Erlebnisbericht TAMK Tampere Finland

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Erlebnisbericht TAMK Tampere Finland
Erlebnisbericht TAMK
Tampere Finland
WS 2013
Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen FK09
FK09
Inhaltsverzeichnis
Bewerbung .................................................................................................................................................... 1
Anreise........................................................................................................................................................... 2
Kurswahl an der TAMK .................................................................................................................................. 2
Unterkunft ..................................................................................................................................................... 3
Freizeitgestaltung .......................................................................................................................................... 4
Integration, Kontakt zu anderen Studierenden ............................................................................................ 5
Fazit und Empfehlungen................................................................................................................................ 6
Bewerbung
Die Bewerbung war recht einfach. Man sollte sich vorher
informieren, welche Kurse aus dem Ausland angerechnet
werden. Im Fall Wirtschaftsingenieurwesen werden in der
Regel Marketing und Unternehmensplanung und
Organisation angerechnet. Nachdem man sich dessen im
Klaren geworden ist folgt die eigentliche Bewerbung. Dafür
stehen die Fakultätsbetreuer bzw. Fakultätsreferenten zur Verfügung. Für Tampere gilt es einen
Sprachtest zu bestehen, der aber offen gestanden einfach zu meistern ist, da die Anforderung lediglich
B2 ist. Den DAAD Sprachtest könnt ihr bei Frau Prof. Dr. Järvenpää in der Fakultät 13, Studium Generale,
machen. Er dauert ca. 1 Stunde und besteht aus einem Gespräch und einer kurzen Grammatik Klausur.
Danach müssen nur noch die Noten zusammen mit dem Sprachtest und der Bewerbung nach Tampere
gesendet und die TAMK eure Bewerbung akzeptieren.
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Anreise
Nach Finnland bin ich mit Finair geflogen und habe ca. 4 Monate vor Abflug Hin- und Rückflug gebucht.
Zurück ging es bei mir erst am 23. 12., einfach deshalb, weil der Flug am günstigsten war. Beim Rückflug
ist es allerdings ratsamer nicht so spät zu fliegen, weil ihr sonst die letzten seid und alle verabschieden
dürft. Und Verabschiedungen sind nicht leicht, das kann ich euch sagen. Also am besten am 18. bzw. 19.
den Flieger nach Hause nehmen.
Tampere hat einen eigenen Flugplatz. Es ist auf jeden Fall bequemer von dem Flughafen zu fliegen und
nicht in Helsinki zu landen und dann mit Zug oder Überlandbus nach Tampere zu fahren. Es ist beides
ungefähr gleich teuer und in Tampere wird man von einem Studenten abgeholt, sehr stressfrei.
Kurswahl an der TAMK
In Finnland wollte ich zum größten Teil betriebswirtschaftliche Kurse belegen, weil diese in der Regel in
der Fakultät 09 gut angerechnet werden. Leider wurde ich in Tampere jedoch dem Engineering
Department zugeordnet, weil die Business School anscheinend zu voll war. Das frustrierte anfangs sehr,
weil die Wunschkurse nicht angeboten wurden und sonst auch kaum Kurse. Weil die internationalen
Koordinatoren überfordert waren und mir und einem Mitstudenten keinen Rat geben konnten, haben
wir uns in die Vorlesungen, die wir besuchen wollten einfach rein gesetzt und gefragt, ob noch ein Platz
frei wäre. Nach ca. 3 Wochen war die Lage dann geklärt und wir haben nach und nach die Vorlesungen
auch offiziell besuchen dürfen. So habe ich meine Wunschkurse besuchen können und zurück in
München auch viel angerechnet bekommen. Ich wählte:
-
Introduction to Marketing: sehr interessant, wird angerechnet ist aber mit viel Lesearbeit
verbunden
-
Tools for organizational Change: hauptsächlich Consulting Skills, ebenfalls sehr viel Leseaufwand,
wird als WPM angerechnet
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-
Intercultural Communication: nur 3 credits, dafür viel Aufwand, sehr langweilig und teilweise
sinnlose Kommunikationstheorie, wird als AW Fach angerechnet
-
Operations Management: 5 credits, wenig zu tun, wird für Unternehmensplanung und
Organisation anrechnet, es ist jedoch besser Business Planning dafür zu nehmen
-
Composite Structure: sehr interessante Vorlesung der Flugzeugingenieure über
Verbundwerkstoffe, wird als WPM angerechnet, ist normalerweise auf Finnisch, wird aber vom
Dozenten auf Englisch übersetzt
Insgesamt habe ich 23 credits belegt und damit vor allem im zweiten Teil des Semesters viel Zeit gehabt.
Im Ausland geht es nicht primär um die erworbene Anzahl an Credit Points, sondern viel mehr um die
Erfahrungen, das Verbessern der englischen Sprachkenntnisse und den Austausch mit internationalen
Studenten. In Tampere gibt es genügend Kurse in Englischer Sprache, besonders in der
Betriebswirtschaft. Zusätzlich werden noch free-electives angeboten, also frei wählbare Kurse. Dazu
zählt auch Basics of Finish, was aber recht wenig bringen soll.
Unterkunft
Die beste Accomondation in Tampere ist definitiv TOAS City. TOAS ist das Housing Department des
Studentenwerks in Tampere. Neben vielen weiteren Möglichkeiten zu wohnen bietet „City“ zentrale
Lage. Das ist vor allem nach dem Feiern wichtig, weil die Busse nicht sehr lange fahren. Die Unterkunft
liegt nahe dem Zentrum und mit guter Busverbindung zur TAMK. Es dauert ca. 10 Minuten inklusive
Laufen, was ein echter Luxus ist, verglichen mit anderen Unterkünften. Die besten Partys steigen auch in
City oder beginnen zumindest dort. Man findet sehr schnell neue Leute, sei es auf der Dachterrasse oder
beim Kochen in den Gemeinschaftsküchen. Am Abend ist meistens was los, es wird also auf dem Zimmer
nicht langweilig. Die Zimmer sind sauber und gut eingerichtet. Es ist kein gehobenes Hotel aber man
findet alles, was man braucht. Mit offenem Fenster schlafen ist auch kein Problem, weil der Verkehr
nicht sehr laut ist. Das Zimmer könnt ihr euch entweder mit einem oder drei gleichgeschlechtlichen
teilen oder ein Einzelzimmer buchen. Doppelzimmer sind dabei die beste Wahl, weil ihr mal eure Ruhe
haben könnt, aber auch nicht im fremden Land alleine rumsitzt. Mit 260 € ist das Doppelzimmer recht
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günstig. Wenn ihr mit einem Freund zusammen in ein Zimmer möchtet, könnt ihr das bei der Bewerbung
angeben. First come, first serve heißt die Devise nach der man handeln sollte, wenn man das
gewünschte Zimmer gerne haben möchte. Dafür sollte die Kaution unbedingt so schnell wie möglich
überwiesen werden, sonst landet ihr in Hervanta, was 10 km weg im Wald liegt ;-). In „City“ gibt es WIFI
und ein kostenloses Fitnessstudio. Das WIFI ist abends extrem schlecht, weil es jeder nutzt. Es reicht aber
für soziale Netzwerke locker. Für das Fitnessstudio müsst ihr zu TOAS gehen und euren Fingerabdruck
einscannen, mit dem ihr die Tür zum Studio öffnen könnt. Dort findet ihr die meisten gängigen Geräte
und eine Hantelbank mit Kurzhanteln bis 10 kg. Ist nicht viel, aber zum fit halten reicht es.
Freizeitgestaltung
In der Freizeit stehen vor Allem Exchange Partys an. Dabei gibt es im „Fat Lady“ immer dienstags einen
Studententag, wo es recht günstig ist. Finnland ist bekannt dafür teuren Alkohol zu verkaufen, was auch
stimmt. Manche Bars und Clubs bieten Ermäßigungen für Studenten gegen Vorzeigen des
Studentenausweises an. Bier und Essen gibt’s im LIDL günstig zu kaufen und wenn es mal eilig ist gibt es
einen k-market mit dem Nötigsten unter TOAS City. Alkohol in den Alko Shops ist sehr teuer und betrifft
Bier und Spirituosen ab 4,7%. Als Beispiel kostet eine Schneider Weisse 4,10€. Das finnische Bier ist nicht
gut aber mit 1€/0,33L wenigstens erschwinglich.
Viele Bars und Clubs, mit wechselnden Angeboten, findet ihr im Innenstadtbereich. Ein bis zweimal pro
Woche gibt es dann noch Themenpartys, extra für Studenten organisiert.
Wer gerne Fußball spielt kann über Facebook ein paar Leute anschreiben oder in Gruppenchats auf
Interesse aufmerksam machen.
ESN, das ERASMUS Student Network bietet zudem viele Trips an. Unter anderem nach Lappland,
Stockholm und Sankt Petersburg. Alle drei Trips sind sehr empfehlenswert, jedoch nicht ganz billig. Aber
wer geht schon nach Finnland um Geld zu sparen?!
Stockholm war eine Fährenfahrt mit 6 Std. Aufenthalt in der Schwedischen Metropole. Das ganze gibt’s
mit Bustransfer von Tampere aus für 55€. Lappland müsst ihr mit bis zu 500€ rechnen, je nachdem
welche Aktivitäten ihr gerne machen möchtet. Ob Huskyschlitten oder Motorschlitten fahren, alles könnt
ihr dazu buchen. Wir haben Lappland selbst organisiert, uns eine Hütte gemietet und sind mit
Mietwagen hochgefahren. Bis zum Nordkap sind wir allerdings nicht gefahren, weil wir nur fünf Tage die
Autos hatten und die Fahrt bis hoch ca. 20 Stunden dauert. Allerdings war der Trip für uns in der
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Nebensaison mit ca. 250€ sehr günstig und sehr erholsam. Nach Sankt Petersburg war es ebenfalls eine
Fährenfahrt und drei Tage Aufenthalt in der Stadt. Auch dieser Trip war sehr organisiert mit
Sehenswürdigkeiten und Touren, die dazu gebucht werden können. Ihr könnt auch selbst die Stadt
erkunden, mit den organisierten Touren sehr ihr allerdings mehr. Wir haben unter anderem eine
Kanalfahrt gemacht, waren im Hermitage Museum, im Katharinen Palast, haben eine Stadttour gemacht
und Kathedralen angeschaut. Die Kathedralentour für 20€ war allerdings rausgeschmissenes Geld, weil
wir am letzten Tag schon alle Kathedralen vorher gesehen hatten.
Integration, Kontakt zu anderen Studierenden
Die Integration geht relativ schnell. Bereits in der Kennenlernwoche und auf den ersten Partys findet
man Leute, die zu einem passen. Ein weiteres Kennenlernevent war ein Hüttenwochenende für sage und
schreibe 5€ mit Holzhütte, Feuer, Sauna und See. Das war ein absolut empfehlenswertes Wochenende.
Auch über Kochen, die Dachterasse und Neugier sind Freundschaften schnell entstanden.
In der Klasse ist es erst mal anders. Als Austauschstudent gehört man anfangs eher den Unberührbaren
an, was sich jedoch auch mit Partys, Gruppenarbeiten oder der Zeit ändert. Mit Finnen hatte ich ebenso
viel Kontakt wie mit Exchange Studenten. Unsere Tutoren haben uns Tampere gezeigt und wir haben
zusammen gegessen. Wie viel oder wenig Kontakt man mit anderen hat hängt immer von einem selbst
ab. Wenn man kommunikativ ist und den Wunsch hat auch andere Kulturen ein wenig näher
kennenzulernen, dann ergeben sich Gespräche von ganz allein. Möglichkeiten für die Kontaktaufnahme
sind genügend gegeben. Man muss sie nur nutzen.
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Fazit und Empfehlungen
Tampere war eine super Zeit für mich, in der ich viele Kontakte zu anderen Studenten knüpfen konnte
und Skandinavien ein wenig näher kennenlernen durfte. Ich empfehle es jedem, der ein interessantes
Semester im Erasmus Programm machen möchte.
Genießt die Zeit in Finnland, seid nicht geizig und lernt neue Leute kennen. Mit 50.000 Studenten ist
Tampere eine Studentenstadt die sehr viele studentische und außerstudentische Aktivitäten zu bieten
hat. Scheut euch nicht davor Menschen anzusprechen und nehmt mit was ihr könnt. Danach werdet ihr
sonst etwas bereuen.
Wenn ihr das Leben sucht und internationale Kontakte knüpfen wollt, zieht in TOAS City ein. Hier habt ihr
eine tolle Lage, viele Studenten und gute Anbindungen.
Versucht Auslandsbafög zu beantragen, auch wenn ihr glaubt, dass es nicht klappt. Die Erasmus
Förderung von 180€ und das Kindergeld von 184€ decken schon mal Wohnung, Monatskarte und
Kleinigkeiten.
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