Programm-Flyer

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Programm-Flyer
Schaubude
13.03– mR. VAmPiRe
Weltruf
19.03 – deLLAmoRte
deLLAmoRe
21.03– Re-AnimAtoR
Luna
Einlass ab 18 Jahren
19.03– Dellamorte Dellamore
Weltruf / 21:00 Uhr
Hansastraße 48
07.03– tHe Hit
KoKi
SECHS FILME
SECHS ORTE
Traum-Kino
28.03– PARAsiten
möRdeR
23.03– i sAw tHe deViL
ein Verwirrspiel der Realitäten, ein komplexes
­ rrangement von Liebe zwischen Mann und
A
Frau und Ding.
Rupert Everett in der Hauptrolle erscheint wie
der tragische Bruder von Bruce Campbell aus
Evil Dead, Anna Falchi darf gleich dreimal die
femme fatale geben und über allem schwebt
etwas Poe und Vertigo. Verfilmung eines erfolgreichen italienischen Comics.
Auferstandene Tote töten gehört zu Francescos
Job als Friedhofswärter dazu – business as
usual. Diese Melo-Splatter-Noir-Komödie ändert ihren surrealen Lauf, als er sich verliebt
– Schein und Sein verschwimmen, was ist noch
liebens- und lebenswert?
Michele Soavi, assistant director von Dario
Argento, second unit director von Terry Gilliam hat hier ein Meisterwerk erschaffen. In
kunstvoll arrangierten Bildern entwickelt sich
Dellamorte Dellamore, Italien / Frankreich /
Deutschland 1994, 99min, 1,85:1, englische
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
21.03– Re-Animator
07.03– the hit
Hansastraße 48 e. V. / 20:30 Uhr
Luna / 21:00 Uhr
sein schießwütiger Lehrling Myron (Tim Roth)
in Spanien auf. Parker überrascht seine Henker
auf der Autofahrt nach Paris zu seinem verratenen Boss: Er erwartet seine Hinrichtung mit
Gelassenheit. Dafür werden die Killer durch
die attraktive Spanierin Maggie (Laura del Sol)
aus der Bahn geworfen. Aus dem Gang zum
Schafott wird ein Road Trip mit ungewissem
Ausgang. The Hit ist eine Mixtur aus britischem
Gangsterfilm, Neo-Noir und philosophischem
Road Movie, der ganz beiläufig Rollenklischees
begräbt und damit den Weg frei macht für eine
neue Generation von Filmgangstern.
Stuart Gordons Regiedebüt von 1985, markiert
mit einigen anderen, heute als Klassiker ver­
ehrten Filmen, z. B. Evil Dead einen Wendepunkt
im Bereich des Horrorfilms. Hatten Filme wie
Cannibal Holocaust die Grausamkeit auf eine
kaum erträgliche Spitze getrieben, garniert Gordon seine farbenfrohe Gewalt mit schwarzem Humor und gewährt dem Zuschauer so Momente der
Entspannung. Re-Animator bedient sich munter
bei den Untoten, Mad Scientists und ­Laboratorien
seiner literarischen Paten Love­craft und Shelley,
steht bei der gestrafften Handlung konsequent
auf dem Gas und lässt auch den Genrefan nicht
zu kurz kommen. Ein Filmbastard dessen kreative Einfälle, wie Dr. Hills abgetrennter Kopf auf
amourösen Abwegen, auch heute noch begeistern.
„We Will Meet Again, Some Sunny Day“ stimmen
ein rüder Haufen Londoner Gangster im Gerichtssaal an. Das Ständchen gilt Willie Parker (Terence Stamp), der gerade gegen seine
ehemaligen Komplizen ausgesagt hat und The Hit, GB, 1984, 98 Min., OmeU, Regie: Stephen
deshalb als Kronzeuge straffrei ausgeht. Der Frears, Drehbuch: Peter Prince, Kamera: John
Freispruch ist gleichzeitig sein Todesurteil A. Alonzo, Mike Molloy, Musik: Eric Clapton,
und die Vollstreckung nur eine Frage der Zeit. Paco De Lucia, Darsteller: Terence Stamp, John
Zehn Jahre später spüren ihn der stets übel Hurt, Tim Roth, Laura del Sol.
gelaunte Profikiller Braddock (John Hurt) und
Daniel Cain ist Medizinstudent und auf der Suche
nach einem neuen Mitbewohner. Fündig wird er
bei Herbert West, der nach einem blutigen Vorfall
seines bisherigen Studienortes verwiesen wurde.
West zieht ein, errichtet im Keller des Hauses ein
Laboratorium und die, verlässlichen Genreregeln
geschuldete Katastophe nimmt ihren Lauf. Nach
der erfolgreichen Wiederbelebung der Hauskatze,
Steigerung des aggresiven Potentials inbegriffen,
versuchen sich die Beiden an größeren Aufgaben.
13.03– Mr. Vampire
23.03– I Saw the Devil
Schaubude / 21:00 Uhr
Kino in der Pumpe / 22:30 Uhr
Trottel-Schüler, denen Amor droht Hirn und Hose
platzen zu lassen.
Hier tanzen die Teufel nicht, sondern hüpfen.
Frei von den hedonistischen Anwandlungen ihrer westlichen Verwandtschaft, sind Chinesische
Vampire, genannt Kyonsi, äußerst übellaunige
Gesellen, dem Zombie nicht ganz unähnlich. Asienreisende aufgepasst, andere Vampire, andere
Regeln. Im Tonfall schon mal an Sam Raimis Evild
Dead Filme, Roman Polanskis Tanz der Vampire
Manche Bilder bleiben. Hängen im Kopf, im Her- oder Laurel & Hardy erinnernd, hüpft Ricky Laus
zen. Fühlen sich an wie verliebt sein: Ein Geis- kleines Meisterwerk doch auf unverkennbar eitermädchen, auf dem Fahrradegepäckträger genen Beinen. Angereichert mit etwas Voodoo,
eines Jungen, getaucht in Kunstnebelschwaden amourösen Verquickungen und Seele satt, ist
und eine vom blauen Licht der 80er geflutete Mr. Vampire die Film gewordene Definition einer
Nacht. Der Film kontert es einen Schnitt weiter guten Zeit. Dein Facebook-Post aus der Zukunft,
mit brutalem Slapstick. Horrorkomödie mit Zwi- Kategorie Lieblingsfilm.
schentönen. Ein wiederauferstandener Vampir
im Blutrausch, ein Taoistischer Priester, der ihn Mr. Vampire, Hongkong 1985, 96 Min., OmeU,
zur Strecke bringen will. Helfen sollen bewährte Regie: Ricky Lau, mit Ching-Ying Lam, Siu-hou
Hausmittel, reichlich Kung Fu und seine beiden Chin, Ricky Hui
lich Schlimmes antut. Sein jüngstes Opfer ist die
Tochter des Polizeipräsidenten. Soo Hyeon, ihr
Verlobter, sinnt auf Rache (was man verstehen
kann), und stellt dem Killer nach. Bald schon
macht er ihn ausfindig – aber er ­tötet ihn nicht,
sondern fügt ihm nur üble, wirklich üble Verletzungen zu, um, sobald Kyung Chul sich erholt
hat, die Jagd fortzusetzen… Einen härteren Film
(wir sprechen jetzt mal nur von den regulären
Kinoproduktionen) haben Koreas Leinwände
Nicht nur im Norden der koreanischen Halbin- noch nicht gesehen – 80 Sekunden wurden gesel finden sich Menschen, die ihrer Umgebung kürzt, damit er überhaupt aufgeführt werden
– sagen wir es mal so – Schaden zufügen; nein, konnte. Hierzulande befinden die Richter geraauch im Süden hat noch so mancher Zeitge- de über die endgültige Verbannung. Also schnell
nosse Nachholbedarf, was Umgangsformen gucken, bevor er verboten wird.
angeht. Da ist zum Beispiel der Serienmörder
Kyung Chul, der tagsüber einen Schulbus fährt, Kim Jee Woon. Korea 2010. 144 Min. OmU. Mit
abends aber mit dem selben Fahrzeug einsa- Lee Byung Hun, Choi Min Sik
me Landstraßen nach Opfern absucht, denen er
dann – sagen wir es mal so – Schlimmes, wirk-
Verbotenes Lichtspiel
präsentiert: Halb tot
28.03– Parasiten-Mörder
Halb voll oder halb leer – der alte Streit um die Ob es um den Zusammenhang von Lust und
Perspektive, wenn es um ein Glas mit Flüs- Tod geht (Mr. Vampire, Parasiten-Mörder) oder
sigkeit geht. Halb tot oder halb lebendig? Ist um die groteske Deformation menschlicher
das auch eine Diskussion wert? Hier ist doch Eigenschaften (Dellamorte Dellamore); ob es
die Perspektive klar. Erst lebt der Mensch und um die Weigerung geht, den Tod anzuerkendann entweicht das Leben. Ist es einmal aus- nen ­(Re-Animator, I Saw the Devil) oder um
getrunken, schenkt niemand nach, auch nicht den Kampf gegen sein endgültiges Eintreten
zur Hälfte. Im Kino ist das aber manchmal an- ­(The Hit / Die Profi-Killer). Immer spiegeln sich
ders. Hier ist der Tod keinesfalls so endgültig. ­darin höchst menschliche Dispositionenen:
Ob allerdings das, was nach dem Tod kommt, die Angst vor dem Tod – und die Sorge um das
und wir meinen hier nicht Harfe spielen auf ­Leben danach.
einer gemütlichen Wolke, wirklich Leben ist?
Die sechste Ausgabe von Verbotenes Licht- Einlass ab 18 Jahre
spiel versammelt Filme, die Figuren mit stark
eingeschränkter Lebendigkeit vorführen. Wir
haben uns für den Titel Halb tot entschieden
und damit für die eindeutig pessimistischere
Perspektive. Die gezeigten Filme geben dafür
allemal Anlass.
Re-Animator, USA 1985, 86 Min., OmdtU, Regie:
Stuart Gordon, mit Jeffrey Combs, Bruce Abbott
Traum-Kino / 22:15 Uhr
Ein moderner Wohnkomplex soll seinen Bewohnern allen Komfort bieten. So suggeriert es zumindest der Werbefilm, mit dem David Cronenberg seinen ersten Kinofilm Parasiten-Mörder
beginnen lässt. Der verräterische Titel und die
seltsame Machart des Clips – betont wird das
ausgefeilte Sicherheitssystem – schüren erstes
Unbehagen. Dass die Bedrohung nicht (allein)
von außen kommt, macht auch einer der drei
originalen Alternativtitel klar: They Came from
Within.
Wie sich in dieser Festung nun das Begehren
ausbreitet, inszeniert Cronenberg in der für ihn
typischen distanzierten, ein wenig klinischen
Weise. Es steht manifester und blutiger Körperhorror neben der Groteske und sogar humoristischen Anflügen. Vor allem aber besticht die surreale Atmosphäre und die Kühnheit, mit der der
Film seine zentralen Fragen im wahrsten Sinne
des Wortes Fleisch werden lässt: Bricht sich
Sexualität gewaltsam Bahn, wenn sie verdrängt
wird? Darf man da nachhelfen? Soll man verdrängen? Oder rührt man besser nicht daran?
Shivers AKA The Parasite Murders AKA They
Came from Within, Kanada 1975, 87 Min. OmU,
Regie: David Cronenberg, mit Paul Hampton,
Barbara Steele, Lynn Lowry, Joe Silver