Grundwissen Geschichte 6. Klasse

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Grundwissen Geschichte 6. Klasse
Grundwissen Geschichte 6. Klasse
Allgemeines
=Ursprung: alle Arten von Überlieferungen, aus denen man Kenntnisse
über das Vergangene gewinnt (Überreste, schriftliche, bildliche,
mündliche Quellen).
= griech. Altertumskunde: Wissenschaft, die sich mit den Überresten
aus Ausgrabungen beschäftigt und Forschungserkenntnisse mit ilfe
naturwissenschaftlicher Methoden (Datierung der Funde über die
Zerfallszeit von Kohlenstoff) und moderner Technik (Luftbilder) gewinnt.
Quelle
Archäologie
ab 3 Millionen v.Chr.: Überreste – Knochen, Schmuck, Werkzeug, Gebäude
ab 14500 v.Chr.: bildliche Darstellungen - Gemälde, Drucke, Fotos, Filme, Videos, CDs
ab 3000 v.Chr.: schriftliche Quellen – Bilderschrift, Inschriften, Urkunden,
Akten, Rechtssammlungen, Geschichtsschreibung, Briefe,
Tagebücher, Flugblätter, Zeitungen, Bücher
ab ca. 1600 n.Chr.: Traditionen, Bräuche,
Sagen, Volkslieder
ab ca. 1900: mündliche
Überlieferung
3 Mill.
Vor- und Frühgeschichte
3000 v.Chr.
Antike
500 n.Chr.
Mittelalter
1500
Neuzeit
Vor- und Frühgeschichte
Erklärung
Mensch als Jäger und Sammler, Herstellung einfacher Werkzeuge aus Stein,
ca. 2 Mill. (Afrika) – ca. nicht dauerhaft sesshaft
10.000 v. Chr.
Jungsteinzeit
Gekennzeichnet durch befestigte Siedlungen, Haustierhaltung, Ackerbau,
ca. 10.000 (Vorderer Vorratshaltung und Spezialisierung
Begriff/Zeit
Altsteinzeit
Orient)/5550 (Mitteleuropa) – 3000 v. Chr.
Hochkultur
in Ägypten ab ca.
3000 v.Chr.
Pharao
Pyramide
Ägypten
Ausbildung eines Staates mit zentraler Verwaltung und Regierung;
Vorhandensein von Religion, Arbeitsteilung, Schrift, Zeitrechnung, Kunst,
Wissenschaft, Technik
(ägypt. Großes Haus): Gottkönig an der Spitze des ägyptischen Staates
Grabmal für einen Pharao
1
Hieroglyphen
Papyrus
Polytheismus
Monotheismus
Antike
ca. 3000 v.Chr. 500 n. Chr.
Polis
Monarchie
Aristokratie
Kolonisation
Ilias und Odyssee
Olympische
Spiele
seit 776 v. Chr.
schriftlich bezeugt
Demokratie
Blütezeit Athens
5. Jh. v. Chr.
Sklaventum
Hellenismus
Gründung Roms
753 v.Chr.
Republik
Patrizier
Plebejer
Konsuln
Diktator
Senat
(griech. heilige Zeichen): Bilderschriftzeichen der Ägypter
Aus dem Mark des Stängels der Papyruspflanze hergestellte Schriftrolle
Glaube an und Verehrung von mehreren Göttern
Glaube an und Verehrung von einem Gott (Judentum, später Christentum,
Islam)
Griechen
Zeit von den frühen Hochkulturen bis zum Ende des Weströmischen Reiches
(griech. Stadt; Pl.: Poleis) politisch und wirtschaftlich selbständiger Stadtstaat
im antiken Griechenland (Autokratie und Autonomie)
Herrschaft eines Königs
(griech. aristoi = die Besten, kratein = herrschen) Herrschaft einer adeligen
Oberschicht in griechischen Stadtstaaten
Besiedlung eines fremden Gebietes => Verbreitung der Kultur, Aufbau von
Handelsbeziehungen; bei den Griechen: Kolonisierung der Küsten des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres
Autor: Homer (ca. 750-650 v. Chr.); Ilias: Kampf um Troja; Odyssee:
Heimreise des Odysseus; Vorbildwirkung für den griechischen Adel
Sportliche Wettkämpfe zu Ehren des Gottes Zeus; fanden alle vier Jahre in
Olympia (auf der Peloponnes) statt
(griech. demos = Volk, kratein = herrschen) Beteiligung des Volkes
(Staatsbürger) an der Regierung; in Griechenland Beschränkung auf
männliche Staatsbürger
Entwicklung von Kunst, Kultur, Staatslehre, Philosophie und
Geschichtsschreibung aufgrund stabiler wirtschaftlicher und politischer
Verhältnisse
Sklaven (Kriegsgefangene, Schuldner): rechtlose Menschen, die Eigentum
ihrer Herren waren; Grundlage des wirtschaftlichen Systems von der Antike
bis zur Neuzeit
Ausbreitung der griechischen Lebensart im gesamten Mittelmeerraum und
Vorderasien unter und nach Alexander dem Großen; zum Teil Vermischung
mit einheimischen Kulturen
Rom
Gründungsdatum geht auf eine Volkssage zurück (Äneas, Romulus und
Remus)
(res publica = öffentliche Sache) Staatsform, in der kein König herrscht;
Möglichkeit der freien Staatsbürger, an der Machtausübung teilzuhaben
(pater = Vater) rechtlich privilegierter Geburtsadel
(plebs = Volk) Masse der nichtadeligen römischen Bürger
Die zwei höchsten, auf ein Jahr gewählten Beamten der Republik mit der
obersten Befehlsgewalt in Krieg und Frieden
In Notzeiten auf 6 Monate gewählter Befehlshaber mit unumschränkter
Befehlsgewalt
(senex = alter Mann, Greis; Senat = „Rat der Alten“) Beratendes Gremium
ehemaliger hoher Beamter, dessen Empfehlungen lange Zeit befolgt wurden
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1. Jh. v.Chr.
um Christi
Geburt
Kaiserzeit
Christentum
Zeit der Bürgerkriege: allmählicher Übergang von der Republik zum
Prinzipat (Herrschaftsform des Augustus) = faktische Monarchie
Zeitalter des (Kaisers) Augustus
Zeit zwischen Augustus und dem Untergang des Weströmischen Reiches
Monotheistische, auf Jesus Christus gegründete Religion, die unter
Theodosius zur alleinig anerkannten Religion (Staatsreligion) wird
ca. 550 km lange befestigte Grenze zum Schutz des Römischen Reiches an
Limes
Rhein und Donau
Völkerwanderung Wanderbewegung germanischer Völker nach dem Hunneneinfall
Zeitalter zwischen der Antike und der Neuzeit
Mittelalter
ca 500 – 1500 n.
Chr.
Von dem Propheten Mohammed um 600 gestiftete Religion
Islam
Gründung eines europäischen Großreichs durch die Franken in der Nachfolge
Reichsbildung
des Weströmischen Reiches (Merowinger, Karolinger)
der Franken
Einteilung des Mittelmeerraums in drei Machtzentren: in eine byzantinische
Dreiteilung der
(= oströmische), arabische und fränkische Sphäre
Mittelmeerwelt
Lebensform in einer Klostergemeinschaft nach bestimmten Ordensregeln.
Mönchtum
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Grundwissen Geschichte 7. Klasse
Herrschaft im mittelalterlichen Europa
Begriff/Zeit
Erklärung
Zeit zwischen Antike und Neuzeit
Mittelalter
ca. 500 – 1500 n. Chr.
Kaiserkrönung Karls Am Weihnachtstag durch den Papst in Rom vorgenommen.
des Großen
800 n. Chr.
Bei den germanischen Stämmen ist ein Herzog der erwählte Heerführer,
Herzog
später wird daraus ein dauerhaftes Amt. Diese nun sog. Stammesherzöge
erlangen eine vom König fast unabhängige erbliche Macht.
Adeliger, der gegenüber den Grafen, Herzögen und Fürsten über höhere
König
Herrschaftsrechte verfügt. In den meisten europäischen Ländern ist das
Königtum erblich, im Heiligen Römischen Reich hingegen setzt sich die
Wahl des Königs durch.
Höchster weltlicher Herrscher in Europa und Beschützer der Christenheit
Kaiser
Investitur ist die Einsetzung eines Bischofs oder Abts in sein geistliches
Investiturstreit
11. Jh.
Amt und zugleich die Übertragung von weltlichen Herrschaftsrechten.
Daraus entsteht ein Streit zwischen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor
VII. um den Vorrang zwischen weltlicher und kirchlicher Macht. (1077
Heinrich IV. in Canossa)
Ausschluss
aus der kirchlichen Gemeinschaft
Kirchenbann
Von der Kirche im Mittelalter geförderter Kriegszug zur Befreiung des Hl.
Kreuzzüge
1096-1291
Landes von der Herrschaft des Islams.
Als Gegenleistung für die Unterstützung von Kriegszügen oder für die
Lehnswesen
Übernahme von Diensten verleihen Könige und andere Adelige an
Gefolgsleute Grundbesitz, einträgliche Ämter oder Vorrechte als Lehen.
Wer sie vergibt, heißt Lehnsherr, wer sie erhält, Vasall.
Summe von Rechten, die das Leben der Bürger untereinander sowie ihrer
Stadtrecht
Beziehungen zum Stadtherrn regeln.
Schwäbische Adelsfamilie, benannt nach ihrer Stammburg Hohenstaufen
Staufer
bei Göppingen. Nach den Ottonen und Saliern die dritte große
Herrschdynastie des mittelalterlichen Deutschen Reiches. Höhepunkt des
Geschlechtes: unter Friedrich I. Barbarossa.
Einsatz von Bischöfen und Äbten in hohe Staatsämter und Übertragung
Reichskirche
von großen Besitztümern  Stütze des Königtums
Grundherrschaft
Adel
Lebensformen und Lebensräume im Mittelalter
Die Grundherren (Adelige, Klöster oder Bischöfe) übergeben Teile ihres
Landes an hörige Bauern zur Bewirtschaftung. Diese müssen ihnen dafür
einen Teil der Erträge abliefern und Dienste leisten. Die Grundherren
gewähren den Bauern Schutz und Hilfe und dürfen über sie bei einfachen
Straftaten richten.
Stand, der durch Abstammung und Grundbesitz besondere Rechte
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Stände
Ritter
Höhepunkt 12./13. Jh.
Bürger
Patrizier
Ghetto
Zunft
Reichsstadt
Goldene Bulle
1356
Kurfürst
Territorialstaat
Ostsiedlung
Eroberung
Konstantinopels
1453
Renaissance
14.-16. Jh.
Humanismus
14.-16. Jh.
Neuzeit
Entdeckung
Amerikas
1492
Reformation
1517
Luther, Martin
gegenüber der übrigen Bevölkerung beansprucht; hat Herrschaft über
Land und Leute inne, besitzt Steuer- und andere Freiheiten sowie
Vorrechte auf die wichtigsten Ämter.
Gliederung der mittelalterlichen Gesellschaft in drei Gruppen (Adel,
Klerus, Bürger/Bauern). Die Zugehörigkeit ist durch Geburt bestimmt und
gilt als von Gott gegeben.
Sie gehören zum niederen Adel, leisten Waffendienst auf Pferden und
entwickeln eine eigene Lebensart.
Alle freien Einwohner einer Stadt, die das Bürgerrecht besitzen und damit
am politischen und sozialen Leben der Stadt teilnehmen dürfen. Das
Bürgerrecht beruht auf städtischem Grundbesitz.
Schicht wohlhabender Bürger, die ursprünglich die Ratsregierung stellt
und viele Vorrechte genießt. Seit dem 13. Jh. müssen sie sich die
Regierung mit den Zünften teilen.
Abgegrenztes Stadtviertel der Juden
Zusammenschluss von Handwerkern mit gleichem Beruf
Stadt, die nur dem König untersteht (reichsunmittelbar), also keinen
anderen Landesherrn über sich hat.
Herausbildung der frühneuzeitlichen Staatenwelt
Gesetz, das das Verfahren für die Wahl des deutschen Königs und die
Rechte der Kurfürsten regelt.
Drei geistliche und vier weltliche Fürsten, die nach der Goldenen Bulle
den deutschen König küren (wählen).
Die Reichsfürsten versuchen ab dem 12. Jahrhundert, aus ihrem
verstreuten Besitz ein geschlossenes Herrschaftsgebiet aufzubauen.
Im Mittelalter einsetzende Wanderungsbewegung in die von Slawen dünn
besiedelten Gebiete östlich der Flüsse Elbe und Saale.
Die Eroberung der Hauptstadt des Byzantinischen Reiches durch die
Osmanen bedeutet das Ende des Oströmischen Reichs.
Neue geistige und räumliche Horizonte
(frz. Wiedergeburt) Kunst- und Kulturepoche, in der antike Kunst- und
Denkweisen neu entdeckt werden.
Geistige Bewegung, die den Menschen zum Ausgangspunkt und Maß des
Denkens und Handelns macht. Beginn des naturwissenschaftlichen
Forschens.
Zeit, die das Mittelalter ablöst. Zeichen für die moderne Zeit sind die
Entwicklung eines neuen Menschenbildes, die Erfindung des Buchdrucks,
die Entdeckungen und die Reformation.
Christopher Kolumbus unternimmt im Auftrag des spanischen Königs
eine Expedition, um den Seeweg nach Indien zu suchen, und entdeckt den
bisher unbekannten Kontinent.
Von Martin Luther ausgegangene Bewegung, die die Kirche erneuern soll,
letztlich aber zur Spaltung des Christentums in verschiedene
Konfessionen (Glaubensgemeinschaften) führt.
Deutscher Reformator. Er übersetzte das Neue Testament und leitete 1517
5
(1483-1546)
Dreißigjähriger
Krieg
1618 – 1648
Westfälischer
Frieden
1648
Absolutismus
17./18. Jh.
Stehendes Heer
Merkantilismus
Hegemoniestreben
Gleichgewichtspolitik
Parlament
Konstitutionelle
Monarchie
mit dem Anschlag der 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche die
Reformation ein.
Ein um Glaubensfragen begonnener Krieg, der sich zum europäischen
Machtkampf entwickelt. Er endet mit dem Westfälischen Frieden.
Friede nach dem Dreißigjährigen Krieg, der die Landeshoheit der
Reichsfürsten stützt und die Macht des Kaisers beschränkt. Protestanten
und Katholiken erhalten gleiche Rechte.
Die Zeit des Absolutismus
Regierungsform, in der die Könige und Fürsten ihre Stellung von Gott
ableiten (Gottesgnadentum) und „losgelöst“ von den Gesetzen und
Ständen regieren.
Wichtige Säule der absolutistischen Herrschaft. Es besteht auch in
Friedenszeiten und macht den Herrscher unabhängig von einer
Unterstützung des Adels.
Wirtschaftsform des Absolutismus; wird vom Staat gelenkt und hat das
Ziel, die Ausfuhr von Produkten zu erhöhen und die Einfuhr zu
beschränken.
Streben nach Vormacht eines Staates über andere
Außenpolitische Zielsetzung seit dem 18. Jh., nach der ein
Gleichgewicht der europäischen Mächte (balance of power)
sichergestellt werden soll. Vor allem Großbritannien vertritt dieses
Prinzip, um die Vormacht eines Staates auf dem europäischen Kontinent
zu verhindern.
Volksvertretung
Die Herrschaft des Königs wird durch eine Verfassung (Konstitution)
eingeschränkt. Diese Verfassung legt eine Mitwirkung des Parlaments
bei der Gesetzgebung fest.
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Grundwissen Geschichte 8. Klasse
Begriff/Zeit
Aufklärung
Menschenrechte
Naturrecht
Rationalismus
Verfassung
Volkssouveränität
Gewaltenteilung
Bürgertum
Beginn der
Französischen
Revolution
14.7.1789
Nation
Nationalversammlung
Kaisertum Napoleons
Die Französische Revolution und Europa
Erklärung
Europäische Denkrichtung im 17./18. Jahrhundert, derzufolge alles, was
die Menschen glauben und tun, nur dann gelten darf, wenn es vor der
menschlichen Vernunft bestehen kann (Kant: „Habe Mut, Dich Deines
eigenen Verstandes zu bedienen!“). Dies führt zu Kritik an traditionellen
Ansichten und Zuständen, wie sie vom absolutistischen Staat, Teilen der
der Gesellschaft und den Kirchen vertreten wurden.
Aus der Aufklärung hervorgehende Überzeugung, dass jedem Menschen
von Natur aus unveräußerliche Rechte zustehen, die vom Staat geachtet
und geschützt werden müssen (Recht auf Leben und körperliche
Unversehrtheit, Freiheit, Eigentum, freie Meinungsausübung, Glauben
etc.).
Gegensatz zum staatlich festgesetzten sogenannten positivem Recht. Gilt
seit der Antike als Rechtsform, auf die sich jeder Mensch berufen kann. In
der Neuzeit dient es dazu, die rechtliche Gleichheit aller zu begründen.
Die Vorstellung, dass durch logisches und begriffliches Denken alle
Dinge des Lebens erkannt und verstanden werden können (Gegensatz:
Empirismus; Erkenntnis durch Lebenserfahrung)
Bestimmt die grundlegende Ordnung eines Staates, die Rechte und
Pflichten der Bürger und die Aufgaben der Staatsorgane.
Nach dem Grundsatz „Alle Macht geht vom Volke aus“ bestimmt das
Volk als Zusammenschluss freier Bürger seine Regierungsform selbst und
übt die Herrschaft zumeist über gewählte Vertreter aus.
Trennung der Staatsgewalt in gesetzgebende Gewalt (= Legislative:
Parlament), ausführende Gewalt (= Exekutive: Regierung/Verwaltung)
und richterliche Gewalt (= Judikative: Richter) zur Vermeidung des
Missbrauchs dieser Macht.
Ab dem 18. Jahrhundert Angehörige einer durch Besitz, Bildung und
Einstellungen gekennzeichneten Schicht, die sich von Adel, Klerus,
Bauern und Arbeitern abhebt und zunehmend Gleichberechtigung mit
Adel und Klerus fordert.
Sturm auf die Bastille in Paris; die Revolution führt u.a. zur Beseitigung
der Privilegien von Adel und Klerus, der Ausarbeitung einer Verfassung
mit der Garantie der Menschenrechte und der vorübergehenden
Abschaffung der Monarchie.
Menschen, die sich durch gemeinsame Sprache, Kultur oder Geschichte
verbunden fühlen und auf dieser Grundlage eine politische Gemeinschaft
anstreben.
Gewählte Volksvertretung, die zur Ausarbeitung einer Verfassung
zusammentritt.
Höhepunkt der Herrschaft Napoleons über Frankreich, der sich 1804
selbst zum Kaiser krönt. Er befriedigt das Bedürfnis der Franzosen nach
Ordnung und der Sicherung der Errungenschaften der Revolution und
unterwirft fast ganz Europa, wird aber nach militärischen Niederlagen
1814/1815 abgesetzt und verbannt.
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Code civil
Ende des Heiligen
Römischen Reiches
1806
Montgelas
Nationalismus
Wiener Kongress
1815
Deutscher Bund
Liberalismus
Hambacher Fest
1832
Revolution in
Deutschland
1848/49
Französisches Gesetzbuch von 1804, nach dem Auftraggeber auch „Code
Napoléon“ genannt, das wichtige Errungenschaften der Französischen
Revolution (Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz u.a.) verankert.
Niederlegung der deutschen Kaiserkrone durch Franz II. infolge des
Austritts der meisten deutschen Fürsten aus dem Reich und ihres
Zusammenschlusses zum „Rheinbund“ auf Grund ihres Bündnisses mit
Napoleon.
Wichtigster Berater und Staatsminister des Kurfürsten und späteren
Königs Max Josef, der als Verantwortlicher für die inneren Reformen
(Justiz, Verwaltung, Bildung u.a.) die Voraussetzungen für ein
geschlossenes und einheitliches Bayern schafft.
Restauration und Revolution in Deutschland
Gefühl der Zusammengehörigkeit der Angehörigen einer Nation aufgrund
bestimmter Gemeinsamkeiten (s.o.), das in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts für viele Nationen (Deutsche, Italiener, Polen u.a.) zu einer
politischen Bewegung mit dem Ziel eines gemeinsamen Staates wird. Der
Begriff kann auch ein übersteigertes Nationalgefühl bezeichnen.
Konferenz europäischer Fürsten und Staatsmänner, um die politische
Ordnung Europas nach Napoleons Sturz zu beraten. Ihre Beschlüsse
werden von den Prinzipien der Restauration (weitgehende
Wiederherstellung der politischen Verhältnisse vor 1789), der Legitimität
(Rechtmäßigkeit des fürstlichen Herrschaftsanspruchs) und der Solidarität
(gegenseitige Unterstützung der Fürsten gegen revolutionäre
Bestrebungen) bestimmt.
Auf dem Wiener Kongress gebildeter deutscher Staatenbund von 35
souveränen Fürsten und vier freien Städten mit dem Sitz des Bundestags,
des obersten Beschlussorgans, in Frankfurt/Main. Den Vorsitz hat
Österreich inne.
Aus der Aufklärung hervorgehende politische Bewegung im 19.
Jahrhundert, die gegen die staatliche Bevormundung für die
Freiheitsrechte des Einzelnen eintritt. Sie fordert vor allem eine
geschriebene Verfassung und die politische Beteiligung des Bürgertums
in gewählten Parlamenten.
Fest zu Ehren der bayerischen Verfassung, das zu einer politischen
Demonstration für einen Nationalstaat und Freiheitsrechte wird.
Revolutionäre Unruhen in vielen deutschen Einzelstaaten, die zur Bildung
von liberalen „Märzministerien“ und der Einberufung einer
Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche führen. Diese
arbeitet eine neue Verfassung für ein einheitliches deutsches Reich aus
(Grundrechte,
allgemeines
Wahlrecht,
kleindeutsche
Lösung,
konstitutionelle Monarchie), die aber nie in Kraft tritt, weil vor allem in
Preußen und Österreich wieder die restaurativen Kräfte die Oberhand
gewinnen.
Industrialisierung und Soziale Frage
Industrielle Revolution Tiefgreifende technische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen im
18. (England) und 19. Jahrhundert (restliches Europa) infolge wichtiger
neuer Erfindungen in England (mechanischer Webstuhl, Dampfmaschine,
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Sozialismus
Soziale Frage
Arbeiterbewegung
Dampfmaschine
Dampflokomotive), die den Übergang von der Handarbeit zur
Maschinenarbeit einleiten. Folgen sind u.a. die Arbeitsteilung, die
kostengünstige Massenproduktion in Fabriken und der schnelle Transport
von Waren und Menschen, aber auch die Ausbeutung der Arbeiter (s.u.).
Politische Bewegung im 19. Jahrhundert mit dem Ziel sozialer Gleichheit
und Gerechtigkeit, bei der an die Stelle des Privateigentums an
Produktionsmitteln (Maschinen, Fabriken etc.) das Volkseigentum tritt.
Wirtschaftliche und soziale Notlage der Arbeiter infolge der
Industrialisierung (unsichere Arbeitsplätze, häufige Arbeitslosigkeit,
niedrige Löhne, überlange Arbeitszeiten, fehlende soziale Sicherung,
Wohnungselend).
Organisation der Arbeiterschaft in Gewerkschaften und Arbeiterparteien
zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage.
Erfindung von James Watt 1769. Sie ersetzt Wasser- und menschliche
Arbeitskraft und schafft somit die Voraussetzung für die
Industrialisierung.
Deutsches Kaiserreich
Bestimmt als Ministerpräsident (1862-1890) die Politik Preußens und als
Bismarck
Kanzler (1871-1890) die des Deutschen Reichs. Seine Politik führt zur
Reichsgründung; innenpolitisch bekämpft er das Zentrum (Kulturkampf)
und die SPD (Sozialistengesetz), außenpolitisch sichert er durch sein
Bündnissystem den europäischen Frieden.
Während des Deutsch-Französischen Krieges wird das Deutsche Reich im
Reichsgründung
Spiegelsaal von Versailles durch die Proklamation des preußischen
1871
Königs Wilhelm I. zum deutschen Kaiser gegründet.
Deutsches Kaiserreich Bestand von 1871 bis 1918.
Bezeichnung für das Parlament des Kaiserreichs, dessen Abgeordnete
Reichstag
durch das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Mehrheitswahlrecht
von Männern über 25 Jahren gewählt werden. Der Reichstag ist für die
Gesetzgebung und den Staatshaushalt zuständig, hat aber eine schwache
Stellung, weil die Regierung ihm gegenüber nicht verantwortlich ist.
Organisierte Zusammenschlüsse von politisch gleichgesinnten Bürgern,
Parteien
die Einfluss auf die Gestaltung des Staates nehmen wollen.
Die von Bismarck und den Liberalen geführte Auseinandersetzung
Kulturkampf
zwischen dem preußischen Staat und der katholischen Kirche, deren
Einfluss zurückgedrängt werden sollte.
Von Bismarck 1878 durchgesetztes Gesetz zur Bekämpfung der
Sozialistengesetz
Sozialdemokratie, das Vereine, Versammlungen, Druckschriften etc.
verbietet, aber nicht die Partei selbst. Es wird 1890 aufgehoben.
Von Bismarck eingeführte Gesetze zur Kranken-, Unfall- und
Sozialgesetzgebung
Rentenversicherung, mit deren Hilfe er die Arbeiter von den
Sozialdemokraten fernhalten will. Sie gelten als Beginn der modernen
staatlichen Sozialpolitik.
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Imperialismus und Erster Weltkrieg
Begriff/Zeit
Erklärung
Streben eines Staates, seine Herrschaft auf andere Länder und Völker auf
Imperialismus
direkte (Besetzung) oder indirekte Weise (Kontrolle der Regierung,
wirtschaftliche Einflussnahme) auszudehnen. Die Epoche des
Imperialismus dauert von 1880 bis 1918.
Letzter deutscher Kaiser, der die deutsche Politik im Zeitalter des
Wilhelm II.
Imperialismus maßgeblich bestimmt. Sein forsches Auftreten nach außen
1888-1918
(„Säbelrasseln“) trägt mit zur Entstehung des Ersten Weltkrieges bei.
Attentat von Sarajewo Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand,
die zum Auslöser des Ersten Weltkrieges wird.
28.6.1914
Auseinandersetzung zwischen der Entente (Großbritannien, Frankreich,
Erster Weltkrieg
Russland u.a.) und den Mittelmächten (Deutschland, Österreich-Ungarn
1914-1918
u.a.) infolge machtpolitischer Gegensätze und Interessenskonflikte, die
mit dem Sieg der Entente endet. Erstmals treten Millionenheere mit
neuartigen Waffen (Panzer, U-Boote, Luftwaffe, Giftgas etc.)
gegeneinander an; die Zahl der Opfer erreicht völlig neue Dimensionen
(10 Mio. Tote).
Russische Revolution Umwälzung der politischen Verhältnisse in Russland, die zum Sturz des
Zaren und schließlich zur Herrschaft der Kommunisten unter Lenin führt.
1917
Russischer Revolutionär und Politiker, unter dessen Führung die
Lenin
Russische Revolution durchgeführt wird.
1920 gegründete Staatenvereinigung zur Sicherung des Weltfriedens und
Völkerbund
der wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit, deren Wirksamkeit
aber gering ist. 1946 wird der Völkerbund mit der Gründung der UNO
aufgelöst.
Vertrag von Versailles Friedensvertrag zwischen Deutschland und den Alliierten, der
Deutschland die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg zuschreibt, ihm
1919
Gebietsabtretungen und Reparationszahlungen auferlegt und von der
Mehrzahl der Deutschen als ungerecht empfunden wird.
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Grundwissen Geschichte 9. Klasse
Anmerkung: Unterstreichungen verweisen auf andere Grundwissensbegriffe.
Weimarer Republik
In
Deutschland
ausgebrochene Aufstände, die zum Sturz der Monarchie
Novemberrevolution
und zur Ausrufung der Republik führen.
1918
Weimarer Verfassung 1919 verabschiedete Verfassung, die Deutschland zu einer
parlamentarischen Republik macht, mit einer starken Stellung des
Reichspräsidenten und einem ursprünglich vom Vertrauen des Reichstags
abhängigen Reichskanzler. Dieser kann jedoch, nur gestützt auf den
Reichspräsidenten, mit Hilfe von Notverordnungen auch ohne
Zustimmung des Parlaments regieren.
Geldentwertung durch Vermehrung der umlaufenden Geldmenge ohne
Inflation
entsprechende Steigerung des Güterangebots, was zu Preissteigerungen
führt.
Versuch Hitlers und seiner Anhänger, die Reichsregierung durch einen
Hitlerputsch
„Marsch auf Berlin“ zu stürzen, was noch in München an der bayerischen
1923
Landespolizei scheitert.
Begriff/Zeit
1929
Weltwirtschaftskrise
30.1.1933
Hitler wird
Reichskanzler
Ermächtigungsgesetz
(1933)
9./10. 11.1938
Reichspogromnacht
1.9.1939
Beginn des Zweiten
Weltkriegs
20.7.1944
Attentat auf Hitler
8./9. 5.1945
Bedingungslose
Kapitulation
Antisemitismus
Drittes Reich
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Erklärung
- Schwarzer Freitag: Zerplatzen der Spekulationsblase
- Folgen: Konkurse, Arbeitslosigkeit
- Hitler wird Reichskanzler.
- erste Koalitionsregierung nach dem Scheitern der
Präsidialkabinette
- Aufhebung der Gewaltenteilung
→ Regierung = Exekutive + Legislative
Folge: staatliche Willkürherrschaft wird möglich
- auch „Reichskristallnacht“ genannt
- Brandanschläge auf jüdische Synagogen in ganz Deutschland
- deutscher Überfall auf Polen
- Folge: Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg
- vom „Kreisauer Kreis“ (hohe Militärs und Bürgerliche) von langer
Hand geplant
- Hitler überlebt wie durch ein Wunder
- Folge: Schwächung des deutschen Widerstands
- zuvor: Selbstmord Hitlers am 30.4. im Bunker unter der Reichskanzlei
- besiegelt den Untergang des Dritten Reiches
- judenfeindliche Bewegung
- Beginn: 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
- knüpft an antike und mittelalterliche Judenfeindschaft an
- neu: völkisch-rassische Komponente (Sozialdarwinismus!)
→ NS-Ideologie: Juden sind minderwertig.
= nationalsozialistisches Deutschland 1933-45
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Gleichschaltung
Konzentrationslager
Vernichtungslager
„Machtergreifung“
Münchner Abkommen
Nationalsozialismus
Nürnberger (Rasse-)
Gesetze
Holocaust
(ab 1941)
Widerstand
- 1. Reich: Hl. Römisches Reich Deutscher Nation (962-1806)
- 2. Reich: Kaiserreich (1871-1918)
- Aussageabsicht: Vollendung der deutschen Geschichte durch den
Nationalsozialismus
= Vereinheitlichung des politischen, wirtschaftlichen, sozialen und
kulturellen Lebens
- Vorgehen: Gründung zahlreicher NS-Organisationen und Verbot von
Nicht-NS-Organisationen
- Ziel: Schaffung einer einheitlichen Volksgemeinschaft
= Massenlager zur Inhaftierung von Menschen, die den rassischen,
ideologischen, politischen oder sozialen Vorstellungen der
Nationalsozialisten nicht entsprachen
= Lager zur Vernichtung von 5 bis 6 Millionen Juden und ½ Million
weiterer Personen
- Gaskammern
- im Osten, auf nicht-deutschem Boden, errichtet
- bekanntestes Lager: Auschwitz
= Festigung der NS-Herrschaft im Jahr 1933
-Stationen: Ernennung Hitlers zum Reichskanzler,
Reichtagsbrandverordnung (→ dauerhafte Aufhebung der Grundrechte),
Ermächtigungsgesetz, Gesetze zur Gleichschaltung
- Folge: Weimarer Verfassung wird außer Kraft gesetzt
- zwischen Deutschland, Italien und Großbritannien, Frankreich 1938
geschlossen
- Inhalt: Abtretung des Sudetenlands (Tschechoslowakei) an Deutschland
= rechtsradikale politische Bewegung und Ideologie
- Elemente: Nationalismus, Rassismus, Expansionismus
-Verbot von Heirat und geschlechtlicher Beziehungen zwischen Juden
und Ariern
- Folge: Ausgrenzung und Entrechtung der Juden
= physische Vernichtung der Juden in Vernichtungslagern
- Wort: lat. „holocaustum“ – Brandopfer
→ totale Verbrennung der Menschen
- NS-Deckbegriff: Endlösung (der Judenfrage)
= Abwehr diktatorischer staatlicher Gewalt
- Recht zum Widerstand als Teil der Menschenrechte
Deutschland in der Zeit des Kalten Krieges
- durch Volksentscheid verabschiedet
1946
Bayerische Verfassung - Grundlage des demokratischen Rechtsstaats
- bis heute in Kraft
- umfasst Grundsätze der Menschenwürde, des demokratischen
24.5.1949
Rechtsstaats und der Bundesstaatlichkeit
Grundgesetz
- als Provisorium gedacht, aber nach 1990 weiter gültig
- auf Initiative der Besatzungsmächte
1949
- Folge des Ost-West-Gegensatzes
Gründung der BRD
und der DDR
- Ausgangspunkt: Streiks
17.6.1953
Aufstand in der DDR - Demonstrationen führten zum Aufstand, den die SED-Führung durch
sowjetische Panzer niederschlagen lies.
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- Folge: Ausbau des Spitzelwesens (Stasi)
- Ziel: Beendigung der Massenflucht aus der DDR
1961
-offizielle Begründung: „Revanchepolitik“ und „Menschenhandel“ der
Mauerbau
BRD
- Folge: innere Stabilisierung der DDR
- zunächst 3 (amerikanische, britische, sowjetische Zone), dann 4 Zonen
Besatzungszonen
(+ französische Zone)
- dementsprechende Aufteilung Berlins in 4 Sektoren
= Wie soll die nationale Einheit der Deutschen verwirklicht werden?
Deutsche Frage
- im 19. Jahrhundert aufgekommen, durch Teilung nach 1945 wieder
aktuell
- endgültige (?) „Beantwortung“: Deutsche Einheit 1990
= Versuch der Befreiung der Deutschen vom Virus des
Entnazifizierung
Nationalsozialismus
- Maßnahmen: Verfolgung von Kriegsverbrechern (Nürnberger Prozesse),
Säuberung der Ämter und Behörden, Umerziehung durch Schule und
Medien
- 1954 beendet
- Herbst 1944: Flucht nach Westen vor Sowjetarmee
Flucht und
- 1946: planmäßige Vertreibung aus Gebieten östlich von Oder und Neiße,
Vertreibung
aus Ungarn und der Tschechoslowakei, Flucht aus der UdSSR
- betroffen: ca. 18 Mio. Deutsche
-1917-33: Oberbürgermeister von Köln
Konrad Adenauer
-1933-45: mehrmals verhaftet
(1876-1967)
-1946: Vorsitzender der CDU
-1949-63: Bundeskanzler
Beschlüsse der Alliierten (ohne Frankr.):
Sommer 1945
Potsdamer Konferenz - Aufteilung Dtlds. in 4 Besatzungszonen, Berlins in 4 Zonen
- „Regierung“: Alliierter Kontrollrat
- Umsiedlung der Deutschen östlich der Oder-Neiße-Linie
- Zulassung von Parteien, Verbänden und Gewerkschaften
- Westzonen: Einführung der Deutschen Mark
1948
- Ostzone: Einführung der DM-Ost
Währungsreform
-Folge: Vertiefung der Spaltung zwischen Ost- und West-Dtld.
= Versuch der schnellen Anbindung West-Dtlds. an die westliche
Westintegration
Staatengemeinschaft durch Konrad Adenauer
- Ziel: staatliche Souveränität für Dtld.
-Maßnahme: Beitritt zur NATO
- Teilerfolg: Innere Unabhängigkeit durch Pariser Verträge (1955)
Der Ost-West-Konflikt
= Entstehung zweier „Machtblöcke“, um die beiden Supermächte USA
und UdSSR in der Zeit nach 1945 (West- bzw. Ostblock)
- Ziel: Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern
1963
Deutsch-französischer - Mittel: regelmäßige Beratung der Regierungen über Fragen der Außenund Wirtschaftspolitik
Freundschafts- Bedeutung: Einleitung des Endes der deutsch-französischen
vertrag
Erbfeindschaft
Europäische Einigung = Bestrebungen der europäischen Staaten zur Überwindung des
Nationalismus und zur Verhinderung weiterer Kriege
Blockbildung
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Entkolonialisierung
1947-1990/91
Kalter Krieg
Nahostkonflikt
1949
NATO-Vertrag
Nord-Süd-Konflikt
UNO
1955-1992
Warschauer Vertrag
-Stationen:
deutsch-französische
Aussöhnung,
wirtschaftlicher
Zusammenschluss (EWG, EURATOM), politische Einigung (EG, EU)
= Aufhebung kolonialer Herrschaft seit 1945, v.a. in Asien und Afrika
- Ursachen: Selbstbestimmungsrecht der Völker, Schwächung der
Kolonialmächte durch den 2. Weltkrieg, Eliten in den Kolonien
- durch den Kalten Krieg beschleunigt
= Auseinandersetzung zwischen zwei unvereinbaren Weltanschauungen
(Sozialismus/Kommunismus-Kapitalismus)
- Zentralkonflikt: USA-UdSSR (→ Blockbildung)
= politische und militärische Auseinandersetzungen zwischen Israel und
seinen arabischen Nachbarstaaten, sowie der PLO (Palästinensische
Befreiungsorganisation)
- Kernfrage: Wie soll der Raum Palästina staatlich organisiert sein?
-Ziele der NATO: Verteidigung des Weltfriedens, Verteidigung der
demokratischen Grundrechte, des kulturellen Erbes und des Wohlstands
der Mitgliedsländer
- Mittel: Ausbau der militärischen Stärke
- Verteidigungsfall: Alle Mitglieder unterstützen angegriffenen Staat im
Falle eines Angriffs
- Ursache: politisches, wirtschaftliches und soziales Gefälle zwischen
Industriestaaten und Entwicklungsländern
- Beginn: nach 1945
- Aufbrechen in Zeit der Entkolonialisierung
- gegründet 1945
- Nachfolgeorganisation des Völkerbundes
- Ziele: Sicherung des Weltfriedens, Schlichtung von Streitigkeiten
zwischen den Staaten, Zusammenarbeit der Mitglieder, Schutz der Grundund Menschenrechte
- führt zum Warschauer Pakt: Verteidigungsbündnis zwischen der UdSSR
und den Staaten Osteuropas
- Gegenbündnis zur NATO
- Ziele: Sicherung des Weltfriedens, diplomatische Klärung von
Streitfragen
- Verteidigungsfall: Alle Mitglieder unterstützen angegriffenen Staat im
Falle eines Angriffs
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Grundwissen 10. Klasse
Weltpolitische Veränderungen und Wandlungen in Deutschland von den 1960er bis zu den
1980er Jahren
- Oktober 1962: Die Stationierung von sowjetischen Raketen auf Kuba
Kubakrise 1962
führt zu einer Konfrontation zwischen den UdSSR und den USA.
- Die Welt steht am Rande eines Atomkriegs.
- Der Nervenkrieg um die Krise macht deutlich, dass gerade wegen der
weiteren Aufrüstung eine Verständigung zwischen den Großmächten
nötig ist.
- Seit Mitte der 60er Jahre wächst das Interesse an einer Entschärfung
Entspannungspolitik
des Ost-West-Konflikts.
- Man versucht, durch Verhandlungen eine neue Vertrauensbasis zu
schaffen und Missverständnisse auszuschalten.
- Verträge zur Rüstungskontrolle werden geschlossen.
- Die Phase endet 1979 mit dem NATO-Doppelbeschluss und dem
Einmarsch der UdSSR in Afghanistan
- Im Rahmen einer Entspannung zwischen den USA und der UdSSR
Ostverträge
schließt die BRD Verträge mit der Sowjetunion, mit Polen und der
DDR (Grundlagenvertrag).
- Die BRD bestätigt darin die nach 1945 entstandenen Grenzen (OderNeiße-Grenze, Grenze zwischen der BRD und der DDR).
- Die Partner verpflichten sich auch zu einem Gewaltverzicht.
- Ab Mitte der 1960er protestieren vor allem Studenten gegen das
Die „68-Bewegung“
politische und wirtschaftliche System der BRD und gegen überlieferte
Vorstellungen in Elternhaus, Schule und Universität.
- Die Bewegung wirkt sich nachhaltig auf die Demokratisierung der
Gesellschaft aus: Die traditionellen Machtverhältnisse z.B. in Schule
und Familie ändern sich.
Die Auflösung des Ostblocks und die deutsche Einheit
In der UdSSR beginnt ab 1985 unter Michail Gorbatschow eine
Glasnost und
Reformpolitik:
Perestroika
- Glasnost („Offenheit”): Politische Probleme dürfen diskutiert werden,
Kritik ist erlaubt.
- Perestroika („Umbau“): Veränderung des wirtschaftlichen,
gesellschaftlichen und politischen Systems.
Umbruch im Ostblock - Aufgrund der inneren Entwicklung in der Sowjetunion gelingt es auch
anderen Staaten im Ostblock, Spielraum für eine eigene Entwicklung
(1989)
zu finden.
- Polen und die Sowjetunion machen 1989 den Anfang mit freien
Wahlen, fast alle anderen Staaten folgen nach.
- Am 9.11.1989 wird die Berliner Mauer geöffnet: Ein
Öffnung der
Politbüromitglieder der DDR gibt bekannt, dass ständige Ausreisen
innerdeutschen
und Privatreisen in den Westen sofort beantragt werden können.
Grenze (9.11.1989)
- Tausende überschreiten in der Nacht die innerdeutsche Grenze.
Durch den Beitritt der fünf neuen Bundesländer wird die
„Tag der Deutschen
Wiedervereinigung Deutschlands vollzogen.
Einheit” (3.10.1990)
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Europa und die Welt nach dem Ende des Ost-West-Konflikts
Vertrag über die Europäische Union.
Er legte die Etappen für die Währungs- und Wirtschaftsunion und die
Bedingungen für die Einführung der europäischen Einheitswährung fest.
Die Mitgliedsstaaten beschlossen in drei Bereichen eine verstärkte
Integration:
1. Wirtschaftliche Zusammenarbeit
2. Außen- und Sicherheitspolitik
3. Inneres und Justiz
Bis 2007 treten zehn osteuropäische Staaten der EU bei: Damit ist die
Osterweiterung der
Zweiteilung Europas, die im Kalten Krieg herrscht, endgültig vorbei.
EU
Vertrag von
Maastricht 1992
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