2012 Elektrotechnik

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2012 Elektrotechnik
Erfahrungsbericht über unser
Auslandssemester
Von Konrad Winkel, Verena Maier, Anna-Maria Möbius
und Patrick Maischatz
Heimathochschule: DHBW Stuttgart
Gasthochschule: Tongji University
Studienfach: Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen Fachrichtung Elektrotechnik
Semester: 5. Semester
Jahrgang: 2010
Einleitung
Dieser Erfahrungsbericht bezieht sich auf unser Auslandssemester am Chinesisch Deutschen
Hochschulkolleg (CDHK) der Tongji University. Vom 10. September 2012 bis zum 19. Januar
2013 haben wir dort unser 5. Theoriesemester des Studiums Wirtschaftsingenieurwesen mit
Fachrichtung Elektrotechnik absolviert.
Vorbereitung
Die Möglichkeit ein Auslandssemester an der Tongji University zu machen, ist durch die
Kooperation der DHBW Stuttgart mit dem CDHK ermöglicht worden. Jedes Jahr gibt es 10
Stipendien für Studenten der DHBW Stuttgart. Hierfür gab es ein Auswahlverfahren, dass
anhand der bisher erbrachten Leistungen und einem Motivationsschreiben entschieden
wurde. Da die Nachfrage groß war, wurde zusätzlichen fünf Studenten die Möglichkeit auch
ohne Stipendium am CDHK zu studieren, gegeben. Nachdem diese Hürde genommen war,
mussten wir uns noch offiziell beim CDHK bewerben.
Am CDHK ist Frau LIU Xin für die Austauschstudenten verantwortlich. Sie ist sehr kompetent
und hilft bei allen Fragen bezüglich des Studiums am CDHK. Über sie haben wir schon im
Voraus sowohl die Zimmer im Studentenwohnheim gebucht, wie auch die Auswahl unserer
Kurse getroffen. Die von uns gewählten Kurse haben wir mit unserem Verantwortlichen an
der DHBW abgesprochen und in einem Learning Agreement festgehalten.
Nachdem alles geklärt war, haben wir unsere Flüge gebucht, für die notwendigen Impfungen
gesorgt, die Auslandskrankenversicherungen abgeschlossen, Reiseführer gekauft und das
Visum beantragt. Schwierigkeiten gab es hier nur beim Beantragen des Visums. Dieses ist
sehr aufwendig, es werden viele Dokumente und auch sehr viel Zeit benötigt. Manche von
uns haben das Visum über eine Agentur beantragt, der Rest ist direkt nach Frankfurt
gefahren und hat es selbst beantragt. Zur sprachlichen Vorbereitung haben einige von uns
als zusätzliche Vorlesungen im 4. Semester Chinesisch besucht oder über die Sprachsoftware
Rosetta Stone versucht Grundkenntnisse zu erlangen.
Ankunft
Nach der Ankunft in Shanghai und der langen Prozedur der Einreise haben wir uns alle am
Flughafen Pudong in der Ankunftshalle am Geldautomaten Geld abgehoben. Es sollte dort
wirklich nur ein kleiner Betrag abgehoben werden, da dort der Wechselkurs sehr schlecht ist.
Danach ging es mit der Magnetschwebebahn Maglev in die Stadt und von dort mit der Metro
zur Tongji Universität, welche eine eigene Metro Station besitzt. Dort haben wir uns dann
direkt am International Student Building angemeldet und unsere Zimmer bezogen. Das
funktionierte alles recht einfach und ohne größere Probleme, da am Empfang alle Englisch
sprechen.
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Exkursion zu Beginn des Semesters
Bereits eine Nacht nach unserer Ankunft startete unser Programm für die erste Woche in
China. Wir hatten bereits in Deutschland Kontakt mit einigen Unternehmen in Shanghai
aufgenommen um diese zu besichtigen und erste Erfahrungen zu sammeln, was es heißt in
China ein Unternehmen zu führen. Nach diesem Tag ging es per Flugzeug Richtung Süden.
Guilin war der Ort, an dem wir China kennenlernen wollten. Als Reisegruppe wurden wir
begleitet von „Joe“, einem chinesischem Reiseführer, der deutsch sprach. Zunächst fuhren
von Guilin in eine landschaftlich wunderschöne Gegend. In diesem bergigen Areal lebten und
leben immer noch chinesische Minderheiten, die hier eine Zuflucht fanden. Einzigartig macht
diese Gegend der Anbau von Reis auf sogenannten Reisterassen, welche ein malerisches Bild
bieten. Wir erklommen einen Berg und verbrachten eine Nacht in einem Bergdorf. Am
nächsten Tag erfolgten der Abstieg und die Rückfahrt nach Guilin. Der Besuch einer lokalen
Universität stand an. Der Austausch war zunächst eher schleppend, entwickelte sich dann
aber rasch. So hatten wir viele interessante Gespräche mit den chinesischen Studenten und
bekamen ihre Universität gezeigt, was den Besuch in der Mensa inkludierte. Nach der
Besichtigung eines nahegelegenen Karstberges sowie einer Teeplantage, gab es Abendessen
in Guilin mit einer anschließenden Erkundigung der Innenstadt. Der nächste Tag bot eine
Flussfahrt nach Yuangshan. Der Fluss windet sich hier durch die malerische Karstlandschaft.
Dieser imposante Anblick ist unter anderem auch auf dem 20¥ - Schein zu finden.
Berühmte Kastenberge:
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In Yuangshan verbrachten wir dann zwei Tage. Auf dem Programm stand die Erkundung der
Innenstadt, eine Höhlenbesichtigung, eine Open Air mit mehreren hundert Darstellern vor
der beeindruckenden Kulisse der Karstberge auf dem Fluss. Außerdem hatten wir einen Tag
zu freien Verfügung, den wir mit einer Klettertour begannen und mit einer Radtour durch die
Gegend abschlossen. Danach kehrten wir nach Guilin zurück. Nach einer Übernachtung in
Guilin erfolgte der Rückflug nach Shanghai. Das Auslandssemester konnte beginnen.
Universität
Die Tongji Universität hat zwei Campusse, einer in der Nähe von Downtown Shanghai
genannt „Siping Campus“ und einer relativ weit außerhalb bei der Automobil City in Anting,
genannt „Jiading Campus“. Mit der Metro dauert es zwei Stunden von einem zum anderen
Campus. Die meisten Kurse finden am Siping Campus statt. Je nach dem was man an der
Tongji studiert, wird man eher in Jiading oder Siping sein.
Eingang Siping Campus:
CDHK
Das CDHK ist eine Hochschulkooperation zwischen der Tongji Universität in Shanghai und
mehreren deutschen Partnerhochschulen. Es kann als eigenes Institut an der Tongji
Universität angesehen werden. Vorlesungen werden in den Bereichen Wirtschaft,
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Elektrotechnik und Maschinenbau gehalten, und oft von den deutschen Professoren
angerechnet, da sie auf Deutsch gehalten werden. Insgesamt sind hier ca. 50% aller
Studenten Deutsche. Die chinesischen Studenten bereiten sich mit Intensivkursen in Deutsch
auf einen Doppelmaster an einer deutschen Partneruni vor.
Vorlesungen
Am CDHK wird eine große Vielfalt an Vorlesungen angeboten. Das Angebot ist breit
gefächert und die Dozenten kommen teilweise extra für eine Blockveranstaltung von
Deutschland nach Shanghai, um zu referieren. Andere Vorlesungen werden von chinesischen
Dozenten gehalten, entweder auf Deutsch oder auf Englisch, da alle chinesischen Studenten
Deutsch lernen und deshalb auch deutschsprachige Vorlesungen besuchen sollen. Die Größe
einer Klasse begrenzt sich meist auf 20 bis 30 Studenten und je nach Fach gibt es mehr oder
weniger chinesische Studenten, die ebenfalls an der Vorlesung teilnehmen. In der Regel
dauert eine Vorlesung 1, 5 Stunden und wird wöchentlich abgehalten. Über Weihnachten
werden ebenfalls Vorlesungen abgehalten, da diese Feiertage und das Fest an sich in China
nicht existieren. Einige Vorlesungen enden Ende Dezember oder früher und die Klausuren
werden entweder im vorgesehenen Prüfungszeitraum geschrieben oder, mit dem Dozenten
abgesprochen, schon früher.
Um während des Auslandssemesters ungefähr die gleiche Anzahl an Credits wie in
Deutschland zu sammeln, muss man ungefähr fünf verschiedene Vorlesungen besuchen.
Für die technische Abdeckung haben wir uns geschlossen für die Vorlesung „Eingebettete
Systeme“ bei einem Professor der Bundeswehruniversität in München entschieden. Im Zuge
der Veranstaltung hatten wir ebenfalls Mikrocontroller-Labor, bei welchem wir selbstständig
verschiedene Aufgaben erarbeiten und den Mikrocontroller programmieren mussten.
Außerdem haben wir Chinesisch gelernt. Es gab mehrere Kurse mit verschiedenen
Schwierigkeitsgraden und Schwerpunkten. Dabei wurden teilweise mehr Schriftzeichen
gelernt, teilweise mehr den Fokus auf Vokabular gelegt. Um das Land und die Menschen
besser zu verstehen und manche Angewohnheiten besser einordnen zu können, bietet der
Direktor des CDHKs eine Vorlesung „Chinesische Geschichtet und Kultur“ an, die sehr
interessant und anspruchsvoll ist. Beispielhafte Vorlesungen für die Kooperation von Firmen
und dem CDHK waren „Personalmanagement und Führung“ sowie „Internationales
Management“, welche von Unternehmensvertretern von Bosch und Siemens gehalten
werden. Hier waren vorallem die Beispiele aus der Praxis sehr anschaulich und interessant.
Weitere Vorlesungen sind „Liquiditätscontrolling“, „Supply Chain Management“, „IFRS
Rechnungslegung“ „Entrepreneurial Innovations“ und viele mehr. Gerne kann man uns zur
Fachwahl fragen, da es zwar eine große Auswahl gibt, allerdings die fachliche Qualität und
Umfang stark variieren können.
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Wohnen
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit im Wohnheim zu wohnen oder selbst in eine WG zu
ziehen. Wir haben das Wohnheim bevorzugt, da es direkt auf dem Campus ist und man hier
viele unterschiedliche Leute trifft. Außerdem haben wir dank dem Stipendium dort einen
Wohngeldzuschuss bekommen. Für ausländische Studierende gibt es eigene Wohnheime.
Die Wohnheime für chinesische Studenten beherbergen pro Zimmer oft bis zu 8 Personen.
Diese Zustände will man den ausländischen Studenten offenbar nicht zumuten. Im
internationalen Wohnheim gibt es Doppelzimmer, wer im Master Studium ist, bekommt
jedoch die Möglichkeit ein Doppelzimmer allein zu haben. Die Zimmer kosten um die 1800
Yuan (220 Euro) und verfügen über die nötigsten Einrichtungen wie ein Bett, Schreibtisch,
Kühlschrank, Klimaanlage und ein eigenes Bad. Einige von uns hatten zuerst Probleme mit
der chinesischen „Matratzen“, die nur ca. 2 cm dick sind. Doch auch an das gewöhnt man
sich sehr schnell.
Study Buddys
Nach unserer Anmeldung am CDHK hatten wir die super Möglichkeit uns für das Study
Buddy Programm anzumelden. Dadurch bekam jeder von uns Kontakt zu einem chinesischen
Studenten. Das war eine große Hilfe, da wir am Anfang große Probleme aufgrund der
Sprache hatten. Zu den Study Buddys sind mit der Zeit tolle Freundschaften entstanden. Wir
hatten daher die Chance einen offenen Kulturaustausch zu betreiben und hatten sehr viel
Spaß. So wurden wir beispielsweise zu einem Hotpot Essen bei ihnen eingeladen und wir
haben sie dafür bei uns zu einem Vesper mit Dosenwurst und Brezeln eingeladen.
Erstes Treffen mit Study Buddys:
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Hot Pot Essen:
Deutsches Vesper:
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Kontakt mit DHBW
Während der ganzen Zeit in Shanghai hatten wir Kontakt mit Hr. Prof. Dr. Ulf Müller, der
derzeit in Horb unterrichtet. Durch regelmäßige Statusberichte, war er immer auf dem
neusten Stand von den Ereignissen in Shanghai. Zusätzlich hatten wir Kontakt mit Hr. Prof.
Dr. Schlegel bezüglich den Learning Agreements, da nicht alle Vorlesungen wie geplant
stattgefunden hatten und daher Anpassungen am Learning Agreement vorgenommen
werden mussten. Im Dezember bekamen wir auch noch zusätzlich Besuch von Prof . Dr.
Jickeli und Prof. Dr. Döttling. Gemeinsam mit ihnen verbrachten wir ein Abendessen und
konnten uns über die Erfahrungen in China austauschen.
Transportmittel
Das öffentliche Nahverkehrsnetz in Shanghai ist sehr gut ausgebaut. Die U-Bahnen (Metro)
sind alle mit englischen Hinweisen und Durchsagen ausgestattet, sodass man sich gut zu
Recht findet. Die Metro fährt alle 3-5 Minuten und ist dennoch während der normalen
Geschäftszeiten sehr voll. Der Preis variiert ja nach Strecke. Am besten kauft man sich eine
Metrokarte, lädt sie mit einem gewissen Betrag auf und dann wird der zu bezahlende Preis
einfach beim Aussteigen abgebucht. Busse sind für Ausländer nur schwer benutzbar, da hier
keiner englisch spricht. Es gibt keinen Fahrplan und man weiß auch nicht wirklich wann und
wo der Bus wirklich stoppt. Das wichtigste und auch sehr günstige Verkehrsmittel ist das
Taxi. Der Festpreis für die ersten 3 km sind 14 Yuan (2 Euro) danach 2 Yuan pro Kilometer.
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Die Taxifahrer sprechen nur selten Englisch. Oft wird man auch nach einiger Übung noch
immer nicht richtig verstanden. Am bewährtesten ist die Adresse auf einem Zettel in
chinesischen Schriftzeichen oder mittels Bildern von wichtigen Orten auf dem Smartphone
zu vermitteln.
Essen
Viele unserer Vorurteile gegenüber Chinesen und deren Esskultur wurden von uns sehr
schnell widerlegt. Es gibt überall günstig Möglichkeiten etwas zum Essen aufzutreiben.
Besonders bequem ist die Möglichkeit zum Essen an den fahrenden Essensständen. Diese
fanden sich täglich direkt am Tor vor dem Studentenwohnheim ein und offerierten
Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Auf einem umgebauten Fahrrad wird alles
Mögliche gekocht, von Suppen über Spieße, gebratene Nudeln oder Fladen. Alles ist sehr
lecker und meist günstiger als einen Euro pro Mahlzeit. Das Preis-Leistungsverhältnis ist
unschlagbar, wenn man sich mit der Qualität des Essens anfreunden kann und keine allzu
großen Bedenken bezüglich Verarbeitung und Herkunft hat. Bio und kontrollierter Anbau
sind hier definitiv unbekannt. Außerdem befinden sich rund um den Campus viele
Restaurants, welche auch sehr günstiges und leckeres Essen anbieten.
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Im Wohnheim gibt es Kühlschränke, sodass auch Gemüse und Milch aufbewahrt werden
kann. In der Nähe des Siping Campus befindet sich ein Carrefour und ein Wal-Mart. Dort
findet man auch westliche Produkte und alles was man braucht, um immer mal wieder einen
Salat zu essen. Für die „deutschen Feinschmecker“ lohnt es sich, Dosenwurst und Nutella mit
nach Shanghai zu nehmen. Diese wurden unter uns schnell als Kostbarkeiten und inoffizielles
Zahlungsmittel gehandelt. Für die Brot- und Brezel-Liebhaber gab es die Möglichkeit jede
Woche bei einer deutschen Bäckerei in Shanghai eine Bestellung aufzugeben, welche jeden
Sonntagmorgen direkt zur Tongji geliefert wurde.
Das Leitungswasser in Shanghai sollte nicht getrunken werden. Zum Zähneputzen ist es
jedoch ausreichend.
Freizeit
Shanghai bietet als Weltstadt nahezu jegliche Freizeitaktivität. Neben allen touristischen
Attraktionen laden besonders die Bars der Stadt für abendliche Ausflüge ein. Aktuelle
westliche Chart-Musik laden ein, der Ausblick auf die Skyline in Shanghai ist umwerfend.
Chinesische Studenten sind sehr viel mit dem Uni-Alltag beschäftigt. Jeder befindet sich von
früh-morgens bis spätabends am Institut oder in der Bibliothek. Auch für
Wochenendaktivitäten ließen sich unsere chinesischen Kollegen nur sehr schwer begeistern.
Deswegen wurden sämtliche Aktivitäten in und um Shanghai meistens vor allem von uns
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Deutschen durchgeführt. Einen Einblick in das Land China kann man sich jedoch auch so
machen.
Das CDHK bot ebenfalls einige Freizeitangebote, wie eine wöchentliche Studentenkneipe,
interessante Vorträge von unterschiedlichsten Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft.
Einige von uns haben sehr erfolgreich am Shanghai Marathon teilgenommen, dieses Ereignis
war ein ganz besonderes Highlight.
Reisen in China
Natürlich wollten wir während der Zeit in China auch weitere Teile des Landes kennen
lernen. Die Preise für die Hochgeschwindigkeitszüge und Inlandsflüge sind sehr günstig und
somit konnten wir so manchen Wochenendtrip in Chinas schönste Städte unternehmen.
Nanjing, Beijing (besser bekannt als Peking) oder auch Hong Kong waren so erreichbar. Diese
Möglichkeiten sollte man unbedingt nutzen, da Shanghai als sehr westliche Stadt ein sehr
einseitiges und oft westliches Bild von China vermittelt.
Leben
Viele Kosmetikprodukte in China enthalten anscheinend Bleichmittel. Deshalb ist es sinnvoll
Shampoo, Duschgel und dergleichen von Deutschland mitzubringen. Das nimmt zwar viel
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Platz im Koffer, den kann man dann aber auf dem Rückweg nutzen um allerhand Einkäufe
wieder heim zu transportieren.
Die Waschmaschinen im Wohnheim waschen nur kalt und das auch nicht sehr gründlich.
Weiße Kleidung ist darum sehr schnell grau. Wäschenetze sollten dort auch unbedingt
benutzt werden, da sonst die Waschmaschine viele Kleidungsstücke zugrunde richtet.
Die Internetverbindung im Wohnheim ist die meiste Zeit ganz gut. Ein guter Virenscanner
und eine Firewall bewähren sich hier ganz sicher. In China sind Facebook und viele Google
Applikationen gesperrt, der VPN der DHBW verschafft in diesem Fall Abhilfe. Man sollte
trotzdem schon im Voraus damit rechnen, dass man keinen Zugang zu diesen Plattformen
hat.
Einkaufen
Viele Dinge sind in China erwartungsgemäß billiger, aber nicht alles lohnt sich auch
qualitativ. Elektronikprodukte wie Kamera und Handy sollten von Deutschland mitgebracht
werden, diese sind in China eher teurer.
Vor allem auf dem Schneidermarkt und dem Brillenmarkt haben wir viel und günstig
eingekauft. Von Blusen, Blazern, Taschen, Hemden und Anzügen kann man hier für wenig
Geld Maßgeschneidertes kaufen. Eine Brille kostet beispielsweise mit Gläsern ca. 20 Euro.
Hier muss man jedoch schnell das Handeln erlernen und auf die Qualität achten.
Ansonsten kann man sich auf dem Fake Markt mit allen notwendigen Kleidungsstücken
eindecken. Die Qualität lässt oft zu wünschen übrig. Es lohnt sich möglichst wenig Gepäck
mit nach Shanghai zu nehmen, da später fast jeder von uns das Probleme hatte alles wieder
mit nach Hause zu transportieren (Übergepäck!).
Unser Fazit
Die Zeit in China war spannend und lehrreich zugleich. Es galt, eine andere Kultur zu
entdecken und sich in einem anderen, zunächst ganz ungewohnten Umfeld zu Recht zu
finden. Anders als gedacht war nicht die Sprache die größte Hürde, mit Händen und Füßen
kamen wir anfangs erstaunlich weit. Langsam erlernten wir dann auch die ersten
chinesischen Wörter und Sätze. Es war sehr eindrücklich, für sich selbst feststellen zu
können, dass Englisch eben nicht „die Weltsprache“ ist, wie sie in der westlichen
Hemisphäre propagiert wird. Besonders diese Sprachbarriere, kulturelle Eigenarten,
Skurrilitäten und eine völlig andere Werte- und Weltvorstellung brachten täglich Spannung
in den Tagesablauf.
Die chinesischen Städte sind das Zuhause meist mehrerer Millionen Menschen. Sich in so
großen Städten zurechtzufinden ist etwas anderes als sich in Deutschland in einem kleinen
Dorf zu verfahren. China an sich bot tolle Sehenswürdigkeiten, die beeindruckend zeigen,
welches Potential in China steckte und immer noch steckt. Doch auch die Probleme in
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diesem Land blieben uns nicht verborgen: die starke Luftverschmutzung in den Städten, die
Zensur der Medien, sowie die große Kluft zwischen Arm und Reich. China ist anders. Trotz
zum Teil vorhandener Erfahrungen mit Reisen in Asien, hat uns dieses Land noch einmal
vollkommen anders angesprochen. In China herrscht wirklich eine ganz andere Kultur, die
wir gerne mit viel Interesse und Spaß entdeckt, erforscht und auch hinterfragt haben. Man
muss auch sagen, dass manche unserer Vorurteile in vollem Umfang bestätigt wurden, doch
viel mehr wurden widerlegt. Nicht alles war immer leicht, vieles war auch nach Monaten
noch schwer zu akzeptieren. Diese Erfahrungen, Begegnungen mit chinesischen Studenten,
Stadtbewohnern und Vorlesungsinhalte haben dazu beigetragen, vieles differenzierter zu
betrachten, Gründe für Unterschiede zu verstehen und eine ganz neue, offenere Sichtweise
auf China und der faszinierenden Kultur zu gewinnen. In dieser Zeit konnten wir viele
Freundschaften schließen, die sicher noch lange Bestand haben werden. Unserer Erfahrung
nach sind die Chinesen gegenüber Ausländern, insbesondere gegenüber Deutschen, sehr
aufgeschlossen und haben oft eine sehr positive Grundeinstellung. Spricht man dann sogar
einige Worte Chinesisch, wird die Empathie gar noch gesteigert. Es lohnt sich
Grundkenntnisse der Sprache zu erlernen.
Wir konnten geniale Vorlesungen besuchen und im Rahmen vieler zusätzlicher
Veranstaltungen unser Wissen deutlich erweitern. Es war sehr interessant einmal ein
„normales“ Studentenleben zu führen, mit viel mehr Selbstverantwortung, konzentriert auf
ein Fach zu lernen und längere, intensivere Vorbereitungen für eine Klausur zu haben.
Besonders positiv hervorgehoben werden sollte auch noch der „interkulturelle Austausch“
zwischen den beiden Campussen der Dualen Hochschule in Stuttgart und Horb.
Wir können geschlossen empfehlen, den Schritt nach China zu wagen und einen Blick über
die große Mauer zu werfen. Insgesamt war es eine wirklich tolle Erfahrung, die wir jederzeit
gerne wieder wahrnehmen würden. Mitzubringen ist eine positive Grundeinstellung, viel
Toleranz und die Bereitschaft, sich für die Kultur zu öffnen, Flexibilität, eine gewisse
Charakterstärke und keine zu hohen Ansprüche was Luxus und Hygiene betrifft. Ansonsten
wird man es schwer haben, sich wohl zu fühlen. Die Studienzeit in Shanghai war eine super
Erfahrung, die uns immer in bester Erinnerung bleiben wird. Während unseres
Auslandssemesters in Shanghai hatten wir eine gewinnbringende Zeit und wir sind alle froh
diese einmalige Chance wahrgenommen zu haben.
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