Welche Diät ist wirklich wirksam

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Welche Diät ist wirklich wirksam
Welche Diät ist wirklich wirksam?
811 übergewichtige Patienten, die jeweils eine von vier
versch. Diäten mit unterschiedlichen Anteilen von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten bekamen. Die Studie
dauerte 2 Jahre und beinhaltete begleitende Gruppenund Einzelsitzungen.
Die Diäten ergaben kaum Unterschiede. Nach 6 Mon.
verloren die TN durchschnittlich 6kg Gewicht, nach 12
Mon nahmen sie wieder zu. Nach 2 Jahren betrug der ø
Verlust 4kg.
Jojo-Effekt besiegen
938 Patienten, die bereits eine Diät und 8% KG hinter
sich ließen, nahmen teil. Die TeilnehmerInnen erhielten
verschiede Diäten, um den Jojo-Effekt zu beobachten.
548 blieben bis zum Schluss. Am meisten nahm die wenig-Eiweiß-hoher glykämischer Index-Gruppe wieder zu:
1,67 kg.
Hoher glykämischer Index: Speisen, die den Blutzucker
schnell ansteigen lassen.
Die Gewichtszunahme war in der viel-Eiweiß-Gruppe am
geringsten, ebenso in der mit geringem glykämischen
Index. Ergo: mageres Fleisch & Fisch, Gemüse,
Schwarzbrot. Keine Naschies ... Aber: nächste Studie
anschauen!
Quelle: Larsen et al. Diets with High or Low Protein Content and Glycemic Index for Weight-Loss Maintenance. N Engl J Med
2010;363:2102-13.
 Viel Eiweiß, Fett oder Kohlenhydrate
 Wenig Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate
Die Unterschiede sind nicht signifikant!
Sättigungsgefühl, Hunger, Zufriedenheit mit der Ernährung, sowie die Teilnahme an Gruppensitzungen waren
für alle Diäten ähnlich; die Teilnahme an den Sitzungen
war sehr stark mit Gewichtsverlust verbunden (0,2 kg
pro Sitzung). Die Veränderung des Ernährungsverhaltens und die Gewichtsreduktion ist darüber hinaus auch
noch von anderen Faktoren wie Bildung und sozioökonomischem Status abhängig (Davis EM; Am J Public
Health 2005; 95:1539). In der vorliegenden Studie hatten 70% der TeilnehmerInnen zumindest einen CollegeAbschluss, 76% verfügten über ein Haushaltseinkommen von zumindest 50 000$, 96% (56% lebenslang) waren NichtraucherInnen.
Nicht eine bestimmte Diät, sondern der bewusste, gebildete Umgang mit Nahrungsmitteln, ein gutes soziales
Netzwerk und die Vermeidung von schnell zubereiteter
Nahrung wirkt scheinbar nachhaltiger auf die Gewichtsreduzierung.
Eine Diät mit wenig Kohlenhydraten und viel Eiweiß
steigert das vaskuläre Risiko (im Tierversuch) Eiweißreiche Ernährung: 12% Kohlenhydrate, 43% Fett,
45% Protein und 0,15% Cholesterin. Standardernährung: 65% Kohlenhydrate, 15% Fett, 20% Protein. Die
Versuchsgruppe nahm zwar im Schnitt 28% weniger
zu, aber: trotz normaler Laborparameter (Fette, Eiweiß)
zeigten die eiweißreich-ernährten Mäuse weniger gefäßprotektive Stoffe als die standardernährten Mäuse
und ein höheres Risiko für Arteriosklerose. Diese extreme kohlenhydratarme / proteinreiche Kost kann
zwar kurzfristig bessere Gewichtsreduktionen erzielen, langfristig jedoch mit vaskulären Problemen assoziiert sein. Lt Autoren sind Ergebnisse dermaßen
eindeutig, dass sie Menschenversuche verbieten!
Quelle Foo SY, Heller ER, Wykrzykowska J, et al. Vascular effects of a
low-carbohydrate high-protein diet. Proc Natl Acad Sci U S A 2009;
106:15418-23
Gemäßigtes Übergewicht rettet das eigene Leben!
Retrospektive Kohortenstudie von über 75jährigen in
Österreich. Ein BMI von 24-27 war mit einem geringeren
Infektionsrisiko assoziiert. Das Infektionsrisiko ist vom
BMI abhängig: 1,62 bei BMI = <20, 1,84 bei BMI = 2023,9, 1,54 bei BMI >= 28. Ähnliches gilt auch für das
Überleben von Intensivpatienten!
Quelle: Sacks FM, Bray GA, Carey VJ, et al.: Comparison of weightloss diets with different compositions of fat, protein and carbohydrates.
N Engl J Med 2009; 360:859-73
Diät egal, Hauptsache Bewegung!
141 Frauen, 38 +/- 8J., 163 +/-8cm, 93 +/- 16kg. Gruppen: ø Diät + Sport vs. 4 versch. Diäten + Sport über 14
Wochen. Keine Unterschiede, alle haben abgenommen.
Quelle: Kerksick et al. Changes in weight loss, body composition and
cardiovascular disease risk after altering macronutrient distributions
during a regular exercise program in obese women. Nutrition Journal
2010, 9:59
Quelle: Dorner TE, Schwarz F, Kranz A, et al. Body mass index and
the risk of infections in institutionalised geriatric patients. Br J Nutr
2010; 103:1830-5
Also: Bewusst (mit anderen) essen, Sport machen, oft
kochen und keine Fertigprodukte
Die kleine Kurzfortbildung – www.nydahl.de – 6.12.2010