Referate und Thesenpapiere

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Referate und Thesenpapiere
Daniel Mollenhauer
Referate und Thesenpapiere
1. Das Halten von Referaten kann in gewisser Weise mit dem Bühnenauftritt eines
Schauspielers verglichen werden.
Auftritte müssen geprobt werden: Versuchen Sie, vor jedem Referat eine „Generalprobe“ vor
Freunden, Kommilitonen, Familie (oder wenigstens Spiegel) abzuhalten und Ihren Vortrag zu
„trainieren“.
2. Auch für Referate gilt: „form follows function“.
Vor jedem Referat gilt es, sich genau zu überlegen, welchen Zweck das Referat erfüllen soll
und wie die Erwartungen und Voraussetzungen der Zuhörer aussehen. Danach richtet sich
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die Länge des Referates (Kurzreferat von 15-20 Minuten; ausführlicher Vortrag usw.)
der gewählte Sprachstil (spreche ich vor Kommilitonen oder Kollegen? spreche ich vor
einem – akademischen oder nicht-akademischen – „Laienpublikum“ usw.)
die Form des Referats (ausformulierter Vortrag, möglichst geschlossen und elegant; oder freier Vortrag mit Stichpunkten, bewusst „offen“ gehalten und zur Diskussion anregend)
3. Einige „technische“ Tipps für das Halten von Referaten (teilweise banal, aber wichtig):
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Die erste Minute ist die wichtigste! Hier entscheidet sich, ob man Ihnen zuhört oder
nicht – bemühen Sie sich also um eine möglichst klare und interessante Einleitung Ihres
Referates, z.B. durch den Einstieg über ein Quellenzitat, über ein Bild, über eine provokante These o.ä.: was Sie dazu wählen, bleibt Ihnen überlassen.
Dazu gehört auch, dass Sie den Beginn Ihres Referates klar „markieren“. Sprechen Sie
Ihre Zuhörer direkt an (es kann helfen, das Referat im Stehen zu halten, oder aber sich
frontal vor die Zuhörer zu setzen).
Sprechen Sie mit „Referatsstimme“ (also durchaus etwas lauter und prononcierter als im
Alltag).
Achten Sie auf Ihre Gestik (sowohl die bewusste als auch die unbewusste!!! Lassen Sie
nicht Ihre Nervosität an irgendwelchen Bleistiften oder anderen Gegenständen aus).
Bemühen Sie sich um eine „gespannte“ Körperhaltung.
Halten Sie Ordnung in Ihren eigenen Papieren! Nichts ist schlimmer als ein Referent,
der sich in seinem eigenen Manuskript (oder den zu zeigenden Dias, Klarsichtfolien
usw.) nicht mehr zurechtfindet. Vermeiden Sie unnötiges Blättern in Büchern, Zetteln,
Karteikärtchen (z.B. auf der Suche nach Zitaten).
Nutzen Sie die technischen Möglichkeiten (Overhead-Projektor, Diaprojektor, Beamer,
aber auch Tafel, Flip-Chart o.ä.), um Ihre Ausführungen zu illustrieren und damit anschaulich zu machen (wenn diese Möglichkeiten klug und kompetent eingesetzt werden,
hilft das auch sehr, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu erhöhen): z.B. Schaubilder,
Bildquellen, ggf. Landkarten, Zeittafeln.
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4. Einige Tipps zum inhaltlichen Aufbau der Referate:
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Ein Referat muss eingeleitet werden. Nach dem „Aufmacher“ (s.o.) müssen Thema und
die Fragestellung erläutert und in ihrem Kontext situiert werden; außerdem empfiehlt es
sich, das Vorgehen (Gliederung des Referats) kurz vorzustellen, damit die Zuhörer wissen, was sie erwartet.
Verlieren Sie sich nicht in Einzelheiten, Daten oder komplexen Handlungsabläufen.
Schneiden Sie Ihren Vortrag deutlich auf die wesentlichen Thesen zu, die Sie durch das
Referat zur Diskussion stellen wollen. Versuchen Sie, Zusammenhänge zu analysieren
und zu erklären, und nicht, „Geschichten zu erzählen“. Versuchen Sie, zu deutlichen
Aussagen (Thesen) zu gelangen und diese zur Diskussion zu stellen. Verweisen Sie für
Details, für Daten, chronologische Abläufe o.ä. auf das Thesenpapier (dazu unten mehr).
Im Seminar (anders ist es bei öffentlichen Vorträgen) ist das Referat eine Diskussionsgrundlage und Teil eines „work in progress“, der letztlich in der Hausarbeit mündet. Sie
brauchen daher Fragen, die Ihnen noch nicht klar sind, zu denen Sie sich noch kein abschließendes Urteil gebildet haben oder zu denen Ihnen die Quellen fehlen, nicht unter
den Tisch zu kehren, sondern Sie können diese offen benennen und zur Diskussion stellen. Vielleicht können Kommilitonen oder Dozenten gerade zu diesem Punkt weiterführende Anregungen geben, die in der Hausarbeit verarbeitet werden können.
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5. Einige Hinweise zum Verfassen des Thesenpapiers (in Neudeutsch oft: „Hand-Out“)
Thesenpapier und mündlicher Vortrag sollen sich ergänzen. Das Thesenpapier ist nicht die
schriftliche Version des Referats.
Folgende Elemente können in einem Thesenpapier sinnvoll sein:
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die Gliederung des Referats
eine Chronologie der Ereignisse
biographische Daten zu den handelnden Persönlichkeiten, die im Referat vorkommen
Statistiken
Thesen (wie der Name schon sagt), die im Anschluss an das Referat diskutiert werden
sollen
weiterführende Literaturhinweise
Quellen!!! (mit genauer Angabe der Herkunft!)
Das Thesenpapier sollte schon vor der Sitzung, in der das Referat gehalten wird, vorliegen und von den Seminarteilnehmern gelesen worden sein (Idealfall). Alternativ: vor
Beginn des mündlichen Vortrags das Thesenpapier austeilen und in Ruhe lesen lassen;
dann erst den Vortrag beginnen! oder: das Thesenpapier (quasi als Gedächtnisstütze)
erst nach dem Referat verteilen.
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