Übungen zur Achsensymmetrie in Form eines Stationstrainings

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Übungen zur Achsensymmetrie in Form eines Stationstrainings
Britta Wölfer – Lehreranwärterin - Ausbildungsseminar Verden
Unterrichtsentwurf
Fach:
Datum:
Klasse:
Mathematik
Januar 2001
3d
Thema der Unterrichtseinheit:
Erfahrungen zur Achsensymmetrie
Thema der Unterrichtsstunde:
Übungen zur Achsensymmetrie in Form eines Stationstrainings
Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit:
• Herstellen und Überprüfen achsensymmetrischer Figuren durch die Faltmethode
• Legen von achsensymmetrischen Figuren mir Hilfe von Plättchen
• Überprüfen von Figuren auf Achsensymmetrie und erste zeichnerische
Darstellungen von achsensymmetrischen Figuren
• Übungen zur Achsensymmetrie in Form eines Stationstrainings
(hier: 3. Std.)
1 Std.
1 Std.
2 Std.
ca. 5 Std.
1. Bedingungsanalyse
1.1 Zur Situation der Lerngruppe
Von September 1999 bis April 2000 erteilte ich in der damaligen Klasse 2d eigenverantwortlichen Mathematikunterricht, der fünf Wochenstunden umfasste, sowie zeitweise
eine weitere Wochenstunde Mathematikförderunterricht. Nach einer Pause unterrichte ich
nun wieder seit August 2000 fünf Wochenstunden Mathematik in dieser nunmehr dritten
Klasse, die sich aus 20 Schülern* (12 Mädchen, 8 Jungen) zusammensetzt. Das kalendarische Alter liegt zwischen 8,6 und 10,1 Jahren.
Das älteste Kind ist B., sie hat die erste Klasse wiederholt. Ihre mathematischen Leistungen sind in allen Bereichen sehr schwach, Ergebnisse übernimmt sie häufig von ihren
Nachbarn. Der Förderunterricht, sowie die Verwendung von Hilfsmitteln, führen zwar zu
einer Leistungsverbesserung, dennoch benötigt B. bei der Erledigung ihrer Aufgaben viel
Zuwendung von der Lehrkraft.
L. ist im arithmetischen Mathematikunterricht recht leistungsschwach. Sie ist oft abgelenkt und arbeitet nur sehr langsam. An geometrischen Unterrichtsinhalten ist sie dagegen sehr interessiert, so dass ihre erfolgreiche Mitarbeit auch in dieser Unterrichtseinheit
zu erwarten ist.
*
Aus Gründen der sprachlichen Flüssigkeit und der grammatikalischen Richtigkeit werde ich in der Regel die
männliche Nennform verwenden. Dies soll jedoch nicht als Diskriminierung der weiblichen Form missverstanden
werden.
2
Bei D. sind gelegentlich Konzentrationsschwierigkeiten zu beobachten. Seine guten Beiträge in Gesprächsphasen stehen im Gegensatz zu seinem Verhalten in anderen Arbeitsphasen. Hier träumt er oft vor sich hin, macht viele Fehler und schafft seine Aufgaben
kaum in der dafür vorgesehenen Zeit. Direktes Ansprechen und Erinnern an den Arbeitsauftrag helfen nur manchmal. Bei seinen Mitschülern ist D. nicht sehr beliebt, weswegen
er in freien Arbeitsphasen Partner- und Gruppenarbeit ausweicht.
P. weist deutliche Defizite in seinem Sozialverhalten auf. Er ärgert oft seine Mitschüler
und versucht sich häufig durch unqualifizierte Bemerkungen in den Vordergrund zu spielen. Daher müssen Regeln für ihn besonders deutlich gemacht werden, und es muss auf
ihre konsequente Einhaltung geachtet werden. Bei Partner- oder Gruppenarbeit hat er oft
Probleme jemanden zu finden, der mit ihm zusammen arbeiten möchte.
Die allgemeine Arbeitshaltung der Schüler ist gut und die Lernbereitschaft relativ groß.
Trotz der bei zwei Schülern angesprochenen Schwierigkeiten gelingt das Arbeiten mit
Partnern oder in Kleingruppen gut. Das eigenständige Finden von größeren Arbeitsgruppen bedarf hingegen manchmal meiner Unterstützung.
In offenen Lernsituationen treten gelegentlich Probleme auf, weil es einigen Schülern
schwer fällt, ihren Mitschülern Rücksicht und Geduld entgegenzubringen. Auch können
oder wollen noch nicht alle Schüler ihre Arbeitsergebnisse selbständig kontrollieren. Sie
erwarten häufig persönliches Lob und individuelle Anerkennung.
Bei schriftlichen Arbeitsaufträgen muss gelegentlich noch auf die festgelegte Vorgehensweise hingewiesen werden: erst lesen, dann einen Schüler (Experten) fragen und erst
als letzte Möglichkeit die Lehrkraft um Hilfe bitten.
Das mathematische Leistungsniveau sowie das Arbeitstempo sind sehr heterogen, so dass
Differenzierungsmaßnahmen durch verschiedene Unterrichtsmaterialien aus dem handelnden und anschaulichen Bereich sowie zusätzliche Aufgaben fast immer erforderlich
sind.
Mit der für diese Stunde geplanten Arbeitsform des Stationslernens sind die Schüler vertraut.
Außer für M., die nach einem Wohnortswechsel zu Beginn dieses Schuljahres in die
Klasse gekommen ist, war das Thema der Unterrichtseinheit für alle Schüler neu. In der
letzten Woche wurde vor allem auf der handelnden Ebene (Faltbilder, Spiegelbilder mit
Plättchen legen) gearbeitet, erste zeichnerische Darstellungen zur Achsensymmetrie wurden vorgenommen. Die damit geschaffenen Grundlagen lassen nun ein erfolgreiches Arbeiten der Schülern in dieser Übungsphase erwarten.
1. 2 Sachanalyse
Eine Figur heißt symmetrisch, wenn es eine Kongruenzabbildung gibt, die diese Figur
auf sich selbst abbildet (Verschiebung, Drehung, Achsenspiegelung, Schubspiegelung).
Wird eine ebene Figur bei der Spiegelung an einer Geraden a (Spiegelachse) auf sich abgebildet heißt sie achsen-, axial- oder spiegelsymmetrisch. Ein Bild und ein Spiegelbild
zusammengenommen bilden eine achsensymmetrische Figur. Umgekehrt lassen sich alle
achsensymmetrischen Figuren in ein Bild und ein Spiegelbild zerlegen.
Vergleicht man Original- und Bildpunkt P und P‘ miteinander, so ist die Strecke PP‘
senkrecht zur Spiegelachse a. Für den Schnittpunkt M der Strecke PP‘ und a gilt, die
3
Länge der Strecke MP ist gleich der Länge der Strecke MP‘, d.h. Original- und Bildpunkt
haben den gleichen Abstand zur Spiegelachse. Alle Punkte von a sind Fixpunkte.1
Bei der Achsenspiegelung gibt es drei Aufgabentypen, die im Folgenden nach dem zunehmenden Schwierigkeitsgrad aufgeführt sind:2
• das Herstellen der symmetrischen Gesamtfigur bei achsengebundenen Teilfiguren (s.
Abb. 1)
• das Herstellen der Gesamtfigur bei nicht
achsengebundenen Teilfiguren (s. Abb. 2)
• die Ergänzung achsenüberschreitender Figuren (s. Abb. 3)
Der Schwierigkeitsgrad kann jeweils zusätzlich durch die Lage der Spiegelachse erhöht
werden:3
• senkrecht verlaufende Spiegelachse (s. Abb. 1-3)
• waagerecht verlaufende Spiegelachse (s. Abb. 4)
• schräg verlaufende Spiegelachse (s. Abb. 5)
2. Didaktische Entscheidungen
2.1 Begründung für das Thema
Die Schüler verfügen bereits über eine Fülle von intuitiven Vorerfahrungen zu symmetrischen Figuren. Schon als Kleinkinder sind die meisten von ihrem eigenen Spiegelbild
fasziniert. Sie entdecken spielerisch, dass das Spiegelbild sie achsensymmetrisch wiedergibt, ohne jedoch über die naive Betrachtung hinauszugehen. Ein Interesse an Symmetrie
1
vergl. z. B. Athen/Bruhn (1983) S. 309 f
Lauter (19822) S. 210 f
3
Lauter (19822) S. 212
2
4
ist auch bei Schulkindern zu beobachten. Ihre an symmetrischen Elementen reiche Umwelt (Häuser, Blumen, Schmetterlinge, der eigene Körper, Möbel, Spielpläne und Spielgeräte...) und das ästhetische Empfinden regen die Schüler offenbar an. So zeigen
Zeichnungen immer wieder symmetrische Elemente. Der Unterricht kann somit an Vorerfahrungen der Schüler anknüpfen.
Zum Anliegen des Geometrieunterrichts der Grundschule gehört „die Vermittlung einer
Bereitschaft, sich mit geometrischen Problemen auseinanderzusetzen und damit ein Klima zu schaffen, in dem die Schüler selbstbewusst und mit Freude an geometrische Fragestellungen herangehen.“4 Die gewonnene Einstellung sowie die erworbenen Fähigkeiten
dienen als Vorbereitung auf den späteren systematischen Geometrieunterricht an den
weiterführenden Schulen. Da der weiterführende Unterricht stark am Abbildungsgedanken orientiert ist, kommt dem Thema der Achsenspiegelung schon jetzt eine besondere
Bedeutung zu.
Es bietet sich an, das Thema zu diesem Zeitpunkt aufzugreifen, um den arithmetischen
Unterricht aufzulockern und neue Motivation, insbesondere bei den im arithmetischen
Bereich leistungsschwächeren Schülern zu wecken. Symmetrische Figuren besitzen einen
hohen ästhetischen Aufforderungscharakter. Außerdem kann weiterhin genaues und sauberes Einzeichnen der Spiegelachsen, bzw. Zeichnen der Spiegelbilder auf den Arbeitsblättern zur Verbesserung einer ordentlichen Heftführung beitragen. Der Umgang mit
dem Lineal, sowie das Einschätzen von Entfernungen werden geübt.
Da die Schüler im schulischen Bereich bisher nur wenige Erfahrungen zur Symmetrie
sammeln konnten, soll, um eine Überforderung der Schüler zu vermeiden, in dieser Unterrichtseinheit ausschließlich die Achsenspiegelung behandelt werden. Dabei sollen die
Schüler die Begriffe Original und Spiegelbild, sowie Spiegelachse verwenden können.
In den niedersächsischen Rahmenrichtlinien für das Fach Mathematik wird für die Jahrgänge eins bis vier die Behandlung der Achsensymmetrie (Themenkreis: Geometrie)
vorgegeben. Im dritten und vierten Schuljahr soll insbesondere das Ergänzen von Teilfiguren zu symmetrischen Gesamtfiguren behandelt werden5. Auch das in meiner Schule
verwendete Lehrbuch „Nussknacker“ (Klett-Verlag) empfiehlt im dritten Schuljahr die
Behandlung der Achsensymmetrie.
2.2 Begründung für das Lernen an Stationen
Beim Lernen an Stationen können die Leistungsheterogenität und die unterschiedlichen
Arbeitstempi (vergl. 1.1) sowie verschiedene Lerntypen optimal berücksichtigt werden.6
Hierdurch stellen sich bei den Schülern selbstverursachte Erfolgserlebnisse ein, die nicht
nur ihre Motivation steigern, sondern auch zu einer positiven Identitätsentwicklung beitragen können. Folgerichtig konnte ich in der Vergangenheit beobachten, dass das Lernen
an Stationen bei den Schülern sehr beliebt ist
Weiterhin bieten sich in der geplanten Unterrichtsstunde für die Schüler durch das Lernen an Stationen Gelegenheiten zur Verbesserung ihrer sozialen Kompetenzen, sowie
zum selbsttätigen und selbständigen Handeln. Die genannten Eigenschaften sind für die
Bewältigung ihres (Schul-)Alltags von Bedeutung und kommen bei dieser Unterrichtsmethode besonders zur Geltung.
4
5
vergl. Radatz/Schipper, S.141
vergl. RRL S. 67
6
vergl. Bauer, S. 110 f
5
Tätigkeiten, die einigen der Schüler noch Schwierigkeiten bereiten, wie das Einhalten
von Regeln, das Bilden von Arbeitsgruppen, das Erfassen von Arbeitsaufträgen und die
eigenverantwortliche Kontrolle der Arbeitsergebnisse (vergl. 1.1), können durch das Lernen an Stationen trainiert werden.
3. Zielsetzung
Grobziel:
Die Schüler sollen Erfahrungen und Einsichten zum Phänomen der Achsensymmetrie
sammeln.
Feinziele im mathematischen Bereich:
Die Feinziele ergeben sich aus den unterschiedlichen Aufgaben an den Stationen. Bei der
Auswahl der Stationen wurde besonders auf Möglichkeiten zum mehrkanaligen Lernen,
Differenzierungsmaßnahmen, unterschiedliche Sozialformen und Kontrollmöglichkeiten
geachtet, die der nachfolgenden Tabelle entnommen werden können:
1. Spiegelkarten
Sozialform:
Einzel- oder Partnerarbeit
Material:
4 Spiegel, 4 Bücher (Hartmut Spiegel: Spiegeln mit dem Spiegel. Leipzig, Stuttgart, Düsseldorf 1996)
Arbeitsauftrag:
Suche dir eine Seite aus dem Buch aus. Stelle den Spiegel auf die Startfigur im großen
Bild. Versuche durch Bewegen des Spiegels die anderen Figuren zu erzeugen. Aber Achtung: Es gibt immer zwei Bilder, die man nicht herstellen kann (auf jeder Seite eins).
Kontrolle:
Lösungsblatt
Feinziel:
Die Schüler sollen ihr räumliches Vorstellungsvermögen weiter entwickeln, indem sie
während der Arbeit mit den Spiegelkarten mehr und mehr die Positionen von Teilfiguren
in Abhängigkeit von der Lage des Spiegels antizipieren und den Spiegel zum Erzeugen
der Teilfiguren immer zielgerichteter auf der Startfigur positionieren.
2. Memory
Sozialform:
Partner- oder Kleingruppenarbeit
Material:
ein blauer Kartensatz (mit 8 Paaren), ein roter Kartensatz (mit 16 Paaren)
Arbeitsauftrag:
1. Mischt die Karten, und legt sie mit der Bildseite nach unten auf den Tisch.
2. Nacheinander darf jeder Spieler zwei Karten aufdecken. Passen die Karten zueinander,
dürfen sie behalten werden. Passen die Karten nicht, werden sie wieder umgedreht und
an ihren alten Platz gelegt.
3. Das Spiel ist beendet, wenn keine Karten mehr aufzudecken sind.
6
4. Wer am Ende die meisten Karten hat ist Gewinner.
Differenzierung:
unterschiedliche Anzahl der Spielkarten
Kontrolle:
durch den Partner, evtl. Spiegel
Feinziel:
Die Schüler sollen aus vorgegebenen Teilfiguren achsensymmetrische Gesamtfiguren
herstellen, indem sie beim Spielen die passenden Paare zusammenfinden.
3. Fische und Vögel
Sozialform:
Einzelarbeit
Material:
Laminierte Arbeitsblätter (Kopie siehe Anhang 1 und 2), Folienstifte
Arbeitsauftrag:
Verwende bei der Bearbeitung des Arbeitsblatts einen Folienstift. Entferne deine Markierungen nach der Kontrolle.
Differenzierung:
Benutzung eines Spiegels oder einer Plexiglasscheibe
Kontrolle:
Lösungsfolie
Feinziel:
Die Schüler sollen Fehler in achsengespiegelten Bildern erkennen, indem sie ein vorgegebenes Originalbild mit dem zugehörigen Spiegelbild vergleichen und die Fehler im
Spiegelbild markieren.
4. Fantasiebilder
Sozialform:
Einzelarbeit
Material:
Papier, Lineal, (Blei-)Stift
Arbeitsauftrag:
Entwerfe eine Fantasiefigur mit mindestens einer Spiegelachse. Benutze zum Zeichnen
dein Lineal!
Differenzierung:
Schwierigkeitsgrad kann durch unterschiedlich anspruchsvolle Figuren selbst bestimmt
werden.
Feinziel:
Die Schüler sollen die Regeln der Achsensymmetrie anwenden können, indem sie selbst
achsensymmetrische Bilder mit sichtbarer oder gedachter Spiegelachse zeichnen.
5. Spiegelkiste
Sozialform:
7
Einzelarbeit
Material:
zwei Spiegelkisten (Karton, in dem ein Spiegel so angebracht ist, dass beim Hineinschauen in den Spiegel der Boden des Kartons, bzw. das dort platzierte Arbeitsblatt, gesehen wird.
Arbeitsauftrag:
Blicke durch den Spiegel auf den Boden der Kiste. Schreibe das Wort mit dem Folienstift
nach. Entferne die Farbe anschließend wieder!
Feinziel:
Die Schüler sollen handelnd erfahren, dass eine Figur beim Spiegeln nicht identisch sondern seitenverkehrt abgebildet wird.
6. Spiegelachsen einzeichnen
Sozialform:
Einzelarbeit
Material:
Arbeitsblätter (s. Anhang 3, 4 und 5)
Arbeitsauftrag:
Es gibt drei verschiedene Arbeitsblätter:
Blau – Nimm dir eine Kopie des Arbeitsblatts und bearbeite es.
Rot – Nimm dir eine Kopie des Arbeitsblatts und bearbeite es.
Gelb – Bearbeite das Arbeitsblatt. Benutze dazu einen Folienstift. Entferne nach dem
Kontrollieren deine Eintragungen.
Differenzierung:
unterschiedliche Arbeitsblätter, Benutzung eines Spiegels oder eines Plexiglases
Kontrolle:
Lösungsfolien
Feinziele:
• Die Schüler sollen Achsensymmetrie in Abbildungen erkennen und die Spiegelachsen
entsprechend einzeichnen.
• Die Schüler sollen sauber arbeiten, indem sie zum Zeichnen der Spiegelachsen ein
Lineal verwenden.
7. Partnerspiegel
Sozialform:
Partnerarbeit
Material:
zwei am Boden befestigte Reifen mit folgender Beschriftung: Original, Spiegelbild,
Spiegelachse
Arbeitsauftrag:
Stellt euch jeder in einen Reifen! Das Spiegelbild macht dem Original alles nach. (Natürlich wie ein Spiegelbild.)
Differenzierung:
Schwierigkeitsgrad kann durch unterschiedlich anspruchsvolle Figuren selbst gewählt
werden.
8
Kontrolle:
durch den Partner
Feinziel:
Die Schüler sollen die Achsenspiegelung durch Einsatz ihres ganzen Körpers erfahren
und weiter verinnerlichen, indem die Bewegungen des Originals vom Spiegelbild als solches nachgemacht werden.
8. Spiegelbilder zeichnen
Sozialform:
Einzelarbeit
Material:
Arbeitsblätter (s. Anhang 6, 7, 8 und 9)
Arbeitsauftrag:
Es gibt vier verschiedene Arbeitsblätter. Nimm dir von einem der Arbeitsblätter eine Kopie und bearbeite sie. Kontrolle: Lösungsfolie oder ein Bild
Differenzierung:
unterschiedlich schwere Arbeitsblätter, Benutzung eines Spiegels oder eines Plexiglases
Kontrolle:
Lösungsfolie oder ein Bild
Feinziele:
• Die Schüler sollen achsensymmetrische Figuren zeichnen, indem sie die vorgegebenen Teilfiguren spiegelbildlich ergänzen.
• Die Schüler sollen sauber arbeiten, indem sie zum Zeichnen der Spiegelachsen ein
Lineal verwenden.
9. Steckwürfelspiel
Sozialform:
Partnerarbeit
Material:
zwei Spielpläne mit Gitternetz und Spiegelachse, Steckwürfel
Arbeitsauftrag:
1. Ihr braucht einen Spielplan und einige Steckwürfel!
2. Einigt euch, wer das Original legt und wer das Spiegelbild legt.
3. Auf des Spielfeld für das Original wird zuerst ein Steckwürfel gelegt. Das Spielfeld
für das Spiegelbild muss entsprechend ergänzt werden.
4. Nun darf ein weiterer Steckwürfel auf das Originalspielfeld gelegt werden, usw.
Differenzierung:
Schüler wählen selbst unterschiedlich schwere Muster. Spiegel, Plexiglas.
Kontrolle:
durch den Partner
Feinziel:
Die Schüler sollen durch handelnden Umgang mit Material die Achsenspiegelung weiter
verinnerlichen, indem sie die Steckwürfel auf den Spielfeldhälften entsprechend spiegelbildlich anordnen.
9
Sozialform:
Einzel- oder Partnerarbeit
Material:
Arbeitsblätter (siehe Anhang 10 und 11), Spiegel
Arbeitsauftrag 1:
blaues Arbeitsblatt: Kannst du die Spiegelschrift lesen? Schreibe sie in „Normalschrift“
auf ein Extrablatt, und hefte es anschließend in deine Mappe!
rotes Arbeitsblatt: Kannst du die Fragen beantworten? Schreibe auf ein Extrablatt, und
hefte es anschließend in deine Mappe!
Tipp: Benutzte zum Lesen einen Spiegel.
Differenzierung:
unterschiedlich schwere Arbeitsblätter, Spiegel, Plexiglas
Anmerkung:
Das rote Arbeitsblatt enthält Lernwörter aus dem Deutschunterricht.
Arbeitsauftrag 2:
1. Schreibe deinen Namen als „Spiegelnamen“ auf ein Blatt! Kontrolliere mit einem
Spiegel!
2. Kannst du noch andere „Spiegelwörter“ schreiben? Kontrolliere auch hier mit einem
Spiegel!
Hefte das Blatt in deine Mappe!
Differenzierung:
Wörter können selbst ausgesucht werden. (Länge, Komplexität der Buchstaben), Spiegel
Kontrolle:
Spiegel, Plexiglas
Feinziel:
Die Schüler sollen die Achsenspiegelung verinnerlichen, indem sie gespiegelte Wörter
lesen und/oder selbst gespiegelte Wörter schreiben.
Affektive und prozessuale Ziele im sozialen Bereich:
• Die Schüler sollen im handelnden Umgang mit dem Material Interesse und Freude am
Phänomen der Achsenspiegelung entwickeln.
• Die Schüler sollen angemessen mit dem Arbeitsmaterial umgehen.
• Die Schüler sollen üben, selbständig zu arbeiten, indem sie selbst Aufgaben wählen
und ihre Arbeitsergebnisse gegebenenfalls selbst kontrollieren.
• Die Schüler sollen sich selbst einschätzen, indem sie den Schwierigkeitsgrad der Arbeitsaufträge angemessen wählen.
4. Methodische Entscheidungen
Einstieg und Erarbeitung:
10
Zur Einstimmung auf den Unterricht und als Hinführung zum neuen Arbeitsauftrag, wird
den Schülern die Geschichte7 erzählt. Der Sitzkreis schafft hierfür eine gemütliche Atmosphäre. Der optimale Blickkontakt untereinander bietet außerdem eine gute Voraussetzung für die anschließende Vorstellung der neuen Station, weil das Material und die
vortragenden Schüler von allen gut zu sehen sind.
Beim Erzählen der Geschichte könnte es durchaus sein, dass einige Schüler bereits nach
Vorzeigen der Spiegelnamen-Karte den Namen ISABELLA entschlüsseln. Daher werde
ich darauf hinzuweisen, noch nichts zu verraten, um auch den anderen die Gelegenheit zu
geben, das Rätsel zu lösen. Wer die Lösung weiß, darf sie auf einen Schmierzettel schreiben, den jeder Schüler vor Beginn der Erzählung bekommt.
Damit beim Spiegeln der Spiegelnamen-Karte alle Schüler das Ergebnis sehen können,
werden nacheinander zwei sich gegenübersitzende Schüler den Namen spiegeln. Die eventuell notierten Lösungen werden im Anschluss gezeigt.
Übungsphase:
Die Schüler arbeiten in ihrem Arbeitstempo an den unterschiedlichen Aufgaben der Stationen. Die durch große Zahlen kenntlich gemachten Stationen sind so im Klassenraum
verteilt, dass keine Schülertische einbezogen sind. Auf diese Weise bleibt jedem Schüler
sein eigener Arbeitsplatz erhalten, und ein tägliches Auf- und Abbauen der Stationen entfällt.8 Einige Stationen sind so eingerichtet, dass auch ein direktes Ausführen des Arbeitsauftrags an Ort und Stelle möglich ist. Der Auftrag an Station 7 kann aus
organisatorischen Gründen nur an dem vorgegebenen Platz ausgeführt werden. Aufgaben, die in Einzelarbeit ausgeführt werden, können außer am eigenen Platz auch in der
Pausenhalle erledigt werden. (Das Arbeitsverhalten der Schüler läßt dies zu.) Weiterhin
ist durch Symbole auf den Arbeitsauftragskarten angegeben, welche Sozialformen zur
Bearbeitung der einzelnen Aufgaben möglich sind. Aufschluss über den Schwierigkeitsgrad der einzelnen Aufgaben erhalten die Schüler durch farbliche Kennzeichnung der
Arbeitsmaterialien (blau = leicht, rot = schwer, andere Farben = neutral), so dass jeder
Schüler seinem Können entsprechend arbeiten kann.
Die Kontrolle der Aufgaben erfolgt mit Hilfe von Lösungsfolien, durch einen Spiegel
oder den Partner.
Für jeden Schüler ist die Bearbeitung von jeweils einem Arbeitsblatt der Stationen 6 und
8 Pflicht, weil auch das saubere Zeichnen mit dem Lineal geübt werden soll. Diese und
alle anderen ausgefüllten Arbeitsblätter werden in die Mathematikmappe geheftet, so
dass ich die Arbeitsergebnisse jederzeit einsehen kann.
Ein Laufzettel9, den jeder Schüler mit sich führt, gibt Auskunft über erledigte und noch
zu bearbeitende Übungen.
Während der Übungsphase werde ich für individuelle Hilfen und Anregungen zur Verfügung stehen. Die Schüler können mir das Suchen von Hilfe signalisieren, indem sie ihre
Namenswäscheklammer an der „Hilfe-Uhr“ befestigen. Die Klammern werden von mir
in der entsprechenden Reihenfolge abgearbeitet.
Reflexion:
Die Reflexion erfolgt im Teppichfliesensitzkreis. Dazu wählt jeder Schüler unter den
Bildern der Reflexionshilfe eins aus und legt seinen Stein darauf:
• lachendes Gesicht: Mir hat es heute Spaß gemacht, ich möchte nichts weiter sagen.
7
s. Anhang 12
vergl. Bauer, S. 49
9
s. Anhang 13
8
11
• trauriges Gesicht:
• Fragezeichen:
• Glühbirne:
Mir hat heut nicht gefallen, dass ...
Ich habe eine Frage.
Ich möchte den anderen etwas mitteilen.
Diese Form der Reflexion sieht eine Beteiligung aller Schüler vor, so dass jeder nochmal
auf die Stunde zurückblickt. Durch die Gelegenheit sich zu äußern, fühlen sich alle ernst
genommen, Probleme können geklärt werden.
Insgesamt habe ich relativ wenig Zeit für die Reflexion eingeplant, da dies bereits die
dritte Stunde im Rahmen des Stationstrainings zur Achsensymmetrie ist, und ich festgestellt habe, dass bei einem Stationstraining zu einem solchen Zeitpunkt meistens nur wenige Dinge zu klären sind.
5. Geplanter Unterrichtsverlauf
Zeit
Unterrichtsgeschehen
Einstieg und Erarbeitung:
9.55 Begrüßung.
Sammeln im Fliesensitzkreis.
LAn erzählt die Geschichte (s. Anhang). Dabei
zeigt die LAn eine Karte, auf die der Namen
ISABELLA in Spiegelschrift notiert ist. Im
Anschluss an die Geschichte soll der Name
mittels eines Spiegels entziffert werden.
Vorstellung der Station 10, Ss lesen die Arbeitsaufträge vor.
Übungsphase:
10.10 Ss arbeiten an den Stationen, LAn hilft gegebenenfalls.
10.30 LAn beendet die Übungsphase durch akustisches Signal.
Ss räumen auf und sammeln sich im Fliesensitzkreis.
Reflexion:
10.32 Jeder S überlegt, ob er etwas sagen oder fragen
möchte und platziert sein Steinchen dementsprechend auf der Reflexionshilfe. Ss äußern
sich gegebenenfalls, LAn leitet die Reflexion.
10.40 Stundenende
Sozial- und Aktionsformen
Medien
Teppichfliesen,
Fliesensitzkreis Spiegel,
Tuch,
LAn-Vortrag
Schmierzettel,
Stifte,
Karte mit
Ss-Demo
Spiegelnamen,
Arbeitsaufträge
U-Gespräch
für Station 10
Einzel-, Parner- Material der
oder
Klein- Stationen,
Instrument
gruppenarbeit
Fliesensitzkreis Teppichfliesen,
Reflexionshilfe,
Steinchen
6. Literatur
Athen/Bruhn: Rechnen und Mathematik. München 1983
Bauer, Roland: Lernen an Stationen in der Grundschule. Berlin 1997
Bibliographisches Institut: Schüler-Rechenduden. Mannheim 1966
Lauter, Josef: Methodik der Grundschulmathematik. Donauwörth 19822
Neumann, Ute: Erfahrungen mit Symmetrie. In: Grundschule 2/1995 (S. 43)
12
Niedersächsischer Kultusminister: Rahmenrichtlinien für die Grundschule – Mathematik;
Hannover 1984
Radatz, Hendrik/Schipper, Wilhelm: Handbuch für den Mathematikunterricht an Grundschulen. Hannover 1983
Spiegel, Hartmut: Entdeckungen mit Spiegelkarten. In: Mathematik lehren 3/1984 (S.12
ff)