Wildschwein in Wien Die Landesjagdverbände Wien

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Wildschwein in Wien Die Landesjagdverbände Wien
jagd-wien.at
2/13 Juli
Das Magazin des Wiener Landesjagdverbandes
Zielsicher
Die Landesjagdverbände Wien und Niederösterreich
setzen sich für Verantwortung ein
8
Zielfernrohr
11 im Praxistest
Die neue Wildbret19 Kennzeichnung
P.b.b. Verlagspostamt 1023 Wien
GZ: 07Z037573M
Projektarbeit:
Wildschwein in Wien
Adressänderungen bitte unter Tel./Fax 01/548 49 99 (WLJV)
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INHALT
INHALT
L
iebe Leserinnen und Leser,
ab dieser Ausgabe von jagd-wien.at
werden alle Wiener Jäger, die nur
im Besitz einer niederösterreichischen
Jagdkarte sind, die Jagdzeitung des Wiener Landesjagdverbandes erhalten. Die
beiden Landesjagdverbände Wien und
Niederösterreich werden ihre bisherige
gute Zusammenarbeit weiter verstärken
und vor allem beim Thema Sicherheit gemeinsam Zeichen gegen Nachlässigkeit
setzen.
Schwerpunkt dieser Ausgabe ist speziell
die Unfallprävention bei der Jagd. Obwohl langjährige Jäger über reichlich Erfahrung verfügen, sollten diese auch die
Chance ergreifen und regelmäßig am
Übungsschießen teilnehmen. Die eigene
Sicherheit im Umgang mit der Waffe ist
für den Jäger schließlich unerlässlich und
nur durch genügend Übung ist er auch
in Stresssituationen in der Lage, ruhig zu
bleiben und routiniert zu handeln.
Auch die Abteilung Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA 49)
wird in Bezug auf Sicherheit einige Maßnahmen umsetzen. Mit der kommenden
Jagdsaison werden bindende Richtlinien
zum Tragen kommen, die unter anderem
auch das absolute Alkoholverbot vor und
während der Jagd fordern.
An dieser Stelle
verweisen wir auch
eindringlich
auf
die Verantwortung
jedes Einzelnen:
Jeder Jäger ist für
jeden abgegebenen
Schuss eigenverantwortlich und steht zudem auch in der
Verantwortlichkeit seiner Jagdgäste, Weidkollegen und Mitmenschen.
3 Editorial
6
Natur
4 Krähenzeit
Bedrohung für Niederwild
6 Willkommen im Stift Schotten
Kulturerbe als Holzlieferant
8 Das Wildschwein in Wien
Schwarzwildprojekt der Stadt Wien
Günther Sallaberger,
Landesjägermeister
Wien
10 Wildes Berlin
Europas naturreichste Metropole
12
Jagd
11 Zielfernrohr im Praxistest
Das Kahles Helia 5 2,4-12x56
12 Auf höchster Sicherheitsstufe
Eigen- und Fremdverantwortung
14 Zur Jagd in Slowenien
Das Land des smaragdenen
Flusses
Josef Pröll,
Landesjägermeister
Niederösterreich
Gemeinsames
Ziel
14
16 Spitzenoptik mit Messfunktion
Die Swarovski Ferngläser im Test
Service
17 Der Wiener Landesjägertag
Europa: Jeder jagt anders
18 Qualität auf höchster Stufe
Schmackhaftes Wildbret
Weidmannsheil!
Günther Sallaberger,
Landesjägermeister Wien
18
Josef Pröll,
Landesjägermeister Niederösterreich
Fotos: WLJV, Michal Noeljv
E
Zugunsten der besseren Lesbarkeit
wurde vorwiegend die männliche
Schreibweise verwendet. Grundsätzlich werden damit aber immer beide
Geschlechter angesprochen.
19 Wildbret-Kennzeichnung
Die Fakten im Überblick
Impressum: Medieninhaber & Herausgeber: Wiener Landesjagdverband, Stadioncenter,
Olympiaplatz 2, 1020 Wien, T 01/548 49 99, www.jagd-wien.at Chefredaktion: Dr. Viktoria Kickinger
Auflage: 3.000 Erscheinungsort: Wien Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien,
[email protected], www.albatros-media.at Redaktion: Mag. Marianne Kitzler (Leitung, MK),
Daniela Purer (DP), Julia Stering (JS), Gerhard Herzig (GH) Coverfoto: veneratio, Bergringfoto/fotolia.com;
Composing: Albatros Media Grafik & Produktion: Julia Proyer (Leitung), Doreen Agbontaen Verlagsleitung: Mag. Peter Morawetz Anzeigen: Brigitte Sallaberger, Wiener Landesjagdverband, Stadioncenter,
Olympiaplatz 2, Top 4/7, 1020 Wien, T 01/548 49 99, F 01/548 49 99, [email protected]; Druck: Danek
– Grafik Repro Druck GmbH, Druck auf umweltfreundlichem Papier
jagd-wien.at 02/2013
3
R NATUR
Krähenzeit
Sie werden jungen Feldhasen, Fasanen und Wildenten zum Verhängnis
und auch heimische Singvögel leiden unter ihrem vermehrten Zuzug: Die
Rabenvögel werden zum Problem.
Niederwild, allen voran Feldhasen, Fasane
und Rebhühner. Auch heimische Singvögel
sind von den Nesträubern betroffen. Das
Wachstum der Krähenpopulation ist längst
nicht mehr nur für Jäger augenscheinlich.
Achtung Nesträuber
Seit seiner Kindheit beobachtet Felix Haspel, ehemaliger Universitätsprofessor an
der Akademie der bildenden Künste, mit
großem Interesse die Vogelwelt in seinem
Garten am Stadtrand von Wien: „Unser
Der Stieglitz und andere Singvögel tun
sich ob der vielen Nesträuber schwer
mit der Aufzucht ihrer Jungen
reichlich strukturierter und naturbelassener Garten mit Altbaumbestand und vielen Sträuchern bietet ideale Bedingungen
zur Brut und Aufzucht von Jungvögeln.
Amseln, Buntspecht und viele mehr brüteten hier und schlossen ihre Brut mit
zahlreichen Jungvögeln ab.“ Doch in letzter Zeit stellte Haspel fest, dass die Zahl an
Elstern, Nebelkrähen und Rabenkrähen
zunahm. Ein Großteil dieser Vögel ist das
ganze Jahr im Garten anzutreffen.
Völlig anders ist die Situation bei den
Singvögeln. „Sie beginnen im Frühjahr
mit dem Nestbau und verlieren oft bereits ihre erste Brut an die Nesträuber.
Doch auch die Zweitbrut fällt immer wieder den Nest­räubern zum Opfer, sodass
insgesamt nur eine geringe Zahl an Jungvögeln überlebt“, erzählt Haspel. Als Beispiel nennt er den Stieglitz, der seit drei
Jahren hier nicht mehr zu beobachten
ist. Auch in der umliegenden Feldlandschaft sind immer mehr Nebelkrähen,
Rabenkrähen und Elstern zu sehen. Dies
bestätigt seine Beobachtungen der erfolgreichen Brut und Aufzucht dieser Vögel.
Haspel: „Die Nähe der Stadt, der Abfall,
aber auch zahlreiche Futterstellen begünstigen die Zunahme der Rabenvögel.“
Sie ist fast überall: Die
Nebelkrähe breitet
sich aus
Beobachten einen Rückgang der Singvögel: Die
Naturliebhaber Felix Haspel und Silvia Kubicek
4
jagd-wien.at 02/2013
Fotos: Hunta, varts, mikelane45, fotomaster, rickochet12/fotolia.com, Kubicek, Haspel, Andreas Trepte, schnupfen in wien/wikipedia.com, www.sankt-hubertus.at
I
n der Mythologie gilt die Krähe seit
jeher als Vorbote des Todes. Sah man
im Mittelalter eine Krähe auf dem
Dach sitzen, wurde ein baldiges Ableben
der Bewohner des Hauses vorhergesagt.
Heutzutage weiß man es natürlich besser.
So ist zum Beispiel die Nebelkrähe, eine
Unterart der Aaskrähe, im Norden und
Nordosten Europas ein häufiger und verbreiteter Brut- und Jahresvogel. Doch deren Zuzug bedeutet eine große Bedrohung.
Stark gefährdet ist der Nachwuchs beim
NATUR
R
Fasane und Feldhasen sind leichte Beute: Auch
Elstern erschweren das Überleben der Jungtiere
Krähen nehmen überhand
Haspels Beobachtungen können von Silvia
Kubicek, einer leitenden Angestellten aus
Wien, nur bestätigt werden: „Als Pferdeliebhaberin bin ich sehr viel draußen in
der Natur. Was auffällt, ist, dass es fast
keine Singvögel mehr gibt.“ Vor allem
am Pferdeplatz nehmen die Krähen eher
überhand, beobachtet Kubicek.
Laut Haspel wäre es trotzdem zu einseitig,
die Abnahme der Singvogelpopulation allein auf die vermehrte Anzahl von Nebelkrähen und Elstern zurückzuführen. Denn
sicherlich sind auch andere Nesträuber wie
Marder und Eichkätzchen daran betei­ligt.
„Die hohe Population an Nebelkrähen und
Elstern und deren Intelligenz lässt jedoch
darauf schließen, dass sie stark an der Singvogelreduktion beteiligt sind“, so Haspel.
Kennt die Krähenproblematik aus
Jäger-Sicht:
Christian Eckstein,
Jäger aus Klosterneuburg
Gefahr für junges Niederwild
Mit der Krähenproblematik ist Gerhard
Hallusch,
Bezirksjägermeister-Stellvertreter im 22. Wiener Gemeindebezirk,
bestens vertraut. „Die Mülldeponie Rautenweg zieht die Krähen magisch an. Beginnen am Morgen die Arbeiter, fliegen
die Scharen weiter in die umliegenden
Reviere und auf die Salatfelder. Auch auf
den Wildbrücken über der S2 und im
verwilderten Bahngelände im 22. Bezirk
fühlen sich die Krähen besonders wohl“,
erzählt er. Auffallend sei laut Hallusch,
dass seit Kurzem viele russische Saatkrähen, die normalerweise nur den Winter
in Österreich verbringen, auch während
des Jahres hier im Land bleiben. „Ausreichend Nahrung ist vorhanden, kein
Wunder, dass sich Saatkrähe, Elster und
Rabenkrähe hier wohlfühlen“, meint der
Jäger. Bereits mehrmals konnte er verfolgen, wie schwer es für Junghasen ist, zu
überleben. Deren Bestand ist durch Krähenvögel ebenso stark gefährdet wie jener
von jungen Fasanen und Wildenten.
Auch für Jäger Christian Eckstein, der ein
Revier in Wien betreut (Kahlenbergerdorf/
Leopoldsberg), ist die Krähenproblematik
nicht neu. „Die Population der Krähen
nimmt über die Sommermonate von Jahr
zu Jahr
zu.
Im
We i n g a r ten Kahlenbergerdorf
hatten wir
in den letzten Wochen
drei
Hasen
als Fallwild. Neben
zwei
Junghasen
wurde auch ein
ausgewachsener
Hase Opfer von
Krähen. Ihm wurden
beide Lichter ausgepickt“, erzählt er. Außerdem sei laufend
zu beobachten, dass sich die Rabenvögel
auch junge Fasane und Rebhühner holen.
„Die jungen Tiere haben gegen die Elstern
und Krähen so gut wie keine Chance“, argumentiert er und verweist nachdrücklich
auf das Nachbarbundesland Niederösterreich: „Helfen würde meiner Meinung
nach eine gezielte Krähenbejagung, wie
sie schon die niederösterreichischen Jäger
durchführen.“ MK, dP
n
jagd-wien.at 02/2013
5
R NATUR
Willkommen im
Stift Schotten
Der Schottenforst gehört seit Jahrhunderten zum Kulturerbe Wiens. Erschlossen von den Benediktinern, liefert er
heute vorwiegend Brennholz und ist wertvoller Lebensraum für viele Tiere.
6
jagd-wien.at 02/2013
reichen Aufforstungen unter Förderung
des Nadelholzes. Der künstlichen Verjüngung mit Nadelholz folgten vermehrt
Saum- und Schirmschläge, die bis heute
in eine Waldbewirtschaftung mit natürlicher Verjüngung übergegangen sind.
Durch einen 1832 mit dem Kaiserlichen
Waldamt eingegangenen Tausch wurde der Waldbesitz des Stiftes zwischen
Hütteldorf und Dornbach vergrößert. Im
Jahr 1836 hatte man mit dem Bau einer
durch den Stiftswald führenden Straße
begonnen, welcher aber nach zwei Jahren wegen Geldmangels wieder eingestellt werden musste und erst einige Jahre später vollendet werden konnte.
Größte private Fläche
Heute umfasst das Forstrevier 462 Hektar.
Die Wälder stellen auch die größte private
Waldfläche auf Wiener Landesgebiet dar.
Sie reichen vom Heuberg im Westen Wiens
bis hin zu den Abhängen des Hochbruckund Exelberges an der niederösterreichischen Grenze und fallen zum Dornbach
und südlich zum Halterbach ab. Förster
Stefan Jeitler erklärt: „Der Schottenforst
wird umgeben von den Wäldern der Stadt
Wien, des Stiftes St. Peter und im Norden
von den Wäldern des Stiftes Klosterneuburg sowie im Nordosten durch den Besitz der Österreichischen Bundesforste AG
Forstbetrieb Wienerwald.“
Fotos: Nils Leitner
D
er Betrieb und die Wälder
des Schottenforstes blicken
auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück, die immer sehr
eng mit dem Stift Schotten in Verbindung stand. Das Benediktinerkloster
in der Innenstadt Wiens wurde im Jahr
1155 von Herzog Heinrich II. Jasomirgott gegründet. Im Jahr 2005 feierte es
sein 850stes Jubiläum. 1446 gestattete
Kaiser Friedrich IV. das Fällen von Holz
im Schottenforst. Abt Johann verfasste
1573 für seine Förster die ersten Ins­
truktionen über das Schlagen von Holz,
und das erste Operat von 1882 berichtet
von großen Kahlschlägen und umfang-
NATUR
R
Schmackhafte
Alternative?
Tanzende Vögel
Bestimmte Bewegungen von Gefieder und
Schwanz kann man beim GraurückenLeierschwanz beobachten. Der in Austrialien
beheimatete Vogel hat vier Grundtypen von Gesängen in seinem Repertoire und jeder Gesang
wird mit speziellen Bewegungen untermalt. Für
jedes Lied gibt es spezielle Bewegungen, die
die Männchen in der Paarungszeit zum Besten
geben. Auch schauen sich die Weibchen mehrere Tänze an, bevor sie sich für ein Männchen
entscheiden. Quelle: www.derstandard.at
KURZ & GUT
Lassen wir uns anstatt
Wildbret bald Käfer,
Insekten und Raupen
schmecken? Laut einer
Studie der FAO kann diese
verfügbare Nahrungsquelle
wesentlich sein im Kampf gegen den weltweiten Hunger. Reich an Proteinen und Fetten
sowie Kalzium, Eisen und Zink, sind sie eine
gesunde Alternative zu Fleisch und Fisch. Zudem
sind z. B. Grillen weit bessere Futterverwerter
als Rinder: Um dieselbe Menge Eiweiß zu produzieren, brauchen sie zwölfmal weniger Futter.
Quelle: Der Anblick
Lernbereite Hunde
Im Zentrum des Forstreviers befindet sich
der Schottenhof, der auch den betrieblichen Mittelpunkt darstellt. Dieser wurde
ebenfalls von Herzog Heinrich II. erbaut.
Neben dem Restaurant beherbergt der
Schottenhof heute auch ein Zentrum für
tiergestützte Pädagogik: Mehrere Pferde,
ein Esel, ein Schwein und viele andere Tiere sind noch immer Bewohner des
Gutshofs.
Fotos: Marco2811, Yuri Arcurs, Oleg Zhukov, lightpoet, elementkunst/fotolia.com
Brennholz von den Schotten
Die verantwortungsvolle und nachhaltige
Bewirtschaftung der Wälder des Stiftes
Schotten über Jahrhunderte durch qualifiziertes Personal hat Tradition, die weiter
fortgesetzt wird. Jeitler: „Gemeinsam mit
zwei Forstarbeitern verwalte ich den Forst.
Unsere Hauptaufgaben sind die Produktion von Brennholz und Biomasse für verschiedene Abnehmer.“ Weiters wird Sägerundholz für die Möbelindustrie sowie
Faserholz für die Zellstofferzeugung auf
den Markt gebracht. Die Lage der Wälder
befindet sich im Übergang des östlichen
Eichenmischwaldgebietes zum nördlichen
randalpinen Fichten-Tannen-Buchenwaldgebiet. Die natürlich vorkommende Baumpopulation setzt sich in erster Linie aus den
typischen Baumarten des Wienerwaldes
wie Eiche, Hainbuche und Rotbuche zusammen. Der Schottenwald wird großklimatisch durch die Lage am Übergang vom
mitteleuropäisch-ozeanischen zum pannonisch-kontinentalen Klima geprägt, wobei
der pannonische Einfluss überwiegt. Die
durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt
8 Grad Celsius.
Hunde lernen besser vom Menschen, Wölfe
hingegen offensichtlich besser von ihren
Artgenossen. Das fanden Verhaltensforscher des
Wolf Science Centers im niederösterreichischen
Ernstbrunn heraus. Die Vermutung: Hunde haben im Laufe ihrer Domestizierung zunehmend
die Fähigkeit verloren, von ihresgleichen zu
lernen. Auch seien Hunde beim Umgang und
der Kommunikation mit dem Menschen den
Wölfen überlegen. Andererseits konnten die
Forscher beobachten, dass auch die Wölfe von
Menschen lernten, wenn sie diese als Rudeltiere
betrachteten. Quelle: www.derstandard.at
Ein Wald zum Wohlfühlen
Der Schottenforst ist ein Landschaftsschutzgebiet. Das heißt, Eingriffe wie zum
Beispiel der Bau von Forststraßen müssen
erst genehmigt werden. Interessant für
Jäger: Der Wald ist in Hirschbezirke aufgeteilt, vorwiegend gibt es Rehwild und
Schwarzwild zu bejagen. Den Bedürfnissen
der Naturliebhaber wird durch weitläufige
Rad- und Wanderwege Rechnung getragen. Und so zahlt sich ein Besuch im Stift
Schotten für jeden aus. DP
n
Das Verhalten von Hunden und Wölfen
nehmen die Mitarbeiter am Wolf Science
Center genauer unter die Lupe
jagd-wien.at 02/2013
7
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W
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Da
R NATUR
Im Zuge eines Projektschwerpunktes wurde im Jahr 2012 die Entwicklung des Schwarzwildes in der
Bundeshauptstadt untersucht.
Erste Ergebnisse
Aufgrund des hohen Waldanteils sind
weite Teile Wiens gut als Lebensraum
für Schwarzwild geeignet. So konnten im
Zuge der Fotofallenerhebung 274 Stück
dokumentiert werden. Projektleiterin
Manuela Habe (FIWI) erklärt: „Da Wildschweine für ihr hohes Vermehrungspotenzial bekannt sind, achteten wir bei
dem Projekt darauf, ob und wann Frischlinge mit Streifen dokumentiert wurden.“
Mit Hilfe der Wiener Jägerschaft konnten
außerdem rund 100 Schwarzwildproben
für eine genetische Populationsanalyse
gesammelt werden. „Erste Ergebnisse zeigen, dass zumindest für drei Großgebiete
Wiens ein separater Zuzug aus Quellgebieten des Wiener Umfelds besteht“, so
8
jagd-wien.at 02/2013
Habe. Für den Südosten bzw. den Südwesten liegen bisher aufgrund fehlenden
Probematerials keine Ergebnisse vor. „Um
das Bild zu komplementieren, wäre die
weitere Zurverfügungsstellung von Tellerproben erstrebenswert.“
Umzug in die Stadt
Die Gewöhnung der Tiere an das urbane
Umfeld und die Nutzung des Stadtrandbereichs schreitet immer mehr voran.
Habe: „Bevorzugt wird das Siedlungsumfeld von Bachen zur Frischlingsaufzucht und von Rotten und Überläufern
zur Nahrungsaufnahme genützt. Vor
allem in den Bereichen Hadersdorf/Mauerbach, Wilhelminenberg, Schafberg sowie in weiten Teilen der Übergangszone
des Biosphärenparks Wienerwald konnte
Schwarzwildvorkommen auch innerhalb
des verbauten Gebietes dokumentiert
werden.“
Die Wiener Jägerschaft verstärkt daher
die Abschüsse und Bewegungsjagden in
bejagbaren Gebieten um das verbaute
Wiener Stadtgebiet. Auch die offene Kommunikation mit der Wiener Bevölkerung
wird beim Wildschweinmanagement
entscheidend sein. Zukünftiger Kooperationspartner ist die MA 60 – Veterinärdienste und Tierschutz, welche mit einer
Tierschutz-Helpline mit Rat und Tat zur
Seite steht. „Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich bis dato zwar noch
keine städtische Schwarzwildpopulation
etabliert hat, sich aber bei einer weiteren
Verhaltensanpassung der Tiere rasch eine
Population entwickeln könnte, die sich
hauptsächlich im städtischen Raum aufn
hält“, warnt Habe. DP
Was tun?
Helpline der MA 60:
01/4000 80 60
Mo–Fr: 08.00–18.00 Uhr, Sa: 09.00–15.00 Uhr
Die häufigste Frage:
Wie verhindere ich, dass Wildschweine auf
mein Grundstück eindringen?
Tipp:
Durch die Aufstellung eines fundamentierten
Zaunes lässt sich das Eindringen gänzlich
verhindern. Wichtig: Im Landschaftsschutzgebiet ist im Bedarfsfall für das Aufstellen eines
Zaunes eine naturschutzrechtliche Bewilligung
notwendig.
Ansonsten sind Fallobst, Komposthaufen, Küchenabfälle und Heimtierfutter aus dem Garten
zu entfernen. Befindet sich ein Wildschwein im
Garten, auf keinen Fall in die Enge treiben bzw.
sich unnötig dem Tier nähern.
Foto: MA 49-Pieper
I
n freier Wildbahn kommt das Wildschwein eigentlich in ganz Europa
vor. In den letzten Jahren hat es
sich jedoch zunehmend in Österreich,
genauer in Wien, gemütlich gemacht. In
der Bundeshauptstadt steigen die Zahlen
ebenfalls an. Im Zuge der Vorstudie „Wildtiere im urbanen Lebensraum“ wurde nun
die aktuelle Situation von Schwarzwild in
Wien durch ein Team des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie
(FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersucht.
R NATUR
Wildes
Berlin
Berlin bietet Wildtieren ein bequemes Zuhause. Was Wildtiere in die
deutsche Hauptstadt treibt und wie man dort damit umgeht.
Stadttiere als Problem?
Hase, Kaninchen, Reh, Damwild, ­Mufflon,
Fuchs, Dachs, Waschbär, Biber, Fischotter,
Marder aller Art und vor allem Schwarzwild fühlen sich in Berlin zu Hause. Das
führt sehr oft zur Konfrontation von Tier
10
jagd-wien.at 02/2013
und Mensch. Aufgrund des dichten
­Straßennetzes kommt es immer wieder
zu Verkehrsunfällen mit Damwild, ­Rehen
und Wildschweinen. Videos auf der Online-Plattform YouTube dokumentieren
die Begegnungen mit Wildschweinen,
die sich frei auf Berlins Straßen bewegen.
Waschbären schlüpfen als vermeintliche
Eindringlinge in Dachböden und Garten­
lauben häufig in die Rolle des ungebetenen Gastes. Gerade dies wäre durch
das ­Schließen von Lücken im Dach und
das Errichten von Drahtmanschetten um
Dachrinnen aber leicht zu vermeiden, wie
Sorges betont.
Sonderfall Schwarzwild
Manche Wildtiere verlieren schnell ihre
Scheu. Dr. Ulrich Grasser, Präsident des
Landesjagdverbandes Berlin, klärt auf: „Vor
allem Wildschweine gewöhnen sich sehr
rasch an den Menschen.“ Dementsprechend auffällig kann ihr Verhalten ­werden,
wenn sie etwa durch Gewohnheitsgeräusche – zum Beispiel das Rascheln vom
Einkaufssackerl eines Spaziergängers –
­ihren „Anspruch“ auf Futter geltend machen. Bedauerlicherweise wird das Fütterungsverbot von vielen Berlinern ignoriert
– aus falscher Tierliebe, wie ­Grasser vermutet. Vermeintliche Angriffe durch führende Bachen auf Spaziergänger sind sehr
Wildtiere in der Stadt: Waschbären suchen im
Müll nach Futter, Füchse und andere Tiere werden
Opfer von Verkehrsunfällen, Kaninchen und
Wildschweine erobern urbanen Raum
oft nur Scheinangriffe und können durch
genügend Abstand verhindert werden. Dr.
Grasser wirbt für Toleranz gegenüber den
Wildtieren. „Schließlich haben wir Menschen den Tieren den Lebensraum genommen. Ein Nebeneinander ist sehr wohl
möglich.“ JS
n
Fotos: SibylleMohn, Diana, nfrPictures/fotolia.com, Derk Ehlert
A
usgedehnte Waldgebiete im
­Westen und Südosten des Berliner Stadtgebietes sowie die vielen großen Parkanlagen machen die deutsche Hauptstadt besonders grün. Nicht
nur Menschen fühlen sich dadurch wohl,
auch immer mehr Wildtiere beanspruchen
den Lebensraum für sich. Schätzungen
­zufolge sind zwischen 20.000 und 30.000
Tierarten in Berlin vertreten. Keine andere
Metropole Europas weist eine Artenvielfalt
dieses Ausmaßes auf. Doch was treibt die
Tiere eigentlich in die Stadt? Anja Sorges
ist Geschäftsführerin des NABU Landesverbandes Berlin. Sie sieht die Zunahme von Wildtieren in der Stadt plausibel
begründet: „Die Stadt bietet den Tieren
bequemen Lebensraum. Der Zugang zu
Nahrung und Ruheplätzen ist ein leichter,
Jagddruck besteht kaum.“ Mit der Zunahme der ­umliegenden Landwirtschaft würden die Lebensbedingungen verschlechtert
werden. Kein Wunder, dass in einer Stadt,
in der die Mülleimer überquellen, mehr für
die Tiere zu holen ist.
JAGD
Für den Vergleich im
Revier wurde das
Helia 5 neben ein
anderes ZFR 3-12x56
montiert
Das Kahles
Helia 5 2,4-12x56
im Praxistest
Seit etwas über einem Jahr produziert Kahles, der älteste Zielfernrohrhersteller der Welt, am neuen
Firmenstandort in Guntramsdorf.
Mit der Serie 5 soll neuerlich ein
Meilenstein gesetzt werden.
Foto: Kahles
D
er Faktor 5 steht für den
Zoomfaktor, also ein- bis fünffach beim Spezialglas für die
Drückjagd und 2,4- bis zwölffach beim
Testglas.
Ein Blick auf die technischen Daten verrät,
dass das Sehfeld auf 100 m bei der gerings­
ten Vergrößerung 16,5 m beträgt – ein
Wert, den viele andere Spitzenprodukte
nicht erreichen.
Das Absehen befindet sich in der zweiten
Bildebene, das heißt, die Balken bleiben
beim Zoomen unverändert breit. Damit
wird bei weiten Schüssen durch die feinen
Balken des Absehens nur wenig vom Stück
verdeckt. Das von uns gewählte Absehen
G4B unterstützt dies zusätzlich durch drei
weitere feine Querbalken für höhere Halte­
punkte, die man am besten am 300-mSchießstand für seine Patronenlaborierung
ermittelt. Für den Schuss in der Dämmerung steht ein verstellbarer Leuchtpunkt
zur Verfügung. Die Batterielebensdauer
wird durch die integrierte Ein- und Abschaltautomatik verlängert.
Das Helia 5 2,4-12x56 im Revier
Für einen direkten Vergleich wurde das
­Helia 5 neben einem 3-12x56 LeuchtpunktZFR eines anderen Herstellers montiert
und punktete vor allem mit einem klaren,
farbechten und absolut randscharfen Bild.
Erfreulich auch die Bandbreite, mit der der
Leuchtpunkt stufenlos verstellbar ist. Bei
zunehmender Dämmerung waren die austretenden Rehe kontraststark erkennbar. In
allen Bereichen war das Helia 5 dem anderen Zielfernrohr deutlich überlegen.
Danach erfolgte die Montage auf einem
Repetierer im Kaliber .300 Win Mag. Bei
starken Kalibern reduziert ein weiter Augenabstand – hier sind es 95 mm – die
Verletzungsgefahr. Mit der präzisen Abse-
henverstellung – ein Klick entspricht 1 cm
auf 100 m – war das Einschießen schnell
und munitionssparend erledigt.
Beim Nachtansitz überzeugte die hohe
Lichtstärke. Kahles spricht von deutlich
über 90 Prozent Lichttransmission.
Resümee
„Das Bessere ist der Feind des Guten“,
soll Voltaire gesagt haben. Bezogen auf
das Kahles Helia 5 2,4-12x56 hätte er damit sicher recht. Die Preise bewegen sich
um 2.200 Euro, abhängig davon, ob ein
Modell für Ring- oder Schienenmontage
gewählt wird. Ein Ballistikturm, um auch
bei Weitschüssen „Fleck“ anhalten zu können, soll noch heuer lieferbar sein. GH n
Die Kahles Helia 5 im Vergleich
Vergrößerung
Sehfeld
Augenabstand
Korrektur/Klick
Max. Verstellweg
Mittelrohrdurchmesser
Gesamtlänge
Gewichte (ohne/mit Montageschiene)
Absehen
Beleuchtet
1-5x24
2,4-12x56
1-5
42,3-8 m/100 m
95 mm
15 mm/100 m
2,2 m/100 m
30 mm
278 mm
470/490 g
4-Dot, P-Dot
ja
2,4-12
16,5-3,3 m/100 m
95 mm
10 mm/100 m
1,9 m/100 m
30 mm
361 mm
689/709 g
4-Dot, G4B
ja
jagd-wien.at 02/2013
11
JAGD
Auf höchster
Sicherheitsstu
Zu viele Vorfälle im letzten halben Jahr haben gezeigt: Sicherheit bei der Jagd hat
oberste Priorität. Die Landesjagdverbände Wien und Niederösterreich legen Wert auf
die Einhaltung der Vorschriften und setzen Zeichen gegen Nachlässigkeit.
Neue Strenge
Bindende gesetzliche Vorschriften hin-
12
jagd-wien.at 02 /2013
sichtlich der Sicherheit bei der Jagd gibt
es keine. Der Wiener Landesjagdverband
beschloss im Rahmen einer Vorstandsund Ausschusssitzung Ende Jänner 2013
jedoch ein absolutes Alkoholverbot vor
und während des Ausübens der Jagd.
„Nicht einmal der Rum im Tee oder das
sogenannte ‚Zielwasser aus dem Flachmann‘ darf dazu führen, dass es zu fatalen Fehlern – wie wir sie aus jüngster
Vergangenheit kennen – kommt“, bemerkt Annerl. „In der MA 49 wird es vor
der kommenden Jagdsaison außerdem
neue, bindende Richtlinien geben, die
speziell das Alkoholverbot noch klarer
aussprechen werden“, kündigt Annerl
an. Diese werden dann nicht wie bisher
nur für das Personal, sondern auch für
die Jagdgäste verpflichtend sein. „Vor
und während der Jagd muss auf Alkohol verzichtet werden“, betont auch
Leo Nagy. Dass es unter der Jägerschaft
sehr viele schwarze Schafe gibt, ist ihm
bewusst. „Nicht selten werden Jäger
daher nach wie vor als Karikaturen mit
Flaschen in der Hand dargestellt. Daran
sind aber auch die Medien schuld.“ Der
Landesjägermeister-Stellvertreter Wiens
Johann Schorsch stimmt den Empfehlungen auf Alkoholverzicht ausdrücklich
zu: „Alko­hol beeinträchtigt schließlich
bereits in kleinen Mengen das Reaktionsvermögen.“ Der Appell an alle Jäger, ganz
gleich, in welchem Bundesland sie jagen,
ist derselbe: Beim Umgang mit Schusswaffen darf in keiner Weise eine Beeinträchtigung vorliegen.
Checkliste
• Besteht derzeit eine persönliche
Beeinträchtigung?
• Ist die Waffe entladen?
• Gibt es einen sicheren Kugelfang?
• Bin ich im Moment geübt genug, um
Schüsse abgeben zu können?
• Tragen alle Teilnehmenden einer Gesell schaftsjagd Signalbänder, auch die Hunde?
Foto: auremar/fotolia.com
G
anz gleich, in welchem Bundesland die Jagd ausgeübt
wird: Es gelten allgemeine
Unfallverhütungsvorschriften, die Verhaltensregeln empfehlen. Geht es um die Unfallprävention, darf für den Personalchef
der Wiener Magistratsabteilung 49, Günther Annerl, keine dieser Sicherheitsmaßnahmen vernachlässigt oder gar missachtet werden. Als Bezirksjäger­meister weiß
er: „In urbanen Gebieten wird die Jagd
auf Eigenjagdflächen der Stadt Wien nur
von Profis ausgeübt.“ Dort, wo Abschüsse
verkauft werden, darf der Jagdgast nur in
Begleitung eines Försters oder Forstaufsehers der MA 49 jagen. Johann Schorsch,
Landesjäger­meis­ter-Stellvertreter in Wien,
weist darüber hinaus auf die jahrzehntelange Erfahrung der Wiener Jägerschaft
hin: „Die Jagden werden, seitens der
Wiener Stadtverwaltung, nur an Personen
vergeben, die ihr Können über einen langen Zeitraum hinweg bewiesen haben.“
Hierin unterscheidet sich Wien nicht von
Nieder­österreich. Leo Nagy ist Bezirksjägermeister der Geschäftsstelle Wien des
Landesjagdverbandes Niederösterreich. Er
empfiehlt auch erfahrenen Jägern das regelmäßig ausgetragene freiwillige Übungsschießen der Landesjagdverbände. Bei
diesem soll die gleiche Leis­tung wie bei
der Jagdprüfung erbracht ­werden, was die
eigene Sicherheit im Umgang mit der Waffe stärkt.
JAGD
Jagen in der Stadt
Vor allem für Wien gilt, dass der professionelle Umgang mit der Bevölkerung im
Vordergrund steht. Das bedeutet, dass
jede Konfrontation mit ihr zu vermeiden
ist. „Im urbanen Gebiet sind Jäger schon
dermaßen geprägt, sodass sie sich die Abgabe eines Schusses dreimal überlegen“,
erläutert Johann Schorsch. In seinen Augen ist ein Großstadtmensch der Jagd gegenüber eher negativ eingestellt. Schorsch
weiß, dass schon die kleinste Belästigung
zu Aufständen und Schimpftiraden führt.
Deshalb dürfen keine Schüsse in Richtung
von Häusern abgegeben werden. „Die
Wiener Jägerschaft agiert also bereits
überaus vorsichtig und rücksichtsvoll.“ Leo Nagy erinnert: „Passiert auch nur eine Kleinigkeit,
muss der Jäger seinen Kopf
hinhalten.“ Verantwortungsbewusste Jagende sind sich
darüber im Klaren.
ufe
Wertvolle Grundkenntnisse
Freiwilliges
Übungsschießen
• Wann: Am 11. Juli 2013 ab 14 Uhr
• Wo: Im Mannlicher Europa Schießzentrum in Wiener
Neustadt. Reserviert sind alle Kugel- und Tontaubenstände.
• Wer: Eingeladen sind alle Jäger aus Wien im Besitz einer
niederösterreichischen Jagdkarte. Eine Anmeldung ist nicht
erforderlich.
Die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen werden, so
­Johann Schorsch, bereits in
den ersten Stunden der JagdSchulungen gelehrt. Nur wer
sie strikt einhält, kann Unfälle
vermeiden. Zu allen Überlegungen vor der Abgabe eines
Schusses kommt natürlich auch
die Handfertigkeit im Umgang
mit der Waffe. Bezirksjäger­meister
Günther Annerl ist sich sicher:
„Durch Übungsschießen bekommt
man mehr Sicherheit, was letztendlich
in einer Stresssituation zu einem routinierteren Verhalten führen soll.“ Aus
Sicht der MA 49 wäre auch eine regelmäßige Überprüfung aller praktizierenden
Jäger, die ein gewisses Lebensalter überschritten haben, verpflichtend festzulegen. Die kontinuierlichen Gespräche
rund um das Thema der Beinahe-Unfälle
hält Annerl darüber hinaus für wichtig,
um Vorfälle, die oft gar nicht als solche
erkannt werden, ins Zentrum der Unfallprävention ­rücken zu lassen. Letztendlich
scheint ausgerechnet jene Aussage immerwährend zu sein, die man bei jeder
Bewegungsjagd vom Lagdleiter zu hören
bekommt: Jeder Jäger ist selbst für die
Abgabe eines Schusses verantwortlich.
„Um dieser Verantwortung auch gerecht
zu werden, ist es unumgänglich, alle aufgezählten Maßnahmen konsequent umzusetzen!“, so Annerl. JS
n
jagd-wien.at 02/2013
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JAGD
In unserer Reihe „Jagen bei den
Nachbarn“ besuchen wir diesmal
unser südliches Nachbarland
Slowenien. Mit einer Fläche von
knapp über 20.000 km2 und rund
2 Mio. Einwohnern entspricht es etwa
unseren Bundesländern Niederösterreich und Burgenland gemeinsam.
S
Jagdorganisation
Slowenien kennt keine Privatreviere. Es
sind sogenannte „Jagdfamilien“ (lovske
družine), die ein Jagdrevier – Mindestgröße
2.000 ha – pachten. Diese Jagdfamilien sind
vereinsähnlich organisiert. Voraussetzung
für die Mitgliedschaft ist bei Ausländern ein
ständiger Wohnsitz vor Ort. Abschüsse für
Gastjäger werden überwiegend in Staatsforst-Revieren angeboten. Bei intensiver
Recherche im Internet oder auf Jagdmessen
findet man auch Angebote einzelner Jagd­
familien.
Jagdbares Wild
Ehe wir uns der Jagd zuwenden, noch ein
kleiner Seitensprung zur „nassen Weid“:
Die Fliegenfischereireviere entlang der Soca
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jagd-wien.at 02 /2013
Fotos: Herzig, elysetta86, mgkuijpers/fotolia.com
Das Land des
smaragdenen
Flusses
lowenien, zur Hälfte bewaldet, ist
mehrheitlich ein bergiges bis gebirgiges Land. Der Gipfel des Triglav
erreicht 2.864 Meter. Im Gegensatz dazu
verfügt dieses kleine, aber landschaftlich
ungemein reizvolle Land rund um die Hafenstadt Koper auch über einen schmalen
Zugang zur Adria.
Ein Jagdausflug lässt sich sehr gut mit dem
Besuch historischer Stätten aus der langen
gemeinsamen Geschichte verbinden. Sei es
entlang der Soca (italienisch Isonzo) oder
bei einem Besuch der zahlreichen Kunstdenkmäler. Im Westen grenzt das Land an
das italienische Friaul – eine Genussregion
für Weinfreunde und Feinschmecker beiderseits der Grenze.
Der bekannte Jagdschriftsteller Friedrich von
Gagern (1882–1947) wurde in der Krain geboren. In seinen Büchern hat er ­seinem Heimatland ein literarisches Denkmal ­gesetzt.
Slowenien ist EU-Mitglied bzw. „Schengen“Land, Währung ist der Euro. Für die Mit­
nahme der Jagdwaffe genügt der EU-Feuerwaffenpass. Autobahnen und Schnellstraßen
sind mautpflichtig. Die entsprechenden
­Vignetten erhält man beim ÖAMTC (aktuell
z. B. 15 Euro für sieben Tage).
JAGD
Bis heute hat sich in Slowenien die Fallenjagd auf Siebenschläfer (Bilche) gehalten
zählen zu den weltweit bekanntesten Forellengewässern. Jagdlich reizen den ausländischen Jagdgast vor allem die starken
Gämse in den Karawanken, den Julischen
und Steiner Alpen. Jährlich stehen auch einige der begehrten Steinbock-Lizenzen zur
Verfügung. Rehwild kann nahezu flächendeckend bejagt werden. Die Reviergrößen
sind auch ein Garant für starke Trophäen.
Muffelwild und Sauen sind ebenso weit verbreitet. Rotwild findet in den großen und
nur wenig beunruhigten Waldkomplexen
gute ­Einstände, wie z. B. in der Kocevska
südlich von ­Ljubljana, dem ehemaligen
Gottscheer Land. In Slowenien leben rund
450 Bären, wovon ca. 70 jährlich erlegt werden. Alle Jagdtrophäen werden nach CICPunkten bewertet (Umrechenhilfe siehe
jagd.wien.at 4/2012). Niederwildjagden,
vor allem auf Fasane, Rebhühner und auch
auf Stockenten werden ebenso angeboten.
Eine lokale Besonderheit ist die Fallenjagd
auf Bilche (Siebenschläfer), denen sogar in
der Burg Sneschnik ein Museum gewidmet
ist. Anno 1689 wurde etwa geschrieben,
„dass sie trefflich feist und viel mehr Fett als
Fleisch haben, daher sie am besten seynd
zu braten“. Trotz EU-weitem Schutz der
Bilche haben die Slowenen diese alte Jagdform als Tradition erhalten können. Die klei-
nen Nager galten als „Arme-Leute-Speise“,
dem Bilchöl wird ähnlich wie dem Murmelschmalz eine heilende Wirkung nachgesagt.
Zusammenfassend kann gesagt werden,
dass Slowenien sicherlich kein Billig-Jagdland ist, jedoch aufgrund der relativ kurzen
Anreise und des reichen jagdlichen, landschaftlichen und kulturellen Angebotes allemal eine Reise wert ist. GH
n
Slowenien
Slowenientourismus: www.slovenia.info,
www.oeamtc.at
Jagd in Slowenien: www.hespeler.at/indexDateien/Page402.htm
Slowenischer Jagdverband (in slowenischer
Sprache): www.lovska-zveza.si
Bilchjagd: ktnv1.orf.at/magazin/studio/
stories/146211/index.html
Fischweid/Soca: www.unterwasserwelt.de/
html/soca.html, www.ribiska-druzina-tolmin.
si/deutsch
Quelle: ÖBf
JAGD
Spitzenoptik mit
Messfunktion
Entfernungsmesser gehören
zur Standardausrüstung vieler
Jäger. Die Kombination mit einem
Fernglas ist nicht neu. Was macht
die neuen „Swarovski EL Range“Ferngläser mit integriertem Entfernungsmesser des Tiroler Optikunternehmens so interessant?
Der Praxistest
Im Revier wurde das EL Range 10x42 im
direkten Vergleich mit einem herkömmlichen EL 10x42 getestet. Unterschiede
waren weder in der Dämmerungsleistung
noch in der Abbildungsqualität feststellbar. Das Mehr von rund 100 Gramm ist bei
einem ­Gesamtgewicht von 895 Gramm zu
vernachlässigen.
Entfernungsmessungen sind von 30 m bis
1.375 m möglich. Im Vergleich mit einem
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jagd-wien.at 02 /2013
Im direkten Vergleich: EL 10x42 (links) und EL Range 10x42 (rechts)
Entfernungsmesser eines deutschen Herstellers wurden keine Abweichungen festgestellt. Eine Naheinstellung, interessant
z. B. für Bogenschützen, ist im EL Range
nicht vorhanden.
Zum Messen wird einfach mit dem linken Zeigefinger während des Beobachtens
die Schaltfläche auf der Brücke angetippt.
Dann erscheint ein roter Kreis, der auf das
Mess­objekt ausgerichtet wird, und unmittelbar danach darunter die gemessene Entfernung. Ein weiterer Schaltknopf an der
Unterseite der Brücke ermöglicht die Helligkeits- und Scharfstellung der Anzeigen
sowie eine ­Umstellung auf Yards.
Das Winkelschussprogramm
Als Besonderheit verfügt das EL Range
über ein integriertes Ballistikprogramm für
den Schuss bergauf oder bergrunter. Unterhalb der gemessenen Entfernung wird,
abhängig vom Neigungswinkel, zusätzlich
die ­„ballistische Distanz“ angezeigt. Hier
ein Beispiel: Die gemessene Distanz beträgt 286 m, die ballistische Anzeige weist
217 m aus. Der Haltepunkt ist bei diesem
Steilschuss also weniger „hoch“ als bei
einem Schuss in der Ebene. Ohne Korrektur wäre ein Fehlschuss oder, schlimmer,
das Anschweißen des Stückes die Folge.
Die optimale Ergänzung zum EL Range
ist natürlich ein Zielfernrohr mit AbsehenSchnellver­stellung.
Resümee
Mit Preisen ab 2.780 Euro sind die neuen
Swarovski-Ferngläser sicher kein Schnäppchen. Sie überzeugen jedoch sowohl
hinsichtlich der Optik als auch bei der
Entfernungsmessung. So man noch über
keinen Entfernungsmesser verfügt und die
Anschaffung eines Allround-Fernglases
erwägt, stellen das EL Range 8x42 oder
10x42 eine hochwertige Alternative dar.
Weitere Infos siehe Herstellerhomepage
www.swarovskioptik.at. GH n
Fotos: Swarovski
A
uf den ersten Blick unterscheidet sich das EL Range 8x42
bzw. 10x42 nicht von den bekannten EL-Ferngläsern. Bei genauerem
Hinsehen fallen jedoch die Ausbuchtungen auf der Hinterseite auf. Diese stören jedoch keineswegs bei der Handhabung. Das EL Range liegt griffgünstig in
der Hand. Swarovski wollte die gewohnt
hohe Lichttransmission von 91 Prozent
(Werksangabe) durch die Entfernungsmesstechnik nicht beeinträch­tigen und
musste diese daher außerhalb der optischen Bauteile, eben in diesen „Messfinnen“ unterbringen.
SERVICE
E
Europa: Jeder jagt anders
Zahlreiche Jäger aus Wien, Niederösterreich und auch anderen Bundesländern fanden sich am 6. April zum
Landesjägertag in der Messe Wien ein. Prominenter Redner war Yves Lecocq, der ehemalige Generalsekretär
der FACE.
E
Fotos: Ritter, bierchen, kyslynskyy, Leca Isabelle, veneratio/fotolia.com
s gibt keine EU-Jagdpolitik, aber
eine Vielzahl von Verordnungen
und Richtlinien, die die Jagd
direkt oder indirekt beeinflussen“, erklärte
Yves Lecocq, Ehrengast des Wiener Landesjägertags zu Beginn seiner Rede „Die
Zukunft der Jagd in Europa“. Trotzdem sei
„ein Rahmenwerk rechtlicher Instrumente
und Politiken aber sehr wohl notwendig“,
erläuterte der ehemalige Generalsekretär
der FACE (Federation of Associations
for Hunting and Conservation of
the EU). Die FACE, Sprachrohr von sieben Millionen
europäischen
Jägern,
verteidigt und vertritt
die Interessen ihrer
Mitgliedsverbände
aus 36 europäischen Ländern.
Sie will damit sicherstellen, dass
europäische
Gesetzgebung
realistisch und
umsetzbar ist.
Grund sei die
unterschiedliche Entwicklung der Jagd in
den verschiedenen
Ländern sowie die
gewachsene kulturhistorische Bedeutung
der Jagd, die Lecocq
anhand von Beispielen anschaulich darlegte.
Liegt der Schwerpunkt im Norden auf den
Arten, konzentriert man sich in den südlichen Ländern Europas verstärkt auf die
Erhaltung der Lebensräume.
Im angelsächsischen Raum ist die Jagd ein
sportliches Ereignis. Jeder 60. Einwohner
ist ein Jäger. Hoher Standard und professionelles Lebensraum- und WildtiermanageYves Lecocq mit Landesjägermeister KR Günther
Sallaberger und Generalsekretär Joachim Ritter
Wildarten. Mitteleuropa weist
im europäischen Vergleich
den geringsten Anteil der
Jäger auf. Einer von 300
Bürgern geht hier auf
die Jagd.
Gemeinsames verbindet
Europäischer Vergleich
Den größten Anteil an Jägern hat der Norden Europas zu verzeichnen: Im Durchschnitt ist dort jeder 20. Bürger Jäger. Die
Jagd hat einen sehr populären und demokratischen Stellenwert, das Wild ist in
erster Linie Nahrung und wird als erneuerbare und natürliche Ressource gesehen,
die es zu nützen gilt. Im Gegensatz dazu
ist die Jagd in Südeuropa ein soziales Ereignis. Jeder 40. Bürger geht hier auf die Jagd.
ment nehmen einen hohen Stellenwert ein.
Beim Ausüben der Jagd wird ein sportliches
und gentleman-likes Auftreten an den Tag
gelegt.
Eine lange Tradition und strikte Regeln
sind für die Jagd in Mitteleuropa bezeichnend. Die Jagd ist gut reguliert und besteht
vor allem aus dem Management größerer
Trotz aller Unterschiede verbinde
die Jäger ihre gemeinsame Liebe
zur Natur und
ihr aktives Interesse am Wildtiermanagement,
so Lecocq. Lobend
erwähnte er auch die
Verdienste der Jagd:
das Wildtiermanagement, 3 Milliarden Euro
werden für Artenvielfalt
aufgewendet, 120.000 Vollzeitarbeitsplätze wurden geschaffen, 75 Prozent der sieben Millionen
Jäger jagen nahe ihrer Wurzeln. Lecocq
hob auch die enge Verbindung der Jäger
zu ihren Hunden hervor, die sich z. B. in
internationalen Hundezwinger-Clubs und
internationalen Gebrauchsprüfungen zeige.
Abschließend wies Yves Lecocq darauf hin,
wie wichtig es sei, gute Kontakte zu Entscheidungsträgern auf europäischer Ebene
aufrecht zu erhalten, ganz im Sinne der sieben Millionen Jäger, die sich für eine nachhaltige Jagd in Europa einsetzen. MK
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Die hygienische
Versorgung und Lagerung von Wildfleisch
sind Grundvoraussetzungen für den
späteren Genuss
Qualität auf
höchster Stufe
In der vorletzten Ausgabe stand die Verarbeitung von Wildbret im
Vordergrund. Diesmal informieren wir über Qualitätskriterien.
R
aimund Mann ist Fleischhauer, Wirt und Jäger in Königsbrunn. Im von ihm betriebenen
Landgasthof kommen nur Produkte mit
höchster Qualität auf den Tisch. Berühmt
ist der Familienbetrieb vor allem für seine
hervorragenden Wildgerichte, die Gattin
Theresia Mann zaubert. Wildbret zeichnet
sich durch sein individuelles Aroma, ho-
Termine
2. Juli, 19.00 h
13. August, 18.00 h
7. September, 10.00 h
hen Eiweißgehalt, reichlich Vitamin D und
Mineralstoffe aus. Gibt es aber Unterschiede
zwischen Wildbret aus freier Wildbahn
und jenem aus dem Gatter? Raimund
Mann warnt davor, Tiere aus Gatterhaltung im Vorhinein als weniger qualitativ
zu verteufeln. „Qualitätsunterschiede
zwischen Tieren aus freier Wildbahn und
Gattertieren kann ich nicht feststellen“,
Jagdhornbläserkonzert Wr. Rathaus
jagd-wien-treff, Stammersdorf
Stammersdorfer Jägertag
Fotos: Landgasthof Mann
Sonne Mond
SERVICE
Theresia Mann ist Köchin köstlicher Wildgerichte
Der Wirt und Fleischhauer geht gerne mit seinem
Sohn auf die Jagd
Ein Wildgericht, wie es im Landgasthof Mann zur
Wildsaison auf dem Menü steht
erklärt der Experte. Setzt ein Tier Fett an,
zeugt das von einem guten Ernährungszustand, egal, woher es stammt.
Jahr 2010 außerdem darauf aufmerksam,
dass Getreide, Gemüse und Leitungswasser eher einen Beitrag zur Bleibelastung
im Menschen liefern, was in erster Linie
am häufigeren Verzehr liegt“, informiert
Sonntag.
Wer bei der Auswahl seines Wildgerichts
dennoch auf Nummer sicher gehen möchte,
dem sei eine Einkehr im Landgasthof Mann
ans Herz gelegt. In Wien ist qualitatives
Wildfleisch zum Beispiel im 23. Bezirk bei
Kriegler Wildspezialitäten erhältlich. JS n
Wildbret in seiner Vielfalt
Wildwürste aus der hauseigenen Fleischhauerei
Aufgaben der Jäger
Viel eher beeinflusst die Arbeit der Jäger die Wildfleischqualität. Ein etwa im
Rahmen einer Ansitzjagd erlegtes Tier
weist in der Regel sehr gutes Bret auf.
Gezerrte Muskeln mindern die Qualität,
das Wild soll also nicht gehetzt werden.
Auch haben Jäger durch vorschriftsmäßiges Aufbrechen und die anschließende
hygienische Reinigung durch Trinkwasser
für den späteren Genuss zu sorgen. Früher war es üblich, das Tier noch im Wald
aufzubrechen und mit Laub zu reinigen.
Spätestens seit Inkrafttreten der Österreichischen Wildfleischverordnung 1994
und dem EU-Hygienepaket 2006 ist das
nicht mehr zeitgemäß. Jeder Weidmann
ist angehalten, so sauber wie möglich zu
arbeiten und die Kühlkette nicht zu unterbrechen.
Die Bleiproblematik
„Der kontrollierte Ablauf der Wildfleischverarbeitung gewährleistet, dass es sich um
ein natürliches und sicheres Lebensmittel
handelt“, erklärt Dr. Gerhard Sonntag,
Universitätsprofessor für Lebensmittelchemie in Wien. In den letzten Jahren
wurde jedoch Kritik daran laut, dass bei
der Erlegung von Wild bleihaltige Munition verwendet wird. Diese verbleibt beim
Auftreffen und beim Durchgang des Geschosses teilweise im Wildkörper. Es stellt
sich daher die Frage, ob dadurch eine gesundheitliche Gefährdung für den Konsumenten vorliegen kann. Nein, stellte die
AGES Wien fest. „Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit machte im
E
Wildbretkennzeichnung
Seit 1. Mai ist die Neuregelung der Wildbretkennzeichnung in Kraft. Verordnet vom
Bundesministerium für Gesundheit, ist die
Kennzeichnung österreichweit gültig, kann
aber von den einzelnen Bundesländern
individuell gehandhabt werden. Neu ist der
Durchschreibeblock für sogenannte kundige
Personen. Dieser enthält 50 fortnummerierte
Bescheinigungen, ist gegen Vorlage eines
Ausweises bei der MA 59 zu bestellen, mit
Namen und Anschrift der kundigen Person
zu versehen und ist nicht übertragbar. „Diese
Neuregelung stellt die Herkunft des Wildbrets
sicher, soll die Zuordenbarkeit der kundigen
Person erleichtern und zudem fälschungssicher sein“, informiert LandesjägermeisterStellvertreter Johann Schorsch. Im Unterschied
zu Niederösterreich, wo auf der Bescheinigung
sowohl der Erleger des Wilds als auch die
kundige Person vermerkt sind, hat in Wien
nun die kundige Person nach der Überprüfung des Wildbrets die Bescheinigung
auszufüllen, erhält aber die Daten des Schützen. Der Durchschreibeblock sowie die Daten
des Jägers sind von der kundigen Person
aufzubewahren und bei einer Kontrolle, z. B.
durch den Amstveterinär, vorzuweisen. Kundige Personen sind auch berechtigt, in jedem
anderen Bundesland Bescheinigungen auszustellen. Durch ihre verpflichtende Registrierung
als kundige Personen ist ihre Qualifikation
jederzeit nachprüfbar. Auf Anraten des Wiener
Landesjagdverbandes haben im Jahr 1997
beinahe alle Jagdausübungsberechtigten sowie Jagdaufseher die Schulung zur kundigen
Person absolviert. „Sie gehen seit diesem Zeitpunkt verantwortungsvoll ihren Verpflichtungen
nach, da bis dato keinerlei Beanstandungen
durch Veterinär oder Lebensmittelkontrolle
n
erfolgt sind“, so Schorsch. MK
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Die Entscheidung
zu TREFFEN
Kodiak.de 2013
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