BLICKFANG dIe ärzte

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BLICKFANG dIe ärzte
november 2007 | nr. 116 | kostenlos | www.spiesser.de
dIe ärzte
Die beste Band der Welt
gibt Wahl-Nachhilfe
08
BLICKFANG
Das beste Bild für die
Bewerbungsmappe
12
drin.
16
– Anzeige –
„Wenn uns jemand blöd anmacht,
behaupte ich demonstrativ, dass
ich auch Jude bin. Lieber würde
ich mit meinem Freund zusammen
richtig einstecken als daneben
zu stehen.“ Heftmitte
Action_226x319.indd 1
14.08.2007 12:41:19 Uhr
Bis einer weint | 03
Wortwechsel aus der Redaktion
„Was machen denn die
Politiker im Bundestag?“
Chefredakteur Peter
und Praktikantin Susanne
definieren Politik
„Was heißt hier schon normal?
Wer von uns ist denn bitte normal?“
„Du siehst viel zu entspannt
aus. Wenn ich Stress habe,
musst du auch Stress haben!“
Redakteurin Julia und Praktikantin Tine
an einem ganz normalen Mittwoch
Redakteur Jörg erklärt
Frischling Florian die
Redaktionsregeln
„Aber es ist doch noch gar nicht Freitag
– wir dürfen noch gar nicht durchdrehen!“
„Chaos.“
inhalt spiesser 116
Bis einer weint
Was soll bloß aus
dir werden
„Was mir heilig ist?
Meine persönliche Freiheit!“ 04
„Was bedeutet die Abkürzung ÖPNV?“ 10
Früher war alles besser
„Selten löste ein Buch in mir
so eine Wut aus. Vom ganzen Kopfschütteln
habe ich jetzt noch Muskelkater.“ 20
„Die weit verbreitete
Vorstellung, auf einem
Bewerbungsbild müsse man
streng und seriös aussehen,
ist völlig absurd.“ 12
„Ob ich Baggerfahrer, Mathematiker oder
Korbflechter werde, ist allein meine Entscheidung.“ 12
„Warum soll ich 40 Stunden
für einen Hungerlohn
schuften, wenn ich nur
drei Stunden schnorren
muss und danach
20 Euro habe.“ 06
Hast du keine Freunde
„Das gucken wohl eher Leute,
die nicht so viel in der Birne haben!“ 23
Das hat ein Nachspiel
„Der Fox schaut mich an, als wolle er sagen:
Offroad gerne, aber bitte mit Verstand.“ 14
„Spießig sind Kontrolleure und Mozartkugeln.“ Leserbriefe 14
Frische Luf t würde
dir gut tun
„Wenn wir auf Tour sind, beantragen wir immer
Briefwahl. Nicht zu wählen kommt nicht in Frage.“ 08
„Den IQ von Wikipedia würde ich
auf 100 schätzen.“ 16
Welches Ereignis der Weltgeschichte suchen wir?
Rätsel 24
Superkonrad-Comic 28
Impressum 28
2 x Digitalkamera i85 von Samsung 15 //
4 x iPod nano 11 und 24 // 50 x 2 Kinokarten für
einen Film eurer Wahl 20 // 1 x Grundig
Navigationsgerät 24 // 5 x Boom-Box mit
5 PC- Adventure-Games 24 // 5 x Profi Cup
Stacking Set 24 // 3 x Day-Go-Bago-Rucksack 24
Stellungswechsel
Während ich gut nachvollziehen kann,
warum grelles Gegenlicht gepaart mit einem
Zahnarztstuhl gern als Foltermethode für
Spione genutzt wird, frage ich mich: Warum
wird mir das angetan? Warum tu ich mir
das an? Hinter der Antwort verbergen
sich 32 Zähne. Zweiunddreißig Zähne
mit katastrophaler Stellung, die zu einem
ansehnlichen Gebiss formiert werden wollen.
Deshalb besuchte ich zweimal im Quartal
meine Kieferorthopädin.
Was durfte ich mir nicht alles anhören:
„Du hast aber eine große fleischige Zunge!“
Oder der Klassiker: „Mach doch den Mund
weiter auf, Julia! Weiter! WEITER AUFMACHEN!“ Meine verzweifelten Versuche, ihr
begreiflich zu machen, dass die Ausdehnung
meiner Futterluke limitiert ist, ignoriert sie.
Meine kryptischen Wortlaute „Üch chan
nüch“ versucht sie gar nicht zu verstehen.
Aber wer schöne Zähne haben will, muss
leiden. Muss Flüssignahrung zu sich nehmen, muss sich von überflüssigen Zähnen
brutal verabschieden, muss Spritzen und
Skalpell im Zahnfleisch ertragen. Das ist
nun mal nötig, wenn das Mund-Röntgenbild einer Ruine ähnelt. Mein persönlicher
Wiederaufbau war nur noch per Eisenträger
und der Kieferorthopädie als Aufbauhilfe
möglich. So startete mein Muster-Röntgenbild von 1998 eine Grande Tour de Zahnarztpraxen und ich bog meinen Kiefer mit
fünf verschiedenen Spangen durch acht
Jahre. Dann war meine kieferorthopädische
Behandlung abgeschlossen. Als ich meiner
festen Spange ein letztes Mal zulächelte,
bevor sie im Müll verschwand, begaben
sich meine Vorderzähne schon wieder auf
Wanderschaft. Sofort winkte mir im Spiegel
wieder diese fiese Lücke in der Frontbebauung entgegen. Toll.
Mutti versuchte zu trösten: „Wissenschaftler haben herausgefunden, dass
Zahnlücken ein Zeichen für Intelligenz
sind. Schau dir Madonna an!“ Madonna als
Visualisierung der mündlichen Cleverness?
Da hätte Mutti aber tröstlichere Beispiele
finden können. Jürgen Vogel zum Beispiel oder Mieze von Mia oder Thees
Uhlmann, den Sänger von Tomte. Der
ist der Meinung, Gott hätte ihn zweimal
geteilt. Einmal vertikal mit der riesigen
Zahnlücke und einmal horizontal mit
seinen Nippeln, die nicht wie bei normalen
Menschen im oberen Drittel des Körpers angesiedelt sind, sondern weiter unten, also
quasi mittig. Da bin ich über die Gnade
meines Schöpfers, mich nur einmal zu teilen, ziemlich froh. Ich kann mich immerhin
selbst orthopädieren, klemme Minigummis
um die Vorderzähne und führe sie so wieder
zusammen. Thees dagegen hat keine
Chance, seine Brustwarzen selbst an den
rechten Fleck zu rücken. Ob
er’s auch mal mit Gummis
versuchen sollte?
Julia ist 18
Jahre alt und
läuft mit offenen
Augen durch die
Welt. Hier schreibt
sie, was sie sieht.
Was
ist heilig?
04 | Bis einer weint
umfrage: Resi schneider, Florian zinner
Marcus, 19,
Weichlitz
Fotos: Matthias popp
Marvin, 23,
Osnabrück
Meine Familie.
Meine Gitarre.
Friederike, 19,
Dresden
Mareike, 19, Köln
Meine Ohrringe.
Ich habe über hundert Paare.
Mein Sonntagsfrühstück – perfekt um
gemütlich die Woche ausklingen zu lassen.
Michael, 22,
Bad Liebenwerda
Linnea, 18,
Hamburg
Alpha, 24,
Paris
Sport. Ich spiele seit 13 Jahren Handball.
Mein Schokoladenfach.
Da darf kein anderer ran.
Jazz.
Rebekka, 17, Jonsbach
Patrick, 24,
Frankfurt am Main
Mein Vater. Er ist für mich ein absolutes
Vorbild. Er hat einfach Talent mit jedem
Menschen umgehen zu können, den er trifft.
Mir ist nichts heilig. Ich bin Atheist.
Luca, 14, Münster
Carolin, 18, Görlitz
Mein Handy. Und Musik.
Meine Privatsphäre.
Lisa, 18, Elsterwerda
Mir ist Kunst heilig, das möchte ich
studieren. Außerdem bin ich selbst
künstlerisch tätig.
Lena, 20, Stuttgart
Mein Bett. Von dort aus kann ich durch das
Dachfenster den Himmel sehen.
Ananda, 23, Wien
Gott. Die Veden. Die Gottgeweihten.
Die Welt. Die Seele. Eigentlich alles,
weil alles einen spirituellen,
göttlichen Ursprung hat.
Claudia, 21, Würzburg
Lisa, 20, Kassel
Meine persönliche Freiheit ist mir heilig. Dass
ich tun kann, was ich möchte, dass ich leben
kann, wo ich will.
Zeit mit Gott zu verbringen.
Janine, 16, Jennifer,
17, Dresden
Wir sind uns heilig.
Spätestens zu Weihnachten
fragen wir uns alle: Freunde,
Musik oder doch die Religion – was
ist uns heilig? Diskutiert mit
auf SPIESSER.de, Webcode: @heilig
Im nächsten Heft fragen wir:
Was ist mutig?
José, 25, Mainz
Für mich sind meine Großeltern heilig,
die haben bei mir einen besonders hohen
Stellenwert für mein Wohlbefinden.
Christian, 20, Speyer
Peter, 21,
Würzburg
Soziale Kontakte.
Bier.
Carolin, 18, Bielefeld
Meine Freunde. Ohne wäre es langweilig.
Viktoria, 13, Köthen
Conny, 24, Wuppertal
und Daniel, 25, Jena
Gar nix.
Jesus und Gott. Jeder Christ, der an Jesus glaubt.
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FUSSBALL
IST SPIEL.
AIDS
IST
ERNST.
Aids ist weltweit eine Katastrophe.
Fast 40 Millionen Menschen sind infiziert.
Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind.
Deshalb engagiert sich Philipp Lahm
im Kampf gegen Aids. Sein Appell:
„Der Kampf gegen Aids muss weltweit
Konzept & Design: steinrücke+ich (Köln) | kakoii Berlin
Foto: Sebastian Hänel, Alexandra Kinga Fekete
mit aller Kraft geführt werden.“
Lahm_4c_226x319_Spiesser.indd 1
Philipp Lahm
30.10.2007 8:53:30 Uhr
Bis einer weint | 07
06 | Bis einer weint
So ein Irokäse
Robert nennt sich Punk und findet richtiArbeit
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scheiße.
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Schnorrer
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Rietzschel, 20
21
▶▶▶
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„Geh doch
„Mach
„Warum
soll arbeiten.“
ich 40 Stunden
Als er zwölf war, haben seine Eltern ihn zum ersten Mal vor die
Tür gesetzt. Jetzt schnorrt Robert am Berliner Alexanderplatz.
▶▶▶ „Warum soll ich
40 Stunden für
einen Hungerlohn schuften, wenn
ich nur drei Stunden schnorren muss
und danach 20 Euro habe.“ Roberts
Arbeitsplatz ist der Alexanderplatz in
Berlin. Fast jeden Tag verbringt er hier,
mit seinen Freunden, und mit sehr viel
Bier. Der 17-Jährige bezeichnet sich
selbst als Punk, auch wenn der Begriff
Punk so abgewetzt ist wie Roberts grüne
Hosen. Früher war er Schlagwort und
Zeichen echter Rebellion, heute ist er
nicht
als ein romantisches
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Zunge nach ein paar Cent. Manche geben
was, andere rufen ihm auch mal hin-
„Wenn jemand
sagt ‚Geh doch
arbeiten‘, antworte ich:
Mach ich doch, du musst
mich nur dafür
bezahlen!“
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euch zum
DB-VIP
Ihr wollt dabei sein? Schickt bis zum 25. November
eine E-Mail mit DB in der Betreffszeile und Name, Alter
(mindestens 16 Jahre alt), Adresse und Telefonnummer
an [email protected]
Ich hab gestern wieder einem 50 Cent gegeDieses Thema wurde auf SPIESSER.de
Kommentare auf SPIeSSer.De
schon heftig diskutiert. Hier sind die
Kommentare der SPIESSER.de-Leser:
ben. Vielleicht ein Fehler, weil er davon Alk
gekauft hat. Aber ich habe immer wieder
die Hoffnung, damit jemanden geholfen zu
haben, der wirklich Hunger hatte. Hanna
ich
abgezweigt
hat,auch
weiß
für Gespräch
was, andere
rufen ihm
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du
musst
mich
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nicht.
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aus
Angst
vor einer
einen Hungerlohn schuften, wenn terher: „Geh doch arbeiten.“ „Mach
ich
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ruftdrei
er dann
zurück.
Er ist stolzmuss
auf
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musst mich
nur dafür
ich
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er hier, sindSeine
Schulabschluss,
Ausbildung,
ordentlicher
um
ihn
herum,
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mit seinen Freunden, und mit sehr viel re Zukunft für ihren Sohn erhofft:
Beruf. Der
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begannen sie
ihn zu fragen,
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nach Zielen
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sich nennt.
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selbst als Punk, auch wenn der Begriff Beruf. Früh begannen sie ihn zu fragen,
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Hause kam,
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begann
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nicht viel mehr als ein romantisches Hause kam, knallte ihm die Mutter erstAm
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wurde
er
entweder
kleiner
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mit
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Synonym für Bettler. Aber Robert will mal eine. Robert begann zu trinken.
sturzbetrunken
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entweder
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oder
blieb
einfach
weg.
ist.
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lacht
Robert
an
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grinst mit
Freunden
zu
nichts anderes als betteln, wenn er in sturzbetrunken von seinen
Als er
sich inmit
seinem
Zimmer einen Joint
braunen Zähnen
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zurück:
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einfach
weg.
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raus.
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du groß
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in seinem
ist.
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er die
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Robert
bis
heute
nicht
ein
Punker.“
Springerstiefeln mit einem leeren Becher drehte, schmissen ihn die Eltern raus.
hinweg:
„Ich meine,
war
und
Darüber ist Robert bis heute nicht
zu
den Touristen
und ich
fragt
mitzwölf
schwerer
die
haben
mir
die
Klamotten
vor
die
hinweg:
„Ich meine,
war
Zunge nach ein paar Cent. Manche geben
In
Deutschland
gibt esich
nach
derzwölf und
Füße geworfen.“ Er ist dann freiwillig ins
letzten aktuellen Schätzung 292.000
– Anzeige –
brandenburgische Heimatdorf zurückgeWohnungslose. Davon sind 22 Prozent
Jugendliche.
kommen und versprach seinen Eltern
alles was sie hören wollten. Auch, dass
Ungefähr 20.000 Menschen
Zwei spannend-sportliche
Tage: leben
er sich um eine Praktikumstelle bemüsprichwörtlich auf der Straße, sie
hen würde. Aber die Eltern hatten längst
kommen
weder
in einem Heim noch bei
Freitag, 30.
November
2007
was arrangiert. In einem Baumarkt sollte
Ihr schaut Freunden
hinter dieunter.
Kulissen des Berliner HauptRobert Paletten stapeln. Ihm passten
die
bahnhofs,
seht alles das, was den Fahrgästen
Jeder Zehnte, der auf der Straße lebt,
Leute nicht und er flog raus. Zu Hause
sonst verborgen bleibt. Danach besucht ihr
kann auf gar kein Einkommen zurückgab es immer öfter Stress, dabei schaffte
eines der modernsten ICE-Werke in Deutschland.
greifen, 8 Prozent kriegen ein bisschen
Täglich können da bis zu 60 ICEs gewartet und
Robert sogar seinen Realschulabschluss.
Kohle durch Gelegenheitsarbeiten,
Am Abend wartet eine ÜberSeine Noten kennt er nicht. Stattrepariert
zur werden.
Betteln und Prostitution. Nur 4 Prozent
raschung auf
euch.
Danach: Ab ins Hotel.
haben einen festen Job.
Zeugnisausgabe zu gehen, setzte er sich in
den Zug nach Berlin. Endstation: Straße.
Samstag, 01.
Dezember
2007Obdachlosen sind
Zwei
Drittel aller
Robert hat sich immer wieder
Ihr seid zualkoholGast beiund
Hertha
BSC und besichtigt
drogenabhängig.
geschworen, bei seinen Eltern anzurudas Olympiastadion, schaut ins Mediazentrum,
fen, um ihnen zu sagen, dass er den
noch
VIP-Bereich,
dielaufen
unterirdische
Jährlich
um dieAufwärmhalle
9.000 Jugendin die liche
Spielerkabinen.
Nach
der
exklusiven
von zu Hause
weg.
Davon
sind 70
lebt. „Ihre größte Angst ist es, und
dass
auf Top-Plätzen
dasProzent
Bundesligaspiel
Prozent
Jungs und 30
Mädchen.
irgendwann jemand vor der Tür Tour
stehtseht ihr
Hertha BSC gegen Bayer Leverkusen.
und sagt, dass ihr Sohn tot ist.“ Warum
er bisher noch nicht die paar Cent für das
Das Bahnticket für die An- und Abreise nach
Berlin und die Übernachtung im Hotel gibt es
Gew
natürlich dazu. Das Spiel von Hertha ist gegen
2 Tag innt
e Bah
17.30 Uhr zu Ende, so dass alle Gewinner noch
n, Bier fragt! Wenn esam
BeZigarette
nachdas
Hause
rlin uoder nach
willst,
mankommen.
dir tu, das füge auch den
einSamstag
nd Kerl ist, sag ich meistens, er
Hersympathischer
andren
zu....
Klappt
ehrlicherweise meistens
tha B
SC holen und sich zu uns setzten. nicht. Ist mir aber auch egal ;-) Ihr hört euch
soll seine
Leute
Toni W.
Ich hab kein Mitleid mit so jemand.
Auf der Straße nerven mich Obdachlose, so
Reik aus Oldenburg
Die DB in Zahlen
Ausbildung bei derJeder
DB ist doch für sich selbst verantwortlich!
fies das klingt. Ich kann solche Leute nicht
Die rund 240 000 Mitarbeiter der DB arbeiten in insgesamt
Rund 8100 Jugendliche bildet die Deutsche Bahn aus
verstehen, man merkt doch, wann man in
Wenn die auf der Straße leben und
sich
Ach, Schnorrer sind doch cool.
Hab ich auch
und zwar in ca. 25 Ausbildungsberufen. Dass die Bahn nicht
150 Ländern. Das Schienennetz der Deutschen Bahn
solche Kreise abrutscht. Und dann Tagträudurchschnorren
wollen:
Mir
egal,
solange
sie
schon mal gemacht, wennnur
ichausgerade
kein
Lokführern und Zugbegleitern bestehen kann,
hat eine
Gesamtlänge
34 000 Kilometern.
Das
mer spielen,von
herumgammeln
und nix tun,
mich
in
Ruhe
lassen...
Klara
Geld für den Bus hatte. Und
überhaupt:
ahnt wohl jeder, der schon mal mit ihr gefahren ist. Auch
ist
fast
einmal
rund
um
die
Erde.
Die Deutsche Bahn ist
ist für mich unbegreiflich.
Nadine
Wer sich darüber aufregt,Speditionskaufleute,
darf auch nicht Mechatroniker, IT-Elektroniker und
die größte Eisenbahngesellschaft in Europa und das zweitsorgen unter
anderem
alles
rollt.alle Wiesen
Wenn
ich imdafür,
Parkdass
sitze,
sind
voll
mit EMP-Sprüche-T-ShirtsIndustriekaufleute
und Nietengürtel
und Logistikunternehmen der Welt. Jeden
Stellenbörse für Ausbildungs- und BerufsakademieVon
mir bekommt jeder etwas, der mich
von Punks und Schnorrern. Es gibtgrößte
keinenTransportrumlaufen. Ein bisschenEine
mehr
Mut zur
Studienplätze sowie alle anderen Infos zur Ausbildung gibt
Tag
verkehren
33
000 Personenverkehrszüge
ordentlich
fragt. Nach dem Prinzip:und
Was du
Tag,
an
dem
mich
niemand
nach
einer
Gammligkeit!
Jule
es auf www.db.de/schueler.
6 000 Güterzüge auf dem Netz.
hier teilweise an wie meine Großmutter. Ist
ja erschreckend...
Ernst
Ersetze „Schnorrer“ durch „Parasit“, das
passt einfach besser.
Anonym
Ignorieren oder Geben?
Sagt uns eure Meinung auf
SPIESSER.de, Webcode: @punk
Die Kommentare sind teilweise gekürzt.
e
Bis einer weint | 07
die haben mir die Klamotten vor die
Füße geworfen.“ Er ist dann freiwillig
ins brandenburgische Heimatdorf zurückgekommen und versprach seinen Eltern
alles, was sie hören wollten. Auch, dass
er sich um eine Praktikumsstelle bemühen würde. Aber die Eltern hatten längst
was arrangiert. In einem Baumarkt sollte
Robert Paletten stapeln. Ihm passten die
Leute nicht und er flog raus. Zu Hause
gab es immer öfter Stress, dabei schaffte
Robert sogar seinen Realschulabschluss.
Seine Noten kennt er nicht. Statt zur
Zeugnisausgabe zu gehen, setzte er sich in
den Zug nach Berlin. Endstation: Straße.
Robert hat sich immer wieder
geschworen, bei seinen Eltern anzurufen,
um ihnen zu sagen, dass er noch lebt.
„Ihre größte Angst ist es, dass irgendwann jemand vor der Tür steht und sagt,
dass ihr Sohn tot ist.“ Warum er bisher
noch nicht die paar Cent für das Gespräch
abgezweigt hat, weiß Robert selbst nicht.
Vielleicht aus Angst vor einer weiteren,
verbalen Ohrfeige seiner Eltern, die ihm
klar macht, was er eigentlich ist – ein
Versager. Das Einzige was ihn stützt sind
die vielen gescheiterten Menschen um
ihn herum, die er seine Freunde nennt.
Von ihnen fragt keiner nach Zielen oder
einem Plan für die Zukunft.
Auf die Frage, was er sich vom Leben
wünsche, grölt er lallend: „Ja, dass hier
sofort ein Kasten Bier vor mir steht.“
Aber stattdessen steht da plötzlich ein
kleiner Junge mit goldblonden Haaren,
der einem Touristenpärchen ausgebüchst
ist. Er lacht Robert an und der grinst mit
seinen braunen Zähnen schief zurück:
„Wenn du groß bist, wirst du auch mal
ein Punker.“
koMMentare auf spiesser.de
Dieses Thema wurde vorab schon
heftig diskutiert. Auf SPIESSER.de
gab es eine wilde Kommentar-Schlacht:
Ich hab kein Mitleid mit so jemandem.
Reik aus Oldenburg
Ach, Schnorrer sind doch cool. Hab ich auch
schon mal gemacht, wenn ich gerade kein
Geld für den Bus hatte. Und überhaupt:
Wer sich darüber aufregt, darf auch nicht
mit EMP-Sprüche-T-Shirts und Nietengürtel
rumlaufen. Ein bisschen mehr Mut zur
Gammligkeit!
Jule
In Deutschland gibt es nach der
letzten aktuellen Schätzung 292.000
Wohnungslose. Davon sind 22 Prozent
Jugendliche.
Ungefähr 20.000 Menschen leben
sprichwörtlich auf der Straße, sie
kommen weder in einem Heim noch bei
Freunden unter.
Jeder Zehnte, der auf der Straße lebt,
kann auf gar kein Einkommen zurückgreifen, 8 Prozent kriegen ein bisschen
Kohle durch Gelegenheitsarbeiten,
Betteln und Prostitution. Nur 4 Prozent
haben einen festen Job.
Ich hab gestern wieder einem 50 Cent gegeben. Vielleicht ein Fehler, weil er davon Alk
gekauft hat. Aber ich habe immer wieder
die Hoffnung, damit jemandem zu helfen,
der wirklich Hunger hatte.
Hanna
Jeder ist doch für sich selbst verantwortlich! Wenn die auf der Straße leben und
sich durchschnorren wollen: Mir egal,
solange sie mich in Ruhe lassen...
Klara
Zwei Drittel aller Obdachlosen sind
alkohol- und drogenabhängig.
Jährlich laufen um die 9.000 Jugendliche von zu Hause weg. Davon sind 70
Prozent Jungs und 30 Prozent Mädchen.
Wenn ich im Park sitze, sind alle Wiesen
voll von Punks und Schnorrern. Es gibt
keinen Tag, an dem mich niemand nach
einer Zigarette oder nach Bier fragt!
Wenn es ein sympathischer Kerl ist, sag
ich meistens, er soll seine Leute holen
und sich zu uns setzen.
Toni W.
Auf der Straße nerven mich Obdachlose, so
fies das klingt. Ich kann solche Leute nicht
verstehen, man merkt doch, wann man in
solche Kreise abrutscht. Und dann Tagträumer spielen, herumgammeln und nix tun,
ist für mich unbegreiflich.
Nadine
Von mir bekommt jeder etwas. Nach dem
Prinzip: Was du willst, das man dir tu, das
füge auch den andren zu.... Klappt ehrlicherweise meistens nicht. Ist mir aber auch egal.
Ihr hört euch hier teilweise an wie meine
Großmutter. Ist ja erschreckend...
Ernst
Ersetze „Schnorrer“ durch „Parasit“, das
passt einfach besser.
Anonym
Ignorieren oder Geld geben
– wie reagiert ihr auf Obdachlose?
Sagt uns eure Meinung auf
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08 | Früher war alles besser
„Nur wer mit der Situation komplett zufrieden ist, hat das
Recht, nicht zu wählen“, findet Farin (rechts).
„Die, die gewählt werden, verändern doch
eh nichts.“ Lyubisa (rechts) interessiert
sich nicht für Politik.
Bela B. geht immer brav wählen:
„Und wenn wir auf Tour sind, beantragen wir Briefwahl.“
Graue Punker
Unterricht bei den besten Vertretungslehrern der Welt:
Die Ärzte diskutieren mit der Klasse 9 der St. Pauli-Gesamtschule
Hamburg - über das Wahlrecht für Ausländer und zensierte
Schäferstunden mit Schäferhunden von Antonie Rietzschel
12:25 Vor fünf Minuten hat es zur Stun-
„Mit Claudia, die es mit ihrem
Schäferhund macht, können wir
die Schüler irgendwie nicht mehr
schockieren. In den 80ern
war das anders.“ Rod
Die Ärzte wissen, wie es ist,
zensiert zu werden. Weil sie
von der Liebe
eines Mädchens
zu ihrem Schäferhund sangen und ein gruseliges Kinderlied
aufnahmen, wurde ihr Debütalbum „Debil“
indiziert. Beim Musikvideo zur Single „Junge“
vom aktuellen Studioalbum „Jazz ist anders“
haben die Ärzte sich selbst zensiert. In der
jugendgerechten Fassung des Zombie-Massakers wird das blutige Grauen hinter Sprechblasen versteckt. In einer davon wirbt Bela B. für
Verständnis: „Diese Szene würde ich meinen
Kindern auch nicht zeigen.“ Eine Rebellenhymne mit Selbstironie.
Die aktuellen Tourdaten der Ärzte findet ihr
auf www.bademeister.com.
de geklingelt. Die Ärzte sitzen vollzählig und
brav am Lehrertisch, der Klasse fehlen noch
ein paar Schüler. Plötzlich geht die Tür auf
und fünf Jungs schieben sich lässig ins Zimmer. Statt mit einer Entschuldigung für die
Verspätung begrüßen sie ihre Vertretungslehrer mit den Worten „Jo, meine Homies“
und lassen sich auf ihre Stühle plumpsen.
Farin guckt angesäuert, Bela grinst.
12:30 Christian eröffnet die Stunde mit
seinem Referat. Er hat eine Umfrage in seiner Klasse gemacht: Von den 20 Schülern
wollen die meisten wählen gehen, wenn sie
mal alt genug sind – und ihre Stimme dann
der SPD geben.
Farin: Wer von euch hat denn als Erster
seinen 18. Geburtstag?
Hinterbänklerin Alexandra meldet sich.
Farin: Angenommen du entscheidest
dich dafür wählen zu gehen: Wo besorgst
du dir Informationen über Parteien?
Alexandra: Im Internet. Ich lese mir die
Parteiprogramme durch.
Farin: Versprochen?
Alexandra nickt. Farin scheint überzeugt
und legt seine Zähne für ein breites Lächeln
frei. Nur, wie sieht es eigentlich bei ihm und
seinen beiden Kumpanen aus - immer schön
wählen gewesen?
Bela: Seit ich 18 bin, war ich jedes Mal
wählen. Selbst wenn ich nach der Wahl
häufig enttäuscht wurde. Ich hatte immer das Gefühl, mit meiner einen Stimme nichts erreichen zu können, weil
Wahlversprechen nicht gehalten wurden. Trotzdem finde ich es richtig. Deswegen beantragen wir immer Briefwahl,
trag. Er und acht andere Jungs und Mädels
in der Klasse haben keinen deutschen Pass,
ohne diesen aber dürfen sie später nicht
wählen gehen. Dennis findet das schwachsinnig. Wichtig sei schließlich die Stimme
des Volkes und nicht die Meinung von „ein
paar Typen, die im Kreis sitzen“.
Bela: Rodrigo hat ja das gleiche Schicksal.
Er kam als Flüchtling mit seinen Eltern
aus Chile, wurde in diesem Land Musiker,
„Du kannst deinen Vortrag künstlich aufblasen.
Das machen wir auch immer.“ Bela B.
wenn wir auf Tournee sind.
Farin: Meiner Meinung nach hat nur derjenige das Recht, nicht zu wählen, der
komplett zufrieden ist mit der Situation,
in der er lebt. Was ist mit dir, Rod?
Rod: Ich darf seit neun Jahren wählen,
seit neun Jahren bin ich deutscher Staatsbürger. Ich hätte gerne schon vorher gewählt, aber als Ausländer darf man das
in Deutschland nicht. Das halte ich für
eine große Ungerechtigkeit.
12.40 Eine Steilvorlage für Dennis` Vor-
zahlte Steuern, durfte aber nicht wählen.
Rod: Und dann darf man wählen, schaut
sich die Programme der Parteien an und
findet in keinem das Thema „kommunales
Wahlrecht für Ausländer“. Da frage ich
mich schon, warum ich die wählen soll,
wenn die gar nicht meine Interessen vertreten. Bei meiner ersten Wahl habe ich
meine Stimme den Grauen Panthern gegeben. Jetzt wähle ich die Titanic-Partei.
Farin: Warum hast du nicht die Rod-Partei gegründet?
Früher war alles besser | 09
Rod (rechts) findet zwar, er wäre ein beschissener Politiker. Aber als
Vertretungslehrer macht er sich ganz gut.
Für sein Referat hat Christian seine
Mitschüler zum Thema Wählen befragt.
Das Ergebnis: Die meisten Stimmen
würde die SPD bekommen.
Die einstimmige Meinung der Klasse:
Ganz schön alt, diese Ärzte. Aber
ansonsten total korrekt.
Fatih: Das ist kindisch.
Farin: Wäre es dann sinnvoll, wenn der
Rod: Ich glaube, ich wäre ein total be-
schissener Politiker.
Eine ehrliche Haut, der Rod. Farin wendet sich indes wieder passgenau an die
Nicht-Deutschen in der Klasse.
Farin: Habt ihr denn auch vor, deutsche
Pässe zu beantragen?
Lyubisa: Meine Mutter will, dass ich
das mache. Mit 16 kann ich einen haben,
sagt sie.
Farin: Und dann gehst du wählen?
Lyubisa: Das interessiert mich ehrlich
gesagt nicht. Die, die gewählt werden,
verändern doch eh nichts. Die machen
nur Versprechen.
Farin: Klar machen sie das, aber manchmal halten sie sich auch daran.
Bela: Du verzichtest darauf, dieses Land
mitzugestalten, auch wenn du das vielleicht nicht direkt merkst. Ehrlich gesagt
ist das dumm.
12:50 Das sitzt, Lyubisa schweigt zu den
Vorwürfen. Und erzählt lieber in seinem
Vortrag, wann Schweigen zur Pflicht wird
– Zensur ist das Thema seines Referats.
Lyubisa: Mein Vortrag ist voll kurz.
Farin: Du kannst ihn ja künstlich aufblasen. Das machen wir auch immer.
Lyubisa grinst, erhebt sich und schlurft
nach vorne. In ein paar Sätzen erklärt er,
dass Computerspiele verboten werden, wenn
sie zu gewalttätig sind und Musik, wenn sie
zum Beispiel rassistisch ist.
Fatih: Wir dürfen in der Schule auch keine rassistischen Wörter benutzen. Aber
wenn mich jemand Kanake nennt, dann
will ich den auch Kanake nennen dürfen,
auch, wenn es ich es gar nicht so meine.
Bela: Wenn der Lehrer euch das verbietet, ist das dann wirklich Zensur…
Pakize: Locker.
Bela: …oder sind das einfach Gesellschaftsregeln, die euch beigebracht werden sollen?
Bela schaut Pakize ernst an – sie kaut
gelangweilt ihr Kaugummi.
Bela: Wenn du mal arbeiten gehst,
kannst du deinen Kollegen jedenfalls
nicht so behandeln.
Farin: Es sei denn, er ist Schlagzeuger.
Bela lacht kurz auf, während Farin
fast vom Stuhl kippt. Nur einer findet das
nicht lustig und wirft unvermittelt in die
heitere Runde:
Pio: Bei uns in der Klasse ist es schon
normal, dass wir uns alle beleidigen.
Die Schüler lachen über Pio. Der lugt
schüchtern unter seiner Bommelmütze hervor. Sein Kommentar hat die Ärzte kalt erwischt, irgendwie hilflos schauen sie sich
an. Farin rudert zurück zum Thema.
Farin: Wir haben vor vielen Jahren ein
Staat so etwas verbieten würde?
Christian: Ja, weil das die Menschen beleidigt – euer Schäferhund-Lied aber nicht.
13.03 Von verbotener Liebe zu verbotenen Hieben: Bela will wissen, wer in der
Klasse Ballerspiele zockt. Lyubisa hebt grinsend die Hand.
Farin: Findet ihr es gut, dass manche
Computerspiele verboten sind?
Lyubisa: Ja, sonst würde ich ja Amok
laufen.
Pakize: Die werden ja trotzdem gespielt,
egal ob sie ab 18 sind oder nicht.
Lyubisa: Wer sich auskennt, kommt an
alle Spiele ran.
Farin: Ja, die Politik wird nun mal von
Leuten gemacht, die keine Ahnung vom
Internet haben.
„Du verzichtest darauf, dieses Land mitzugestalten,
auch wenn du das vielleicht nicht direkt merkst.
Ehrlich gesagt ist das dumm.“ Bela B.
Lied darüber geschrieben, wie ein Mädchen Sex mit einem Schäferhund hat.
Wieder lacht die Klasse, diesmal auch Pio.
Farin: Das war damals für uns genauso
albern wie es für euch heute ist. Das Album wurde dann indiziert, es durfte also
nur noch von Jugendlichen ab 18 gekauft
werden. Findet ihr das richtig, dass ihr vor
solchen schmutzigen Gedanken geschützt
werdet? Oder findet ihr das absurd?
„Absurd!“ heißt es durch die Bänke weg.
Keiner in der Klasse ist der Meinung, dass
das Lied als Aufforderung zur Massenvergewaltigung von Schäferhunden missverstanden werden könnte.
Farin: Und was würdet ihr dazu sagen,
wenn wir ein Lied geschrieben hätten, in
dem wir darüber singen, dass wir Ausländern wegen ihrer Hautfarbe eins auf die
Fresse geben?
13:05 Es klingelt. Die Ärzte bleiben noch
ein bisschen an ihrem Lehrertisch sitzen,
die Klasse stellt sich für ein gemeinsames
Gruppenfoto auf. Während Bela und Lyubisa um die Wette posen, scheint sich Rod mit
den vielen Mädchen im Nacken irgendwie
etwas unwohl zu fühlen. Ein paar Minuten
später gibt er dann zu, wie froh er ist, kein
Lehrer zu sein. Die hat er nämlich noch nie
um ihren Job beneidet. Genauso wenig wie
die Politiker.
Autorin Antonie, 21, hält
Die Ärzte für die größten
Rocker Deutschlands. Seit
Bela B. zum Abschied seine
Hand auf ihre Schulter gelegt hat, war ihr T-Shirt
nicht mehr in der Wäsche.
Mehr über die Star-Stunde,
eine Fotogalerie mit den Ärzten und
eine Unterrichtsstunde zum Thema
Rassismus mit Bela B. gibt es auf
SPIESSER.de, Webcode: @ärzte.
„Ich
dachte, die wären
voll altmodisch,
weil die schon ganz
schön alt sind. Aber
die Jungs sind voll korrekt.“
Note: 2
Lyubisa, 15:
„Die
Stunde war interessant, die Themen
fand ich extrem
spannend. Schade,
dass es so kurz war.“ Note: 2
Christian, 15:
„Also,
Politik interessiert
mich nicht wirklich. Dafür war das
zweite Thema dann
spannender.“ Note: 3
Pakize, 15:
Titanic-Partei
= Die Spaßmacher vom SatireMagazin Titanic gründeten 2004 ihre eigene
Kleinpartei und machen seitdem eifrig Wahlkampf mit Unfug.
Die
grauen Panther = Auch eine Kleinpartei,
die neben ein paar wenigen Rockern dann
doch eher die grauhaarigen Mitbürger wählen.
Sie beschäftigt sich schwerpunktmäßig - wer
hätte es gedacht - mit dem Thema Rente.
10 | Was soll bloß aus dir werden
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– Anzeige –
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SPIESSER verrät, was euch bei der Bewerbung erwartet und
zeigt die Einstellungstests großer Unternehmen inklusive der
Antworten. Dieses Mal: Der Test für Auszubildende zur Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF) bei den Leipziger Aus- und Weiterbildungsbetrieben – Könnt ihr alle Fragen beantworten?
ert von
präsenti
Allgemeinwissen
Fachkraft im
Fahrbetrieb (FiF)
„Ich fahr fast jeden Tag Straßenbahn. Aber nicht
nur mit. Ich lenke sie“, sagt Sarah. Sie ist 18 Jahre
alt und Auszubildende zur Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF) im dritten Lehrjahr. Ganz banal gesagt,
sorgen die Fachkräfte im Fahrbetrieb dafür, dass
Menschen von A nach B kommen. Sie sind bei Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs
beschäftigt.
Sarahs Berufsleben spielt sich aber nicht nur
auf den Gleisen ab. „FiF sind viel mehr als Bahnund Busfahrer.“ Sie schreiben Fahrpläne, sorgen
dafür, dass alle Fahrer zur rechten Zeit hinterm
richtigen Lenkrad sitzen, beraten Fahrgäste und
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kümmer n sich um die Einsatzbereitschaft der
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sorgt im Bür
Busse und Bahnen. Außerdem gehören Marketing
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und Öffentlichkeitsarbeit zum Aufgabengebiet.
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Busse und B
Arbeitsplätze sind Büros und Verkehrsleitzentralen,
S- und U-Bahnen.
aber auch Kundenschalter und Gleise. Ansonsten sitzen sie in Bussen,
geeignet und dauert drei
nten
Abiturie
und
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Die Ausbildung ist für Hauptschüler, Realschü
r absolvieren die Azubis
Lehrjah
3.
Im
Betrieb.
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Jahre. Theorie gibt es in der Schule, die Praxis
ng ist es möglich,
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die Fahrschule und werden im Liniendienst eingeset
Manchmal
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Ausnahm
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schon mit 18 selbstständig Bahn und Bus zu fahren.
bewegen.
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ist Sarah noch beeindr uckt: „Das ist nicht ganz
zu.“
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MEHr InFos Zur FacHkra FT IM FaHrBETr IEB FInDET IHr auF
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Michael Schoppe, Geschäftsführer,
Leipziger Aus- und Weiterbildungsbetriebe
ein Wunschberuf vieler Jungen
und Mädchen, ähnlich wie Lokführer oder Kapitän. Aber da steckt noch mehr dahinter, es geht
viel um Technik, ihr lernt in der Leitstelle den
Verkehr zu steuern aber auch kaufmännisch zu denken.
Wir suchen Auszubildende, die sich für Mensch UND Technik
begeistern.
Auf jeden Fall solltet ihr Verantwortung übernehmen wollen
und auch
mal „Frühaufsteher“ und „Spätinsbettgeher“ sein.
Für den ganzen Einstellungstest habt ihr 1 Stunde Zeit.
Die Ausbildung zur FiF ist
1. Wie viele Einwohner hat die Bundesrepublik
Deutschland?
® ca. 80 Mio.
® ca. 200 Mio.
® ca. 130 Mio.
® ca. 65 Mio.
2. Welcher griechische Held kam vor Troja auf die
Idee mit dem Pferd?
® Herkules
® Ödipus
® Odysseus
® Prometheus
3. In welchem Jahr wurde in Deutschland der Euro
eingeführt?
® 1999
® 2000
® 2002
® 2004
4. Wie hieß das offizielle Maskottchen der Fußball
Weltmeisterschaft 2006?
® Franzl
® Goleo VI
® Leila
® es gab keins
5. Welches ist der wasserreichste Fluss der Erde?
® Nil
® Donau
® Amazonas
® Mississippi
6. Wie heißt die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern?
® Schwerin
® Stralsund
® Rostock
® Wismar
Logik
7. Welches ist die nächste Zahl?
9 8 4 7 6 3 6 __
2 3 6 3 4 8 5 __
Was soll bloß aus dir werden | 11
8. Wo verbirgt sich kein Beförderungsmittel?
® USB
® CIHFSF
® NWGEA
® ETATS
14. In der region Leipzig/ Halle existiert der
MDV (Mitteldeutscher Verkehrsverbund). nennen sie 2 Vorteile von Verkehrsverbünden!
________________________________
________________________________
9. gestern war Dienstag. Welcher Tag ist fünf
Tage nach vorgestern?
® Mittwoch
® Donnerstag
® Freitag
® Samstag
10. Erweitern sie folgende Zahlenreihe, die
sich nach einer bestimmten regel aufbaut, um
weitere 3 Zahlen!
9 5 7 21 17 19 ____ ____ ____
Berufsspezifische Fragen
Mathematik, Physik, Technik
15. rechnen sie bitte!
9 + 7 + 6 - 8 + 5 - 7 + 6 + 8 - 13 =
______
SPIESSER zeigt die
Einstellungstests deutscher
Unternehmen. Im vergangenen Heft:
Der Test zum Sozialversicherungsfachangestellten (SoFa). Verpasst?
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Webcode: @einstellungstest oder auf
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16. Welche der genannten Eigenschaften bezeichnet keinen aggregatszustand?
® flüssig
® gasförmig
® gefroren
® fest
21. Mit welchem Wort wird die Lieferung von
gütern in andere Länder beschrieben?
® Import
® Export
® Handel
® Konjunktur
17. Ein Einzelfahrschein in der Zone stadt Leipzig kostet 1,90 Euro. alternativ dazu kann eine
4-Fahrten-karte zum Preis von 7,20 Euro erworben werden. Wie viel Prozent günstiger ist ein
Einzelfahrschein dieser Möglichkeit gegenüber
dem „normalfahrschein“?
22. Mitglieder welcher Parteien gehören der
aktuellen Bundesregierung an?
® CDU/CSU + Bündnis 90/Die Grünen
® SPD + FDP
® CDU/CSU + FDP
® CDU/CSU + SPD
______%
Alles richtig?
11. Was bedeutet die abkürzung ÖPnV?
________________________________
12. Was verstehen sie unter kundendienst?
nennen sie 4 Beispiele!
________________________________
________________________________
Bestanden: Ihr solltet mindestens 13 Fragen richtig
________________________________
________________________________
13. Frau schiffner wohnt in Markkleeberg und
möchte zu einem Vorstellungsgespräch ins
benachbarte Leipzig in die Hamburger straße.
um pünktlich und entspannt dort anzukommen
nutzt sie die straßenbahnlinie 9. abfahrt ist
8.39 uhr, die Fahrzeit beträgt 37 Minuten. Für 2
Fahrscheine bezahlt sie 4,80 Euro. Die Entfernung beträgt 10,8 km.
13.1. Wann kommt Frau schiffner an ihrer ausstiegshaltestelle an?
_________ Uhr
13.2. Wie viel Euro kostet die einfache Fahrt pro
kilometer?
18. Was misst man mit einem Hygrometer?
® Überdruck
® Luftfeuchte
® Temperatur
® elektrische Stromstärke
Politik, Geschichte, Wirtschaft
beantwortet haben, um zum Bewerbungsgespräch
eingeladen zu werden.
Wackelkandidaten: Mit 12 bis 10 richtigen
Antworten ist eine Einladung zum Gespräch
unsicher.
Nicht bestanden: Keine Chance habt ihr, wenn ihr
weniger als 9 richtige Antworten habt.
19. Welches staatsamt hat das staatsoberhaupt
der Bundesrepublik Deutschland inne?
® Bundespräsident
® Bundeskanzlerin
® Bundestagspräsident
20. In welchem Jahr endete der 2. Weltkrieg?
® 1918
® 1939
® 1949
® 1945
_________ Euro
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Was ist euer
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Bäcker oder
nuklearbiolog
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Allgemeinwissen 1. 80 Mio.; 2. Odysseus; 3. 2002; 4. Goleo VI; 5. Amazonas; 6. Schwerin; Logik 7. 5 (Regel: -1,
:2, +3), 6 (Regel: +1, x2, -3); 8. ETATS (Taste); 9. Samstag; 10. 57, 53, 55 (Regel: -4, +2, x3); Berufsspezifische
Fragen 11. Öffentlicher Personennahverkehr; 12. höflich, gute Qualität, Auskunft geben, beim Einsteigen helfen,
Fahrscheinverkauf im Fahrzeug...; 13.1. 9.16 Uhr; 13.2. 0,22 Euro; 14. durchgängige Fahrkarten, gemeinsamer Tarif,
billiger, freie Wahl des Verkehrsmittels; Mathematik, Physik, Technik 15. 13; 16. gefroren; 17. 5,3 Prozent; 18.
Luftfeuchte; Politik, Geschichte, Wirtschaft 19. Bundespräsident; 20. 1945; 21. Export; 22. CDU/CSU + SPD
12 | Was soll bloß aus dir werden
Du sollst dir
ein Bild machen
Eine Frage der Sympathie: Diplompsychologe Jürgen
Hesse verrät die größten Fehler bei Bewerbungsfotos
und wie sie auf den Betrachter wirken IntervIew: Jörg Flachowsky
Stechender Blick, schmale Lippen: Der junge Mann sieht
sogar ein bisschen gewalttätig aus, löst eigentlich nur Ängste
beim Betrachter aus. – Die junge Frau ist bestimmt fotogen, aber
Haar und Haltung sind zu lasziv. Das Bild hat einen merkwürdig
auffordernden Charakter, die Körpersprache ist insgesamt zu
erotisch. Beide Bilder sind völlig ungeeignet.
Ein wirklich gutes Bild, am besten von einem professionellen
Fotografen, ist gut investiertes Geld. Wem das Bild nicht gefällt,
der sollte lieber zweimal zum Fotografen gehen. Wer unsicher
ist, ob das Bild was taugt, sollte Freunde und Familien fragen.
Oft kann man selbst schlecht einschätzen, wie man rüberkommt.
Ein bisschen merkwürdig: Liegt sie da im Gebüsch, bewirbt
sie sich als Landschaftsgärtnerin? Nicht geeignet. Immerhin hat
sie ein freundliches Lächeln. – Grober Fehler im Bild rechts: Sie
guckt mich nicht an. Ansonsten wirkt sie sympathisch.
Es kommt nicht darauf an, besonders schön zu sein. Nur darum
geht es: Finde ich den Bewerber sympathisch? Würde ich den
adoptieren, kann ich mir den hier im Büro vorstellen?
Schwarz-Weiß mit grünem Auge:
Der Bewerber kann sich präsentieren.
Für die Bewerbung als Versicherungskaufmann ist es nicht geeignet. Da
zählt Seriosität. Aber für kreative Berufe
ist das Bild ein Hingucker und darauf
kommt es ja an.
Prinzipiell solltet ihr euch immer Gedanken machen, wo ihr euch mit eurem Foto
bewerbt.
Recht freundlich: Den
kann man sich durchaus
vorstellen. Natürlich nicht für
einen handwerklichen Beruf,
dafür wäre er overdressed,
Industriekaufmann würde
passen. Das Bild ist aber
nicht gut gemacht.
80 Prozent aller Bewerber
nutzen das klassische Passfoto-Format. Das ist auf die
Dauer langweilig. Ein vom
Standard abweichendes Format springt mehr ins Auge.
Oben ohne?
Man liest manchmal, dass Bewerbungen heute besser ohne Bild
auskommen. Soll ich auf das Foto verzichten?
Jürgen Hesse: In den USA bewirbt man sich grundsätzlich ohne Foto. Bewerber geben weder Alter noch Hautfarbe an. Diese Regeln sollen vor Diskriminierung schützen, aber in Wirklichkeit funktioniert das nicht. Es wird auch bei uns viel darüber
diskutiert. In der Praxis ist das aber in Deutschland nicht angekommen.
Also doch mit Bild?
Diese Fotos sind sehr gut: Rechts ist die Farbwirkung sehr stimmig. Er wirkt sehr
nett, das Gesicht hat eine gewisse Strahlkraft. Der junge Mann hat ein sympathisches, offenes Gesicht. Der Trend geht aber eindeutig zu Schwarz-Weiß-Fotos.
Die Dame links punktet mit einer gewissen Strenge, aber dennoch sehr freundlichem Lächeln. Die junge Frau in der Mitte schaut in die Kamera, sehr angenehm.
Es ist vollkommen okay, Zähne zu zeigen. Die weit verbreitete Vorstellung, auf
Jürgen Hesse: Heute und für die nächsten Jahre würde ich jedem unbedingt empfehlen, sich mit Foto zu bewerben.
Und bei Online-Bewerbungen?
Jürgen Hesse: Auch, wenn ihr euch online bewerbt, rate ich dringend zum Foto.
Das Bild ist eure Chance zu punkten.
einem Bewerbungsbild müsse man streng und seriös aussehen, ist völlig absurd.
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Jürgen Hesse hat über 180
Bücher zum Thema Bewerbung
geschrieben und ist Teil des HesseSchrader-Autorenteams.
Ihr könnt alles werden
Mit 15 Jahren alleine zur Bundesagentur:
Schon den Weg ins richtige Zimmer zu
finden, verdient einen Schulabschluss. Es
brauchte nicht lange, bis mein Berater
merkte, dass mir sämtliche Vorstellungen
von meiner Zukunft fehlen. Von meiner
beruflichen sowieso. Also bekam ich einen
Termin für den „Psychologischen Berufswahltest“. Die Bezeichnung klingt nicht
gerade einladend. Ganze drei Stunden saß
ich dann vor einem Monitor, um Aufgaben
von Mathematik bis Rechtschreibung zu
lösen. Ich klickte mich von Frage zu Frage.
Das macht nicht viel Spaß und ist auch gar
nicht so leicht. Alle meine Freunde haben
diesen Test gemacht. Danach gab es zwei
Lager: Entweder, sie waren deprimiert, weil
ihr Berater ihnen das Gefühl gab, sie würden nicht einmal den Realschulabschluss
schaffen und wären sowieso zu nichts zu
gebrauchen. Oder sie klatschen laut in die
Hände, weil ihnen gesagt wurde, sie können alles werden. Der nette Berater, der mir
gegenüber sitzt, weiß nicht so recht, was er
mir eigentlich sagen soll und sagt irgendwas. Und so trotten meine Schulfreunde
und ich nacheinander aus der Bundesagentur heraus. Die einen mit mehr, die anderen mit weniger Selbstbewusstsein. Und
alle ohne Klarheit über ihre Zukunft.
Ist der ganze Test nur reine Zeitverschwendung? Ich finde
schon. Mein Testergebnis will ich hier gar
nicht verraten sondern nur eines: Mir hat
der Test nicht weitergeholfen und trotzdem
habe ich etwas gelernt. Die Entscheidung,
ob ich nun Baggerfahrer, Mathematiker
oder Korbflechter werde, ist ganz allein
meine, und nicht die meines Beraters, der
nur seinen Job macht und nicht
meinen findet.
Julia ist 15 Jahre alt und
nach ihrem persönlichen Berufswahltest nur bedingt
schlauer.
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Weil der Himmel uns braucht...
Flugzeiten planen, Landeerlaubnis funken, Routen prüfen: Ohne Fluglotsen geht
in der Luftfahrt nichts. Vier Fluglotsen von morgen erzählen von ihrer Ausbildung.
Stefan, 21, aus Dresden,
wie Pilot ohne Jetlag. In der Akademie gibt es eine
ist im ersten Ausbildungsjahr an der Akademie
Menge Möglichkeiten sich zu engagieren. Demnächst
der Deutschen Flugsicherung. Auf den Job
findet in Düsseldorf ein Flughafenfest statt. Dort
eines Fluglotsen ist er durch eine Reportage
werde ich mich um Nachwuchswerbung kümmern,
im Fernsehen aufmerksam geworden:
schließlich kann man als Akademieschüler so eine
Natürlich fragen mich viele, warum ich nicht Pilot
Ausbildung ziemlich gut erklären. Genügend Freizeit
geworden bin. Wenn ich ganz ehrlich bin – also
bleibt mir sonst auch. Mein Tag beginnt so um
ausgeschlossen habe ich es nie. Nur habe ich von
sieben, viertel vor acht geht der Unterricht los, um
Anfang an versucht, auch meine Zukunft zu planen.
drei sind wir fertig. Danach treffen wir uns oft, zum
Ich will nicht immer nur unterwegs sein, sondern auch
Beispiel zum Sport. Freundschaften entstehen. Und
mal Zeit für Familie und Hobbys haben. Fluglotse ist
manchmal sogar ein bisschen mehr...
Dennis, 22, aus Kiel,
Judith, 21, aus Ulm,
Jana, 19, aus Aachen,
ist im 2. Ausbildungsjahr.
ist durch ein Praktikum auf
wollte eigentlich Pilotin
Auf die DFS ist er durch
einem Helikopterlandeplatz
werden. Durch Zufall kam
Poster in seiner Schule
zur DFS gekommen:
sie zur DFS:
aufmerksam geworden:
Viele denken ja, Fluglotsen
Uns wurde gesagt: „Sucht
Die Theorie habe ich jetzt
sind Leute, die ein Flugzeug
euch einen Kontroll-Tower
hinter mir. Zurzeit sitze ich
vom Taxiway in die Parkposition
aus!“ Ein Kollege und ich
am Simulator. Ist ja klar,
bringen. Oh, jetzt fange ich schon
haben uns für Stuttgart
wieder mit dem Englisch an. Ich merke das gar nicht
entschieden. Andere waren bei Flughäfen in
nicht sofort im echten Kontrollzentrum arbeiten. Im
dass wir bei laufendem Flugverkehr
mehr, echt krass. Wenn ich jemandem was erkläre, das
Frankfurt, Köln/Bonn oder Düsseldorf. Zwar wussten
Simulator bist du ganz auf dich allein gestellt. Der
mit meiner Ausbildung zusammen hängt, fallen mir für
wir schon, wie es in so einem Tower aussieht und
Coach kann zwar alles verfolgen, sitzt aber nicht
manche Begriffe keine deutschen Wörter ein. Oft gibt es
was dort abläuft. Es war aber wirklich spannend,
direkt dahinter. Spätestens da ist mir klar geworden,
ja auch keine. Die meisten unserer Unterrichtsmaterialien
das live mitzuerleben. Da kann es schon mal
wie viel Verantwortung eigentlich hinter dem Beruf
sind auf Englisch. Nach meinem Abi habe ich die Zeit
richtig stressig werden. Am Morgen war es kalt, da
steckt. Zum Beispiel als ich das erste Mal am
genutzt und war ein Jahr lang in Australien. Ich schaue
mussten die Flugzeuge spezialbeschichtet werden,
Simulator saß und die zwei kleinen Quadrate auf dem
auch gerne Filme auf Englisch. Gerade eben komme ich
damit die Tragflächen nicht vereisen. Manchmal
Radarschirm aufeinander zurasten. Der Coach schrie
von einem Test. 70 Prozent muss ich schaffen – aber
starten zwanzig Maschinen in einer halben Stunde.
„Freeze!“ und die Simulation stoppte. Da merkst
ich denke, das ist drin. Anders als in der Schule sind
Die Atmosphäre im Tower ist trotzdem verblüffend
du, dass das kein Computerspiel ist. Nach jedem
die Tests hier an der Akademie fächerübergreifend,
entspannt. Aber das ist auch gut so, Hektik ist bei
„Freeze!“ werden die Fehler ausgewertet. Inzwischen
meistens mit Schwerpunkt auf ATM. Das steht für Air
dem Job fehl am Platz. Übrigens: Was ein Lotse
fühle ich mich sehr sicher.
Traffic Management. Ups, schon wieder...
sagt, das wird gemacht.
Das ist die DFS
Vor 14 Jahren hat die DFS Deutsche Flugsicherung
GmbH die Kontrolle des Luftverkehrs in
Deutschland übernommen. Für die Fluglotsen in
den Kontrolltürmen und Kontrollzentren ist rund um
die Uhr Hochbetrieb, schließlich führen mehr als
9000 Flüge jeden Tag über Deutschland, die es zu
kontrollieren gilt. Aufs Jahr hochgerechnet sind das
schlappe drei Millionen Flugbewegungen, womit
der deutsche Luftraum einer der verkehrsreichsten
weltweit ist.
Ausbildung zum Fluglotsen
In der Akademie der DFS werden jährlich rund 80
Fluglotsen ausgebildet. Dabei kommt zur Theorie
schnell die Praxis – am Simulator und später
auch auf Flughäfen. Wer bei der DFS anfängt,
sammelt Erfahrung und verdient von Anfang an
Geld. Während der Akademiezeit gibt es zur
Zeit 770 Euro monatlich, später beim Training
auf den Flughäfen zirka 3000 Euro brutto. Eure
Übernahme ist nach der Ausbildung garantiert. Mit
5900 bis 6900 Euro brutto im Monat.
Alle Informationen zur Ausbildung
zum Fluglotsen gibt es unter
www.dfs.de, Job und Karriere.
14 | Hast du keine Freunde
orbenen
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SPIESSER-Au
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Führers
uns nicht. Wir wollen
ment – interessiert
Musikanlage?
Feierfox
Schlammschlacht und Reifenoper: Felix, 20, stellt den VW
Fox auf eine Zerreißprobe
Von Felix Scheidl
Fotos Marcus Lechner
Hubraum, Drehmo
n und wie laut ist die
Freunde beeindrucke
Wie kann ich meine
Brav im Bobbycar: Ich habe keineswegs
vor, die Airbags auszuprobieren
Tamtam im Schlamm: Auf dem Waldweg wird der Fuchs gerissen
Jetzt haben sie mir den Fox vor die Tür gestellt. Mitten in
Bayern, im beschaulichen Weilheim. In gelb steht er vorm
Haus meiner Eltern, ich skeptisch daneben. Sieht auch
nicht anders aus als ein Lupo, denk ich mir. Seit einem
halben Jahr schreibe ich für SPIESSER. Aber so einen
Auftrag hatte ich noch nicht. Statt Zeilenhonorar gibt es
Kilometergeld. Meine Oma bemerkt meine Arbeitslust:
„Fahr vernünftig Bursch!“, gibt sie mir auf die erste
Spritztour mit. Den weisen Rat befolge ich natürlich. Ich
habe keineswegs vor, die Airbags auszuprobieren. Bei 165
km/h ist Schluss. Dafür fährt sich der Wagen durchgehend
mit der Leichtigkeit eines Bobbycars - das macht richtig
Spaß! Und bei einem Benzinverbrauch von 5 bis 6 Litern
auf 100 Kilometer kann nicht mal Mutti meckern.
Schluss mit der Lobhudelei, jetzt geht es in den Wald.
Soll er doch mal zeigen, wie viel Fox in ihm steckt. Der
Wagen ist leicht und bleibt nicht stecken. Dafür wird er
anständig eingesaut: 3,80 einst gelbe Meter der Länge
nach voll mit Schlamm. Als ich weiter über die Schlaglöcher düse, kommt der Wagen nicht ganz ungeschoren
davon. Raaatsch, setzt er auf. In der Frontverkleidung
ist ein Riss. Gott sei dank nur ein kleiner. Der Fox schaut
mich an, als wollte er sagen: Offroad gerne, aber bitte
mit Verstand. Ich denke darüber nach, den Wagen nicht
zu waschen, vielleicht übersehen die Damen und Herren
von VW dann das Malheur. Am Ende fahr ich doch in die
Waschanlage, denn am Abend geht es auf die Piste.
Wild sein
Vernünftig sein
leserbriefe
Ihr seid ganz anderer Meinung? Ihr findet
was toll? – Alles, was ihr uns sagen wollt:
[email protected], T. 0351 31540575,
SPIESSER Redaktion, PF 210220, 01263 Dresden
Betreff: Lasst die Schule später anfangen! SPIESSER 09/07
Frage der Selbstbeherrschung
Wenn man morgens
8 Uhr nicht wach ist,
dann ist man einfach
zu spät zum Schlafen
gekommen. Wer um
11 Uhr nicht schlafen
kann, müsste rechtdrin. zeitig mit Cola- und
Kaffeetrinken aufhören und den Fernseher rechtzeitig ausschalten. Das ist eine Frage der Selbstbeherrschung und des Pflichtbewusstseins. (Diese
beiden Worte entlarven mich als Spießer,
ich weiß). Carl Holtz, Lehrer an der
Berufsschule 1, Regensburg per E-Mail
november 2007 | nr. 116 | kostenlos | www.spiesser.de
dIe ärzte
Die beste Band der Welt
gibt Wahl-Nachhilfe
08
BLICKFANG
Das beste Bild für die
Bewerbungsmappe
12
16
Nicht um 21.30 Uhr ins Bett
Otto-Normal-Zwölftklässler geht nicht
um 21.30 Uhr ins Bett, denn um diese Zeit
sind meine Gehirnzellen erst mal so richtig wach und das Fernsehprogramm auch
nicht schlecht. So kommt es nicht selten
vor, dass ich mir in den ersten Stunden die
Haare vors Gesicht drapiere, um ins Traumland zu versinken. Bitte weiterhin solche
ehrlichen Berichte! Nancy Riegel per E-Mail
Nicht alle auf einmal
Was die Politiker vergessen: später Schulstart ist auch sinnvoll für Busse und Bahnen, die zuerst Arbeitnehmer und danach
die Schüler befördern können, statt alle
auf einmal!
Robby auf SPIESSER.de
Vorm Weckerklingeln wach
Ich kann mir gut vorstellen, dass Leute
die erst um eins ins Bett gehen, müde
sind. Bei mir ist das Licht meistens schon
um halb zehn aus, früh bin ich manchmal schon vorm Weckerklingeln wach.
Gina auf SPIESSER.de
Schulstart um sieben
Wir müssen um 7 in der Schule sein. Total
blöd: Manchmal klappen mir fast die Augen zu.
Marie auf SPIESSER.de
Weniger Zuspätkommer
Die Loschmidt-Schule hat den Unterrichtsbeginn auf 9 Uhr festgelegt. Das hat sich
bewährt: Weniger Zuspätkommer und
ein entspannter Anfang. Während andere
noch schlafen, haben wir gehandelt.
Silvia Wilmers, Lehrerin aus Berlin per Mail
Betreff: Was ist Spiessig? SPIESSER 09/07
Spießig finde ich aufgeputschte Luxusweibchen die in ihren blitzblank geputzten Villas hocken und nur zum Golfen
und schick Essen gehen das Haus verlassen. So in etwa wie die ganzen Neureichen in Filmen von Rosamunde Pilcher.
Außerdem find ich es spießig, wenn man
jeden winzigsten Makel bemängelt. Ein
Fussel auf dem Pullover oder ein Pickel im
Gesicht.
Maria, 17, per E-Mail
Spießig sind die, die sich nur nach Regeln
bewegen.
Charlin auf SPIESSER.de
Spießig sind Kontrolleure und Mozartkugeln.
Mario auf SPIESSER.de
Spitzendeckchen, vergilbte Vorhänge,
Blümchentapete und zartes Porzellan.
Schwarzwälder-Kirschtorte.
Lena auf SPIESSER.de
Ich finde Leute spießig, die immer meinen, sie sind die Besten, die einen nie ausreden lassen, nur weil sie das letzte Wort
haben wollen und alles andere schlecht
machen.
Dorothee auf SPIESSER.de
SPIESSER 09/07
Die Jugend von heute
Als Lehrer und Redakteur i.R. finde ich
SPIESSER gekonnt, ansprechend, journalistisch gut gemacht und pädagogisch
wertvoll. Ich wünschte, dass sich auch
so genannte Etablierte, Altkluge, Nörgler
und Unken zum Lesen herablassen mit
der Erkenntnis: So schlecht ist sie doch
gar nicht, die heutige Jugend! Jens-Peter Reich per Post
Heimliche Lektüre
Kürzlich las ich in der TAZ einen Artikel über den SPIESSER. Als mich nun vor
wenigen Tagen der SPIESSER beim Pausenrundgang (Johanna-Wittum-Schule, Pforzheim) anlachte, war ich sehr überrascht. Ich
schreibe gerne über Musik aber auch Kunst
und Kultur haben es mir angetan, mein eigener Blog hat eher Tagebuchfunktion. Mit
großer Euphorie wurde der SPIESSER an
diesem Tag zur heimlichen Lektüre unterm
Tisch, was mich gewissermaßen über die
Doppelstunde Mathematik rettete.
Anne-Sophie, 19, per E-Mail
Brisante Informationen
Der SPIESSER ist sehr gelungen: spannende Themen, hochbrisante Informationen (zumindest für mich brisant, weil
ich erfahren hab, dass mein Taschengeld
dringend erhöht werden sollte). Anastasia per E-Mail
Hast du keine Freunde | 15
Vier gewinnt: Sitzblockade und
Gedrängel auf der Rückbank
Ich sammle meine Freunde ein: Max, Fabian und Wolfgang
wollen mit zum M-Park nach München. 50 Kilometer ist
das von Weilheim entfernt. Der Club ist riesig, musikmäßig läuft da so ziemlich alles. Gegen elf geht es los. Und
zwar mit partytauglichen Extras: Auf der Hinterbank gibt
es eine extra Getränkehalterkonsole. So finden zwischen
Max und Fabian zwei XXL-Getränke Platz, aber leider
nicht Karina. Die wäre auch gern eingestiegen, fährt jetzt
aber im eigenen Wagen hinterher. Fünf Leute passen eben
nicht rein. Für Getränkenachschub ist aber gesorgt: Der
Kofferraum fasst vier Kästen. Trinken können wir jetzt,
Karina sehen wir später. Auch gut.
Feiern gehen
Reifenoper: Ich dreh mal ordentlich auf
Rückbank, ein Sommernachtstraum.
An der Ampel an der Rathauskreuzung wollen wir es
wissen: Geräuschpegelmessen mit einem heulenden
1er BMW. Der kommt hier öfter vor, der Untersatz
für verwöhnte Muttersöhnchen. Schnell kommt die
Enttäuschung: Mit dem Motor vom Fox kann ich nicht
mithalten. Also muss die Musikanlage das mädchenhafte Schnurren übertünchen. Ich dreh ordentlich auf.
In Zusammenarbeit mit meiner Toten-Hosen-Live-CD ein
wahrer Erfolg: Bei offenem Fenster zittert sogar der Außenspiegel im Takt. So bekommt garantiert jeder etwas
von meinem Musikgeschmack ab. Bei gepflegtem Kavaliersstart melden sich die Reifen mit einem jammernden
Quietschen zu Wort.
Ja, es war ein lustiger Abend, gegen halb vier bin ich aus
dem Club raus. Die anderen sind schon vorher gegangen
und bei Karina mitgefahren. Ich bin müde, habe nicht
wirklich Lust, gleich los zu fahren und probiere was
aus: Ich klappe die Rückbank um und so entsteht eine
anständig große Fläche, die mich zu einem Nickerchen
einlädt. Ich bin 1,63 groß, die Beine muss ich trotzdem
anwinkeln. Bequem ist was anderes. Heißt ja auch
Stauraum und nicht Liegefläche. Dann doch lieber die
Rückbank. Da könnte man durchaus eine Nacht pennen.
Nur möglichst eine Sommernacht und möglichst zu
zweit. Mir wird schnell kalt, meine Spontanität fährt
spontan in den Keller und ich mit den Worten meiner
Oma im Ohr vernünftig heim.
Dezibel lieben
Spontan sein
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Betreff: Homo SapienS. Carina lieBt frauen. SpieSSer 09/07
Warum so intolerant?
Die Geschichte von Carina hat mich bewegt. Ich verstehe Carinas Situation sehr
gut, da ich selbst auf Grund meiner Homosexualität diese Gespräche mit meiner
Mutter oft genug geführt habe und immer
noch führe. Eltern sollten akzeptieren,
dass ihre Kinder selbst entscheiden, was
das Richtige für sie ist. Wieso glaubt ihre
Mutter, dass es abnormal wäre? Ich ver-
stehe nicht, wie Menschen so intolerant sein
können. Und sollte nicht
eine Lehrerin, die für
uns Schüler doch eine
gewisse Vorbildfunktion besitzt, eine andere
Meinung vertreten?
Tina, 17, per E-Mail
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Das T-Sh
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und Sprücheklopfe
„Komm du erst mal
in mein Alter!“
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dreimal sagen?“
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einem 3“-LCD-Monitor und einem 3D-
Soundsystem multimedial ausgestattet. Gewinnt eine von zwei
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Adresse an die 0177 1781818 oder
geht auf www.SPIESSER.de/gewinnen.
Betreff: einStellungSteSt SpieSSer 09/07
Wiesbaden, nicht Frankfurt!
Seit wann ist Frankfurt die Landeshauptstadt von Hessen? Habe ich etwas verpasst?
Hansjörg per E-Mail
Richtig, natürlich ist Wiesbaden die Landeshauptstadt von Hessen und nicht Frankfurt.
Der Fehler ist uns bei der Auflösung des Einstellungstests im SPIESSER 09/07 ebenso unterlaufen, wie die Lösungsantwort, James Watt hätte
den Strom erfunden. Aber erfunden hat er freilich die Dampfmaschine. Die Redaktion
Leserbriefe sind gekürzt.
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16 | Frische Luft würde dir gut tun
Wie wir so klicken
Boah ist das link! Das Web ist alles andere als ein anonymer Reinraum,
sondern strotzt nur so vor unglaublichen Geschichten. Hier berichten Jugendliche
von ihren schweren Vernetzungen und Browser-Sausen
PROTOKOLLE: Tina Gebler, Felix Scheidl
Suche
Web
Bilder
Chat
Recherche: Uli Melzer, Tine Heynatz
Games
Videos
Community
Musik
Netzgeschichten
Suche:
Das Web
Seiten auf Deutsch
Los!
Seiten aus Deutschland
Ergebnisse 1 - 3 von ungefähr 12.400.000 Internetusern zwischen 14 - 29 Jahren (Hochrechnung 2007) *
Ich
habe kein
Internet. Caro,
Browser. Was
sind´n jetzt nochmal Browser? Brigitte Zypries, Bundesjustizministerin
21, Deggendorf
Internet ist reine Abzocke. Katharina,
17, Hamburg Ein Internet wird niemals
eine Apotheke
ersetzen können.
Thomas Jung, Apotheker, 1999
Internet
ist für mich im Moment die wichtigste
Infor-
mationsquelle für meine Belegarbeit.
Kristin, 17, Berlin Das
diesen
Internet? Gibts
Blödsinn immer noch? Homer Simpson,
Sicherheitsinspektor im Kernkraftwerk
Springfield Ich habe
Gott sei Dank
Leute, die für mich das Internet
bedienen. Michael Glos, Bundesminister für
Wirtschaft und Technologie
Internet
ist lange nicht so wichtig, wie alle denken.
Marie, 19, Tübingen In
ist Google
*Quelle: ARD/ZDF-Online-Studie 2007
>>> 50 Bürger, bitte! <<<
zehn Jahren
tot. Christian DuMont
Schütte, Gesellschafter des Verlags DuMont
Schauberg, august 2007 Die
neue Mode-
droge. Ines, 19, Köln Internet ist
toll, aber ich darf nie ran.
Anna, 15, Tawern
Lars, 25, Dortmund, studiert Sozialpädagogik
Mit 50 Mann in die Filiale einer Fastfood-Kette und jeder einzelne bestellt 15 Burger! Natürlich alle die
gleichen. Die Angestellten sprangen zu unserer Freude wunschgemäß im Dreieck. Obwohl wir natürlich
in erster Linie auf Missstände aufmerksam machen wollten. Die Arbeitsbedingungen bei den Burgerbrätern gehen nämlich einfach nicht an. So eine Flash-Mob-Aktion ist eine witzige Variante zu protestieren.
Einfach im Forum Leute zusammentrommeln und eine abgefahrene Aktion starten. Es gibt auch einfach
nur Spaß-Mobs, wie unsere Mega-Kissenschlacht in der Dortmunder Innenstadt vor zwei Jahren.
Gehe zu: www.flash-mob.de [In drei Worten: Fressflash, Protest, Schockaktion]
Auch toll: flash-mobbers.net, flashmob.twoday.net, xmob.de
++++++++++ Umzugsstress ++++++++++
Carrie, 18, Dresden, Schülerin der Fachoberschule für Ernährung
Acht Tage London und in der gesamten Zeit mit keinem Engländer gesprochen! Die erste WG in der wir
dank Hospitality Club kostenlos übernachtet haben, bestand aus vier Brasilianern und zwei Iranern. Die
Vermieterin durfte um Himmels Willen nicht erfahren, dass es uns gibt. Natürlich sind wir dennoch
aufgeflogen und durften nachts um drei umziehen. Zur nächsten Brasilianer-WG, die keine Dusche hatte.
Aber auch da konnten wir nur einen Tag bleiben. Am Ende sind wir viermal umgezogen. Ein irrer Stress,
aber wir haben nichts bezahlt und nie unter der Brücke geschlafen!
Gehe zu: www.hospitalityclub.org [In drei Worten: Mitschlafzentrale, Sprachengewirr , Ausland]
Auch toll: couchsurfing.com
Die uroma kostet 60 Euro
Esther, 19, Wielenbach, Schülerin
Eigentlich wollte ich nur mal sehen, wer meine Vorfahren sind. Dass das einen Haufen Geld kostet, hatten
die von Genealogie.de nirgendwo geschrieben. Zwei Wochen später flatterte dann eine Rechnung über
60 Euro ins Haus. Durch meinen Rechts-Leistungskurs wusste ich, dass Kosten nicht in irgendwelchem
Kleingedruckten festgelegt werden dürfen, sondern offen ersichtlich sein müssen. Also ignorierte ich die
Rechnung. Es kamen zwei Mahnungen per Post. Darin waren lauter sinnlose Zitate aus Gesetzbüchern aufgelistet. Ich habe bis heute nicht gezahlt und irgendwann hatte ich Ruhe. Trotzdem: Riesensauerei!
Gehe zu: Seiten wie checked4you.de geben nützliche Tipps, falls ihr selbst einmal einem dubiosen Internet-Angebot
auf den Leim gegangen seid.
[In drei Worten: Abzocke, Ignorieren, Verbraucherschutz]
Liebe Jugendliche.
Ja, ja. Das Web 2.0 hat viele Verlockungen und täglich kriegt man neue Mails,
wo man unbedingt wieder dabei sein
muss. Myspace, Youtube, Flickr, Studi/
SchülerVZ, Twitter, Pownce, Facebook,
Xing...wie sie alle heißen. Aber wisst
ihr was? Da muss man gar nicht überall
mitmachen. Wirklich nicht! Die Seiten
bleiben auch ohne euch bestehen. Und
jetzt, aufgepasst, kommt was ganz Verrücktes: Die wollen gar nicht, dass ihr
da nur euren Spaß habt. Die wollen Geld
mit euch verdienen. Mit euren Videos,
mit euren Seiten, gerne auch mit euren Daten. Und es kommt noch dicker:
Schonmal jemanden bei MySpace kennengelernt? Schonmal kichernd Nach-
r
richten mit Mr.X auf StudiVZ hin und her
geschrieben? Weil er behauptete, auch
Tokio Hotel-Fan zu sein? Jungs, Butter
bei die Fische, habt ihr euch noch nie
gewundert, dass euch das 22-jährige
Pornomodel aus Schweden als Freund
geaddet hat? Nein? Leute. Im Netz ist
niemand der, der er zu sein behauptet.
Das war im Internet schon immer so. Dicke 50-jährige Männer, die sich im Chat
als süße 17-Jährige ausgegeben haben.
Standard. Und ihr fallt immer noch drauf
rein? Ihr müsst was aus euren Vorteilen
machen! Die alten Säcke um euch herum, die Lehrer, die Eltern, die Ausbilder
und Professoren, die haben keine Ahnung vom Netz. Die können euch nicht
warnen. Ihr müsst schon alles selbst
herausfinden. Aber ihr seid auch schneller als die. Ihr wusstet wie man MP3s
konvertiert, bevor die ihre Vinyls auf
Kassette überspielen konnten. Deswegen mein Appell: Macht was draus! Und
glaubt einfach nicht jeden Scheiß, den
man euch mailt, ok? Oder kurz gesagt:
Vor Ausfüllen des Adressfragebogens,
einfach mal Gehirn einschalten.
Nilz Bokelberg, 31, ist Blogger
(www.qlod.org/weltfrieden), hat
u.a. Accounts bei YouTube, Facebook, MySpace, Twitter, Pownce,
Xing, Sevenload – und fast alle
seine Passwörter vergessen.
Frische Luft würde dir gut tun | 17
Die großartigsten Gruppen im studiVZ
r
Ergebnisse 4 - 8 von ungefähr 12.400.000 Internetuser zwischen 14 - 20 Jahren (Hochrechnung 2007)
Name: Initiative zur Rettung von dem Genitiv ihm seiner Anwendung
::::: Die Skype-Kur :::::
Jacob, 22, Nijmegen (Holland), studiert Intercultural Business Communication
Für ein stundenlanges Ferngespräch von Holland nach Deutschland zahle
ich genau: null Euro. Ich bin zum Studieren nach Nijmegen gezogen und will
natürlich regelmäßig wissen, was die Heimat so treibt. Also Headset auf, Mikrofon an und losgequasselt. Alles über den kostenlosen Online-Dienst Skype.
Manchmal gebe ich meinen Nachhilfeschülern via Skype Deutschunterricht.
Problematisch wird es nur, wenn die Verbindungsqualität wieder rumzickt.
Gehe zu: www.skype.com [In drei Worten: Schnattern, Chatten , für lau]
Auch toll: messenger.msn.de, messenger.yahoo.com, icq.com
+++timopaul.com+++timopaul.com+++timopaul.com++
Größe: 1295
Name: Anatidenphobie: Die Angst, von einer Ente beobachtet zu werden Größe: 403
Name: Ich trage nur solange schwarz, bis ich etwas dunkleres finde
Größe: 1655
Name: Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem
Größe: 67029
Name: Hurra!!! ... ach ne, doch nicht.
Größe: 51238
Name: Die kleine Drogen- und Waffenaustauschbörse
Größe: 328
Name: Ich bin sensibel, du Arsch!
Größe: 22966
Name: Diplom-Weltherrscher (Dipl.-Whrrsch.)
Größe: 1369
Name: Heute bin ich mit dem falschen Wein aufgestanden
Größe: 489
Name: Peter Klöppel paniert euch alle
Größe: 28
Timo, 22, Dresden, freiberuflicher Anwendungsentwickler
Ich mache Werbung für mich selbst: Timo Paul. Von T-Shirts über Feuerzeuge, bis hin zu Tangas für Freundinnen
– überall prangt der Schriftzug meines Blogs „timopaul.com“. Natürlich auch in meiner Wohnung! Als meterlanger
Banner am Balkon, Desktop-Hintergrund, Sticker an der Tür. Mittlerweile habe ich sogar einen timopaul-Fanshop
auf meiner Seite! Ursprünglich wollte ich nur wissen, ob man die Neugier der Leute tatsächlich mit ausreichender
Werbung wecken kann. Das kostet mich rund 500 Euro im Jahr, hat aber geklappt. Obwohl da ja eigentlich nichts
Weltbewegendes steht, auf meiner Seite... Wobei, die Bilder der exklusiven Bierkästen-Vorhang-Besenstiel-Konstruktion meines Schranks sind schon eine kleine Sensation!
Gehe zu: timopaul.com [In drei Worten: Eigenwerbung, Geschäftsidee, Bloggerwahnsinn]
Auch toll: hier könnt ihr euch eigene Blogs erstellen: blogger.com, bloggorilla.com, blogjungle.de
// Record-verdächtig
Steffen, 21, Erligheim, studiert Mechatronik
Ich bin süchtig nach dem Online TV-Recorder. In meinem Zimmer habe ich keinen Fernseh-Anschluss, dafür aber
Beamer, Leinwand und eine tipptopp Surround-Anlage. Also lade ich mir ständig meine Lieblings-Sendungen runter. Ist aber auch verdammt simpel, das Ding: Registrieren und du hast Zugriff auf über 40 deutsche Sender. Dann
einfach die gewünschten Sendungen aufnehmen und nach einer Stunde stehen sie zum Download bereit. Sogar
Werbung lässt sich kinderleicht entfernen. Rechtlich gesehen müsste man GEZ-Gebühren zahlen, doch überprüft
wird das nicht. Das ganze Angebot ist kostenlos und bis auf die Angabe einer Mail-Adresse anonym.
TI_Spiesser
Gehe zu: www.onlinetvrecorder.com [In drei Worten: Seifenoper, Mitschneiden, Heimkino]
Auch toll: imdb.com (Internet Movie Database – hier bekommt ihr alle Infos zu Filmen)
18.10.2007
r
5 irre praktische Seiten
für Schüler und
Studenten > > >
> www. mitfahrgelegenheit.de
Von A nach B für wenig Geld
> www.spickmich.de
Bewerte deine Lehrer
> www.praktikums-boerse.de
Finde Dein Praktikum
> www.leo.org
Übersetzt für Euch
> www.bafoeg-rechner.de
Wieviel Geld steht mir zu?
13:20 Uhr
Seite 1
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Austeilen und Einstecken
Sandra, 17, Borna, Schülerin
Meine derzeitige Lieblingsband ist Dúné und ich kann stolz behaupten: Wir sind Kumpels. Denn ich bin Mitglied im Street Team von
allmybands.de, wo eine Hand die andere wäscht. Zu deutsch: ich
verteile Postkarten oder Sticker einer Band und bekomme dafür dann
Buttons, T-Shirts oder manchmal auch Konzertkarten. Nach jeder
Promotionaktion muss ich einen kleinen Missionsbericht abgeben
oder Beweisfotos hochladen. Wie sollten die sonst überprüfen, ob ich auch alles artig
verteilt habe? Müssten die eigentlich gar nicht. Für Gratisrocken bei Dúné laufe ich
mir gerne die Füße platt.
Gehe zu: www.allmybands.de [In drei Worten: Abgreifen, Bondmusik , Promosekte]
Schieds gerecht!
Daniel, 18, Weilheim, Schüler
Ich bin das Gesetz, denn ich bin Schiedsrichter. Aber nicht auf dem
Rasen, sondern bei der „Electronic Sports League“, der größten Plattform für Onlinespiele in Europa. 730 000 Leute sind bei uns angemeldet, über 6000 Matches werden jeden Tag gespielt – von Billard
und Eishockey, über Strategiespiele wie Command & Conquer oder
Team-Actionspiele wie Counterstrike. Wir Admins sind dafür zuständig, dass die Spiele geregelt und fair ablaufen. Alle Spiele werden aufgezeichnet und
wenn sich jemand zu Recht beschwert, bin ich hart und gebe Strafpunkte. Wer zu
viele davon bekommt, wird zeitweise gesperrt. In den meisten Fällen kann man aber
auch ohne diese „gelbe Karte“ auskommen.
Gehe zu: www.esl.eu [In drei Worten: Zocken, Ballern, Flensburg-Punkte]
Auch toll: 4players.de, wow-europe.com/de, www.lanparty.de
Hattet Ihr auch besondere Erlebnisse im Netz? Oder wollt ihr diese
15 Geschichten kommentieren? Dann schreibt uns doch einfach eine Mail an
[email protected]
Succccccccccche
1 2 3 4
Hier seh´ ich
Zukunft
Ingenieure schaffen die moderne Welt - und sind
gefragt wie nie zuvor. Wer von Technik fasziniert
ist, wer die Zukunft aktiv mitgestalten will, wer
sich Neues ausdenken oder Bestehendes verbessern will, für den ist ein Ingenieurstudium genau
das Richtige. Welche Studienrichtung hat Zukunft? Welche Abschlüsse gibt es? Was wird von
Ingenieurstudierenden erwartet? Wie sind die
Berufschancen danach?
Tu den ersten Schritt - informier dich:
www.think-ing.de
THINK ING. ist eine gemeinsame Initiative von:
18 | Frische Luft würde dir
gut tun
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Exklusive Forsa-Erhebung
unter Jugendlichen
83%
der Schüler schätzen das Internet
als wichtig für ihre berufliche
zukunft ein.*
56%
finden, dass ihre lehrer sie
unbefriedigend auf die berufliche
nutzung des Internet vorbereiten.*
23%
fühlen sich sogar schlecht
vorbereitet.*
18%
der Schüler nutzen
den Computer häufig
im Unterricht.**
Kann hier denn niemand Internet?
Mittlerweile sind 90 Prozent der deutschen Schulen mit Computern und Laptops ausgestattet und trotzdem werden
die Dinger kaum für den Unterricht genutzt.** Redakteur Martin ist der Sache
nachgegangen und hat unter anderem
mit Lehramtsstudentin Christine gesprochen, die in sechs Jahren Studium in nur
einem Seminar mit dem Thema Internet
in Berührung gekommen ist. Haben
Initiativen zur Computerausbildung von
Lehrern ihre Ziele verfehlt? Die komplette
Geschichte lest ihr auf SPIESSER.de.
* Quelle: Forsa-Umfrage vom 19.10.07 im Auftrag von SPIESSER
** Quelle: (N)onliner 2006, Sonderumfrage „Lehre oder Leere?“ von
TNS Infratest und Initiative D21
Ergebnisse 9 - 13 von ungefähr 12.400.000 Internetusern zwischen 14 - 20 Jahren (Hochrechnung 2007)
******Funky Franky*****
Frank, 18, Dresden, Schüler
Ich saß mal gelangweilt bei einem Kumpel herum. Als auf seiner Playlist plötzlich Aretha Franklins „Think“
kam, bin ich völlig abgegangen. Aber so richtig, mit Popo-Wackeln und so! Mein Kumpel hat mich dabei
gefilmt und das Video gleich bei Youtube reingestellt. Man muss nur „Franky Dresden Think“ eingeben und
schon landet man bei meiner flotten Tanzeinlage. Nach drei, vier Wochen hatten wir schon 500 Views und
eine ganze Liste Kommentare drunter. Obwohl wir es eigentlich nur an ganz Wenige weitergeleitet hatten.
Schon verblüffend, wie viele Leute letztendlich darauf reagiert haben...
Gehe zu: www.youtube.com [In drei Worten: Nachdenken, Nachmittagstanz, Sexmachine]
Auch toll: myvideo.de, videocommunity.com, clipfish.de
Tipp-Kick
Rita, 23, Bonn, studiert Asienwissenschaften
Gesellschaft? Brauchte ich nicht. Denn früher war mir das fiktive Leben im Internet wichtiger als das reale.
Dort waren immer Leute, die genauso verrückt nach Anime und Manga waren wie ich. Weil wir ständig
im Chat rumhingen, gehörten wir bald zu den Stammis. Es gab sogar ewige Diskussionen, wer sich nun
Stammi nennen konnte und wer doch nur n00b, also ein Neuling war. Irgendwann bekam ich aber mit, dass
diese Chats auch ganz schön verlogen sein können: Männer die sich als feinfühlige Freundinnen ausgeben,
Chat-Perverslinge und so weiter. Trotzdem habe ich dort auch einige kennen gelernt, die noch heute gute
Freunde sind. Im Grunde genommen hat mich dieser Anime- und Manga-Channel sogar darauf gebracht nun Asienwissenschaften zu studieren.
Gehe zu: www.chatcity.de [In drei Worten: n00bfrei, Remmidemmi , Zeichenfreu(n)de]
Auch toll: chat4free.de, spin.de, chatpunkt.de
InTellIgenzyKlopädIe?
Marlen, 17, Schöneck, Schülerin
Den IQ von Wikipedia würde ich auf 100 schätzen. Im Bereich des Durchschnitts-IQ der Menschen. Nicht zu
hoch, da ich denke, dass es für Wissenschaftler oder Professoren nicht allzu interessant ist ihr Wissen dort
einzutragen, weil es von einem ungebildeten oder unwissenden Menschen umgeschrieben werden könnte.
Aber, das ist nur eine Vermutung.
Ein Klassenkamerad hielt mal ein Referat, in dem viele Fakten gründlich falsch waren. Seine Hauptquelle
war Wikipedia. Auch zum Thema Nationalsozialmus sollte man die Seite nie nutzen. Im Geschichtsunterricht haben wir ein halbes Jahr bei Wikipedia Artikel zum Dritten Reich beobachtet. Da ließ sich so manches mal eine Pro
oder Kontrastimmung zwischen den Zeilen bemerken. Seitdem nutze ich Wikipedia nur noch, um mir einen Überblick über
Themen zu verschaffen. Es ist eh nicht so toll, wenn siebzig Prozent des Kurses dieselbe Internetquelle nutzen.
Gehe zu: www.wikipedia.de [In drei Worten: Megabibliothek, Wackelkandidat, Schülerfreund]
Auch toll: doktus.de, citizendium.org, wissen.de
Stoff im Urlaub
Georg, 17, Harzungen, Schüler
Als ich drei war, sollte ich mich plötzlich um ihn kümmern. Er hatte Schlappohren, eine Knollnase und
war ständig blau: mein kleiner Plüsch-Hund Arko. Und sein treuherziger Blick erst! Einmal ist er auf dem
Weg zum Kindergarten weggelaufen, lag eine Nacht alleine auf der Straße. Als wir uns wieder hatten,
wollte ich ihn gar nicht mehr hergeben. Wir teilten sogar jahrelang das Bett miteinander. Als ich dann älter
wurde, musste er schließlich in den Schrank. Trotzdem möchte ich heute einmal Danke sagen und Arko zur
Belohnung nachträglich in den Urlaub schicken. Teddy-Tour-Berlin läd Kuscheltiere zum Sightseeing in die
Hauptstadt, schickt dann Fotos und Ansichtskarten. Arko vorm Brandenburger Tor, Arko auf dem Fernsehturm. Das würde
ihm bestimmt gefallen! Oder, Arko?
Gehe zu: www.teddy-tour-berlin.de
[In drei Worten: Stadtführung, Kuscheltrieb, Danksagung]
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10. Januar 2008 • SCHNUPPERSTUDIUM
http://tu-dresden.de/schnupperstudium
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31. Mai 2008 • UNI-TAG
http://tu-dresden.de/unitag
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%HVWHOO+RWOLQH (14 Cent/Min.aus
den deutschen Festnetz. Mobilfunkpreise können
abweichen)
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Frische Luft würde dir gut tun | 19
Ergebnisse 14 - 13 von ungefähr 12.400.000 Internetusern zwischen 14 - 20r
Entschuldigung,
wir hätten da mal
eine Frage . . .
Was sind die besten Anmachsprüche auf
dem Schulhof?
Marie, 17,
Schülerin
Profil zeigen
Hendrik, 22, Meißen, Auszubildender
Vor einem halben Jahr haben wir mit unserer Punkband „Stalin vs.
Band“ die Beatsteaks in Berlin supportet. Das war schon der Wahnsinn, tolle Stimmung und ein extrem abgehendes Publikum. Das
Ganze lief im Rahmen der Myspace Secret Shows. Da erfährt man
erst kurz vorher über die Community, wer wo und wann spielt. Nur
geladene Myspace-User also, die noch dazu nichts bezahlen mussten.
Trotzdem stehe ich der Seite auch skeptisch gegenüber. Klar ist es toll und hilfreich,
dass man seine Musik kostenlos im Internet veröffentlichen kann, um sich so zu
präsentieren. Aber mit einer eigenen Internetseite entsteht ein viel persönlicherer
Kontakt. Dennoch: Das Konzert damals war wirklich fabelhaft!
Was sollte man 2007 unbedingt noch erledigen?
Daniel, 19,
Student
Gehe zu: myspace.com/stalinvsband
[In drei Worten: Vorgerockt, GEMA-frei, Gruppenskeptiker]
Auch toll: myownmusic.de, sellaband.com
Gut bezahlte Arbeit
Jonas, 28, Mainz, auf Jobsuche
Jedes Jahr verdiene ich etwa 50 Euro extra, für dreimal auf der
Tastatur herumklimpern. Ich habe einfach alte Studienarbeiten bei
Hausarbeiten.de hochgeladen, die sich andere für rund sieben Euro
runterziehen können. Die Arbeiten über Film und Medien sind der
Kassenschlager, die gehen weg wie warme Semmeln. Ob die überhaupt
als Wissensquelle für andere würdig sind? Hab ich mir noch nie groß
Gedanken drüber gemacht. Die Benotung steht schließlich dabei. Ich selbst nutze die
Seite aber nicht zum Runterladen. Meine Arbeiten schreibe ich lieber selbst.
Gehe zu: www.hausarbeiten.de
[In drei Worten: Dagobert, An- und Verkauf, Runterziehen]
Auch toll: fundus.org, pausenhof.de, hausaufgaben.de, schultreff.de
Schlechte Zensuren
Andreas, 23, Aachen, studiert Physik
Von wegen langweilige Touri-Schnappschüsse oder stocksteife Familienportraits! Ich fotografiere alles, was bei drei nicht auf den Bäumen
ist und lade die Bilder dann bei flickr hoch. Da können Fotos kommentiert oder als liebstes Lieblingsfoto erklärt werden. Außerdem ist die
Plattform übersichtlich wie sonst keine. Was flickr mit uns deutschen
Usern macht, ist allerdings nicht die feine englische Art. Uns wurde
auf einmal nicht mehr gestattet, manche Bilder anzuschauen. Flickr zensierte für uns,
weil das Unternehmen für eventuell bedenkliche Bilder nicht haftbar gemacht werden
wollte. Ganz schön schade!
Gehe zu: www.flickr.com
[In drei Worten: „Cheese!“, Stilleben, Bildschirmhintergrund]
Auch toll: Pixelio.de, Photocase.de, ipernity.com, snapfish.de, youthphotos.eu
5 tolle Online-
r
Schülerzeitungen
Autorin Tina, 18, findet das
Internet angsteinflößend. Für
SPIESSER vernetzte sie sich
dennoch, trat in 32 studiVZ-Gruppen ein und
schrieb 137 Mails.
www.wooling.net
www.umlauf.de
www.pfeil-magazin.de
www.hasepieler.de
Succccccccccche
www.maxmodul.de
1
2 3 4
Kannst du mir heute Nachmittag vielleicht
Bio-Nachhilfe geben? Mr. Twister, 16
Du hast so wahnsinnig tolle Kurven und ich, ich
hab keine Bremsen. Zöpfe-Mike, 15
Bist du öfter hier? Lene, 19
Darf ich mal von deinem Pausenbrot beißen? Keks, 16
Nach Kuba fliegen. Wer weiß, wie lange Fidel noch
lebt und was danach aus der Insel wird. Kiezkönig, 17
Unterwasserrugby spielen. Wie bewegt sich ein
Ball unter Wasser? Und woher bekomme ich Luft?
Aus Sauerstoffflaschen? Dann kann ich mich doch
gar nicht mehr bewegen? So viele Fragen, die dringend nach einer Antwort schreien. Baracuda, 18
Mit Eispickeln auf einen Gletscher klettern, bevor die
globale Erwärmung alle abgeschmolzen hat. Elaine, 18
In einer abgehalfterten Bar einen wildfremden Typen
abknutschen. Das muss ich dieses Jahr noch machen,
damit es im nächsten nicht schon wieder mit meinen
guten Vorsätzen kollidiert. Eure_Suse, 19
Was können Mädchen definitiv besser als Jungs?
Anastasia, 18,
Praktikantin
Frieren, jammern, große Augen machen – und
daraus auch noch Vorteile ziehen. Cyberwusel, 17
In der einen Hand das Telefon, in der anderen die
Wimperntusche, mit dem linken Fuß den Anschaltknopf der Schreibtischlampe ertasten und dabei
noch Mails lesen. Multitasking eben. Maria, 18
Tanzen. Foo Fighter, 17
Kennt ihr eine bessere Antwort?
Dann ab zu Yahoo! Clever und nach
der SPIESSER-Aktion Ausschau
halten! Hier könnt ihr eines von drei
Yahoo! Go Handys gewinnen
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Das Yahoo! Go Handy wird eigens für euch
personalisiert und mit einem simyo Starter-Set
(für Einheitstarif) inklusive 10 Euro Startguthaben
ausgestattet. Damit könnt ihr supergünstig und
bequem unterwegs E-mails checken, Nachrichten
oder Sportnews lesen, Stadtpläne erforschen,
Flickr-Fotos hochladen, Yahoo! Clever-Antworten
suchen und vieles mehr.
Yahoo! Clever ist das schlaue Frage/Antwort-Portal im Internet. Hier grübeln
User gemeinsam über den Rätseln des Alltags und geben ihr Wissen und
ihre Erfahrungen weiter. Ihr habt ein ganz besonderes Problem, für das ihr
keine Lösung wisst? Habt Fragen zu kaputten Waschmaschinen, kränkelnden Wellensittichen oder zerrissenen Herzen? Dann einfach auf Yahoo!
Clever posten und die anderen User antworten lassen.
www.yahoo.de/spiesserclevert
20 | Frische Luft würde dir gut tun
schulkino
SPIESSER macht den Kinosaal zum Klassenzimmer:
Filme für den Unterricht.
Elizabeth – Das goldene Königreich
London 1585: Während Philipp II von Spanien unverhohlen nach ihrem Thron schielt, muss sich die
englische Königin einen Ehemann suchen, da sie noch keinen Erben zur Welt gebracht hat. Heimlich
gilt ihre Liebe dem jungen Entdecker Walter Raleigh, der ihrem gesellschaftlichen Stand allerdings
nicht entspricht und den sie deshalb nicht heiraten darf. Elisabeth ist gezwungen ihre Gefühle zu
unterdrücken und zieht zudem gegen Spanien in den Krieg. Währenddessen deckt ein Berater die
Machenschaften ihrer Cousine Mary Stuart, Königin von Schottland, auf. Diese steht mit den Spaniern im Bunde. Der zweite Teil der Elizabeth-Saga von Shekhar Kapur beschäftigt sich nicht mehr
ausschließlich mit den nüchternen historischen Fakten, sondern portraitiert auch die komplizierten
gesellschaftlichen Verhältnisse des späten 16. Jahrhunderts. Filmstart: 20. Dezember Tine Heynatz
Passt zu: Geschichte, Ethik, Religion, Gemeinschaftskunde
Themen: Gesellschaft: Elizabeth muss heiraten, um einen Thronfolger zu gebären. Dafür kommen
nur Adelige in Frage, Gefühle zählen nicht. Machtkämpfe: Um zu Ruhm und Reichtum zu gelangen,
schrecken die Gegner der Königin nicht vor Intrigen und Verschwörungen zurück.
SPIESSER verlost einen Kinobesuch zu Elizabeth
für eine ganze Schulklasse in einem CineStar-Kino eurer
Wahl! Wenn ihr mitmachen wollt, dann geht auf
www.SPIESSER.de/gewinnen und nehmt an der
CINESTAR-Schulkino-Aktion teil.
FAR EAST BAND
Tough Enough
Muttis machen es vor: Immer schön
den Kopfhörer an den Babybauch
halten, damit sich durch Musik
außergewöhnliche Talente des
Kindes entwickeln. Ich zum Beispiel
kann Platten extravagante Gerichte zuordnen.
„Tough enough“ von der Far East Band schmeckt so
eindeutig, wie Kokos-Chili-Suppe klingt. Altbekannte
Reggae-Melodien und zigarrengeplagte, fräuleinsgleiche oder froschverkrampfte Kehlen, die bei
jedem Intro erneut verwirren. Die Platte ist zu wenig
entspannt zum Suppe löffeln, nicht aggressiv genug
zum Abwaschen, aber umso passender um eine neue
CD rauszusuchen. Tina Gebler
www.fareastband.de
Rilo Kiley
Under The Blacklight
Endlich Ruhe! Und Entspannung!
Auf dem Bett liegend, Rilo Kiley’s
„Under The Blacklight“ im CDPlayer. Der erste Song beginnt, Takt
auf Takt. Eine unbeschwerte und
fröhliche Melodie. Spätestens beim dritten Song
war’s das mit dem Entspannen. Man kommt nicht
mehr drumherum aufzustehen. Das von Zimmer
zu Zimmer-Getanze beginnt. Die Einbringung nicht
vorhandener Sangeskünste folgt – Sängerin Jenny
Lewis wäre wenig begeistert. Gute Laune macht sich
breit, wer denkt da noch an Ruhe und Entspannung?
Dermaßen fließend und anziehend ist das Zweitwerk
der Band, dass das Träumen und Tanzen auch im
Auto weitergeht. Oder beim Spazierengehen, die
wunderbare Musik nah an den Ohren, um auch ja
kein Element zu missen. Uli Melzer
www.rilokiley.com
Wholetrain
Dead Silence
Dreißig Minuten. Eine verdammt
lange Zeit manchmal, in der FußballSpiele zweimal kippen und Politiker
sich um Kopf und Kragen reden
können. Dreißig Minuten hat meine
Freundin gebraucht, um die Pointe, das vorgeblich überraschende Ende von Death
Silence vorauszusagen. Ganz schön gemein, vor
allem wenn man noch 60 lange Minuten Film vor
sich hat! Also weitergucken und hinein ins muntere
Metzelvergnügen, in der eine adrett geschnitzte
Holzpuppe einem halben amerikanischen Provinzkaff
die Zungen abschneidet. Klingt spannend? Ist es
aber nur mäßig. Da hilft auch der Nervenkitzelzusatz
„ab 18“ nicht wirklich weiter. Mario Cetti
www.deadsilencemovie.net
Grey‘s Anatomy
Soundtrack Vol. 3
Dieser Soundtrack ruft gerade dazu
auf, ihn über einen Morgen verteilt
zu hören. Wir müssen wach werden,
uns bewegen. So verleiten die Takte
der ersten Lieder dazu, die Haare wie
eine Windmühle zu kreisen und „Indie-Rock‘n‘Roll“ zu
kreischen. Nur das Müsli lässt sich so nicht essen. Mist.
Hungern? Stinken? Weiterschalten. Ja! Grace Potter &
The Nocturnals! Großartig.. Ruhig... Das Müsli gleitet
dirrrhhhzzz... Wer kein großes Talent hat, Geräusche
der Umgebung mit in seine Träume einzubinden, wird
bei Robert Randolph wieder wach. Raue Stimme, schräger Chor, Klatschgeräusche. Aufgeschreckt, Lied vorbei,
dann Sonnentanzmusik. Juhu, überheblich gute Laune!
Obwohl manche ja fröhliche Menschen verachten,
solange der morgendliche Kaffee noch halbvoll ist. Doch
für diesen Fall gibt es noch die letzte Interpretin: Brandi
Carlile. Diese Stimme. Einzigartig. Nur sollte sie nicht
an die Öffentlichkeit gebracht werden. Dieser Song ist
Rauswerfmusik. Tina Gebler
www.greys-anatomy-music.de
Motor TV
Oh mein Gott, das Musikfernsehen
lebt! Nicht jenes, das man nur
mit Hilfe von Antenne oder Kabel
empfangen kann und das einen den
ganzen Tag mit hirnlosen Datingshows quält. Nein, der Lichtblick heißt Motor TV und
ist nur über das Internet zu empfangen. Hier ist alles
anders. Blood Red Shoes, Klaxons, The Robocop Kraus
– hintereinander und ohne Werbeunterbrechung. Das
lässt das Herz moderner musikbegeisterter Menschen
höher schlagen! Dazu gibt es noch so schöne
Rubriken, wie „Künstler erklären die Welt“ oder die
„Motor TV Starthilfe“, bei der wirklich einmal unbekannte Bands vorgestellt werden. Oder sagen einem
die Namen Onanon oder Tent schon etwas? Gut, mir
nämlich auch nicht. Motor-TV erinnert an die Sarah
Kuttner- und Charlotte Roche-Zeiten, als die populären
Musiksender wenigstens noch etwas Qualitatives
bieten konnten. Sandra Kühnel
www.motortv.de
Mein Leben im Schrebergarten
von Wladimir Kaminer
Der Kaminer-Schlawiner! Seine Bücher
liebt oder hasst man. Dazwischen
ist nicht. Man könnte meinen nach
Russendiskos und ulkigen sowjetischen Kochbüchern wären dem
guten Herrn die Ideen ausgegangen,
aber das sind sie nicht. In seinem aktuellen Buch
erzählt Kaminer von seinen Erlebnissen in einer Berliner Schrebergarten-Kolonie. Skrupellos setzt er sich
über Verordnungen hinweg und pflanzt Heckenapparate, die in einem Kleingarten nun wirklich nichts
zu suchen haben. Die spießigen Kleingärtner mosern
und ich lache, lache, lache. Der Schrebergarten hat
mich allerdings nicht so vom Hocker gerissen, wie die
älteren Bücher des Autors. Trotzdem ein „echter Kaminer“! Felix Huesmann
www.randomhouse.de/manhattan
Schonmal bei einer Graffiti-Aktion
Schmiere gestanden? Das ist Puls
auf 180 und Nackenhaare im 90Grad-Winkel, selbst wenn es nur
das windschiefe Sportlerheim eines
provinzbayrischen 4000-SeelenKaffes ist, das da verschönert wird. Wholetrain, die
preisgekrönte Geschichte einer vierköpfigen Graffiti-Writer-Crew, fängt diese Spannung bis zur Atemlosigkeit ein und erzählt von wirbelnden Dosen,
Style-Battles mit der verfeindeten Posse, dicker
Jungsfreundschaft und nächtlichem Abhauen vor
der Polizei. Bitte merken: dieser Film ist unglaublich, wahnsinnig toll. Im Gegensatz zu unserem
Kunstwerk, damals am Sportlerheim. Mario Cetti
www.wholetrain.com
Tödliche Zugabe
von Stefan Maelck
Karlo Kaltwasser, Finn Flegelmilch
und Walli Wesenberg? Bitte wer?
Diese Namen sollen skrupellose
Musikindustrielle, Rocker und intrigante Millionärswitwen bezeichnen.
Leider erinnern sie mich eher an
Kinderbuchgeschichten, als an einen
ernst zu nehmenden Kriminalroman. Denn genau
das will „Tödliche Zugabe“ eigentlich sein. Mein
Verdacht ist eher, dass sich der Autor frech an den
Detektivsendungen der Privatsender bedient hat.
Die Dialoge sind platt, die Witze gar nicht witzig
- alles in allem ist die ganze Geschichte unglaublich
langweilig. Als der Protagonist Hank Meyer, Detektiv und Radio-DJ, dann zum gefühlten 78. Mal für
Ostdeutschland die Metapher Dunkeldeutschland
verwendet, bin ich gewillt das Buch gegen die
Wand zu werfen und den Inhalt meiner Waldmeisterbrause darüber zu kippen. Selten löste in mir ein
Buch solch eine Wut aus. Vom ganzen Kopfschütteln habe ich jetzt noch Muskelkater. Sandra Kühnel
Erschienen im September
www.rowohlt.de
Fifa 08
Ein Schuss ins Aus. Die Serie tritt
zumindest auf dem PC spielerisch
auf der Stelle und ich mit einem Fuß
gelangweilt auf den anderen. Alte
Grafik-Engine und träge Ballphysik
– reales Fußball-Feeling suche ich
hier vergebens. Dafür sehen die bekanntesten Spieler
ihren lebendigen Vorbildern recht ähnlich. Der neue
Spielmodus „Be a Pro“ erlaubt sogar, dass man nur
einen einzigen Spieler steuert, hinterlässt bei mir
aber gemischte Gefühle. Gut sind Extra-Aufgaben wie
„Schieße fünfmal aufs Tor“, die mich zusätzlich motivieren. Meine computergesteuerten Mitspieler sind
das aber ganz und gar nicht, sondern eiern oft viel
zu lange planlos auf dem Platz rum, bis sie endlich
einen ordentlichen Pass spielen. Ulf Peschel
www.fifa08.ea.com
Persepolis
Ein grandioser Film! Es ist die
Lebensgeschichte der jungen Iranerin
Marjane, die nach Freunden, Heimat,
einem Ziel, Glück und der Liebe
sucht, stets auf der Flucht vor dem
Terrorregime in ihrem Heimatland.
Persepolis hat mich ungeheuer fasziniert. Die Bilder
des französischen Animationsfilms sind fantastisch,
eine Mischung aus schlicht und verspielt, größtenteils
in schwarz-weiß gehalten. Wie die das hinbekommen
haben! Die Erzählweise geht so nahe, nach 2 Stunden
hätte ich am liebsten noch weiter geguckt, Marjanes
Leben weiterverfolgen wollen. Gefühle wurden so
ziemlich 1:1 auf mich übertragen, ich habe gelacht,
beinahe geweint und gestaunt. Josepha Landes
Kinostart: 22. November
www.sonypictures.com/classics/persepolis
Die Siedler 6:
Aufstieg eines Königreichs
Ich bin ein Siedler-Traditionalist
und freue mich! Denn nachdem die
Macher den Schwerpunkt des letzten Teils auf Echtzeitkämpfe gelegt
hatten, kann ich mich jetzt wieder
zurücklehnen und beobachten, wie
meine Siedler ihr Getreide verwursten. Zurück zu alten Werten und komplexen Warenkreisläufen ist also die Devise von „Aufstieg eines
Königreichs“. Allerdings können mich die Missionen
mit ihrem immer gleichem Beginn, ihrer Ideenarmut
und ihrer – leider – häufigen Anspruchslosigkeit
nicht überzeugen. So muss ich mich zum Beispiel
schon recht früh gegen einen Gegner mit riesiger
Befestigungsanlage behaupten, die ich am Ende aber
gar nicht stürmen soll. Nur so einen lumpigen Geldtransporter. Hier verspielt Die Siedler viel Potenzial.
Fazit: kein schlechtes Aufbauspiel, „Anno 1701“ ist
trotzdem die bessere Wahl. Ulf Peschel
www.siedler.de
Hotel Very Welcome
Gelebte Realitätsflucht. Reicht das
Studenten-Sparbuch leider nicht für
den Flug nach Fernost, kann man sich
womöglich mit einem Kinobesuch im
„Hotel Very Welcome“ behelfen und
so erleben, wie es dort sein könnte.
Mit Freunden durch Thailand reisen, oder in Indien vor
dem geschwängerten One-Night-Stand davonlaufen.
Grausam akkurat verfilmt Sonja Heiss in mehreren
Episoden eben solche Erlebnisse gestresster Mittzwanziger auf Sinnsuche. Als der dargestellten Gruppe
zugehörig fühlt man sich zwar unangenehm genau
portraitiert, aber bestens unterhalten. Julian Heissler
Kinostart: 29. November
www.hotelverywelcome.de
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Frische Luft würde dir gut tun | 21
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holt euch diese sechs mp3 im
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So geht‘s
1. Auf SPIESSER.de den
[email protected] eingeben.
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3. Achtung: Diese sechs Lieder könnt ihr bis
zum 18. Februar runterladen. Mit dem nächsten SPIESSER gibt es sechs neue Titel.
pop
indiepop
Jens friebe Das mit dem Auto ist
egal Hauptsache dir ist nichts passiert
„Ich würd´ den Posten
gerne schmeißen, man
ist hier immer schlecht
bezahlt!“ singen Schrottgrenze und sprechen dabei
Millionen von Schülern aus dem Herzen, die
gerade über einer doofen Mathearbeit sitzen.
Dass die Band aus Peine schon 13 gemeinsame Jahre auf dem Musikerbuckel hat, hört
man ihnen gar nicht an. Tolle Slogans und
juckende Gitarren – da übersieht man glatt,
dass eigentlich Winter ist.
Passt zu: mit 18 keinen Bock mehr haben
und in Rente gehen
Von deM alBuM „schrottisM“
WWW.schrottgrenze.de
elektro
alternatiV
sdnMt Tears don´t cry
Was um alles in der Welt
ist eine Bratze? Eine
äußerlich sehr unattraktive Frau, der jeglicher
Restcharme
abgeht,
verrät das Ruhrgebietslexikon. Aber auch
das Kackhäuflein finden wir im Deutungsangebot. Kein Wunder, haben sich doch
die Schlawiner von Clickclickdecker und Der
Tante Renate diesen Namen für ihr Techno-Projekt ausgesucht. Zünftig Bässe und
Zeilen zum auf die Stirn kritzeln. Komm,
wir hauen auf die Bratze!
Passt zu: einer Tortenschlacht im Wiener
Kaffeehaus
Von deM alBuM „kraft“
WWW.Bratze.eu
Worte braucht man
für tolle Musik ebenso
wenig wie das Döschen
Haarpomade beim Zahnarzt. SDNMT benötigen anscheinend nicht einmal Vokale und
bauen mit ihren Gitarrensongs kilometerhohe Elfenbeintürme. Drumrum schweben
verliebte Flugzeuge, dazwischen Göttervater Zeus, der beschwippst und heiter
nach dem rechten Tritt sucht. Wir genießen
derweil Kopfkino mit Schwindelfaktor.
Passt zu: Mit verträumtem Köpper in das
tiefblaue Tintenfässchen
Von deM alBuM „the goal is to Make
the aniMals happy“
WWW.seidenMatt.de
hip-hop
songWriter
albino Kein Frieden
klabunde Desabrigado
Albino aus Lübeck hebt
rappend die Faust. Aber
nicht
für
Menschen,
sondern für Pfoten und
Tatzen, Kühe, Hühner und
Hunde. Wenn es eine vegane Revolution gäbe,
„Kein Frieden“ wäre genau ihr Song. Ein Song
gegen Legebatterien und Massenschlachtungen, gegen Tierquälereien oder ignorante
Menschen, die das anonyme Schweinehack im
Vorbeigehen in den Einkaufswagen pfeffern.
Endlich wieder politischer Hip-Hop!
Passt zu: leckerer veganer Lasagne mit einem
Hauch Knoblauch
Von der ep „kein frieden“
WWW.alBino-online.de
Ein
mondänes
Café
irgendwo in einer Großstadt. Schöne Menschen
sitzen an kleinen Tischchen, man flirtet und
trinkt Milchgetränke. Und obwohl es hier
ganz herrlich wuselt, ist es, als ob die Welt in
diesem Café ihren pulsierenden Atem anhält,
mal Pause macht. Den Soundtrack liefert Boris
Klabunde aus Berlin, mit Bossa, Streichern
und Jack Johnson-Melodien. Wenn man nur
nicht abends immer wieder los müsste!
Passt zu: dem Moment, in dem für einen
Sekundenbruchteil alles Sinn macht
Von deM alBuM „pale BlossoMs“
WWW.BorisklaBunde.coM
mANDo DIAo
NEVER SEEN THE LIGHT OF DAY
angebauten Kräuter abzuwehren. Never Seen The
Light Of Day – das ist nicht mehr Mando Diao,
sondern nur noch ganz großer Mumpitz. Die Musik
besitzt keine Seele, den Stücken wurden statt Yeah
Yeah Yeah’s kümmerliche La La La’s untergeschoben
und überhaupt klingt das Ganze wie eine Ansammlung halbherziger B-Seiten. Ich war einst riesiger
Mando Diao-Fan, darum schmerzt es mich sehr,
dass sich meine Ohren diesen 41-minütigen MainstreamIndieAlternativeIrgendwasPop gefallen lassen
müssen. Sandra Kühnel
WWW.Mandodiao.coM
Nach Anhören dieser Platte möchte
ich mit so vielen Fäkalausdrücken
um mich schmeißen, dass meine
Worte, wäre ich in einer Talkshow,
von einem dauerhaften Pieeep!
übertönt würden. Das Einzige wozu der Erwerb des
neuen Albums der einst besten Schweden der Welt
Buch sinnvoll ist: Sich die CD wahlweise als Kettenanhänger um den Hals zu binden oder in den Garten
dVd zu positionieren, um Vögel vom Verzehr der selbst
Entspannt lernen – mit Plan und Verstand
schrottgrenze
In Verhältnissen dieser Art
Was für ein wunderbar
bekloppter Songtitel! Und
weil so etwas nur jemand
darf, den viele Menschen
als „Deutschlands einzigen
Popstar“ bezeichnen, entschuldigen wir auch
ausnahmsweise die mangelhafte KommaSetzung. Die Hymne der Volljährigen, mit
Glöckchen und viel „Uh-uh-ohs“, die fortan in
jeder Fahrschule des Landes auswendig gelernt
werden muss. Ein cooler Typ, der Friebe.
Passt zu: dem reumütigen Dackelblick, wenn
man Papas Auto kaputt zurückbringt
Von deM alBuM „das Mit deM auto ist
egal hauptsache dir ist nichts passiert“
WWW.Jens-frieBe.de
Bratze Im Auge des Lachs
So macht
man Abi!
Jetzt neu: Die Abi Prüfungstrainer!
Darin bis zu 33 Original-Abiprüfungen in jedem Band.
Die ersten Trainer, die Lösungen
schrittweise erklären.
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22 | Frische Luft würde dir gut tun
etwa
enthält
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50 mg
arf
n Tagesbed
decken de
2 Orangen
C.
an Vitamin
„Damit du mich nie vergisst“
– Afrikas Kinder und die
Memory Books Von Christa Graf
Aids ist in Deutschland ein Thema,
und trotzdem kommt es einem so
irreal vor. Uns trifft Aids nicht. In
Uganda ist Aids neben Armut jedoch
die größte Bedrohung. Eltern sterben und zurück bleiben Kinder, die
vollkommen auf sich alleine gestellt
sind. Seit einiger Zeit schreiben die
Mütter ihren Kindern daher „Memory Books“ und
geben ihnen so alle Erinnerungen über die Familie,
Traditionen und Wünsche mit auf den Weg nach dem
eigenen Tod – oft als einziges Erbe. Bücher über Afrika
lese ich häufig, aber ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so kontrovers dabei mitgefühlt zu haben.
Auf der einen Seite die Geschichte eines kleinen
Jungen, der von heute auf morgen Familienernährer
wird. Auf der anderen Seiten die Krankenschwester
Christine, die nur so strotzt vor Zuversicht. Einerseits
sitze ich in der U-Bahn mit unterdrückten Tränen, mit
dem Gefühl absoluter Hilflosigkeit. Und schon wenige
Haltestellen weiter freue ich mich meines Lebens
– habe das Gefühl, dass Hoffnung wirklich Berge
versetzen kann. Es geht nicht wie so oft um das afrikanische Elend, sondern um den Umbruch Ugandas,
die Hoffnung und Stärke seiner Einwohner. Jenny Wolf
www.pieper-verlag.de/malik
Eine Orange besteht zu
85,7% aus Wasser.
Der Nährw
ert der Ora
nge beträg
42kcal pro
t
100 Gramm
.
3
Fragen an Claudia Schäfer,
Ärztin der IKK-Gesundheitsberatung
Unglaublich...
> Forscher haben ausgerechnet, dass ein 75-jähriger Mensch in seinem
Soll ich bei einer Erkältung Antibiotika
nehmen?
Die meisten Erkältungen sind Viruserkrankungen, bei denen Antibiotika nicht
nötig sind. Erst, wenn hohes Fieber oder
ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden
dazu kommt, sollte man zu Antibiotika
greifen.
Leben ungefähr zwei
bis drei Jahre nur mit Husten oder
Niesen verbringt.
> Husten kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 480 km/h durch
den Rachen schießen.
> Es gibt etwa 200 bekannte Erkältungsviren.
Darf ich zu Hause bleiben, oder muss
ich zur Schule gehen?
Bei Fieber oder sehr starker Erkältung
sollte man zu Hause bleiben. Ansonsten
Wer hat das höchste C?
Vitamingehalt pro
100 Gramm.
kann man ruhig zur Schule gehen. Die
Ansteckungsgefahr ist nicht so hoch,
Hagebutte
1250 mg
Singstar –
Die Toten Hosen
wie man oft denkt.
Fernsehen und Lesen - gut oder zu
„Hey, hier kommt Alex“, gröle ich
ins Mikro. Für Fans von Karaoke
und den Toten Hosen gibt es jetzt
Grund zur Freude: Die Altpunker
aus Düsseldorf haben als erste Band
eine eigene Playstation 2 Singstar-Disk, die nur Lieder von den
Toten Hosen enthält. Darunter Schunkelkracher wie
„Bayern“ oder „Zehn kleine Jägermeister“. Heiß wird
es natürlich erst im Mehrspielermodus, bei dem zwei
Spieler um die schiefste Note trällern. „Alles wird
gut“, um es mit Campino zu sagen. Ulf Peschel
www.singstar.de
Guave
300 mg
anstrengend?
Bei Kopfschmerzen und Fieber ist Schlaf
Brokkoli
bis 115mg
am besten.
Zitrone 53mg
Links
www.erkaeltung-online.de
Sauerkraut 20mg
www.ikk.de
www.netdoktor.de
Den Viren keine Chance! 3 Tipps zum Vorbeugen
1. Geheimtipp Nasen-
2. Viel Vitamine und
3. Sport und Bewegung.
dusche: Die Salzlösung
Mineralstoffe, viel
Am besten draußen.
reinigt die Nase und be-
Vitamin C und Zink, am
ruhigt die Nasenschleim-
besten aus rohem Obst
haut. Nasenduschen gibt
und Gemüse.
m
u
h
c
m’ i
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Wie ältung
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die Er
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drum
Vanessa Paradis
Divinidylle
es in Drogeriemärkten
und Apotheken.
7
Tine, 1
Warum heißt die Erkältung
Erkältung, wenn Kälte allein
gar nicht die Ursache ist?
Alle Infos zum Thema gibt
es auf www.ikk-spleens.de.
Mach dich schlau!
Nach dem ersten Lied erwartet
man melodischen Seelensex und
saugt begierig jede Silbe auf, die
da so wunderbar französisch von
Vanessas Lippen perlt. Doch spätestens in der Hälfte des zweiten Tracks verschwindet
Wolke sieben und das Kribbeln ist weg. Kommt da
noch mehr? Man sehnt sich nach der Spannung,
dem Höhepunkt, wenigstens etwas Dramatik - und
verhungert am ausgestreckten Arm. Mit einer eigenwilligen Stimme und diesen wahnsinnigen französischen Texten paddelt das Album durch seichte
Melodien und kommt einfach nicht vorwärts. Schade
eigentlich, denn der Geliebten von Johnny Depp
würde man gern alles glauben. Tine Heynatz
www.vanessaparadis.fr
Everlight –
Elfen an die Macht
Da hat mal jemand Harry Potter, die
unendliche Geschichte und einige
Sagen dritter Klasse in einen Topf
geworfen und dann das Szenario für
das Adventure Everlight erhalten.
Wir werden ohne viel Federlesen in
eine magische Parallelwelt geworfen,
die bei genauerem Hinsehen gar nicht so anders ist
als unsere eigene. Im Gasthaus vermissen wir eine
Cola-Flatrate und in der Ratshalle müssen wir eine
Nummer ziehen, um zu den ehrwürdigen Stadtvätern
zu gelangen. Selbst der ach so gruselige Fluch ähnelt
ansatzweise der Freitagnachtstimmung im Szeneviertel unserer Stadt. Mario Apel
www.everlight-game.de
2 Tage Paris
„2 Tage Paris“ - Zwei Stunden Schulzeit im Kopf. Der Film versucht sich
am Trick des faulen Schülers: Die
ersten drei Seiten und die letzte
jeder Facharbeit müssen Paukenschläge sein. So buhlen großartige
Wortwechsel und Bildwelten gerade
zum Anfang um die offenen Münder der Zuschauer
- ein Kampf. Wie die Schule? Da lenken wir uns doch
ohnehin meist mit anderen Dingen ab. Vor allem
durch Liebeleien. Liebeleien, die wir dann nur zu
gern beschreiben, analysieren, auf die Grundsteine
zerlegen. Eine ständige Problemanalyse. Ebenso im
Film. Da erklärt die Französin Marion (Julie Delphy)
ihre Beziehung zu Amerikaner Jack (Adam Goldberg),
mit all ihren Höhen und Tiefen. Und vor allem dem
Mittendrin. Damit liefert sie gleichzeitig die perfekte
Beschreibung für den gesamten Film. Mittendrin. Ist.
Er. Nämlich. Ziemlich. Unspektakulär. Aber nett.
Etwas unterscheidet die zwei Stunden dann doch
von der Schulzeit: Große Fragen zu großen Themen
und dem noch größeren Sinn werden ausgelassen.
Nacktfotos mit Luftballon-Spielereien, Daniel Brühl,
der sich im Burger-Restaurant als männliche Fee
outet, die verrückte französische Lebensart. Sinnfreiheit wird angepriesen. Schick, denn wo liegt der Sinn
nicht in Ketten? Tina Gebler
www.2tage-paris.de
Die drei ???
Die Knie zittern beim Gang in den
Kinosaal. Kann das gut gehen?
Die legendäre Serie unser aller
Jugend als Kinofilm? Jahrelang
haben wir uns die Charaktere in
allen Farben ausgemalt. Hat das
nicht jede Chance für diesen Film
zerstört? Eigentlich schon. Und es gibt natürlich
jede Menge zu meckern: Justus Jonas ist nicht dick
genug, Bob Andrews eine Witzfigur. Der Ich-bin-niezufrieden-Mann im Kopf mault ständig: „SOOO hab
ich mir das nicht vorgestellt.“ Doch blendet man den
Klugscheißer aus, bleibt ein fröhliches Filmchen mit
verschrobenem Plot und Scooby Doo-Ende. Es hätte
schlimmer kommen können! Julian Heissler
Kinostart: 8. November
www.die-drei-fragezeichen-der-film.de
Ganz schön deutsch
von Dilek Güngör
Würde man Leute nach der Türkei
fragen, fielen ihnen Migrationsprobleme, der mögliche EU-Beitritt
oder auch der Döner ein. Ich werde
durch dieses Buches mit Sicherheit
immer an Dilek Güngör denken.
„Ganz schön deutsch“ ist Güngörs
Familien-Story, die nicht nur bunt und lebensecht
aufgeschrieben ist, sondern zeigt wie deutsch die
Türken, aber auch wie türkisch die Deutschen sind.
Das Buch überrollt mit Metaphern und faszinierenden Familienproblemen, die jeder kennt. Die Glossen haben mich oft erfreut, manchmal gelangweilt,
doch sie haben stets denselben Eindruck hinterlassen: Klischees sind von gestern! Sebastian Weiß
www.pieper-verlag.de
Gewinnt 50 x 2 Freikarten für
eine Kinovorstellung in einem
CineStar-Kino eurer Wahl. Geht
auf www.SPIESSER.de/gewinnen und
haltet nach der CINESTAR-Verlosung
Ausschau.
web
CD
games
Buch
kino
DVD
Frische Luft würde dir gut tun | 23
und
SPIESSER guckt mit Cornelia, Gesa, Vera
Die vier
Viva.
und
MTV
auf
ws
g-Sho
Datin
tine
Chris
sich
n
kenne
Damen sind zwischen 60 und 68. Sie
ge
aussa
Eigen
laut
–
sind
schon seit 20 Jahren und
.
men“
– „immer noch zusam
▶▶▶ Bei Kaffee und Pflaumenkuchen
setzen sich Cornelia, Gesa, Vera und Christine
auf die Couch in Christines Wohnzimmer.
MTVs „Next“ und Vivas „Date oder Fake?“
kommen vom Festplattenrekorder und werden
auf Christines riesigem Flatscreen-Fernseher
angeschaut. Beide Geräte sind neu – und
Perlen vor die Säue:
Christine: „Eigentlich gucke ich überhaupt nie fern.“
Das macht sich denn auch gleich bemerkbar. Bevor „Next“ auf MTV überhaupt startet,
fühlen sich die Damen schon überfordert.
Christine: „Das ist alles viel zu schnell
für uns Alte.“
Cornelia: „Und viel zu blöd!“
Gesa: „Ich versteh überhaupt nicht,
worum‘s geht.“
Das wird zum Glück erklärt – auf Englisch
zwar, aber mit Untertiteln: Ein Typ bekommt
eine potenzielle Partnerin vorgesetzt. Sobald
er „Next“ sagt, muss sie abtreten und er setzt
das Date mit einem anderen Mädchen fort.
Das Schaulaufen beginnt...
Gesa: „Mangelndes Selbstbewusstsein
kann man denen ja nicht vorwerfen.“
Christine: „Hat die wirklich gerade
gesagt, dass sie schöne Brüste hat?“
Vera: „Na, hör mal, die andere hat eben
gesagt „Mein Pups riecht nach Jasmin“.
Tolle Eigenwerbung!“
Ein Paar hat sich gefunden und nimmt
in albernen Kostümen Platz auf einem
Teppichimitat, während dahinter ein schlecht
Buch gemaltes Himmelimitat vorbeiwackelt.
Christine: „Das ist doch alles nicht echt
DVD – wie bescheuert!“
Kuppelprozesse
Treffen der Generationen: Unser RentnerKompetenz-Team schaut TV-Dating-Shows
- und erzählt, wie man früher anbandelte.
Von Julia Karnahl
Gesa: „Ein blöder amerikanischer Mist!
Zum Glück sehen wir heute Abend noch
was Besseres.“
Gesa und Vera gehen nämlich später
noch ins Tanztheater – wie sich das für
Kulturinteressierte in ihrem Alter gehört.
Ob der Geschmack der Jugend wirklich so
anders aussieht?
Gesa: „Glaubt ihr, dass die jungen Leute
so was gut finden? Ich nicht!“
Christine: „Hier geht’s doch nur darum,
dass die sich gegenseitig fertig machen.“
Cornelia: „Sich aufgeilen an der Blamage
der anderen. Und die Blamage der anderen ist das Geld für die Sender.“
Mal sehen, ob Konkurrent Viva es mit
„Date oder Fake?“ besser macht. Hier trifft
eine Frau auf drei Jungs – einer ist vergeben,
einer schwul und einer ihr Date. Wenn sie es
schafft, die drei richtig zuzuordnen, gewinnt
sie ein Wochenende mit dem Single.
Christine: „Das sieht ja schon mal ein
bisschen besser aus. Nicht so hektisch und
grell. Irgendwie angenehmer, normaler.“
Vera: „Außerdem muss man hier wenigstens mitdenken.“
fotos andré forner
Nachdem die drei Jungs kurz vorgestellt
wurden, wird der Pause-Knopf gedrückt.
Alle raten wild durcheinander.
Christine: „Der Kleine ist schwul!“
Cornelia: „Nein, glaube ich nicht. Der
weiß, wie man mit Frauen umgeht.“
Gesa: „Schwule wissen doch auch, wie
man mit Frauen umgeht!“
Alles, was die Kandidaten sagen oder
tun, wird interpretiert. Sogar der Körperbau
eines jungen Mannes, der in Badehose für
ein Foto-Shooting posieren muss.
Vera: „Der ist ja fett!“
Gesa: „Und bestimmt vergeben – da werden die Männer dann immer ein bisschen
dicker.“
Volltreffer, Gesa! Das Rätsel wird aufgelöst, die Dame in der Sendung liegt leider
daneben – nicht so Christine:
Christine: „Ha, ich hatte doch recht! Der
Kleine ist der Schwule.“
Gesa: „Das war ja eine richtig ernsthafte
Aufgabe. Viva hat das viel spannender
gemacht als MTV.“
Alle sind sich einig: Die MTV-Sendung
war furchtbar, die Amis haben eine Meise.
Aber warum gucken Jugendliche sich überhaupt diesen Kram an?
Christine: „Das gucken wohl eher Leute,
die nicht so viel in der Birne haben. Ich
schätze, das läuft auch eher nebenher.“
Cornelia: „Genau, die machen dabei
Schulaufgaben.“
Gesa: „Das schauen höchstens die Mädels
zwischen 14 und 18.“
Christine: „Ich glaube, das ist eher was
für Jungs – so wie die da rumgockeln.“
Als der Fernseher schon lange ausgeschaltet, die Auswertung aber noch längst
nicht abgeschlossen ist, taucht die Frage auf,
wer denn an einer solchen Sendung vielleicht
selbst teilnehmen würde.
Gesa: „Warum nicht? Wenn das für
Ältere wäre und ein bisschen niveauvoller
gemacht, könnte das doch ganz lustig
werden.“
Cornelia: „Mir wäre das zu peinlich.“
Christine: „Man will sich doch nicht so
anpreisen!“
Gesa: „Anpreisen muss man sich doch in
jeder Kontaktanzeige. In unserem Alter
lernt man eben nicht mehr so schnell
Leute kennen. Eigentlich sollte es so eine
Dating-Show gerade für Ältere geben – wir
sind doch auch eine große Zielgruppe!“
Vera: „Stimmt, ich kenne viele ältere
Frauen, die einen Mann suchen.“
Cornelia: „Früher lief das anders. Da
haben sich Freunde und Verwandte
Gedanken gemacht und dann Singles
zusammen eingeladen.“
Christine: „Na danke, auf Verkupplungsversuche kann ich gut verzichten!“
In jeder SPIESSER-Ausgabe
testet unser Rentner-KompetenzTeam Produkte, die sonst eher für
die Enkel gedacht sind. Alle bisherigen Folgen findet ihr auf
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24 | Das hat ein Nachspiel
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Schulstadt
6
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nicht
exakt
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Bogens
eingedickter
Fruchtsaft
abgestorbene
Baumrinde
Festmahl
Beweiszettel,
Quittung
neue
Währung
in Europa
Frühlingsfest
Gefühlsleben
einfetten,
schmieren
Brustknochen
Farbton
EU-Luftsicherheitsbehörde
(Abk.)
einstelliges
Zahlwort
mutig
ugs.:
Gegenteil von
süß
schwarze Vögel
Moralbegriff
Gewässer
ungefähr
Abzählreim:
... mene
muh
Geschwätz
eher,
früher
als
Umlaut
5
Bewegungsform
Kehrgerät
Flächenmaß
Zeichen
für
Thoron
zittern
3
Wertpapier
Gesteinsgebilde
in der
Tiefe
Sachvortrag
Lichtquelle
für den
Kinderumzug
kehren
1
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2
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Italien
(Landessprache)
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aufbinden. Denn egal ob zur Schule oder beim
Sport: Dieser Rucksack (www.sugoi.com) bleibt
auch noch anhänglich, wenn es mal robuster
zugeht. 3 Day-Go-Bago-Rucksäcke von
mit
Farbe
bedecken
Vorname d.
Schauspielers
Gibson
besitzanzeig.
Fürwort
Hühnervogel
Hagelkorn
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Fürwort:
du
positives
Ende
eines
Problems
Wildpfleger
Chaos
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Hautfärbung
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die BiFi-Bande, wie das Spiel funktioniert.
Wer gehört zum
Duo Rosenstolz?
beglückt
Märchenfigur der
Brüder
Grimm
mobile.de Sonderedition im Wert von 400 Euro
Rausfinden. Mit dem MP3-Player auf Tour
eingängige
Melodie
Einsendeschluss: 23.01.2008
frühere
russ.
Raumstation
bunter
Papagei
Gewächs
im Wald
Klatsch
Lösungswort:
1
2
3
4
5
6
Himmelsbote
Aufgussgetränk
4
Possenreißer;
Tor
s1519.17-2
september- Gewinner / Lösung: müde
Giant-Fahrrad: Lucas Hirche aus Göttingen +++ Duden-Pakete: Regina Gather aus Schwalmtal, Gisela Thomi aus Wollerau, Martha Säring aus Kroppen, Martin Meier aus Chemnitz, Iram Akram aus
Hannover +++ Softwareload-Gutschein: Anika Zapfe aus Bucha +++ Sennheiser-Kopfhörer CX55, CXL400 und MX560: Franziska Wagner aus Chemnitz, Mario Trinkaus aus Halle, Paul Geck aus
Pohlheim +++ Pelikan-Set: Anja Diemer aus Aalen, Tobias Rieck aus Heidenheim, Mareike Hitzacker, Isabell Leow aus Waren, Anne Müller aus Siegen
Willste mich verscheissern?
Vier Geschichten, die unglaublich klingen. Welche sind wahr, welche falsch?
1
In einer Schule in
der südafrikanischen
Provinz KwaZulu-Natal
wird neben Mathe und
Physik ein Fach für Massengebete gegen Hexerei
angeboten.
2
88 Prozent aller
Raucher haben als
Kind zu Kaugummiund Schoko-Zigaretten
gegriffen.
4
3
In Polen mussten sich
Schüler in einer Klassenarbeit zu ihren Sünden
bekennen. Ab 18 Sünden
gab es eine eins, bei weniger als fünf ungenügend.
In Russland wurde ein 14-Jähriger festgenommen,
weil er eine Kuh beschimpfte.
Verbinden!
Jeder Lehrer braucht es, kaum einer
kann es bedienen.
13
15
5
7
14
6 11
8
12
9 10
3
17 16 4
1
2
Das hat ein Nachspiel | 25
Wer bin ich?
sudoku
3.01.2008
Alf, 19
Wadim, 20
Christian, 23
Thoralf, 13
Josepha, 19
Das Diagramm ist mit den Zahlen 1 bis 9
aufzufüllen. Dabei darf jede Zahl in jeder
Zeile und jeder Spalte und in jedem 3x3Feld nur einmal vorkommen.
für sitzenbleiber
7
8
3
5
1
6
Ich war mit
meinem
Ich spiele bei den
„Finsteren Gesellen“.
Zu Auftritten verteilen wir Hustenbonbons.
Ich habe
Orchester
eine Klasse
Weltmeister
im Akkordeon über-
Ich hab
SchülerVZ
mit aufgebaut.
sprungen.
spielen.
L
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Bilde soviel wie möglich Substantive aus
den Buchstaben – aber jeder Buchstabe
darf pro Wort nur einmal vorkommen.
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2
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4
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1 2 9 4
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7
für klassenstreber
4
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2 5
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1
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3
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für alle anderen
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Finde 7 deutsche Schauspieler!
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Krippenspiel.
6 4 8
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suchwort
M C T T
Ich war
der Esel im
9
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B T Z
B Z M F R H Z N D U R
auflösung
schulstoff
Aus dem Geschichtsunterricht: Wir suchen 3 Ereignisse der Weltgeschichte.
A
B
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Willste mich verscheißern? 1. wahr, 2.
wahr, 3. falsch, 4. wahr Schulstoff A Fall
der Berliner Mauer (9. November 1989); B
Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (12. Oktober 1492); C Französische
Revolution, Hinrichtung Ludwigs XVI. (21.
Januar 1793) Suchwort Til Schweiger, Heike Makatsch, Moritz Bleibtreu, Axel Stein,
Daniel Brühl, Robert Stadlober, Klaus Kinski, Franka Potente Emu zum Beispiel: Ei,
Amt, Arm, Eis, Mut, Rum, Tau, Tür, Atem,
Mais, Maus, Maut, Mist, Name, Nase, Nest,
Rate, Raum, Reim, Reis, Rute, Samt, Stau,
Tier, Turm, Urin, Urne, Armut, Mauer, Mensa, Natur, Raute, Samen, Serum, Sturm,
Masern, Minute, Termin, Tsunami
ner
Schlangenrätsel: Ordne die Namen der richtigen Geschichte zu.
26 | Das hat ein Nachspiel
SPIESSER-Wette
„Harald Schmidt ist doch von
Pocher nach zwei Monaten
genervt und schmeißt ihn raus.“
Redakteur Mario wettet, dass Oliver Pocher
in der ARD keine Zukunft hat
Praktikant Florian
hält dagegen
„Quatsch. Oliver Pocher
übernimmt die Show!“
impressum
SPIESSER – die Jugendzeitschrift erscheint
Mitarbeiter dieser Ausgabe
Druck
in Deutschland mit einer Druckauflage
Text: Tina Gebler, Anne Hähnig, Julian
Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
von 1.000.000 Exemplaren (verbreitete
Heissler, Tine Heynatz, Julia Kindel, Sandra
Auflage: 906.974 Exemplare) und liegt an
Kühnel, Julia-Sophia Kunde, Josepha Landes,
Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln nicht
15.160 Auslagestellen in allen Bundeslän-
Uli Melzer, Ulf Peschel, Antonie Rietzschel,
unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Keine
dern aus (IVW-geprüft, IVW/III/07).
Felix Scheidl, Resi Schneider, Birke Tröger
(Korrektur), Sebastian Weiß, Jenny Wolf Gra-
Herausgeber
fik und Gestaltung: Ronny Pietsch, Andi
SPIESSER GmbH,
Meier (Comic) Foto: André Forner, Klaus
Schandauer Straße 64, 01277 Dresden
Gigga, Frank Grätz, Lisa Klebow, Katy Otto,
Postfach 210 220, 01263 Dresden
Matthias Popp, Pixelio: JOP3, Joern Beyme,
T: 0351 31540-0, F: 0351 31540-40
Monrooe, Thomas Max Müller, Carola Pohle
www.spiesser.de
Geschäftsführung: Stephanie Schroth,
Verlag
Peter Stawowy
Anzeigenleitung: Stephanie Schroth
Verkaufsleitung:
Auf welcher Seite steht ihr?
Schickt eure Meinung mit WETTE im
Betreff an [email protected]
Redaktion
Gunter Leinhoss 0351 31540-569
Chefredaktion: Peter Stawowy (V.i.S.d.P.)
Disposition und Produktion:
Produktionsleitung: Lisa Seiler
Fanny Märcz 0351 31540-38
Textchef: Cornelius Pollmer
Vertriebsleitung: Ralf Wendt 0351 31540-551
§3
Werbe- und Kooperationspartner müssen zum inhaltlichen
Anspruch und den Redaktionsprinzipien
von SPIESSER passen. Werbung für
Produkte und Dienstleistungen, die sich
ausschließlich an volljährige Leser richtet
(Beispiele: Alkohol- und Zigarettenwerbung) werden im SPIESSER nicht veröffentlicht. (Auszug aus Paragraph 3)
Das ganze Redaktionsstatut lest ihr auf
SPIESSER.de, Webcode: @redaktionsstatut
Schreibt ihr gern oder
knipst ihr gern Fotos? Macht ihr
bei eurer Schülerzeitung mit, habt
ihr euren eigenen Blog? – Wenn
ihr Lust habt, für SPIESSER zu
schreiben, zu fotografieren, zu
zeichnen, dann schreibt an
[email protected]piesser.de
Fotos usw.; Nachdruck von Beiträgen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. Die Redaktion
behält sich vor, zugesandte Beiträge zu kürzen.
SPIESSER ist Mitglied in der Informationsgemeinschaft zur Feststellung
der Verbreitung von Werbeträgern.
Mitarbeiter
des Monats
Redaktion: Mario Cetti, Jörg Flachowsky,
Julia Karnahl, Florian Zinner
Anzeigen
E: [email protected]
Grit Büchner, Peggy Eckert, Anja Neufert,
Robert Noack, Romy Rock, Christiane Vogt
redaktionsstatut
Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte,
Art Director
Maik Wankmüller
Auszubildende
E: [email protected]
Daniel Busz, Stephanie Salzsieder, Mario Apel
Romy
Mediaberaterin Romy Rock ist Mitarbeiterin des Monats November und hängt
jetzt spießig eingerahmt überm Kopierer.
spiesser-Erkenntnisse
Es ist keine neue Erkenntnis, dass man gegen Nazis was tun muss. Dringend ist sie schon. Zuender, das
Jugendmagazin von Zeit-Online, weiß das auch und bloggt ab November gegen Rechts auf Stoerungsmelder.org.
SPIESSER unterstützt die Aktion, nachzulesen auf SPIESSER.de, Webcode: @briefeannazis
Lieber Nazi,
kannst du mir verraten, warum du immer
in riesigen Gruppen aufmarschieren
musst? Hast du Angst, man nimmt dich
als einzelne Wurst nicht wahr?
Autorin Luisa
Lieber Nazi,
auf 357 000 Quadratkilometern
bist du kein Ausländer. Auf den
anderen 99,93 Prozent der
Erdoberfläche schon.
Mediaberater Robert
Superkonrad und der Gebührenman
Tut mir Leid, aber einen Brief an
Nazis zu schreiben, ist die Tinte
einfach nicht wert.
Grafiker Ronny
Denen müsste man mal so richtig die Meinung sagen?
Tut es doch! Schreibt einen Brief an den rechtsradikalen
Mitschüler in eurer Klasse, dem Politiker in eurer Stadt
oder dem Nachplapperer in eurer Clique und schickt ihn an
[email protected] Alle Schreiben gibt es dann zum
Nachlesen auf SPIESSER.de, Webcode: @briefeannazis
Der nächste SPIESSER erscheint am 18. Februar 2008.
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01.11.2007
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Victor-Klemperer-Jugendwettbewerb 2008!
Kreativ für Toleranz
Das gibt´s zu gewinnen
Reisen nach Prag, Krakau und Straßburg
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Urkunden für alle Teilnehmer
Das müsst ihr tun
Erstellt eine Arbeit zu den aktuellen
Wettbewerbsthemen Demokratie,
Vielfalt, Zivilcourage und
Gewalt. Die Form bestimmt ihr!
Anregungen gibt es in der
Wettbewerbsbroschüre.
So geht’s
„Gewalt? Total uncool!“ „Demokratie? Eigentlich ganz ok.“
„Zivilcourage? Muss sein!“ „Vielfalt? Ohne wär´s langweilig.“
Broschüre downloaden
oder beim Bündnis
für Demokratie und
Toleranz anfordern,
Arbeit anfertigen
und an das Bündnis
schicken.
Einsendeschluss
ist der 31. März 2008
Alle Informationen unter:
www.victor-klemperer-wettbewerb.de
Bündnis für Demokratie und Toleranz
E-Mail: [email protected]

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