Diagnose und Arbeit mit individuellen Förderplänen

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Diagnose und Arbeit mit individuellen Förderplänen
Diagnose und Arbeit mit individuellen Förderplänen
Der Lehrer diagnostiziert die Stärken und Förderbedürfnisse einzelner Schüler und erstellt einen individuellen
Förderplan, der kontinuierlich fortgeführt wird. Der Schüler wird in die Förderplanung mit einbezogen.
Ziele
¾ Dokumentation von Stärken, Förderbedürfnissen, Fördermaßnahmen und deren Erfolg im Verlauf eines
Schuljahres
¾ Grundlage für die Planung und Reflexion von Fördermaßnahmen
¾ Ressourcenorientierte Lern- und Unterrichtsplanung
¾ Transparenz von Lernprozessverläufen
Durchführung
1. Für jeden Schüler (oder auch für einzelne Schüler) wird im Verlauf eines Schuljahres ein Förderplan erstellt.
Beispiel:
Förderplan für
Name:
Max Mustermann
1
Geburtsdatum:
10.12.1993
Klasse (Jahrgangsstufe/ Schulbesuchsjahr)
5/6
Bereiche
Deutsch
Mathematik
Arbeitsverhalten
Hobbys
Stärken/ Vorlieben
Flüssiges und betontes Lesen bei guter Sinnentnahme, hohe Kreativität beim Verfassen eigener Geschichten
sehr gute Zahlenraumorientierung, schriftliche Rechenverfahren gesichert, motiviert
sehr kommunikativ und kooperativ in verschiedenen Sozialformen, kann gute Beiträge im Unterricht liefern
Freunde treffen, schwimmen, lesen, Rad fahren, Basketball, Fußball
Bereiche
Deutsch
Besonderheiten/ Förderbedürfnisse
hohe Förderbedürfnisse in der Rechtschreibung, vor allem in der Lautunterscheidung, Groß- und
Kleinschreibung, Doppelung Æ anerkannte Lese- Rechtschreibschwäche
Arbeitsverhalten
Sozialverhalten
Emotionalität
hohe Förderbedürfnisse im sozial- emotionalen Bereich; Konzentration stark abhängig von Kontinuität der
Tabletteneinnahme, Provokationen (auch körperlicher Art) gegenüber Mitschülern, Konfliktlösung!
Max zeigt sich z.T. recht herablassend den Mitschülern gegenüber, kann aber auch sehr hilfsbereit sein.
© ISB-Projekt „Individuell fördern“
Bildquelle: Microsoft ClipArt
Trimester
I.
eigene Förderziele
I.
Förderschwerpunkte/ - maßnahmen
Erfolg/ Bemerkungen
Deutsch
Ich möchte im Schreiben besser und schneller sein.
Mathematik Ich will die schriftlichen Geteiltaufgaben besser können.
Verhalten Ich möchte die Mädchen weniger ärgern.
Deutsch: Fortführung der Nachschlagetechnik, Rechtschreibstrategien, Betonung Æ weiter üben
des lauttreuen Schreibens unter Beachtung besonderer Rechtschreibfälle
Mathematik: Æäußere Differenzierung: Fördergruppe III (Frau Sch.) Wiederholung Æ passende
Differenzierungsgruppe
des ZR 100.000, schriftliche Rechenverfahren, v.a. Division
Sozial- und Arbeitsverhalten: Selbstbeherrschung, szenische Spiele zur Æ Kontinuität der Tablettenkonstruktiven Konfliktlösung; klare Strukturen und Rituale in der einnahme,
Konfliktlösung
Klassengemeinschaft, Bedeutung der Partnerarbeit in der Wochenplanarbeit
weiter Schwerpunkt
II.
eigene Förderziele
II.
Deutsch
III.
eigene Förderziele
III.
…
Ich möchte im Rechtschreiben ordentlicher werden.
…
Deutsch: Fortführung des lauttreuen Schreibens unter Beachtung besonderer Æ Fortführung der NachRechtschreibfälle, Übung der Nachschlagetechnik in versch. Wörterbüchern…
schlagetechnik…
…
Förderplanleerformular – Muster 1
Förderplanleerformular – Muster 2
Förderpläne - Praxisbeispiele
2. Der Förderplan kann folgende Bereiche umfassen:
¾
Stärken/Vorlieben
¾
Besonderheiten/ Förderbedürfnisse
¾
Förderschwerpunkte/Fördermaßnahmen
¾
Erfolg/Bemerkungen
2
© ISB-Projekt „Individuell fördern“
Bildquelle: Microsoft ClipArt
3. Informationsgewinnung für die Erstellung des Förderplans aus:
¾
Schülerbeobachtung
¾
Schülerbefragung
¾
Schülerakt
¾
Lernstandserhebungen
¾
Lernzielkontrollen
¾
Selbstevaluation durch Fragebögen
4. Der Förderplan wird regelmäßig in gewissen Zeitabständen fortgeschrieben
(einige Monate, Trimester, Schulhalbjahr)
5. Alle Förderpläne eines Schülers werden in einem Förderakt zusammengefasst, damit die Informationen an
Kollegen weiter gegeben werden
6. Auch Schüler können ihre eigenen Zielsetzungen im sprachlichen, mathematischen und Verhaltensbereich selbst
formulieren. Sie bringen sich somit in ihre eigene Förderplanung ein.
Beispiel:
Max M.
Deutsch
Mathematik
Verhalten
Ich möchte bessere
Ich möchte versuchen, in die
Ich möchte mich in der
Geschichten schreiben. beste Mathegruppe zu kommen Pause besser benehmen.
Vorlage Förderziele – Schülerformulierungen
3
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7. Förderziele, die die Schüler für sich selbst formuliert haben, können im Klassenzimmer aufgehängt werden.
Beispiel Visualisierung:
von …
Ich packe auch
schwierige
Aufgaben an.
Ich übe das
Rechnen bis
1000.
Ich gestalte meine
Geschichten mit
Adjektiven und wörtlicher
Rede spannender.
Zielformulierungen – Visualisierung im Klassenzimmer
Erfahrungen / Tipps
• Nicht zu viele Bereiche wählen, sondern gezielte Schwerpunkte setzen im fachlichen Bereich, um die
Durchführbarkeit und Effizienz der gewählten Fördermaßnahmen zu steigern
• Transparenz der kontinuierlichen Fördermaßnahmen für Schüler, Eltern, Kollegen
• Beratungsgrundlage für Eltern, Schüler und Kollegen, die in der Klasse unterrichten
• Einbindung der Schüler führt zu höherer Akzeptanz der gewählten Maßnahmen, gibt dem Schüler sukzessive die
Verantwortung für den eigenen Lernprozess
• Auch nur für einzelne Schüler oder Kleingruppen anwendbar
Schule:
Ansprechpartner:
4
Sonderpädagogisches Förderzentrum Landshut-Stadt
Martina Seidl, E-Mail: [email protected]
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