Bericht aus der Heinrich-Böll

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Bericht aus der Heinrich-Böll
Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Main-Kinzig e.V.
Sozialarbeit in Schulen (SiS)
Heinrich-Böll-Schule
ZKJF
Bruchköbel
Heinrich-Böll-Schule, Bruchköbel
Bericht für das Schuljahr 2013/14
Inhalt
ALLGEMEINE INFORMATIONEN
2
A) SOZIODEMOGRAFISCHE MERKMALE DER KLIENTEN/INNEN
3
1. ANZAHL DER KLIENTINNEN UND KLIENTEN
2. ALTER DER KLIENTINNEN UND KLIENTEN
3. GESCHLECHT DER KLIENTINNEN UND KLIENTEN
4. WOHNORTE DER KLIENTINNEN UND KLIENTEN
3
3
4
4
B) EINZELFALLBEZOGENE ARBEIT (§ 13 SGB VIII)
5
1. ERBRACHTE LEISTUNGEN
2. HILFEANLÄSSE UND PROBLEMLAGEN
3. BEENDIGUNG DER LEISTUNGEN
4. RESÜMEE UND ERLÄUTERUNGEN: EINZELFALLBEZOGENE HILFEN
C) VERMITTLUNG BEI KONFLIKTEN
1. ERBRACHTE LEISTUNGEN
2. RESÜMEE: VERMITTLUNG BEI KONFLIKTEN
D) GRUPPENBEZOGENE ARBEIT
1. ERBRACHTE LEISTUNGEN
2. THEMEN / INHALTE DER GRUPPEN
3. BEENDIGUNG DER GRUPPEN
4. RESÜMEE: GRUPPENBEZOGENE ARBEIT
E) KLASSENBEZOGENE ARBEIT
1. ERBRACHTE LEISTUNGEN
2. THEMEN / INHALTE DER KLASSENPROJEKTE
3. BEENDIGUNG DER KLASSENPROJEKTE
4. RESÜMEE: KLASSENBEZOGENE ARBEIT
5
6
6
6
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7
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8
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8
10
10
10
10
10
F) QUALITÄTSSICHERUNG, VERNETZUNG UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT/STÜTZLEISTUNGEN
11
FAZIT UND AUSBLICK
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ZKJF Sozialarbeit in Schulen
Bericht 2013/14
Heinrich-Böll-Schule, Bruchköbel
Allgemeine Informationen
Heinrich-Böll-Schule, Bruchköbel
Schulform Schüler/innen
Integrierte Gesamtschule
1.083
Einzugsgebiet
Bruchköbel
Stadt Hanau
Hu-Mittelbuchen
Besonderheiten
Pädagogische Mittagsbetreuung
Sozialarbeit in der Heinrich-Böll-Schule (SiS)
Auftraggeber
Finanzierung
Träger
Umfang
Fachkraft
Handlungsfelder
Arbeitsschwerpunkte
Zielgruppe
Erreichte Schüler/innen
Jugendamt MKK
50% Jugendamt MKK
50% durch alle 28 kreisangehörige Kommunen (vertragliche Regelung)
Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Main-Kinzig e.V. (ZKJF)
100% Stelle / 39 Wochenstunden
Katharina Keim
Einzelfallbezogene Beratung und Krisenintervention
Vermittlung bei Konflikten
Gruppenbezogene Arbeit
Klassenbezogene Arbeit
Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Qualitätssicherung
Beratung einzelner Schüler/innen in schulischen und persönlichen Problemlagen
Berufsorientierung und Lebensplanung
Streitschlichtung und Krisenintervention
Soziales Lernen in Gruppen und Klassen
alle 1.083 Schüler/innen der integrierten Gesamtschule
407, das sind 37,58% der Zielgruppe
Davon nahmen 128 Personen mehrere Leistungen in Anspruch
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A) Soziodemografische Merkmale der Klienten/innen
Im allgemeinen Überblick (S. 2) wird die Anzahl der erreichten Schülerinnen und Schüler genannt. Da einige von ihnen zwei oder mehrere Leistungen (z.B. Teilnahme an einem Klassenprojekt und Einzelberatung) in Anspruch nahmen, übersteigen die im Folgenden genannten Zahlen die Menge der tatsächlich beteiligten Personen (Mehrfachzählungen): Insgesamt nahmen im Berichtszeitraum 407 Schülerinnen und Schüler 535 verschiedene Leistungen der
Sozialarbeit in Schulen in Anspruch.
1. Anzahl der Klientinnen und Klienten
Der größte Anteil entfiel auf die Beratung mit 226 Schüler/innen.
2. Alter der Klientinnen und Klienten
Die Klienten/innen waren zwischen 10 und 19
Jahre alt. Die meisten von ihnen waren im
Alter von 12 bis 17 Jahren.
Beratung: breit gestreut von 10 bis 19 Jahre,
mit einem deutlichen Schwerpunkt bei den
15-Jährigen.
Gruppen: von 12 bis 17 Jahre, der Schwerpunkt lag hier in den 9. Klassen
Konfliktbearbeitung: von 10 bis 17 Jahre, der
Schwerpunkt lag bei den 13- und 14-Jährigen
Klassenprojekte: es wurden zwei 5. Klassen, zwei 6. Klassen, eine 7. Klasse
und eine 8. Klasse betreut.
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Entsprechend des Beratungsschwerpunktes „Berufsorientierung“ waren die 14- bis 16-Jährigen am stärksten
vertreten. Gerade für die Hauptschüler/innen dieser Altersgruppe ist die Berufsfindung und weitere Lebensplanung
sehr aktuell und zum Teil dringlich.
Im Schuljahr 2013/2014 nahmen 246 Schüler/innen im Alter von 10 bis 17 Jahren an den Gruppen- und Klassenangeboten der Schulsozialarbeit teil. Die 12-13-jährigen Schülerinnen waren Gruppenteilnehmer/innen zum Thema „Soziales Lernen“. Die 14- bis 16-Jährigen waren Teilnehmer/innen in den Kursen der Berufsorientierung. Fünf Klassen der
Jahrgänge 5-8 nahmen an einem Projekt zur Verbesserung der Klassengemeinschaft teil.
3. Geschlecht der Klientinnen und Klienten
Insgesamt haben 12% mehr Mädchen (56%) als
Jungen (44%) die Angebote der SiS in Anspruch
genommen.
Während bei Konflikten 8% mehr Jungen als
Mädchen teilnahmen, wurden die anderen SiSAngebote von deutlich mehr Mädchen (bis zu
24%) in Anspruch genommen.
4. Wohnorte der Klientinnen und Klienten
Anmerkung: der Wohnort wurde bei den Teilnehmern/innen der Klassenprojekte nicht erfasst.
Die überwiegende Anzahl der Schülerinnen und
Schüler lebten in Bruchköbel mit seinen Stadtteilen.
Hoch war der Anteil der Schülerinnen und Schüler,
die in Hanau lebten (circa 32%).
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B) Einzelfallbezogene Arbeit (§ 13 SGB VIII)
Das Angebot richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn des Haupt- und Realschulzweigs
der weiterführenden Schulen sowie der Integrierten Gesamtschulen und Schülerinnen und Schüler des BGJ, BVJ, BFS
1
und TZB der beruflichen Schulen.
Der Fokus liegt dabei immer auf der einzelnen Schülerin/dem einzelnen Schüler, ihren /seinen Problemlagen und
Bedarfen. (…)
Anlass ist immer

Eine persönliche Problemlage

Ein von der Schülerin/dem Schüler selbst geäußerter Bedarf

Ein absehbares Problem/ein absehbarer Bedarf

Eine Verhaltensauffälligkeit
Beteiligt sind immer eine Fachkraft von „Sozialarbeit in Schulen“ und eine Schülerin/ein Schüler.
Bei Bedarf können auch Eltern und Erziehungsberechtigte, Lehrkräfte, andere Personen, Fachkräfte und Fachdienste
sowie Institutionen und Organisationen hinzugezogen werden. Voraussetzung ist das Einverständnis der Schülerin/des Schülers.
Der Zugang der Schülerin/des Schülers kommt wie folgt zustande:

Die Schülerin/der Schüler sucht die Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ auf.

Die Schülerin/der Schüler wird von Dritten zur Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ geschickt bzw. an die Fachkraft vermittelt.

Die Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ wird selbst initiativ.
Einzelfallbezogene Arbeit kann als

Kurzberatung (bis 3 Beratungseinheiten)

Langfristige Beratung (ab 4 Beratungseinheiten)

Krisenintervention
durchgeführt werden. Dies schließt die Begleitung zu anderen Institutionen und Hausbesuche sowie Unterstützungsleistungen außerhalb der Schule ein
(aus Qualitätshandbuch, S. 8).
1. Erbrachte Leistungen
Im Schuljahr 2013/2014 wurden insgesamt 240 Beratungen und zehn Kriseninterventionen mit 226 Personen durchgeführt.
Beratungen
Anzahl
Kurzberatung
152
Langfristige Beratung
88
Krisenintervention
10
darin enthalten:
Hausbesuche
15
Betriebsbesuche
6
Kontakt Jugendamt
19
Kontakt Fachdienst
20
Ein Schwerpunkt der Kurzberatungen bildete das Thema „Berufsorientierung“. Die Begleitung und die Unterstützung
von 88 Schülern/innen in spezifischen Belastungssituationen (familiär, persönlich und schulisch) bildeten einen
weiteren Schwerpunkt der Beratungsarbeit an der Heinrich-Böll-Schule.
1
Berufsgrundbildungsjahr, Berufsvorbereitungsjahr, Berufsfachschule, Teilzeit-Berufsschule.
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2. Hilfeanlässe und Problemlagen
Das Diagramm zeigt, dass die häufigsten Beratungsanlässe im Bereich der Berufsorientierung und Probleme in der Familie lagen. Im
Vergleich zum Vorjahr haben sich die Schwerpunkte der Problemlagen und Hilfeanlässe
von Schülern/innen in der Beratung verändert. Zum ersten Mal kamen mehr Schüler/innen mit Problemen in der Familie, als
Schüler/innen mit Problemen in der Schule
Insgesamt gab es 106 Schülerinnen mit einem Hilfebedarf im Bereich Berufsorientierung (incl. Ausbildungs-bzw. Praktikumsplatzsuche), dies sind 19 Schüler/innen mehr als im vorherigen Schuljahr. Die Anzahl der Schüler/innen, die
Probleme in/mit der Schule haben verringerte sich von 67 auf 55 Schüler/innen. Im Bereich Schulverweigerung ist die
Anzahl der Schulverweigerer/innen auf 20 Personen gestiegen (14 Personen im Vorjahr).
3. Beendigung der Leistungen
164 Beratungen wurden abgeschlossen. 69 Klienten/innen wurden an andere Institutionen wie
Agentur für Arbeit, Erziehungsberatung und Jugendamt etc. weitervermittelt. Sieben Schüler/Innen sind umgezogen und/oder haben die
Schule gewechselt.
4. Resümee und Erläuterungen: einzelfallbezogene Hilfen
In diesem Kapitel wurden Aussagen über den Umfang, den Zeitraum und die Inhalte der einzelfallbezogenen Tätigkeiten an der Heinrich-Böll-Schule dargestellt.
Das Beratungsangebot der Sozialarbeit in Schulen wurde von 20% der 1.083 Schüler/innen in Anspruch genommen.
Der Kontakt zu den einzelnen Schülern/innen kam auf die unterschiedlichste Art und Weise zustande:
 Schüler/innen kamen aus Eigeninitiative
 Schülerinnen und Schüler kamen auf Empfehlung einer Lehrkraft und/oder der Schulleitung
 auf Empfehlung von Mitschülern/innen
 Durch die Teilnahme an einem Klassenprojekt oder einer Gruppe wurde die Fachkraft und ihr Angebot bekannt
In den Jahrgängen 5-7 waren Problemlagen meistens schulischer, familiärer oder peergroup-bezogener Art. Probleme
in der Familie hatten in diesem Schuljahr 57 Schüler/innen, das sind 20 mehr als im Vorjahr. Insgesamt stehen die
familiären Probleme von Schülern/innen in der Beratungsarbeit an zweiter Stelle. Die Anzahl der Konflikte mit
Gleichaltrigen hat - im Vergleich zum Vorjahr – unwesentlich zugenommen(2013=35/2014=36). Nach wie vor entstehen Konflikte über die Kommunikation im Internet (z.B. Facebook, whatsapp, etc.). Die Hemmschwelle ist hier wesentlich geringer als im persönlichen Kontakt. Mitschüler/innen zu beleidigen, zu diskriminieren oder zu diskreditieren ist keine Seltenheit.
Im Jahrgang 8 bis 10 waren es vorwiegend Probleme und Fragen zur Berufsfindung, Schulabschluss, Zukunftsperspektiven und persönliche Probleme. Obwohl sich die Ausbildungsplatzsituation für Jugendliche verbessert hat, haben
Schulabgänger/innen mit einem durchschnittlichen bis schlechten Abgangszeugnis nach wie vor kaum Chancen auf
einen Ausbildungsplatz. Hier besteht gerade bei den Hauptschülern/innen ein hoher Bedarf an Unterstützung. Die
Einzelberatung ermöglicht im Vergleich zur Gruppen- und Klassenarbeit eine vertraulichere Atmosphäre und eine
individuellere Förderung.
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C) Vermittlung bei Konflikten
Unter „Vermittlung bei Konflikten“ wird verstanden, dass die Fachkräfte „Sozialarbeit in Schulen“ offene und versteckte Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern mit den Betroffenen bearbeiten. Für die Teilnahme der betroffenen Schülerinnen und Schüler gilt das Freiwilligkeitsprinzip.
Für die „Vermittlung bei Konflikten“ gelten bestimmte Rahmenbedingungen: Anlässe sind immer offene und versteckte Konflikte zwischen Schülerinnen/Schülern bzw. Gruppen von Schülerinnen /Schülern.
Der Zugang zur Vermittlung in Konflikten kommt wie folgt zustande:

Die Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ stellt Bedarfe selbst fest und wird initiativ.

Bedarfe werden von Seiten der Lehrkräfte bzw. der Schulleitung an die Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ herangetragen bzw. betroffene Schülerinnen und Schüler zur Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ geschickt.

Betroffene Schülerinnen und Schüler tragen Bedarfe an die Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ heran.

Nicht beteiligte Schülerinnen und Schüler tragen Bedarfe an die Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ heran.

Dritte tragen Bedarfe an die Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ heran.
Voraussetzungen

Die am Konflikt Beteiligten sind Schülerinnen und Schüler der Schule, in der die Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ tätig ist.

Mindestens ein/e Konfliktbeteiligte/r ist Schüler/in einer Klasse, für die die Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“
grundsätzlich zuständig ist.

Weitere Voraussetzung ist, dass die am Konflikt Beteiligten grundsätzlich zur Konfliktbearbeitung bereit sind.
Die Konfliktbearbeitung findet in der Regel während der Unterrichtszeit statt. Bei Konfliktbearbeitung außerhalb der
Unterrichtszeit erfolgt eine Information an die Eltern.
(s. Handbuch SiS 2010, S. 54)
1. Erbrachte Leistungen
Von den 27 Vermittlungsgesprächen mit 82 Beteiligten wurden alle mit Rückmeldung abgeschlossen.
2. Resümee: Vermittlung bei Konflikten
Die Anzahl der Konflikte zwischen Schülern und Schülerinnen, die außerhalb der Schule entstehen und von diesen
nicht mehr selbst gelöst werden können, hat zugenommen. Über Kommunikationsforen im Internet, wie „facebook“
oder „whatsapp“, werden Konflikte zwischen einzelnen Schüler/innen öffentlich und damit einer größeren Personenanzahl zugänglich. Dies führt dann dazu, dass Außenstehende sich nicht konstruktiv sondern destruktiv einbringen, der Konflikt größere Dimensionen annimmt, z.T. eskaliert und von den Beteiligten oft nicht mehr kontrolliert
und gelöst werden kann. Konflikte, die im außerschulischen Bereich entstanden sind, werden in Pausen, auf dem
Schul- oder Heimweg weitergeführt. Im Schuljahr 2013/2014 kamen vorwiegend Schüler/innen in die Konfliktberatung, die über „Facebook“ und „whatsapp“ bloßgestellt, beleidigt und/oder bedroht wurden und sich nicht mehr zu
helfen wussten.
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D) Gruppenbezogene Arbeit
Unter gruppenbezogener Arbeit wird verstanden, dass die Fachkräfte „Sozialarbeit in Schulen“ regelmäßig und über
einen längeren Zeitraum mit einer Gruppe Schülerinnen und/oder Schülern arbeiten. Dabei umfasst eine Gruppe
mindestens drei Personen.
Gruppenbezogene Arbeit soll folgende Ziele erreichen:


Förderung der Sozialkompetenz, d.h. die Fähigkeit miteinander zu leben, zu lernen und zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen, die Fähigkeit, andere Menschen und Werthaltungen zu schätzen und die Bereitschaft,
Konflikte konstruktiv zu nutzen
Förderung der Selbstkompetenz, d.h. die Fähigkeit, über eigenes Verhalten nachdenken zu können, die eigene
Identität zu entwickeln, mit inneren Konflikten umzugehen und die Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft anzuregen
Ein Gruppenangebot richtet sich an Schülerinnen und/oder Schüler mit ähnlichen Problemlagen und Interessen. Ziel
ist die erfolgreiche Bearbeitung dieser Themen im Sinne von Sozialem Lernen.
(s. Handbuch SiS 2010, S. 24)
1. Erbrachte Leistungen
Im Berichtszeitraum wurden in der HBS acht Gruppen mit insgesamt 105 Teilnehmern/innen durchgeführt.
2. Themen / Inhalte der Gruppen
Insgesamt arbeiteten fünf Gruppen zum Thema „Berufsorientierung“ und drei Gruppen zum Thema „Soziales Lernen“. Die Gruppe „Praxistag“ zur „Berufsorientierung“ lief über das ganze Schuljahr 2013/2014 und war somit am
zeitintensivsten.
3. Beendigung der Gruppen
Alle acht Gruppen wurden im Verlauf des Schuljahres planmäßig begonnen und abgeschlossen.
4. Resümee: Gruppenbezogene Arbeit
Berufsorientierung
Die Berufsorientierung und Berufsfindung hat für Hauptschüler/innen eine hohe Relevanz. Gerade Schülerinnen und
Schüler mit schlechten Noten und einem gefährdeten Schulabschluss haben es sehr schwer einen Ausbildungsplatz zu
finden. Sie sind besonders von Perspektivlosigkeit und Zukunftsängsten betroffen. Dementsprechend ist die Stärkung
der Vermittlungsfähigkeit in Ausbildung oder Beruf für diese Schülergruppe ein wichtiges Handlungsfeld. In der Heinrich-Böll-Schule liegt deshalb schon seit mehreren Jahren ein Arbeitsschwerpunkt von SiS im Handlungsfeld „Übergang Schule und Beruf“. In enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften wurde über die Jahre ein arbeitsteiliges Gesamtkonzept entwickelt.
Handlungsfelder für die Schulsozialarbeit sind:
1. Berufsorientierung für Hauptschüler/innen im 8-9. Jahrgang und schwache Realschüler/innen im Jahrgang 10
2. Praxistag im 9. Jahrgang
3. eine kontinuierliche, strukturierte und verlässliche Kooperation mit der Agentur für Arbeit in den Bereichen
Berufsberatung, Berufseignungstest und Ausbildungsplatzvermittlung
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Zu 1.
Im 8. und 9. Jahrgang arbeiteten drei Gruppen von insgesamt 32 Hauptschülern/innen an 3 Projekttagen sehr engagiert und intensiv im Bereich Berufsfindung an:
 einer gezielten Vorbereitung und Reflexion ihres Praktikums,
 persönlichen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen
 Informationen und Auseinandersetzung mit weniger bekannten Berufsfeldern
 Ausbildungsbetriebe in Bruchköbel und Hanau
Diese Projekte wurden in Kooperation mit der Kommunalen Jugendpflege Bruchköbel, den Joblotsen Hanau und der
ev. Fachstelle Pilot Jugendberufshilfe Hanau durchgeführt.
Das Projekt „peinlich berührt“, Training zum Schutz vor sexuellen Übergriffen am Arbeitsplatz für junge Frauen an der
Schwelle zur Arbeitswelt z.B. Praktikum oder vor der Ausbildung, wurde im Schuljahr 2013/2014 zum ersten Mal mit
17 Schülerinnen der 9. Klasse durchgeführt. Kooperationspartner war das ev. Jugendpfarramt Kirchenkreis Hanau/Stadt/schulbezogene Jugendarbeit.
Zu 2.
Die „Praxistage“ sind Teil des Berufswahlprozesses. Im 9. Schuljahr arbeiten und lernen die Hauptschüler/innen der
Heinrich-Böll-Schule jeden Mittwoch in einem Betrieb. Über das jeweilige Berufsfeld entscheiden die Schüler/innen.
Der „Praxistag“ im Jahrgang 9 ist ein Angebot für Schüler/innen mit der Abschlussprognose „ohne Abschluss“ und für
schwache Hauptschüler/innen. Beide Gruppen haben aufgrund ihrer Zeugnisnoten keine Möglichkeit, sich über die
üblichen Bewerbungsverfahren erfolgreich zu bewerben. Darüber hinaus haben die meisten dieser Schüler/innen
eine diffuse Vorstellung von Arbeitswelt und einer ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechenden Berufswahl.
Inhaltliche Schwerpunkte waren:




praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Berufsfeldern,
Reflektion dieser Erfahrungen unter Einbeziehung der Betriebe,
gezielte, langfristige Vorbereitung auf die Hauptschulprüfung
die Teilnahme am Berufseignungstest
Ziele dieses jeweils einjährigen Projektes sind dementsprechend der Erwerb eines Hauptschulabschluss, eine realistische Berufswahl und der Abschluss eines Ausbildungsvertrages.
Die Gruppe Praxistag bestand in diesem Schuljahr aus 24 Schülern/innen, die von einer Lehrkraft und der Schulsozialarbeiterin betreut wurden.
16 Schüler/innen konnten einen qualifizierten Hauptschulabschluss erwerben und können an den entsprechenden
Berufsfachschulen den Realschulabschluss erwerben. Sieben Schüler/innen haben einen Hauptschulabschluss, eine
Schülerin verlässt die Heinrich-Böll-Schule ohne Schulabschluss. In diesem Schuljahr haben sieben der Teilnehmer/innen einen Ausbildungsplatz erhalten. 14 Schüler/innen besuchen weiterführende Schulen und 3 Schüler/innen
besuchen die 10. Realschulklasse der HBS. Im Projekt bestand eine konstruktive und kontinuierliche Zusammenarbeit
mit Schule, Elternhaus, der Agentur für Arbeit und Ausbildungsbetrieben in Bruchköbel und dem MKK.
Soziales Lernen
Die Gruppenarbeit zum „Sozialen Lernen“ hat drei Hauptziele:



die soziale Integration
die Gruppenzugehörigkeit von Kindern (besonders mit Migrationshintergrund) zu fördern.
Soziale Kompetenzen zu erweitern
Die inhaltliche Arbeit bestand aus einem Training von sozialen Kompetenzen und/oder der Auseinandersetzung mit
persönlichen und gesellschaftlichen Normen und Werten. In diesem Schuljahr nahmen neun Jungen und 23 Mädchen
im Alter von 12-13 Jahren an der Gruppenarbeit teil. Sie haben individuell und unterschiedlich in den Gruppenprozessen gelernt. Alle Schüler/innen konnten die o.g. Ziele für sich realisieren.
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E) Klassenbezogene Arbeit
Unter „klassenbezogener Arbeit“ wird verstanden, dass die Fachkräfte „Sozialarbeit in Schulen“ über einen längeren
Zeitraum in Kooperation mit der jeweils zuständigen Lehrkraft mit ganzen Klassen arbeiten. Die Arbeit fokussiert sich
dabei nicht in erster Linie auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler, sondern auf die Klasse als soziales System. Die
Fachkraft „Sozialarbeit in Schulen“ hat somit keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und
Teilnehmer. (…)
Klassenbezogene Arbeit hat zum Ziel, die Klassengemeinschaft so zu stärken, dass jede einzelne Schülerin und jeder
einzelne Schüler von ihr mitgetragen wird, sich in der Klasse ein „Wir-Gefühl“ entwickelt und sich die Klasse als Gesamtsystem für die Kultur des Umgangs miteinander verantwortlich fühlt. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei,
individuelle Unterschiede zu akzeptieren und den Umgang untereinander in wechselseitigem Respekt und Toleranz
zu gestalten sowie Konflikte angemessen zu bearbeiten. Auf diese Weise wird die Sozialkompetenz der einzelnen
Schülerinnen und Schüler erweitert und ein positives Lernklima in der Klasse hergestellt.
Schließlich trägt die klassenbezogene Arbeit dazu bei, die Zusammenarbeit und Vertrauenskultur zwischen den Lehrkräften und den Fachkräften „Sozialarbeit in Schulen“ zu verbessern.
(s. Handbuch SiS 2010, S. 41/42)
1. Erbrachte Leistungen
Für die klassenbezogene Arbeiten gelten bestimmte Rahmenbedingungen. Anlässe für die Angebote an Klassen waren:
 schlechtes Sozialklima in einer Klasse
 ständige Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen Schülerinnen und Schülern einer Klasse
 Übergangsproblematik
Im Berichtszeitraum wurden in der HBS sechs Klassenprojekte mit insgesamt 143 Teilnehmern/innen durchgeführt.
2. Themen / Inhalte der Klassenprojekte
Die Inhalte der sechs Klassenprojekte waren in fünf Klassen das „Soziale Lernen“ und in einer Klasse das Thema
„Klassengemeinschaft“.
3. Beendigung der Klassenprojekte
Die sechs Klassenprojekte wurden im Verlauf des Schuljahres 2013/14 begonnen und planmäßig abgeschlossen.
4. Resümee: Klassenbezogene Arbeit
Das Hinzuziehen der Schulsozialarbeit bei Problemlagen in Klassen ist ein Bestandteil der päd. Arbeit an der HeinrichBöll-Schule. Durch den Einsatz verschiedener pädagogischer und gruppendynamischer Methoden half die Schulsozialarbeit das soziale Miteinander insgesamt zu verbessern und die vorhandenen Potentiale und Ressourcen der Schüler/innen zu mobilisieren. Hierbei bestand eine gute Kooperation mit den entsprechenden Klassenlehrern/innen.
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F) Qualitätssicherung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit/Stützleistungen
Die pädagogische Arbeit der Sozialarbeit an Schule ist nach unserem eigenen Verständnis von Kooperation kein isoliertes Angebot, sondern findet in enger Abstimmung mit „unseren Kooperationspartnerinnen“ vor Ort statt. Zu orientieren haben wir uns an den strategischen Zielen, die durch den örtlichen Jugendhilfeträger vorgegeben werden.
(…) Daraus ergeben sich folgende Kooperationsziele:
•
•
•
•
Erwachsene, die für die Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen in einer Gemeinde verantwortlich
sind, initiieren und gestalten gemeinsam lebensweltnahe Lernsituationen und –prozesse.
Im Zusammenschluss von sozialen Einrichtungen, Organisationen und Privatpersonen gestalten Erwachsene
eine kind- und familiengerechte Lebensumgebung.
Sie engagieren sich für den Aufbau und die Pflege einer Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und Unterstützung im Gemeinwesen.
Lokale personale, finanzielle und materielle Ressourcen werden untereinander ausgetauscht und für Kinder in
unterschiedlichen Einrichtungen nutzbar gemacht.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit nicht nur mit der Schule und dem Jugendamt
notwendig ist, sondern auch verstärkt eine Vernetzung unserer Arbeit mit den „sonstigen Angeboten“ im Gemeinwesen, hier insbesondere den Angeboten der kommunalen Jugendarbeit vor Ort angestrebt bzw. ausgebaut werden
soll.
(aus Konzept SiS, Seite 11 f)
Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung nimmt im Rahmen der Arbeit an Schulen einen großen Stellenwert ein
und wurde mit der Erarbeitung und Herausgabe eines Qualitätshandbuches (siehe näheres hierzu im Gesamtbericht
SJ 2010/2011) systematisiert und standardisiert.
Mit dem Qualitätshandbuch wurde erreicht, dass die Qualität der Prozesse und Verfahren in der Arbeit der Fachkräfte geprüft und somit auch weiter entwickelt werden können.
Dabei wird – wie in allen modernen Qualitätssystemen - unterschieden zwischen Struktur-, Prozess und Ergebnisqualität.
Strukturqualität definiert sich im Wesentlichen über die Rahmenbedingungen und über die Kompetenzen und fachlichen Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hierunter fällt dann im Fachbereich gemeinsamen Fortbildungen, regelmäßige Supervision und auch die regelmäßigen Dienstbesprechungen.
Unter Prozessqualität wird die Qualität der Abläufe in der praktischen Arbeit verstanden. Hierzu bietet das Qualitätshandbuch ein hohes Maß an Transparenz. Prozessqualität im Blick zu haben und ständig weiter zu entwickeln, ist ein
Handlungsschwerpunkt für alle Fachkräfte und die Geschäftsleitung. Hierunter fallen regelmäßige Workshops und
Arbeitstreffen.
Unter „Ergebnisqualität“ werden im Allgemeinen die Ergebnisse und Güte der Arbeit verstanden. Dies wird in den
Berichten jährlich dargestellt.
Da der Bereich „Qualitätssicherung“ doch einen beträchtlichen Anteil in der Arbeit der Fachkräfte hat, wird er gesondert ausgewiesen.
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Heinrich-Böll-Schule, Bruchköbel
Aus der nebenstehenden Grafik wird die Verteilung der
Stützleistungen im vergangenen Schuljahr ersichtlich.
Die Vernetzung in Schule und Sozialraum ist für eine
effektive und effiziente pädagogische Arbeit unverzichtbar. Die Kooperation von Schule und Jugendhilfe ist an
der Heinrich-Böll-Schule ein sich ergänzendes Angebot,
in der beide Institutionen ihre spezifischen Kompetenzen einbringen. An der Heinrich Böll Schule bestehen
gewachsene Kommunikationsstrukturen, gemeinsame
Arbeitsprojekte und klar voneinander abgegrenzte Arbeitsbereiche, die sich in der langjährigen Zusammenarbeit entwickelt haben.
Weitere langjährige und verlässliche Kooperationspartner sind:
 der Berufsberater der Agentur für Arbeit
 die Kolleginnen der Jugendpflege (Stadt
Bruchköbel und ev. Kirche)
 Ausbildungsbetriebe in Bruchköbel und Hanau.
Neben einem Austausch und gemeinsamen Gesprächen mit Schülern/innen, deren Eltern, dem Berufsberater und der
Schulsozialarbeiterin über Praxistag, Praktikum und Ausbildungsplätze, gab es viele Einzelgespräche mit Ausbildern
und Betriebsleitern vor Ort.
Im Rahmen der Berufsorientierung entstand mit der Kommunalen Jugendpflege und den Joblotsen Hanau je ein Kooperationsprojekt mit Hauptschülern/innen der 9. Klassen. Außerdem fand ein eintägiges Kooperationsprojekt mit der
Kollegin von Pilot, der ev. Fachstelle für Jugendberufshilfe Hanau mit Schülern der 8. Klassen statt. Darüber hinaus
konnte erstmals in Kooperation mit der ev. Kirche Stadt Hanau/Land ein berufsorientiertes Selbstbehauptungstraining für Mädchen der 9. Klassen durchgeführt werden.
Diese Projekte wurden von den Schülern/innen sehr gut angenommen und sinnvoll genutzt.
Fazit und Ausblick
Die Schulsozialarbeit in der Heinrich-Böll-Schule hatte in diesem Schuljahr die beiden Schwerpunkte Berufsorientierung (Klassen 8,9 und 10) und einzelfallbezogene Beratungsarbeit mit Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 5
bis 10. Von den 226 Beratungs-Klienten/innen hatten über die Hälfte (115 Personen) einen Migrationshintergrund.
Hier bestand nach wie vor ein großer Unterstützungsbedarf. In der Beratungsarbeit bildeten Berufsorientierung,
„Probleme in der Familie“ neben „Probleme mit/in Schule“ die Hauptproblemlagen von Schülern und Schülerinnen.
Die Arbeitsschwerpunkte Beratung und Soziales Lernen mit Gruppen und/oder Klassen in den Jahrgängen 5, 6, 7 und
8 werden fortgeführt.
Für die Berufsorientierung sind die Vorbereitung, Durchführung und Reflexion im Praxistag und den Praktika für
Hauptschüler/innen des 8. und 9. Schuljahres geplant:
Hanau, im Dezember 2014
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