum reicht dabei von
Bilder- über Erstlese- und Kinderbücher bis hin zu großen Büchern für
ältere Leserinnen und Leser. Da die Autorin eine besondere Begabung
fürs Vorlesen hat, nimmt sie viele ihrer eigenen Bücher auch als Hörfassungen auf.
Foto: Cecilie Dressler Verlag
S 32-33 Funke, korr. 2
Ihre freie Zeit verbringt Cornelia Funke am liebsten mit ihrer Familie.
Zusammen mit ihrem Mann, ihrer Tochter Anna (Jahrgang 1989) und
ihrem Sohn Ben (Jahrgang 1994) widmet sie sich viel ihren Islandpferden. Außerdem ist sie ein großer Filmfan, hört Musik und liest, so
viel sie kann. Das Beantworten der umfangreichen Fanpost und ihr
soziales Engagement sind für sie eine Selbstverständlichkeit. Cornelia
Funke lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern am Stadtrand
von Hamburg.
TIPP 2/2004
33
S 34-39 Serail, Korr. 2
25.02.2004
14:57 Uhr
Seite 34
PROJEKT
Oberstufe
Die Entführung aus
dem Serail
I
INFORMATION
„Die Entführung aus dem
Serail“ ist ein Singspiel in drei
Akten von Wolfgang Amadeus
Mozart. Der Schauplatz: Ein
türkisches Landgut, Mitte des
16. Jahrhunderts. Die Handlung: Die Braut des Spaniers
Belmonte, Konstanze, ihre
Zofe Blonde und der Diener
Pedrillo werden vom türkischen Fürsten Bassa Selim
verschleppt. Er hält sie in
seinem Landgut fest. Belmonte
entdeckt seine Braut dort und
will sie befreien. Als Baumeister getarnt, verschafft er sich
Zugang zum Haus. Bassa
Selim umwirbt Konstanze;
der Palastaufseher Osmin hat
auf die Zofe Blonde ein Auge
geworfen. Unterdessen führen
Belmonte und Pedrillo ihren
Fluchtplan aus. Mit Wein
macht der Diener den Aufseher
Osmin betrunken. Während
der Wächter seinen Rausch
ausschläft, sind die Liebenden
endlich zusammen. Um Mitternacht wollen sie fliehen; sie
werden jedoch von der Palastwache entdeckt und festgehalten. Selim erkennt in Belmonte
den Sohn seines größten Feindes. Aber die Gefühle der Liebenden rühren ihn, so dass er
ihnen die Freiheit schenkt.
34 TIPP 2/2004
In der Berliner Staatsoper Unter den Linden führte der Musiktheaterpädagoge Rainer O. Brinkmann einer internationalen
Deutschlehrergruppe Möglichkeiten der szenischen Interpretation von Musiktheater vor. Er hatte dafür die Oper „Die
Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart
gewählt. Für TIPP beschreibt er einige Schritte des Projektverlaufs, die sich alle auf andere Opern, Theaterstücke,
literarische Texte usw. übertragen lassen.
1. Schritt
Aufwärmphase: Figuren im Rhythmus
Um alle Schüler auf ein gleich hohes Energiepotenzial zu bringen, bietet
sich ein Rhythmuskreis mit Stampf-, Klatsch- und Sprechrhythmen an.
Die Basis ist ein gemeinsamer Grundschritt, auf dem alle übereinstimmen: rechter Fuß nach außen, linker Fuß nachziehen, linken Fuß
nach außen, rechten Fuß nachziehen. Darauf passen die Silben des
Namens BA-SSA SE-LIM, die dazu im Takt gesprochen werden.
Das Gleiche geschieht mit den Namen der anderen Figuren: Belmonte,
der Tenor; Konstanze, seine Geliebte; Pedrillo, der Diener; Blonde, die
Zofe; Osmin, der Aufseher.
Anschließend werden gleichzeitig alle Silben mit dem Buchstaben
A (danach I und O) geklatscht. In großen Gruppen übernehmen jeweils
3–4 Schüler nacheinander eine Figur, bzw. sie fügen jeweils eine Figur
mit ihren Stampf-, Klatsch- und Sprechrhythmen hinzu.
2. Schritt
Fantasie-Reise
Um die Spieler in die Situation der Handlung zu versetzen, führt man
eine Fantasie-Reise durch. Dazu setzen (oder legen) sich alle in eine
entspannte Position; der Spielleiter liest den Text „Die Entführung in das
Serail“ vor (Kopiervorlage 1, TIPP-Seite 35) und lässt nach Möglichkeit
eine ruhige (am besten türkische) Musik vom Tonband oder Kassettenrekorder im Hintergrund laufen. Der Text wird nachher an alle verteilt.
25.02.2004
14:57 Uhr
Seite 35
Die Entführung in das Serail
Ihr begebt euch in eine Hafenstadt, von der die Schiffe auslaufen, die Menschen und
Handelswaren in den Orient
bringen. Ihr besteigt ein Schiff
und schaut beim Auslaufen
zurück auf das Land, das sich
immer weiter entfernt. Jetzt
seid ihr auf hoher See und
weil ihr rings herum bis zum
Horizont nichts sehen könnt,
bemerkt ihr auch nicht, wie
sich das Schiff auf eine Zeitreise um mehr als 200 Jahre
in die Vergangenheit begibt.
Ein Sturm schüttelt das
Schiff, und das erste, was
ihr danach seht, ist ein altes
Holzsegelschiff, das die
Piratenflagge gehisst hat.
Es kommt auf euer Schiff zu
und weil niemand damit gerechnet hat, wird das Schiff
überfallen. Ihr seid schnell
überwältigt und werdet als
Gefangene auf das Piratenboot gebracht. Hier müsst ihr
unter Deck in einem stickigen
Raum mit vielen anderen ausharren, bis ihr nach mehreren
Tagen plötzlich bemerkt, dass
das Schiff anlegt.
Lautes Treiben dringt an euer
Ohr und nach einiger Zeit
kommt ein merkwürdiger
Mann. Er sagt, dass er euch
gekauft hat und ihr jetzt seine
Sklaven seid. Ihr werdet an
den Händen gefesselt und
vom Schiff geführt. Im Hafen
sind viele Menschen, deren
Sprache ihr nicht versteht. Ihr
stellt fest, dass ihr im Orient
seid, von dem ihr bisher immer
nur gehört habt. Die Häuser
dieser Stadt sind klein mit winzigen Fenstern, dazwischen
lange Minarett-Türme und
Bäume, die in eurer Heimat
nicht wachsen. Die Luft ist heiß
und stickig. Ihr gelangt jetzt auf
einen Markt, es riecht nach
unbekannten Gewürzen, nach
Kamelen und Dingen, die ihr
nicht erkennen könnt. Die
Frauen sind verschleiert und
lassen nur einen kleinen Schlitz
für die Augen frei. Die Männer
sind ebenfalls in lange, lockere
Gewänder gekleidet und tragen einen Turban.
Jetzt werdet ihr aus der Stadt
herausgeführt. Der Sklavenhändler, der euch gekauft hat,
bringt euch zum Hause eines
Pascha (Bassa). Das ist ein
wohlhabender Staatsbediensteter, der euch kaufen will. Er
begutachtet euch, schließt den
Vertrag ab und lässt die Männer gleich von einem Arbeits-
aufseher auf die Felder bringen.
Die Frauen kommen in den
Harem. Das ist das Haus, in
dem alle Frauen des Pascha
mit ihren Kindern, Müttern und
Großmüttern leben. Hier wird
der Haushalt gemacht und
Männer haben keinen Zutritt.
Nur der Pascha selbst darf
hinein, aber auch nur, wenn er
sich angemeldet hat. Im
Harem wird euch zuerst der
Haushaltsbereich gezeigt,
dann euer Nachtlager, das ihr
als Sklavin in einem kleinen
Raum mit mehreren teilen
müsst. Zum Abschluss werdet
ihr in das Bad geleitet, in dem
es nach exotischen Düften
riecht und wo einige Frauen
baden, sich schön machen,
miteinander plaudern oder einer Musik- und Bauchtänzerinnen-Gruppe zusehen.
Auch ihr könnt jetzt in das Bad
steigen und euch von den
Strapazen der Reise erholen.
Diese
Schülerinnen stellen
Haremsdamen dar.
Fotos: Bärbel Kosanke-Teiger
DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL
KOPIERVORLAGE 1
S 34-39 Serail, Korr. 2
TIPP 2/2004
35
S 34-39 Serail, Korr. 2
25.02.2004
14:57 Uhr
Seite 36
PROJEKT
3. Schritt
Rollenspiel: In der Fremde
Eine osmanische Marktstimmung soll hergestellt werden. Durch Verteilen der Kurztexte (Kopiervorlage 2, TIPP-Seite 37) werden die Spieler
in Europäer und Osmanen unterteilt. Alle Spieler verkleiden sich
entsprechend ihrer Rolle; die Osmanen lernen „Fantasie-Osmanisch“
zu sprechen. Im Raum findet ein orientalischer Markt statt.
Foto: Jörg-Manfred Unger
Die Spieler sitzen und handeln oder gehen von Stand zu Stand. Die
Europäer haben die Aufgabe bekommen, den Palast des Bassa Selim
zu suchen, dessen Ort die Osmanen vorher vereinbart haben (z. B. die
Tafel). Die Osmanen reagieren auf die Fragen der Europäer entsprechend ihrer Rolle, wie sie in den Kurztexten beschrieben ist (sie zeigen
zum Beispiel freundlich in die Richtung des Palastes).
Ein Teil der internationalen Deutschlehrergruppe in Berlin. Sie testete
die einzelnen Schritte des Projekts.
Wenn jemand den Palast gefunden hat, wird er vom Spielleiter befragt:
War es schwer, den Palast zu finden? In welcher Situation bist du dir
fremd vorgekommen? Woran lag das? Wie hast du dich verständlich
gemacht?
4. Schritt
Standbilder: Festhalten von Situationen
Der Spielleiter erklärt die Technik von Standbildern, die die Spieler in
Kleingruppen umsetzen sollen: Standbilder brauchen immer eine
Person, die baut, und andere die „modelliert“ werden; Standbilder
werden zu einer bestimmten Aufgabenstellung gebaut; dabei findet
immer ein körperlicher Prozess statt, in dem der Erbauer sein Standbild
entwirft und gestaltet.
Mögliche Themen aus der Oper „Die Entführung aus dem Serail“:
Der Sklavenmarkt:
Der Heiratsantrag:
Der Eingang:
Der Streit:
Das Wiedersehen:
Das Verbot:
Konstanze, Blonde und Pedrillo werden von
Bassa Selim gekauft.
Bassa Selim will Konstanze zur Frau nehmen.
Osmin hindert Pedrillo und Belmonte am
Betreten des Palastes.
Blonde zeigt Osmin die Freiheitsliebe
der englischen Frauen.
Belmonte schleicht sich heimlich in
Konstanzes Zimmer.
Pedrillo versucht Osmin zum Weintrinken
zu überreden.
Diese Standbilder können dann wieder in Handlung aufgelöst werden,
d.h. die Spieler entwickeln eine Szene, die mit dem Bild beginnt oder
endet.
36 TIPP 2/2004
KOPIERVORLAGE 2
S 34-39 Serail, Korr. 2
25.02.2004
14:57 Uhr
Seite 37
Hinweis für den Lehrer
Diese Seite bitte so oft kopieren, dass jeder Schüler einen Kurztext bekommt.
Du bist ein ängstlicher Mensch im osmanischen Königreich. Wirst du von
einem Fremden angesprochen, rufst
du sofort um Hilfe
mit dem türkischen
Wort „imdat“.
Du bist ein freundlicher,
aber wenig hilfsbereiter
und unwissender Mensch
im osmanischen Königreich. Wirst du von einem
Fremden auf den Palast
des Bassa Selim angesprochen, lächelst du
freundlich, zeigst aber in
die falsche Richtung.
Du bist eine Wache
im osmanischen
Königreich. Du gehst
unerkannt durch die
Menge und nimmst
auf den Ruf „imdat“
hin verdächtige Personen fest. Die Festgenommenen werden
in einem Gefängnis
verhört (in einer Ecke
langsam bis 10 zählen)
und dann wieder freigelassen.
DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL
Du bist ein Europäer. Deine Aufgabe ist es, den Palast des
Bassa Selim zu finden, indem du Einheimische freundlich
grüßt und fragst: „Bassa Selim?“
Du bist ein sehr
freundlicher
Mensch im osmanischen Königreich und schadest niemandem.
Wenn du gefragt
wirst, wo der
Palast des Bassa
Selim ist, lächelst
du freundlich, und
führst den
Suchenden ein
Stück weit in die
richtige Richtung,
bis in die Nähe
des Palastes.
Du bist ein freundlicher
Mensch im osmanischen
Königreich und schadest
niemandem. Wenn du
gefragt wirst, wo der
Palast des Bassa Selim
ist, lächelst du freundlich,
zuckst mit den Schultern
und gehst weiter.
Du bist ein etwas
ängstlicher Mensch
im osmanischen Königreich. Wirst du von
einem Fremden angesprochen, schaust du
weg und bahnst dir
deinen Weg durch die
Menge. Wirst du ein
zweites Mal angesprochen, rufst du mit
dem türkischen Wort
„imdat“ um Hilfe .
Du bist ein sehr freundlicher Mensch im osmanischen
Königreich und schadest niemandem. Wenn du gefragt
wirst, wo der Palast des Bassa Selim ist, lächelst du
freundlich, zeigst in die richtige Richtung, gehst dann
aber weiter.
TIPP 2/2004
37
S 34-39 Serail, Korr. 2
25.02.2004
14:57 Uhr
Seite 38
PROJEKT
5. Schritt
Gespielte Erzählung
Zunächst wird der Raum für die Szene „Die Entführung“ aufgebaut:
Tische und Stühle deuten die Begrenzungen der Häuser an. Requisiten
werden besorgt und bereit gelegt. Dann begeben sich alle Spieler in die
Ausgangsposition (Rollen vorher verteilen!). Der Spielleiter liest die
Regieanweisungen aus der Szene vor bzw. verteilt sie (Kopiervorlage 3).
Nach jedem Satz führen die Spieler die Handlungen aus, entweder
pantomimisch oder mit Text, den sie selbst spontan improvisieren.
6. Schritt
Improvisation am Schluss: Diese
Schüler meinen, Konstanze und
Belmonte werden hingerichtet.
Tatsächlich endet die Geschichte
mit ihrer Freilassung.
Improvisation (Spiel oder Text): Wie geht die Geschichte aus?
Die letzte Szene endet damit, dass die Ertappten dem Bassa Selim vorgeführt wurden. Die Spieler entwickeln jetzt in Kleingruppen verschiedene Spielszenen, in denen das Ende der Geschichte improvisiert
werden soll. Dabei stehen die Haltungen der Figuren im Vordergrund:
Wie hart oder milde ist der Urteilsspruch des Bassa? Wie reagieren die
Europäer darauf? Wie reagiert Osmin? Die Ergebnisse werden mit dem
Original-Ende der Oper verglichen, die der Lehrer zum Abschluss
vorliest:
„Nach Stunden bangen Wartens spricht der Bassa ein überraschendes
Urteil: er gibt beiden Paaren die Freiheit. Osmins Protest nützt nichts.
Auch Blonde darf mit Pedrillo die Heimreise antreten. Voller Dankbarkeit
preisen die vier die Huld des Bassa Selim. Sie brechen sofort auf; der
Bassa bleibt allein zurück inmitten seiner Janitscharen, die ihn hochleben lassen.“
Mach mit!
Die hier skizzierten Schritte kann man alle auf andere Opern,
Theaterstücke, literarische Texte usw. übertragen oder einzeln in
der Deutschstunde verwenden! Welche Schritte haben Sie
getestet? Welche anderen Textvorlagen halten Sie für geeignet?
Welches Projekt haben sie in Ihren Klassen angeregt? Schicken
Sie Ihren Beitrag – möglichst mit Fotos – an folgende Adresse:
Redaktion JUMA/TIPP, Stichwort: Oper,
Frankfurter Straße 40, D-51065 Köln
TIPP veröffentlicht die interessantesten Projekte und honoriert sie
mit Geschenkpaketen für den Deutschunterricht. Einsendeschluss
ist der 30.11.2004. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
38 TIPP 2/2004
DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL
KOPIERVORLAGE 3
S 34-39 Serail, Korr. 2
25.02.2004
14:57 Uhr
Seite 39
Die Entführung
Ort: der Platz vor dem Palast des Bassa Selim. Auf einer Seite der Palast des Bassa; gegenüber die
Wohnung des Osmin; hinten Aussicht auf das Meer. Es ist Mitternacht.
Regieanweisungen:
1. Pedrillo kommt mit einer Leiter. Er hustet
einige Male. Konstanze öffnet das Fenster.
Konstanze steht oben am Fenster. Belmonte
kommt. Pedrillo stellt die Leiter an Konstanzes Fenster. Belmonte steigt hinein. Pedrillo
hält die Hand aufs Herz. Belmonte kommt
mit Konstanze unten zur Tür heraus. Pedrillo
drängt Belmonte und Konstanze fort. Belmonte und Konstanze gehen ab. Pedrillo hat
währenddessen die Leiter an Blondes Fenster (in Osmins Haus) gelegt und ist hinaufgestiegen. Es wird das Fenster geöffnet. Er
steigt hinein.
2. Osmin öffnet die Tür seines Hauses. Er läuft
mit einer Laterne herum, weil er aber noch
schlaftrunken ist, stößt er sich hie und da.
Er setzt sich auf die Leiter mit der Laterne in
der Hand und nickt ein. Pedrillo kommt rückwärts wieder zum Fenster hinausgestiegen
und will die Leiter herunter. Blonde, am
Fenster, bemerkt Osmin. Pedrillo sieht sich
um. Sowie er Osmin gewahr wird, stutzt er,
besieht ihn und steigt wieder zum Fenster
hinein. Osmin steigt auf der Leiter dem
Pedrillo nach und ruft ihn. Pedrillo flüstert mit
Blonde. Osmin steigt wieder zurück. Pedrillo
kommt mit Blonde unten zur Tür heraus,
sieht schüchtern nach der Leiter und
schleicht sich mit Blonde darunter weg.
3. Osmin will ihnen nach. Wachen mit Fackeln
kommen und halten Pedrillo und Blonde auf.
Ein Teil der Wache bringt Pedrillo und Blonde
zurück. Ein anderer Teil der Wache, auch mit
Fackeln, bringt Konstanze und Belmonte.
Belmonte widersetzt sich. Die Wache führt
Belmonte und Konstanze, Pedrillo und
Blonde dem Bassa Selim vor.
Hier spielen
Schüler die Hofgarde von Bassa
Selim.
TIPP 2/2004
39
S 40 Asta, Korr. 2
25.02.2004
15:04 Uhr
Seite 40
STUDIEREN IN DEUTSCHLAND
Allgemeine Studierendenausschüsse
Von Studierenden für Studierende
Alle Studierenden in
Deutschland kennen
ihren Allgemeinen
Studierendenausschuss
(AStA) – oder sollten ihn
zumindest kennen. Denn
er ist eine der wichtigsten
Anlaufstellen für Rat
suchende Studierende.
An jeder Universität oder
Hochschule gibt es einen
AStA, zum Beispiel in
Münster.
Service und Beratung
Der AStA ist die „ausführende
Interessenvertretung der Studierenden“. In ihm organisieren sich
Studierende, um Kommilitonen
zu unterstützen. Die Palette der
angebotenen Dienste umfasst
einfache Serviceleistungen bis
zu Beratungsangeboten bei juristischen Problemen. Im einzelnen
gibt es wie in Münster u.a. folgendes Angebot:
• Erstsemesterberatung
• Wohnungsvermittlung,
Mitfahrzentrale etc.
• kostengünstige Druckerei und
Fahrradwerkstatt
• Darlehen-Vergabe
• Sozial- und Rechtsberatung
• Ausstellung von internationalen
Studentenausweisen und
Beglaubigungen
Daneben kümmert man sich hier
wie anderenorts um die politische
Vertretung der Studierenden –
immer dann, wenn die Belange
der Studierenden betroffen sind,
zum Beispiel bei der Einführung
von Studiengebühren. Der AStA
informiert die Studierenden über
wichtige Veränderungen, beruft
Versammlungen ein und organisiert Demonstrationen.
Foto: AStA Münster
Das Studierendenparlament
der Westfälischen WilhelmsUniversität
Münster 2003
40 TIPP 2/2004
Vertretung von Interessen
Da der AStA der politische Arm
der Studierenden (die Exekutive)
ist, wird er demokratisch gewählt:
Einmal jährlich bestimmen alle
Studierenden ihr Parlament. Es
wählt anschließend einen AStAVorsitzenden, der seine Mitarbeiter ernennt. Diese so genannten
Referenten müssen vom Studierendenparlament bestätigt werden. So soll gewährleistet werden, dass der AStA tatsächlich
auch für die Studierenden
spricht. Grundsätzlich können
jedoch alle Interessierten im
AStA mitarbeiten.
Beispiel Münster: Hier gibt es im
AStA der Universität acht Referate mit 17 Referentinnen und
Referenten. Sie kümmern sich
um spezielle Themen wie zum
Beispiel um Hochschulpolitik,
Finanzen, politische Bildung oder
Ökologie. Daneben gibt es sechs
autonome Referate, die direkt
von einer jeweils unabhängigen
Versammlung gewählt werden. In
Münster gibt es u.a. ein Referat
für Behinderte, für Frauen und für
Ausländer. Die Referenten sind
wichtige Ansprechpartner für die
jeweilige Gruppe und können bei
Problemen wichtige Tipps und
Hilfestellung geben. Christoph Fox
Internet
Alle AStA-Adressen im Internet:
www.campus-search.de
S 41 juma bei uns, Korr. 2
25.02.2004
15:07 Uhr
Seite 41
JUMA BEI UNS
Wie es uns
gefällt
Ergebnisse der Arbeit mit
JUMA und TIPP im Deutschunterricht
riechen erkennen, was ihnen
„vorgesetzt“ wurde.
Eine Generation meldet
sich zu Wort
TIPP 2/2003, Seiten 14–15
Beispiele:
Kaffeebohnen, Bananen
Das Motto unserer Schreibwerkstatt war: Dichtet, wie es euch
gefällt! Die Schüler ergänzten
dabei u.a. vorgegebene Zeilenanfänge.
Denis Malier, Toulouse,
Frankreich
Mick im
Gespräch
mit Tante
Hilde
Da steht ein Elefant,
da sitzt ein Löwe,
da liegt ein Krokodil,
aber ich fürchte mich nicht,
denn ich bin im Zoo.
Bozena Sznaj, Przeworsk, Polen
Grünes Klassenzimmer
JUMA 1/2004, Seiten 22–24
Im JUMA-Artikel „Grünes Klassenzimmer“ steht: „Das Anfassen, Schmecken und Riechen
lockert die recht umfangreiche
Thematik auf.“ Also haben wir im
Unterricht einzelnen Schülern
abwechselnd die Augen verbunden und sie mussten durch
anfassen, schmecken und
Beispiel:
Er singt ihr ein Lied.
Letzte Frage an die Schüler,
nachdem sie das vierte und fünfte
Bild gesehen haben und bevor
sie das sechste und letzte Bild
sehen: „Warum ist bei Tante
Hilde keine Party?“ Gemeinsam
suchen die Schüler nach
Antworten.
Ewa Kojder, Przeworsk, Polen
© ofczarek
Beispiel:
Da steht ...
Da sitzt ...
Da liegt ...
Aber ich fürchte mich nicht,
denn ...
die Schüler, für welches Geburtstagsgeschenk Mick sich entscheidet.
Zwei Sprachen, zwei
Chancen
Mick
JUMA 2/2003, Seite 48
Die Schüler bekommen nur das
erste Bild des Mick-Comics
„Das Geschenk“. In Gruppen
überlegen sie, was Mick macht,
nachdem er den Geburtstag
seiner Tante offensichtlich
vergessen hat.
Beispiel:
Er geht zur Tante und kauft
unterwegs einen Strauß
Blumen für sie.
Anschließend bekamen alle
Gruppen das zweite und dritte
Bild des Comics. Nun überlegten
JUMA 4/2003, Seiten 20–23
TIPP 4/2003, Seiten 8–13
Ich habe die SchüleraustauschKärtchen auf den TIPP-Kopiervorlagen augeschnitten und
gemischt. Die Schüler mussten
sie in Gruppen in eine chronologische Reihenfolge bringen –
von „Erkundige dich bei einem
Lehrer nach dem Ablauf der
Reise!“ bis „Rufe deinen Austauschschüler nach deiner
Rückkehr an!“
Marie-Luise Wäspi, Lausanne,
Schweiz
TIPP 2/2004
41
S 42-43 Mach mit, Korr. 2
25.02.2004
15:12 Uhr
Seite 42
MACH MIT!
Zeitschriften auf Deutsch
In einigen Ländern machen
Schüler eigene Zeitschriften
auf Deutsch, siehe TIPP
2/2003. Hier stellen wir vier
davon vor.
„Treffpunkt“ in Makedonien
An dem deutschsprachigen
Schülermagazin „Treffpunkt“
arbeiten Schüler aus ganz Makedonien mit; auch albanische
Schüler sind vertreten. Alle treffen
sich 3–4 Mal im Jahr zu gemeinsamen Redaktionssitzungen,
auf denen die Themen festgelegt
werden. Anschließend übernimmt ein Team das Layout und
macht das Heft druckfertig.
Die Tatsache, dass Schüler
überregional zusammenarbeiten,
trägt viel zum gegenseitigen
Verständnis in Makedonien und
zur demokratischen Bildung der
Jugendlichen bei. Das Projekt
wird daher von der KonradAdenauer-Stiftung, die in der
makedonischen Hauptstadt
Skopje ein Büro unterhält,
finanziell unterstützt.
Redaktionsadresse:
Redaktion „Treffpunkt“
c/o Konrad-Adenauer-Stiftung
Büro Skopje
Kraguevacka 2
Skopje
Makedonien
E-Mail: [email protected]
Foto: Stiftung Verbraucherinstitut
Schülerzeitungen können
auch online
entstehen – wie
hier auf einem
Workshop.
Literatur
Holger Mittelstädt
Unsere Schülerzeitung
Vom Artikel-Entwurf zur
Schlussredaktion
Eine Arbeitsmappe mit Aktions-,
Planungs- und Erklärungsbögen
sowie zahlreichen Rechercheund Internettipps, die im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft
Schülerzeitung entstand, viel
über journalistische Arbeit ver-
42 TIPP 2/2004
mittelt und dabei hilft, qualitativ
hochwertige Schülerzeitungen
zu erstellen.
Verlag an der Ruhr
Alexanderstraße 54
D-45472 Mülheim an der Ruhr
E-Mail: [email protected]
Internet: www.verlagruhr.de
Internet
www.jugendpresse.de
Die Internetseite des
deutschen Jugendpresseverbandes, bei dem Jugendliche in ihren Landesverbänden
selbst das Programm
bestimmen.
S 42-43 Mach mit, Korr. 2
25.02.2004
15:12 Uhr
Seite 43
„Freundschaft“ in
Tschechien
Drei Preisträgerinnen
aus Nowo
Wisnicz, Polen
Die Monatszeitschrift „Freundschaft“ wird von einem professionellen Verlag für den Deutschunterricht in Tschechien
gemacht; Mitarbeiter sind
jedoch auch Schüler der letzten
Jahrgänge vor dem Abitur.
„Freundschaft“ enthält eine Fülle
klassischer landeskundlicher
Themen: „Der Rhein“, „Thüringer
Porzellanstraße“, „Hauptstadt
Berlin“, „Deutsche Spielzeugstraße“ u.v.a.m. Bei den Lesern
sehr beliebt sind die zahlreichen
Rätsel im Heft.
Redaktionsadresse:
Redakce Freundschaft
Suchy vrsek 2122
158 Praha 5
Tschechien
E-Mail: [email protected]
Internet: www.freundschaft.cz
Geschichten
aus Luzies
Welt
TIPP 4/2002
Die Gewinner von insgesamt 40 JUMA T-Shirts:
Schule 28, Duschanbe, Tadschikistan
Gymnasium N 1, Brjansk, Russland
Pädagogische Hochschule Moskau, Russland
Gymnasium Otepää, Estland
Gimnazjum Nr 1, Ledziny, Polen
Gimnazjum Nowo Wisnicz, Polen
Istituto Magistrale „P. Siciliani“, Lecce, Italien
Lehrer sein; Das essen wir
gerne; Sommerjobs; Aus dem
Unterricht; Wo möchtest du
leben?; Liebe und Freundschaft;
Poesie ...
„e.t.c.“ in Kroatien
Jahr unter anderem über ihre
Erfolge beim Deutschlernen.
So erschienen in der ersten Ausgabe Artikel wie „Das Perfekt ist
nicht schwer“ und „Wie wir das
Präteritum lernten“.
Schuladresse:
Die Schülerzeitung „e.t.c.“ erscheint an der Scuola Media
Superiore Italiana „Dante
Alighieri“ in Pula, Kroatien,
die auch die Herausgeberin ist.
Sie wird von Lehrern und
Schülern gemeinsam gemacht
und hat einen deutschen sowie
einen englischen Teil.
Aus dem Inhaltsverzeichnis der
Ausgabe Nr. 5: So sollten unsere
Schuladresse:
Scuola Media Superiore Italiana
„Dante Alighieri“ Pola
Santariova 3
52100 Pula
Kroatien
Gimnazjum
ul. Szkolna 1
32-720 Nowy Wisnicz
Polen
„Deutsch ist in“ in Polen
Die Schüler des Gymnasiums in
Nowy Wisnicz, Polen, schreiben
in ihrer Zeitung „Deutsch ist in“
gemeinsam mit ihrer Deutschlehrerin Bozena Glab einmal im
TIPP 2/2004
43
S 44 Nachlese, Korr. 2
26.02.2004
10:05 Uhr
Seite 44
NACHLESE
Aus O mach Ö
Aktuelles zu Themen, die in JUMA und TIPP standen
Mach mit!
Foto: Martin Kroll
Welche Wörter verändern Ihre
Schüler durch Umlaute, Streichung und/oder Hinzufügung
von Buchstaben o.ä., so dass sie
einen neuen Sinn ergeben?
In Berlin machten Scherzbolde den
U-Bahnhof Mohrenstraße zum U-Bahnhof Möhrenstraße
Die Gegenwart der
Vergangenheit
JUMA 3/2003, Seiten 34–36
TIPP 3/2003, Seiten 24–29
„In Berlin machen schwarze
deutsche Jugendliche eine
eigene Zeitung. (...) Ihr Ziel: zum
Nachdenken anregen und vielleicht sogar Veränderungen herbeiführen – zum Beispiel die Umbenennung des U-Bahnhofs
Mohrenstraße.“
Dieses Ziel haben sie 2003 zumindest für kurze Zeit erreicht:
„Autonome Häschen“ haben „im
Auftrag des Berliner Gemüsehandels“ die Mohrenstraße in
Berlin Mitte in „Möhrenstraße“
umbenannt.
Sie sprühten im U-Bahnhof
Mohrenstraße auf allen Schildern
einen Umlaut auf das O, so dass
aus der Mohrenstraße die
„Möhrenstraße“ wurde. Gleichzeitig riefen sie in einem Flugblatt
„zur aktiven Beteiligung für eine
offizielle Umbenennung“ auf.
44 TIPP 2/2004
Schicken Sie die Vorschläge
Ihrer Schüler an die
Redaktion JUMA/TIPP
Stichwort: Möhrenstraße
Frankfurter Straße 40
D-51065 Köln
Einsendeschluss ist der
31.12.2004.
Das Heft zum
Film „Good
Bye, Lenin!“
der Bundeszentrale für
politische
Bildung
Preis für „Good Bye, Lenin!“
JUMA 3/2003, Seiten 44–45
Die Bundeszentrale für politische
Bildung hat ein Heft zur preisgekrönten Ostalgie-Komödie
„Good Bye, Lenin!“ herausgegeben. Thema ist die Vereinigung
der Bundesrepublik mit der Deutschen Demokratischen Republik
1990. Das Filmheft bietet umfangreiche Materialien für den
Deutschunterricht.
Bestelladresse:
Bundeszentrale für politische
Bildung
Postfach 1369
D-53003 Bonn
www.bpb.de
Zwei Sprachen, zwei
Chancen
JUMA 4/2003, Seiten 20–23
TIPP 4/2003, Seiten 8–13
Bis 2005 touren neun junge
Französinnen und Franzosen mit
so genannten „France Mobiles“
quer durch Deutschland und
bringen damit deutschen
Schülern Frankreich näher. Sie
wollen u.a. die Neugier auf das
Nachbarland wecken.
Auf Anfrage von Eltern, Schulleitern, Lehrern oder Schülern
steuern sie interessierte Schulen
an. Dort gestalten sie mit den
Schülern zusammen „erlebnisreiche Begegnungen“. Die von
der französischen Botschaft und
der Robert Bosch Stiftung initiierte Aktion führt jeden Monat zu
11 000 bis 15 000 deutschfranzösischen Begegnungen.
Vorbild waren „DeutschMobile“,
die zum europäischen Jahr der
Fremdsprachen 2001 französische Klassen besucht hatten.
Dort, wo sie Halt machten, stieg
die Anzahl der französischen
Schüler, die sich für das Erlernen
der deutschen Sprache entschieden, um bis zu 135 Prozent.
S 45 Vorschau, korr. 2
25.02.2004
15:22 Uhr
Seite 45
VORSCHAU
Themen in Vorbereitung
Foto: Klaus Martin Höfer
Foto: Dieter Klein
Für eine Zeitlang das normale Leben
verlassen, in eine andere Rolle schlüpfen,
das kann man nicht nur im Karneval.
Einige deutsche Vereine haben das
Hobby, das Leben anderer Kulturen
zu kopieren – von den Ureinwohnern
Amerikas bis zu den Hunnen.
Foto: Jörg Ladwig
Den Traum vom Fliegen wollen die „Young
Eagles“ (junge Adler) verwirklichen. Die
Jugendlichen bauen ihr eigenes Flugzeug.
Außerdem machen sie gerade ihren Flugschein. Wir haben die Gruppe auf einem
kleinen Flugplatz in Brandenburg besucht.
Außerdem:
In Bayern bringen Schüler jugendliche
Straftäter wieder auf den rechten Weg
– unter den Augen der Staatsanwaltschaft. JUMA stellt die Schülerrichterin Franziska (Foto) vor.
Wer eine Reise in die deutsche Hauptstadt
macht, braucht meistens eine Unterkunft.
Unsere Reporterin in Berlin stellt eine
Auswahl für Jugendliche vor.
Die Herder-Schule in Rendsburg ist seit einigen Jahren an einem gemeinsamen InternetProjekt mit Schulen aus mehreren Ländern
beteiligt. JUMA war beim Erfahrungsaustausch dieser Schulen dabei.
TIPP 2/2004
45
S 46 Leserbriefe, Korr. 2
25.02.2004
15:29 Uhr
Seite 46
LESERBRIEFE
An die
Redaktion JUMA
Frankfurter Straße 40
D-51065 Köln
E-Mail: [email protected]
– und Antwort mit umfangreichem Informationsmaterial bekommen. Kein
Brief, den wir bisher nach
Deutschland geschickt
haben, blieb unbeantwortet.
Immer fanden wir Hilfsbereitschaft und Respekt!
was für mich geradezu überlebensnotwendig ist: Die
Schüler wählen nämlich in
der Regel lieber Spanisch
als Deutsch, weil es für sie
die einfachere Sprache ist.
Mit JUMA und TIPP kann ich
dem entgegensteuern.
Hilfreiche Korrespondenz
Galina Mutowa,
Proskokowo, Russland
Anne-Marie Boignan,
Abidjan, Elfenbeinküste
Gute Kollegen
Was ist deutsch?
Ich bin die einzige Deutschlehrerin an unserer Schule
und ich muss sagen, dass
JUMA und TIPP meine
besten „Kollegen“ sind.
Sie helfen mir und meinen
Schülern die Deutschkenntnisse zu verbessern; TIPP
gibt mir darüber hinaus
wertvolle methodischdidaktische Anregungen!
So kann ich den Unterricht
recht attraktiv gestalten,
Meine Schüler und ich haben darüber nachgedacht,
was für uns eigentlich
deutsch ist (siehe Heft 3/03).
Einige Ergebnisse: Umweltschutz, Pflichtbewusstsein,
Demokratie, Tierliebe, Fußball, Cafés, Offenheit, Fleiß,
Zukunftsangst, Selbstständigkeit ...
Meine Schüler haben mit
großem Interesse die
JUMA-Reportage „Land
ohne Grenzen“ zum Thema
„Europa“ in JUMA/TIPP
4/2001 gelesen – schließlich
gibt es bei uns zwischen
den ehemaligen Republiken
der Sowjetunion zahlreiche
neue Grenzen.
Da in TIPP Adressen zu diesem Thema standen, haben
wir Briefe nach Herzogenrath und Kerkrade geschickt
Wichtige Quelle
Ich schätze JUMA und TIPP
seit Jahren als wichtige
Quelle für aktuelle landeskundliche Informationen aus
der Bundesrepublik.
Mukaram Saitnijasowa,
Turkmenabat, Turkmenistan
Texte für die
Deutschstunde
N. Matylinkaja, Ridder,
Kasachstan
CARTOON
Ich benutze JUMA regelmäßig in meinem Unterricht,
weil die Artikel meine
Schüler zum Lesen bringen
– nicht zuletzt dank der guten Tipps in TIPP. Während
meiner langjährigen Tätigkeit als Gymnasiallehrerin
habe ich übrigens selber
Texte für den Deutschunterricht geschrieben, die ich
hiermit über meine E-MailAdresse anbieten möchte:
[email protected]
Lilian O. Montmar, Tumba,
Schweden
Aufmerksame Lektüre
© Hogli
Die TIPP-Unterrichtsidee
zum JUMA-Artikel „Die
Riesen aus dem Emsland“
(Heft 3/2003), dass jedem
Schiffsteil eine Frage
entspricht, hat mir sehr gut
gefallen. Die Schüler lesen
den Text dadurch sehr aufmerksam. Ich werde diesen
TIPP für die Deutschstunde
auf andere JUMA-Texte
übertragen.
Rita Grinberga, Atasiene,
Lettland
Impressum
Redaktionsadresse:
Redaktion JUMA,
Frankfurter Str. 40, D-51065 Köln
Telefon: Deutschland + 221/962513–0
Fax: Deutschland + 221/962513–4 oder -14
Internet: www.juma.de
E-Mail: [email protected]
Verantwortlich: Christian Vogeler
Redaktion TIPP: Dr. Jörg-Manfred Unger
Redaktionsassistenz: Kerstin Harnisch
Layout: Helmut Hagen
Wissenschaftlicher Beirat:
Prof. Dr. Peter Conrady, Universität Dortmund;
46 TIPP 2/2004
Claudia Maul, Auswärtiges Amt; Prof. Dr. Inge
Schwerdtfeger, Ruhr-Universität Bochum;
korrespondierendes Mitglied: Dr. Hans SimonPelanda, Goethe-Institut München
Litho:
R&S GmbH, Mönchengladbach
Druck und Verlag:
Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH & Co KG
Grunewaldstr. 59
D-41066 Mönchengladbach
Copyright:
Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH,
Mönchengladbach 2004. ISSN 0940-497X.
TIPP ist das Lehrerbegleitheft zum Jugendmagazin
JUMA. Es erscheint viermal jährlich. Namentlich
gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die
Meinung der Redaktion wieder.
Für unverlangt eingesandte Texte und Bilder übernimmt der Verlag keine Gewähr. Der Nachdruck von
Texten ohne urheberrechtlichen Vermerk ist für
Lehr- und Unterrichtszwecke frei; zwei Belegexemplare erbeten.
TIPP entsteht in Zusammenarbeit mit dem Bundesverwaltungsamt (BVA) – Zentralstelle für das
Auslandsschulwesen (ZfA) – Köln;
pädagogische Beratung: Christiane Drasdo
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25.02.2004
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15:33 Uhr
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Seite 39
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Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)
S 47 Kultur, Korr. 2
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Lebendiger
Kulturaustausch
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Deutsche Welle (DW)
Neue Fernsehsendung mit deutscher Popmusik
Mit dem Start des neuen
Musikmagazins popXport
intensiviert das deutsche
Auslandsfernsehen DWTV (Slogan: „Aus der Mitte
Europas“) seine Kulturberichterstattung. Alle 14
Tage stellt das Magazin in
knapp 30 Minuten populäre, in Deutschland produzierte Bands und Interpre-
ten zur besten Sendezeit
weltweit vor. „PopXport
soll ein aktuelles Bild des
modernen Deutschland
vermitteln und deutsche
Musikproduktionen im
Ausland bekannter machen“, sagte Fernsehdirektor Christoph Lanz
bei der Vorstellung des
neuen Formats Anfang
2004 in Berlin.
Popmusik; außerdem gibt
es einen Überblick über
die neuesten Video-Produktionen. Moderator
Markus Schultze: „PopXport ist die richtige Sendung für alle, die wissen
wollen, zu welcher Musik
Deutschland tanzt“ (vgl.
Szene, JUMA-Seite 44).
www.deutschland.de ist das offizielle Portal der Bundesrepublik Deutschland
im Internet und versteht sich als deren virtuelle Visitenkarte. Es bietet eine
repräsentative Sammlung wichtiger Verweise auf deutsche Informationsangebote in den Rubriken Bildung, Gesundheit, Kultur, Medien, Sport, Staat,
Tourismus, Wirtschaft und Wissenschaft. Sein Motto:„Einfach. Besser. Informiert.“ Das umfangreiche Anschauungsmaterial vermittelt einen lebendigen
und aktuellen Eindruck deutscher Kultur. Auftraggeber ist das Presse- und
Informationsamt der Bundesregierung.
Das Institut für Auslandsbeziehungen
in Stuttgart handelt
nach dem Grundsatz
„freudiges Geben
und Nehmen“. Es
steht also nicht für
einseitigen deutschen Kulturexport,
sondern für den lebendigen Austausch
von Erfahrungen,
Ideen, Visionen. Im
Internet bietet es
daher u.a. aktuelle
Nachrichten und
Pressemeldungen
zum Kulturaustausch.
Seine „Zeitschrift für
KulturAustausch“ ist
das einzige deutschsprachige Fachmagazin für den internationalen Kulturdialog.
Projekte wie „junik“
(Jugendliche im internationalen Kontext)
richten sich an Jugendliche, die „für
sich einen Gewinn
aus der Internationalisierung ziehen
wollen“.
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Dorotheenstraße 84
D-10117 Berlin
www.bundespresseamt.de
www.deutschland.de
Institut für Auslandsbeziehungen
Charlottenplatz 17
D-70173 Stuttgart
www.ifa.de
PopXport stellt Interpreten
und Bands aus Deutschland vor und berichtet über
die Popszene und wichtige
Musikveranstaltungen.
Das Magazin zeigt Videoclips aktueller Hits und
„Klassiker“ der deutschen
Angaben über Sendezeiten und Frequenzen
sowie weitere Radio- und
TV-Programm-Angebote:
Deutsche Welle
Kurt-SchumacherStraße 3
D-53113 Bonn
www.dw-world.de
www.deutschland.de
Virtuelle Visitenkarte
TIPP 2/2004
47
S 48 Rückseite, Korr. 2
25.02.2004
15:36 Uhr
Seite 40
Köpfe aus aller Welt
Hocine Djeghdjough, 45,
ist Gymnasiallehrer für Deutsch
am Lycée El-Feth in Blida,
Algerien. Er gestaltet seinen
Unterricht häufig mit Texten aus
JUMA nach den Vorschlägen in
TIPP, „was so gut wie immer
bestens funktioniert!“
Monika Alarcón Contreras, 48,
ist Lehrerin an der Deutschen
Schule Concepción, Chile, wo sie
ihre Schüler auf das Deutsche
Sprachdiplom (DSD I und II) der
Kultusministerkonferenz (KMK)
vorbereitet. JUMA und TIPP sind
ihr dabei „eine große Hilfe“.
Jasminka Pernjek, 34,
Deutschlehrerin an der Mittelschule Krapina, Kroatien, benutzt
JUMA und TIPP als Zusatzmaterial zu Themen in ihren Lehrbüchern und als Vorbereitung auf
die Prüfungen zum Deutschen
Sprachdiplom (DSD II) der KMK .
Ludmila Islamowa, 56,
arbeitet als Deutschlehrerin an der
Allgemeinbildenden Schule in
Satka, Tscheljabinsker Gebiet,
Russland. Die Unterrichtsvorschläge in TIPP ermöglichen ihren
Schülern, „zur Abwechslung auch
mal in Gruppen zu arbeiten“.
Galina Wereschtschak, 48,
ist Deutschlehrerin an der Schule
Nr. 25 in Karaganda, Kasachstan.
Dank JUMA und TIPP hielten
kreative Formen des Unterrichts
Einzug in ihre Klassen – in Form
von Projekten, Wandzeitungen,
Collagen u.v.a.m.
Magda Terzic, 60,
einzige Deutschlehrerin an der
Grundschule in Zenica, BosnienHerzegowina, benutzt häufig TIPP
bei der Planung ihres Unterrichts,
„weil darin wertvolle Anregungen
für eine gelungene Deutschstunde
stehen“.
Krystyna Kawecka, 48,
ist Gymnasiallehrerin für Deutsch
in Myslenice, Polen. Grammatik ist
für sie „nur ein Werkzeug für
sprachliches Handeln“. Stattdessen setzt sie in ihren Klassen
auf die Dialogfähigkeit ihrer
Schüler – so wie TIPP!
Renata Warschal, 30,
ist Lehrerin für Deutsch am VIII.
Allgemeinbildenden Lyzeum in
Kraków, Polen. Hier bereitet sie
ihre Schüler mit JUMA und TIPP
auf das Deutsche Sprachdiplom
(DSD II) der KMK vor – in der
Regel sehr erfolgreich!
Aiman Akylbekova, 45,
ist Deutschlehrerin am Linguistischen Gymnasium Nr. 68 in
Almaty, Kasachstan. Dank JUMA
und TIPP sind ihre Schüler im
Fachsprachenunterricht und beim
Deutschen Sprachdiplom (DSD II)
der KMK „ziemlich fit“.
Zeichnungen: Cosima Schlinkheider
Lehrerinnen und Lehrer, die Deutsch mit JUMA und TIPP unterrichten