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ZWST informiert
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.
Liebe Freunde der ZWST,
ZWST-Jahresplan
2013: S.8-9
in dieser letzten Ausgabe im Jahr 2012 informieren wir Sie über unsere Aktivitäten der vergangenen Herbstwochen. „Highlights“ waren sicherlich
der internationale Kongress zum Thema Holocaustüberlebende, das 10jährige Jubiliäum unseres Frankfurter Treffpunktes sowie die Gründung
eines neuen Treffpunktes in Düsseldorf (S.1-5).
Auch konnten wir in diesem Jahr wieder eine
Freizeit für Menschen mit Behinderung und ihre
Angehörigen durchführen (S. 6-7). In 2013 werden
wir verstärkt die Aktivitäten vor Ort in den Gemeinden für diesen Personenkreis unterstützen
(S.8). Basierend auf unserem Abkommen mit der
Jewish Agency, ist der neue Delegierte Dan Fayutkin seit Herbst in den Gemeinden unterwegs, um
unser Engagement für junge jüdische Erwachsene
zu unterstützen. Wir freuen uns über diesen personellen Zuwachs (S.13). Unsere Kooperation mit
dem Land Thüringen im Rahmen unseres Projektes „Perspektivwechsel“ mit Bildungsmaßnahmen
gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit
ist weiterhin erfolgreich. Die diesjährige Fachta-
Ausgabe 4 · Dez. 2012
gung in Weimar hat nicht zum ersten Mal gezeigt,
wie hoch angesichts aktueller Debatten der Bedarf
ist (S.15). In dieser Ausgabe gibt Ihnen unser Jahresplan 2013 (S.8-9) einen Überblick über geplante Aktivitäten im kommenden Jahr. Ich möchte Sie
besonders auf den Jugendkongress in Berlin im
Februar 2013 sowie auf ein europäisches Seminar
für Hebräisch-Lehrer im Januar 2013 hinweisen.
Auch möchte ich Sie auf unsere Fortbildungen für
Demenzbegleiter aufmerksam machen, die zunehmend an Notwendigkeit gewinnen. Für Angehörige
planen wir Seminare auf regionaler Ebene. - Wie
schon im Bericht über unsere Mitgliederversammlung erwähnt (S.16), können wir dieses Jahr mit konsolidierten Finanzen abschließen, doch es wird weiterhin eine dringende Aufgabe sein, Fördermittel zu
akquirieren, wenn wir unserem Anspruch gerecht
bleiben wollen. Wir bedanken uns bei allen, die uns
im Jahr 2012 gefördert und unterstützt haben, ein
spezieller Dank geht in diesem Zusammenhang an
den Zentralrat. Wir wünschen allen Lesern ein Chanukka Sameach und alles Gute für das Jahr 2013. Ihr
Beni Bloch, Direktor der ZWST
„Mein Leben begann mit 12 in Israel“
Internationaler Fachkongress in Frankfurt: „Gebrochene Identitäten“
Noemi Staszewski,
Mitorganisatorin der Tagung u.
Projektleiterin der
Treffpunkte
Im Gemeindezentrum der jüdischen Gemeinde
Frankfurt/M.
Vom 04. bis 07. November, einige Tage, bevor in
ganz Deutschland Gedenkveranstaltungen anlässlich der Reichspogromnacht vor 74 Jahren stattfanden, hat die ZWST ihren Fachkongress zum
Thema „Gebrochene Identitäten“ durchgeführt.
Die von der Aktion Mensch e.V. und der Stiftung
„Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ)
unterstützte Veranstaltung richtete sich an professionelle Mitarbeiter von jüdischen Gemeinden
und anderen Organisationen, die mit Shoah-Überlebenden arbeiten. ZWST Direktor Beni Bloch betonte in seinem Grußwort seine Freude über die
steigende Anzahl von internationalen Teilnehmern
aus Frankreich, Schweiz, Österreich, Polen, Tschechien, Bosnien-Herzegowina, Russland, Weißrussland, Ukraine, Israel und USA. Anja Kräutler,
Programmleiterin der EVZ, schloss sich hier an: Es
sei ein wichtiges Anliegen der EVZ, eine Brücke zu
schlagen zu Ländern vor allem in Osteuropa und
der ehemaligen SU. Vertreter von sozialen Organisationen wie „Hesed Chamah“ (Moskau), „Ziva
Pamet“ (Prag) und andere hatten die Gelegenheit,
auf dem Podium ihre Arbeit vorzustellen. Ein Austausch, der beiden Seiten zu Gute kommt und als
„Energiespender“ wirken kann, so Ewa Spaczynska
vom jüdischen Wohlfahrtsverband in Polen.
Immer häufiger finden sich Betreuer Überlebenden
gegenüber, die als Illegale, mit „arischen“ Papieren
oder versteckt, als Kinder, mit oft wechselnden falschen Identitäten die Shoah überlebt haben. Nicht
nur Kinder, die in Klöstern oder bei christlichen Familien versteckt wurden, oder Kinder, die früh zu
Waisen wurden und keine Erinnerungen mehr an
ihre Ursprungsfamilien haben, erleben mit zunehmendem Alter Irritationen ihrer Identität.
Schwerpunkte der Tagung waren daher Themenkomplexe, die sich mit Fragen der Identitäts- und
Persönlichkeitsbildung von Überlebenden und
deren Konsequenzen für die Betreuung und Ver-
DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: FACHKONGRESS
sorgung beschäftigten. Der Kongress wurde vom
ZWST-Sozialreferat unter der Leitung von Paulette
Weber und ihrem Team, gemeinsam mit Noemi
Staszewski, der Projektleiterin der Treffpunkte für
Überlebende und Prof. Dr. Doron Kiesel (FH Erfurt)
organisiert.
Paulette Weber, Martin Georgi, Beni Bloch, Anja
Kräutler (v. li.)
Zeitzeugin
Lea Balint
Prof. Dr. Christian
Wiese (li.) mit Prof.
Dr. Doron Kiesel
Dr. Martin Auerbach
(li.) mit Dr. Jens
Hoppe
ZWST informiert
Seite 2
geschwiegen und ist heute Mitglied einer katholischen Kirchengemeinde in Frankfurt. Auf die Frage
aus dem Publikum, was „60 Jahre lang mit diesem
Teil von dir geschah“ antwortet Lilo Günzler, dass
sie ihre Kinder nicht belasten und ein Leben ohne
Angst leben wollte. „Ich habe es verdrängt und bereue es nicht. Doch nach 60 Jahren brachten mich
junge Menschen dazu, ein Buch zu schreiben,
dieser Prozess des Schreibens war für mich eine
Befreiung.“ Seit 2005 berichtet sie in Schulklassen,
2007 schrieb sie ihre Autobiographie „Endlich Reden.“
Diesen biographischen Einstiegen folgten historischen Erläuterungen von Dr. Jens Hoppe (Jewish
Claims Conference, Frankfurt) über die Formen
und Auswirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung in Polen und Deutschland, um die unterschiedlichen Überlebensschicksale verständlicher
zu machen.
Die Child Survivors als „lebende Geschichte“
Die Auswirkungen von Leugnung, Verlust und
(Wieder-)Entdeckung der eigenen jüdischen Identität, wurden den über 100 Teilnehmern authentisch durch zwei Zeitzeuginnen nahegebracht, die
den Holocaust als Kinder überlebt haben.
Lea Balint, wurde 1938 in Polen geboren. Als sie 4
Jahre alt war, wurde ihre Mutter ermordet und sie
in einem Kloster außerhalb Warschaus versteckt.
1950 wanderte sie mit ihrem Vater, der Ausschwitz
überlebt hat, nach Israel aus. Ihr Satz „ich wurde
mit 12 in Israel geboren“ zeigt, was eine „unterbrochene oder fragmentierte Identität“ bedeuten
kann. Nicht ohne Humor schilderte sie dem Publikum, wie sie zunächst unter dem strengen Reglement im Kloster als Christin erzogen wurde, eine
antijüdische Einstellung vermittelt bekam, dann
als Kommunistin „Stalin anbetet“ und erst in den
80er Jahren beginnt, sich zu erinnern. Lea Balint
erforscht seit 1991 Überlebensgeschichten von
Kindern, die die Verbindung zu ihrer Familie verloren haben. Mit ihrer Hilfe hat das Museum der
Ghettokämpfer in Israel eine spezielle Abteilung
für Kinder mit verlorenen Identitäten eingerichtet.
Lilo Günzler, geb. 1933 in Frankfurt, hat die nationalsozialistische Herrschaft mit ihrem Vater, z.T. im
Kellerversteck in Frankfurt überlebt, Mutter und
Bruder wurden nach Theresienstadt deportiert
und überlebten das KZ. Der Abtransport vom Ostbahnhof in Frankfurt wurde von ihr bedrückend
geschildert, ebenso ihr Aufwachsen in einer Atmosphäre von Bedrohung, Angst und Unwissenheit.
„Uns wurde nichts erklärt, ich konnte mit dem
Wort ´Jude` nichts anfangen.“ Sie hat 60 Jahre lang
Zukunft braucht Erinnerung – praxisorientierter
Ansatz der Tagung
Martin Georgi, Vorstandsvorsitzender der Aktion
Mensch e.V., der schon am 31. Oktober die Gelegenheit wahrgenommen hatte, das 10jährige Jubiläum des Treffpunktes für Überlebende in Frankfurt mitzufeiern, brachte unter der Überschrift
„Zukunft braucht Erinnerung“ eines der Ziele der
Tagung auf den Punkt: Es ginge nicht nur um eine
Zustandsbeschreibung, sondern auch um einen
Zukunftsentwurf, eine Aufgabenstellung an die
Gesellschaft insgesamt, auch mit Blick auf die jüngere Generation.
Prof. Dr. Lena Inowlocki (Dipl. Soziologin, Goetheuniversität und FH Frankfurt) betonte in ihrem
Eingangsvortrag über die Bedingungen des biographischen Erinnerns, wie wichtig es sei, die subjektive Wahrnehmung der Klienten ernst zu nehmen
und eigene therapeutische Denkmuster zu überprüfen. Auch dürften die Biographien von Überlebenden nicht als Privatschicksal pathologisiert
werden, sondern müssten über mehr Wissen und
Sensibilisierung in der Gesellschaft verankert sein.
DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: FACHKONGRESS
Vor dem Hintergrund der erforderlichen Weiterqualifizierung in der Arbeit mit Überlebenden,
auch mit Blick auf die zweite und dritte Generation, waren Vorträge und Workshops mit Fachleuten wie Dr. Martin Auerbach (Psychiater u. Psychotherapeut, Direktor von AMCHA Israel, Foto
S. 1), Miriam V. Spiegel (selbstständige Paar- und
Familientherapeutin, psychologische Beraterin bei
TAMACH, Schweiz) und Prof. Dr. David Pelcovitz
(Rabbiner, Arzt und Psychotherapeut) zentraler
Bestandteil der Tagung. (s.u.: Statements)
Miriam Spiegel verdeutlichte, wie Traumata und
Familiengeheimnisse über Generationen weiterwirken können, wenn sie nicht unterbrochen
werden, hier könne eine Therapie durchaus als
„Selbst- oder Familienheilung“ helfen und unterstützen. Dr. Martin Auerbach machte den Fachkräften Mut: „Wir sollten nicht so sehr auf das Ziel
einer endgültigen Heilung fixiert sein, sondern
schon der therapeutische Prozess an sich kann Linderung bringen!“
Auch Rabbiner Julien Chaim Soussan (Mainz)
schlug aus religiöser Perspektive den Bogen zu
dem praxisbezogenen Ansatz der Tagung, in dem
er appellierte: „Jude, du hast eine Verpflichtung,
Hitler nicht posthum noch eine Befriedigung zu
verschaffen, also praktiziere dein Judentum, in
welcher Form auch immer.“ Der Glaube könne
eine Hilfestellung sein, um Puzzleteile der eigenen
Biographie zusammenzufügen, und etwas Ruhe
und Ordnung im Leben zu finden, unabhängig von
der religiösen Richtung oder dem Pflegen religiösen Rituale.
Erfolgreiche „Tagungsarchitektur“ und zukünftige
Aufgabenstellungen
In seinem Resümee richtete Prof. Dr. Christian
Wiese (Uni Frankfurt/M.) seinen Dank an das motivierte, interessierte und aktive Publikum, angesichts einer anspruchsvollen „Tagungsarchitektur“
mit emotional berührenden Inhalten.
Es ist das Anliegen der ZWST, den sozialen, psychischen und physischen Auswirkungen von „zusammengesetzten oder fragmentierten Identitäten“
von Überlebenden aktiv zu begegnen. Auch ist es
eine dringende Aufgabe, Konzepte für den Umgang mit den Nachfolgegenerationen zu finden,
die oft mit den Auswirkungen von jahrelangem
Schweigen oder aber emotionaler Überschüttung
schon im Kindheitsalter zu kämpfen haben.
Dazu gehören neben internationalen Tagungen
laufende Fortbildungen für Fachkräfte, direkte Unterstützung in den Gemeinden und Förderung von
Treffpunkten für Überlebende und ihre Angehörigen. Hvb, ZWST, Fotos: Rafael Herlich
Klaus Teschemacher,
ehemaliger GF der
JG Emmendingen
mit Paulette Weber
Statements der Teilnehmer
Inessa Lukach, Leiterin des Treffpunktes „Amcha“
der JG Dresden: „Immer wieder beeindrucken
mich die tragischen Schicksale und der Überlebenswillen meines Volkes. Die Vergangenheit nicht
zu vergessen, um die Zukunft zu bewahren, das ist
unsere Hauptaufgabe. Die Atmosphäre der gut
organisierten Tagung war hervorragend, ein gutes Miteinander der Teilnehmer, die mit gleichen
Gedanken und Zielen angereist waren. Für meine
praktische Arbeit waren vor allem die historischen
Hintergründe der nationalsozialistischen Verfolgung in Deutschland interessant, aber auch der
Beitrag von Miriam Spiegel, der Bericht von Ewa
Spaczynska über die Kooperation mit einer Gruppe von Child Survivors in Polen sowie der Vortrag
von Rabbiner Soussan. Im Workshop mit Elli Zamberk-Kaminer bekamen wir im Rahmen einer Fallbesprechung professionelle Beratung im Umgang
mit den komplexen Problemen des Ehepaars G. Sie
überlebten den Holocaust, waren mit Antisemitismus in der ehemaligen Sowjetunion konfrontiert,
haben Tschernobyl überstanden und sind nach
Deutschland ausgewandert. Im Workshop mit Dr.
David Pelcovitz haben wir uns mit Übertragungsmechanismen in der therapeutischen Arbeit mit
Angehörigen der 2. Generation beschäftigt.
Von zukünftigen Tagungen würde ich mir noch
mehr Informationen zur doppelten Traumatisierung wünschen (Verfolgungserfahrungen im
Nationalsozialismus und in der ehemaligen SU).
Wünschenswert wären Interviews mit Betroffenen
bzw. die Aufarbeitung ihrer Schicksale, die im KZ
oder in Ghettos überlebt haben, mit Juden, die aus
Deutschland, Polen, der ehem. Tschechoslowakei,
Baltikum, Weißrussland und Ukraine deportiert
wurden. Ebenso sollte man Interviews mit Kindern
und Enkelkindern der Opfer aus den genannten
Ländern führen, die zum Teil in der ehemaligen
UdSSR aufgewachsen sind, viel über die Deportation ihrer Eltern und vom Schicksal ihrer Verwandten in Lagern des Gulag erfahren haben.“
Martin Georgi mit
Sohn Jonathan
Tami Meroz
vom Wohlfahrtsministerium in Israel
Ausgabe 4
Dez. 2012 Seite 3
DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: FACHKONGRESS
Miriam Spiegel
Beni Bloch
Viola Jakschová, Ziva pamet, Treffpunkt für NSOpfer u. Zwischengenerationendialog, Prag: „Die
Konferenz vermittelte nicht nur neue Anregungen
und Kenntnisse, sondern hat auch eine Atmosphäre von Unterstützung für die Überlebenden selbst
(inkl. 2. u. 3 Generation) und ihre Helfer geschaffen. Es gelingt nicht immer, diese beiden Ebenen
erfolgreich zu verbinden, was jedoch hier meiner
Meinung nach gelungen ist. Ein Phänomen der
Konferenz war die Vielfalt von Teilnehmern und
Referenten (Überlebende, Historiker, Psychologen, Psychotherapeuten, Pfleger, Sozialarbeiter,
Projektmanager, Seelsorger etc.), und die Möglichkeit für alle, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Für unsere Arbeit in den Treffpunkten in Tschechien, finde ich es sehr hilfreich, unsere Aktivitäten
international vergleichen zu können. Ein konkretes
Ergebnis ist die Zusammenarbeit mit Treffpunkten
in Deutschland. Im Namen von Ziva pamet möchte ich mich nochmals bei den Veranstaltern der
Tagung für die Einladung bedanken und wünsche
Ihnen alles Gute bei der weiteren Arbeit.“
Miriam Spiegel, Beratungsstelle Tamach, Zürich:
„Für mich ist es jedes Mal wieder sehr beeindruckend und stimmig, mit professionellen Fachleuten und einem sehr gemischten, internationalen
Publikum, Betroffenen und Nichtbetroffenen,
Fachpersonen und Laien zusammen zu kommen.
Wir können einander viel mitgeben: Mut, Wissen,
Ehrlichkeit, Offenheit. Meine Arbeit bei Tamach
wird sicherlich durch diese Synergie bereichert. Ich
habe zwei, deutsch- u. englischsprachige Supervisions-Gruppen geleitet, hier haben wir uns mit bemerkenswertem Fallmaterial auseinandergesetzt
und hatten Raum für intensive Diskussionen. Ich
war von dem Engagement der Teilnehmer beeindruckt und mit beiden Sitzungen sehr zufrieden.
Die Arbeit mit Shoah-Überlebenden stellt hohe
Ansprüche an uns, ob in Frankfurt, München, Rostock oder in Israel, Tschechei, Sarajewo, Paris. Für
zukünftige Tagungen wäre vielleicht zu wünschen:
´less is more`, d.h. weniger Beiträge und mehr Vertiefung.“
Fotos: Rafi Herlich
ZWST informiert
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Valentina Sustavova, Treffpunkt JG Wiesbaden:
„Die Konferenz hilft uns, die Emotionen und Handlungen von Shoah-Überlebenden besser zu verstehen. Sonst wären wir kaum in der Lage, diesen
traumatisierten Menschen professionell zu helfen.
Das Gespräch mit Lea Balint und ihr Vortrag über
die Bewältigung verlorener Identitäten waren besonders eindrucksvoll. Mit zunehmendem Alter
wird die Suche nach der eigenen Identität immer
akuter. Ich möchte Frau Balint, die selbst Überlebende ist und traumatische Ereignisse hinter sich
hat, meinen größten Respekt aussprechen für ihre
Arbeit. Mein Dank geht auch an die Veranstalter
für die gute Themenauswahl. Der Workshop von
Miriam Spiegel hat uns gezeigt, wie wichtig ein
sensibler Umgang mit Überlebenden, aber auch
mit den Helfern ist, die mit traumatisierten Menschen arbeiten und unter großen emotionalen
Belastungen stehen. Die Präsentation von internationalen Projekten und ein anregender Ideenaustausch tragen zu einer Verbesserung unserer
Arbeit in den Treffpunkten bei.“
Jana Stachevski, Treffpunkt JG Recklinghausen:
„Rund 40 % der Gemeindemitglieder in Recklinghausen haben den 2. Weltkrieg als Kinder im Exil,
im Ghetto oder KZ überlebt. Für unsere Arbeit stellen sich die Fragen: Welche Probleme mit der eigenen jüdischen Identität gibt es? Wie können wir
ihnen helfen, sich damit auseinanderzusetzen und
damit klarzukommen? Diese Fragen waren Thema
des Kongresses und wurden mit Praxisbeispielen
in den Workshops vertieft. Für mich war der Workshop mit Dr. Martin Auerbach besonders hilfreich,
zumal hier auch Überlebende teilgenommen haben. Hier habe ich verstanden, warum nicht alle
Betroffene in den Treffpunkt kommen. Als Sozialarbeiterin der Gemeinde sollte ich einen persönlichen Zugang zu den Leuten finden und sie dabei
unterstützen, soziale Kontakte zu knüpfen. Unser
Treffpunkt zielt darauf ab, eine jüdische Identität
zu stärken. Nach dieser Tagung verstehe ich wesentlich besser, dass Identität keine ´Einbahnstraße` ist. Als Kriegskinder wussten die Überlebenden
oft nicht, zu wem sie gehören. Als Folge schämen
sich viele, dass sie jüdisch sind und zögern, darüber zu sprechen. Im Workshop kamen wir zu dem
Schluss, dass die Treffpunkte einen ´geschützten Raum` bieten, in dem man lernt, besser mit
diesen Gefühlen umzugehen. Als Themen für zukünftige Tagungen würde ich mir eine Supervision
für Überlebende und Mitarbeiter der Treffpunkte
wünschen. Auch würde ich gerne mehr erfahren
über Gruppenarbeit mit Überlebenden.“
Gianna Marcuk, ZWST Mecklenburg-Vorp.: „Ich
bin Angehörige der 2. Generation, meine Mutter,
ihr Bruder und ihre Eltern haben 4 Jahre im faschistischen Ghetto gelitten und überlebt. Daher
war für mich die Tagung sehr bewegend und beeindruckend. Für meinen Berufsalltag waren die
Vorträge über verschiedene Zentren in anderen
Ländern sehr informativ. Der Supervisions-Workshop mit Miriam Spiegel hat mir sehr viel gebracht,
da ich mich mit anderen Teilnehmern intensiv austauschen konnte. Für zukünftige Tagungen würde
ich mir wünschen, dass verstärkt Bemühungen in
Richtung psychologische Betreuung der Überlebenden und auch Hilfestellung für die Helfer unternommen werden.“
DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: TREFFPUNKTE
Treffpunkt in Frankfurt/M. feiert 10jähriges Jubiläum
Ende Oktober beging der „Treffpunkt“ in Frankfurt
a.M., das älteste psychosoziale Zentrum der ZWST
für Überlebende der Shoah und ihre Angehörigen,
sein 10jähriges Bestehen. Ca. 120 Besucher der
Einrichtung trafen sich zu diesem Anlass mit Mitarbeitern, Ehrenamtlichen, Sponsoren und einigen Gästen im Restaurant „Sohar“ im Ignatz-Bubis
Gemeindezentrum. Für die Organisatoren war die
rege Beteiligung an diesem Abend bewegend.
Siegmund Plutznik betonte im Namen aller Besucher des Zentrums: „Wir sind doch alle mehr oder
weniger einsam. Hier finden wir einen Ort, an dem
wir zuhause sind, wo wir uns wohlfühlen, Bekannte und Schicksalsgenossen finden, uns nicht erklären müssen und angenommen werden. Wenn wir
Probleme oder Fragen haben, finden wir hier immer ein offenes Ohr und gute Vorschläge.“
Momentaufnahmen
von Rafi Herlich
Mit Blumensträußen bedankte er sich im Namen
aller bei den Leiterinnen Ania Hadda und Noemi Staszewski, den Psychoanalytikern Dr. Kurt
Grünberg und Dr. Isi Kaminer sowie Elli KaminerZamberk und allen anderen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Beni Bloch wies in seiner
Begrüßungsrede auf die Anfänge dieses Pilotprojektes hin, das auf Initiative von Überlebenden
und Professionellen entstand. Die hier gemachten
Erfahrungen ermöglichten es der ZWST, in vielen
anderen Gemeinden in Deutschland, ähnliche Projekte ins Leben zu rufen. Sein Dank ging deshalb
auch an die Sponsoren, ohne deren finanzielle
Unterstützung diese Programme nicht realisierbar
wären. Beeindruckt von der fröhlichen Stimmung
und dem Engagement zeigten sich auch Martin
Georgi von der Aktion Mensch und Elvira Glück
von der Claims Conference. Neben den kulinarischen Genüssen trugen Henryka Tronek mit ihrem
virtuosen Violinspiel sowie der Chor der Shalom
Singers, die alle seit Jahren immer wieder ehrenamtlich im „Treffpunkt“ auftreten, zur lockeren
Stimmung an diesem Abend bei. Trude Simonsohn
formulierte, was viele Anwesende empfanden:
der Treffpunkt ist aus Frankfurt nicht mehr wegzudenken. Noemi Staszweski (Foto li.)
Neuer Treffpunkt in der jüdischen Gemeinde Düsseldorf
Am 23. Oktober 2012 haben sich in der jüdischen
Gemeinde Düsseldorf die Türen eines neuen Treffpunktes für Holocaustüberlebende und ihre Familien geöffnet, initiiert von der ZWST, gefördert von
der EVZ, der JCC und der Aktion Mensch.
Wir freuen uns auf gemeinsame Aktivitäten und
gesellige Treffen in entspannter Atmosphäre. Der
Treffpunkt steht unter der Obhut der Sozialabteilung und wird von Sonja Markmann geleitet.
Vor vielen Jahren hat David Reusmann sel.A. eine
Gruppe von Überlebenden aus NRW gegründet.
Sein Motto war: „Wir wollen zeigen, dass wir am
Leben sind und am Leben bleiben wollen“. Man
traf sich in der Düsseldorfer Gemeinde, half sich
gegenseitig, feierte Geburtstage und war gemeinsam aktiv. Inzwischen sind viele von dieser Grup-
pe verstorben, doch die monatlichen Treffen sind
weiterhin für die heutigen Besucher der einzige
Kontakt zu anderen Menschen. Mittlerweile gehören auch Veteranen und Überlebende der Leningrader Blockade zu dieser Gruppe. Dr. Horowitz,
Ruth Rubinstein und Frank Müller vom Vorstand
der Düsseldorfer Gemeinde sowie die Geschäftsleitung und die Leitung der Sozialabteilung haben
sich über die Jahre hinweg für diese Gruppe stark
gemacht und engagiert.
Mehr als 40 Überlebende kamen an diesem sonnigen 23. Oktober in der Gemeinde zusammen, um
die Eröffnung zu feiern. Zu diesem Anlass waren
ZWST-Direktor Beni Bloch, die Leiterin des ZWSTSozialreferates Paulette Weber, die Projektleiterin
der Treffpunkte, Noemi Staszewski und Svetlana
Antonova, Mitarbeiterin des ZWST-Sozialreferates
aus Frankfurt angereist. Als Ehrengast haben wir
den Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf Dr. Bastian Fleerman begrüßt. Von der Düsseldorfer Gemeinde waren Vorstandsmitglied
Ruth Rubinstein, Geschäftsführer Michael SzenteiHeise sowie der Leiter der Sozialabteilung Günter
Jek anwesend. Wir bedanken uns bei dem Musiker Michael Hain, der mit Klassik und Klezmer für
eine festliche Atmosphäre gesorgt hat, bei unserem Koch Alex Rubinski, zuständig für das leibliche
Wohl und bei Elena Karas für ihre organisatorische
Hilfe. Sonja Markmann, JG Düsseldorf
Festliche Eröffnung
des Treffpunktes für
Überlebende in der
jüdischen Gemeinde
Düsseldorf,
Foto li.:
Anatoli Yakub
Ausgabe 4
Dez. 2012 Seite 5
DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: BEHINDERTENPROJEKT
Goldener Oktober im Max-Willner-Heim
Behindertenfreizeit 2012
Endlich war es soweit, wieder fand eine Freizeit
für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen vom 15. bis 21. Oktober 2012 in Bad Sobernheim statt. Die ZWST hatte 37 Familien aus ganz
Deutschland eingeladen. Mit insgesamt über 100
Menschen war das Max-Willner-Heim ausgebucht,
leider konnte nicht allen Anmeldungen entsprochen werden.
Von Anfang an herrschte eine entspannte und
positive Stimmung. Das Konzept, etwa zwei Drittel bekannte und ein Drittel unbekannte Familien
einzuladen, ging auf: Diejenigen, die mit dem Angebot der ZWST vertraut sind, kamen schnell in
Kontakt mit den Neulingen.
Ein wichtiger Aspekt dieser Freizeiten ist es, dass
die Eltern Gelegenheit bekommen, sich untereinander auszutauschen und sich zu erholen. Daher
wurden unter anderem Aktivitäten getrennt für
Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen angeboten. In Kunstworkshops für die behinderten Teilnehmer wurde mit den Künstlern Rina
Nentwig und Costa Bernstein getöpfert und gemalt, israelische Tänze und Musik wurden gemeinsam mit Tirza Hodes, Marina Zisman und Ludmilla
Engel eingeübt.
ZWST informiert
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Neu waren die Betreuer Keren Kotlyarevskaya
(Studentin der Theaterpädagogik) und Polina Primak (Studentin der Sozialarbeit u. Madricha der
ZWST), die schon am 2. Tag eigene Aktivitäten
entwickelten. Keren bot ein Theaterworkshop mit
gruppendynamischen Spielen an und Polina gestaltete gemeinsam mit den Teilnehmern Fotoplakate. Nicht zu übersehen war Pinchas Kranitz, der
als bewährter Betreuer immer dann zur Stelle war,
wenn man ihn brauchte. Die Sozialarbeiterinnen
Natascha Poltawez und Jana Stachevski (ZWST)
beantworteten etliche Fragen zum Sozialrecht.
Der Psychotherapeut und Arzt Dr. Alexander Bakalejnik sprach mit den Angehörigen über medizinische und psychologische Themen.
Eine Gesprächsrunde mit Dr. Michael Bader und
Dr. Dinah Kohan (ZWST) gegen Ende der Freizeit
zeigte, dass etliche Fortschritte und Veränderungen im Vergleich zum Projektbeginn 2005 festzustellen sind. Waren vor einigen Jahren noch viele
Familienangehörige sehr unwissend und unsicher,
so haben mittlerweile viele erheblich an Selbstsicherheit gewonnen. Hier spielt die Tatsache eine
zentrale Rolle, dass viele Eltern gegen ihre Isolation angehen, sich zusammenfinden und so auch
eher in der Lage sind, mit den alltäglichen Problemen des Alltags umzugehen.
Zum Programm gehörten Ausflüge nach Worms
und in die alte Synagoge Bad Sobernheim, die bei
den Teilnehmern sehr gut ankamen. Rabbiner Kogan aus Düsseldorf war ein geschätzter Gesprächspartner für viele Familien und leitete verschiedene
Gesprächsrunden zur jüdischen Tradition.
Der Höhepunkt der Freizeit war der Abschiedsabend, an dem etliche Menschen mit
Behinderung ihre Talente zeigten: Es wurden Gedichte und Lieder vorgetragen, Tänze gezeigt, und
mehr als einmal flossen Tränen der Rührung bei
den Eltern. Auch hier war eine Weiterentwicklung
der Menschen mit Behinderung, aber auch ihrer
Angehörigen im Hinblick auf mehr Selbstbewusstsein festzustellen. Es war somit eine gelungene
und sicherlich nicht die letzte Freizeit für diesen
Personenkreis.
Wir bedanken uns bei allen, die diese Freizeit unterstützt haben, vor allem bei Felix Krasni (ZWSTSozialreferat) für seine umtriebige Organisati-
DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: BEHINDERTENPROJEKT
on. Auch richten wir unseren Dank an die Aktion
Mensch e.V., die uns die Durchführung ermöglicht
hat. Das Behindertenprojekt der ZWST beabsichtigt, das Engagement vor Ort verstärkt zu unterstützen. Daher fordern wir alle Interessenten und
Betroffenen auf, Aktivitäten in den einzelnen Ge-
meinden zu initiieren. Aktion Mensch e.V. fördert
diese Projekte, wenn mindestens ein Mensch mit
einer Behinderung involviert ist. Dinah Kohan, Leiterin der Freizeit, Koordinatorin des Behindertenprojektes
„Das Wichtigste ist die Energie, die man zurückbekommt“
Statements der Teilnehmer und Betreuer
Keren Kotlyarevskaya (35), Nürnberg, erstmalig
als Betreuerin dabei: „Ich befinde mich zurzeit in
einer Ausbildung zur Theaterpädagogin, theaterpädagogische Arbeit mit behinderten Menschen
hat mich immer interessiert. Das wichtigste an der
Arbeit mit behinderten Menschen ist die Energie,
die man zurückbekommt. Man gibt selber viel,
aber die Rückmeldung, die man bekommt, ist
unbezahlbar. Wenn man sieht, wie das Mädchen
mit Autismus auf der Bühne ihre Gefühle rauslässt
oder wie ein Mann, der kaum reden kann, anfängt
zu singen, ist das einfach überwältigend.“
Natascha Poltawez (52), Düsseldorf, ZWST-Behindertenprojekt: „Es war enorm, die Veränderung und die Fortschritte der Teilnehmer im Vergleich zu früheren Freizeiten zu sehen. Da war zum
Beispiel eine junge Teilnehmerin mit motorischen
Schwierigkeiten, sie kann sich nicht gut bewegen.
Gegen Ende der Freizeit konnte sie ihre Finger
besser bewegen, hat bei der festlichen Abschlussveranstaltung aktiv mitgemacht und war eingebunden. Es ist unbeschreiblich, welche Veränderungen diese besonderen Tage auslösen können.“
Herbstspaziergang mit den Betreuern Natascha P., Keren K. (2.u.3. v.li.), Marina Z. (re.)
Mutter von Ofena (41), München, die an einer
autistischen Behinderung leidet: „Ich bin doppelt glücklich: für mich und meine Tochter. Wir
verbrachten zum 3. Mal wunderschöne Zeiten in
Bad Sobernheim. Meine Träume sind in Erfüllung
gegangen, Spaziergänge, Musik und vieles andere.
Ofena hat 2 Bilder gemalt, eines geht in die geplante Wanderausstellung, eines behalten wir. Wir
sind dem ganzen Team dankbar und hoffen, dass
wir auch in Zukunft dabei sein können.“
Mutter von Stanislaw (30), Darmstadt, der an
einer autistischen Behinderung leidet: „Ich bin
sehr glücklich, dass mein Sohn hier so aus sich herausgeht. Wissen Sie, wir waren schon einmal hier,
aber so wie jetzt war es noch nie. Er hat seine Gedichte öffentlich vorgelesen und hat viel mit den
anderen gesprochen. Das macht mich sehr glücklich.“
Marina Zisman, ehrenamtliche Mitarbeiterin: „Ich arbeite in diesem Projekt seit Anbeginn
und konnte mich davon überzeugen, wie wichtig unsere Arbeit ist. Im Juni 2004 haben wir in
Frankfurt/M. über die Situation dieser Menschen
nur gesprochen, jetzt, einige Jahre später organisiert die ZWST ein vielfältiges Angebot. Im Rahmen der Behindertenfreizeit 2012 haben Familien
aus ganz Deutschland zusammen eine schöne Zeit
verbracht. Kunst, Musik und Tanz sind ein magisches Mittel und eine gute Arznei gegen Krankheiten. In dieser Woche habe ich viel mit Menschen
gesungen und getanzt. Ich sah, wie die manchmal
traurigen oder verschlossenen Gesichter der Teilnehmer vom Lächeln erhellt wurden, wenn sie jüdische Lieder hörten, sangen und israelische Tänze
getanzt haben. Ich bin sicher, dass Musik und Tanz
als magische, medizinische und religiöse Mittel in
unserer Arbeit mit behinderten Menschen helfen
können.“
In den Workshops mit
den Betreuern Polina
und Rina (oben v.li.)
und Pinchas (unten)
Rina Nentwig, ehrenamtliche Mitarbeiterin im
ZWST-Behindertenprojekt: „Costa und ich haben
uns in unseren Kunstworkshops auf folgende Aktivitäten konzentriert:
- die Kaltnadel-Radierung, die Zinkplatten wurden von uns präpariert, die Teilnehmer ritzten
anschließend auf die Platte und diese wurde gepresst.
- auf das Modellieren mit Ton, alle getöpferten
Produkte konnten im Brennofen fertiggestellt und
den Teilnehmern ausgehändigt werden.
- auf das Malen mit verschiedenen Farben (Wasserfarben, Ölfarben, Pastellfarben). Es entstanden
sehr schöne Dinge, Bilder und Getöpfertes, die
auch für die geplante Wanderausstellung geeignet sind.“
Fortsetzung Behindertenprojekt: S. 10
Fotos S.6,7:
Rina Nentwig
Ausgabe 4
Dez. 2012 Seite 7
Sozialreferat informiert: JahreSprogramm 2013
Kontakt:
Paulette Weber,
Leiterin Sozialreferat
Tel.: 069 / 944 371-31
[email protected]
Für alle Termine gilt:
Änderungen vorbehalten!
Seminarort:
Bad Sobernheim, falls
keine andere Angabe
Anmeldungen über die
zuständige Gemeinde
* Fortbildung für
erstmalige Teilnehmer
sowie Ehrenamtliche
des Bundesfreiwilligendienstes (BFD)
Was?
Wann?
Info?
Seniorenfreizeiten
turnus 1: für gruppen reserviert (tu Bischwat)
turnus 2: für gruppen reserviert
turnus 3: für gruppen reserviert (f. esther, purim)
turnus 4: für gruppen reserviert
turnus 5 (pessach)
turnus 6 (J. ha`Shoa, J. hazikaron, J. ha`azma`ut)
turnus 7: frauenbund (lag Baomer)
turnus 8: holocaustüberlebende (J. Jeruschalajim)
turnus 9: alteingesessene (Schawuoth)
turnus 10
turnus 11
turnus 12
turnus 13 (9. aw)
turnus 14
turnus 15
turnus 16: Veteranen
turnus 17 (rosch haschana, Jom Kippur)
turnus 18 (Sukkot, Shemini azereth, Simchat thora)
turnus 19: frauenbund
turnus 20
turnus 21: für gruppen reserviert
turnus 22: für gruppen reserviert
turnus 23: für gruppen reserviert (Chanukka)
turnus 24: für Seminare bzw. gruppen reserviert
Mo. 21.01. - Mo. 04.02.2013
Mo. 04.02. - So. 17.02. 2013
So. 17.02. - Mo. 04.03. 2013
Mo.04.03. - Mo. 18.03.2013
Do. 21.03. - Mi. 03.04. 2013
Mi. 03.04. - Mi. 17.04. 2013
Mi. 17.04. - Di. 30.04. 2013
Di. 30.04. - Mo. 13.05. 2013
Mo. 13.05. - Di. 28.05. 2013
Di. 28.05. - Di. 11.06. 2013
Di. 11.06. - Mo. 24.06. 2013
Mo. 24.06. - Di. 09.07.2013
Di. 09.07. - Di. 23.07. 2013
Di. 23.07. - Di. 06.08. 2013
Di. 06.08. - Di. 20.08. 2013
Di.20.08. - Mo. 02.09.2013
Mo.02.09. - Mo.16.09.2013
Mo.16.09. - Mo.30.09.2013
Mo.30.09. - Mo. 14.10.2013
Mo. 14.10. - Mo. 28.10.2013
Mo. 28.10. - Mo. 11.11. 2013
Mo. 11.11. - Mo. 25.11. 2013
Mo. 25.11. - Mo. 09.12.2013
Mo.09.12. - Do. 19.12. 2013
Ansprechpartner:
larissa Karwin
069/944371-22
Fortbildung Sozialarbeit
fortbildung Sozialarbeit (erstm.Teiln./Teiln.BFD*)
fortbildung für Sozialarbeiter i
fortbildung für Sozialarbeiter ii
Psychosoziale Versorgung (Fortgeschrittene)
Seminar zum thema „demenzbegleiter i“
Seminar zum thema „demenzbegleiter ii“
Mo. 04.02. - Do. 07.02.2013
mo. 18.03. - Do. 21.03. 2013
Mo. 04. 11. - Do. 07. 11. 2013
So. 17. 02. - Mi. 20.02. 2013
Mo. 01.07. - Do. 04.07.2013
Mo. 11. 11. - Do. 14. 11. 2013
Rivin/Purnik,069/944371-34
Rivin/Purnik,069/944371-34
Rivin/Purnik,069/944371-34
G.Gubinsky, 069/944371-14
G.Gubinsky, 069/944371-14
G.Gubinsky, 069/944371-14
Fortbildung Ehrenamt
Betreuer u. leiter der Seniorenfreizeit B. Kissingen i
Betreuer u. leiter der Seniorenfreizeit B. Kissingen ii
leiter und mitarbeiter in Seniorenklubs i
leiter und mitarbeiter in Seniorenklubs ii
Bikkur Cholim i
Bikkur Cholim ii
Chewra Kadischa i
Chewra Kadischa ii
Do. 02.05. - So. 05.05. 2013
Do. 10. 10. - So. 13. 10. 2013
Mo. 10.06. - Do. 13.06.2013
Mo. 09.12. - Do. 12.12. 2013
Mo. 28.01. - Do. 31.01. 2013
Mo. 28.10. - Do. 31.10. 2013
Mo.04.03. - Do. 07.03.2013
Mo. 18. 11. - Do. 21. 11. 2013
G.Gubinsky, 069/944371-14
G.Gubinsky, 069/944371-14
G.Gubinsky, 069/944371-14
G.Gubinsky, 069/944371-14
L.Karwin, 069/944371-22
L.Karwin, 069/944371-22
L.Karwin, 069/944371-22
L.Karwin, 069/944371-22
Israelische Volkstänze
Seminar für anfänger
Seminar für Fortgeschrittene
So. 05.05. - Mi. 08.05.2013
L.Karwin, 069/944371-22
Mo. 07.10. - Do. 10.10. 2013 L.Karwin, 069/944371-22
Koschere Küche
Kochseminar i
Kochseminar ii
So. 17.02. - Mi. 20.02. 2013 Assja Kazwa, 069/944371-16
Mo. 28.10. - Do. 31.10. 2013 Assja Kazwa, 069/944371-16
Judentum (Seminar mit Rabbiner Bollag)
Do. 10.01. - So. 13.01. 2013
Behindertenprojekt
tagung für angehörige in frankfurt/m.
Integratives EU-Seminar: „Jüdische Kultur erleben“
(Koschere Küche, Kunst u. tanz, mit teiln. aus
deutschl., Schweiz, litauen, tschechei)
Tschechien)
Seminar: „Sexualität u. Kunst“
Freizeit für Betroffene und Angehörige I
Freizeit für Betroffene und Angehörige II
Integrationscoaching in jüdischen Gemeinden
(3-tägige Fortbildungen u. Tagesseminare vor Ort)
ZWST informiert
Seite 8
Adresse:
Kurhotel Eden-Park
rosenstr. 7
97688 Bad Kissingen
www.kurheim-edenpark.de
G.Gubinsky, 069/944371-14
So. 10. 03. - Di. 12.03. 2013
Do. 04.04. - Mi. 10.04.2013
dinah Kohan,
[email protected]
oder
marina Chekalina
Di. 09.04. - Mi. 10.04. 2013 Tel.: 069/944371-19
So. 13. 10. - Do. 17. 10. 2013 [email protected]
Do. 17. 10. - Mo. 21.10. 2013
Termine werden rechtzeitig
bekanntgegeben!
A. Purnik, 069/944371-23
Jugendreferat informiert: JahreSprogramm 2013
Was?
Wann?
Sommermachanot
turnus 1
turnus 2
turnus 3
Mo. 08.07. - So. 21.07. 2013
Di. 23.07. - So. 04.08. 2013
Mi. 07.08. - Di. 20.08. 2013
Ferienwoche 18+ (18-35 Jahre)
Mi. 21.08. - Mi. 28.08. 2013
Rundreise Israel (15 - 19 Jahre)
So. 21.07. - So. 04.08. 2013
Wintermachanot 2013/14
So. 22.12. - Do. 02.01.2014
Wo?
Bad Sobernheim, italien
Kontakt:
Nachumi Rosenblatt
Leiter Jugendreferat
Tel.: 069 / 944371-13
[email protected]
Bellaria/italien
Bad Sobernheim (10-13 J.)
Natz/Südtirol (14-18 J.)
Israel (12-14 J.)
Mitarbeiter des
Jugendreferates:
Inka Margulies
Tel.: 069 / 944371-17
[email protected]
Seminare zu Pessach
turnus 1
turnus 2
Mo. 25.03. - Fr. 29.03.2013
Fr. 29.03. - Mi. 03.04. 2013
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Familienseminare
turnus 1
turnus 2
Mo. 26.06. - Mi. 03.07.2013
Mi. 21.08. - Mi. 28.08. 2013
Gatteo/Italien
Gatteo/Italien
Aus- und Fortbildung Madrichim
Seminar: anfänger in der Jugendarbeit i
Seminar: anfänger in der Jugendarbeit ii
Seminar: anfänger in der Jugendarbeit iii u. iV
Seminar: anfänger in der Jugendarbeit V
Seminar: madrichim der Jugendzentren
Seminar: Vorbereitung Sommermachanot 2013
Seminar: Vorbereitung Wintermachanot 2013/14
Fr. 01.02. - So. 03.02. 2013
Fr. 15.03. - So. 17.03. 2013
Mi. 08.05. - So. 12.05.2013
Fr. 25.10. - So. 27.10. 2013
Fr. 01.11. - So. 03. 11. 2013
Mi. 08.05. - Fr. 10.05. 2013
Fr. 15. 11. - So. 17.11. 2013
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Jugendzentrumsleiter
Treffen der Jugendzentrumsleiter
Treffen der Jugendzentrumsleiter
Treffen der Jugendzentrumsleiter
Fr. 01.02. - So. 03.02. 2013
Fr. 10.05. - So. 12.05. 2013
Fr. 01. 11. - So. 03.11. 2013
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Für alle Termine gilt:
Berlin
Änderungen vorbehalten!
Jugendkongress (18-35 Jahre)
Do. 21.02. - So. 24.02. 2013
Iris Elkabets-Rosen
Tel.: 069 / 944371-24
[email protected]
Jona Gross
Tel.: 069 / 944371-18
[email protected]
Daniela Sobol
Tel.: 069 / 944371-25
[email protected]
Europäische Fortbildung für Hebräisch-Lehrer
So., 13.01. - Di., 15.01. 2013
Bad Sobernheim
Seminarort:
Bad Sobernheim, falls
keine andere Angabe
Fortbildung Erzieher
Seminar
Seminar
Fr. 08.03. - So. 10.03. 2013
Fr. 11. 10 - So. 13. 10. 2013
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Anmeldungen über die
zuständige Gemeinde
Fortbildung Vorbeter
Seminar
Seminar
Fr. 08.03. - So. 10.03. 2013
Fr. 11.10 - So. 13. 10. 2013
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Kindergartenleiter/Kitaleiter
Treffen
Treffen
Fr. 08.03. - So. 10.03. 2013
Fr. 11. 10 - So. 13.10. 2013
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
„Student Leadership for Jewish Peoplehood“
Projekt für Studenten und die Altersgruppe 18-35
einführungsseminar
Begegnungseminar
Vertiefungsseminar
Studienreise nach israel
auswertungsseminar
Do. 14.02. - So. 17.02. 2013
Fr. 15.03. - So. 17.03. 2013
Do. 23.05. - So. 26.05.2013
Do. 25.07. - Mo.05.08.2013
Do. 24.10. - So. 27. 10. 2013
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
Bad Sobernheim
israel
Bad Sobernheim
Info Projekt „Oranim“:
Inka Margulies
[email protected]
Alexander Drehmann
Tel.: 0170/917 14 28
[email protected]
yahoo.de
Ausgabe 4
Dez. 2012 Seite 9
DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: BEHINDERTENPROJEKT
Unterstützung der Behindertenarbeit in Sachsen
Kontakt
Ehrenamtprojekt:
Jana Stachevski,
Tel.: 02361 / 15131
Servicezentrum:
Marina Chekalina
Mo.-Do.
10.00 - 17.00 Uhr
Tel.: 069 / 944371-19
[email protected]
Allgemeine
Projektleitung:
Paulette Weber
Tel.: 069 / 944371-31
[email protected]
Info SHG Chemnitz:
www.jg-chemnitz.de
ZWST informiert
Seite 10
Zwei Schwerpunkte der ZWST-Behindertenarbeit
sind die Förderung des ehrenamtlichen Engagements sowie die Unterstützung niedrigschwelliger
Angebote in den Gemeinden. Seit Herbst 2012
unterstützt das „Servicezentrum“ der ZWST engagierte Mitarbeiter in den Gemeinden bei der
Durchführung von Aktivitäten und der Akquirierung von Fördermitteln. Im Folgenden zwei Beispiele für Aktivitäten in Sachsen:
Förderung der Selbsthilfe durch stärkere Vernetzung
Anfang September 2012 trafen sich in Dresden
die Selbsthilfegruppe der israelitischen Religionsgemeinde Leipzig, eine schon länger existierende
Gruppe von Angehörigen von Menschen mit psychischer Behinderung und die Selbsthilfegruppe
der jüdischen Gemeinde zu Dresden. Die Förderung der Selbsthilfe und des ehrenamtlichen Engagements in den Gemeinden vor Ort ist schon
lange fester Bestandteil des ZWST-Behindertenprojektes, seit 2011 intensiviert im Rahmen eines
Ehrenamtsprojektes. Ziel dieses Projektes ist es,
die Gemeindemitglieder bundesweit zum Thema
psychische und geistige Behinderung zu sensibilisieren und dadurch Ehrenamtliche für diesen Personenkreis zu gewinnen.
Wie in den Anfangszeiten des ZWST-Behindertenprojektes ist es in einigen Regionen oder Gemeinden heute immer noch sehr schwer, den Zugang
zu dieser Gruppe zu finden. Viele der zum größten
Teil aus Ländern der ehemaligen SU zugewanderten Familien haben oft nicht den Mut, mit ihren
Kindern in die Gemeinden zu gehen oder erwarten aufgrund schlechter Erfahrungen als Migranten keine Hilfe. Diese pessimistische Grundhaltung
wollten wir mit unserem Treff in Dresden durchbrechen.
Elena Tanaeva, Sozialarbeiterin der jüdischen
Gemeinde zu Dresden organisierte diese Zusammenkunft, Nina Tabera, ehrenamtliche Mitarbeiterin, übernahm die Funktion der Reiseleitung
beim Rundgang durch die Stadt und organisierte
eine entspannte Gesprächsrunde in den Räumen
der Gemeinde. Dieser Treff hat erste Fäden eines Netzwerkes zwischen betroffenen Familien in
Sachsen geknüpft mit dem Ziel, dieses Netzwerk
mit weiteren Zusammenkünften und gemeinsamen regionalen Aktivitäten zu festigen. Wir sollten
uns regional zusammenschließen, um mit Hilfe der
Gemeinden und des Landesverbandes, die älter
werdenden Angehörigen zu unterstützen und die
mittlerweile auch erwachsen gewordenen Kinder
zu fördern.
Doch die Hilfe kann erst dann geleistet werden,
wenn sie auch angenommen wird.
Zum jüdischen Landesverband Sachsen gehört neben den Gemeinden Leipzig und Dresden auch die
Gemeinde in Chemnitz. Wir rufen betroffene Familien in allen drei Gemeinden, die noch nicht in
einer Gruppe organisiert sind, dazu auf, sich an die
Sozialabteilungen oder direkt an Jana Stachevski
(ZWST-Behindertenprojekt, Tel.: 02361/15131) zu
wenden. Jana Stachevski
Förderung eines literarischen Treffpunktes für
blinde und sehschwache Menschen in Chemnitz
In der jüdischen Gemeinde Chemnitz ist seit 2003
eine SHG für zugewanderte Gemeindemitglieder
mit einer Sehbehinderung aktiv.
Im Rahmen der vielfältigen Aktivitäten dieser
Gruppe ist dort eine einzigartige Bibliothek aus
Hörbüchern in russischer Sprache entstanden.
Mit Unterstützung der Aktion Mensch e.V. soll hier
ein literarischer Treffpunkt entstehen, der sich an
sehbehinderte Menschen, aber auch an Nichtbehinderte richtet, die sich für russische Literatur
interessieren oder ihre Kenntnisse auffrischen
wollen. Mit regelmäßigen Treffen, Lesungen, musikalischen Veranstaltungen und Diskussionen soll
gegen die behinderungsbedingte Isolation angegangen, Berührungsängste abgebaut und ein unbefangenes Miteinander zwischen Behinderten
und Nichtbehinderten gefördert werden. Mit dem
Ziel, behinderte und nicht behinderte Menschen
verschiedener Altersgruppen und Religionszugehörigkeiten in ein gemeinsames Projekt einzubinden, wird das Motto „Inklusion“ mit Leben gefüllt.
Der Treffpunkt soll Menschen mit und ohne Behinderung aufgrund ihrer Freude am Lesen zusammenbringen. Die ZWST wird über die Entwicklung
des literarischen Treffpunktes in Chemnitz berichten.
Weitere geplante Aktivitäten:
• Computerkurse für Menschen mit Behinderung (JG Recklinghausen)
• Integratives Musikprojekt für Menschen mit
und ohne Behinderung (JG Dessau)
Dies sind nur Beispiele von vielen kreativen, den
Gedanken der Inklusion unterstützenden Vorhaben in den Gemeinden, die durch die Unterstützung der ZWST und die Förderung der Aktion
Mensch e.V. in Gang gesetzt wurden bzw. geplant
sind. Wir fordern alle Gemeinden auf, dieses Angebot des ZWST-Servicezentrums zu nutzen!
ZWST, HvB
Kontakt Servicezentrum:
Marina Chekalina, Tel.: 69/944371-19,
[email protected], Mo.-Do., 10.00-17.00 Uhr
DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT: ZWEIGSTELLE M.-V.
Situation der sozialen Beratung in Mecklenburg-Vorpommern
Eine Bestandsaufnahme
Die ZWST-Zweigstelle Mecklenburg-Vorpommern
(MV), geleitet von Gianna Marcuk, ist mit drei
Anlauf- und Beratungsstellen in Rostock, Schwerin und Wismar vertreten. Hier werden an jeweils
zwei Tagen pro Woche Sprechstunden für die Mitglieder der jüdischen Gemeinden Schwerin und
Rostock und deren Angehörige durchgeführt. Ältere Gemeindemitglieder mit Migrationshintergrund sind das Hauptklientel der Zweigstelle. Sie
sind aufgrund ihrer fehlenden Sprachkenntnisse
und ihrer häufig beeinträchtigten Gesundheit im
besonderen Maße hilfs- und betreuungsbedürftig.
Im Sozialbüro der JG Rostock (stehend G. Marcuk)
Wegfall von Migrationsberatungsdiensten durch
drastische Kürzungen von Land und Kommune
Die Beratungsstellen haben im vergangenen Jahr
stärker an Bedeutung gewonnen, da die Finanzierung der allgemeinen Migrationsberatung in MV in
den Jahren 2011-2012 fast um die Hälfte reduziert
wurde. Andere Beratungsdienste für Zuwanderer,
die früher das Land und die Kommunen angeboten haben, sind dadurch gänzlich weggefallen. So
wurden z.B. Beratungsstellen der anderen Wohlfahrtsverbände in Demmin, Güstrow, Schwerin,
Rostock und Wismar geschlossen. Besondere Hilfestellungen wie z.B. persönliche Begleitung zu
Arzt- und Behördenterminen werden gegenwärtig
ausschließlich in den Gemeinden angeboten. Für
die weiterführende Migrationssozialarbeit sieht
der Landeshaushalt 2012/2013 Zuschüsse an Verbände der Freien Wohlfahrtspflege für die Beratung von Migranten vor. Diese Förderung soll eine
gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben ermöglichen. Diese Mittel sind jedoch nicht
ausreichend, um ein flächendeckendes Hilfenetz
anzubieten. Besonders die ländlichen Regionen
sind betroffen, da sie zum Teil nur durch mobile
Beratung abgedeckt werden können. Auch kann
die migrationsspezifische Beratung nicht mehr in
allen Stadtteilen angeboten werden. Dadurch sind
zusätzliche Schwierigkeiten vor allem für ältere
jüdische Gemeindemitglieder entstanden, die in
ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
Aufgaben von ZWST und jüdischen Gemeinden
Vor diesem Hintergrund haben die Beratungsstellen der ZWST und die Sozialberatungen in den Gemeinden einen Zulauf an Klienten, die sich früher
vor Ort die notwendige Hilfe holen konnten. Auch
wird insgesamt in der Beratung mehr Zeit beansprucht, da mit zunehmendem Alter der Klientel,
akute Fragen wie Pflege und Betreuung, Unterbringung in einem Alters- oder Pflegeheim, Erteilung einer Patientenverfügung etc. gelöst werden
müssen. Viele ältere Zuwanderer aus der ehemaligen SU haben extrem negative Vorstellungen von
der Unterbringung in einem Seniorenheim. Auch
ist es ungewohnt für sie, Patientenverfügungen,
Testamente o.ä. weit im Vorfeld zu verfassen. Verbreitet sind Misstrauen und Vorurteile, dass man
ihren Willen falsch interpretieren könnte. Daher
sind Aufklärung und eine kultursensible Beratung
für Betroffene und Angehörige sehr wichtig.
Kontakt:
ZWST M.-V.,
Büro Rostock
Augustenstr. 20
18055 Rostock
Tel./Fax:
0381/252 48 43
mail:
[email protected]
Psychotherapeutische Behandlungsangebote, die
auf die speziellen Bedürfnisse von jüdischen Migranten ausgerichtet sind, fehlen in MV nach wie
vor. Andererseits verschärfen sich die psychosozialen Probleme und Hilfe ist gerade hier besonders
notwendig. Die ZWST erfüllt in diesem Zusammenhang eine fachkundige und mentalitätsbezogene Beratungs- und Begleitfunktion und arbeitet
eng mit den Psychosozialen Zentren, Gesundheitsämtern, Betreuungsbehörden und Amtsgerichten
zusammen.
Die ZWST-Mitarbeiter werden oft zu komplizierten Fällen hinzugezogen. Hier ist es die Aufgabe,
vor allem die sprachliche und vertrauenswürdige
Unterstützung für alle Beteiligten zu leisten sowie
bei der Durchführung von notwendigen behördlichen und gesetzlichen Maßnahmen helfend mitzuwirken. Dabei stehen die Belange der jüdischen
Zuwanderer im Vordergrund. Auch die allgemeine
Sozialberatung (z.B. finanzielle, rechtliche oder
schulische Probleme) verliert nicht an Bedeutung.
Dazu gehört eine kompetente und kontinuierliche
Beratung sowie Begleitung in schwierigen Lebenssituationen, wie z.B. Informationen zu den vorhandenen Angeboten und im Bedarfsfall eine Weitervermittlung an andere Adressen.
Die Beratung und Unterstützung von HolocaustÜberlebenden hat sich weiterhin intensiviert.
Durch die von der Jewish Claims Conference vorgenommenen Änderungen hinsichtlich der Ansprüche auf Entschädigungszahlungen eröffneten
sich neue Möglichkeiten für die Betroffenen. Im
Rahmen dieser Arbeit leistet die Zweigstelle Unterstützung bei allen Fragen (Antragsstellung etc.),
die mit dem Thema Entschädigung im Zusammenhang stehen. Gianna Marcuk
Foto:
Wladimir Medovoi
Ausgabe 4
Dez. 2012 Seite 11
DAS JUGENDREFERAT INFORMIERT
Termine der
Seminarreihe für
Anfänger in der
Jugendarbeit I-V für
das Jahr 2013:
S.9
5000 bunte Schnürsenkel
Abschluss der Ausbildung für Madrichim (Praktikantenseminare)
Der erste Eindruck, den man kurz nach der Ankunft beim ersten Praktikantenseminar bekommt,
ist wahrscheinlich die Verwunderung darüber,
wie viele andere jüdische junge Menschen in
Deutschland sich für die Jugendarbeit in ihren Gemeinden engagieren möchten. Schnell findet man
alte Freunde von den Ferienfreizeiten im Sommer
(Sommermachanot), an denen man vor kurzem
noch als Chanich teilgenommen hat, lernt aber
auch sehr viele neue Menschen kennen.
Eine ZWST-Urkunde belegt den erfolgreichen Abschluß der Seminarreihe
Die meisten tun diesen Schritt, um den Kindern,
die nach ihnen auf die Machanot fahren, die reichhaltigen und vielfältigen Erfahrungen zurückzugeben und ihnen eine Zeit zu bieten, die sie nie ver-
gessen werden. Andere Gründe sind auch, selbst
weiterhin Spaß zu haben, auch wenn man nicht
mehr Chanich ist.
Auf jedem der fünf Seminarteile lernen wir verschiedene Methoden, um Programme vorzubereiten, mit Kindern besser umgehen zu können, pädagogische Aspekte und haben gemeinsam viele
nützliche Ideen entwickelt, die man für das Erstellen von kreativen Programmen nutzen kann. Wie
zum Beispiel die 5000 Schnürsenkel, mit denen
wir als einziges Material ein kreatives Programm
auf die Beine stellen sollten. All dies wird gleichzeitig in einem jüdischen Kontext vermittelt, so dass
wir auch die Traditionen und Bräuche unserer Religion weitergeben können.
Zu den Seminaren gehören seit längerem intensive Erste-Hilfe-Kurse, damit wir vorbereitet sind
und in einer schwierigen Situation angemessen
reagieren können.
Nach jedem Seminar, wie auch nach jedem ausgeführten Programm, bekommen alle Teilnehmer
ein persönliches Feedback. Nach diesem aufregenden Jahr hat man nicht nur viele neue Freunde
gefunden, sondern auch unglaublich wertvolle Erfahrungen und Werte gesammelt, die jedem von
uns das ganze Leben lang nützlich sein können.
Noemi Becher, Madricha aus Darmstadt
Fangt an!
Ein klares Fazit der Praktikantenseminare 2012
Mit dem Abschlussseminar vom 02.11. bis
04.11.2012 sind die Seminare für „Anfänger in der
Jugendarbeit 2012“ zu Ende gegangen. Ein Jahr
lang hat ein Team von erfahrenen Jugendleitern
(Netta Elkabets-Rosen, Xenia Fuchs, Jossi Avidor,
Benni Barth, Adrian Ben Shlomo und Roni Lehrer)
die angehenden Madrichim auf 5 Seminaren ausgebildet.
Die Themen der Seminare reichten von Kreativität und Konfliktmanagement über Pädagogik bis
hin zu Basiswissen über Judentum und Israel. Alle
Themen wurden mit Fallbeispielen aus der praktischen Arbeit in den Jugendzentren vor Ort und auf
den Machanot ergänzt. Die Fortbildungsreihe unterstützt die Ferienfreizeiten der ZWST und fördert
die Jugendarbeit in den Gemeinden. Hier werden
Jugendliche motiviert, sich aktiv in ihren Gemeinden zu engagieren, und sie erhalten Hilfe für die
praktische Umsetzung ihrer Arbeit.
ZWST informiert
Seite 12
In Zeiten von Beschneidungsdebatten, des stärker werdenden Rassismus, Antisemitismus und
Antiisraelismus ist eine starke jüdische Jugendarbeit wichtig. Die Jugend ist nicht nur unsere Zukunft, die Jugend ist vor allem unser Heute. Wenn
unsere Gemeinden heute keine gute Jugendarbeit
organisieren, stellt sich die Frage nach der Zukunft
unserer jüdischen Gemeinschaft.
Deshalb war es uns wichtig, den Jugendlichen zu
zeigen, dass sie nicht auf andere warten dürfen,
sondern besser heute als morgen damit beginnen
müssen, sich in ihren Gemeinden für eine aktive
jüdische Jugendarbeit zu engagieren bzw. ein bestehendes Angebot zu stärken und zu erweitern.
Die Seminare vermitteln den Madrichim das nötige Handwerkszeug, die Motivation muss von ihnen kommen. In diesem Jahr waren alle Teilnehmer außerordentlich motiviert.
Mit der Aufforderung „Fangt an!“ endete die Seminarreihe, die hoffentlich der Anfang einer tollen
Jugendarbeit ist. Jossi Avidor, Seminarleiter
(Heilpraktiker für Psychotherapie und Coach,
www.lebensberatung-avidor.de)
DAS JUGENDREFERAT INFOMIERT
„Die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland liegt in den Händen der jungen
Generation“
Die ZWST heißt Dan Fayutkin (38), den neuen Delegierten der Jewish Agency in Deutschland, herzlich willkommen. Er ist als Mitarbeiter der ZWST
verantwortlich für die Altersgruppe der über
18jährigen. Dan ist seit September 2012 in den jüdischen Gemeinden und Landesverbänden unterwegs und unterstützt das Engagement der ZWST
für junge jüdische Erwachsene. Sein Ziel ist es, ein
landesweites Bildungsnetz für diese Generation
in Deutschland aufzubauen bzw. zu unterstützen
– nach dem Motto „attraktiv, im täglichen Leben
anwendbar, unter einem jüdischen Dach“.
Seine Biographie bietet einige Abwechslung: Geboren am 09. August 1974 in Riga, wuchs Dan in
Moskau auf. Nachdem er mit 18 Jahren die Schule (mit integriertem Deutschunterricht) beendet
hatte, ging er 1993 nach Israel. Dan betont: „Israel
hat einen besonderen Platz in meinem Leben!“
Seine erste Station war das Studentendorf Ibim
bei Sderot, welches schon in der 2. Generation
von deutschen Juden geleitet wird. Von 1993 bis
1997 absolvierte er an der Hebräischen Universität
in Jerusalem sein Bachelor-Studium (Deutsche Literatur und Sprache, Soziologie). Aufgrund seiner
guten Deutschkenntnisse hat er während des Studiums in der Gedenkstätte Yad Vashem Seminare
für deutschsprachige Gruppen organisiert und im
Archiv gearbeitet. 1997 reiste er erstmalig nach
Deutschland, um an der Uni Trier den Sommerferienkurs zu absolvieren: „Mir war es wichtig, Angehörige meiner Generation in Deutschland zu treffen, ich habe viele Leute kennengelernt, die sich
Israel sehr verbunden fühlen.“ Von 1997 bis 2011
diente Dan in der israelischen Armee, die letzten
Jahre war er Major im Generalstab.
Die in das tägliche Leben integrierte jüdische Bildung liegt ihm sehr am Herzen: „Ich möchte nicht
in die Gemeinden fahren, einen allgemeinen Vortrag halten und wieder gehen. Mir ist an einer
praktischen Zusammenarbeit mit den Gemeinden
gelegen. Zurzeit sondiere ich die Lage gemeinsam mit den Vorständen, Geschäftsführern und
Jugendleitern, wir suchen gemeinsam nach einer
Strategie. Ich frage: Was braucht ihr ganz konkret,
um die jungen Erwachsenen stärker zu motivieren,
sie in die Gemeinden zu holen, ein spannendes
Angebot zu organisieren? Auch kann ich laufende
Initiativen und Projekte unterstützen, indem ich
mein Konzept an das Publikum anpasse.“
Dan Fayutkin hat seinerseits konkrete Vorstellungen, welche Inhalte er vermitteln möchte, wie z.B.
Leadership und Management, Verwaltungslehre,
praktische Aspekte der jüdischen Ethik, Politische
Bildung, Soziale Netze, moderne jüdische Philosophie und Geschichte.
Erste Fäden des Bildungsnetzwerkes sind bereits
geknüpft: Vom 02. bis 04. November hat er in
der IKG Würzburg sein erstes Seminar für junge
jüdische Erwachsene aus jüdischen Gemeinden
in Bayern durchgeführt. „Ich freue mich über das
hohe Interesse der rund 40 Teilnehmer aus ganz
Bayern, die Diskussion verlief auf einem hohen Niveau. Mit diesen Fortbildungen verfolge ich zwei
Ziele: Aufbau eines jüdischen Bildungsnetzes, die
Vermittlung der jüdischen Ethik für das alltägliche
Leben und eine Darstellung des ethischen Dilemmas in Israel. Hier wird mich Marianna Levtov, die
Delegierte der JA in Berlin für jüdische Studenten, als Fachfrau für internationale Beziehungen
unterstützen. Das Seminar ist ein gutes Beispiel
einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen der
israelitischen Kultusgemeinde Würzburg, des Bayrischen Landesverbandes, der Jewish Agency und
der ZWST. Ich danke vor allem Alexander Shif, dem
Jugendleiter in Würzburg und Lyubov Symonenko
vom Bayrischen Landesverband für ihre Kooperation.“
Die Fortsetzung als Seminarreihe ist bereits geplant, neben Würzburg auch in der IKG SchwabenAugsburg, wo Dan bereits sein Konzept vorgestellt
hat. Auch zu weiteren Gemeinden wurden Kontakte geknüpft, in Nürnberg und Düsseldorf hat er
Vorträge gehalten zur aktuellen, politischen Situation in Israel. Dan Fayutkin ist noch nicht lange in
Deutschland und hat sich bereits an einem Europäischen Kongress für junge jüdische Erwachsene
in Maastricht Ende November beteiligt, organisiert von der Jewish Agency und dem israelischen
Diasporaministerium. Auch hier hatte er die Gelegenheit, Kontakte herzustellen bzw. zu vertiefen.
Dan betont: „Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die
Initiative zu ergreifen, doch das kann keine ´oneman-show` sein. Ich kann den Anstoß geben für
eine erfolgreiche Kooperation in den Gemeinden.
Die heutige junge Generation hat sehr viele Alternativen. Daher ist es für mich eine Herausforderung, junge Menschen dazu zu motivieren zu können, ihr Judentum zu leben. Dazu muss man nicht
streng religiös sein. Die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft liegt allein in den Händen der jungen
jüdischen Generation!“ HvB, ZWST
ZWST begrüßt ihren
neuen Mitarbeiter
und Delegierten der
Jewish Agency in
Deutschland
Kontakt:
Tel.: 01684 / 64 39 56
Mail:
[email protected]
gmail.com
Ausflug nach Rothenburg o.d.T. im Rahmen
des Seminars in der
IKG Würzburg,
Fotos: A. Shif
Ausgabe 4
Dez. 2012 Seite 13
PROJEKT: SEO-FORTBILDUNG
SEO-Fortbildung für Webseiteninhaber, Webdesigner und andere
Seine Tipps an Webseiteninhaber, Webdesigner
und andere in diesem Bereich:
Im Oktober traf sich in Bad Sobernheim eine kleine
Gruppe von Männer und Frauen zwischen 26 und
41 Jahren, um an einem 3-tägigen „SEO IntensivGrundkurs“ teilzunehmen. Dieses Pilotprojekt der
ZWST zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) bot
den Teilnehmern eine professionelle Schulung zur
Optimierung der eigenen Website, um in der heutigen „Internetwüste“ besser gefunden zu werden
und das eigene Marketing zu verbessern. Das Seminar gab den Teilnehmern, z.T. selbstständig oder
noch im Studium, z.T. Informatiker, aber auch aus
anderen Branchen, die Möglichkeit, ihre beruflichen Chancen auf dem Markt erfolgreicher zu nutzen und von der Dynamik im Web zu profitieren.
www.
seo-jerusalem.de
Der Workshop wurde von Zachi Porath geleitet,
Geschäftsführer der Firma „SEO Jerusalem“ und
Experte auf diesem Gebiet. Seit mehreren Jahren
veranstaltet Zachi Porath erfolgreiche Schulungen
und Kurse. Die Seminarinhalte ermöglichten den
Teilnehmern, aus erster Hand zu lernen und das
direkte Expertenwissen uneingeschränkt zu ihrem
eigenen zu machen. Die Themen:
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ZWST informiert
Seite 14
Search Engines
Search Quality
SEO Stragegie
Keyword Research
Content Optimierung
Designoptimierung
Dazu Zachi Porath: „Insgesamt waren es zwei
hochinteressante Tage mit einem kleinen, aber
feinen und gut gemischtem Teilnehmerpublikum.
Alle waren sehr offen und lernbereit, mit reger
Teilnahme durch viele Fragen und Feedback. Ich
bedanke mich vor allem bei Dani Krumholz (Interactive Design, freier Mitarbeiter der ZWST) für
seine Unterstützung, die ist nicht mehr wegzudenken!“
„Warum ist SEO für den Inhaber einer Site so
wichtig?
Suchmaschinen werden täglich milliardenfach von
Millionen von Usern benutzt, von denen wiederum Tausende Ihre Kunden werden können. Damit
dies tatsächlich passiert, müssen Sie für eine starke Präsenz im Internet sorgen. Dazu gehört auch,
auf der ersten Google-Seite unter den organischen
Suchergebnissen zu sein. Wenn Sie nicht auf der
ersten Suchergebnis-Seite von Google landen –
dann existieren Sie schlichtweg nicht.
Das müssen Sie wissen:
• 91 % benutzen das Internet, um nach Produkten zu suchen, an denen sie Interesse haben.
• 75 % benutzen eine Suchmaschine bei ihrer
Suche.
• 87 % benutzen hauptsächlich Google als Suchmaschine.
Und wussten Sie, dass:
• Google 10 organische Suchergebnisse pro Seite anzeigt,
• Lediglich 20 % der User bis zum Seitenende
scrollen,
• Lediglich 10 % der User weiter zur zweiten Seite gehen werden?
Mit anderen Worten: Der weitaus größte Teil des
immensen Suchmaschinen-Traffics spielt sich auf
der ersten Seite ab, und zwar hauptsächlich im
oberen Bereich der Seite. Wenn Sie also von Google weit oben platziert werden und es an die Spitze der ersten Seite schaffen, dann werden Sie die
meisten Besucher bekommen.“
Die Kursbeurteilungen fielen überdurchschnittlich gut aus und alle Teilnehmer würden den Kurs
weiterempfehlen bzw. haben ihr Interesse an weiteren Schulungen ausgedrückt. Besonders gelobt
wurden die umfangreichen Kursunterlagen, die in
Form eines Kurskataloges (ca. 200 S.) an die Teilnehmer ausgehändigt wurden.
Die SEO Jerusalem beabsichtigt aufgrund des
Feedbacks, diesen Einsteigerkurs an die Zielgruppe anzupassen und einen aufbauenden 2-tägigen
Kurs anzubieten. Der Aufbaukurs wird den Übergang von der Theorie zur Praxis einleiten. Wir freuen uns auf eine weiterhin gute und erfolgreiche
Zusammenarbeit mit der ZWST und möchten die
Gemeinden dabei unterstützen, den Mitgliedern
neue Perspektiven zu eröffnen.
Zachi Porath, HvB, ZWST
PROJEKT „PERSPEKTIVWECHSEL“
„Fallstricke und Handlungsräume rassismuskritischer Bildungs- und Sozialarbeit“
Fachtagung in Weimar
Das Modellprojekt "Perspektivwechsel – Bildungsinitiativen gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit" ist ein Präventionsprogramm zur
Kompetenzförderung von Multiplikatoren aus
Pädagogik, Sozialer Arbeit und Verwaltung. Im
Rahmen von Fortbildungen, Qualifizierungsseminaren, Supervisionen und Beratungen können die
Beteiligten ihre Reflexionsfähigkeit, ihr Fachwissen sowie ihre Handlungssicherheit auf auf dem
Themengebiet der diskriminierungskritischen Bildungs- und Sozialarbeit erweitern und vertiefen.
Mit Unterstützung des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut" und der Landesstelle für Gewaltprävention in Thüringen hat das Projekt im Zeitraum
von 2007 bis 2010 diverse Module entwickeln und
umsetzen können. Seit 2011 werden die Bildungsaktivitäten des Projektes erfolgreich fortgesetzt,
gefördert durch das Bundesprogramm "Toleranz
fördern – Kompetenz stärken" und durch das
Thüringer Sozialministerium. Im Jahr 2012 wurden rund 65 Veranstaltungstage mit ca. 300 Teilnehmern durchgeführt. Das Projekt wird geleitet
von Marina Chernivsky (Dipl.Psych.), für die wissenschaftliche Projektbegleitung ist Prof.Dr. Doron
Kiesel zuständig.
Über die regulären Seminare und Veranstaltungen
hinaus wurde vom 19. bis 20. November 2012 in
Weimar die diesjährige Fachtagung zum Thema
„Das offene Schweigen – Zu Fallstricken und Handlungsräumen rassismuskritischer Bildungs- und
Sozialarbeit“ organisiert. Die mittlerweile zum 6.
Mal durchgeführte Tagung mit rund 250 Teilnehmern richtete sich an Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter sowie andere Multiplikatoren der politischen
Bildung.
Die Projektleiterin Marina Chernivsky äussert sich
zum Titel der Tagung: „Wir haben uns bewusst für
diese Überschrift entschieden, wohlwissend, dass
es viele Themen gibt, die offen verschwiegen werden. Bezogen auf unsere Tagung stellten sich die
Fragen: Welche Funktion hat dieses Schweigen?
Wie gehen wir damit um? Und vor allem: Wie brechen wir dieses Schweigen?“
Und warum „Fallstricke“? Dazu Marina Chernivsky: „Wir haben eine Tagung konzipiert, die auf die
Schwierigkeit der Thematisierung von Rassismus
verweist. Denn etwas, was nicht einmal gemerkt
oder gesehen wird, kann im Nachhinein auch nicht
mehr erinnert werden. Dieses Thema scheint besonders unbequem zu sein, denn dabei geht es
nicht nur um subtil verinnerlichte Hierarchisierungen und Menschenbilder, sondern auch um rassistisch motivierte Menschenfeindlichkeit. Auch
die Debatte um die NSU Affäre hat uns nachhaltig
beschäftigt.“ Prof. Dr. Doron Kiesel ergänzt: „Viele
Multiplikatoren haben den Anspruch, aufklärend
tätig zu sein, merken aber nicht, dass sie in ihrem
Arbeitsalltag bestimmte Muster tradieren und
weitergeben, weil sie davon überzeugt sind, auf
der richtigen Seite zu sein. Man kann z.B. eine sogenannte antifaschistische Arbeit machen, merkt
aber nicht, dass man selbst rassistische Klischees
transportiert. Die Tagung sollte die Anwesenden
dazu anregen, sich zu fragen: Wie kommt es eigentlich, dass langjährige pädagogische Arbeitsformen und -inhalte nicht zu dem gewünschten
Erfolg führen? Wir wollten Perspektiven jenseits
der klaren pädagogischen Konturen anbieten und
unbewusste, latent vorhandene Denkstrukturen
erreichen.“
Welche „Handlungsräume“ bot die Tagung? Marina Chernivsky: „Die Tagung bot eine ausgewogene Mischung aus theoretischer Reflexion und
praxisnaher Expertise. Unser Ziel war es, viele verschiedene Handlungsmöglichkeiten im Umgang
mit Rassismus in der eigenen Arbeitspraxis aufzuzeigen. Dabei sollte verdeutlicht werden, dass
ein kompetenter Umgang mit gesellschaftlicher
Diversität in den eigenen Reihen beginnt.“ Doron
Kiesel: „Wir haben uns entschieden, eine Vielfalt
an Workshops anzubieten, um eine hohe Bandbreite von Fragestellungen diskutieren zu können.
Die Leiter der Workshops sind oft schon länger
in ihrer Arbeit erfolgreich, reflektieren aber auch
ein Scheitern ihrer Arbeit. Es ging um eine pädagogische Praxis, die durchaus auch widersprüchliche Ergebnisse hat. Die Vielfalt der Einrichtungen
macht deutlich, dass es nicht nur eine Richtung
rassismuskritischer Bildungsarbeit gibt. Je differenzierter wir uns mit dieser Arbeit auseinandersetzen, desto erfolgreicher sind wir. Tagungen wie
diese führen zu einem Perspektivwechsel im Hinblick auf das eigene pädagogische Handeln.“
Seit Projektbeginn und mit zunehmender Vernetzung hat sich in Thüringen die Sensibilität für
unterschiedliche Formen der Ausgrenzung und
hinsichtlich des Umgangs mit Diversität erweitert.
Nur durch das „Nicht-Handeln“ von Politik, Gesellschaft und Individuum gelingt es fremdenfeindlichen und antisemitischen Gruppen immer wieder,
mit dumpfen Argumenten ihre Zielgruppen zu
finden und für sich einzunehmen. Daher gibt es
weiterhin einen hohen Bedarf, sich abseits vom
Arbeitsalltag mit den o.g. Fallstricken und Handlungsräumen auseinanderzusetzen, wie die steigende Anzahl der Tagungsbesucher gezeigt hat.
Die ZWST bedankt sich bei ihren Förderern und
Kooperationspartnern, u.a. beim Thüringer Ins­
titut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung
und Medien (Thillm) sowie beim Sparkassen- und
Giroverband Hessen-Thüringen für die Unterstüt­
zung. HvB, ZWST, Fotos: Rafi Herlich
Projektleiterin
Marina Chernivsky
Prof. Dr. Micha Brumlik, Goetheuniversität
Frankfurt/M. u.
Martina Reinhardt
vom Thüringer Sozialministerium
Publikationen, Seminarbeispiele, Filme etc.
zum Download unter:
www.
zwst-perspektivwechsel.de
Ausgabe 4
Dez. 2012 Seite 15
ZWST INTERN UND PROJEKTINFO
ZWST-Mitgliederversammlung 2012
Projekt für
Studenten und
die Altersgruppe
18-35
Anmeldeschluss:
15.01. 2013
Termine, Kontakt
und Anmeldung:
S. 9
Impressum
Hrsg.:
ZWST, Hebelstr. 6
60318 Frankfurt/M.
Tel.: 069 / 944371-0
Fax: 069 / 49 48 17
www.zwst.org
Redaktion und Satz:
Heike von Bassewitz
069 / 944371- 21
[email protected]
Satz und Druck:
adc - Reichelsheim
Andrej Kulakowski
ZWST informiert
Seite 16
Am 2. Dezember trafen sich die Delegierten der
Landesverbände und selbstständigen Gemeinden zur alljährlichen Mitgliederversammlung der
ZWST im Frankfurter Gemeindezentrum. In seinem Grußwort betonte Ebi Lehrer, Vorstandsvorsitzender der ZWST, dass die Konsolidierung der
Finanzen in diesem Jahr gelungen sei. Er bedauerte die erforderlich gewordene Reduzierung der
Mitarbeiterzahl, einhergehend mit der Schließung
des Integrationszentrums „Hatikwa“ in Berlin. Er
betonte gleichzeitig, dass die ehemaligen Kollegen in neue Jobs vermittelt werden konnten und
die ZWST-Präsenz in Berlin mit dem Internationalen Büro in der Friedrichstraße, dem Kunstatelier
Omanut und der Jüdischen Galerie gesichert sei.
Doch die Akquirierung zusätzlicher Mittel und die
Sicherung eines ausgeglichenen Finanzhaushaltes
sei auch zukünftig eine zentrale Aufgabe der ZWST.
In diesem Zusammenhang ging ein ausdrücklicher
Dank an Dr. Werner Reimann, Finanzreferent der
ZWST, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern in
der Buchhaltung dafür gesorgt hat, dass die Buchhaltung „a jour“ ist. Ebi Lehrer drückte seine Freude darüber aus, dass die angespannte Finanzlage
im Vorstand stets konstruktiv diskutiert werden
konnte und bedankte sich bei dem Vorsitzenden
der ZWST-Finanzkommission, Michael Warman
und den Mitgliedern der Prüfungskommission.
Mit 56 Delegiertenstimmen wurde der Vorstand
(mit einer Enthaltung) für das Geschäftsjahr 2011
entlastet.
ZWST-Direktor Beni Bloch appellierte in seinem
Grußwort an die Delegierten, das Angebot der
ZWST intensiver zu nutzen: Hinsichtlich der Nachwuchsförderung in der Jugendarbeit bemängelte
er die sinkende Teilnehmerzahl an den von der
ZWST organisierten Workshops für Jugendzentrumsleiter. In der allgemeinen Aussprache wurde
seitens der Delegierten auf den Mangel an Fachpersonal in jüdischen Schulen und Kindergärten
hingewiesen - andererseits werden entsprechende Fortbildungen der ZWST nicht immer genutzt.
Beni Bloch rief die Anwesenden daher dazu auf:
„Schickt eure Leute zu unseren Qualifizierungsprogrammen!“ Er rief weiterhin dazu auf, das Angebot
des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) zu nutzen
und verstärkt Ehrenamtliche in den Gemeinden
einzusetzen. Er informierte nochmal über dieses
Angebot und betonte: „Wir sind in unserer Arbeit
aufeinander angewiesen!“ HvB, ZWST
"...Das ZWST Programm gab mir ... den Ort und die
Ruhe, abseits vom Alltag, über die eigene Jüdischkeit ...und meine Beziehung zu Israel zu reflektieren, und das war keine einfache Sache..." (Teilnehmerin aus Deutschland).
"Vor der Reise habe ich fast jede Nacht von
Deutschland geträumt und nur Kriegsbilder gesehen…Während der Reise durch Deutschland und
nach der Begegnung mit der deutschen Gruppe
habe ich viele neue Bilder entdeckt ... es passt einfach nicht mehr in die Schublade..." (Teilnehmerin
aus Israel).
Identität zu formulieren, die eigene Rolle in der
jüdischen Gemeinschaft zu reflektieren sowie
auch neue Kooperations- oder Partizipationsideen gemeinsam zu entwickeln. Das umfangreiche
Seminarprogramm ist eine Kombination aus theoretischen Reflexionen, interaktiven Workshops,
angeleiteten Begegnungen, Diskussions- und Gesprächsrunden sowie Filmarbeit. Der Ablauf der
einzelnen Seminare ist teilnehmerorientiert: alle
Beteiligten können das Programm in seiner Ausrichtung mitgestalten und an der Seminardurchführung aktiv mitwirken.
"Student Leadership for Jewish Peoplehood" ist
ein Projekt der ZWST, das in Kooperation mit dem
Oranim Academic College, der UJA Federation
of New York sowie der Jewish Agency for Israel
durchgeführt wird. Es richtet sich an Mitglieder
der jüdischen Gemeinden zwischen 18 und 35 Jahren, aber auch an aktive jüdische Studierende.
Teilnahmebedingungen und Kosten: Das Programm richtet sich an Mitglieder der jüdischen
Gemeinde, an Absolventen des Projekts "Brückenschlag“ sowie an aktive jüdische Studierende
aus Deutschland. Beim Abschluss des Gesamtprogramms erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.
Seminarsprache ist Deutsch und Englisch. Eine
wiederholte Teilnahme am diesjährigen Programm ist für Teilnehmer der vorangegangenen
ZWST-Oranim-Programme nicht möglich. Für die
Anmeldung sind ein ausführliches Motivationsschreiben sowie ein kurzer Lebenslauf unbedingt
erforderlich. Der Selbstkostenbeitrag für das Gesamtprogramm beträgt 500,- Euro. Inbegriffen
sind: Unterkunft, Verpflegung und die sämtlichen
Reisekosten. (Termine, Kontakt, Anmeldung: S.9)
Inhalte: Das Projekt beinhaltet 4 Wochenendseminare einschließlich einer mehrtägigen bilateralen Begegnung mit israelischen Studierenden in
Deutschland sowie eine Studienreise nach Israel
einschließlich einer mehrtägigen Rückbegegnung
mit israelischen Studierenden im Oranim Academic College. Die Seminare bieten die Gelegenheit,
persönliche Fragen zur jüdischen bzw. israelischen