Adel Tawil - Gießener Allgemeine Zeitung

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Adel Tawil - Gießener Allgemeine Zeitung
8. Jahrgang · 7/2015
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Adel Tawil
ist einer von vielen BühnenStars beim Gießener Kultursommer an der Messe
region
Kultur
Lohnenswert: ausflug
in den Marburger
Stadtteil DagobertsSeite 22
hausen.
»Die Dollbohrer«:
Henni Nachtsheim
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im interview. Seite 42
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Montag, 4. Mai 2015
15. Saison
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Stadt Gießen – Seite 5
Furioser Auftakt mit Oper
von Benjamin Britten
Kultur – Seite 10
Herzogin Kate bringt
Mädchen zur Welt
Aus aller Welt – Seite 12
Nummer 102 – 70. Jahrgang
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Auf dem Thron
RSV Lahn-Dill wird in Italien
Champions-League-Sieger
Sport – Seite 30
Lokführer streiken
sechs Tage lang
Berlin/Fr a n k f u r t (dpa). Die Lokführer
wollen fast eine ganze Woche lang streiken.
Bahnkunden müssen sich wegen des bisher
längsten Arbeitskampfes in dem Tarifkonflikt in den nächsten Tagen auf starke Einschränkungen im Zugverkehr einstellen.
Der Streik soll im Personenverkehr knapp
sechs Tage dauern und am Dienstag um 2
Uhr morgens beginnen, teilte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
gestern in Frankfurt am Main mit. Im Güterverkehr geht es bereits heute um 15 Uhr
los. Beendet werden soll der Ausstand am
Sonntag um 9 Uhr.
Die Deutsche Bahn arbeitete gestern an
einem Ersatzfahrplan. Das Unternehmen
bezeichnete den Streik als »maßlos und unangemessen«. Er werde zu schweren Beeinträchtigungen im Zugverkehr führen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt
(CSU) kritisierte den Streik. »Ich habe Verständnis dafür, dass viele Bürger über das
Ausmaß des Streiks verärgert sind«, sagte
er der »Bild«-Zeitung.
– Die Gießen 46ers gewinnen auch das zweite Spiel in der PlayoffTitel
NACH BUNDESLIGA-AUFSTIEG NUN AUCH DIE MEISTERSCHAFT
in der ausverkauften Gießener Osthalle und sichern sich somit den
Finalserie gegen die Baskets Würzburg vor knapp 3300 Zuschauern
(Foto: Friedrich)
in der Basketball-Pro-A. (Mehr dazu im Sport.)
Neonazis aus Hessen an
Attacke auf DGB beteiligt
E r f u rt / We i m a r (dpa). Nach dem Angriff von Rechtsextremisten auf eine Maikundgebung der Gewerkschaften in Weimar wird gegen 27 Verdächtige aus vier
Bundesländern ermittelt. Es handle sich um
22 Männer und fünf Frauen aus Sachsen,
Brandenburg und Thüringen, zwei der Verdächtigen kommen aus Hessen, teilte das
Thüringer Innenministerium am Samstag
mit. Die 18 bis 35 Jahre alten Verdächtigen
sind nach der vorläufigen Festnahme wieder auf freiem Fuß. Etwa 40 Extremisten
hatten die Kundgebung gestürmt und drei
Menschen leicht verletzt. Sie attackierten
auch den SPD-Bundestagsabgeordneten
Carsten Schneider.
AUS DEM INHALT
■
te Seehofer. »Freiheit und Demokratie brauchen Erinnerung. Die Erinnerung an unvorstellbares Leid mündet in das Bekenntnis:
Nie wieder!«
Beim Gedenken im ehemaligen Krematorium saß Merkel neben dem Präsidenten der
Lagergemeinschaft Dachau, Max Mannheimer. Der 95-Jährige äußerte sich besorgt angesichts von neuem Rassismus und Antisemitismus in der Welt. »Aus dem historischen
Gedenken muss ein verantwortliches Bewusstsein hervorgehen.«
Auch Vertreter des Judentums in Deutschland warnten in Reden vor einem Wiederaufleben von Intoleranz und Gewalt gegen Andersdenkende. »Wenn ich darauf blicke, wie
heute einige Bürger gegen Flüchtlinge hetzen oder wie abwertend über Juden gesprochen wird – dann frage ich mich: Wie sehr ist
das hohe Gut der Menschenwürde eigentlich
noch in den Köpfen verankert?«, sagte der
Präsident des Zentralrats der Juden in
Deutschland, Josef Schuster.
Alle Schulklassen müssten verpflichtend
eine KZ-Gedenkstätte besuchen, verlangte
Schuster. Junge Menschen müssten begreifen: »Ihr seid nicht schuldig, aber ihr tragt
Verantwortung.« Das Anliegen wolle er im
Regierung unter Druck
NSA-Aufklärer wollen bis Donnerstag Einsicht in Spionagelisten
WETTER
Bewölkt, bis 20 Grad
Kultur
Fernsehen
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Merkel dankt Zeitzeugen
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KZ Dachau vor 70 Jahren befreit – Überlebende besorgt über neuen Rassismus
D a c h a u / N e u s t a d t (dpa). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum 70. Jahrestag der
Befreiung des Konzentrationslagers Dachau
den Überlebenden für ihr Engagement als
Zeitzeugen gedankt. »Es ist ein großes
Glück, dass Menschen wie Sie bereit sind,
uns ihre Lebensgeschichten zu erzählen, das
unendliche Leid, das Deutschland in der Zeit
des Nationalsozialismus über Sie gebracht
hat«, sagte Merkel gestern bei der Gedenkveranstaltung in Dachau.
Die Kanzlerin wandte sich damit besonders an die angereisten hochbetagten Überlebenden, die in berührenden Reden ihre Erinnerungen schilderten. Erst damit bekämen
nackte Zahlen ein Gesicht, sagte Merkel. Das
Geschehene sei so unvorstellbar – umso
wichtiger seien die Berichte. Sie nahm als
erste Kanzlerin an der Gedenkveranstaltung
zur Lagerbefreiung teil. Merkel war bereits
2013 in Dachau, jedoch nicht beim Jahrestag.
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer
(CSU) sagte, in Deutschlands dunkelster Zeit
sei Dachau zu einem Synonym des Schreckens geworden. »Wir verneigen uns an diesem Ort in Demut und Respekt und versichern: Die Opfer bleiben unvergessen!«, sag-
Berlin (dpa). In der Affäre um den BND
und den US-Geheimdienst NSA stellen die
Parlamentsaufklärer der Regierung ein Ultimatum zur Vorlage der US-Spionagelisten.
Die Regierung müsse diese bis zur nächsten
Ausschusssitzung am Donnerstag liefern,
verlangten mehrere Obleute am Wochenende
und drohten andernfalls mit einer Klage.
»Wir werden nicht zulassen, dass sich das
weiter verzögert«, sagte der SPD-Obmann
Christian Flisek der Deutschen PresseAgentur. Der Grünen-Obmann Konstantin
von Notz sagte der dpa: »Frau Merkel muss
jetzt zeigen, ob sie aufklären oder vertuschen will.«
Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll
der NSA über Jahre geholfen haben, europäische Unternehmen und Politiker auszuforschen – darunter die französische Regierung und die EU-Kommission. Die NSA lieferte dem BND demnach für die Überwachung des Datenverkehrs in seiner Abhörstation in Bad Aibling viele Suchmerkmale
(Selektoren) wie Telefonnummern oder IPAdressen von Computern, die gegen deutsche und europäische Interessen verstießen.
40 000 davon sortierte der BND nach eige-
nen Angaben über die Jahre vorab aus. Mehrere Tausend unzulässiger Selektoren fielen
aber erst in der aktiven Suche auf.
Der NSA-Ausschuss will nun die Listen
mit den unzulässigen Suchmerkmalen einsehen. Die Bundesregierung hat aber zunächst
die Amerikaner um Erlaubnis gefragt, ob sie
die Informationen dazu offenlegen darf. Dieses sogenannte Konsultationsverfahren läuft
noch.
Flisek mahnte, dieses Verfahren dürfe
nicht genutzt werden, um Zeit zu schinden.
»Das Kanzleramt muss eine eigene souveräne Entscheidung treffen. Man kann nicht
von Aufklärung reden und das Schlüsselelement dazu nicht vorlegen«, rügte er. »Da ist
mir herzlich egal, wie die Amerikaner das
sehen.«
Erstmals kam am Wochenende aus den
Reihen des Koalitionspartners SPD der Ruf
nach dem Rücktritt von Innenminister Thomas de Maizière. Die Vorsitzende der Jungsozialisten, Johanna Uekermann, sagte der
»Welt am Sonntag«: »Thomas de Maizière
hat als Kanzleramtschef Spionage und Ausspähung durch fremde Geheimdienste ge(Seite 4)
deckt oder gar befördert.«
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Bayerischen Landtag voranbringen – und er
hoffe, dass das Beispiel dann aufgegriffen
werde.
Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch warnte davor, einen
»Schlussstrich« zu ziehen. »Ich plädiere
dringend dafür, den Heutigen unsere Geschichte nicht als Last, sondern als Chance
näherzubringen – als Motivation zu Mündigkeit, Wehrhaftigkeit und Menschlichkeit«,
sagte sie.
An der Gedenkfeier nahmen rund 130
Überlebende mit ihren Angehörigen teil, dazu US-Veteranen sowie zahlreiche Gäste aus
dem In- und Ausland. US-Truppen hatten
das Lager mit rund 30 000 Häftlingen am 29.
April 1945 befreit.
Auch am Gedenken zum 70. Jahrestag der
»Cap Arcona«-Katastrophe in der Lübecker
Bucht nahmen gestern etwa 50 KZ-Überlebende teil. Britische Bomber hatten die
Schiffe »Cap Arcona« und »Thielbek« am 3.
Mai 1945 beschossen, weil sie verhindern
wollten, dass sich deutsche Soldaten oder
Nazi-Größen nach Norwegen absetzen. 7000
Menschen starben, darunter 6600 Häftlinge
aus dem KZ-Neuengamme.
Montag, 4.
15. Saison
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neue Spitze
Davutoglu warnt vor
Ausländerfeindlichkeit
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W ü r z b u r g (dpa). Die Synode der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat
ihre Spitze neu bestimmt. Die frühere FDPPolitikerin Irmgard Schwaetzer bleibt Vorsitzende des evangelischen Kirchenparlaments. Die 73-Jährige wird damit der
EKD-Synode für die kommenden sechs
Jahre vorstehen. Stellvertreter der Präses
bleibt Klaus Eberl. Zur weiteren Vize-Präses wählte die Synode am letzten Tag ihrer
Würzburger Frühjahrssitzung gestern Elke
König.
D ü s s e l d o r f (dpa). Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat Ausländerfeindlichkeit als eine der »größten Gefahren für das gemeinsame Haus Europa«
angeprangert. Für die Zukunft Europas sei
es wichtig, »dass wir zusammenleben«, sagte Davutoglu gestern bei der Eröffnung des
neuen Gebäudes des türkischen Generalkonsulats in Düsseldorf. Dabei dürfe auch
die religiöse Zugehörigkeit keine Rolle
spielen.
Mai 2015
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Direkter Draht zwischen
NATO und Russland
Brüssel (dpa). Die NATO hat angesichts
der jüngsten Spannungen mit Moskau wegen des Ukraine-Konflikts einen direkten
Draht zum russischen Militär eingerichtet.
Ein NATO-Sprecher bestätigte gestern in
Brüssel einen entsprechenden Bericht der
»Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« (FAS). Die Verteidigungsminister des
westlichen Militärbündnisses hätten bereits
im Dezember betont, dass regelmäßige Gesprächskontakte zwischen hochrangigen
Militärs beider Seiten gerade in solchen
Zeiten sinnvoll seien. Sie könnten auch dazu genutzt werden, mögliche »Missverständnisse« im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten zu vermeiden.
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Editorial
Wer in diesem Jahr nicht gen Italien, Mallorca oder sonst wo aufbricht, muss sich nicht grämen. Denn der Sommer hat
auch in Gießen einiges zu bieten. Den Gießener Kultursommer zum Beispiel. Das mehrtägige Festival lockt zahlreiche
spektakuläre Bühnengäste in den eigens kreierten Zeltpalast an der Messe. Christoph Maria Herbst kommt vorbei, Adel
Tawil, Roger Cicero und sogar der Chinesische Nationalcircus statten der Stadt an der Lahn außerdem einen Besuch ab.
Wie gerade die wunderbaren Artisten aus dem Reich der Mitte nach Gießen kommen, erzählt Veranstalter Dennis Bahl
im Interview. Darin gibt der Kultursommer­Macher einen interessanten Einblick in die Sorgen und Nöte eines Konzertver­
anstalters. Wer im Sommer statt auf Kultur lieber auf Action setzt, findet am Dutenhofener See eine neue Attraktion.
Unser Mitarbeiter Sven Nordmann hat den »Blob« getestet und brauchte dazu einen Schutzhelm. Beschaulicher geht es
indes auf dem Hofgut Dagobertshausen im gleichnamigen Marburger Stadtteil zu. Ein Besuch auf dem Anwesen lohnt sich. Man spürt
schon nach wenigen Metern: Es muss nicht immer Italien sein.
Marc Schäfer
Foto: bf
Inhalt
BLICKPUNKT
4
Alles rund um den Gießener Kultursommer: Die wichtigsten Fragen und Antworten |
Veranstalter Dennis Bahl im Interview | Das Programm
STADTGESPRÄCH
20
22
Einen Ausflug lohnt sich:
Das Hofgut in Marburg­Dagobertshausen
ist einen Besuch wert
CAMPUS
UNTERWEGS
24
Männer verboten: Das Stöckelschuhrennen
geht in die zweite Runde
AUSLESE
26
VERANSTALTUNGSKALENDER
28
MEDIATHEK
34
CD und App im Test
35
38
40
Wasser – Der heimliche Star
des Sommers
KULTUR
42
»Die Dollbohrer«: Henni Nachtsheim
und Rick Kavanian vor dem Auftritt
auf dem Schiffenberg im Interview
VINOTHEK
44
SPERRSITZ
45
Neu im Kino
streifzug
magazin für Stadt und landkreis gießen
Warum die Semesterferien in der
Region nicht langweilig werden
müssen
SPORTWELT
16
Gedankenleser Thorsten Havener im
Interview
Der streifzug besucht eine Präparatorin
des Senckenberg­Museums in Frankfurt
Gießen und hässlich? Die Ausstellung
»1000 Gesichter« soll das widerlegen
BLICK IN DIE REGION
AM MAIN
RAMPENLICHT
IMPRESSUM
Herausgeber:
Mittelhessische Druck­ und Verlagshaus GmbH & Co. KG
Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel
Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr
E-Mail: [email protected]­allgemeine.de
Verlag: Mittelhessische Druck­ und Verlagshaus GmbH & Co.
KG, Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch
ladungsfähige Anschrift für alle im Impressum genannten Ver­
antwortlichen), Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRA 4409;
PhG: Mittelhessische Druck­ und Verlagshaus Verwaltungs­
gesellschaft mbH, Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRB
8053, Geschäftsführer: Dr. Jan Eric Rempel (Gießen), Dr. Max
Rempel (Gießen); Alleiniger Kommanditist: Mittelhessische
Druck­ und Verlagsgesellschaft mbH, Sitz: Gießen, Amtsge­
richt Gießen HRB 43, Geschäftsführer: Dr. Jan Eric Rempel
(Gießen), Dr. Max Rempel (Gießen).
Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der
»Gießener Allgemeinen Zeitung«, »Alsfelder Allgemeinen
Zeitung« sowie in über 250 ausgewählten, stark frequen­
tierten Auslagestellen. Auflage: 37 500 Exemplare
Anzeigenleitung: Jens Trabusch
Anzeigenverkaufsleitung:
Ulrich Brandt, Tel. 06 41/30 03­2 24, Anschrift siehe oben
Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 63 vom 1. Januar 2015
streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen
Titelbild: Adel Tawil/Foto: Agentur
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Strandbar eröffnet, freies City-WLAN im Anflug, und jetzt der Gießener Kultursommer: Die
Stadt wird immer attraktiver für ihre jungen Bewohner. Vom 17. Juli bis zum 9. August gastieren Show-Größen wie Adel Tawil, Christoph Maria Herbst oder Mark Forster bei uns an der
Lahn und treten auf der Bühne in einer eigens geschaffenen weißen Zeltstadt auf. Im Biergarten nebenan ist Sommer-Flair garantiert. Der streifzug präsentiert die wichtigsten Fragen
und Antworten zum ersten Gießener Kultur-Festival dieser Größenordnung.
Wie sieht ein typischer Tag beim Gießener
Kultursommer aus?
Das Festival steht vor allem für gemütliche
Sommerabende. Ab 18 Uhr öffnet das
Gelände, die Musik läuft dann schon. Im
Biergarten oder einer Cocktailbar können
sich die Besucher mit kühlen Getränken auf
die Veranstaltung einstimmen. Schon am
Morgen treffen die jeweiligen Künstler mit
der Produktion in Gießen ein. Soundchecks
finden statt, am Nachmittag trifft die Festi­
valcrew ein, um Foyer, Bestuhlung und
Gastronomie für die Gäste herzurichten.
4 streifzug 7/2015
Gegen 20 Uhr singt dann Adel Tawil,
scherzt Christoph Maria Herbst oder »zau­
bert« Thorsten Havener. Da es sich um ein
technisch komplexes Zelt handelt, ist au­
ßerhalb mit einer geringen Lautstärke zu
rechnen. Von der Stimmung soll man im
Foyer oder Biergarten trotzdem noch etwas
mitbekommen. Nach den Gigs kann man
den Abend im Areal ausklingen lassen. Die
Geschäftsführung von Veranstalter DTT
Konzerte sagte: »Auch wir sind gespannt,
da es bei 16 Veranstaltungen 16­Mal ver­
schiedene Gäste und Stimmungen geben
wird.«
Für welche Veranstaltungen gibt’s noch
Tickets und wo kann ich sie kaufen?
Bislang ist nur das Konzert von Mark Forster
ausverkauft. Für alle anderen Veranstaltun­
gen gibt es noch Karten. Einfach im Netz
bei adticket.de in der Suchleiste Gießener
Kultursommer eingeben. Die Ticket­Hotline
erreicht man unter: 06 41/35 608 oder
01 80/60 50 400. Karten gibt es zudem an
den bekannten Vorverkaufsstellen. In Gie­
ßen ist das die Gießener Allgemeine Zei­
tung, das Dürerhaus Kühn, die MAZ und
die Touristinformation. Abonnenten der
Blickpunkt
Gießener/Alsfelder Allgemeinen können
sich über einen Rabatt von 20 Prozent freu­
en. Karten für »Die Zauberflöte« gibt es für
GAZ/AAZ­Leser sogar zum halben Preis.
Die Preise der meisten Veranstaltungen be­
wegen sich zwischen 23 Euro (ermäßigt)
und 39 Euro.
Was sind die Highlights?
Ein Zirkus bietet Akrobatik, ein Gedanken­
leser sorgt für Verblüffung und deutsche
Top­Sänger verwöhnen die Ohren. Die Hö­
hepunkte zu benennen, ist schwer. Das
Programm ist gut und vielseitig. Unser Tipp:
Der Chinesische Nationalzirkus. Die Gäste
aus dem Reich der Mitte werden einen
Rausch an Unterhaltung präsentieren. Wer
sich auf YouTube Videos anschaut, weiß,
was ihn erwartet: Verkleidete Pandas, die
Salti machen, Chinesinnen, die mit bren­
nenden Kerzen auf dem Kopf in der Höhe
balancieren, und akrobatische Kämpfer
werden die Besucher staunen lassen. »Wie
geht das bloß?«, werden sich die Zuschauer
aber auch bei Thorsten Havener fragen.
»Zauberkünstler und Mentalist« ist seine of­
fizielle Bezeichnung. Mit seiner Gabe,
Menschen zu beobachten und deren Hand­
lungen daraufhin vorherzusagen, fasziniert
er seit Jahren. Im streifzug­Interview gibt er
auf den folgenden Seiten einen Einblick.
Wer aber lieber musikalisch unterhalten
werden möchte, kann die Konzerte von
Mark Forster, Gregor Meyle, Adel Tawil
oder Roger Cicero mit gutem Gewissen und
hohen Erwartungen besuchen.
Zeltpalast, werden von Gastronomen bewirt­
schaftet. Die Veranstalter legen Wert darauf,
zu betonen, dass insgesamt ein gehobenes
Niveau herrscht, auch bei der Verpflegung.
Wie erwähnt, wird es auch einen Biergarten
geben. »Bei knapp 500 Gästen, mit denen
wir regelmäßig rechnen, ist das schon sehr
aufwendig«, meint Dennis Bahl von DTT
Konzerte. Der Veranstalter gibt im Interview
(ab Seite 6) einen interessanten Einblick in
seine Arbeit beim Kultursommer.
Worauf kann ich mich noch freuen?
Der Gast soll eintauchen »in eine sommer­
liche Welt«, sagt Bahl. Das Gelände soll
drei Wochen lang in Weiß strahlen, Bedui­
nenzelte wie man sie aus der Wüste kennt,
sollen das Bild prägen. Um ein schönes
Ambiente zu schaffen, wird mit der Baum­
schule Engelhardt und der Familie Keil Bau­
stoffe zusammengearbeitet. »Der Wohlfühl­
faktor ist für uns als Veranstalter immens
wichtig«, sagt Bahl. »Dieses Gefühl sollen
die Leute auch mit nach Hause nehmen.«
Über allem thront schließlich der Zeltpa­
last, der laut Bahl »größte Palast, der je in
Gießen stand«. Weitere Überraschungen in
Form von Zusatzangeboten sind angekün­
digt. Derzeit werden Ideen durchgespro­
chen, auch ein großer Pool oder eine Kin­
derlandschaft sind im Gespräch.
Wie viele Leute stecken hinter der
Organisation?
Die Verantwortlichen stellen 15 Personen­
Für die Pressearbeit beispielsweise hat DTT
Konzerte aber eigens ein großes Pressebüro
engagiert. Zudem werkeln Dekorateure,
Techniker und Zeltbauer an der mehrtägi­
gen Veranstaltung mit – jeweils mit einem
ganzen Tross.
Können wir uns in Gießen zukünftig öfter
auf solche Events freuen?
Schon jetzt beschäftigt sich der Veranstalter
mit Programmvorschlägen für 2016. Natür­
lich soll erst mal der Kultursommer in die­
sem Jahr, der erste überhaupt in der Stadt,
gut über die Bühne gebracht werden. »Pla­
nungen für das kommende Jahr müssen
trotzdem rechtzeitig beginnen«, sagt Bahl.
Auf ein Neues 2016 will sich offiziell zwar
noch keiner festlegen, aber die Tendenz
geht klar da hin.
Welche Kosten muss die Stadt tragen?
Gar keine. Für sie ist das Event ein kosten­
loser Imagewinn. Die kompletten Kosten
und das wirtschaftliche Risiko werden vom
Veranstalter getragen.
Sven Nordmann
Wo ist das Zentrum? Wie komme ich am
besten hin. Und wo kann ich parken?
Das sind ja gleich drei Fragen auf einmal.
Wir versuchen es trotzdem: Das Herz des
Kultursommers wird der Zeltpalast auf dem
Messegelände sein. Dort wird die Zeltstadt
entstehen. An den Hessenhallen halten fol­
gende Buslinien: 7, 12, 24, 410, 419, 420.
Für Autofahrer stehen folgende Parkplätze
kostenlos zur Verfügung: Neustädter Tor
(auch sonntags 10 bis 23 Uhr), Westanlage
(außer Sonntag), Liebig­Center (außer Sonn­
tag), Karstadt (außer Sonntag), SWG/Lahn­
straße, Schlachthofstraße, An der Hessen­
halle und am Lidl an der Rodheimer Straße.
In Pagodenzelten bieten regionale Gastro­
nomen ihre Speisen und Getränke an.
Da wird es Gegrilltes geben, genauso wie
Crêpes, Flammkuchen mit Wein oder
Flammlachs. Alle Zelte, bis auf den großen
Ein Abba-Revival mit den
größten Hits der Schweden
wird es am 7. August geben.
Foto: bf
Wie sieht es mit der Verpflegung aus?
7/2015 streifzug 5
Blickpunkt
Organisator
Dennis Bahl:
Foto: Schepp
Er kann alles –
außer Haushalt
Dennis Bahl steht als Geschäftsführer der DTT Konzerte GmbH hinter dem Gießener
Kultursommer. Im Interview mit dem streifzug spricht er über schlaflose Nächte, stinkende
Hallen, verpasste Urlaube und ein besonderes »Geschenk« an seine Frau.
Seit wann laufen die Vorbereitungen für
den Gießener Kultursommer?
Die Idee dazu ist einige Jahre alt. Aber sie
lag bis Anfang 2015 in der Schublade.
Warum also gerade jetzt?
Grundlegend braucht es ein fußballfreies
Jahr, weil wir sonst mit Public Viewing be­
schäftigt sind. Dann war es lustigerweise
so, dass ich dieses Jahr eigentlich eine Aus­
zeit nehmen wollte, unser zweites Kind
wurde gerade geboren. Im Urlaub haben
dann, wie es manchmal so ist, Agenten von
Künstlern angerufen, fragten nach Veran­
staltungen für Juli. Bald hatten wir einige
zusammen und dachten über ein Kulturwo­
chenende nach. Aber es wurde immer
mehr. Der Urlaub war dann natürlich
schnell dahin.
6 streifzug 7/2015
Nur ein halbes Jahr Planung – das hört sich
ambitioniert an.
Gesund sind zwölf Monate (lacht). Im Ernst:
Weniger als ein halbes Jahr hätte es nicht
sein dürfen.
Das klingt nach schlaflosen Nächten.
Ununterbrochen (lacht). Gerade bei einem
Pilotprojekt wie diesem. Wir haben keine
Erfahrungswerte und müssen alles von
Grund auf planen. So cool, dass einen das
kalt lässt, ist niemand. Es stecken auch gi­
gantische Summen dahinter. Das erste Pro­
gramm mit zehn Veranstaltungen wurde
umfangreicher, weil weitere Agenturen mit­
bekamen, dass wir in Gießen etwas Neues
planen. Bis dahin war der Sommer in der
Stadt bei den meisten Agenturen eher ein
weißer Fleck auf der Kulturlandkarte.
Die Künstleragenturen kamen auf Sie zu?
Ich hatte mir die Programmkonzeption
eher als Wunschkonzert der Organisatoren
vorgestellt.
Es ist ein Mix. Nehmen Sie Mark Forster:
Den hat sich meine Frau gewünscht, als wir
ihn im Stau im Radio hörten.
Hatten Sie auch einen Wunsch?
Christoph Maria Herbst. Wir haben ihn
schon zweimal veranstaltet. Ein toller Typ.
Ich bin ein totaler Hörbuchfanatiker, dabei
kann ich unglaublich gut runterkommen.
Der Job ist ziemlich stressig für uns. Ständig
erreichbar: Egal ob Anrufe, Mails, Verkaufs­
charts, Presse­ oder Werbekoordination.
Auch Spots im Radio oder TV haben natür­
lich Auswirkungen auf den Vorverkauf. Da
können wir direkt sehen, ob ein Künstler,
Blickpunkt
den wir veranstalten, gerade einen ge­
lungenen Auftritt im Fernsehen hatte oder,
im schlechteren Fall, schlechte Presse
bekommt.
Ist der Gießener Kultursommer das bislang
größte von Ihnen veranstaltete Ereignis?
In der Fülle schon. Einzelne Konzerte sind
konzentrierter zu bearbeiten oder, wenn
man Glück hat, auch Selbstläufer oder in
Sachen Marketing zumindest überschaubar.
Jetzt wissen wir nicht, wie das Publikum auf
diesen Zeltpalast reagiert und wie die Stim­
mung in Gießen sein wird, obwohl wir
schon viel gesehen haben. Ich bin sehr
gespannt.
Wie laufen die Verhandlungen mit den
Agenten der einzelnen Künstler?
Unterm Strich sind wir eine große Familie.
Um es nett zu formulieren (lacht). In einer
Familie wird natürlich auch gestritten.
Irgendwie muss man aber miteinander
auskommen. Der Künstler möchte sich
bestmöglich präsentieren, das möchten
die Veranstalter auch. Aber es gibt eben
auch die wirtschaftliche Komponente.
Beispiel: Der Künstler wünscht sich einen
Steg von der Bühne ins Publikum. Für uns
bedeutet das Kapazitätseinschränkungen.
Da müssen wir schauen, was im Einzelfall
Sinn ergibt. Sonst gibt es im Zweifel auch
Verlustgeschäfte bei ausverkauften Veran­
staltungen. Das kommt gelegentlich vor.
Auch wir lassen uns hin und wieder auf
Dinge ein, die nicht unbedingt notwendig
wären.
Zum Beispiel?
Bei Sunrise Avenue in Frankfurt etwa haben
wir eine Konfettikanone installiert und ton­
nenweise Lametta in die Festhalle geblasen.
Es sind nicht nur die Ausgaben für die
Maschine und die Personalkosten für den
Kollegen am Auslöser, sondern auch die
Spezialreinigung danach. So etwas macht
keinen Sinn (lacht). Wenn wir einen kleinen
Puffer haben, ist es aber auch mal okay.
Merken Sie wirtschaftliche Krisenzeiten?
Klar. Ich arbeite in einer Freizeit­ und
Überflussgesellschaft. Der Verkauf von
Grundnahrungsmitteln ist etwas anderes als
das Veranstalten eines Konzerts. Im Zweifel
verzichten die Leute auf Freizeit. Das ist
selbstredend nachvollziehbar, macht das
Geschäft aber schwierig. Alle Veranstalter
beschweren sich über steigende Preise,
weil die Künstler höhere Gagen wollen.
Das hängt mit dem Stellenwert von Kon­
zerten zusammen: Darüber kompensieren
sie, was sie über gesunkene Verkaufszahlen
von Tonträgern verlieren. Wir müssen
wiederum damit leben, obwohl wir das
finanzielle Risiko tragen.
Inwiefern können Sie sich in wirtschaftlicher Hinsicht selbst schützen?
Etwa über den Gebietsschutz. Stellen Sie
sich vor, Bodo Bach kommt innerhalb we­
niger Tage nach Gießen, Wetzlar, Marburg
und Butzbach. Dann ist das für jeden der
einzelnen Veranstalter unschön. Daher gibt
es in aller Regel einen vertraglich definier­
ten Radius, in dem ein Künstler in einem
bestimmten Zeitraum nur einmal auftreten
darf. Das machen die Veranstalter, um sich
selbst zu schützen. Das in dieser Hinsicht
Größte für uns ist derzeit Sunrise Avenue:
Wir veranstalten in diesem Sommer das
einzige Konzert der Jungs in Hessen. Das ist
im Vertrag festgelegt.
Mit Sunrise Avenue im kleinen
Opel zur Autogrammstunde
Kümmern Sie sich auch abseits der Bühne
um die Künstler?
Selbstverständlich. Teilweise ist das nicht
unkompliziert. Gehen Sie mal mit einem
bundesweit bekannten Künstler ins Fitness­
studio: Funktioniert nur mittelprächtig,
wenn der Veranstalter nicht organisiert ist.
Anderes Beispiel: Ich war für sieben Mona­
te der Tourleiter für den Chinesischen Nati­
onalzirkus. Am Ende des Tages steht eine
perfekte Show mit 40 Artisten auf der Büh­
ne. Dass kurz vorher das blanke Chaos
herrscht, das sieht zu diesem Zeitpunkt
niemand mehr.
Wie sieht das vorher aus?
Es fing schon damit an, dass wir den Betrei­
bern der Hallen, in die wir uns eingemietet
hatten, klarmachen mussten, dass wir 16
Hühner und Unmengen Reis in seiner Halle
kochen müssen. Der Geruch blieb jeweils
wochenlang.
Das klingt nach einem komplizierten Job.
Wie kamen Sie dazu?
Studiert habe ich Musikwissenschaft. Im
Nebenfach Psychologie und ein bisschen
Recht. Auch wenn ich ein lausiger Student
war, habe ich einiges mitgenommen. Meine
Eltern wollten, dass ich Intendant in einem
Opernhaus werde. Nebenbei habe ich aber
Konzerte im Jokus und Partys auf dem Cam­
pus veranstaltet. Irgendwann hat dann der
Agent der Chippendales angerufen und ge­
fragt, ob wir nicht einmal die Jungs nach
Gießen holen wollen. Mit denen arbeiten
wir heute noch zusammen.
Sie haben also keine klassische Ausbildung
als Veranstaltungskaufmann?
Nein. Aber ich habe den Vorteil, vieles
selbst gemacht zu haben. Auf den ersten
Konzerten habe ich noch Spaghetti für die
Künstler gekocht, weil wir uns keinen Koch
leisten konnten. Sunrise Avenue habe ich
mit meinem kleinen Opel zur Autogramm­
stunde gefahren. Das geht heute nicht
mehr, aber ich weiß inzwischen, worauf es
ankommt. Damals habe ich ein Gefühl für
Zeitmanagement bekommen und viele Kon­
takte geknüpft. Wenn heute ein Künstler
acht seltene Pflanzen für seinen Backstage­
Raum verlangt, weiß ich, wo ich sie
bekomme.
So etwas gibt’s?
Das ist harmlos. Es gibt ganze Unterneh­
men, die sich auf die Einrichtung von
Backstage­Räumen spezialisiert haben. Es
gibt sogar Unternehmen, die sich auf die
Vermietung von Handtüchern für Künstler
spezialisiert haben (lacht). Da ist übrigens
Schwarz beliebter als Weiß, weil es auf
Bühnenfotos besser aussieht. Inzwischen
bin ich glücklich über jede detailierte
Forderung: Bei interpretationswürdigen
Wünschen kann man zu viel falsch ma­
chen. Dann fliegt beim Catering auch
schon mal ein Teller an die Wand.
Gibt es etwas, was Sie nicht organisieren
können?
Den Haushalt. Das würde zumindest meine
Frau sagen. Ich sehe das anders (lacht).
Zurück zum Kultursommer: Wie wird Ihr
Alltag während der heißen Tage aussehen?
Da werden wir relativ entspannt sein, weil
vieles schon gemacht ist. Der Aufbau zum
Beispiel. Das ist anders als bei normalen
Konzerten. Wir werden also erst gegen
Mittag aus unserem Bauwagen, in dem wir
ein Büro haben, herausfallen und die Um­
setzung der Künstlerwünsche überprüfen.
Bei Christoph Maria Herbst ist das die
vegane Küche. Das wird vergleichsweise
entspannt.
Wird es auch 2016 eine solche Veranstaltung in Gießen geben?
Zuerst fahre ich einmal mit der Familie
in den Urlaub. Das habe ich meiner Frau
versprochen.
Na das hat ja letztes Mal schon nicht
funktioniert.
DB: (lacht) Stimmt. Also: Wenn sich der
Kultursommer finanziell trägt, bin ich
grundsätzlich schon gewillt, eine zweite
Auflage anzugehen.
Florian Dörr
7/2015 streifzug 7
Blickpunkt
was erwartet Gießen?
Das Programm des Gießener Kultursommers reicht von der Popmusik eines Mark Forster über
die Körpersprachenleserei von Thorsten Havener bis zur Akrobatik des Chinesischen Nationalcircus. Aber wer kommt noch? Der streifzug präsentiert das Programm im Überblick.
pink Floyd performed by echoes
Die vier Musiker der Pink­Floyd­Tribute­Band »echoes« lassen
den Sound der legendären Rockband wiederauferstehen. Sie prä­
sentieren eine knapp dreistündige Show, die auch dem visuellen
Aspekt der Konzerte der Originale gerecht werden will.
Samstag, 18. Juli, Beginn: 20 Uhr, Einlass: 19 Uhr
»
aul
m
d
n
a
Sch
015
ch Tour
Unendli
2
Die deutschsprachige Mittelalter­Folk­Rock­Band hat sich
in den vergangenen 15 Jahren in die Champions League
ihres Genres gespielt. Sicherlich wieder mit dabei: Schal­
mei, Drehleier und Dudelsack.
Freitag, 17. Juli, Beginn: 20 Uhr, Einlass: 19 Uhr
»
Christoph
Maria Herbst
Foto: Christian Hartmann
liest »Er ist wieder da«
von Timur Vermes
8 streifzug 7/2015
Der »Stromberg« kommt und bringt einen
Bestseller mit: Wenn Christoph Maria Herbst
»Er ist wieder da« von Timur Vermes liest,
dann ist das, als hätte einer seine Bestimmung
gefunden. Große Satire. Große Performance.
Sonntag, 19. Juli, Beginn: 19 Uhr,
Einlass: 18 Uhr
»
oters
o
H
e
h
T
ur
ve-To
»35« Li
Der 1980 gegründete US­amerikanische Rockband
haben wir unter anderem die Welthits »All you
Zombies« und »Johnny B« zu verdanken.
Montag, 20. Juli, Beginn: 20 Uhr, Einlass: 19 Uhr
»
Blickpunkt
Dieter Thomas Kuhn
Sommernachts-Tour
Seit über 20 Jahren steht er mit seinen Schla­
gerinterpretationen auf der Bühne: Dieter
Thomas Kuhn ist ein Phänomen. Sogar Limp
Bizkit zählen zu seinen Fans. Nun führt ihn
seine Tour nach Gießen.
Donnerstag, 23. Juli, Beginn: 20 Uhr,
Einlass: 19 Uhr
r
orste
F
k
r
a
M
r-Tour
»
Somme
Mit »Au Revoir« sorgte Mark Forster zusam­
men mit Sido für einen Kommerzkracher
des Jahres. Seitdem ist er kaum wegzuden­
ken aus der deutschen Popszene. Eines der
Highlights des Gießener Kultursommers.
Mittwoch, 22. Juli, Beginn: 20 Uhr,
Einlass: 19 Uhr
»
ero
c
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C
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Rog
Jazz
ro
er Cice
015
The Rog
e Live 2
c
n
e
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r
e
Exp
Er kehrt erneut zu seinen
musikalischen Wurzeln
zurück: Der Ausnahme­
sänger präsentiert englische
Jazzstandards, Klassiker
und Cover in außergewöhn­
lichem Gewand. Roger
Cicero, wie ihn viele wohl
noch nie gehört haben.
Samstag, 25. Juli, Beginn:
20 Uhr, Einlass: 19 Uhr
»
Thorsten Havener
Chinesischer Nationalcircus
Der Körpersprache-Code
Shanghai Nights unplugged
Deutschlands bekanntester Gedankenleser
will in Ihren Kopf und möchte nicht, dass
Sie an einen blauen Elefanten denken. Viel­
leicht ist er sogar schon drin.
Freitag, 24. Juli, Beginn: 20 Uhr,
Einlass: 19 Uhr
Diese Show gilt als eine der spektakulärsten und farben­
prächtigsten Programme der Welt. Hochkarätige Akro­
batik, dazu immer wieder Ausflüge in die chinesische
Kultur, es darf gestaunt werden.
Donnerstag, 30. Juli, Beginn: 20 Uhr,
Einlass: 19 Uhr
»
»
Johannes Scherer & Bodo Bach
Die 2 Beiden/One Night Stand – Nachschlag
Fans möchten sagen: Endlich sind die 2 Beiden wieder vereint. Gemäß dem
Motto »Wenn’s am schönsten ist, soll man weitermachen« ziehen Johannes
Scherer und Bodo Bach wieder in Sachen Comedy durchs Land.
Sonntag, 26. Juli, Beginn: 19.00 Uhr, Einlass: 18.00 Uhr
»
7/2015 streifzug 9
Blickpunkt
ker
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nsta
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sinn-To
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re-wah
40-Jah
Seit 40 Jahren gehört Konstantin Wecker zur deutschen Lieder­
macherszene. Er hat sein Leben der Musik gewidmet und wird
in seinem neuen Programm die Stationen seiner Karriere Re­
vue passieren lassen.
Sonntag, 2. August, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr
»
Beatles-Night The Fab Four in Concert
Fab Four wollen ein authentisches Porträt jener Band liefern, die in
die Geschichte einging als das größte Phänomen der Rock­ und Pop­
musik. Keine leichte Aufgabe.
Freitag, 31. Juli, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr
»
Adel Tawil
»Lieder«-Sommer-Tour 2015
Er ist einer der großen Namen der
deutschen Musiklandschaft, auf vielen
Radiosendern omnipräsent. Ins Rennen
um die nächsten Echos geht er mit
zwei Nominierungen.
Samstag, 1. August, Beginn: 20 Uhr,
Einlass: 19 Uhr
»
eyle
M
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Gre
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rk – Sti
New Yo nzert
rko
Somme
Der Singer­Songwriter lädt auf
musikalische Reise. Mit seinem
nunmehr vierten Studioalbum im
Gepäck macht er weiterhin das,
was er seit Jahren am liebsten tut:
Er fährt durchs Land und bringt
seine Musik an den Mann. Der­
zeit erfolgreicher als je zuvor.
Samstag, 8. August, Beginn:
20.00 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr
»
ABBA Night Die Sommerparty mit allen Hits
Die Band Waterloo gilt als beste ABBA­Cover­Band des Landes. Gemeinsam
wollen die Musiker in glitzernden Disco­Outfits den Mythos um Agnetha
Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni­Frid Lyngstad wiederauf­
leben lassen.
Freitag, 7. August, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr
»
10 streifzug 7/2015
Die Zauberflöte
Oper von w. A. Mozart
Zum Finale des Kultursommers erleben
Sie Mozarts Zauberflöte in einer mär­
chenhaften Inszenierung der Venezia
Festival Opera, die bereits im achten
Jahr verzaubert, unter der Leitung des
weltbekannten Nayden Todorov.
Sonntag, 9. August, Beginn: 20.00
Uhr, Einlass: 19.00 Uhr
»
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Kultur
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Maryanto Fischer
verwirklicht. Schonhat sich einen Traum
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Kultur
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sein, der Sommeleicht. Und lustig soll er
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7/2015 streifzug 11
Blickpunkt
Chinesischer Nationalcircus
Langnase und Artisten
Der große Kopf des Chinesischen Natio­
nalcircus kommt aus dem tiefsten West­
falen: Raoul Schoregge hält eine Truppe
zusammen, die zeitweise aus 50 Leuten
besteht, regelmäßig hochkarätige Akroba­
tik abliefern muss. So auch beim Gießener
Kultursommer. Dabei spricht der Produ­
zent nicht einmal richtig die chinesische
Sprache.
Und: Der Chinesischen Nationalcircus
ist kein Zirkus im physischen Sinne. Eher
ist der Name ein Qualitätssiegel, das ver­
liehen wird für außerordentlich gute,
­talentierte und erfolgreiche chinesische
Akrobatiktruppen, die diese immerhin
2000 Jahre alte Kultur im westlichen Aus­
land präsentieren. Hintergrund: Rund
1000 Zirkusgruppen gibt es in China. Fast
jede von ihnen ist im Grunde staatlich und
wird von ortsansässigen Kulturorganisatio­
12 streifzug 7/2015
nen betreut. Unter diesen 1000 gibt es
­ ine erste Liga, der die 50 besten Teams
e
angehören. Und hier kommt der Chine­
sische Nationalcircus ins Spiel, wie er seit
Jahrzehnten durchs Land zieht: Raoul
Schoregge und seine Leute bedienen sich
aus diesem Pool der ersten Liga und kön­
nen so behaupten, die wohl besten Artis­
ten Chinas zu präsentieren.
Wie der Westfale da reinpasst? Sein Vater
führte ihn früh an die asiatischen Künste
heran. In seinen jüngeren Jahren arbeitete
er als Clown, lernte chinesische Artisten
bei gemeinsamen Auftritten kennen.
­Irgendwann heuerte Raoul Schoregge bei
André Hellers Chinesischem National­
circus an, bis er vor mehr als zehn Jahren
als Produzent übernahm.
Im Zentrum der aktuellen Show, die auf
beim Gießener Kultursommer zu sehen
sein wird, steht das Shanghai der 1930er
und 1940er Jahre, es war ein boomender
Melting Pot, verschiedene Kulturen und
Nationalitäten trafen aufeinander. Als
­Hafenstadt an den Herzschlag der sich
neu ordnenden Welt angeschlossen, öff­
nete sich hier schrittweise die über Jahr­
tausende unberührte chinesische Kultur.
Alt traf Neu. Ost traf West. Dass das auch
vor der Akrobatik nicht haltmachte, will
der Chinesische Nationalcircus in seiner
aktuellen Show zeigen.
Und wie bekommt man als Produzent
aus Westfalen seine Akrobatiktruppe von
50 Leuten dazu, all das umzusetzen, ohne
selbst der chinesischen Sprache ernsthaft
mächtig zu sein? Geholfen hat Raoul
Schoregge die chinesische Choreografin.
Sie sagte den Artisten: Dem Mann mit der
langen Nase könnt ihr trauen. bf
Blickpunkt
Dieter Thomas Kuhn
Saurier des Schlager
Schlager-Hype? Davon will Dieter Thomas
Kuhn nichts wissen. »Neben der bezaubern­
den Helene Fischer ist da nicht viel. It’s the
singer. Not the song. Ansonsten erlebe ich
nicht, dass der Schlager so erfolgreich ist«,
sagt er und muss es wissen. Schließlich be­
acktert er das Feld seit Jahrzehnten. Wenn
auch auf andere Art und Weise. Nicht glatt­
geföhnt und radiotauglich, sondern schräg
und schrill. Entsprechend verkaufen sich auch
die Alben wesentlich schlechter, als die Kon­
zerte von Dieter Thomas Kuhn besucht sind.
Es braucht die bunte, wilde, schnelle Show.
Interpretiert werden die Lieder anderer
­Künstler. Ob das nicht zu Konflikten führe?
»Viele haben wir kennengelernt. Meistens
waren die Reaktionen auch sehr positiv. Sie
sagten: ›Durch Dieter Thomas Kuhn lebt un­
sere Musik weiter.‹ Einzig Reinhard Mey fand
unsere Version von ›Über den Wolken‹ nicht
so lustig und drohte mit rechtlichen Konse­
quenzen. Aber das hat sich inzwischen auch
erledigt.«
Dieter Thomas Kuhn ist ein Paradiesvogel.
Dabei scheint das so überhaupt nicht seinem
Naturell zu entsprechen: Auf der Bühne trägt
er Brusthaartoupet. In der Freizeit schraubt er
an Motorrädern. Und auch der private Musik­
geschmack beißt sich mit dem Bühnenpro­
gramm: »Als Kind bereits habe ich mich für
Cat Stevens begeistern können. Der große
Bruder brachte dann Led Zeppelin ins Haus.
Das waren so meine Sachen und sind es
noch immer«, verrät er. Schon früh wünschte
er sich eine Gitarre. Nicht etwa, weil er sich
in den Kopf gesetzt hatte, ein begnadeter Ins­
trumentalist zu werden, sondern eher, weil er
sich selbst beim Singen begleiten wollte. Zum
Schlager kam er letztlich aus einer Bierlaune.
Inzwischen gehören sogar Limp Bizkit zu den
Fans. Der Legende nach nehmen sie seit Jah­
ren stets ein Plakat mit dem Konterfei von
Dieter Thomas Kuhn mit auf Tour. »Lange Zeit
hielt ich das für einen Witz, bis vor einem
Konzert in Köln das Management anrief und
anfragte, ob wir mit Limp Bizkit zu Mittag
­essen wollen. Sie kamen dann zu uns in die
Garderobe und knieten vor uns nieder.«
Noch heute ­besteht enger Kontakt zwischen
den beiden doch so unterschiedlichen Bands.
Schlager-Hype? Gibt es also nicht. Dafür
Helene Fischer. Ob Dieter Thomas Kuhn von
ihrem Erfolg profitieren könne? »Eher glaube
ich, sie profitert von uns«, sagt er. Tatsächlich
scheint sie ihn und seine Band zumindest zu
schätzen: Immerhin hat Helene Fischer ein
Medley von Dieter Thomas Kuhn im Pro­
gramm. Aber profitieren? »Weil wir dauernd
präsent waren und den Schlager am Leben
gehalten haben.« fd
7/2015 streifzug 13
Blickpunkt
Roger Cicero:
Jazz mit Bob Marley
Er gilt als Mann der 1000 Hüte. Kaum ein
Foto zeigt ihn ohne. Dabei geht es ihm
doch eigentlich um etwas ganz anderes:
den Jazz. Aber spielt der überhaupt noch
­eine Rolle in Deutschland? »Selbst zu den
Hochzeiten des Jazz kam nach ein paar
­Jahren der Rock’n’Roll auf und die Beatles,
sodass er in die zweite Reihe rückte«, er­
klärt er. Als Musiker störe ihn das aber nicht.
Und dass die Künstler damit auch nicht im
Mittelpunkt stehen? »Wenn man keine
Skandale verursacht, gibt es auch nichts zus
schreiben«, sieht Roger Cicero den nicht
ganz so wilden Medienrummel gelassen.
Ihm geht es ja, genau, um den Jazz: Auf
­seinem aktuellen Album verarbeitet er in
13 Songs eine Phase der tief greifenden Ver­
änderung: von Selbstfindung, der eigenen
Sterblichkeit bis hin zu familiärem Neustart
und Vaterglück reichen die Themen. Das
14 streifzug 7/2015
Leitmotiv aber ist die Trennung von seiner
Partnerin und Mutter seines fünfjährigen
Sohnes.
Bei seinem Auftritt am Gießener Kultursom­
mer wird er davon aber nichts bringen. »Es
ist ein Programm, das nur für die Bühne ent­
wickelt wurde«, verrät er. Was genau das
heißt? Kein einziges Lied aus seinem
deutschsprachigen Repertoire will er prä­
sentieren, sondern seine verjazzten Lieb­
lingslieder singen: von Bob Marley über
James Taylor bis zu den Beatles. Ein neues
Kapitel in der Geschichte des Roger Cicero
möchte er so aus dem Hut zaubern.
Diese Geschichte ist übrigens auch jene
­eines Stehaufmännchens. Zu Beginn hatte
es den heute 44-Jährigen zum Jazzgesang­
studium nach Amsterdam gezogen. Mit
­Clubauftritten hielt sich der Sohn des Pianis­
ten Eugen Cicero am Anfang seiner Musik­
karriere zunächst mühsam über Wasser. Erst
mit knapp 36 Jahren schaffte er – durch
die Bekanntschaft mit Texter Frank Ramond
und Komponist Mathias Hass – mit
­»Männersachen« den Durchbruch. Später
trat er beim »Eurovision Song Contest« für
Deutschland in Helsinki an. »Das war ein
entscheidender Moment. Bevor ich den
­Vorentscheid gewann, war ich schon erfolg­
reich und die Konzerttouren ausverkauft –
aber in etwas kleineren Hallen. Ich war
noch ein Geheimtipp. Der große Unter­
schied ist, dass, wenn vorher mir jemand
auf der Straße nachschaute, ich mich fragte,
ob er mich erkannt hat oder ich nur ein
­komisches Hemd trage«, erinnert sich Roger
Cicero.
Heute muss er sich diese Frage nicht mehr
stellen. Der Mann der 1000 Hüte gilt als
­einer der besten Jazzmusiker des Landes. bf
Blickpunkt
Adel Tawil:
Verbindung nach Gießen
Gießen ist für Adel Tawil kein Neuland. Wenn
der gebürtige Berliner am 1. August die Büh­
ne des Zeltpalastes an der Messe betritt, dürf­
te er sich zumindest ein Stück weit wie zu
Hause fühlen. Denn einige Lieder, die ­Tawil
an diesem Abend singen wird, haben ihren
Ursprung in Gießen. Genauer gesagt in der
Hängematte des elterlichen Gartens von JuliMusiker Simon Triebel. Das hat Tawil im In­
terview mit dem streifzug verraten. Die tolle
Zeile »Doch dieser Moment ist wie’n Karten­
haus; und die Zeit zieht ihre Karten raus« aus
dem Song »Kartenhaus« soll dort entstanden
sein. Tawil lobt Triebel und ist von der Zusam­
menarbeit mit dem Gießener begeistert.
In den vergangenen Jahren ist Tawil zu einer
festen Größe der Musiklandschaft in Deutsch­
land geworden. Zwei Echo-Nomminierungen
in den Kategorien »Radio-Echo« sowie »Bes­
ter Künstler Rock/Pop national« unterstrichen
dies kürzlich erneut. Die Veranstalter freuen
sich sehr auf den Mann aus Berlin. »Adel
spielt Open Airs für Tausende von Zuschau­
ern. Er war von der Idee und dem Programm
unseres Kultursommers angetan«, sagt Orga­
nisator Dennis Bahl.
Tawil hat einiges erlebt in der wunderbaren
Welt der Popmusik. Er war als ehemaliges
Mitglied einer Boyband am Boden zerstört
und mit Ich + Ich gemeinsam mit Annette
Humpe ganz weit oben. Tawil hat ein Leben,
das eigentlich für zwei reicht, und er ist be­
reit, davon zu erzählen: Das macht er auf
seinem Debütalbum »Lieder«, mit dem er den
ganzen Sommer über auf Tour geht.
2012 spielten Ich + Ich ihr vorerst letztes
Konzert, seitdem arbeitete Tawil an seinem
Album. Trotz seiner nunmehr 18-jährigen Kar­
riere ist es überraschenderweise sein erstes
eigenes Album. Wie jeder Newcomer fühlte
er eine gewisse Unsicherheit. Er ist nervös,
wenn er über sein Album spricht, wobei er
den fast unvermeidlichen Vergleich zu Ich +
Ich, die mit über drei Millionen verkauften
Platten und diversen Auszeichnungen zu den
erfolgreichsten deutschen Künstlern der Ge­
genwart gehören, gar nicht so sehr fürchtet.
Weder fühlt er sich verpflichtet, sich künstlich
davon abzuheben, noch soll sein Album eine
Kopie der erfolgreichen Rezeptur werden.
»Lieder« ist ein Querschnitt aus Tawils Leben.
Da gibt es den wunderbaren Song »Lieder«,
in dem er sein Leben anhand von Künstlern
und Songtexten beschreibt, die ihn geprägt
haben. Die ausgewählten Zitate sind so
kunstvoll zusammengesetzt, dass es tatsäch­
lich eine Biografie ergibt. Der urbane HipHop-lastige Song »Graffiti Love« beschreibt
indes eine Liebe, doch Tawil schneidet auch
große gesellschaftliche Themen an.
mac
7/2015 streifzug 15
rampenlicht
Foto: Frank Eidel
Nicht
nervös
werden
Haben Sie in einem Gespräch mal auf die Stellung Ihrer Füße geachtet? Wo zeigen die Spitzen hin? Oder die Ihres Gesprächspartners? Unsere Füße sagen mehr über uns aus, als uns
lieb ist. Hin und wieder auf Körpersprache zu achten, lohnt sich deswegen. Aber Aufgepasst:
Wer sich zu sehr darauf fixiert, vergisst das Wesentliche: die Gesprächsinhalte. »Denn die
Energie folgt der Aufmerksamkeit«, sagt Thorsten Havener. Seine Energie allerdings ist auf
sein Gegenüber gerichtet: auf Pupillen, Lippen und Hände. Der Entertainer ist Experte für
­Körpersprache – und Zauberer. Er spielt mit dem Publikum, am 24. Juli beim Kultursommer mit
dem in Gießen. Im streifzug erzählt Havener, worauf sich seine Gäste einstellen können, wie
man mit kleinen Tricks Lügner entlarvt und warum sich Chefs anders bewegen als Angestellte.
16 streifzug 7/2015
rampenlicht
Der Flirt
beginnt
vor dem ersten
Wort. Wer sein Gegenüber
attraktiv findet, schaut länger
hin. Haveners Tipp: Blick
abwarten und ansprechen –
ohne vorgefertigte
Sätze.
nicht einmal was es ist. Ich finde es aber
TH: Es wäre falsch,
trotzdem durch unbewusste Merkmale von
zu sagen, ich achte
der Person, die es versteckthält. Das ist ­
nur auf Pupillen­
eine echte Fähigkeit, die ich mir draufge­
größen. Ich achte
schafft habe.
genau auf mein
Gegenüber, schaue
Worauf achten Sie?
sehr genau hin.
TH: Auch hier gilt: Die Energie folgt der
­Gerade die Pupillen­
Aufmerksamkeit. Was ich brauche, ist die
größe ist im Abend­
Bereitschaft, sich auf die Nummer einzulas­
programm ziemlich un­
sen. Wenn mir die Versuchsperson falsche
zuverlässig. Die Pupille ist
Signale sendet, renne ich in die falsche
zwar groß, wenn wir mehr
Richtung. Das ist auch schon passiert. In
über jemanden wissen wollen.
dem Moment, in dem wir uns ganz stark
Wenn wir jemanden attraktiv finden.
auf eine Richtung konzentrieren, senden
Das können wir auch nicht steuern. Und
wir Signale aus. Welche es genau sind,
doch ist es eine unzuverlässige Information.
Wie lässt sich der
kann ich nicht pauschal sagen. Das ist wie
In meinem Fall würde es wahrscheinlich
Elefant verbannen?
Fahrrad fahren.
nicht einmal auffallen, da ich dunkle Augen
TH: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.
habe. Und wie groß sind meine
Das, worauf ich mich konzentriere, nehme
Und Lügen: Wie lügen
Pupillen, wenn sie
ich war. Doch das kann ich gedanklich
Menschen?
normal sind? Au­
steuern. Beim Essen mit Kindern zum Bei­
TH: Kommt immer auf
ßerdem könnte es
spiel. Wenn die Eltern sagen, »Pass auf,
die Person an. Bei
plötzlich schlagar­
dass das Glas nicht umfällt«, haben sie es
Vor dem
­einem guten Lügner
tig dunkel werden.
in Gedanken schon umgeschmissen. Es
erkennt man
­ergibt mehr Sinn, zu sagen: »Trink bitte vor­
Gehaltsgespräch
nichts. Eine Lüge
Ich muss also nicht
sichtig.« Es ist viel schwieriger, etwas nicht
beim Chef empfiehlt
ist am leichtesten
verbissen die
zu tun, als es zu tun. Das lässt sich mit
zu erkennen,
Pupillen meines
­einer guten Formulierung entsprechend
Havener, sich
wenn der Erzähler
Gesprächspartners
drehen. Letzten Endes kommt das aus der
einzuschließen. Und
sie sich gerade
fokussieren?
Hypnose.
die Arme nach oben
ausdenkt und
TH: Das nicht, aber
schnell agieren
dennoch: Bei all die­
Hypnose ist eine Sache, Sie beschreiben
zu reißen.
muss. Er wird nervös,
sen Begrenzungen,
sich aber auch als Gedankenleser. Eine
steht unter Druck.
nehmen wir die Größe
­Ahnung, was ich Sie fragen will?
Wenn wir unter Druck
unterbewusst wahr. Es gab
TH: Das zu sagen, wäre vermessen. Das
sind, agieren wir anders.
einen Versuch, da hat man auf
wäre Hellseherei, und ich habe bisher noch
Magazinen für Frauen, die Pupillen
keinen getroffen, der das kann.
Wie erkenne ich Lügen?
der Covermodels mit Photoshop vergrößert,
TH: Der beste Trick ist gar nicht mal körper­
sonst aber nichts verändert. Bei anderen
Trotzdem können Sie Ihr Gegenüber gut
sprachlich, sondern inhaltlich. Angenom­
­Exemplaren hat man sie gleich gelassen.
analysieren.
men, ich frage: »Was hast du gestern von
Beide Versionen wurden Männern
TH: Das kann ich wirklich
17 bis 22 Uhr gemacht.« Der Lügner er­
vorgelegt mit der Bitte: »Bring
ganz gut. Deswegen
zählt. Wenn ich jetzt sage, »erzähl das
doch mal für deine Frau
habe ich es in mei­
doch noch mal zeitlich rückwärts«, funk­
ein paar dieser Zeitun­
ne Show integriert,
tioniert das nicht. Da er so sehr damit be­
gen mit.« Interessan­
die immer weniger
schäftigt war, sich die Geschichte auszu­
terweise haben alle
eine reine Zauber­
Haveners Tipp
denken. Außerdem sind Menschen, die
Männer die Cover
show wurde. Ich
gerade lügen, oft gestresst. Das äußert sich
gegen Aufregung aller
mit den vergrößer­
habe gemerkt: Jetzt
zum Beispiel durch vermehrtes Berühren
ten
Pupillen
ge­
lehnen sich die
Art: Sich selbst anlächeln
im Gesicht. Oder der Blickkontakt wird
wählt. Genau das
Zuschauer zurück,
und breitbeinig hinstellen.
­eine Spur zu lange gehalten. Dass wir dem
ist es, was ich so
sie entspannen
anderen nicht in die Augen gucken, wenn
spannend finde:
sich. Oder: Jetzt
»So doof das auch
wir lügen, ist Unsinn. Oft ist das Gegenteil
Die Dinge, die
werden die Augen
klingt, es hilft.«
der Fall.
wir nicht bewusst
schmaler, das inter­
machen. Damit spiele
essiert sie besonders.
Wie sieht es in anderen Teilen der Welt
ich.
aus? Sie sind schon in Japan aufgetreten,
Ein Körpersprache-Code
Ihre Bücher sind dort sehr erfolgreich.
Zum Beispiel?
also, so heißt auch Ihr ProIst Körpersprache universell?
TH: Es gibt da eine Paradenummer
gramm. Lässt sich daraus NützliTH: Ich habe mich in der Vorbereitung für
von mir, in der Gegenstände im Publikum
ches in den Alltag integrieren? Zum
die Japan-Tour mit den Dingen beschäftigt,
versteckt werden. Ich weiß nicht wo der
­Beispiel, wie ich mein Gegenüber
von denen ich wusste, die sind universell.
Gegenstand ist und in den meisten Fällen
über die Pupillengröße durchschaue?
Herr Havener,
eines Ihrer
Bücher heißt
»Denken Sie
nicht an einen
blauen Elefanten.« Woran denken Sie jetzt?
Thorsten Havener:
An mein Buch natür­
lich. Ich habe mich so
intensiv damit beschäftigt,
dass ich darauf programmiert
bin.
7/2015 streifzug 17
RAmpenlicht
Da ist beispielsweise das Stecknadelfinden.
Das funktioniert in Japan auch. Es gibt Ges­
ten und Verhaltensweisen, die sind bei allen
Menschen gleich.
Status haben. Ich muss allerdings sagen:
meistens. Auch hier gibt es Ausnahmen. Es
gibt viele weitere Faktoren: Wie schnell
­atmet die Person, wohin zeigen die Füße?
Und bei den Deutschen? Wenn Sie am
24. Juli in Gießen auftreten, werden sich
die Zuschauer anders Verhalten als beispielsweise in München?
TH: Nein, die Unterschiede von den
Menschen untereinander sind größer
als regionale Unterschiede. Es gibt Men­
schen, die bewegen sich mehr als andere,
wenn sie reden. Genauso wie es Menschen
gibt, die schneller gehen als andere. Selbst
daraus lässt sich schon etwas ableiten:
Sie können zum Beispiel davon ausgehen,
dass sich jemand mit einem hohen
Status weniger und auch langsamer bewegt.
Die Füße?
TH: Auch an den Fußspitzen zeigt sich: Die
Sie könnten auch als menschlicher LügenEnergie folgt der Aufmerksamkeit. Je weitere
detektor bei der Polizei arbeiten.
wir uns vom Kopf entfernen, desto weniger
TH: Nicht unbedingt. Auf der Bühne funkti­
denken wir über unsere Körperspra­
oniert das, was ich mache sehr gut. Es ist
che nach. Unser Gesicht
eine Show. In der echten Welt funktionie­
kontrollieren wir
ren die Dinge aber teilweise nicht
meistens gut. Wir
so. Trotzdem lässt sich einiges
…
H
lächeln zur Begrü­
davon in realen Situatio­
ÄH HH…
ßung, auch wenn
nen anwenden. Kürz­
Ö
Wer lügt,
uns gar nicht da­
lich habe ich einen
nach zumute ist. Über
Vortrag fürs Militär
ist mit dem
Hände denken wir
gehalten – für EliteAus­denken seines
auch noch nach. Wo
Soldaten. Es ging
Märchens beschäftigt.
soll ich die Hände
darum, wie sie in
haben, wenn ich
Extremsituationen
Daher: Den Lügner seine
vor einer Gruppe
einen kühlen
­Geschichte ein zweites
stehe und so weiter.
Kopf behalten. Im
Mal erzählen lassen,
Über unsere Füße
Grunde ist es die
Methode,
denken wir komi­
gleiche
aber zeitlich
die ich angewendet
scherweise nie nach.
rückwärts.
Aber wenn jemand wirk­
habe, um mein Lam­
penfieber in den Griff
lich bei mir ist, auch in
zu kriegen.
Gedanken, zeigen ­seine Fuß­
Foto: Michael Zargarinejad
Also sind Chefs langsam und faul?
TH: Bei der Person, die einen sehr hohen
Status hat, ist die Bewegung meistens sehr
zielgerichtet. Wenn sie einen Stift braucht,
nimmt sie den Stift, schreibt etwas auf
und legt ihn wieder hin. Die Person wird
wahrscheinlich bei Meetings nicht dasitzen
und ständig mit dem Stift rumwackeln. Das
sind eher diejenigen, die einen niedrigeren
spitzen meistens in meine Richtung. Wenn
sich das plötzlich ändert, weil der Ge­
sprächspartner das Interesse verliert, bewegt
er sich wahrscheinlich mit den Füßen zuerst
weg.
18 streifzug 7/2015
Weiß er, was
sie denkt? Das
nicht, aber er
weiß, woran
sie denkt. Und:
wie ihr Körper
darauf reagiert.
rampenlicht
auf die von Ihrem Chef, sind
Wie behält man
Sie total blockiert. Mein
einen kühlen Kopf?
Tipp: Nehmen Sie sich
TH: Mit einem
Die Augen
vor dem Gespräch
Ritual. Dinge in einer
sind der Schlüssel
vier, fünf Minuten
gewissen Abfolge
Zeit. Schließen Sie
tun. Bevor ich auf
zur Seele? Teilweise
sich auf der Toilet­
die Bühne gehe,
zumindest: Wer an einer
te ein. Lächeln Sie
binde ich mir die
Person interessiert ist, bekommt
sich selbst im
Krawatte um, dann
Spiegel an. So
höre ich noch ein
große Pupillen. Achtung:
blöd sich das an­
Musikstück. Diese
Die Lichtverhältnisse
hört. Studien ha­
Muster geben einem
können diesen
ben gezeigt, dass es
Kraft. Weil sie funkti­
super funktioniert.
onieren. Nichts geht
Effekt trüben.
Dann stellen Sie sich
daneben. Bevor ich
hin und reißen die Arme
rausgehe, mache ich eine
hoch, als hätten Sie den
Geste, die für gute Laune
Weltrekord im Hundert­Meter­
sorgt. Ich würde mich niemals mie­
Lauf gebrochen, und gehen im Kopf durch:
sepetrig im Spiegel anschauen. Wenn man
»Ich habe das verdient, ich kann das. Ich
sich anlächelt, breitbeinig hinstellt, geht
habe die richtigen Argumente.«
man gut gelaunt in die Situation. Und da­
rum geht es: gute Laune.
Und beim Flirten? Wie spreche ich mein
Gegenüber an?
Zum Schluss noch ein Tipp. Worauf muss
TH: Der Flirt beginnt, bevor Worte gespro­
ich im Gehaltsgespräch mit meinem Chef
chen werden. Das ist untersucht worden:
achten?
Wenn eine Frau an einem Mann interessiert
TH: Das Gehaltsgespräch beginnt, bevor
ist, schaut sie ihn eine Spur länger an als
Sie den Raum betreten. Wenn Sie beim Be­
normal. Wenn dieser Blick nicht da war,
treten auf Ihre Körpersprache achten oder
braucht er gar nicht hingehen. Viele Män­
ner machen den Fehler, dass sie auf eine
Frau zugehen und sie erst mal zuquatschen.
Das bringt gar nichts. Sie müssen auf diesen
Blick warten. Damit hat man schon mal
einen ganz anderen Opener, weil die Kom­
munikation nicht mit einem Wort begonnen
hat. Das Gespräch sollte damit anfangen,
dass man der Person sagt, was an ihr auf­
fällt. Was einem an dem anderen wirklich
aufgefallen ist. Was einem einfällt, wenn
man diese Person sieht. Dabei dem Gegen­
über immer die Möglichkeit lassen, stilvoll
wieder rauszukommen.
Sabrina Dämon
Der Gedankenleser
Die Maske
Das Nachschlagewerk
Thorsten Havener ist Zauberkünstler. Eigent­
lich. Mit 13 hat er angefangen, seitdem
probiert er immer wieder neue Tricks aus.
Zuallererst ist er aber Entertainer mit einer
Mission. Von seiner Show erhofft er sich,
dass die Gäste hinterher sagen: »Ich weiß
zwar nicht, was es war, aber es hat mir
einen Riesenspaß gebracht – und ab morgen
achte ich besser auf die nonverbalen Signale
meiner Mitmenschen.« Wie er das anstellt,
was davon Wahrheit, was Fiktion ist, bleibt
das Geheimnis des Zauberkünstlers, der
bereits eine eigene Sendung im Privatfern­
sehen hatte.
Doch beruflich Gedankenleser zu sein, ist
eine Sache. Eine andere: trotzdem Privat­
mensch zu bleiben. Der 1972 in Saarbrücken
geborene Havener ist verheiratet und Vater.
Mit seiner Familie lebt er in der Nähe von
München. Ob er auch privat seine Mitmen­
schen analysiert? »Nein«, sagt er, »das hält
ja kein Mensch aus.« Analyse abschalten,
funktioniere. Trotzdem: Papa mal eben eine
Notlüge auftischen? Sicher nicht einfach.
Übrigens: Havener hat auch Sprachwissen­
schaften studiert. Nicht nur Gestik und Mi­
mik nimmt er genau unter die Lupe, sondern
auch die Ausdrucksweise seines Gegenübers.
Kürzlich ist er gescheitert, erzählt Havener.
An Henry Maske. Im Fernsehen sollte er den
Ex­Boxer analysieren. Der allerdings habe
keine Mine verzogen. Havener vermutet, das
hängt mit der Boxer­Karriere zusammen.
Sonst allerdings, sagt Havener, klappen seine
Tricks recht gut. Aufgeregt, aber erfolgreich,
sei er zum Beispiel in Japan gewesen, wo
seine Show und Bücher großen Erfolg haben.
In der Metropole Tokio war ein Mensch ver­
steckt, erzählt Havener. Wer Panoramabilder
der Stadt gesehen hat, weiß: Sie reicht bis
zum Horizont. Havener saß über dieser Met­
ropole im Hubschrauber und sollte einen
Menschen finden. Da sei riesig aufgefahren
worden, live im japanischen Fernsehen. »Ich
war schon aufgeregt«, erzählt Havener. Doch
seine Methode funktionierte. Neben ihm
im Hubschrauber saß ein Mann, der den
Aufenthaltsort der menschlichen Stecknadel
kannte. Anhand seiner Reaktion habe
Havener den Piloten Anweisungen gegeben:
Und den Versteckten gefunden. Auf eine
etwas harmlosere Variante dieser Nummer
können sich Besucher der Show einstellen.
Da wird ein Gegenstand bei einem der Gäs­
te versteckt, Havener läuft durch die Reihen
und sucht.
Verschränkte Arme, zappelnde Füße, rollen­
de Augen – gewisse Codes gehören in die
Kategorie Küchen­Psychologie. Wer nicht
still sitzen kann, ist vermutlich nervös. Arme
verschränken signalisiert Ablehnung. Doch
unser Körper verrät noch mehr. Die Stellung
der Füße, die Größe der Pupille, die Art, sich
Notizen zu machen. In seinen Büchern er­
klärt Havener einige dieser Signale. Vier
Werke hat er veröffentlicht, das aktuelle trägt
den Titel »Denk doch, was du willst: Die
Freiheit der Gedanken«. Darin geht es vor al­
lem um Beeinflussung. Im Klappentext heißt
es dazu: »Warum tun wir immer wieder Din­
ge, ohne es wirklich zu wollen? Ob beim
Einkaufen, während der Arbeit oder in der
Liebe – überall werden unsere Gedanken be­
einflusst: durch Sprache, Gestik und Mimik
unseres Umfelds.« Und: Denn die alles be­
stimmende Frage ist: Sind unsere Gedanken
frei? Vielleicht …« Wer seine Mitmenschen
wie Havener analysieren will, kann die
Tricks in dem Buch »Ich weiß, was du
denkst« nachlesen. Darin gibt der Autor
Tipps zur Gestik und Mimik. Außerdem er­
zählt er von einigen Experimenten und per­
sönlichen Erfahrungen. Das Ziel: »Alte
Denkmuster zu durchbrechen.«
sda
Wer den »Körpersprache­Code«
erleben will, hat beim Gießener
Kultursommer Gelegenheit dazu.
Am 24. Juli tritt Havener im Zelt­
palast auf. Das Programm beginnt
um 20 Uhr. Karten gibt es u. a. in
der Geschäftsstelle der Gießener
Allgemeinen Zeitung. Abonnenten
erhalten 20 Prozent Rabatt.
7/2015 streifzug 19
Stadtgespräch
Gießen in Szene gesetzt
Gießen muss hässlich bleiben? Möglich. Aber die Stadt lässt sich in Szene setzen. So
­fordern die Jungs und Mädels vom Urban Art Project: »Gießen, zeig deine 1000 Gesichter!«
Jedermann konnte hier Fotos seiner persönlichen Highlights der Stadt einreichen. Nun soll
­eine Ausstellung entstehen.
Die Ausstellung:
Die Fotos:
Der Verein:
Sobald alle Fotografien eingegangen sind,
werden am 17. Juli ausgewählte Aufnahmen
entlang eines »Pfades« durch die Stadt an
mehreren Stationen zu sehen sein: etwa im
Rathaus, im Coffee One und im MuK. Zur
Ausstellungseröffnung wird es am Freitag, 17.
Juli, ab 17 Uhr im MuK eine kurze Ansprache
geben. Dort findet dann auch ein Benefiz­
konzert statt. Ab 20 Uhr werden verschiede­
ne Gießener Bands auftreten. Der Spenden­
erlös – Eintritt wird nicht erhoben – geht an
die Jugendwerkstatt. Die auszustellenden Fo­
tografien werden von den Mitgliedern des
»Urban Art Project« ausgewählt.
Bis Redaktionsschluss lagen dem Urban Art
Project bereits die ersten Fotos vor. Darauf
erscheinen die »1000 Gesichter« eher düster:
Das alte Stellwerk ist da etwa zu sehen. Der
Eingang zu den Katakomben im MuK an der
Automeile. Auch Bilder aus dem Strahlen­
zentrum Leihgestener Weg wirken nicht ge­
rade fröhlich. Doch es geht auch anders: Die
Fotos einer Nachttanzdemo durch die Innen­
stadt wirken zwar ebenfalls düster. Doch un­
ter dem Wasserfall am Elefantenklo wird ge­
feiert. Die ersten Bilder des Urban Art
Projects wirken vielversperchend und ab­
wechslungsreich. »1000 Gesichter« eben.
Der Verein ist ein vor zwei Jahren gegrün­
detes Jugendkulturprojekt mit 50 Mitglie­
dern, das Fotografie, Graffiti, Musik vereint
und im MuK sein Vereinsheim hat. Ziel ist
es, vor allem Künstlern aus der Region eine
Plattform zu bieten, aber auch nationale so­
wie internationale Verbindungen zu schaf­
fen. Dies wurde bereits mehrfach umge­
setzt, etwa mit der »Urban Art Show« 2013
im MuK, aber auch mit der Ausstellung
»PARTizipation« in Wetzlar. Dabei wurden
auch bemalte Leinwände gezeigt, die bei
einem der monatlichen »Kunstkaffeebierku­
chen-Veranstaltungen« entstanden sind.
20 streifzug 7/2015
Stadtgespräch
v. l. Nachttanz-Demo | altes Stellwerk | Muk-­
Bunker, Eingang zu den Katakomben| ehemalige Army Base | MuK-Bunker, Urban-Art-Vernissage | Strahlenzentrum Leihgesterner Weg,­
Kellergeschoss
Fotos: Kollektiv Raw/Word | Nilsor
7/2015 streifzug 21
Blick in die Region
Zum Verlieben schön
Prominente wie Clueso waren schon da. Gregor Meyle oder Anastacia. Und auch Sie
sollten dem kleinen 500-Einwohner-Örtchen Dagobertshausen unbedingt einen Besuch
abstatten. In dem Marburger Stadtteil mit ländlicher Idylle befindet sich das Hofgut
Dagobertshausen – ein malerischer Komplex. Und ein Ort zum Verlieben.
Betritt man das Areal, kommt es einem vor,
als würde man zwischen den Zeiten wan­
deln. Da trifft historisches Fachwerk auf
moderne Elemente, Landhaus-Charme auf
verspielte und exakt platzierte Details. In
jeder Ecke, drinnen wie draußen, kann man
kleine Accessoires und pfiffige Ideen entde­
cken, die das Hofgut zu dem machen, was
es ist: Ein ganz besonderes Kleinod. Als Be­
22 streifzug 7/2015
sucher taucht man für einige Stunden in
eine ganz eigene Welt ein, eine Welt, in der
Genießen ganz oben steht, denn vor allem
Kulinarisches hat auf dem Hofgut einen be­
sonderen Stellenwert. Regelmäßig gibt es
Kultur und Events, im zugehörigen benach­
barten »Waldschlösschen« mit dem ange­
gliederten »KitchenClub« lässt es sich vor­
züglich speisen, dazu schmecken das Bier
aus der eigenen Brauerei »Braufrisch« und
edle Brände aus der Destille »Guts-Geist«.
In der Brauerei ziehen die alten Kupferkes­
sel die Blicke auf sich. Eine Pension und ein
Hofladen gehören ebenfalls zum Angebot.
Und auch eine moderne Reitanlage mit Tur­
nierbetrieb ist auf dem Hofgut entstanden.
2012 erhielt die Kultur- und Eventscheune
den Location Award, eine Auszeichnung für
Blick in die Region
die besten Veranstaltungsorte Deutschlands.
Kein Wunder, dass die Kulturscheune und
die etwas kleinere Eventscheune auch ein
beliebter Ort für Hochzeiten, Tagungen und
Firmenfeiern sind. Doch natürlich steht der
bezaubernde Ort auch jedermann offen:
Veranstaltungen wie das Erdbeerfest, der
Weihnachtsmarkt, das Herbstfest oder die
Dagobertshäuser Landpartie, bei der nam­
hafte Köche und renommierte Winzer an
einem Sommertag den Gaumen verwöh­
nen, locken regelmäßig Scharen von Besu­
chern in den sechs Kilometer von Marburg
entfernt gelegenen Stadtteil. Dass dann
kaum noch ein Parkplatz zu bekommen ist
und regelmäßig kilometerlang entlang der
Landstraße geparkt wird – das nehmen die
Gäste gelassen, denn sie wissen ja, dass es
sich lohnt.
Die Kulturscheune ist der Austragungsort
der »Hautnah«-Konzerte mit Künstlern wie
Gregor Meyle oder Pop-Queen Anastacia.
Während die große Sommerterrasse mit
dem angrenzenden Garten schon vor Kon­
zertbeginn gemütliche Stunden beschert,
bildet die Kulturscheune in der ehemaligen
Scheune des »Scherer-Hofes« ein ganz be­
sonderer Blickfang, in den sich auch die
Künstler sofort verlieben. Der Erfurter
Clueso lernte das Hofgut kennen, als er mit
seiner Band für ein Probenwoche eingemie­
tet war; die Entscheidung, hier auch ein
kleines persönliches Konzert zu geben, fiel
nicht schwer. Einen ganz besonderen Blick
auf die Künstler genießt man von der Em­
pore, und auch in der Scheune lohnt es, auf
Details zu achten: Statt Waschbecken sind
auf dem WC Zinkwannen installiert, kleine
Fenster geben den Blick in die Küche frei.
Überall steckt Liebe zum Detail: So präsen­
tiert sich die kleinere Eventscheune als alt­
ehrwürdige Bibliothek im malerischen
Fachwerk mit Lounge-Ecke am Kamin. Und
wer hier feiert, kann auch übernachten: Die
Pension »Schlaf-Gut« auf dem Hofgut ver­
fügt über acht Zimmer, alle sind im engli­
schen Landhausstil eingerichtet. Nichts
scheint dem Zufall überlassen: Jedes Acces­
soire, jedes Detail ist treffsicher ausgewählt.
Das kennt man aus dem benachbarten
»Waldschlösschen« – Michael Hamann,
Geschäftsführer der Vila Vita Gastronomie
und Handelsgesellschaft, die für die Gastro­
nomie des Hofgutes verantwortlich zeich­
net, verrät, dass die Eigentümer sehr genau
schauten und sich bei der Auswahl
beteiligten.
2010 hatte die Marburger Unternehmerfa­
milie Pohl das Areal des 1840 gebauten
Scherer-Hofes inklusive der landwirtschaft­
lichen Flächen vom ehemaligen Dagoberts­
häuser Landwirt und Ortsvorsteher August
Scherer gekauft und mit viel Liebe zum De­
tail umgebaut, restauriert und erneuert. Ins­
gesamt eineinhalb Jahre dauerte der Um­
bau. Seit drei Jahren erstrahlt das Hofgut
unter dem neuen Namen und in neuem
Glanz. Auch den angrenzenden einstigen
Dorfgasthof – ganz früher ein Mädchenin­
ternat – aus dem Ende des letzten Jahrhun­
derts kaufte die Familie Pohl. Heute bietet
das »Waldschlösschen« regionale Küche
und – wie auch die Gebäude auf dem Hof­
gut – ein ganz besonderes Flair. Das be­
weist unter anderem das Porzellanzimmer,
das an Wänden und Decke mit edlen Tel­
lern, Tassen und Kannen dekoriert ist. Ange­
bote wie der Business-Lunch schonen au­
ßerdem den Geldbeutel.
Auch die Landwirtschaft liegt nicht brach
auf dem Hofgut Dagobertshausen – die Fel­
der werden nach wie vor bewirtschaftet –
Getreide, Spargel, Erdbeeren und alte Kar­
toffelsorten werden unter der Leitung von
Land- und Agrarwirt Helfried Eden ange­
baut. Schon zu Scherers Zeiten galten die
Erdbeeren vom Hofgut als Delikatesse. Die
Produkte werden nicht nur auf verschiede­
nen Märkten angeboten, sondern auch
Samstag und Sonntag im Hofladen verkauft.
Daneben gibt es dort auch Marmeladen,
Honig, Öl und Essig sowie Dekorationsund Geschenkartikel.
Ein Ausflug aufs Hofgut lohnt sich in jedem
Fall – ob zum Einkaufen, Essen, für ein er­
holsames Wochenende oder bei einem der
zahlreichen Events. Das nächste ist die
3. Dagobertshäuser Landpartie am Sonntag,
19. Juli. Internationale Spitzenköche und re­
nommierte Winzer und Destillateure ver­
wöhnen von 12 bis 19 Uhr die Gäste und
kredenzen besondere Köstlichkeiten. Ange­
kündigt haben sich Spitzenköche wie Al­
fons Schuhbeck, Tim Raue und Portugals
Spitzenkoch Hans Neuner. Schalkes Mann­
schaftskoch Björn Freitag wird die Besucher
verwöhnen, genauso »Fleischgott« Wolf­
gang Otto. Ralf Bos, der Vorreiter und
Querdenker der deutschen Feinkost, grillt
vor den Augen der Zuschauer eine ganze
Sau. In Sachen Wein und Bränden sind mit
Winzer Wilhelm Weil und dem österreichi­
schen Destillateur Hans Reisetbauer renom­
mierte Gäste dabei. Außerdem vor Ort:
­Antonella Nonino, die »Grande Dame des
Grappa«, Allegra Antinori, Silvio Jerman,
Michael Hoffmann, das Weingut am Nil,
das Weingut Bründlmayer, August Kesseler,
Tancredi Biondi-Santi, Volker Raumland,
­Jochen Dreissigacker, Herdade Dos Grous
(Weinmacher des Jahres 2014) und Quinta
de Soalheiro. Karten gibt es zum Preis von
125 Euro unter: 0 6421/6 00 56 64.
sag
Wohlfühl-Theke: Im
Hofgut isst und trinkt
das Auge mit
7/2015 streifzug 23
Unterwegs
Stöckelschuhrennen 2.0
Foto: Schepp
Der streifzug verlost zwei Logenplätze an der Strecke plus Verzehrgutschein über 50 Euro
Für die erste Teilnehmerin war das Rennen
bereits vorbei, bevor es überhaupt begon­
nen hatte. Schuld waren die Stöckel:
Mindestens acht Zentimeter mussten die
Absätze messen, anderthalb fehlten im
­vergangenen Sommer bei ihr. Aus der
Traum vom Sieg beim 1. Gießener Stöckel­
schuhrennen in der Innenstadt und dem
Preisgeld von 1000 Euro. Organisator
­Markus Pfeffer vom BID Theaterpark war
schon damals hart geblieben – und das
wird er diesmal wieder sein. »Da müssen
die Kampfrichter durchgreifen«, sagt Pfeffer
– auch vor der zweiten Auflage des GaudiRennens auf hohen Absätzen in der Plock­
straße, das am 17. Juli ab 17 Uhr stattfinden
wird.
Neu ist diesmal: Nach dem Vorjahressieg
von Christian Jendro, dem einzigen männli­
chen Starter, dürfen diesmal keine Herren
mehr mitlaufen. »Es gab beim letzten Mal
doch etwas Ärger, weil sich einige Damen
benachteiligt gefühlt haben. Wir hätten also
24 streifzug 7/2015
diesmal eine Männer- und eine Frauenkon­
kurrenz anbieten müssen, glauben aber,
dass wir nicht genug Herren für ein eigenes
Starterfeld zusammenbekommen hätten«,
begründet Pfeffer die Entscheidung.
Sonst bleibt alles gleich: 64 Teilnehmer
können um den Siegerscheck in Höhe von
1000 Euro kämpfen. Die Rennen beginnen
an der Kreuzung zum Seltersweg, die
80-Meter-Strecke führt an den in der Plock­
straße ansässigen Gastronomien vorbei und
endet vor dem Café Geißner. Logenplätze
direkt an der Strecke bietet u. a. das »Gia­
noli«. Dort – wie in allen anderen Gaststätten auch – war im vergangenen Jahr
schon vor dem Start kaum ein Plätzchen
mehr zu bekommen. Gemeinsam mit dem
BID Theaterpark verlost der streifzug daher
zwei Logenplätze im »Gianoli« inklusive
einem Verzehrgutschein über 50 Euro. Wer
Lust hat, dem Spektakel beizuwohnen,
braucht nur eine E-Mail mit dem Kennwort
»Stöckelschuh« an die Redaktion zu senden
([email protected]). Einsen­
deschluss ist der 12. Juli. Anmeldungen für
das Rennen nimmt die Darl-ing Butik in der
Plockstraße 16 entgegen. Anmeldeschluss
ist der 16. Juli. Die Startgebühr beläuft sich
auf 8 Euro.
Die vielleicht besten Plätze hatten beim
ersten Durchgang die Sanitäter. Etwas ab­
seits vielleicht, aber dennoch mit gutem
Blick, hatten sie alles im Auge. »Mein ge­
sunder Menschenverstand sagt mir, dass
es bessere Ideen gibt«, hatte einer der
­Medizinfachleute gesagt, am Ende hatten
sie statt möglichen Verstauchungen oder
­Brüchen aber bloß ein paar Blasen zu ver­
pflastern. Im Anmeldeformular müssen
die Teilnehmerinnen aber den Veranstalter
vonsämtlichen Haftungsansprüchen frei­stellen.
In vielen anderen Städten – Berlin, Ham­
burg oder Moskau – gehören Stöckelschuhrennen längst zum festen Event-Kalender.
In Gießen dürfte das nun auch so sein.
Unterwegs
… »Wein Authentisch Erleben«
Verlosung: 2 Tickets für Seminar bei »Gianoli«
Was Sie schon immer über Wein wissen wollten, sich aber nie zu fragen getraut haben, ­werden Sie
am 12. Juli (16.30 Uhr) im »Gianoli« in der Plockstraße erfahren. Betreiber ­Giancarlo Biscardi und
sein »Wein-Freund« Nico Medenbach starten unter dem Motto »Wein Authentisch Erleben« ein
Weinseminar der besonderen Art. In fünf Akten präsentieren sie u. a. folgende Themen: Perlwein vs.
Schaumwein, Die Schwächen eines maschinellen Pinot Grigio im Vergleich zum Friulano oder Die
Zeit und ihre Wirkung auf Sauvignon. »Wir wollen uns vom Wein-Abc abheben und widmen uns
Jahrgangsvergleichen oder Herstellunsgmethoden. Trotzdem ist das Seminar geeignet für Anfänger.
Es richtet sich an Weintrinker, die wissen, was ihnen schmeckt«, sagt Medenbach. Das Seminar ist
die Erlebnisveranstaltung zu ihrem Blog »rebolution.eu«, das sie als Gegenbewegung zum CocaCola-Wein bezeichnen. Anmeldung nötig. Der Auftakt ist so gut wie ausverkauft. Der streifzug
­verlost zwei der begehrten Tickets. Einfach eine E-Mail (Kennwort »Wein«) an [email protected] senden. Einsendeschluss 9. Juli. Das zweite Seminar steigt am 13. September.
… in die 50er bis 70er
Golden Oldies in Wettenberg
3 Tage – 9 Bühnen – 52 Livebands – 1000 Oldtimer – 70 000 Besucher. Beeindruckende
Zahlen, die die Golden Oldies im Juli prägen werden. Hinzu kommen Petticoats, Tul­
penlampen, Schallplatten und Jukeboxen. Damit wird Wettenberg vom 24. bis 26. Juli
bereits zum 26. Mal Deutschlands Hauptstadt der 50er bis 70er Jahre. Unter den Augen
der Burg Gleiberg werden Aussteller und Besucher aus allen Teilen Europas zu Gast sein
und die Gemeinde in eine bunte Zeitreise verwandeln. Die passende Musik darf natür­
lich nicht fehlen, die von mehr als 50 Live-Bands beigesteuert wird. Auch Originalware
aus der goldenen Ära wird an rund 100 Ständen zu haben sein. Der »automobile«
­Höhepunkt des dreitägigen Festivals ist, wenn am Samstag und Sonntag etwa 1000 Old­
timer die Straßen schmücken. Auch der Nachwuchs zeigt seine Mobiltät: Am Samstag
ist ab 17 Uhr die Kinderwagenparade. Ein weiteres Highlight ist am Sonntag ab 14 Uhr
der RTL-Petticoat-Wettbewerb.
… mit der Familie
Elektrofestival für alle in Lich
Ein Festival für Elektromusik und Zeit mit der Familie miteinander verbinden? Undenk­
bar? Nein, ganz im Gegenteil: Möglich macht’s »Familie im Takt« (kurz: F.i.T.). Das
­Tagesfestival steigt am 11. Juli im Licher Waldschwimmbad. Während die meisten
­Festivals erst zur Nachtzeit so richtig aufdrehen, hat F.i.T. bewusst familienfreundliche
Zeiten gewählt: Die Generationen sollen gemeinsam feiern können. Außerdem haben
sich die Veranstalter auf die Fahnen geschrieben, regionalen und überregionalen Künst­
lern der elektronischen Musik eine gemeinsame Bühne zu bieten. Und das Beste an
der Location: Die Schwimmbecken stehen der Benutzung nicht einfach nur offen, son­
dern diese ist sogar ausdrücklich erwünscht! Beginn des Events ist mittags um 12 Uhr,
und um 1 Uhr in der Nacht endet das Festival. Ideale Zeiten also für Abkühlung im
Wasser, tanzen im Bikini oder eine Runde Beachvolleyball. Und natürliche die ganze
Vielfalt bester elektronischer Musik.
7/2015 streifzug 25
AUSLESE
Von Orgeln und Poesie
Du magst Orgeln? Und du magst Poetry Slams? Und du hättest nie im
Leben gedacht, dass du deine beiden Leidenschaften einmal mitein­
ander verbinden könntest? Dann solltest du unbedingt am 1. Juli in die
Laubacher Stadtkirche kommen, wenn die Schlossstadt dir die einma­
lige Gelegenheit bietet, beide Passionen gemeinsam auszuleben. Hin­
ter dem Event steckt natürlich einmal mehr Lars Ruppel, also die Ver­
körperung mittelhessischen
Poetry Slams. Nicht zuletzt
bekannt wegen seines sich
hervorragend verkaufenden
Lyrikbuches »Holger, die
Waldfee« oder wegen sei­
nes deutschen Slam-Titels.
Begleitet wird er von Wort­
akrobatin Jessica Haaks und
an der Orgel von Kantor
Christof Becker, der für die
musikalische Untermalung
sorgt. Und ohne sich zu
weit aus dem Fenster leh­
nen zu wollen: Selbst wenn
es einem die Orgeln nicht
so angetan haben, wird man
hier voll auf seine Kosten
kommen.
Länderspiel in der Osthalle
Am 4. Juli wird Gießen Schauplatz eines nicht alltäglichen Sportereig­
nisses, nämlich eines Länderspiels. Die Sportart: Rollstuhlbasketball.
Für die deutsche Nationalmannschaft dient das Spiel als wichtige Vor­
bereitung auf die Ende August beginnende Europameisterschaft im
englischen Worcester. Und der
Gegner in der Osthalle hat es
in sich: Deutschland testet
­gegen niemand Geringeren als
der amtierende ParalympicsSieger Kanada! Dieser bereitet
sich auf seine Kontinental­
meisterschaften vor, sodass ein
echter sportlicher Leckerbissen
erwartet werden darf.
GLANZ- LICHTER
DES MONATS
Fitzsimmons im KFZ
William Fitzsim­
mons Songs han­
deln vom Glück.
Zumindest will
man dies behaup­
ten, nachdem man
sich der Schönheit
ihrer Melancholie
hingegeben hat.
Beschäftigt man
sich aber mit ih­
rem Ursprung, tun
sich wahrlich Ab­
gründe, letztlich
die dunkle Seite
ihres Schöpfers
auf. Erst dann erklärt sich die Tiefe und Eindringlichkeit, die
Fitzsimmons Songs prägen und aus der heraus sich die
Schönheit so ambivalent präsentiert, wie meist das Glück
selbst. Fitzsimmons ist Songwriter und Psychotherapeut. In
seinem musikalischen Schaffen verwebt er auf einzigartige
Weise Ehrlichkeit, Verdorbenheit und Autobiografisches zu
einem scheinbar nahtlosen Ganzen. Am 29. Juli kann man
sich im Marburger KFZ persönlich von seinem Können
überzeugen.
Uni-Fest im Schloss
Es ist ein beliebter Brauch, dass die Justus-Liebig-Universität jeden Sommer zu ihrem Fest
auf Schloss Rauischholzhausen einlädt. Und am 4. Juli ist es wieder so weit. Das Schloss
und sein Park bilden die malerische Kulisse für ein abwechslungsreiches Programm, das mit
niveauvoller Live-Musik sowie einem kulinarisch ansprechenden Buffet alle Zutaten für ein
gelungenes Fest bereithält. Ein Höhepunkt des Abends ist erneut das Schlosspark-Feuer­
werk. Musikalisch wird in diesem Jahr das Wohnzimmer nach draußen verlegt: Auf der
Schlosspark-Bühne spielt das Living-Room-Trio, ergänzt durch Sängerin Tess Wiley und
­Gitarrist Gerd Stein. Zu späterer Stunde kommen die Tanzwilligen mit Ully & die profile
Band auf ihre Kosten. In der Schloss-Disco bietet DJ Marco eine musikalische Alternative
und legt von Chart-Hits bis Discoclassics alles auf, was die Füße in Bewegung hält.
26 streifzug 7/2015
auSleSe
Seels Sommerausgabe
In der vierten Sommerausgabe des Neuen Kunstvereins Gießen präsentiert Florian Seel vom 25. Juli bis 29.
August mit Timo Lenzen, Fred Besier und Dennis Siering junge künstlerische Positionen aus Malerei, Fotogra­
fie, Installation und Skulptur. Neben der Möglichkeit, Kunst zu entdecken, lädt die Sommerausgabe auch zu
Performances, Diskussionen und Künstlergesprächen ein. Der ehemalige Kiosk wird damit zum Treffpunkt
und Labor für künstlerische und soziale Interessen. Timo Lenzen arbeitet als Grafikdesigner und beschäftigt
sich mit der Ausformung verschiedenster Medien. Surreal und minimal schmückt er seine Bilder aus und lässt
Welten entstehen, die Geschichten erzählen. Die Thematiken von Fred Besier und Dennis Siering entwickeln
sich durch das Erforschen von aufgeladenen gesellschaftlichen Räumen als auch den dort vorhandenen Mate­
rialien. Diese modifizierten Ästhetiken heben sie in Form von bildhauerischen und installativen Arbeiten in
den Ruhestand der Kunstpräsentation. Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, 31. Juli, ab 19 Uhr statt.
Licher
Brauereifest
Nach der erfolgreichen Premiere im
vergangenen Jahr zum 160. Bestehen der
Licher Privatbrauerei, als über 12000 Be­
sucher kamen, feiert Licher auch in die­
sem Jahr wieder das Brauereifest und lädt
die Region am Samstag, 18. Juli, und
Sonntag, 19. Juli, »ins Herz der Natur«
ein. Musik, Unterhaltung und Partystim­
mung stehen am Samstagnachmittag
und ­abend im Brauereihof auf dem Pro­
gramm, der Sonntag steht ganz im Zei­
chen der offenen Tür – hier werden wie­
der Brauereibesichtigungen bei laufender
Produktion angeboten. An beiden Tagen
gibt es Fassbieranstiche, Livemusik auf
zwei Bühnen sowie Unterhaltung und
Gewinnspiele. Für das musikalische Rah­
menprogramm sorgen am ersten Tag des
Brauereifestes unter anderem die Band
Oh Alaska. Am Sonntag gibt es ab 10 Uhr
einen zünftigen Frühschoppen mit Musik.
Neben der Besichtigung der Brauerei öff­
net auch der Licher Pferdestall am Sonn­
tag seine Türen. Die Sportpartnervereine
präsentieren sich mit Mitmach­Aktionen,
die 50 prämierten Bilder des Licher Foto­
preises werden ausgestellt und Azubis
stellen ihre Ausbildungsberufe vor. Alle
weiteren Informationen: www.licher.de
Gießen treibt’s bunt
Am 11. Juli tanzen in Gießen wieder
die Farben. Dann nämlich ist das
Open­Air­Gelände der Schauplatz für
das Holi­Festival, das seine Ursprünge
in Indien hat. Dort begrüßen die Men­
schen mit dem bunten Fest den Früh­
ling, der in ihrer Mythologie den Sieg
des Guten über das Böse bedeutet.
Man bemalt und bewirft sich mit Far­
ben und ist einfach nur fröhlich. Und
dieser Spirit erreicht seit zwei Jahren
auch Mittelhessen regelmäßig, wo es
zu einem Festival mit elektronischer
Musik weiterentwickelt wurde. Man
kommt in einem weißen T­Shirt – und
geht bunt gefärbt. Und dazwischen ist
gutgelauntes Tanzen mit den farben­
frohen Massen eine vergnügliche
Pflicht für jeden, der keine graue
Maus sein will.
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Genussmöglic
ge Livemusik.
7/2015 streifzug 27
Veranstaltungen im JULI
Ihre Veranstaltungen in der
Kongresshalle Gießen
5, 20 Uhr
Fr., 24. 7. 201 berg
iffen
auf dem Sch eim &
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Henni Nachts »Dollbohrer«
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K
k
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31. 10. | Samstag | 20 Uhr
Mirja Boes
»Das Leben ist kein Ponyschlecken«
www.generation-music-gmbh.de
19. 11. | Donnerstag | 20 Uhr
GlasBlasSing Quintette »Volle Pulle« –
Flaschenmusik XXL
www.s-promotion.de
21. 11. | Samstag | 20 Uhr
Magie der Travestie
www.magie-der-travestie.de
27. 11. | Freitag | 20 Uhr
Caveman
www.caveman.de
29. 11. | Sonntag | 19 Uhr
Maddin Schneider »Meister Maddin«
www.s.promotion.de
10. 12. | Donnerstag | 20 Uhr
Dr. Mark Benecke »Vampire und
Vampirzeichen«
www.mrconcert.de
11. 12. | Freitag | 20 Uhr
Dr. Mark Benecke »Biotonnen Leiche«
www.mrconcert.de
13. 12. | Sonntag | 19 Uhr
Michael Hatzius »ECHSTASY«
www.s.promotion.de
20. 12. | Sonntag | 20 Uhr
Weihnachtskonzert
»Hilf Deinem Nachbarn«
22. 12. | Dienstag | 20 Uhr
Klass. Russisches Ballett – Schwanensee
Veranstaltungen
1 Mi
Ausstellungen
Gießen
Was da kreucht
und fleucht
Die geheimnisvolle
Tierwelt im Botanischen
Garten, Fotografien von
Hans Bahmer
8.00 Bot. Garten
Odysseus
Der große Filou.
Hansen-Bahia und die
Antike, Werke zum
100. Geburtstag des
Künstlers
10.00 Wallenfels’sches Haus
Bühne
Gießen
Fratzenfisch
Die MonsterMusic
PickelShow
9.00 und 11.00
Stadttheater
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.30 Astaire’s
Salsa-Party
Mit kostenlosem
Schnupperkurs
21.00 Centralbar
Marburg
FEIERabend
Party mit Maximum &
Selecta M (Reggae)
19.00 KFZ
Führungen
Laubach
Führung durch das
Schlossmuseum
15.00 Schlossbrunnen
Konzerte
Gießen
The University of
Santo Tomas Singers
Chorkonzert.
A-Cappella-Musik
20.00 Petruskirche
Die Jazz Messengers
Jazz-Konzert
20.30 Ulenspiegel
Laubach
Orgel & Poetry Slam
Christof Becker (Orgel),
Lars Ruppel und Jessica
Haak (Wortakrobatik)
19.30 Ev. Stadtkirche
28 streifzug 7/2015
Sonstiges
Flohmärkte
Gießen
Lollar
Stadtradeln
Neubürgertour.
Streckenlänge
ca. 18 km
18.00 Rathaus
Scheunenflohmarkt
15.00 Alte Schmiede
Vorträge
Vorlaut
Chor der Friedrich-­
Magnus-Gesamtschule
zur Orgelwoche
18.30 Ev. Stadtkirche
Gießen
Hoffnung und
Erzählung
Collegium Gissenum.
Zur nicht-essentialisti­
schen Konzeption des
guten Lebens
19.00 Margarete-­
Bieber-Saal
Platons Apologie
des Sokrates
Gelesen von Rudolf
Guckelsberger,
­kommentiert von Peter
von Möllendorff
19.00 Rathaus,
­Konzertsaal
2 Do
Bühne
Gießen
Organisierte
Schallereignisse
Der Rhythmus, der
dich bewegt. Mit dem
Jugendclub Spieltrieb
des Stadttheaters
18.00 taT-Studio­
bühne
Die Panik bleibt aus
20.00 taT-Studio­
bühne
Lollar
Trialog der Kulturen
Aufführung eines
­Bühnenstücks sowie
Präsentation einer Erst­
aufnahmeeinrichtung
des Kurses für Darstel­
lendes Spiel
19.00 Clemens-­
Brentano-Europa­
schule
Konzerte
Laubach
Marburg
It’s Jazz, Baby!
A History of BigBand
Music, mit der
­Studierenden BigBand
Marburg
20.00 KFZ
Sonstiges
Gießen
Warentauschmarkt
17.00 SoWaTa
Critical Mass
Radtour-Aktion
18.00 Vor dem
­Uni-Hauptgebäude
Flimmerkiste
Interstellar (Science-­
Fiction, 2014, USA/GB)
20.00 Zeughaus
Vorträge
Gießen
Migration
und Diskriminierung
Literarisches Zentrum
mit Katja Behrens.
­Moderation: Sascha
Feuchert
19.30 Margarete-­
Bieber-Saal
3 Fr
Bühne
Gießen
Elektroklänge
22.00 Scarabée
Speckled People
The Keller Theatre
19.30 Kleine Bühne
Frau Müller muss weg
19.30 Stadttheater
Der Tag, an dem der
Goldfisch starb
Tanzkrimi
20.00 taT-Studio­
bühne
Feste/Festivals
Disco/Party
Hungen
Gießen
Disco/Party
Gießen
Festwochenende
50 Jahre Freibad
Hungen
10.00 Freibad
Party tanzbar
21.30 Ulenspiegel
Fridays at Admiral
22.00 Admiral
Gib dem Affen Zucker
22.00 Monkeys
Kreuz & quer
22.00 Scarabée
Grünberg
Captain Morgan
College Party
Mit Björn Göbel (Charts
& Partytunes) und DJ
Razcal (Black Beats)
21.00 Festplatz
Lehnheim
Feste/Festivals
Gießen
Eritrea-Festival
20.30 Hessenhallen
Flohmärkte
Wettenberg
Flohmarkt
Von Kindern für Kinder
14.00 Sorguesplatz
Konzerte
Gießen
Charlotte’s Most
Wanted
Musikalischer Sommer.
Jazz, Pop
19.30 Kloster
­Schiffenberg
Grünberg
Juliane Schaper
Quartett
Jazz
20.30 Zum Bahnhof
Sonstiges
Staufenberg
Kultur im Garten
Privatleute öffnen ihre
Gärten für Kleinkunst:
Vorträge und Geschich­
ten zum Haus Zollaffs
14.00 Bei Fam.
Schwarz,
Gießener Straße 36,
Daubringen
Vorträge
Gießen
Das grüne Küken
Freitag.vier.-Lesung
mit Anke Faust
16.00 Stadtbibliothek
4 Sa
Bühne
Gießen
Speckled People
The Keller Theatre
19.30 Kleine Bühne
Veranstaltungen im JULI
We can do it!
MuSEHum. Workshop
für Kinder von 9 bis
12 Jahren
11.00 Altes Schloss
HipHop Jam
20.00 Jokus
90er-Party
21.00 Haarlem
Summer Vibes
22.00 Admiral
Harvey’s Hide-Out
22.00 Scarabée
After-Show-Party
zur Nachttanzdemo
0.00 MuK
Heuchelheim
Salsa Moción OpenAir-Salsa-Beach-Party
20.00 Heuchel­
heimer Surfsee
Marburg
Danza Globalistan
Mit Medicine Man
(World-, Balkan- und
­Afrobeats)
23.00 KFZ
Feste/Festival
Ebsdorfergrund
Uni-Sommerfest
18.30 Schloss
Rauischholzhausen
Flohmärkte
Gießen
Flohmarkt
7.00 Rodheimer
Straße 116
Buseck
Flohmarkt
8.00 Sammler- und
Hobbywelt
Führungen
Gießen
Gießen historisch
Führung durch die
Innenstadt
15.00 Stadtkirchen­
turm
Biebertal
Wanderung durch
Feld und Wald
Mit Karl Herrmann
15.00 Grillhütte
am Birkfeld
Konzerte
Buseck
Traumwelten
Konzert des Jahrgangs 5
11.00 Gesamtschule
Linden
Shanty-Chor
Konzert zum
20-jährigen Bestehen
19.00 TV-Halle
Sonstiges
Gießen
Sport
Gießen
RollstuhlbasketballLänderspiel
Deutschland-Kanada
19.00 Sporthalle Ost
5 So
Konzerte
Sonstiges
Gießen
Gießen
Thilo & Starlights
Musikalischer Sommer.
Pop, Klassik, Volks­
musik, Schlager
14.30 Kloster
­Schiffenberg
Examenskonzert
Von der Hochschule
für Musik und
Darstellende Kunst
Frankfurt am Main
19.30 Stadttheater
Seniorennachmittag
15.00 Mathematikum
Laubach
Gesangverein
Harmonie Münster
15.00 Schlosspark
Kaikias Trio
Oboe, Horn & Klavier
18.00 Hessen­
brückenmühle,
Alter Pferdestall
Lich
Camerata Vocale
Hessen
Motettenkonzert
19.00 Ev. Marien­
stiftskirche
Bühne
Sonstiges
Gießen
Gießen
Gespräche über Musik
Die Dirigenten stellen
renommierte Gast­
solisten und Werke vor
11.00 Stadttheater
Wir lieben und
wir wissen nichts
20.00 taT-Studio­
bühne
Stadtradeln
Zum Gartenparadies
Trais-Horloff. Strecken­
länge ca. 60 km
9.00 Vitos-Klinik
Hungen
Prian, A-Tribe
Kultureller Sommer.
Theateraufführung der
Profilgruppe Darstellen­
des Spiel
19.30 Gesamtschule
Disco/Party
Gießen
Discofox-Party
20.30 Astaire’s
Führungen
Gießen
Tiere im Botanischen
Garten
Sonntagsführung
11.15 Bot. Garten
Bendiktenwurz
& Donnernessel
Zeitreise durch die
Kräuterkunde der
­Heiligen und Hexen
vom Mittelalter bis in
die Moderne
15.00 Kloster
­Schiffenberg
Vom Unteren Hardthof
zum Bismarckturm
Historisches am Rande
der Stadt
15.00 Unterer
Hardthof
Sport
Wetzlar
Parkhauslauf
11.00 ForumParkhaus
Vorträge
Gießen
Finnisches Tagebuch
mit Ingo Weidenbach
Internationales
­Literaturcafé
11.00 ZiBB
Oma Frida und das
Seeungeheuer
Eine(r) liest mit
Thomas J. Hauck
11.30 Marktarkaden
6 Mo
7 Di
Bühne
Gießen
Wal fällt auf Boot
Slam-Show
20.00 Ulenspiegel
Restaurant
Schlosskeller
Peter und Frank Haas GbR
Brandplatz 2 · 35390 Gießen
Telefon 06 41/3 83 06
www.schlosskeller-giessen.de
en
hr
Ja
Disco/Party
Gießen
Organ meets sax
Mit Philipp Gerschlauer
(Saxophon) und Jürgen
Friedrich (Orgel)
19.30 Ev. Stadtkirche
25
Laubach
it
Se
Der Kuss der
Spinnenfrau
Musical
19.30 Stadttheater
Alte Liebe
Zum letzten Mal. Le­
sung mit Carolin Weber
und Roman Kurtz
20.00 taT-Studio­
bühne
Durch die Iris (#2):
­Vergehen
22.00 taT-Studio­
bühne
Konzerte
Gießen
10. Sinfoniekonzert
Mendelssohn Bartholdy
20.00 Stadttheater
Sonstiges
Gießen
Stadtradeln
Schleichwege durch
Gießen. Streckenlänge
ca. 25 km
18.00 Kirchenplatz
Lachyoga
19.30 Familien­
zentrum Bernhard
Itzel
Sport
Gießen
Tuesday Night Skating
20.00 Parkplatz
Intersport Begro
Vorträge
Lich
Auswirkungen
des Ersten Weltkriegs
auf Hungen
Von Inge Meybohm
19.00 VHS-Haus
8 Mi
Konzerte
Gießen
Sommerkonzert
Mit dem Vororchester
und den Chören 5 und
6/7 der Liebigschule
19.30 Miller Hall
Bühne
Gießen
Tragedia Johannis Huss
Literarisches Zentrum
und Theatergruppe des
Instituts für Germanistik
der JLU Gießen
19.30 Botanischer
Garten
Disco/Party
Gießen
Independent tanzbar
21.30 Ulenspiegel
7/2015 streifzug 29
Veranstaltungen im JULI
Sonstiges
Führungen
Gießen
Gießen
Stadtradeln
Neubürgertour. Stre­
ckenlänge ca. 18 km
18.00 Rathaus
Lahnromantik
Geschichte(n) am Ufer
16.00 Stadtkirchen­
turm
Vorträge
Konzerte
Gießen
Gießen
Was ist das gute Leben?
Collegium Gissenum.
Autonomie und
­Wohlergehen mit Prof.
Dr. Monika Betzler
19.00 Margarete-­
Bieber-Saal
Balladeire
Musikalischer Sommer.
Pop, Rock
19.30 Kloster
­Schiffenberg
9 Do
Bühne
Gießen
Bekannt aus
FASTNACHT
IN FRANKEN
In der Republik
des Glücks
19.30 Stadttheater
Disco/Party
Gießen
03.09. WETZLAR Stadthalle
Elektroklänge
22.00 Scarabée
Konzerte
Marburg
Agnostic Front
NYC Hardcore.
­Support: Convict + Call
It Tragedy
20.00 KFZ
Sonstiges
16.09. WETZLAR Rittal Arena
19.11. GLASBLASSINGQUINTETT GIESSEN Kongressh.
29.11. MADDIN SCHNEIDER GIESSEN Kongressh.
13.12. MICHAEL HATZIUS DIE ECHSE GIESSEN Kongressh.
TICKETS UNTER WWW.S-PROMOTION.DE
sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen
TICKETHOTLINE 06073-722 740
Wünschen Sie Ihre Veranstaltung im
streifzug
Schreiben Sie bis zum 9. Juli per E-Mail an:
[email protected]
Die Auswahl obliegt der Redaktion. Für die Richtig­
keit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.
Gießen
Zumba Fitness Special
Konzert mit Bewegung
18.30 Kloster
­Schiffenberg
Flimmerkiste
Baymax – Riesiges
­Robowabohu (Animati­
onsfilm, 2015, USA)
20.00 Zeughaus
10 Fr
Bühne
Gießen
Frau Müller muss weg
19.30 Stadttheater
Speckled People
The Keller Theatre
19.30 Kleine Bühne
Disco/Party
@
30 streifzug 7/2015
Gießen
Planet Radio
Black Beats
22.00 Admiral
Kreuz & quer
22.00 Scarabée
Gib dem Affen Zucker
22.00 Monkeys
Trap Party
23.00 MuK
Grünberg
Red Cat
Jazz
20.30 Zum Bahnhof
Lollar
Mittelhessen
Musikanten
Open-Air-Konzert:
19.00 Schmelzmühle
Vorträge
Gießen
25 Jahre
Wiedervereinigung
Geschichtslesesommer.
Comic-Episoden:
DDR-Alltagserfahrun­
gen mit Flix
10.00 Philosophi­kum I, Hörsaal 3
11 Sa
Bühne
Gießen
Frau Meier, die Amsel
mit dem Tinko-Theater
Gießener Bilderbuch­
tage. Lesung & Schat­
tenspiel
15.00 Kleine Bühne
Vampir
Winnie Wackelzahn
Kindermusical
17.00 Petruskirche
Kehraus um Sankt
Stephan
Satirische Oper
19.30 Stadttheater
Speckled People
The Keller Theatre
19.30 Kleine Bühne
Hungen
Robin Hood …
und wieder Ärger
in Nottingham
Open Air-Theater
15.00 Schlosshof
Disco/Party
Gießen
Family House Garden
Flowin Immo Live,
Monkey Mafia, Metabo­
mann, Rafael Kakudo,
Simon Ey, RCNE, Steph
sowie Mark Wilker
12.00 Vereinsgelände
am Heyerweg 43
Electric Saturday
21.00 Haarlem
Campus Express
22.00 Admiral
Randgruppenbeschallung
Synthie-Pop, Wave,
EBM, Party
22.00 MuK
Alsfeld
YouFM-Party
20.00 Stadthalle
Feste/Festivals
Gießen
Holi Festival of Colours
Line up: Henri P.F.R.,
Schluck den Druck,
­Topic, Honka,
Smuskind, DJ Dens
12.00 Kino-OpenAir-Gelände
Lich
Familie im Takt
Elektronikfestival für
die ganze Familie
12.00 Wald­
schwimmbad
Linden
1225 Jahre
Großen-Linden
Mit Konzert der
Mundartgruppe Kork
19.00 Festzelt auf
dem Kirmesplatz
Führungen
Gießen
Chronique scandaleuse
Skandale in der
­Stadtentwicklung der
Vergangenheit
15.00 LiebigMuseum
Kräuter in der Lahnaue
Naturschutzwanderung
16.00 Lahnstraße,
Wieseckbrücke
Konzerte
Gießen
Lieder an einem
Sommerabend
Mit dem Gießener
­A-Cappella-Ensemble
17.00 ZiBB
Crosswise
Musikalischer Sommer.
Rock
16.00 Kloster
­Schiffenberg
Peep Durple
Musikalischer Sommer.
Rock’n’Roll
19.30 Kloster
­Schiffenberg
Grünberg
Sommernacht
Chorkonzert
19.30 Barfüßerkloster
Wetzlar
Race with the Devil
Rock & Blues der
60er/70er Jahre
21.30 Kleine Bühne
Sonstiges
Alsfeld
8. Hessischer
Familientag
Markt der Möglich­
keiten. Kultur und
­Unterhaltung
10.30 Altstadt
Laubach
Open-Air Zumba-Party
19.00 Schlosspark
12 So
Disco/Party
Grünberg
Sommer-Pool- Party
13.00 Freibad
Führungen
Gießen
Das Mathematikum
14.00 Mathematikum
Konzerte
Gießen
Jost-Manderscheid
Stefanski
Uli Lenz, Free Spirits
11.00 Botanischer
Garten
Musikschule Gießen
Nachwuchs und Profis
mit Jazz bis Klassik
13.30 Kloster
­Schiffenberg
Laubach
Matthias Lenz
Alleinunterhalter
15.00 Schlosspark
Lollar
Rosas Heft
Alte deutsche Lieder im
Stil der Musica Popular
Brasileira
20.00 KirchbergForum
13 Mo
Disco/Party
Gießen
Independent tanzbar
21.30 Ulenspiegel
14 Di
Konzerte
Lich
Hungen
Groove Ballet
KünstLich. Rockballa­
den mit Hitpotenzial
20.00 Statt Gießen
Sommerkonzert des
Fachbereichs Musik
Kultureller Sommer
19.00 Gesamtschule
VeranStaltungen im Juli
sonstiges
Gießen
Lachyoga
19.30 Familien­
zentrum Bernhard
Itzel
sPort
Gießen
Tuesday Night Skating
20.00 Parkplatz
Intersport Begro
Vorträge
Gießen
Beutelspachers Sofa
Zu Gast: Prof. Ilka
Agricola
19.30 Mathematikum
Lich
Alle Lazarette
liegen voll…
Kriegsfürsorge im
Ersten Weltkrieg von
Ilse Reinholz­Hein
19.00 VHS­Haus
15 Mi
Konzerte
Gießen
big-G. Allstars
Open Stage,
freie Jamsession
20.30 Ulenspiegel
Vorträge
Gießen
Herzinsuffizienz
bei Kindern und die
Therapieverfahren
Von Prof. Dietmar
Schranz
18.00 Institut für
Biochemie
16 Do
Disco/PArty
Gießen
Elektroklänge
22.00 Scarabée
Konzerte
Marburg
Doctor Krapula
Latin­Rock
20.00 KFZ
sonstiges
17 Fr
Ausstellungen
Gießen
Gießen, zeig deine
1000 Gesichter
UrbanArtProject über
individuelle Blickwinkel
der Bürger
0.00 MuK
Bühne
Gießen
Speckled People
The Keller Theatre
19.30 Kleine Bühne
Disco/PArty
Gießen
Gib dem Affen Zucker
22.00 Monkeys
The Incredible
Club Show
22.00 Admiral
SemesterAbschlussparty
23.00 Scarabée
Konzerte
Gießen
Cantamus
Musikalischer Sommer.
Chormusik
19.30 Kloster
Schiffenberg
Schandmaul
Gießener Kultursom­
mer. Mittelalter­Rock
20.00 Zeltpalast
an der Messe
Grünberg
Jazzfabrik
Jazz
20.30 Zum Bahnhof
Marburg
Gold Roger
Support: Shore & Twisd
(HipHop, Rap) und
Graffiti­Ausstellung
20.00 KFZ
18 Sa
Disco/PArty
Gießen
Im Sand wird
barfuß getanzt
12.00 MuK
Rock of Ages
22.00 Scarabée
Gießen
Bühne
Flimmerkiste
Birdman (Schwarze
Komödie, 2014, USA)
20.00 Zeughaus
Gießen
Laubach
Feste/FestiVAls
Open-Air-Kino-Nächte
Livemusik
um 20.15 Uhr
21.45 Schlosspark
Speckled People
The Keller Theatre
19.30 Kleine Bühne
Gießen
Sommerfest
20.00 Astaire’s
Führung
Gießen
Feuchtbiotop
In dem Sellnberg
Ein neuer Lebensraum
für Tiere und Pflanzen
in der Wieseckaue?
14.00 Eduard­David­
Straße
Naturschutz auf dem
Hangelstein
Naturschutzwanderung
16.00 Parkplatz
Grillhütte Wieseck
Der neue Friedhof
am Rodtberg
Stadtgeschichte(n)
über Gräber
17.00 Friedhof
Rodtberg
Konzerte
Gießen
Meet your Star!
Chris Fernandez, Kevin
Acero, Special Guest:
Dagi Bee
14.00 und 18.00
Admiral
Nacht der Chöre
Mit 25 Chören aus
Gießen und Umgebung
18.00 Petruskirche
Pink Floyd
performed by Echoes
Gießener Kultur­
sommer. Tribute­Band
20.00 Zeltpalast an
der Messe
Reiskirchen
Der kleine Drache
Eine Reise in die
Fantasiewelt mit dem
Kinderchor und der
Kirschbergschule
17.00 Bürgerhaus
Mit dem Schlammbeiser durch die Stadt
Kostümführung.
Leben und Hygiene
in Gießen zwischen
1850 und 1903
14.00 Schlamm­
beiserdenkmal
Mathematische
Stadtführung
15.00 Mathematikum
Chronique scandaleuse
Gießen als Shanghai
an der Lahn
17.00 Stadtkirchen­
turm
Aleksandra &
Alexander Grychtolik
Basilika­Konzert
11.15 Rathaus,
Hermann­Levi­Saal
GosPop
Rock, Pop, Gospel
15.00 Kloster
Schiffenberg
märKte/messen
sonstiges
Spaghettibrückenbauwettbewerb
Eine Brücke bauen, aus
Nudeln und Klebstoff
12.00 Mathematikum
Geheimcodes
Kindervorlesung
von Prof. Albrecht
Beutelspacher
11.00 Mathematikum
19 So
Siegen, Siegerlandhalle
Fr. 04. Sep. ´15 | 20 UHR
KartenbeiallenbekanntenVorverkaufsstellen.www.joko.de
Konzerte
Kunst- und Kreativmarkt
11.00 KuKuK Kunst­
und Kulturhalle
Gießen
it‘s raining again • the logical song
breakfast in america • dreamer
take the long way home • u.v.m.
Gießen
Wettenberg
Vorträge
Breakfast in America
World Tour 2015
Führungen
SchlossAkkord
Chorkonzert mit TonArt
Hungen und Gast­
chören Fantasten und
Voices Unlimited
18.00 Schloss
Tag der offenen Pforte
Familie Weller
14.00 Graben­
straße 35
Kinderfest
15.00 Astaire’s
& Band – Die Stimme von SUPERTRAMP
Gießen
Hungen
Gießen
ROGER HODGSON
ROCKIN DOCTORS // RAGATAG
25.JULI 2015
sonstiges
Gießen
streifzug
magazin für Stadt und landkreis gießen
aUGUST-aUSGaBE
› Erscheinungstermin: 22. 7. 2015
› anzeigenschluss: 9. 7. 2015
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ansprechenden Umfeld!
Christoph Maria Herbst
Gießener Kultursom­
mer. »Er ist wieder da«
19.00 Zeltpalast an
der Messe
Dollbohrer
24.07.15 gießen
Freilichtbühne schiffenberg
conni
Das Musical
30.10.15 Friedberg - stadthalle
Fettes Brot
Shhh... - Konzerte 2015
09.11.15 siegen - siegerlandhalle
BAdesAlz
Dö Chefs!
17.12.15 Wetzlar - stadthalle
30.01.16 limburg - stadthalle
05.03.16 gießen - kongresshalle
Bühne
Gießen
präsentiert:
henni nAchtsheim
& rick kAvAniAn
gerd kneBel
Wir beraten Sie gerne!
Telefon 06 41/30 03-2 23, -2 24
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16.01.16 Wetzlar - stadthalle
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7/2015 streifzug 31
VeranStaltungen im Juli
Tag der offenen Pforte
Richtmann/Ohm­Winter
14.00 Eichgärtenallee
4/Curtmannstraße 3
Darkdinner
Essen im Dunkeln
17.30 Jhrings
Buseck
Sonnengruß zugunsten
des Hauses Samaria
Yoga­Gruppe.
Benefizveranstaltung
11.00 Sportplatz am
Riegelweg
Vorträge
Gießen
Parkinson
Internationales
Erzählcafé. Der Weg
zur Diagnose und das
Leben danach mit Beate
Hilker­Schmitt
11.00 ZiBB
20 Mo
Disco/PArty
Gießen
Independent tanzbar
21.30 Ulenspiegel
Konzerte
sPort
Konzerte
Gießen
Gießen
Gießen
The Hooters
Gießener Kultur­
sommer. Rock
20.00 Zeltpalast an
der Messe
Tuesday Night Skating
20.00 Parkplatz
Intersport Begro
Dieter Thomas Kuhn
Gießener Kultur­
sommer. Gute­Laune­
Konzert
20.00 Zeltpalast an
der Messe
Vorträge
Grünberg
Hitlers persönlicher
Gefangener
Martin Niemöller mit
Pfarrer Hartmut Miethe
20.00 Barfüßer­
kloster
21 Di
Bühne
Gießen
Improzeoten
Improvisationstheater
20.00 Jokus
sonstiges
Gießen
Lachyoga
19.30 Familien­
zentrum Bernhard
Itzel
22 Mi
Konzerte
Gießen
Mark Forster
Gießener Kultursom­
mer. Deutsch­Pop
20.00 Zeltpalast an
der Messe
Vorträge
Gießen
Frieden und Gewalt
im Islam
Referent: Yasar Sarikaya
19.30 Pankratius­
gemeinde
23 Do
Disco/PArty
Gießen
Elektroklänge
22.00 Scarabée
Marburg
Orquesta Típica
Fernández Fierro
Argentinischer
Streetstyle Tango
20.00 KFZ
Der Zauberer von Oz
Burgfestspiele
Bad Vilbel zu Gast
auf Hof Grass
17.00 Hofgut Grass
Disco/PArty
Gießen
Tüftelwerkstatt
Eröffnung. Mach
Dein Experiment
15.00 Mathematikum
Bühne
Hungen
Gießen
sonstiges
24 Fr
Thorsten Havener
Gießener Kultur­
sommer. Körper­
sprachenleser
20.00 Zeltpalast an
der Messe
Kreuz & quer
22.00 Scarabée
Gib dem Affen Zucker
22.00 Monkeys
Marburg
Electro Swing
Revolution Vol. 5
20er Jahre Swing trifft
auf Electro
23.00 KFZ
Feste/FestiVAls
Wettenberg
Gießen
Dollbohrer!
Henni Nachtsheim
und Rick Cavanian
20.00 Kloster
Schiffenberg
Golden Oldies
Musik, Motoren und
Memories. 50 Live­
bands, neun Bühnen,
1000 Oldtimerfahrzeuge
20.00 Krofdorf­Gl.
sonstiges
Gießen
Tüftelwerkstatt
Mach Dein Experiment
9.00 Mathematikum
25 Sa
Bühne
Gießen
Sommernachtstraum
Burgfestspiele
Bad Vilbel zu Gast
auf Hof Grass
20.00 Hofgut Grass
Disco/PArty
Gießen
Ü30 Club Night
22.00 Admiral
Feste/FestiVAls
Buseck
Kirmes
20.00 Festplatz
Alten­Buseck
Führungen
Gießen
Das Mathematikum
11.00 Mathematikum
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32 streifzug 7/2015
Veranstaltungen im JULI
Feste/Festival
Hungen
Kinderschlossfest
Kinder-Kultursommer
Mittelhessen
14.00 Schloss
Pohlheim
Seebornfest
20.00 Wasserwerk
Dorf-Güll
26 So
Bühne
Disco/Party
Disco/Party
Gießen
Gießen
Johannes Scherer &
Bodo Bach
Gießener Kultursom­
mer. Hessen-Kabarett
19.00 Zeltpalast an
der Messe
Gießen
Independent tanzbar
21.30 Ulenspiegel
Elektroklänge
22.00 Scarabée
Konzerte
Führungen
Gießen
Gießen
Kaos-Orchester
Musikalischer Sommer.
Jazz, Folklore, Rock
16.30 Kloster
­Schiffenberg
Roger Cicero & Band
Gießener Kultur­
sommer. Swing
20.00 Zeltpalast an
der Messe
Interreligiöser
Stadtrundgang
14.00 Stadtkirchen­
turm
Grünberg
Sonstiges
Peter Glessing
Dixieband
Jazz am Grill
19.00 Grillhütte
am Sporthotel
Laubach
Nabucco
Klassik Open Air,
Festspieloper Prag
20.00 Schlosspark
27 Mo 30 Do
Konzerte
Gießen
Nora Schmidt
Lieder und Chansons
14.30 Kloster
Schiffenberg
Gießen
Exponat des Monats
15.00 Mathematikum
Sport
Gießen
Flugsportverein Gießen
Tag der offenen Tür
10.00 Martha-­
Mendel-Weg
Führungen
Gießen
Holz + Technik Museum
14.00 H+T Museum
28 Di
Disco/Party
Gießen
Justitia is a DJ
21.00 Ulenspiegel
Sport
Gießen
Tuesday Night Skating
20.00 Intersport
29 Mi
Konzerte
Marburg
William Fitzsimmons
Songwriter.
20.00 KFZ
Sonstiges
Gießen
Shanghai Nights
unplugged
Gießener
Kultursommer.
Chinesischer
Nationalcircus
20.00 Zeltpalast an
der Messe
31 Fr
Disco/Party
Gießen
Birthday Party
21.00 Haarlem
Kreuz & quer
22.00 Scarabée
Feste/Festival
Hungen
51. Seefest
18.00 Inheidener See
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JUBILÄUM IN SOLMS-OBERBIEL
40 Jahre Verpackungsmittel
mit Vorsprung durch Service
Gegründet wurde TransPak1975 in Solms-Oberbiel. 1992 präsentierte man sich erstmalig auf
der europäischen Fachmesse für Verpackung,
der FachPack, Vertretern aus Industrie, Gewerbe
und Handel mit einem Imagefilm. In der Folgezeit
nahmen die Unternehmensaktivitäten rasant zu.
Dem Systemanbieter für Verpackungsmittel gelang es im Laufe der Jahre zu einem der größten
„Just-in-time“-Anbieter von Industrieverpackungen zu wachsen. 40 Jahre nach seiner
Gründung beschäftigt das mittelhessische Unternehmen mehr als 320 Mitarbeiter und ist an 14
inländischen und drei ausländischen Standorten
vertreten, davon elf mit eigenen Lagern.
U
m einen solchen Aufstieg zu bewerkstelligen, wie er dem Unternehmen aus
Solms-Oberbiel gelungen ist, brauchte es
freilich mehr als nur einen Imagefilm auf einer
Fachmesse. Dass Transpak sich zu einem der führenden Systemanbieter für Verpackungsmittel
und Verpackungsmaschinen sowie für Versandlösungen entwickeln konnte, hat mit der frühen
Ausrichtung auf Serviceleistungen und Prozessoptimierungen zu tun. Und bis heute ist der ständige Ausbau der Serviceleistungen eine zentrale
Aufgabe und Herausforderung.
40 LKW MIT PRODUKTEN UND
LÖSUNGEN VON TRANSPAK
Das Produktsortiment der TransPak reicht von
Well- und Vollpappkartons über Füll- und Polstermaterialien sowie Produkten für den Oberflächenschutz bis hin zu großen Holzcontainern für
die Luft- und Seefracht. Über
5.000 Standard-Verpackungs
mittel sind ständig lagerhaltig vorrätig und können entsprechend schnell und zuverlässig angeliefert werden.
So profitieren die Kunden
von der eigenen leistungsstarken Logistik der TransPak-Gruppe, die täglich mit
mehr als 40 LKW-Zügen unterwegs ist.
Zum Produktportfolio
von TransPak zählen auch Verpackungsmaschinen – inklusive dem After-Sales-Service. Auch
hier bringen kurze Wege große Vorteile mit sich.
Der Rund-um-Service bedeutet echten Mehrwert auf der Kundenseite. Gemeinsam mit seinen Kunden hat sich
TransPak vom reinen
Produkt- zum umfassenden Systemanbieter entwickelt. Im
Vordergrund stehen
Der eigene Fuhrpark gewährleistet heute individuell zugeschnittene und geeine zeitnahe Betreuung und
Versorgung der Kunden.
samtheitliche Verpackungslösungen, wie sie nur ein zertifiziertes
und Full-Service-orientiertes Unternehmen bieten kann. Stetes Ziel ist die Optimierung von
Versand- und Verpackungsprozessen, um so den
Kunden einen klar erkennbaren wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen. Nicht nur bei den
individuellen Verpackungslösungen, auch auf
dem Gebiet der Serviceleistungen, wie etwa bei
der IT-gestützten Ausgestaltung der elektronischen Beschaffungswege, dem sogenannten
eProcurement, hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan.
BETRIEBSKLIMA UND FORTBILDUNG
Bei TransPak ist man sich bewusst: Die Mitarbeiter machen ein Unternehmen erst zu dem, was
es ist. Entsprechend ist man bemüht, den Beschäftigten ein angenehmes Betriebsklima, ein
abwechslungsreiches Aufgabengebiet, gute Entwicklungschancen und eine wertschätzende Unternehmenskultur zu bieten. Die meisten Mitarbeiter sind seit vielen Jahren dabei, manche sogar schon seit Jahrzehnten. Das liegt unter
anderem daran, dass die Aus- und Weiterbildung der eigenen Leute eine essentielle Bedeutung besitzt: „Nur dadurch, dass wir ausgebildet
haben, konnten wir so wachsen, wie wir gewachsen sind“, erklärt Dieter Gaul, Aufsichtsrat
und Gesellschafter der TransPak. Stets nahm
das Unternehmen junge Menschen in die Lehre
– auch in schwierigen Zeiten. Dabei beschränkt
sich die TransPak-„Zukunftsschmiede“ nicht nur
auf den Stammsitz in Solms- Oberbiel. An nahezu allen Standorten wird ausgebildet. Darüber
hinaus bietet TransPak im Rahmen des „Studium Plus“ der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen die Möglichkeit, Studium und
Arbeit zu kombinieren und die erlernte Theorie
direkt in der Praxis anzuwenden. ■
TransPak AG · In der Au 7 · 35606 Solms · Telefon: 06441 / 9555-0 · Internet: www.transpak.de · Mail: [email protected]
7/2015 streifzug 33
mediathek
Poesie aus dem Schockraum
ist: Wenn aus
zwei eins wird.
Zu Beginn waren sie Beiwerk: Als Begleitband des Gie­
ßener Medizinerkabaretts »Elephant Toilet« machten sich
Tante Doktor einen Namen. Diese Zeiten sind lange vor­
bei. Nun bringt die Band um Sarah Becker und Hans
Voigtmann, zwei Ärzte aus Gießen, das nächste eigene
Album »Bipolar« heraus. Und verarbeiten darauf den Me­
dizineralltag. »Medikamente sind bei uns im Kühl­
schrank, seit Jahren ist das schon so hier. Kalt spritzt es
sich einfach besser, man trinkt ja auch kein warmes Bier«,
heißt es in einem der in Teilen beunruhigenden, weil ebenso wah­
ren Texte zum Beispiel. Drunter liegen mal jazzige, mal chansones­
ke, mal bluesige Töne, die ein bisschen an die früheren Element of
Crime erinnern. Wie das als Arzt zu schaffen ist? »Sarah Becker und
ich, wir sind Teilzeitkräfte. Ganz bewusst wegen der Musik«, sagt
Hans Voigtmann. Dennoch bleibe im Klinikalltag genug hängen, um
sich für Poesie aus dem Schockraum inspirieren zu lassen. Das sind
manchmal Kleinigkeiten, der Rettungswagen oder der Krankenhaus­
kühlschrank. »Jeden Morgen kommen grußlos zwei Herren, ein
dicker und ein dünner, um die Leichen herauszufahren.« Das klingt
skurril, wie es der Frontmann erzählt. Viel bissiger und böser ist ihr
Krankenhaus­Jazz als jener eines Eckart von Hirschhausen zum Bei­
spiel. Und manchmal auch politischer: »Aktienkurs sitzt am Bett­
rand, ohne Sinn und Verstand, frei von Mitgefühl dabei, vier Minu­
ten sind vorbei. Die Tür geht wieder auf und zu. Dazwischen
Einsamkeit und Ruh.« Der Tod schwebt über vielen Geschichten,
die Tante Doktor auf ihrer neuen Platte »Bipolar« erzählen. »Auch
wenn das in unserer Gesellschaft oft ausgeblendet wird: Sterben ge­
hört zum Leben«, meint der Frontmann. Trotzdem singt die Band
ganz zu Recht: »Und an jeder kleinen Freakshow hängt ein großes
Schicksal dran.« Es sind diese Mo­
mente, in denen bei Konzerten das
Lachen im Halse stecken bleibt,
das Tanzbein plötzlich stolpert.
Dann ist es plötzlich so still, dass
man eine Stecknadel fallen hören
könnte. »Das ist aber auch unsere
Intention«, verrät Hans Voigtmann.
Zu Beginn waren sie Beiwerk für
das Medizinerkabarett »Elephant
Toilet«, heute stehen sie ganz zu
Recht selbst im Rampenlicht.
fd
Android für überall
www.immo-in-mittelhessen.de
34 streifzug 7/2015
Zahlenmäßig sind Android­ und iOS­Apps den kosten­
losen Anwendungen für Desktopcomputer um Längen
überlegen. Also warum im Zweifel nicht die Android­
App für PC oder Mac nutzen? Hier will der Blue­Stacks­
App­Player helfen. Das Programm ist etwas für Experi­
mentierfreudige, weil es noch in der Betaversion steckt, funktioniert
in der Praxis aber schon ganz gut. Jedoch las­
sen sich die Android­Apps für den Emulator
nicht aus Googles Play Store herunterladen.
Nutzer können aber APK­Dateien direkt ins­
tallieren. Sinnvoll: Der Blue­Stacks­App­Play­
er kann auch Windows­Tablet­Besitzern wei­
terhelfen, wenn sich nur unter Android­Apps
das richtige findet.
bf
Fotos: Sven Stinn
Mehr als gruselige farblose
Lebewesen in Einmachgläsern
Hildegard Enting verbringt viel Zeit mit Dendrodoris iris. Sofern nicht andere, eiligere Auf­
träge anstehen, widmet sich die Präparatorin ihrem aktuellen Schützling, der bald einen Platz
in der Sammlung des Senckenberg-Museums in Frankfurt bekommen soll und dafür noch
­herausgeputzt werden muss.
Die Meeresnacktschnecken haben es Hilde­
gard Enting angetan. Sie arbeitet in der
Zoologischen Präparation der Senckenberg
Gesellschaft für Naturforschung am Stand­
ort Frankfurt, auf dem Tisch hat sie derzeit
die Dendrodoris iris, die eigentlich im Pazi­
fischen Ozean von Alaska bis Mexiko be­
heimatet ist. Gerade arbeitet Enting daran,
ein Exemplar in einer natürlichen Szenerie
nachzubauen. Ausgesucht hat sie eine Sze­
ne, in der sich ein Tier aufrichtet, um seine
Beute, eine Seeanemone, anzugreifen. Die
Vorlage – ein Foto – stammt aus dem
Internet.
Wer den Beruf des Präparators (eigentlich:
präparationstechnischer Assistent) aus­
schließlich mit ausgestopften Tieren oder
gruseligen farblosen Lebewesen in Ein­
machgläsern verbindet, hat weit gefehlt.
Hildegard Enting hat sich auf den Modell­
bau spezialisiert, während ihr Kollege sich
primär der Taxidermie, also der klassischen
Haltbarmachung von Tierkörpern (»ausge­
stopfte« Tiere), widmet. Aus Kunststoff baut
Enting Lebewesen – in Originalgröße oder
einem bestimmten Maßstab – nach, die
man nicht oder nur sehr schwer präparieren
kann. Dazu gehören unter anderem Weich­
tiere, zu denen auch Schnecken zählen.
Dendrodoris iris – für viele Meeresnackt­
schnecken gibt es keinen deutschen Namen
– ist ihr aktuelles Projekt. Eines, das sie sich
selbst ausgesucht hat. »Ich finde die Mee­
resnacktschnecken unglaublich interessant
und bin der Meinung, dass die Menschen
von ihnen erfahren sollten.«
Das Internet ist ein Segen
für Präparatoren
Filigran arbeitet Präparatorin
Hildegard Enting an einer
Meeresnacktschnecke
Die Faszination für die Tiere entwickelte sie
während eines Praktikums im Meeresmuse­
um in Stralsund, wo sie erstmals mit ihnen
in Berührung kam. Da man die Tiere nicht
im Aquarium halten kann, gibt es sie auch
nicht in Zoos zu sehen. Alles, worauf sich
Enting stützen kann, sind Bilder, die Tau­
cher angefertigt haben oder YouTubeVideos. »Das Internet ist ein Segen«, sagt
sie, denn früher habe man Modelle nach
­einigen wenigen Fotografien, alten Zeich­
nungen oder Postkarten bauen müssen.
Heute komme man an viel mehr Vorlagen
und könne sich ein besseres Bild der Ob­
7/2015 streifzug 35
Am Main
jekte machen. Dendrodoris iris ist aber
nicht Entings erste Meeresnacktschnecke –
einige weitere hat sie bereits für die Sen­
ckenberg’sche Sammlung modelliert. Einige
ihrer Werke sind in einer Vitrine im Foyer
im angeschlossenen Senckenberg-Natur­
kundemuseum zu bestaunen. Wie vielfältig
und farbenfroh diese Tiere sind, zeigt sich
in einem Bestimmungsbuch, das Enting bei
ihrer Arbeit unterstützt: Ein wahres Wunder­
werk der Natur. Betrachtet man das Objekt,
wird schnell klar, dass man für Entings Ar­
beit neben ruhigen Fingern und viel Ge­
schick vor allem Geduld braucht, denn ge­
rade Dendrodoris iris oder die Fangarme
der zugehörigen Seeanemone sind sehr fili­
gran. Doch es geht noch kleinteiliger: Mit
dem Gelbfärber-Regenfrosch hat sie vor ei­
ner Weile ein noch winzigeres Tier für die
Sammlung nachgebaut: Der erst 2012 in Pa­
nama entdeckte Frosch ist ein echter Zwerg,
der maximal 20 Millimeter lang wird – ein
Fröschchen, so klein wie ein Daumennagel.
Dass dafür mehrere Versuche nötig sind,
versteht sich von selbst, zumal es viele ver­
schiedene Kunststoffe gibt und sich nicht al­
le für jede Aufgabe gleichermaßen eignen.
Beim Gelbfärber-Frosch
ist der Name Programm
Der Gelbfärber-Regenfrosch erhielt seinen
Namen übrigens, weil seine gelbe Körper­
farbe abfärbt, wenn man ihn anfasst. Ob­
wohl man den Frosch präparieren könnte,
fertigen die Präparatoren einen Abguss mit­
tels einer Silikonform. Das ist bei Amphibi­
en, Fröschen und Reptilien üblich. Der
Grund: Bei der Neuentdeckung einer Art
wird nur ein einzelnes Exemplar der Natur
entnommen, was man lieber der Forschung
vorbehält – die Museumsbesucher bekom­
men in vielen Fällen ein Replikat zu sehen.
Außerdem verlieren die Exemplare beim
Konservieren in Alkohol die Farbe. Wenn
der Kunststoff nach dem Abgießen oder
Modellieren trocken ist, werden die Nach­
bauten koloriert.
Entings Werk:
Meeresnacktschnecke
versus Seeanemone
Während Enting teils selbst Vorschläge für
Sammlung und Ausstellung macht,
bekommt sie natürlich auch Aufträge der
Veranstaltungen in Frankfurt
Mittwoch, 1. Juli
Die Schaukel
Das schonungslose, aber gleichzeitig sensible
und vielschichtige Drama der Israelin Edna
Mazya erzählt von der Vergewaltigung der
14-jährigen Jenny durch vier Schulkamera­
den. Im Prozess gegen ihre Peiniger durchlebt
das Mädchen die Ereignisse noch einmal.
­Seine Brisanz bezieht das Stück durch die
Doppelbesetzung: Die Schauspieler, die die
Schulkameraden spielen, verkörpern Täter
und Verteidiger, und das Opfer ist zugleich
auch Anklägerin.
➛➛ 19.30 Titania
Namaste, Habri und Konichiwa
Unter der Überschrift »In Frankfurt spricht
man nicht nur Hessisch« geht es um die inter­
nationale Seite der Mainmetropole. Denn
nicht nur rund ums Bahnhofsviertel gibt’s
zahlreiche Supermärkte und Restaurants von
Chinesen oder Japanern. Und wer kennt
schon das koreanische Hotel an der Münch­
ner Straße? Wer war schon in Little Bolly­
36 streifzug 7/2015
wood? Treffpunkt für den Spaziergang durchs
Bahnhofsviertel und den Gallus ist 15 Minu­
ten vor Beginn am Hauptbahnhof, Ausgang
Poststraße.
➛➛ 20.30 Vor Sam’s Sportbar
Donnerstag, 2. Juli
Samstag, 4. Juli
Emil und die Detektive
Das Papageno Musiktheater führt den
­Kästner-Klassiker auf. Nicht nur für kleine
Zuschauer.
➛➛ 16.00 Palmengarten
Dirty Dancing
Montag, 6. Juli
Der Sommer 1963 wird lebendig, wenn Baby
und Johnny ihre Hebefigur üben – und sich
näherkommen. Schmalz-Alarm bis Ende Juli!
➛➛ 20.00 Alte Oper
Oratnitza
Suzanne Vega
Wer als Sängerin zur Gitarre greift und sich
dem Singer-Songwriting verschrieben hat,
muss mit dem Vergleich leben, zu klingen
wie Vega. Ist nicht die schlechteste Referenz.
➛➛ 20.00 Batschkapp
Die Musik der Band ist ein Mix aus bulgari­
scher Volksmusik, Dubstep, Drum’n’Bass
und orthodoxem Gesang. Wer geglaubt hat,
das war’s, ist schiefgewickelt. Das Quartett
spielt dazu Didgeridoo. Klar ist: Die Macher
des Bulgarbeats machen extrem tanzbare
Musik.
➛➛ 20.00 Das Bett
Dienstag, 7. Juli
Freitag, 3. Juli
Mary J. Blige
Die Blechtrommel
Der Weltstar ist die Königin des modernen
Souls. Auf ihrer Tour stellt sie ihr Album
vor, das sie in London eingespielt hat. Hier
➛➛ 19.30 Schauspielhaus
Am Main
Foto: pm
Wissenschaftler und der Museumsleitung,
was für das Museum und/oder die Samm­
lung angefertigt werden soll. Bis vor Kur­
zem hat sie einen kleinen Dinosaurier re­
konstruiert. Als nächstes Großprojekt folgt
ein Dodo – dafür sucht Enting derzeit ge­
meinsam mit Experten nach einem passen­
den Federkleid. Dazu kommen immer wie­
der Objekte in die Werkstatt, die überholt
oder gereinigt werden müssen.
Ausbildungsplätze zum
Tierpräparator sind selten
Die Ausbildung zum Präparator kann man
in Deutschland in Bochum in einer Schule
absolvieren. Die Berufsbezeichnung ist
staatlich geprüfter präparationstechnischer
Assistent. Enting hat diese Schule absol­
viert, danach schloss sich ein Volontariat in
Münster an, bevor sie für verschiedene
Sammlungen arbeitete. Eine Berufsschule
für Präparatoren gibt es in Wien. An der
Senckenbergschule in Frankfurt kann man
eine zweijährige Ausbildung zum techni­
schen Assistenten für naturkundliche Muse­
en und Forschungsinstitute absolvieren, die
aber nicht zum Tierpräparator qualifiziert.
Diese Ausbildung kann man am Institut an­
schließen, es gibt aber nur wenige Plätze.
Infos: www.senckenberg.de. Sabine Glinke
Er hat einen typischen Singer-Songwriter-Bart, will aber kein
Singer-Songwriter sein: James Vincent McMorrow. Dass seine Musik nicht nur
Randgruppen interessiert, bewies er mit dem Debütalbum »Early in the Morning«,
das in seiner Heimat Irland auf Platz eins kletterte. Dann brachte er »Post Tropical«
heraus, ein Album mit sanft gespielten Keys, schnarrenden Brass-Arrangements,
gelooptem Klavier und seiner Falsettstimme, die heraussticht. »Ich wollte das
Schönste schaffen, was ich mir vorstellen kann«, sagt er. Mission gelungen, sagen
wir. Zu überprüfen ist das am 28. Juli ab 19 Uhr im Palmengarten.
verbindet sie den Sound der Stadt mit ihrer
Stimme.
➛➛ 20.00 Jahrhunderthalle
Donnerstag, 9. Juli
Sängerin ist Beki Bondage, die seit Gründung
der Band am Mikro steht.
➛➛ 20.00 Das Bett
Freitag, 17. Juli
Frau Jenny Treibel
Arch Enemy
Theodor Fontane nimmt in seinem Roman
das Gesellschaftsleben eines elitären Bürger­
tums auf die Schippe, dem Besitz wichtiger
ist als Bildung.
➛➛ 20.00 Die Katakombe
Sonntag, 12. Juli
Melodie und Death Metal? Passt das? In
Schweden schon. Ein Vertreter des Genres
ist Arch Enemy, die sich nach dem Ende der
Grunz-Rock’n’Roller Carcass zusammen­
geschlossen hat. Haare schütteln ist Pflicht.
➛➛ 18.00 Batschkapp
Samstag, 18. Juli
Eltern vermisst!
Ein Theaterkrimi für Kinder ab fünf Jahren.
➛➛ 11.00 Theaterhaus
Donnerstag, 16. Juli
Vice Squad
Der Name der Punkband aus Bristol bedeutet
so viel wie Sittenpolizei. Die Musiker spielen
seit 1979 zusammen, machten eine zehnjäh­
rige Pause, und starteten erneut durch. Für
Liebhaber und Kenner der Band: Aktuelle
Udo Lindenberg
Der Panikpräsident gibt sich die Ehre mit
einer Stadiontour sowie Hut und Schnodder­
stimme.
➛➛ 20.00 Commerzbank-Arena
Sonntag, 19. Juli
Mind Driller
Die Industrial Metaller haben schon bei eini­
gen bekannten Bands für Stimmung sorgen
dürfen. Jetzt gehen sie auf ihre erste eigene
Headlinertour außerhalb ihrer spanischen
Heimat.
20.00 Das Bett
Mittwoch, 22. Juli
Rival Sons
Die US-Band gilt als eine der Entdeckungen
der modernen Bluesrock-Szene. Dabei klin­
gen sie mitnichten retro, sondern sorgen mit
rohem Sound und eingängigen Melodien
­dafür, dass sich Metal- und Popfans unter den
Besuchern ihrer Konzerte befinden.
➛➛ 21.00 Zoom
Dienstag, 28. Juli
James Vincent McMorrow
McMorrow ist in seiner irischen Heimat ein
Star. Es wird Zeit, dass der Mann mit der
­Falsettstimme und den Songs, die mehr sein
wollen als Singer-Songwriting und immer
wieder im Pop schwelgen, auch auf dem
Festland bekannt wird.
➛➛ 20.00 Mousonturm
7/2015 streifzug 37
campuS
Hiergeblieben!
Mit dem Start der Semesterferien wird die Stadt leerer und leerer.
Viele Studenten zieht es über den Sommer in die Heimat. Doch es gibt
Argumente zum Bleiben: Warum Semesterferien in Mittelhessen und
Umgebung nicht sooo langweilig werden müssen.
1
Ermittler am Main spielen: Finger­
fertigkeit und Beobachtungsgabe
muss man als Tatortermittler der CSI
unter Beweis stellen. Mit echten
Methoden soll nach einem mehr­
stündigen Training in Frankfurt ein
fiktiver Fall gelöst werden. Geschult
wird man von ehemaligen Polizisten
■ www.csi­training.de
wieder. Das Senckenberg Museum
im Frankfurter Westend­Süd bietet
gleich zwei davon: Das knapp
20 Meter lange Skelett eines Diplo­
docus in der Lichthalle und das Mo­
dell einer Anakonda inklusive halb­
verspeistem Wasserschwein im
Erdgeschoss.
■ www.senckenberg.de
2
Wandern mit Lamas: Mit einem Esel
oder einem Lama an der Hand
durch den Vogelsberg zu marschie­
ren, hört sich nicht nur im ersten
Moment ungewöhnlich an. Es ein­
mal auszuprobieren, lohnt sich aber:
Beruhigend sollen die Tiere wirken,
möglichst stressfrei soll man durch
die Natur wandern.
■ www.vogelsberglamas.de
4
Freilichtkino: Übers Wetter wird
bei der Programmvorstellung nicht
gesprochen. Aber selbst, wenn
es mal regnet: Leer bleibt der
Schlosshof Butzbach vom 29. Juli
bis 14. August nie, wenn ab 21.45
Uhr Freiluft­Kino angeboten wird.
Zum Abschluss ist die »Rocky
Horror Picture Show« Tradition.
■ www.kino­butzbach.de
Saurier im Sommer: Es gibt diese
Anblicke, die vergisst ein Junge nie
5
3
38 streifzug 7/2015
Höhentour im Vogelsberg: Der
Hoherodskopf hat mit Sommer­
rodelbahn, Kletterpark und Baum­
kronenpfad inzwischen einiges zu
bieten. Wer nicht ganz schwindel­
frei ist, versucht es beim naturbelas­
senen Minigolf. Oder er genießt die
Bombenaussicht bei einem Bierchen
im Berggasthof.
■ www.hoherodskopf­info.de
6
Trödeln am Wasser: Gebraucht­
waren, Trödel und Kunstgewerb­
liches mit Skylineblick und Hafen­
flair gibt’s jeden Samstag zwischen
9 und 14 Uhr in Frnakfurt, mal am
Sachsenhäuser Ufer, mal am neuen
Osthafen.
■ www.hfm­frankfurt.de
7
Galaxie erkunden: Wo genau die
Sternwarte Bad Nauheim liegt?
Ganz einfach: 264,86 Meter über
Normalnull. 8 Grad, 43 Minuten,
41,6 Sekunden östliche Länge.
campuS
Illustration: fotolia JiSign
50 Grad, 21 Minuten, 58,5 Sekun­
den nördliche Breite.
■ www.sternwartewetterau.de/
8
9
Der andere Zoo: Links warten die
Giraffen. Rechts gucken die Ziegen.
Dazwischen Kängurus, Schridkrö­
ten, Stachelschweine und was sonst
noch so kreucht und fleucht. Dass
es außer Geparden und Luchsen
keine Großkatzen gibt, fällt fast
schon nicht auf.
■ www.opel­zoo.de
Lenny knippst zurück: Lenny
Kravitz greift zur Kamera: Eine
Ausstellung mit 30 Fotos des Künst­
lers ist noch bis August bei Leica
in Wetzlar zu sehen. Sie zeigt die
Essenz eines Lebens als Rockstar,
der ständig in der Öffentlichkeit
steht.
■ www.leica.de
10
11
12
Motorsport für Anfänger: Mit knapp
sieben PS über die Piste? Das geht
auf der Kartbahn Hungen. Auch
wenn das nicht nur den Kleinen
Spaß macht: Für Kinder gibt es
gesonderte Karts. Geschwindigkeit
bekommen die aber auch drauf.
■ www.kartbahn­hungen.de
Gruseln im Turm: Hörspiel trifft
Theater, wenn die Hörtheatrale ab
dem 15. Juli »Dr. Jekyll & Mr. Hyde«
in großartiger Atmosphäre am
Marburger Spiegelslustturm zeigt.
Der Fürst der Finsternis ist auf der
Jagd, bis er selbst zum Gejagten
wird.
■ www.diehoertheatrale.de
Die Dunkelheit erkunden: Stockfins­
ter ist es, kein einziger Lichtstrahl ist
zu sehen, nur die Stimme des Guide
kann man hören. Ausgerüstet mit
einem Blindenstock, wird man im
Frankfurter Dialogmuseum in die
Welt der Dunkelheit mitgenommen.
■ www.dialogmuseum.de
13
Lasern in Linden: Spätestens mit der
TV­Serie »How I Met Your Mother«
wurde Lasertag auch in Deutschland
zum Trend. Neben Anbietern im
Rhein­Main­Gebiet gibt es auch
eine Halle in Linden. Besonderen
Spaß macht’s natürlich im Team.
■ www.laserplaza.de
14
Wasser von allen Seiten: Mittel­
hessen liegt zwar nicht direkt am
Meer, aber in Sachen Wassersport
wird einiges geboten. Auf Seite
40 stellen wir einige Angebote vor.
Unumstrittenes Highlight in diesem
Sommer ist der »Blob« am Duten­
hofener See.
■ www.dutenhofenersee.de
fd
7/2015 streifzug 39
Sportwelt
Frühschwimmen im Freibad
Ringallee, der »Blob« am
Dutenhofener See, Wakeboarden in Heuchelheim
oder doch lieber eine gemächliche Kanu-Tour auf der
Lahn. Noch nie war das
Der heimliche
Star des Sommers
Angebot im Gießener Land
so groß, Sommer, Sonne und
das Wasser, den »heimlichen
Star des Sommers« zu verbinden. Der streifzug hat das
vielfältige Angebot getestet.
Neuerdings lockt der Dutenhofener See mit
einer seltenen Attraktion. Der »Blob« zog
sogar schon Besucher aus Thüringen an. Der
Reiz: Bis zu acht Meter hoch durch die Lüf­
te ins Wasser fliegen. »Schuld« daran ist ein
Strahlemann, der durchaus als risikolustig
bezeichnet werden darf. Erik Fleischmann
hat den »Blob« ins Gießener Land gebracht.
Ein Luftkissen, auf dem einer sitzt und war­
tet, bis ein oder zwei Kollegen von einem
Sprungturm springen. Wenn sie auf dem
Kissen landen, wird der Wartende in die
Luft katapultiert, fliegt und taucht danach
mit ordentlich Karacho ins Wasser ein. Der
»Blob« ist das neue Zugpferd am See. »Die
Leute sagen: Geil, endlich mal was los
hier«, meint Fleischmann.
Der 25-Jährige aus Grünberg lag eines
nachts, Mitte März, im Bett und machte sich
Gedanken. Dabei kam er auf die Idee, nach
einer Attraktion dieser Art zu fahnden. »Das
hat schnell große Ausmaße angenommen.
Ich bin auf einer Blob-Homepage gelandet.
Dort konnte man die Kissen mieten oder
kaufen. Für mich war schnell klar, dass ich
mein Glück damit versuchen will.
Fleischmann stellte dem Pächter des Duten­
hofener Sees seine Idee vor. Der war be­
geistert. »Plötzlich war der Blob auf 63 000
Flyern. Und es gab kein Zurück mehr«,
erinnert sich Fleischmann und lacht. Am
23. Mai wurde die Anlage eröffnet. »Bei
­gutem Wetter ist das Ding hier voll«, sagt er
zufrieden. Auch beim Besuch des streifzugs
herrscht reger Betrieb. Es ist kurz nach
40 streifzug 7/2015
Sportwelt
muss nüchtern sein«, sagt Zutt. »Da werden
neuerdings verstärkt Kontrollen durchge­
führt.« Wer erwischt wird, müsse laut Zutt
auch um seinen Pkw-Führerschein bangen,
wie bei Alkoholkonsum im Straßenverkehr.
Zutt: »Ich sag mal so: Wer betrunken im
Boot angehalten wird, ist arm dran.« Das
gilt auch für die Tretboote. Schwan »Dieth­
mar«, Ente »Gabi« oder der VW-Beetle sind
seit drei Jahren im Angebot und kurbeln das
Geschäft an. Vom Uferweg flussaufwärts
geht es vorbei an vielen Schreber- und Bier­
gärten – Erholung pur für die Seele.
18 Uhr. Die blonde Theresa Schill aus Wetz­
lar (18) kommt gerade aus dem Wasser. Sie
hat den Sprung hinter sich. »In der Höhe
hatte ich schon etwas Angst«, gibt sie zu.
»Das Beste ist der Spannungsmoment vor­
her. Du sitzt auf dem Kissen und weißt nicht
genau, wann die anderen landen werden.«
Um blauen Flecken zu vermeiden, müssen
Weste und Helm getragen werden. So
schreibt es der TÜV vor. Es sei aber auch
notwendig, sagt Fleischmann. Vor Kurzem
hatten zwei Männer, je 150 kg Gewicht,
Spaß daran, ins Kissen zu springen. »Die
Leute sind dank der beiden regelmäßig acht
Meter hoch geflogen«, erinnert sich »Mr.
Blob«, der für das Projekt einen mittleren
fünfstelligen Betrag investierte. Keine gerin­
ge Summe also und auch kein geringes Ri­
siko. Doch Fleischmann schränkt ein: »Ich
wusste, dass das funktioniert.«
Wesentlich gemütlicher geht es im Freibad
an der Ringallee zu. Schon um 7 Uhr zie­
hen die ersten Frühschwimmer – meist
Stammgäste – ihre Bahnen. Nur 15 Minuten
später ist die Gruppe auf 15 Personen ange­
wachsen. Auch Sören Krotzky aus Wißmar
gehört dazu. Er beschreibt, was die meisten
an diesem sonnigen Morgen denken: »Es ist
ein wunderschönes Gefühl. Das Schwim­
men gibt dir Kraft und Energie für den Tag.«
Und der beginnt bei unserem Besuch an
der Ringallee mit Vogelgezwitscher, Son­
nenschein und dem Sprung ins kühle Nass.
Wobei kühl relativ ist: Um 8.12 Uhr beträgt
die Wassertemperatur 25 Grad, die Außen­
temperatur 16 Grad. Der 31-Jährige trainiert
für den Frankfurt-Marathon am 5. Juli und
hebt das »Meditative« am Schwimmen her­
vor: »Ein Morgen mit Sonne im Schwimm­
bad hat einen besonderen Charakter.« Wie
es sich für einen Sportler gehört, sagt der
Wißmarer: »Ich gehe aber auch, wenn es
regnet. Ob das Wasser von oben oder von
unten kommt, ist doch egal.« Krotzky hat
sogar einen Geheimtipp: »Wenn es ordent­
lich regnet, sieht man die Tropfen sogar un­
ter Wasser. Das sieht extrem klasse aus«,
sagt er und zieht weiter seine Bahne. Vor
dem großen Ansturm will der Krotzky das
Bad wieder verlassen haben. Denn an Som­
mertagen mit 30 Grad werden nachmittags
etwa 5000 Besucher erwartet.
Beschaulicher geht es da auf der Lahn zu,
obwohl bis zu 450 Menschen von Veran­
stalter Kanutours in Gießen täglich mit Ka­
jaks versorgt werden könnten. »Ich finde,
jeder Gießener sollte eine Kanutour ge­
macht haben«, sagt Peter Zutt von der Ge­
schäftsführung und erkllärt: »Schon allein,
um seine Heimat aus einer Perspektive zu
sehen, die er garantiert noch nicht kennt.«
Vorsicht ist aber geboten: Alkoholkonsum
ist strengstens untersagt. »Der Bootsführer
Action am Heuchelheimer
See: Die Wakeboarder
zeigen spektakuläre Sprünge
Fotos: ras/Schepp
Ein schöner Moment:
Ruhe im Freibad Ringalle
Davon kann bei der Wasserski- und Wake­
boardanlage am Heuchelheimer See nur be­
dingt gesprochen werden. Nirgends liegen
Stolz und Frust so nah beieinander wie hier.
Wer mit dem Brett unter den Füßen übers
Wasser gleitet und an den Besuchern vor­
beizischt zur nächsten Runde, der weiß,
dass sich die etlichen gescheiterten Versu­
che zuvor gelohnt haben. Bis dahin ist es
meist aber ein weiter Weg. Was sich an der
Startrampe abspielt, bringt den Beobachter
zum Schmunzeln. Nur wer die Frage »Hat’s
beim letzten Mal geklappt?« mit »Ja« beant­
wortet, wird von weiteren Tipps der Mitar­
beiter verschont. Geht es mit dem Ziehen
der Leine los, endet der Ritt oft schon nach
wenigen Metern mit einem harten Aufprall
auf das Wasser. Man versucht und versucht
sich, aber meist liegt man gleich wieder
flach, sammelt die Wasserskier ein
schwimmt geschlagen ans Ufer zurück.
Durchhaltevermögen ist gefragt, vor allem,
weil die Warterei gut 15 Minuten dauert.
Man muss also zäh sein. Aber der Moment,
wenn die ersten Meter überwunden wurden
und man über das Wasser schwebt, hat fast
schon etwas Magisches. Zumindest entschä­
digt er für die vielen Fehlversuche zuvor. Sven Nordmann
7/2015 streifzug 41
Foto: Klingelhöfer
»Dollbohrer« kommt nach Hause
Die Bühnenfassung von Henni Nachtsheims »Dollbohrer« ist mittlerweile eine Erfolgs­
geschichte geworden. Das liegt auch an dem wunderbaren Zusammenspiel des Kult-Hessen
mit Rick Kavanian. Auf der Bühne setzen die beiden Comedians die Texte gemeinsam
um in eine szenische Lesung mit Lacher-Garantie. Am 24. Juli gastieren die beiden auf dem
Schiffenberg in Gießen. Hier ist die Idee zu »Dollbohrer« entstanden. Im Interview mit dem
streifzug sprechen Nachtsheim und Kavanian über ihre besondere Beziehung.
Die Idee für »Dollbohrer« ist in Gießen
­geboren worden …
HN: Ja. Die Grundidee für das ganze
­Thema entstand im Schuhhaus Darré.
­Eigentlich hätte ich einen Krimi vortragen
sollen. Das wollte ich aber nicht, das
war mir zu langweilig. Dann kam diese
Idee auf: »Der Pate« ins Hessische zu
42 streifzug 7/2015
übersetzen, wenn auch mit einigen
­ gestalterischen Freiheiten«. Die Version
»
kam gut an. Später habe ich mir gedacht,
das hätte man noch besser machen kön­
nen. Daraus wuchs das »Dollbohrer«-­
Projekt: Kapitel der Weltliteratur in einen
neuen Kontext zu setzen. Aber Gießen war
der Auslöser.
Die Rückkehr nach Gießen ist also die
logische Konsequenz?
HN: Ja. Das war beim letzten Mal schon so,
auf dem Schiffenberg ist es noch mehr. Es
ist nicht nur die Rückkehr von Dollbohrer
nach Gießen, sondern die von mir zu dieser
Location, die ich so mag. Ich hatte dort sehr
emotionale Abende mit »Badesalz«.
Kultur
Sie beide sind mit »Dollbohrer« schon
mehr als zwei Jahre auf Tour. Haben Sie
mit diesem Erfolg gerechnet?
RK: Ich habe mit gar nichts gerechnet. Ich
habe mich nur gefreut, etwas mit Henni zu
machen. Wir kennen uns viele Jahre, hatten
immer mal sporadisch Kontakt. Als er mich
gefragt hat, ob wir zusammenarbeiten wol­
len, habe ich nicht mal gefragt, was es
überhaupt ist. Gemeinsam mit unserem
Pianisten sind wir drei Freunde, die großen
Spaß haben. Ich glaube, die Zuschauer
merken das.
HN: Ja. Wir wissen, was zu tun ist. Der Text
hat genug Kraft, sodass wir auch nicht dau­
ernd bemüht Quatsch machen müssen. Wir
wissen, irgendwann kommt der Moment
oder das Wort, das ich nicht aussprechen
kann – dann sehe ich schon, wie bei Rick
die Mundwinkel zucken. Es gibt einen
­Gesichtsausdruck von Rick, den kann ich
100-mal gesehen haben, ich breche trotz­
dem zusammen vor Lachen. Wir gehen viel
lockerer mit Texten um als am Anfang und
haben neben dem Vorlesen eine zweite
Ebene gefunden.
Wenn sich einer verliest,
fängt der andere gleich
an zu lachen
Sie beide kommen immer wieder für ein
paar Tage zusammen. Kann man diese Beziehung mit einer Fernbeziehung
vergleichen?
HN: Ich kann Rick ein halbes Jahr nicht ge­
sehen haben, aber wenn er dann hier rein­
kommt, ist das Gefühl zwischen uns sofort­
wieder da. Schnipp! Manchmal gibt es aber
auch Menschen, das kenne ich gerade in
Beziehungen zu Frauen, die hat man eine
Woche nicht gesehen, und die fremdeln
wie die Pest. Du warst eine Woche weg,
und musst wieder um Wärme betteln. Bei
Rick ist das eine Qualität, die eine Bezie­
hung zwischen Menschen unkompliziert
macht. Er ist sowieso meist gut gelaunt. Das
macht es einfacher. Fernbeziehung ist aber
ein bisschen übertrieben.
War das Konzept auf eine so lange Zeit
ausgelegt?
HN: Das muss man etwas relativieren. Der
Zeitraum klingt lange, aber wir spielen ja
nicht so oft. In diesem Jahr stehen wir sie­
benmal auf der Bühne. Es ist ein Projekt,
das wir immer wieder aufgreifen. Der Plan
ist, dass wir noch zwei, drei Jahre damit
weitermachen. Wir halten es frisch, indem
wir immer mal zwei, drei Nummern raus­
schmeißen und neue schreiben. So wie
­damals für Gießen, als wir die Weihnachts­
geschichte aufgenommen haben. Ehrlich
gesagt habe ich nicht gedacht, dass mir
nach »Badesalz« in einem ähnlichen Sektor
noch einmal etwas so erfolgreiches gelin­
gen wird.
Ohnehin gleicht ja kein »Dollbohrer«Abend einem anderen, oder?
HN: Genau. Du kannst proben wie du
willst, eine Live-Situation kannst du nie vor­
konstruieren. Auf der Bühne passieren im­
mer wieder Sachen, die wir nicht kalkuliert
haben. Wenn einer einen Fehler macht,
reibt der andere ihn dem gnadenlos unter
die Nase. Mittlerweile zelebrieren wir das.
Wenn einer sich verliest, hört man den an­
deren schon lachen. Ich glaube, die Leute
haben schon damals bei der Premiere ge­
spürt, dass da etwas Großes entsteht. Wir
hatten vor der Premiere zehn Tage mitein­
ander gewohnt. So wie in einem Trainings­
lager. Da hat man schon gemerkt, da kön­
nen sich drei Jungs gut leiden.
RK: Was ich so wahnsinnig angenehm emp­
finde ist, dass wir uns überhaupt nichts nei­
den. Wir lassen eher dem anderen den
Vortritt.
Hat sich die Zusammenarbeit auf der Bühne mit der Zeit verändert?
Am Anfang war es
Sympathie, mittlerweile
ist es Freundschaft
Wie ist das für Sie?
RK: Unsere Beziehung ist schon toll. Ich
habe mein aktuelles Soloprogramm ja auch
mit Henni und mit meiner Frau geschrie­
ben, da wächst man noch mal anders und
intensiver zusammen. Durch die Zusam­
menarbeit bei »Dollbohrer« habe ich bei
mir Dinge entdeckt, die ich selber gar nicht
gesehen hätte. Wir sind mittlerweile über
die Jahre innig verbunden. Man fühlt für
den anderen mit, man denkt für den andern
mit. Mittlerweile telefonieren wir
regelmäßig.
Was schätzen Sie an ihm?
RK: Wenn ich an den Menschen Henni
denke, schießen mir zwei Begriffe in den
Kopf, die ich an ihm schätze und bewun­
der: Er hat eine sehr hohe Sozialkompetenz
und emotionale Intelligenz. Wie er mit
Menschen umgeht. Das bewundere ich
sehr. Ob mit seiner Familie, seinen Freun­
den, mit Außenstehenden, das hat immer so
eine Höflichkeit, eine Aufrichtigkeit. Er lässt
sich aber nie bedrängen. Er weiß Grenzen
zu zeigen, aber mit einer Freundlichkeit.
Außerdem kann er sich sehr in Menschen
reinfühlen. Ich kann ihm nichts vormachen,
er merkt sofort, wenn irgendwas ist. Abge­
sehen davon ist er ein toller Künstler. Er hat­
te mit »Badesalz« schon Erfolg, als ich gera­
de im Radio anfing. Anfang der 90er. Wir
haben uns das erste Mal gesehen und
mochten uns gleich. Das ist schon toll. Ich
bin sehr dankbar dafür.
Haben Sie auch von ihm gelernt?
RK: Sowohl als Mensch als auch auf der
Bühne. Seine Musikalität ist super, man
spürt, er liebt, was er tut. Du wirst nie Sa­
chen sehen, die er nur abruft, der Bequem­
lichkeit halber. Ihm geht es um die Sache.
Was schätzen Sie an Rick – an dem Menschen, aber auch an dem Künstler?
HN: Der Armenier ist gefügisch und billisch
im Unterhalt. 9 Euro die Stunde (lacht).
Aber er friert leider sehr schnell. Im Ernst:
Am Anfang ist es Sympathie gewesen, ich
mochte ihn, habe auch alle Live-Program­
me gesehen. Auch mehrfach. Es war natür­
lich auch eine künstlerische Entscheidung,
mit ihm zusammenzuarbeiten bei dem Pro­
jekt, denn ich brauchte jemand, der Sachen
kann, die ich nicht kann, sprich Dialekte,
Sprachen, Stimmen. Aber es musste auch
jemand sein, den man gerne bei sich hat.
Das Menschliche kannte ich am Anfang
nicht so. Aber ich weiß noch, das werde ich
nie vergessen, der erste Abend, an dem
Rick hiergeblieben ist: Nach dem Arbeiten
haben wir Fußball geschaut, das berühmte
4:4 gegen Schweden. Wir haben Essen ge­
holt und dann das schräge Spiel gesehen.
Das war der Einstieg. Und auch die Zusam­
menarbeit passte gleich: Ich habe mir nie
die Mühe gemacht, zu überlegen, wen hät­
te ich noch nehmen können. Ich hatte die
Frau fürs Leben schon gefunden
Was macht Rick Kavanian auf der Bühne
aus?
HN: Er hat ein extrem intensives Verhältnis
zur Sprache und liest die Texte unglaublich
gut – auch hochdeutsch. Manchmal denke
ich: Boah, das habe ich geschrieben, klingt
echt geil. Er kann so viele Dialekte. Die Leu­
te bekommen bei uns das, was sie erwarten.
Die wissen schon: Das ist der Hessische,
auch von der Denkweise. Wenn es hessisch
wird, sind wir bei dem richtig, aber wenn es
italienisch, holländisch oder sonstwie klin­
gen soll, is halt de anner da. Seine Schatz­
kiste ist unendlich, ich bin da total limitiert.
Siggi Klingelhöfer/Marc Schäfer
7/2015 streifzug 43
wein deS monatS
Vinothek
in
Wedes
Monats
Bosch Braunbier
5 Prozent Alkohol, rund 80 Cent für
die 0,5­Liter­Euroflasche, Bezug
über den ausgewählten heimischen
Getränkehandel
Die Versuchung
Beim Männerabend gab es Bier, keinen
Wein. Dafür aber gleich zehn Sorten. Um
es vorweg zu sagen: Dass die Gießener
kein eigenes Brauhaus mehr betreiben,
darf nicht verwundern. Und dass es Licher
Pils und Export noch gibt,
ist für den Weintrinker eine
herbe Überraschung. Ein
Clausthaler immerhin
bezirzt die Ratio. Liebe,
die durch den Magen geht,
lockt anders. Mit mehr
Rasse vielleicht.
Das Köstritzer Schwarzbier
hellte nach derlei Erkenntnis­
sen die Stimmung auf. Das
Kölsch war cool, das Schlösser Alt nicht
nur etwas für Düsseldorfer und das
Guinness spielte wie immer in einer eige­
nen Liga. Beim Braunbier aus dem Hause
Bosch waren sich die Experten schnell
einig: Es schmeckt, ist nahrhaft und gut.
Bei Bosch in Bad Laasphe setzen sie auf
handwerklichen Genuss. Das erklärt auch
die Euroflaschenform mit dem ungewöhn­
lich breiten Hals. So sahen Bierflaschen
sik
Muzum
früher aus. Warum das
so sein muss, wissen
die Boschler ganz ge­
nau: Durch den breiten
Flaschenhals lässt sich
der Stoff bes­
ser trinken und
dank der kompakten Form
bleibt er im Sommer länger
kühl.
Im Glas bernsteinfarben. In
der Nase Malz und Hopfen.
Im Mund üppig und weich,
Weinautor
mit deutlicher Malznote und
z
Mer
Manfred
zartbitterem Hopfenton. Die
dezente Süße wird von war­
mer Würze umschmeichelt. Sie rundet den
frischen Geschmack bis ins Finale ab.
Nicht zu kalt genießen.
Beim Männerabend hatte das Braune
kaum eine Chance, warm zu werden.
Überraschend: Die heimischen Genießer
konnten ihr Licher bei der Blindverkostung
nicht erkennen. Allein schon deshalb ist
es eine schöne Sünde, der Versuchung
des vollmundigen Braunbiers zu erliegen.
Bier ist Heavy Metal, Head­
banging, Eintracht und die
Festhalle – so viel zu den Kli­
schees. Das Braune von Bosch tanzt auf
der Zunge Tango, am liebsten mit Astor Piaz­
zollas »Libertango«, gespielt von Emil Poke.
Wein
Schreiben Sie an
Manfred Merz:
[email protected]
Sperrsitz
Becks letzter Sommer
Eine Roadtrip-Komödie nach dem Roman von Benedict Wells – Start: 23. Juli – Kinocenter
Einst war Robert Beck (Christian Ulmen)
ein viel beachteter Newcomer in der Mu­
sikbranche. Nun arbeitet der Enddreißiger,
ohnehin schon geplagt durch seine ­kriselnde Beziehung mit Freundin Lara
(Friederike Brecht), als Musiklehrer und
­unterrichtet gelangweilte Teenager.
Doch er entdeckt, dass einer seiner Schüler,
Rauli Kantas (Nahuel Pérez Biscayart), ein
begnadeter E-Gitarren-Spieler und Sänger
ist. Er fühlt sich an sich selbst erinnert und
­beginnt, den 17-jährigen Außenseiter aus
­Litauen zu fördern. Damit tut sich für Beck
die Chance auf, aus seinem bequem gewor­
denen Leben auszubrechen. Nicht ­ohne
­Eigensinn arbeitet Beck daran, die Karriere
des jungen Rauli aufzubauen, sein altes
­glamouröseres Leben wiederaufzunehmen.
Weil Becks inzwischen drogen­abhängiger
bester Freund aus ­Jugendzeiten Charlie
­(Eugene Boateng) ­Hilfe bei einer dringen­
den Angelegenheit in Istanbul braucht,
­reisen er, der Musik­lehrer und das ­musi­kalische Wunderkind in die türkische Met­
ropole. Auf der Reise beginnt Beck, über
seine Lebensziele nachzudenken …
Gewinnspiel
Der streifzug verlost mit den Gieße­
ner ­Kinos 3x 2 Tickets für die erste
Vorstellung des Films »Becks letzter
Sommer« am 23. Juli. Wer den Film
sehen möchte, sollte bis zum 15. Juli
eine Karte mit dem Kennwort »Kino«
an streifzug, Mar­burger Straße 20,
35390 Gießen oder eine Mail an
[email protected]­giessener-allgemeine.de
­senden.
7/2015 streifzug 45
Sperrsitz
Neu im
Gießen
Kinocenter Gießen
Bahnhofstraße 34, Telefon 06 41/7 21 08
Kinopolis Gießen
Ostanlage 43–45, Telefon 06 41/5 65 57 89
Kommunales Kino Jokus
Ostanlage 25 a, Telefon 06 41/3 06-24 95
Grünberg
Kino
Für immer Adaline
Bismarckstraße 10, Telefon 0 64 01/68 69
Eine romantische Reise durch die Jahrzehnte – Start: 9. Juli – Kinopolis
Lich
Kino »Traumstern«
Gießener Straße 15, Telefon 0 64 04/38 10
Weitere Kino-Tipps
finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine
Zeitung oder auf unserer Internetseite unter
www.giessener-allgemeine.de/kino.
Vorhang auf
in den Gießener Kinos!
KINOPOLIS Gießen
KINOCENTER Gießen
KINOPOLIS
Ostanlage 43-45 • 35390 Gießen
Kinocenter • Bahnhofstraße 34 • 35390 Gießen
Roxy • Ludwigsplatz 4 • 35390 Gießen
Kinocenter
Heli
• Frankfurterstraße
34 • 35390
Gießen
Bahnhofstraße
34 • 35390
Gießen
Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de
www.kinopolis.de
46 streifzug 7/2015
Die Welt hat sich in den letzten hundert
Jahren verändert – nicht aber Adaline
Bowman (Blake Lively). Es ist 1935 und
Adaline 29 Jahre alt, als ihr Leben eine
schicksalhafte Wendung erfährt. In einer
stürmischen Nacht gerät Adaline in einen
Unfall, fortan gelten für sie die Regeln der
Zeit nicht mehr: Adaline hört auf zu al­
tern. Was wie ein Traum klingt, bedeutet
für Adaline ein einsames und zurückge­
zogenes Leben: Fast alle Menschen,
­denen sie im Laufe der folgenden acht
langen Jahrzehnte nahekommt, muss
sie irgendwann schweren Herzens ver­
lassen, um ihr Geheimnis zu wahren –
bis auf ihre Tochter Flemming (Ellen
Burstyn). Doch eines Tages begegnet sie
dem charismatischen Ellis Jones (Michiel
Huisman). Hals über Kopf verliebt er sich
in die geheimnisvolle Adaline und gibt
auch nicht auf, als sie sich von ihm zu­
rückzieht. Ihre strikten Vorsätze geraten
ins Wanken: Kann sie diesmal der großen
Liebe eine Chance geben und sich Ellis
anvertrauen? Ein Wochenendbesuch bei
seinen Eltern (Harrison Ford und Kathy
Baker) droht, ihr jahrzehntelang wohl­
behütetes Geheimnis ans Licht kommen
zu lassen: Ellis’ Vater William erkennt
Adaline wieder …
Sperrsitz
Unknown User
Chat-Nachrichten aus dem Jenseits – Start: 16. Juli – Kinopolis
Sechs Highschool-Freunde (Jacob Wysocki, Will Peltz, Moses Ja­
cob Storm, Renee Olstead, Shelley Hennig und Courtney Halver­
son) skypen miteinander, sehen sich also ausschließlich über ihre
Bildschirme. Genau ein Jahr zuvor beging ihre Mitschülerin Laura
Barns (Heather Sossaman) Selbstmord. Wenige Tage vor ihrem
Suizid hatte jemand ein Video im Internet gepostet, das Laura in
peinlicher Situation nach einer Party zeigte. Hämische Kommen­
tare im Netz hatten nicht lange auf sich warten lassen. Jetzt, im
Heil
Satire mit Rundumschlag – Start: 16. Juli – Kinocenter
Chat der sechs Freunde, klinkt sich ein Nutzer namens billie227
ein, den niemand aus der Clique kennt. Er will wissen, wer da­
mals das demütigende Video von Laura ins Internet gestellt hat –
andernfalls gibt es Tote. Zunächst halten die Freunde das Ganze
für einen schlechten Scherz, doch dann fängt der Unbekannte an,
seine Drohungen in die Tat umzusetzen …
So hat sich der Schriftsteller Sebastian Klein (Jerry Hoffmann) seine
Lesetour wohl nicht vorgestellt. Bei seiner Ankunft im ostdeutschen
Nest Prittwitz bekommt der Afrodeutsche von den lokalen Neo­
nazis direkt einen Schlag auf den Kopf verpasst, woraufhin er sein
Gedächtnis verliert und fortan nur noch das nachredet, was ihm
vorgesagt wird. Das weiß Sven (Benno Fürmann), der Anführer der
rechten Bande, prompt für seine Zwecke zu nutzen. Süffisant impft
er dem Ahnungslosen seine fremdenfeindlichen Parolen ein, mit
denen er bald auch in Talkshows für Aufruhr sorgt. Währenddessen
macht sich Sebastians besorgte und hochschwangere Freundin
­Nina (Liv Lisa Fries) auf den Weg, um zusammen mit dem Polizis­
ten Sascha (Oliver Bröcker) den verwirrten Sebastian aufzuspüren
und zur ­Vernunft zu bringen. Sven hingegen hofft, durch seinen
­wTriumph auch endlich das große Liebesglück zu finden, doch sei­
ne Ange­betete Doreen (Anna Brüggemann) zeigt sich nicht allzu
sehr beeindruckt. Für sie zählen nur Taten. Und so mobilisiert Sven
schließlich alles und jeden für seinen ganz großen Auftritt.
Magic Mike XXL
Fortsetzung des Überraschungserfolgs von 2012 – Start: 23. Juli – Kinopolis
Nachdem Mike Martingano (Channing
Tatum) vor drei Jahren seine Stripperkar­
riere beendete, wollen auch die ande­
ren Mitglieder der »Cock Rocking Kings
Of Tampa« das Handtuch werfen. Doch
für ihren Abschied vom Showbusiness
haben sie sich etwas ganz Besonderes
überlegt. Sie wollen ihre angestammte
Bühne in Tampa, Florida, verlassen und
mit einem phänomenalen Auftritt
in Myrtle Beach ihre Abschiedsvorstel­
lung geben.
Dabei darf aber auch der legendäre
Magic Mike nicht fehlen, er soll als
Headliner ein weiteres Mal ins Rampen­
licht treten. Zusammen mit Mike bege­
ben sich die Tänzer auf den Weg zu
ihrer finalen Show. Während des Roadt­
rips wird halt in Jacksonville und Savan­
nah gemacht, wo sie Choreografien ein­
studieren, alte Bekanntschaften aufleben lassen, neue Freundschaften
schließen – und ihre Vergangenheit
abschütteln.
7/2015 streifzug 47
feier
Licher lädt Sie ein zum
Brauereifest 2015.
18. – 19. Juli
Eintritt frei!

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