2011 – Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit

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2011 – Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit
Ein Magazin der Unternehmensgruppe Birkholz
Ausgabe 2 | Juni 2011
2011 –
Europäisches Jahr
der Freiwilligentätigkeit
Ehrenamtliches Engagement und
gesellschaftliche Anerkennung
Ein
persönliches Wort
Angehörigenfest
in Berlin
Verehrte Leser,
Philipp Rösler, als er noch Gesundheitsminister war, erhob
einstweilen das Jahr 2011 zum
„Jahr der Pflege“. Er konnte auch
nicht anders nach dem faux pas,
den er sich auf dem Hauptstadtkongress 2010 leistete. Dort
hatte er die Eröffnungsworte gesprochen: Vor Ärzten, Krankenhausbetreibern und eben auch
vor Vertretern der Pflege.
Sommergewinn
in Eisenach
2
HeimKurier | Juni – 2011
In seiner Rede fiel das Wort „Pflege“ nicht ein einziges Mal! Als ob
es uns nicht gäbe. Nur als Geister. Die Mitglieder des Deutschen
Pflegerates – wenig geisterhaft in
der ersten Reihe sitzend – rutschten unruhig auf ihren Stühlen hin
und her. Hatte Herr Rösler noch
nie davon gehört, dass der Pflegebedürftigkeitsbegriff
überarbeitet wird oder gar vom Fachkräftemangel. Sie können sich
den Tenor der anschließenden
Pressemitteilungen des Deutschen Pflegerates und anderer
Pflegeverbände vorstellen. Es war
schon ein kleiner Skandal!
Vom Europäischen Parlament
wurde 2009 beschlossen, das
Jahr 2011 zum „Europäischen
Jahr der Freiwilligentätigkeit“ zu
erklären. Hand auf’s Herz, hätten
Sie’s gewusst?
Dieses Jahr des Ehrenamts droht
irgendwie zur Nebensache zu werden. Den großen medialen Widerhall hat es jedenfalls in Deutschland noch nicht wirklich gegeben.
Doch, ich frage Sie, was wäre die
Unternehmensgruppe
Birkholz
ohne seine ehrenamtlich tätigen
Mitarbeiter? Sie sind ebenso ein
Teil unserer Familie wie Bewohner,
Mitarbeiter und Angehörige. Sowohl in Eisenach als auch in Berlin engagieren sich Menschen für
unsere Heimbewohner. Sie sind
es, die vor allen Dingen solchen
Bewohnern zur Seite stehen, die
mehr als andere in sozialer Isolation leben. Bewohner, die keine
Angehörigen haben, vielleicht nur
einen Betreuer zur Erledigung der
Geschäftsangelegenheiten. Wie
wertvoll ist der Kontakt für diese
Menschen. Wie wertvoll ist es, zu
wissen, dass sich jemand die Zeit
nimmt, einem anderen aus der
Zeitung vorzulesen und ihn so mit
der Welt verbindet, die ihm sonst
verschlossen bliebe.
Das Engagement der ehrenamtlich tätigen Menschen verdient
auf jeden Fall mehr Anerkennung
in unserer Gesellschaft.
Diesem Thema ist diesmal der
Schwerpunkt gewidmet. Zu Wort
kommt auch Dr. Ehrenstein, der
in unserer Berliner Einrichtung
seit vielen Jahren die Berliner Ehrenamtsaktivitäten gemeinsam
mit Frau Ziesemer und anderen
koordiniert.
7Ihr Martin-Michael Birkholz
INHALT • Juni 2011
Das Unternehmen
ganz persönlich 4
Mitarbeiter im Porträt 5
2011 – Europäisches Jahr
der Freiwilligentätigkeit 6
Nachrichten aus Berlin 8
Nachrichten aus Eisenach 9
Tipps für Angehörige 10
Veranstaltungstipps 11
Kopftraining 12
Die Unternehmensgruppe
Birkholz 12
IMPRESSUM
Herausgeber
Unternehmensgruppe Birkholz
Georgenstraße 64 · 99817 Eisenach
Telefon: 03691 | 716 – 0
E-Mail: [email protected]
Redaktion und Anzeigen
Dagmar Klug-Krögler
Karl-Marx-Straße 156 · 12043 Berlin
Telefon: 030 | 1389 7909
E-Mail: [email protected]
Erscheinungsweise monatlich.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben
nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers
und der Redaktion wieder. Die Redaktion behält
sich die Kürzung und Bearbeitung der Beiträge
vor. Für unverlangt eingesendete Texte, Fotos
und Materalien übernimmt die Redaktion keine
Haftung.
Juni – 2011 | HeimKurier 3
Das Unternehmen ganz persönlich
Eine nicht alltägliche
Qualitätsprüfung
Kaum waren Bewohner und Mitarbeiter im neuen Haus Birkholz
angekommen und noch damit beschäftigt sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen, stand
dem Haus eine erste Härteprüfung bevor. Die Kisten noch nicht
in Gänze ausgepackt, standen
auch schon die Prüfer des Medizinischen Dienst der Krankenkasse (kurz: MDK) vor der Türe. Die
MDK-Prüfungen erfolgen seit Juli 2008 ohne vorherige Ankündigung. Die Auswahl der Heime erfolgt nach dem Zufallsprinzip.
Für die Mitarbeiter und Bewohner
des Hauses war diese Qualitätsprüfung unter den Umzugsbedingungen eine besondere Herausforderung. Zwei Tage brachten
die Mitarbeiter des MDK im Haus
zu. Was bedeutet das?
Da werden u. a. die Pflegedokumentationen auf Herz und Nieren
geprüft: Wurden alle relevanten
Daten zeitnah in die Dokumentationen eingepflegt? Sind alle relevanten und für alle Eventualitäten
notwendigen Formulare griffbereit in den Akten? Stimmen Ein-
4
HeimKurier | Juni – 2011
träge in den
Dienstplä nen
mit
den Kürzeln
in den Dokumentationen
überein? All das wird akribisch
verglichen und notiert.
E
in weiterer Teil der Prüfung
findet ganz direkt beim Bewohner statt. Sie werden
nach ihrer Zufriedenheit im Haus
befragt. Sind die Bewohner mit
der allgemeinen Versorgung zufrieden? Wie wird das Essen beurteilt? Gibt es ein vielfältiges Angebot zur Auswahl? In der neuen
Umgebung den Prüfern Rede und
Antwort zu stehen, ist unter den
gegebenen Umständen für die
Bewohner nicht leicht. Aber für
den Fall „Neueinzug“ gibt es keine Sonderformulare. Die Prüfungen laufen immer nach den gleichen Regeln und Mustern ab, um
die Vergleichbarkeit der Prüfungsergebnisse zu gewährleisten.
Am Ende – einige Tage später
– erwiesen sich die Ängste aller Mitarbeiter als unbegründet.
Trotz der schwierigen Umstände
schnitt das Haus Birkholz überdurchschnittlich gut ab. Mit einer
Gesamtnote von 1,2 liegt das
Haus 0,3 Punkte über dem Berliner Landesdurchschnitt. Also mit
Bravour bestanden! Das ist eine besondere Anerkennung aller
Mitarbeiter.
Stolz ist die neue Heimleiterin Aranka Rusch darauf, dass
bei der Beurteilung der Sozialen Betreuung das Haus mit 1,0
abschnitt:
„Das ist der Verdienst aller
Bereiche im Haus, nicht nur der
Pflege. Alle Mitarbeiter von der
Küche über die Haustechnik, von
der Verwaltung bis zur Pflege,
sind daran beteiligt, dass unser
Haus für alle Bewohner ein
lebensnaher und lebenswerter
Ort ist.“
Mitarbeiter im Porträt
Ich treffe Christian Erck im Cafe
der Einrichtung Haus Birkholz in
Berlin. Mit einer Tasse Cappuccino, Block und gespitztem Stift vor
mir warte ich auf ihn. Und eigentlich ist es wie immer. Kaum ist er
da, ist er auch schon wieder auf
dem Sprung mit dem „Coffee to
go“ in der Hand.
Was könne ein
Verwaltungsleiter auch
schon von seiner Arbeit
berichten, fragt er. Zahlen
sind das tägliche Brot
eines Verwaltungsleiters.
Für andere vielleicht nicht
gerade aufregend.
Aber, was bedeutet das denn genau, will ich von Christian Erck
wissen. „Da ist zunächst mal das
gesamte Rechnungswesen, das
in der Verwaltung zusammenläuft. Bilanzen, Berechnungen
und Wirtschaftspläne nehmen
entsprechend einen großen Teil
der Arbeit ein. Ein weiterer Bereich ist das Vertragswesen. Vom
Kopierer über die Telefonanlagen
bis hin zu den Verträgen mit Kostenträgern, Pflegekassen, Bezirksämtern, Betreuern oder direkt
mit Bewohnern. Alles wird in der
Verwaltung geprüft, aktualisiert,
wieder vorgelegt und überwacht.
Das gilt im Übrigen auch für den
Bereich Lohnabrechnung.“ Das
macht er natürlich nicht alleine.
Mit Karola Kallias und Dajana de
Pascali hat er seit Jahren ein erfahrenes Mitarbeiterteam, das
ihm zur Seite steht.
Ich will von Christian Erck wissen,
worin er die größte Herausforderung in seinem Job sieht. Er denkt
kurz nach. Und dann sprudelt es
nur so aus ihm heraus. „Als privater Träger sozialer Einrichtungen
Coffee to go
und beweglicher.“ „Das ist
ein nicht zu unterschätzender Vorteil“, urteilt Christian Erck. So könne man
zeitnah agieren.
muss man heute auf einem hart
umkämpften Markt bestehen.
Die Familie Birkholz und allen
voran natürlich Martin-Michael
Birkholz sind mit Herz und Seele
dabei. Soziales Engagement und
Tatkraft stehen hier immer im Vordergrund. Das Leben der Bewohner lebenswert gestalten, ist Kern
der Unternehmensphilosophie.“
Bilanzen und soziales Engagement in Einklang zu bringen, ist
heute die tägliche Herausforderung vieler kleinerer sozialer
Einrichtungen.
„Als privater Betreiber“, so Erck
weiter, „muss man im direkten
Vergleich gegen die großen Investoren bestehen. Das ist ein bisschen wie David gegen Golitah.
Aber als kleinerer Einrichtungsträger haben wir einen strategischen
Vorteil. Ich als Verwaltungsleiter
habe einen weitaus größeren
Handlungsspielraum als Kollegen
in größeren Häusern. Ich muss
nicht eine Armada von Rechtsberatern, Vorsitzenden oder Bereichsleitern kontaktieren, um
Lösungen zu finden. Die kurzen
Entscheidungswege machen ein
kleines Unternehmen flexibler
Ich wage mich vor und frage, was er denn an seinem
Job am meisten mag. Diesmal muss er nicht lange
überlegen.
„Verhandeln“,
sagt er prompt. Das mache er gern und lacht. Er
recherchiert viel im Internet
und sucht immer nach den optimalen Lösungen.
An der Entwicklung des neuen
Hauses in Charlottenburg war
Christian Erck direkt beteiligt. Er
ist vor allem stolz auf die technische Ausstattung im neuen
Haus. „Das Haus“, sagt er, „ist
technisch auf dem neuesten
Stand.“ So gibt es z. B. in jedem
Bewohnerzimmer nun zwei Internetanschlüsse. Alles ist miteinander vernetzt. Die Zukunft kann
kommen!
Ein Neubau in diesen Dimensionen mit all seinen Herausforderungen und gleichzeitig die
Aufrechterhaltung von zwei Standorten in Berlin, das bedeutete sicher viel Stress. Was macht der
private Christian Erck gegen den
„Burn-out“?
Er spielt einmal in der Woche Volleyball und powert sich so richtig
aus. Außerdem sind da nach Feierabend zwei entzückende, kleine Töchter, die ihn ganz schön in
Anspruch nehmen.
Aber das versteht man wohl
unter positivem Stress!
Juni – 2011 | HeimKurier
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Unterwegs mit den Berliner
Ehrenamtlern
Neben den individuellen Besuchsdiensten, bei denen Ehrenamtler
z. B. als Lesepaten den Bewohnern zur Seite stehen, sind es vor
allem Gruppenveranstaltungen,
die gemeinsam mit den Ehrenamtlern im Haus Birkholz realisiert werden.
Das „Europäische Jahr
der Freiwilligentätigkeit 2011“
wurde am 21. Februar mit einer
nationalen Auftaktveranstaltung Freiwilligentätigkeit im
in Berlin eingeläutet. „Haus Birkholz“ in Berlin
Dort wurden Chancen und Herausforderungen für das Ehrenamt
in Deutschland diskutiert.
E
6
iner von der EU in Auftrag
gegebenen Studie zufolge
sind wir Deutschen ehrenamtlich gar nicht so schlecht aufgestellt. Jeder dritte Bürger (ab
14 Jahre) ist ehrenamtlich tätig.
Die Studie zeigt auch, dass das
Ehrenamt kein Privileg der Erwachsenen ist. 36 % der 14 bis
19-Jährigen sind nämlich ehrenamtlich „unterwegs“.
welche gesellschaftliche Kraft allein die 400.000 ehrenamtlichen
Helfer des Deutschen Roten Kreuzes darstellen. Das ist riesiges
Bürgernetzwerk. Aber man muss
gar nicht in diesen Dimensionen
denken: jede Nachbarschaftshilfe,
jeder Platzwart im Sportverein, jeder Lesepate trägt zum guten Gelingen einer Gesellschaft bei. Das
ist entscheidend!
Und wie es sich nun mal für Studien schickt, wird der Mehrwert
von Freiwilligenarbeit in Zahlen bemessen. Die ehrenamtliche Tätigkeit trug im Jahr 2008 mit 0,06 %
zum Bruttoinlandsprodukt bei.
Doch bedeutet bürgerschaftliches
Engagement sehr viel mehr als eine Zahl im Wirtschaftssystem des
Landes. Man denke nur daran,
Auch in der Unternehmensgruppe
Birkholz spielt das Ehrenamt eine
große Rolle. Dagmar Klug-Krögler,
Redaktion Heimkurier, traf Herrn
Dr. Ehrenstein, einen der Hauptkoordinatoren neben Frau Ziesemer, zum zwanglosen Gespräch
über die Ehrenamttätigkeit im
Haus Birkholz.
HeimKurier | Juni – 2011
Einmal im Monat geht es z. B.
zum Tanztee. Motto: „Man müsste noch mal 20 sein“. So manch
ein Bewohner schwingt dann in
der Tat das Tanzbein als ob er
noch mal 20 sei!
Ein Ausflug zum Tegeler See gehört ebenfalls ins Ausflugsrepertoire der Berliner. Da können die
Bewohner mitten in Berlin weit
Ehrenamtler unter sich
Am letzten Donnerstag im Monat treffen sie sich in ihren Räumen in der Dahlmannstraße. Bei
den Zusammenkünften werden
Erfahrungen ausgetauscht und
auch durchaus mal sehr ernste
Töne angeschlagen. Nicht immer
ist der Umgang mit Bewohnern
einfach. Und jeder fragt sich so
dann und wann: „Habe ich auch
alles richtig gemacht?“ „Kriege
ich das hin?“ Deshalb werden an
diesen Abenden auch mal die Lexika und Fachbücher genommen
und Begriffe wie Demenz oder
Bezugspflege erörtert. Auch hat
man sich schon mal einen Lehrfilm angesehen, um den Umgang
mit und für die Bewohner noch
ein bisschen angenehmer zu
gestalten.
den Körperkontakt nicht scheuen,
das ist wichtig. Manchmal muss
man jemanden fest in den Arm
nehmen und ihn stützen. Das
sollte kein Problem sein.
Im Fokus, auch das sollte sich
jeder Interessent klar machen,
steht immer der Bewohner. Für
den Bewohner eine angenehme Zeit bereiten, darum geht es.
Denn meist sind es Bewohner,
die ohne Angehörige sozial mehr
isoliert sind als andere.
Das Haus Birkholz kann auf eine
langjährige, kontinuierliche Freiwilligenarbeit zurückblicken. Seit
mehreren Jahren nun sind Herr
Dr. Ehrenstein und Frau Ziesemer
ein erfolgreiches Team. Sie verstehen es andere Interessierte
für die Arbeit im Haus Birkholz zu
gewinnen und so den Grundstein
für eine erfolgreiche ehrenamtliche Tätigkeit zu legen.
Wie alles begann ….
Vor annähernd sechs Jahren war
es die engagierte und einfühlsame Frau Kemini, die sich für den
Aufbau einer neuen ehrenamtlichen Gruppe einsetzte. Sie war
außerordentlich erfolgreich in Ihren Bemühungen. Heute sind aktiv im Haus Birkholz 11 Personen
im ehrenamtlichen Dienst regelmäßig tätig. Bei größeren Veranstaltungen sind bis zu 25 Personen mit helfender Hand und Herz
zur Seite.
über’s Wasser schauen, die Seele baumeln lassen und Abstand
vom Alltag finden.
Eine Besonderheit, die zweimal
im Jahr von Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern mit Hilfe
der Ehrenamtler wahrgenommen
wird, ist der „Gottesdienst für
Demenzkranke“ in der Trinitatiskirche am Karl-August-Platz in
Charlottenburg.
Ehrenamt im Seniorenheim –
Was man wissen sollte
Wenn man sich für die Freiwilligentätigkeit im Seniorenheim
interessiert, sollte man vorweg
einmal in sich gehen. Welche
Voraussetzungen bringt man
als Mensch mit? Denn zunächst
braucht man die Bereitschaft, in
Kontakt mit fremden Menschen
treten zu wollen. Auf Menschen
zugehen können und auch mal
Herr Dr. Ehrenstein versichert mir
aber, dass, wenn man sich auf
die Freiwilligenarbeit im Seniorenheim einlässt, der Umgang mit
den alten Menschen das eigene
Leben ungemein bereichert. Man
macht Erfahrungen und erfährt
Freude, die einem keiner nehmen
kann.
Das lässt sich dann auch nicht im
Bruttoinlandsprodukt einfangen.
Juni – 2011 | HeimKurier 7
Nachrichten aus Berlin
Haus Birkholz
hat ein neues Führungsteam:
Neue Heimleiterin ist Aranka Rusch. Sie ist den
meisten seit vielen Jahren als Pflegedienstleiterin
im Haus Birkholz bekannt. Sie hat sich im Laufe der
Jahre in vielen Weiterbildungen qualifiziert so z. B. im
Bereich Qualitätsmanagement. Das hat sie
„von der Pike“ auf gelernt. Bereits in den 90er Jahren
beendete sie ihre Qualifizierung zur Heimleiterin.
Die Heimkurier-Redaktion
sprach mit ihr über ihre neuen
Aufgaben:
Redaktion: Als gelernte Krankenschwester ist ihnen die gute Pflege der Bewohner sicher besonders wichtig.
Aranka Rusch: Vor allem aber
ist es der gelebte Alltag, der immer im Vordergrund stehen sollte.
Meine Prioritäten liegen ganz klar
bei den Bewohnern. Hier sind es
vor allem die familiären Strukturen, die mir besonders am Herzen liegen. Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter sollen sich
gleichermaßen wohl fühlen. Man
kann in einer stationären Einrichtung die Familie nicht ersetzen,
aber alle gemeinsam können an
einer privaten und familiären Atmosphäre arbeiten. In unserem
Haus folgen alle einem Auftrag,
nämlich das sich alle „wie daheim fühlen“ können.
Red: In ihrer neuen Funktion als
Heimleiterin kommen nun aber
auch administrative Aufgaben
und Öffentlichkeitsarbeit auf Sie
zu. Wie gehen Sie damit um?
AR: Die administrativen Aufgaben sind für den Prozess- und
Strukturablauf einer Einrichtung
natürlich von größter Wichtigkeit,
Die neue Pflegedienstleiterin heißt Manuela Tesch.
Sie hat seit dem Jahr 2000 verschiedene Stationen
im Haus Birkholz durchlaufen. Begonnen hat sie als
Pflegefachkraft im anstrengenden Dauernachtdienst.
Das Tageslicht erblickte sie dann im Mai 2001 als
stellvertretende Wohnbereichsleiterin. Seither hat sie
sich kontinuierlich weitergebildet. Es folgte u. a.
eine Fortbildung im Bereich Qualitätssicherung.
2004 entschied sie sich, eine berufsbegleitende Ausbildung zur
Pflegedienstleitung zu machen.
Nach der Übernahme der Einrichtung „Prinzregentenstraße“ im
letzten Jahr war sie dort bis zum
Umzug der Bewohner in die Gervinusstraße als verantwortliche
Pflegedienstleiterin tätig.
Besonders hervorgetan hat sich
Manuela Tesch als Referentin in-
8
HeimKurier | Juni – 2011
terner Fortbildung im Haus Birkholz. Themenschwerpunkte­waren
dabei Qualitätsmanage­ment, Bezugspflege und Expertenstandard.
Die Heimkurier-Redaktion
fragte nach:
Welche Visionen haben Sie nun
als Pflegedienstleiterin eines
solch großen Hauses?
Manuela Tesch: Ich wünsche mir,
dass wir die Philosophie des Hau-
aber sie sollten nicht so sehr
in den Vordergrund rücken. Ich
möchte den Kontakt zum Bewohner und zu den Mitarbeitern nicht
verlieren.
Red: Wie wollen Sie das bewerkstelligen? Sie haben ein neues
großes Haus mit 136 Plätzen zu
leiten.
AR: Ich versuche meinen Tag auf
den Wohnbereichen zu beginnen
und mit Bewohnern und Mitarbeitern zu frühstücken, um mich
dann motiviert den anderen Aufgaben mit dem gleichen Elan zuzuwenden wie jedem einzelnen
Bewohner.
Red: Als Heimleiterin muss man
auch mal Zähne zeigen. Ich erlebe sie im Umgang mit Bewohnern aber auch mit den Mitarbeitern als einen äußerst liebevollen
Menschen. Geht das zusammen?
AR: Wenn es sein muss, kann
ich auch mal gegen den Strom
schwimmen, um an die Quelle zu
kommen. Für das Wohl der Bewohner und Mitarbeiter kann ich
kämpfen.
ses auch leben und das jeden
einzelnen Tag. Das also die wunderbaren Leitlinien nicht nur an
den Wänden hängen. Eines unserer Ziele ist es, das sich jeder Mitarbeiter als Wegbegleiter unserer
Bewohner sieht.
Red: Die Latte liegt nach der aktuellen
MDK-Qualitätsprüfung
ziemlich hoch. Was kann man da
noch erreichen?
MT: Wir haben Bereiche, da können wir noch besser werden. Wir
sehen die MDK-Prüfung als Ansporn. Auch da, wo wir noch Defizite aufweisen, wollen wir bei
der nächsten Prüfung besser
abschneiden. Das ist jedenfalls
mein persönlicher Anspruch.
Nachrichten aus Eisenach
Leckeres Essen ist was wirklich
Schönes. So ziemlich jeder genießt ein wunderbar zubereitetes
Mahl. Und wenn das Auge dann
auch noch den Verlockungen
auf dem Teller nicht widerstehen
kann, na was kann es Besseres
geben?
Die REWE-Foodservice GmbH
veranstaltete nun schon zum 23.
Mal den mit Spannung erwarteten
REWE-Deutschland-Pokal.
Das ist der jährliche Wettbewerb
für Jungköche.
Thema des diesjährigen Finales
mit Fisch war „Variationen von
heimischen Süßwasserfisch“. Unter den 19 Finalisten war auch
Franziska Kähler vertreten, Auszubildende bei der St. Annen Catering GmbH, Eisenach. Sie hatte
bereits bei den Regionalausscheidungen für Thüringen, Sachsen
Die Eisenacher pflegen seit
1897 eine Tradition, die
sich bis heute erhalten hat:
den Sommergewinn. Es ist
das größte Frühlingsfest in
Deutschland, das von der
sog. Sommergewinnzunft e.V.
ausgerichtet wird.
Höhepunkt des einwöchigen
Volksfestes ist der Festzug durch
die Stadt mit anschließender
Verbrennung der Strohpuppe auf
dem Marktplatz. Die Strohpuppe
symbolisiert den Winter und wie
jedes Jahr verliert er das Streitgespräch mit Frau Sunna.
Eine von den Einwohnern der Eisenacher Georgenvorstadt mit
viel Liebe für’s Detail fortgeführte Tradition ist das bunte und
prachtvolle Schmücken der Häuserfassaden. Wir Mitarbeiter und
Bewohner von St. Annen lassen
uns da nicht lange bitten. Mit den
Ausgezeichneter Nachwuchs
Nachrichten aus der St. Annen Catering GmbH Talent-Schmiede
und Sachsen-Anhalt den ersten
Platz belegt!
In zwei Wettbewerbstagen konnte sie ihr Können im Kurhaus
Wiesbaden unter Beweis stellen.
Traditionell werden in diesem Finalwettbewerb
Schauplatten
ge­fordert, ein Bereich, „der im
Rahmenplan der Koch- und Meisterausbildung nicht mehr gefordert wird“, so Thea Nothnagel,
Wanderjurorin bei den regionalen
Vorentscheidungen. Im Wettbewerb sind besonders Kreativität
und Ästhetik gefragt.
Die Jury war an beiden Tagen begeistert von den „hervorragenden
Leistungen“ der Finalisten. Die
Entscheidung fiel entsprechend
knapp aus. Franziska Kähler belegte einen hervorragenden 4.
Platz. Das war eine grandiose
Leistung. Und das Foto spricht
mehr als Worte es sagen können.
Da läuft einem das Wasser im
Mund zusammen!
Wir alle gratulieren Franziska
ganz herzlich!
Sommergewinn
typischen Symbolen von Hahn, Ei
und Brezel wird das Haus in ein
buntes Gewand gekleidet. Der
Festtag selber wird in unserem
Heim mit einem Frühschoppen
im Garten begonnen. Da unsere
Einrichtung St. Annen direkt an
der Feststraße liegt, sind unsere
Bewohner eigentlich immer mittendrin und haben alles bestens
im Blick. Das Ständchen des Posaunenchores und die Plaudereien mit der Zunftchefin erlebten
die Bewohner hautnah.
Das warme, sonnige Wetter zum
Frühlingsfest lud alle Bewohner
dann zu einem ersten Mittagessen in unseren wunderbaren
Garten ein. Danach gönnten sich
alle eine Mittagspause, aber nur
eine kurze. Denn wir stehen mit
unseren Bewohnern immer gerne
in der ersten Reihe beim Vorbeimarsch der festlich geschmückten Umzugswagen.
Und dann wartete ein weiteres Ereignis auf uns: die Eröffnung der
Grillsaison in unserem Garten.
Unser Küchenchef hatte sich wieder einmal einiges einfallen lassen, um unsere Bewohner zu verwöhnen und dem ereignisreichen
Tag einen würdigen Abschluss zu
bereiten.
7 Renate Voss
Juni – 2011 | HeimKurier 9
10
HeimKurier | Juni – 2011
im „Haus St. Annen“
(Eisenach) bei Diana Pohl
E-Mail
[email protected]
Telefon
03691 | 716 – 2066
All das wird genau erklärt. Und
dann folgt meist noch eine Führung durch das Haus.
Wenn es von Angehörigen gewünscht wird, erledigt die Sozialarbeiterin von der polizeilichen
Ummeldung über den formlosen
Sozialhilfeantrag bis hin zur Klärung der Kostenübernahme durch
die Kassen alle Formalitäten.
14:30 Uhr große Kaffeetafel im Garten
und im Zelt mit Musik
15:00 Uhr Zirkusvorstellung mit Clownauftritt,
Trödelmarkt und vielen weiteren
Ständen im Garten
16:15 Uhr Auftritt unseres beliebten
Eisenacher Eisenbahnerchores
starke
Feuchtigkeit
Schiffsetage
kurz für:
Eduard
Flut
schützen
Lebensbund
Neuverfilmung
altröm.
Liebesgott
leicht
regnen
Leid
Kletterzweig
ital.:
eins
engl.
Frauenname
Ausstellung
Fragewort
(4. Fall)
Wasservogel
eine
Gesellschaftsform
Absonderung der
Leber
Giftstoff
engl.:
Schluss
Konkurs
Fluss
durch
Bern
lat.:
Grußwort
Schnellzug
(Abk.)
Totenschrein
Gewürzpflanze
afrik.
Volksstamm
chem. Z.
Lithium
gewagte
Unternehmung
Abk.:
circa
diesig
Rinderwahn
Zeugnisnote
engl.
Adelstitel
Abk.:
griechisch
ungefähr
Absage
engl.:
rot
Aufseher
bekunden
Abk.:
Vorname
Tätigkeitswort
Fragewort
Strom
in
Afrika
Bodenart
Lösung
17:00 Uhr Beginn des Grillens und Abendessen
Alle Bewohner, Angehörigen, Betreuer und Gäste
des Mitarbeiterteam St. Annen und der St. Annen
Catering GmbH sind ganz herzlich eingeladen.
B
E-Mail
[email protected]
Telefon
030 | 38 39 58 – 008
7formloser Sozialhilfeantrag,
7gesetzlich festgelegter
Barbetrag,
7Rentenüberleitung,
7Taschengeldkonto,
7Schonvermögen,
7vorläufiger Eigenbetrag.
14:00 Uhr Eröffnung der Festveranstaltung
durch Martin-Michael Birkholz
den
Ackerboden
lockern
für alle
Zeit
A
im „Haus Birkholz“ (Berlin)
bei Petra Engling
12:00 Uhr gemeinsames Mittagessen
im Großen Garten
ausgedehnt
Z
Doch das ist genau die kritische
Stelle, an der sich die Fachkompetenz der Sozialarbeiter auszahlt.
Mehr Informationen
erhalten Sie
Im weiteren
Gesprächsverlauf fallen
Begriffe wie:
Aus dem Festprogramm
10:00 Uhr Besuch unseres Patenkindergartens
„Spielkiste“ mit einem kleinen
Programm für unsere Bewohner.
Für die Kleinen wird im Anschluss mit
einem Spielprogramm und einer Zirkus
und Tiershow gesorgt
ärmellose
Jacke
O
Wenn es dann um die Finanzierung geht, werden die Pflegesätze des Hauses erläutert. Die Pflegesätze sind die Ergebnisse der
Pflegesatzvereinbarung zwischen
Kosten- und Heimträgern. Im Gespräch wird genau aufgezeigt,
woraus sich die Pflegesätze zusammensetzen. Der zu zahlende
Selbstanteil bereitet den Angehörigen das meiste Kopfzerbrechen,
denn meistens übersteigt der
Selbstanteil die Rente des alten
Menschen. „Wie soll das gehen?
Das können wir uns nicht leisten.“
ist die erste Reaktion darauf.
Als Soziologin, Psychologin und erfahrene
Ergotherapeutin hat sie den Blick für die
Probleme der Menschen. Den Aufbau des
Sozialdienstes von St. Annen hat sie ab
2007 eigenverantwortlich und mit sehr viel
Spaß an der Sache vorangetrieben. Dabei
konnte sie den Dienst ganz individuell an den
Bedürfnissen der Bewohner und Angehörigen
ausrichten.
Vor 20 Jahre übernahm Martin-Michael Birkholz das
Haus „St. Annen“ und seither ist viel passiert. Die
erfolgreiche Arbeit aller Beteiligten wollen wir am
Freitag, dem 1. Juli mit einem großen Fest begehen.
Sieb
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7das Pflegekonzept des Hauses
7ärztliche Versorgung der
Bewohner
7Kooperationsverträge der
Einrichtung mit Ärzten
7das Verpflegungskonzept
Diana Pohl
Haus St. Annen · 1. Juli 2011
Festveranstaltung „20 Jahre St. Annen“
Strandkleidung
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Die Sozialarbeiterin klärt in
einem ersten Gespräch auf
über:
Als gelernte Erzieherin im Behindertenbereich
und während des Aufbaus eines Mobilitätshilfedienst für Senioren und Behinderte hat sie viele
Erfahrungen im Umgang mit Behörden und
Ämtern sammeln können. Sie weiß, welchen
Ton man im Gespräch mit den verantwortlichen
Mitarbeitern anzuschlagen hat – vor allem,
wenn es mal schnell gehen muss!
Haus Felseneck · 24. Juni 2011
Sommerfest ab 14:00 Uhr auf der großen Terrasse
Alleinunterhalter Herr Wieditz und die Ergotherapeutinnen des Hauses haben ein buntes Programm mit
vielen Überraschungen zusammengestellt
wellig
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Ein unverbindlicher Besuch bei
der Sozialarbeiterin kann da
schon helfen und für mehr Klarheit im Paragrafen- und Antrags­
dschungel sorgen.
Petra Engling
Eisenach
EDVNetzknoten
(Mz.)
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Neben der Frage, ob der Schritt
in ein Pflegeheim der richtige ist,
sind es vor allem Fragen um eine mögliche Finanzierung, die die
meisten Menschen ängstigen.
Beratungsgespräch
zur Heimaufnahme
Kopftraining · Schwedenrätsel
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Als Angehöriger
weiß man relativ wenig
über Pflegeheime und die
Einzugsformalien.
Veranstaltungstipps
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Tipps für Angehörige
Juni – 2011 | HeimKurier 11
Die
Unternehmensgruppe
Birkholz
Unternehmensgruppe Birkholz
Inhaber: Martin-Michael Birkholz
Georgenstraße 64 | 99817 Eisenach
Telefon 03691 | 716 – 0
Fax
03691 | 716 – 220
E-Mail [email protected]
Internet www.birkholz-net.de
Seniorenpflege „Haus Birkholz“
Gervinusstraße 40 | 10629 Berlin
Telefon 030 | 38 39 58 – 011
Verwaltung:
Seniorenpflege „Haus Birkholz“
Dahlmannstraße 31 | 10629 Berlin
Telefon 030 | 38 39 58 – 0
Fax
030 | 38 39 58 –13
E-Mail [email protected]
Pflegenetzwerk St. Annen GmbH
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